Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Familienbibliothek

(720 words)

Author(s): Gersmann, Gudrun
Unter den überlieferten F. stellen die vielerorts in Europa erhaltenen Bibliotheken des Adels eine unerschöpfliche Fundgrube für die Kultur- und Bildungsgeschichte dar. Dies gilt insbes. für die großen Buchsammlungen; diese umfassen neben juristischer Gebrauchsliteratur und zahlreichen wiss. Werken aus den Bereichen von Geographie, Geschichte, Medizin und Theologie auch Apodemiken und literarische Werke wie z. B. Ariosts Rasenden Roland von 1521 sowie Handschriften. Der Umfang der Adelsbibliotheken variierte stark und konnte von mehreren Dutzend bis zu Ze…

Familienbuch

(10 words)

s. Stammbuch

Familienerbrecht

(12 words)

s. Erbrecht | Testament

Familienfideikommiss

(10 words)

s. Fideikommiss

Familienplanung

(10 words)

s. Empfängnisverhütung

Familienrecht

(1,001 words)

Author(s): Scholz-Löhnig, Cordula
1. Regelungsinhalte Das F. enthält die zentralen Normen zur Regelung der personen- und vermögensrechtlichen Beziehungen innerhalb der Familie. Welche Rechtsbereiche das F. umfasst, ist zu jeder Zeit von dem jeweils zugrundeliegenden Verständnis des sozialen Begriffs der Familie abhängig. In der Nz. existierte nach antikem Vorbild ein weitgefasstes Verständnis von Familie als Wirtschaftseinheit, zu der alle Angestellten des Hauses zählten (Haushalt). Bezeichnend hierfür ist die Definition im Codex Maximilianeus…

Familienverband

(10 words)

s. Verwandtschaft

Familienwappen

(703 words)

Author(s): Gersmann, Gudrun
Die Geschichte der Wappen beginnt im MA: Die gut sichtbaren, farbigen Markierungen der Ritter-Rüstungen, Helme und Waffen, die ursprünglich nur der besseren Unterscheidung der bis zur Anonymität gepanzerten Ritter hatten dienen sollen, entwickelten sich seit dem 12. Jh. zu (nach den festen Regeln der Heraldik gestalteten) vererbbaren »Erkennungszeichen« einer Person, Körperschaft, Familie oder Stadt. Unter den Wappen kommt den Familien- und Geschlechterwappen des Adels eine Schlüsselrolle zu: Wie Grabmäler, Toteninschriften ( Epitaph), Archive oder Ahnengalerien…

Familienzyklus

(718 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Unter F. versteht die histor. Familienforschung die Tatsache, dass Familien im Zusammenhang mit dem Lebenszyklus ihrer Mitglieder verschiedene Phasen mit je spezifischen Aufgaben, Formen und Funktionen des familialen Zusammenlebens durchlaufen. Man unterscheidet heute generell eine Phase, in der ein Paar Kinder bekommt und aufzieht, von einer späteren, die durch das Zusammenleben mit heranwachsenden Kinder bestimmt ist, und von einer Zeit des »leeren Nests«, wenn die herangewachsenen Kinder das Haus ve…

Fanatismus

(13 words)

s. Politische Bewegungen | Schwärmer

Fantasie

(801 words)

Author(s): Schipperges, Thomas
Der musikalische Begriff F. entzieht sich einer eindeutigen Definition. Als ein Schlüsselbegriff der Renaissance ist F. mit Freiheit und Spiel verbunden, eine Konzeption, die auf Marsilio Ficino zurückging (vgl. Einbildungskraft). Als Titel für freie, in improvisatorischem Stil abgefasste Instrumentalstücke ist der Terminus F. seit dem frühen 16. Jh. belegt. Diese wurden in Spanien auch als tiento oder ensalada betitelt, in England als voluntary oder division. Neben solchen länderspezifischen Benennungen standen bis ins 17. Jh. solche, die besondere Aspekte…

Farbe, Farbenlehre

(19 words)

s. Kolorit | Licht und Farbe | Maltechnik

Färbepflanzen

(10 words)

s. Farbstoffe

Farbstoffe

(2,601 words)

Author(s): Engel, Alexander | Troßbach, Werner
1. Einleitung F. sind lösliche Materialien, die sich im Gegensatz zu den unlöslichen, v. a. mineralischen Pigmenten (Maltechnik) zur dauerhaften Färbung von Textilien eignen. Vor der Erzeugung künstlicher F. aus Teerderivaten im späten 19. Jh. waren in Europa nur Natur-F. zumeist pflanzlichen Ursprungs bekannt. Das Färben war zwar für die Basisfunktionen der Kleidung wie den Schutz vor Nässe und Kälte unerheblich, doch im Rahmen soziokultureller Funktionen war die symbolische und ästhetische Wirkkraft der Farbigkeit unabdingbar. Vordefinierte…

Fasching, Fastnacht

(15 words)

s. Karneval | Weiberfastnacht

Faserpflanzen

(1,052 words)

Author(s): Kießling, Rolf
1. Allgemein Während Flachs und Hanf seit der Antike in der Kleidung breite Verwendung fanden, wurde die Baumwolle seit dem HochMA in Mitteleuropa genutzt, trat aber erst im 16. Jh. – zunächst in Mischgeweben, seit dem 17. Jh. in reinen Cottonen – als Konkurrent der aus Flachs gewonnenen Leinen-Stoffe auf. Die aus der mex. Agave gewonnene Sisalfaser wurde erst in der ersten Hälfte des 19. Jh.s aus Yucatán importiert und zur Herstellung von Säcken und Seilen verwandt. 2. Flachs Der vorwiegend in gemäßigtem und regenreichem Klima gedeihende Flachs (lat . linum usitatissimum), ein ca.…

Fassade

(976 words)

Author(s): Fürst, Ulrich
1. Begriff Der Begriff F. bezeichnet als dt. Form des seit Philibert de l'Orme (1567) etablierten franz. façade die Schauseite eines Bauwerks [1]. Sowohl der dt. Begriff als auch dessen Etymologie (lat. facies, »Gesicht«; ital. facciata, »Vorderseite«) machen klar, dass mit F. mehr gemeint ist als nur das Äußere eines Gebäudes in einem konstruktiven Sinne. Der Terminus steht für eine eigene Gestaltungsaufgabe der Baukunst (Architekturtheorie), die zwar bereits im MA etwa bei den Turmfronten von Domkirchen aufgenommen wurde, aber in der Nz. einen zuvor nic…

Fastenspeise

(775 words)

Author(s): Pelzer-Reith, Birgit
Als F. bezeichnet man diejenigen Nahrungsmittel, deren Genuss an gebotenen kirchlichen Fastentagen weder durch ein Fasten- noch durch ein Abstinenzgebot verboten ist. Im SpätMA war infolge der kirchlichen Fastengebote an mehr als 150 Tagen im Jahr der Genuss des Fleisches warmblütiger Tiere sowie ihrer Produkte – Milch, Käse, Butter, Schmalz und Eier – untersagt. Im Gegensatz zur griech.-orthodoxen Kirche lockerten sich diese Regeln in der abendländischen Kirche jedoch seit dem 15. Jh. durch die Erteilung von päpstlichen oder bisc…

Fastnachtsspiel

(794 words)

Author(s): Kugler, Hartmut
Die ältere volkskundliche Forschung verquickte »Fastnacht« irrtümlich mit dem Verb faseln (»gedeihen«, »vermehren«) und meinte, damit Ursprünge in heidnischen Fruchtbarkeitskulten belegen zu können (vgl. dagegen [10]). Mhdt. vastnaht (auch vasnaht) meint jedoch eigentlich den »Vorabend der Fastenzeit«; das vasnacht spil (Erstbeleg im 15. Jh.) war somit in die Karnevals-Kultur eingebunden. Die Verbindungen zu brauchtümlichen Winteraustreib- und Frühlingsspielen bleiben spekulativ; sicher bezeugt sind dagegen die Anfänge des weltlichen Spiel…
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