Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Fabel

(1,664 words)

Author(s): Zymner, Rüdiger
1. Begriff Unter einer F. versteht man einen typischerweise kurzen Erzähltext. Seine fiktiven Handlungen werden von ›nichtmenschlichen‹, aber anthropomorphisierten Tieren, Pflanzen oder auch Gegenständen der unbelebten Natur und auch der Kultur getragen. Diese verfügen über Bewusstsein, Sprache und Handlungsmöglichkeiten des Menschen. Konstitutiv für die F. ist auch ein Anwendungssignal, die »Lehre« oder »Moral« (lat. fabula docet): Als vorangestelltes Promythion oder nachgestelltes Epimythion macht sie entweder deutlich, dass es sich bei der Geschi…

Fabrik

(2,764 words)

Author(s): Gorißen, Stefan
1. Begriff Der Begriff F. in seiner modernen Wortbedeutung – verstanden als Stätte zentralisierter Produktion, in der eine größere Anzahl von Arbeitskräften in einem arbeitsteiligen Produktionsprozess und unter Verwendung von (nicht durch menschliche Kraft angetriebenen) Maschinen gleichförmige Güter in großer Stückzahl für den Verkauf herstellt – wird in der dt.sprachigen ökonomischen und staatswiss. Literatur erst seit Beginn der 1840er Jahre greifbar. Entscheidende Merkmale der F. sind einerseits der mit der Verwendung von A…

Fabrikarbeiter/in

(1,025 words)

Author(s): Gorißen, Stefan
1. Begriff und Merkmale Der Begriff F. zur Bezeichnung der in einer zentralisierten und mechanisierten Produktionsstätte beschäftigten Arbeitskraft ist erst greifbar, seit sich der Begriff Fabrik in seiner modernen Bedeutung durchgesetzt hat. Damit bleibt der/die F. eine Gestalt des entwickelten Kapitalismus; entscheidendes Merkmal ist, dass F. ihren Lebensunterhalt aus Lohnarbeit bestreiten, keine Produktionsmittel besitzen und insofern Proletarier sind (Unterschichten, städtische). Als Teil einer entwickelten Marktwirtschaft zeichnen sich F. in i…

Fabrikdisziplin

(815 words)

Author(s): Gorißen, Stefan
1. Begriff und Inhalt Der Begriff F. bezeichnet eine spezifische Verhaltensdisposition der Beschäftigten in der Fabrik, die als Ergebnis einer Sozialisationsleistung verstanden und zu den wesentlichen Voraussetzungen für den erfolgreichen Betrieb von Fabriken gezählt wird. Im 18. und 19. Jh. erstreckte sich der Disziplinierungsprozess auf die Anpassung des Verhaltens der Fabrikarbeiter/innen an zwei wesentliche Momente des neuen Produktionssystems: Zentralisierung und Mechanisierung. Mit der Zentralisierung der Produktion verband sich eine in dieser S…

Fabrikordnung

(10 words)

s. Fabrikdisziplin

Fabrikprivileg

(885 words)

Author(s): Mohnhaupt, Heinz
1. Begriff Alle Ansätze zur Verrechtlichung der Produktion in Fabrik und Manufaktur kulminieren im traditionellen Rechtsinstitut des Privilegs, für das wiederum in Europa auch alternative, nicht immer gleichbedeutende Bezeichnungen gebräuchlich waren: Permission, Begnadigung, Freiheiten, Monopol, Konzession. Durch das F. erwarb der Fabrikant die Erlaubnis, unter dem Schutz des Privilegienerteilers eine bestimmte Produktion aufzunehmen. Rechtlich und wirtschaftspolitisch bezeichnen die F. den Entwicklungsgang von den individuell konzessionierten …

Fachprosa

(2,386 words)

Author(s): Robert, Jörg
1. Begriff und Abgrenzung F. bezeichnet das (v. a. ma. und frühnzl .) Schrifttum zur fach- und zweckgebundenen Wissensspeicherung und -vermittlung [4]. In Abgrenzung zum Begriff Kunstprosa wie zu fiktionaler Literatur (Fiktionalität) und Versdichtung (Dichtung) subsumiert F. »alles nichtdichterische Schrifttum geistlichen und weltlichen Inhalts« [4. 1], vorwiegend in der Volkssprache [5. 559]. In der neueren Forschung tritt der Begriff F. zugunsten von Sach- und Fachliteratur, Artes-Literatur [9], Gebrauchs- oder Wissensliteratur [2] zurück. F. ist ein analytisch…

Fachschulen

(750 words)

Author(s): Bruning, Jens
Im Gegensatz zu den allgemeinbildenden Schulen versteht man in Deutschland unter F. oder »Gewerblichen Schulen« alle Formen von freiwillig besuchten berufs-, praxis- und ausbildungsbezogenen schulischen Einrichtungen. Auch in diesem berufsvorbereitenden Schulsektor lassen sich höhere, der Universität ähnliche Formen (etwa Bergakademien, Forstakademien, Kunstakademien oder Militärakademien, die als praxisorientierte Spezialhochschulen zusammen mit den polytechnischen Schulen (vgl. École Polytechnique) Vorläufer der Technischen Hochschulen waren), mitt…

Fachwerk

(1,622 words)

Author(s): Bedal, Konrad
1. Allgemeines, Verbreitung F. bezeichnet eine Skelett- bzw. Gerüstbauweise, bei der die tragenden Elemente des Baus vorwiegend aus Holz (in jüngster Zeit auch aus Metall) bestehen ( Baustoffe), während die namengebenden, davon umschlossenen »Ge-Fache« nur als wandbildende Füllung anzusehen sind. Bei F. handelt es sich um eine elementare Holzbauweise; dementsprechend war F. bzw. ähnliche Konstruktionen seit der Jungsteinzeit in nahezu allen europ. wie vielen außereurop. Kulturen bekannt. Im engeren und für das nzl. Mitteleuropa gültigen Sinn versteht man unter …

Fachzeitschrift

(782 words)

Author(s): Becher, Ursula A.J.
F. entstanden im 18. Jh., nachdem die bestehenden wiss. Zeitschriften angesichts des beträchtlichen Fortschritts der Forschung dem Anspruch, die Universalität des Wissens zu präsentieren, nicht mehr genügen konnten. Seit dem Ende des 17. Jh.s hatten sich v. a. die Naturwissenschaften entwickelt; der Erkenntnisfortschritt forderte ihre stärkere Differenzierung und Spezialisierung in eigene Disziplinen und Teildisziplinen, die sich ihre speziellen Fachorgane schufen. Neben diesen innerwiss. Faktoren spielten bei der Entstehung von F. auch die Bedürfnisse der Leser …

Faculté

(10 words)

s. Fakultät

Fahrendes Volk

(731 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
Hinter dem Begriff F. V. verbirgt sich eine große Vielfalt von Gruppen und Tätigkeiten. Im Wesentlichen bezieht er sich auf Migranten, die als ambulante Geschäftsleute in einer bestimmten Region (nicht selten auch innerhalb eines Landes) umherzogen, um ihre Waren und Dienstleistungen anzubieten. Wie ein Großteil der Migranten (oft auch als Vaganten bezeichnet) kamen die meisten von ihnen aus ärmeren Gebieten, z. B. aus Gebirgsregionen, in denen es nicht genügend Erwerbsmöglichkeiten gab, sodass das Einkommen durch Wanderarbeit ergänzt wurde ( Arbeitsmigration) [1]; [2]; [6]…

Fahrplan

(10 words)

s. Reisehilfsmittel

Fahrrad

(10 words)

s. Laufmaschine

Fahrung (Bergbau)

(13 words)

s. Bergbautechnik

Fäkalienbeseitigung

(950 words)

Author(s): Fouquet, Gerhard
Seit dem 13. Jh. galten im Europa nördl. der Alpen Wasser und Sauberkeit als Zeichen von Urbanität; die F. wurde seitdem vornehmlich in den größeren Städten als öffentliche Aufgabe wahrgenommen [6]. Wie die technisch-theoretische Literatur des 13. bis 15. Jh.s bereits zeigt, wusste man zwar um Zusammenhänge zwischen Wasserqualität und Gesundheit, schützte aber infolge der herrschenden humoralpathologischen Vorstellungen zuerst die Luft vor gesundheitsgefährdenden Miasmen [4]. Bis ca. 1850 blieb es daher weithin beim vordergründigen Gewässerschutz (d. h. de…

Faktorei

(1,504 words)

Author(s): Denzel, Markus A. | Häberlein, Mark
1. Europa Der Begriff »F.« war in Europa im hohen und späten MA wesentlich gebräuchlicher als in der Frühen Nz. Das ital. fattoria, Ursprung für das Lehnwort, das erstmals bei den großen toskanischen Handelsgesellschaften des HochMA erscheint, bezeichnete eine befestigte Außenstelle oder »Filiale« einer Handelsgesellschaft an einem auswärtigen Handelsplatz, die von einem Faktor (ital. fattore) geleitet wurde [6]. Das F.-Netz der großen süddt. Gesellschaften ( Fugger; Welser) mit festen Niederlassungen an zentralen europ. Handelsplätzen ( Antwerpen, Lyon, Lissabon etc.)…

Fakultät

(865 words)

Author(s): Asche, Matthias
Bereits im MA waren F. (lat. facultas, engl. faculty, franz. faculté) feste verwaltungsmäßige und wissensorganisierende Bestandteile von Universitäten. Als deren Gliedkörperschaften konnten die F. – wie zunächst auch die oftmals landsmannschaftlich verfassten Studentencorpora (lat. nationes) – jedoch aufgrund ihrer spezifischen Rechtsstellung weitgehend autonom agieren. Der korporative Charakter von F. (Akademische Freiheit), denen sowohl der Lehrkörper ( Professor) als auch die Studenten eines bestimmten Fachgebietes angehörten, zeigt sich z. B. am Re…

Fälschung

(2,689 words)

Author(s): Häberlein, Mark | Tschopp, Silvia Serena | Keazor, Henry
1. Fälschungsdelikte 1.1. Strafrechtliche Aspekte Die Strafrechts-Lehre und Gesetzgebung der europ. Staaten der Nz. definierten und sanktionierten F.-Delikte sehr unterschiedlich. V. a. für die dt. Strafrechtslehre des 16. bis 19. Jh.s war die Rezeption des Röm. Rechts (Gemeines Recht) maßgeblich, das eine Reihe von crimina falsi wie Testaments-, Urkunden-, Grenz-, Münz-, Maß- und Gewichtsfälschung kennt. Die ma. italienische Rechtswissenschaft fasste derartige F. als einheitliches Delikt (lat. crimen falsi) auf, als dessen wesentliche Tatbestandsmerkmale die…

Familie

(8,297 words)

Author(s): Gestrich, Andreas | Berger, Ruth
1. Allgemein Der F. liegt die biologische Tatsache zugrunde, dass alle Menschen eine Mutter und einen Vater haben und dass zumindest zwischen Mutter und Kind in der Regel eine über die Geburt hinausreichende Versorgungs- und Gefühlsbeziehung besteht ( Elternliebe; s. u. 6.1.). F. ist zugleich eine soziale Institution, über die sich ein großer Teil nicht nur der biologischen, sondern auch der sozialen Reproduktion einer Gesellschaft vollzieht. Arbeit, Nahrungsverteilung und -aufnahme (Essen), Erziehung und Geselligkeit fanden auch in der Nz. zu einem großen Teil …

Familienbibliothek

(720 words)

Author(s): Gersmann, Gudrun
Unter den überlieferten F. stellen die vielerorts in Europa erhaltenen Bibliotheken des Adels eine unerschöpfliche Fundgrube für die Kultur- und Bildungsgeschichte dar. Dies gilt insbes. für die großen Buchsammlungen; diese umfassen neben juristischer Gebrauchsliteratur und zahlreichen wiss. Werken aus den Bereichen von Geographie, Geschichte, Medizin und Theologie auch Apodemiken und literarische Werke wie z. B. Ariosts Rasenden Roland von 1521 sowie Handschriften. Der Umfang der Adelsbibliotheken variierte stark und konnte von mehreren Dutzend bis zu Ze…

Familienbuch

(10 words)

s. Stammbuch

Familienerbrecht

(12 words)

s. Erbrecht | Testament

Familienfideikommiss

(10 words)

s. Fideikommiss

Familienplanung

(10 words)

s. Empfängnisverhütung

Familienrecht

(1,001 words)

Author(s): Scholz-Löhnig, Cordula
1. Regelungsinhalte Das F. enthält die zentralen Normen zur Regelung der personen- und vermögensrechtlichen Beziehungen innerhalb der Familie. Welche Rechtsbereiche das F. umfasst, ist zu jeder Zeit von dem jeweils zugrundeliegenden Verständnis des sozialen Begriffs der Familie abhängig. In der Nz. existierte nach antikem Vorbild ein weitgefasstes Verständnis von Familie als Wirtschaftseinheit, zu der alle Angestellten des Hauses zählten (Haushalt). Bezeichnend hierfür ist die Definition im Codex Maximilianeus…

Familienverband

(10 words)

s. Verwandtschaft

Familienwappen

(703 words)

Author(s): Gersmann, Gudrun
Die Geschichte der Wappen beginnt im MA: Die gut sichtbaren, farbigen Markierungen der Ritter-Rüstungen, Helme und Waffen, die ursprünglich nur der besseren Unterscheidung der bis zur Anonymität gepanzerten Ritter hatten dienen sollen, entwickelten sich seit dem 12. Jh. zu (nach den festen Regeln der Heraldik gestalteten) vererbbaren »Erkennungszeichen« einer Person, Körperschaft, Familie oder Stadt. Unter den Wappen kommt den Familien- und Geschlechterwappen des Adels eine Schlüsselrolle zu: Wie Grabmäler, Toteninschriften ( Epitaph), Archive oder Ahnengalerien…

Familienzyklus

(718 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Unter F. versteht die histor. Familienforschung die Tatsache, dass Familien im Zusammenhang mit dem Lebenszyklus ihrer Mitglieder verschiedene Phasen mit je spezifischen Aufgaben, Formen und Funktionen des familialen Zusammenlebens durchlaufen. Man unterscheidet heute generell eine Phase, in der ein Paar Kinder bekommt und aufzieht, von einer späteren, die durch das Zusammenleben mit heranwachsenden Kinder bestimmt ist, und von einer Zeit des »leeren Nests«, wenn die herangewachsenen Kinder das Haus ve…

Fanatismus

(13 words)

s. Politische Bewegungen | Schwärmer

Fantasie

(801 words)

Author(s): Schipperges, Thomas
Der musikalische Begriff F. entzieht sich einer eindeutigen Definition. Als ein Schlüsselbegriff der Renaissance ist F. mit Freiheit und Spiel verbunden, eine Konzeption, die auf Marsilio Ficino zurückging (vgl. Einbildungskraft). Als Titel für freie, in improvisatorischem Stil abgefasste Instrumentalstücke ist der Terminus F. seit dem frühen 16. Jh. belegt. Diese wurden in Spanien auch als tiento oder ensalada betitelt, in England als voluntary oder division. Neben solchen länderspezifischen Benennungen standen bis ins 17. Jh. solche, die besondere Aspekte…

Farbe, Farbenlehre

(19 words)

s. Kolorit | Licht und Farbe | Maltechnik

Färbepflanzen

(10 words)

s. Farbstoffe

Farbstoffe

(2,601 words)

Author(s): Engel, Alexander | Troßbach, Werner
1. Einleitung F. sind lösliche Materialien, die sich im Gegensatz zu den unlöslichen, v. a. mineralischen Pigmenten (Maltechnik) zur dauerhaften Färbung von Textilien eignen. Vor der Erzeugung künstlicher F. aus Teerderivaten im späten 19. Jh. waren in Europa nur Natur-F. zumeist pflanzlichen Ursprungs bekannt. Das Färben war zwar für die Basisfunktionen der Kleidung wie den Schutz vor Nässe und Kälte unerheblich, doch im Rahmen soziokultureller Funktionen war die symbolische und ästhetische Wirkkraft der Farbigkeit unabdingbar. Vordefinierte…

Fasching, Fastnacht

(15 words)

s. Karneval | Weiberfastnacht

Faserpflanzen

(1,052 words)

Author(s): Kießling, Rolf
1. Allgemein Während Flachs und Hanf seit der Antike in der Kleidung breite Verwendung fanden, wurde die Baumwolle seit dem HochMA in Mitteleuropa genutzt, trat aber erst im 16. Jh. – zunächst in Mischgeweben, seit dem 17. Jh. in reinen Cottonen – als Konkurrent der aus Flachs gewonnenen Leinen-Stoffe auf. Die aus der mex. Agave gewonnene Sisalfaser wurde erst in der ersten Hälfte des 19. Jh.s aus Yucatán importiert und zur Herstellung von Säcken und Seilen verwandt. 2. Flachs Der vorwiegend in gemäßigtem und regenreichem Klima gedeihende Flachs (lat . linum usitatissimum), ein ca.…

Fassade

(976 words)

Author(s): Fürst, Ulrich
1. Begriff Der Begriff F. bezeichnet als dt. Form des seit Philibert de l'Orme (1567) etablierten franz. façade die Schauseite eines Bauwerks [1]. Sowohl der dt. Begriff als auch dessen Etymologie (lat. facies, »Gesicht«; ital. facciata, »Vorderseite«) machen klar, dass mit F. mehr gemeint ist als nur das Äußere eines Gebäudes in einem konstruktiven Sinne. Der Terminus steht für eine eigene Gestaltungsaufgabe der Baukunst (Architekturtheorie), die zwar bereits im MA etwa bei den Turmfronten von Domkirchen aufgenommen wurde, aber in der Nz. einen zuvor nic…

Fastenspeise

(775 words)

Author(s): Pelzer-Reith, Birgit
Als F. bezeichnet man diejenigen Nahrungsmittel, deren Genuss an gebotenen kirchlichen Fastentagen weder durch ein Fasten- noch durch ein Abstinenzgebot verboten ist. Im SpätMA war infolge der kirchlichen Fastengebote an mehr als 150 Tagen im Jahr der Genuss des Fleisches warmblütiger Tiere sowie ihrer Produkte – Milch, Käse, Butter, Schmalz und Eier – untersagt. Im Gegensatz zur griech.-orthodoxen Kirche lockerten sich diese Regeln in der abendländischen Kirche jedoch seit dem 15. Jh. durch die Erteilung von päpstlichen oder bisc…

Fastnachtsspiel

(794 words)

Author(s): Kugler, Hartmut
Die ältere volkskundliche Forschung verquickte »Fastnacht« irrtümlich mit dem Verb faseln (»gedeihen«, »vermehren«) und meinte, damit Ursprünge in heidnischen Fruchtbarkeitskulten belegen zu können (vgl. dagegen [10]). Mhdt. vastnaht (auch vasnaht) meint jedoch eigentlich den »Vorabend der Fastenzeit«; das vasnacht spil (Erstbeleg im 15. Jh.) war somit in die Karnevals-Kultur eingebunden. Die Verbindungen zu brauchtümlichen Winteraustreib- und Frühlingsspielen bleiben spekulativ; sicher bezeugt sind dagegen die Anfänge des weltlichen Spiel…

Favorit

(1,571 words)

Author(s): Asch, Ronald G.
1. Monarchische Herrschaft und Günstlingswesen Monokratische Herrschaft – ob nun tatsächlich in Form der Monarchie ausgeübt oder in Gestalt einer starken Machtkonzentration in der Hand einer Person unter eigentlich republikanischen Verfassungsverhältnissen, wie etwa in Präsidialdemokratien – bringt fast immer besondere höfische oder quasihöfische Machtstrukturen hervor, die durch die Dialektik von Gunst und Einfluss gekennzeichnet sind. Oft werden administrative und politische Entscheidungen durch die informelle Umgebung des Herrsch…

Fayence

(892 words)

Author(s): Kallieris, Christina
1. Begriff und Technik Der Begriff F. entstand in Frankreich und leitet sich vom Namen der ital. Stadt Faenza ab. F. bezeichnet alle nordeurop. zinnglasierten Waren. Daneben existiert der Begriff Majolika, der überwiegend für Waren aus Spanien und Italien verwendet wird. Majolika leitet sich vermutlich von dem ital. Namen der Insel Mallorca ( maiolica) ab – im 15. Jh. der Hauptumschlagsplatz für den F.-Handel im südeurop. Raum – und bezeichnet F., die ausschließlich mit Scharffeuerfarben, d. h. in Unterglasur, bemalt sind. Als F. bezeichnet man Irdenwaren, deren Scherben m…

Fazetie

(10 words)

s. Schwank

Febronianismus

(713 words)

Author(s): Steinruck, Josef
Der F. ist eine eigene theoretische Ausprägung des reichskirchlichen Episkopalismus im 18. Jh. Der Begriff ist abgeleitet von dem Pseudonym »Justinus Febronius«, unter dem der Trierer Weihbischof Johann Nikolaus von Hontheim 1763 sein Buch über die rechtmäßige Gewalt des Papstes in der Kirche ( De statu ecclesiae …; »Über den Zustand der Kirche«) veröffentlichte, dem er in den folgenden Jahren mehrere Ergänzungsbände folgen ließ [1]. Hontheim studierte von 1719 bis 1724 Rechtswissenschaft und Theologie an den Universitäten Trier, Löwen und Leiden. Nach der Priesterweihe …

Februarrevolution

(3,006 words)

Author(s): Reichardt, Rolf
1. Krisenfaktoren Über Frankreich hinaus steht der Name »F.« für die Welle revolutionärer Bewegungen, die 1848/49 viele europ. Länder erfasste: Zwar handelte es sich hierbei nicht um eine Revolution Europas, da Russland und Skandinavien, die Niederlande, Belgien und Spanien kaum betroffen waren, aber doch um eine europ. Revolution, weil es eine ganze Reihe gemeinsamer Strukturmerkmale gab [14]; [26]. Das gilt schon für die Krisenzeit des Vormärz. Weithin, von Preußen bis zum Balkan, spitzten sich die politisch-sozialen Verhältnisse v. a. in vier Bereichen so z…

Fechtkunst

(1,301 words)

Author(s): Waldinger, Oliver
1. Begriff Der mhdt. Begriff vehten bzw. vuhten bezeichnet – wie schwed. fäkta, engl. to fight und russ. fechtowanje – den Kampf mit der Waffe, sei es zu Pferd oder zu Fuß. Seine etymologische Verwandtschaft mit dem engl. fence (»Zaun«, »Hindernis«) bzw. to fence (»abschirmen«, »fechten«) sowie mit dem gleichbedeutenden ahdt. skirmen bzw. skrimen (niederl. schermen; ital. scherma; franz. escrime; span. esgrima; poln. szermierka; tschech. sermovat) zeigt, dass er ursprünglich als Verteidigung, also defensiv, zu begreifen war. In der Nz. verstand man unter F. d…

Feen

(811 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Der Begriff F. leitet sich über das Französische von vulgärlat. fata (»Schicksalsgöttin«; fatum = Schicksal) ab. Die F.-Vorstellung, in die antike und indoeurop. Traditionen eingegangen sind, besitzt die intensivste Überlieferung in der kelt. Literatur, wo im Umkreis der Artussage die Fee Morgaine (von hier die »Fata Morgana«) ihre bekannteste Ausprägung darstellt. Das bereits bei G. Chaucer ( Canterbury Tales) im 14. Jh. aufscheinende F.-Thema wurde im 16. Jh. von neuem entdeckt und von E. Spenser ( The Faerie Queene) und Shakespeare ( A Midsummer Night's Dream) verarbeitet. Im …

Fegefeuer

(880 words)

Author(s): Ebertz, Michael N.
Das F. ist ein »Reinigungsort« (lat. purgatorium) im Jenseits. Himmel, Hölle und F. zählen zum Kernbestand der eschatologischen Vorstellungswelt ( Eschatologie mit Abb. 1), die für die röm.-kath. Tradition spezifisch, für ihre Sozialgestalt als »Gnadenanstalt« (Max Weber) funktional geworden und dementsprechend auch dogmatisch fixiert worden ist. Ohne eindeutigen biblischen Beleg (trotz 2. Makk. 12, 44 f. oder 1. Kor. 3, 15) durch Theologen der Alten Kirche vorbereitet, forciert durch Papst Gregor den Großen (590–604) und auch aus der kirchlichen Frömmigkeit…

Fehde

(715 words)

Author(s): Kohl, Gerald
F. ist die förmlich angesagte Feindschaft und in deren Rahmen eigenmächtig-gewaltsame Rechtsverfolgung. Voraussetzungen einer »rechten F.« waren persönliche F.-Berechtigung, Rechtsgrund, »Absage« (Ankündigung z. B. durch einen F.-Brief) und der Einsatz erlaubter Mittel, wobei sich manche dieser Kriterien einer allgemein gültigen Definition entzogen. Dies galt insbes. für die F.-Berechtigung; hier wurde vielfach zwischen gewöhnlicher (Blut-) Rache und »ritterlicher F.« unterschieden. Die archaischen Wurzeln der F. reichen weit in die german. Zeit zurück. Entgegen d…

Feiertage

(3,784 words)

Author(s): Dohrn-van Rossum, Gerhard | Galley, Susanne
1. Christliche Feiertage 1.1. Allgemein Die Entwicklung der Feier- und Festtage ( Fest) in der Nz. blieb zunächst an die ma., weitgehend für die Gesamtchristenheit verbindliche Tradition des kirchlichen F.-Zyklus gebunden. Seit dem 17. Jh. gewannen daneben dynastische und politische F. sehr unterschiedlicher territorialer und sozialer Reichweite, doch geringerer Dauerhaftigkeit an Bedeutung. F. – an Daten im Jahreslauf gebundene Tage gemeinsamer religiöser oder politischer Feierlichkeiten, des Gedenkens und der Arbeitsruhe (»heilige Tage«, engl. holy days, franz. jour…

Feindbild

(3,740 words)

Author(s): Wrede, Martin
1. Typen, Funktionen, Mechanismen 1.1. Abgrenzung und Identitätsstiftung Für histor. Prozesse von Identitäts-Bildung waren F. stets von entscheidender Bedeutung, denn die »Feinde«, von denen es sich abzugrenzen galt, wurden mit Konstrukten von Polemik, Vorurteil und Selbstvergewisserung überzogen, um den Zusammenhalt der eigenen in-group zu stärken ( Ausgrenzung). F. dienten und dienen der negativen Integration einer Gemeinschaft in der Auseinandersetzung mit Nachbarn und Konkurrenten. Sie zeigen Gegensätze, Unterscheidungen und Grenzen a…

Feldgraswirtschaft

(10 words)

s. Koppelwirtschaft

Feldzeichen

(888 words)

Author(s): Kloosterhuis, Jürgen
Kurz vor seinem Tod ordnete König Friedrich Wilhelm I. in Preußen 1740 an, dass zur Trauerfeier seine persönlichen F. auf seinen Sarg zu legen waren: Kommandostab, Ringkragen und Schärpe. Dahinter sollte ein ranghoher Offizier mit dem allgemeinen preuß. F., dem Reichspanier, stehen. Für die speziellen F. seines Garderegiments, eine Leibfahne und 14 Kompaniefahnen, bat der König seinen Nachfolger, über deren weiteren Verbleib zu verfügen – womit er das Schicksal der Truppe dem Sohn anvertraute. Die hier am preuß. Beispiel aufgezählten F. waren in allen europ. Militärs…

Feme

(1,105 words)

Author(s): Lück, Heiner
1. Begriff und Grundlagen Der Begriff F. (Veme) ist mehrdeutig und hat zeitlich einen Bedeutungswandel erfahren. Folgt man den ersten Quellenbelegen (1227, mndt. vimenoten), bedeutet er genossenschaftlichen Zusammenschluss [7]. Ferner steht er für Strafe, die als Todesstrafe für schwere Missetaten (mndt. vemewrogen) verhängt wurde (so jedoch erst am Ende des 14. Jh.s). Nicht zuletzt wurde mit F. eine besondere Art von königlicher Gerichtsbarkeit bezeichnet, die sich während des 13. Jh.s in Westfalen herausbilden konnte und wohl der Sicherung des Landfriedens diente [10]. H…

Femme forte

(15 words)

s. Dame | Geschlechterrollen

Fenster

(1,081 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Allgemein Die engl. Bezeichnung window (»Windauge«) dürfte zunächst eine Öffnung ohne Glas gemeint haben, während das Wort F. (bzw. lat. fenestra) auf das Glas-F. als Erfindung aus dem röm. Kulturkreis, wahrscheinlich aus der frühen röm. Kaiserzeit hinweist [4. 90]. Mitunter findet sich für das F. auch der nzl. Ausdruck »Gesicht« [6. 57]. Glas-F. kannte man im frühen MA nur in Kirchen, seit dem 12. Jh. in herrschaftlichen Bauten. Noch im 13.–15. Jh. bezeichnete »glasevenster« den Unterschied zu den mit Holzläden bzw. anderen Materialien (wie Fi…

Fermentation

(735 words)

Author(s): Meinel, Christoph
Die F. (von lat. fermentum; » Gärungsmittel«, »Sauerteig«) ist eine der ältesten biotechnologischen Methoden zur Lebensmittelkonservierung und zur Herstellung alkoholischer Getränke (u. a. Bier; Wein). Heute nennt man jede technische Umsetzung von biologischem Substrat mit Hilfe von Mikroorganismen oder Enzymen (Fermenten) eine F.; bis ins 19. Jh. bezeichnete man damit biologische Reaktionen unter Ausschluss von Luft, speziell die alkoholische Gärung. Die Theorie der Gärung wurde damals zum Kernstück der Aus…

Fernhandel

(2,085 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
1. Begriff und Bedeutung Der F. oder »internationale« Handel (ein für das MA wie die Frühe Nz. etwas anachronistischer Begriff) bildete einen zentralen Anker des wirtschaftlichen Geschehens sowohl in Europa selbst als auch zwischen Europa und den außereurop. Wirtschaftsräumen. Im Gegensatz zum Lokal- und Regionalhandel oder gar zum Hausierhandel überwand der F. weite Strecken und sorgte für einen Waren- und Geldverkehr zwischen auch weit voneinander entfernten Region Europas, seit dem 16. Jh. zunehmend auch zwischen Europa und außereurop. Regionen ( Überseehandel). Der F. w…

Fernkaufleute

(12 words)

s. Kaufleute | Kaufmannsdiaspora

Fernrohr

(10 words)

s. Teleskop

Fertilität

(3,669 words)

Author(s): Schröter, Wilko
1. Definition F. (von lat. fertilis, »ertragreich, ergiebig, fruchtspendend«) bezeichnet in Medizin und Demographie (Bevölkerung) die menschliche Fruchtbarkeit, die Fähigkeit (im biologischen Sinn), Nachkommen (»Früchte«) hervorzubringen (vgl. »Leibesfrucht« als Bezeichnung für den menschlichen Fötus). Der Begriff »Fruchtbarkeit« ist fest in der Geschichte der Menschheit verankert; die zentrale Rolle der Zeugungs- und Gebärfähigkeit von Männern und Frauen findet durchgehend in allen Kulturkreisen durch Fruchtb…

Fest

(8,610 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Kranemann, Benedikt | Leppin, Volker | Petzolt, Martin | Rode-Breymann, Susanne | Et al.
1. Allgemein 1.1. Anlässe F. (von lat. festus, »feierlich«, »festlich«) unterbrechen die Routine des Alltags, zu dem sie als zeitlich und räumlich begrenzte »Anti-Struktur« in Gegensatz stehen und dessen strukturierender Bestandteil sie sind [21]. In der Nz. markierten F. die Phasen natürlicher, sozialer oder individueller Zeitfolgen, die entweder zyklischer oder serieller Natur sein konnten: Ersteres z. B. beim landwirtschaftlichen Jahreszyklus, dem ökonomischen Zyklus, dem Kirchenjahr mit seinen wiederkehrenden Heiligentagen und Jahrmärkten, Letzteres z. B. b…

Festarchitektur

(10 words)

s. Festdekoration

Festdekoration

(1,840 words)

Author(s): Spagnolo-Stiff, Anne
1. Anlässe und Formen F. sind aus Materialien wie Holz, Gips, Leinwand oder Pappmaché gefertigte vergängliche (ephemere) Artefakte, die nur für die Dauer eines Festes geschaffen werden. In der Literatur subsumiert man F. unter dem Begriff Festarchitektur. Bedeutsame F. wurden in der Nz. primär für politisch relevante Ereignisse – profane wie sakrale – erstellt ( triumphale Einzüge eines Herrschers, Krönungen, militärische Siege, Friedensfeiern, Geburten, Hochzeiten und Todesfälle in den Herrscherfamilien oder auch Heiligsprechungen und Patronatsfe…

Festigkeitslehre

(962 words)

Author(s): Becchi, Antonio
Die F. untersucht die Widerstandsfähigkeit fester Körper gegen mechanisch-physikalische Einwirkungen. F. und Statik bilden die wesentlichen Wissensgebiete der Baustatik. Die beiden wichtigsten Untersuchungsgebiete der F. sind die Zusammensetzung von Stoffen sowie das Verhalten von Körpern unter Belastung, zu ihrer Analyse ist jeweils gleichermaßen das Wissen von Physikern und Ingenieuren erforderlich ( Mechanik; Physikalische Wissenschaften). Heutzutage stellt die F. auf der Basis mikroskopischer Untersuchungen und makroskopisch gewonnener Date…

Festungsbau

(3,530 words)

Author(s): Hoppe, Stephan | Hohrath, Daniel
1. Zeit der Experimente: 1400–1600 1.1. Definition Primäres Ziel des Baus von Festungsanlagen war es, bestimmten Orten, Räumen oder Territorien Widerstandsfähigkeit gegen feindliche Angriffe zu verleihen. Bereits das äußere Erscheinungsbild sollte die Neigung des Feindes zum Angriff vermindern. Zudem war eine Befestigung auch außerhalb von Kriegszeiten ein wirkungsmächtiges Bild von Herrschaft, das im Rahmen der zeitgenössischen visuellen Kultur dekodierbar zu gestalten war (z. B. durch hohe Türme oder geometrische Perfektion) [11]. 1.2. Neuerungen im 15. und 16. …

Festungshaft

(10 words)

s. Strafvollzug

Festungsstadt

(803 words)

Author(s): Keller, Katrin
Fast alle der größeren Städte Zentraleuropas verfügten schon im MA über eine Stadtmauer, die bürgerliches Selbstbewusstsein und städtisches Sicherheitsbedürfnis dokumentierte. In vielen Fällen waren Städte als »Großburgen« zudem strategisch wichtige Punkte in militärischen Überlegungen von Landesherren. Sie konnten als Fluchtburgen ebenso dienen wie als gesicherte Ausgangspunkte militärischer Vorstöße. Mit dem sich im 15. Jh. durchsetzenden Wandel in der zeitgenössischen Militärtechnik und -taktik zeigte sich jedoch, dass herkömmliche Stadtmauern die…

Fetischismus

(2,795 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Begriff Fetisch leitet sich vom portug. feitiço ( »Zaubermittel«, »magisches Objekt«) her, das seinerseits auf das lat. facticius (»künstlich hergestellt«) zurückgeht und in einem Bedeutungsfeld mit den portug. Wörtern feitiçeiro (»Teufelsdiener«) sowie feitiçaria (»zauberische Praktiken«) steht. Seit dem SpätMA hatte sich dieser Terminus in Portugal eingebürgert; er durchlief bis zum Waren-F. Karl Marx' im 19. Jh. eine erstaunliche Karriere [05. 13f.]. Sieglerschmidt, Jörn 2. Afrika Nachdem in Portugal im ersten Edikt gegen die Hexen (1385) bereits von den feitiços di…

Fettkonsum

(2,251 words)

Author(s): Pelzer-Reith, Birgit
1. Einleitung Einen unentbehrlichen Bestandteil der Ernährung bilden Fette. In der Nz. wurden in Europa neben den tierischen Fetten wie Schweineschmalz, Speck, Rindertalg, Butter oder Butterschmalz auch pflanzliche Fette, in der Regel Oliven- oder Nussöl (von der Walnuss) und regional auch Mohn-, Lein-, Rübsamen- und Hanföl, verwendet. Der Verbrauch dieser Fette wurde in Europa bis ins SpätMA nicht nur durch ihre Verfügbarkeit und durch Geschmacksvorlieben oder -abneigungen geprägt, sondern auch von den Fastenvorschriften der Kirche stark beeinflusst (Fastenspeise…

Feudalgesellschaft

(2,276 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. Begriffs- und Forschungsgeschichte Die frühnzl. Gesellschaft bezeichnete sich selbst nicht als feudal oder als F., sondern als Ständegesellschaft. Das Etikett der F. erhielt sie in der Französischen Revolution; es diente dazu, den Bruch mit der Gesellschaft des Ancien Régime zu charakterisieren [6]. F. stellte den polemisch-ideologischen Gegenbegriff der Revolution zur bürgerlichen Gesellschaft dar, die die F. ablösen sollte (vgl. Abb. 1). In der Geschichtswissenschaft erhielt der Begriff F. durch die Studie des franz. Historikers Marc Bloch über die Société féodale (19…

Feuer

(10 words)

s. Elemente

Feuer

(1,864 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Definition und Überblick Die Beherrschung des F. ist eine Kulturtechnik, die – anders als Hand und Sprache, Werkzeug und Kommunikation, welche auch Tieren zur Verfügung stehen – allein dem Menschen eignet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass das F. in den mythologischen und naturphilosophischen Vorstellungen aller Kulturen eine wichtige Rolle einnimmt [7. 11]. In der europ. Denktradition gehörte das F. zu den vier Elementen, aus denen sich sämtliche Dinge der sublunaren, unterhalb der ersten Planetensphäre befindlichen Welt zusammensetzten. Im 17. Jh. z. B. bereits von …

Feuerwaffen

(12 words)

s. Artillerie | Waffen

Feuerwehr

(1,861 words)

Author(s): Troitzsch, Ulrich
1. Brandbekämpfung und -verhütung Feuersbrünste zählen seit jeher zu den gefürchteten, Leben und Besitz bedrohenden Ereignissen, wobei im MA und der Frühen Nz. – v. a. in den Städten – aufgrund der dichten Bebauung oftmals ganze Straßenzüge und Stadtviertel, häufig auch gesamte Städte den Flammen zum Opfer fielen ( Stadtbrand; Bauordnung). Die von den Magistraten für die Brandbekämpfung und -verhütung vorgesehenen Maßnahmen fanden seit dem späten MA in Feuerordnungen ihren Niederschlag und wurden in der Frühen Nz. ständig ergänzt. Zur Unterstützung…

Feuerwerk

(831 words)

Author(s): Quaeitzsch, Christian
1. Begriff Unter F. versteht man das ereignishafte Abbrennen explosiv brennender Substanzen zur Erzeugung von Licht-, Geräusch- und Bewegungseffekten aus festlichem Anlass. Dabei kommen frei bewegliche sowie fixierte F.-Körper zum Einsatz, die die F.-Sätze enthalten. Je nach chemischer Zusammensetzung entstehen verschiedene pyrotechnische Effekte. 2. Geschichtliche Entwicklung In China und Indien war die Entwicklung einfacher pyrotechnischer Effekte bereits seit der Antike bekannt. Höchstwahrscheinlich über Arabien gelangte die Kunst der Herstellung von S…

Feuilleton

(10 words)

s. Journalismus
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