Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Kabbala

(2,419 words)

Author(s): Grözinger, Karl Erich
1. Begriff K. (hebr.; »Tradition«) ist seit dem 13. Jh. Terminus Technicus für die ab der Mitte des 12. Jh.s in Südwesteuropa (v. a. in Spanien) entstandenen esoterischen Theologien des Judentums. Die K. ist in erster Linie theologische Lehre – entsprechend die Selbstbezeichnungen der K., »Wahre Tora« oder »Verborgene Weisheit« – die in unterschiedlichem Maße auch Mystik ist [18]; [12]; [13]; [9]. Karl Erich Grözinger2. Formen 2.1. GrundlagenDie K. war in ihrer ca. 700 Jahre langen kreativen Phase (um 1200–um 1900) in mehrere Richtungen gespalten, je nach ihrer…
Date: 2019-11-19

Kabinett

(1,025 words)

Author(s): Babel, Rainer
1. Altes ReichMit dem vom franz. cabinet abgeleiteten Wort K. wurde ursprünglich eine kleine und intime Räumlichkeit bezeichnet. Ab dem 17. Jh. wurde es im dt. Sprachraum anstelle von »Kammer« für das Arbeits- und Beratungsgemach des Herrschers und – in übertragenem Sinn – auch für den Apparat höchstinstanzlicher Machtausübung gebräuchlich. So definierte Zedlers Universal-Lexikon das »Cabinet« als das sanctuarium principis (»Allerheiligstes des Fürsten«), welches »Grosse Herren dazu bestimmt haben, wenn sie die geheimsten und wichtigsten Sachen nur mit…
Date: 2019-11-19

Kabinettsjustiz

(862 words)

Author(s): Oestmann, Peter
K. bedeutet die landesherrliche Entscheidung einer Rechtssache oder sonstige Eingriffe des Landesherrn in die Rechtspflege, bezogen jeweils auf den Einzelfall ( Landesherrschaft). Der Begriff entstammt dem 18. Jh. und war seitdem lange negativ besetzt, kennzeichnete er doch einen Verstoß gegen die Gewaltenteilung und die Unabhängigkeit der Justiz. Diese nachträgliche Wertung wird dem frühnzl. Befund aber nur bedingt gerecht.Seit der Bildung der europ. Staatenwelt zählte die oberste Gerichtsbarkeit zu den wesentlichen Elementen von Herrschaft. Die Vereinigung …
Date: 2019-11-19

Kabinettskrieg

(987 words)

Author(s): Rogg, Matthias
Als K. wird die dominante Form der europ. Kriegführung in der Phase vom Westfälischen Frieden (1648) bis zur Franz. Revolution (1789) bezeichnet, wobei der Begriff insbes. auf die politischen und militärischen Entscheidungsträger abzielt. Er impliziert, dass Kriegsentscheidungen im Kabinett getroffen oder gar darauf begrenzt geführt wurden. Anstelle des Terminus K. wird auch die Bezeichnung »gehegter Krieg« verwendet, der auf die rational-zurückhaltende Form der Kriegführung unter dem Einfluss der Aufkl…
Date: 2019-11-19

Kadettenanstalt

(1,046 words)

Author(s): Kloosterhuis, Jürgen
1. Begriff und ZweckK. (von franz. cadet, »jüngerer Sohn«) bildeten den Nachwuchs der Offizier-Korps frühnzl. Militär-Systeme aus, nachdem diese die Form »stehender Heere« angenommen hatten. Ziel war, ein kontinuierlich vorgehaltenes Führungspotential für die Regimenter mit besserer Schulbildung inklusive kriegerischer Propädeutik zu schaffen. Die schulische Seite dieser Zielsetzung wurzelte in den Ritterakademien, zu deren allgemein-adeligem Bildungskanon (Fremdsprachen, Reitkunst, Fechtkunst, Tanz) speziell militärischer Unterricht hinzutrat …
Date: 2019-11-19

Kaffee

(1,615 words)

Author(s): Menninger, Annerose
1. Definition und HerkunftDas Heiß-Getränk K. zählt zu den Genussmitteln, worunter man Substanzen subsumiert, die nicht der Ernährung dienen, sondern wegen ihres Wohlgeschmacks, ihrer stimulierenden oder ihrer euphorisierenden Wirkung konsumiert werden. Typisch für den K. ist seine geistig anregende sowie harntreibende und abführende Wirkung aufgrund des enthaltenen Koffeins. Hergestellt wird K. aus den gebrannten und gemahlenen Samen (K.-Bohnen), die die Früchte (K.-Kirschen) verschiedener Arten der tro…
Date: 2019-11-19

Kaffeehaus

(1,881 words)

Author(s): Rosenke, Stephan | Stahrenberg, Carolin
1. Begriff und Ursprung Ein K. ist eine Gaststätte (Gasthaus), in der u. a. Kaffee ausgeschenkt wird; daneben sind auch andere Getränke wie Tee, Schokolade (Kakao) oder Spirituosen sowie kleinere Speisen im Angebot. Nach Jürgen Habermas waren K. neben Salons eine Keimzelle der »bürgerlichen Öffentlichkeit« [3. 90–93].Seinen Ursprung hat das K. im Osmanischen Reich, wo sich im Laufe des 16. Jh.s Kaffee als Alltagsgetränk etablierte und auch in der Öffentlichkeit konsumiert wurde. Das erste K. in Istanbul wurde um 1550 unter Süleyman dem Prächtigen eröffnet. Das K. des …
Date: 2019-11-19

Kaiser

(2,182 words)

Author(s): Pelizaeus, Ludolf | Mittag, Achim
1. Römischer Kaiser 1.1. Bezeichnung und EntwicklungDer röm. K. war das von den Kurfürsten auf Lebenszeit gemäß dem in der Goldenen Bulle (1356) festgelegten Mehrheitsprinzip gewählte Oberhaupt des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Bis 1806 entstammten alle K. (mit Ausnahme des Wittelsbachers Karl Albrecht VII., reg. 1742–1745) aus dem Haus Habsburg(-Lothringen). Der K. stand in der Tradition des antiken röm. K.tums und begründete damit den Anspruch auf zeremoniellen Vorrang vor allen anderen Monarchen [8].Durch die enge Verbindung K. – Schutzherr der Chris…
Date: 2019-11-19

Kaiserkanal

(726 words)

Author(s): Mittag, Achim
1. Europäische Wahrnehmung und Berichterstattung In der nzl. europ. Wahrnehmung und Berichterstattung über China rangierte unter den Bauwerken gleich hinter der Großen Mauer der K., der längste künstliche Wasserweg der Welt. Aufklärungshistoriker versicherten, dass der K. »alles das übertrifft, was man wundernswürdiges von dieser Art in Europa siehet« [1. 17]. Bereits Marco Polo berichtete von den breiten und tiefen, Flüsse und Seen verbindenden Kanälen, die selbst wie ein großer Fluss wirkten [4. 312]. Allerdings sind die Angaben zum K. in europ. Berichten meist nu…
Date: 2019-11-19

Kakao

(1,656 words)

Author(s): Menninger, Annerose
1. Definition Unter K.- bzw. Schokoladeprodukten versteht man Trink- (mit heißem Wasser oder Milch verquirltes entfettetes K.-Pulver) und Essschokolade (etwa in Tafelform oder als Pralinen, bestehend aus K., K.-Butter/Pflanzenfett, Zucker und Milch). Basissubstanz sind die mandelförmigen Samen (K.-Bohnen) des tropischen K.-Baums ( Theobroma cacao L.). Sie werden den K.-Früchten entnommen, zur Reduzierung des bitteren Geschmacks fermentiert, dann getrocknet, geröstet, gebrochen, entschält und verarbeitet.Da K.-Bohnen sehr fetthaltig und damit kalorienreich …
Date: 2019-11-19

Kalender

(5,150 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Schostak, Désirée | Messerli, Alfred | Sieglerschmidt, Jörn
1. Begriff Der Begriff K. leitet sich vom ersten Tag des Monats im alten Rom (lat. Kalendae) ab; über lat. calendarium (»Schuldbuch«) übertrug er sich später auf die Zeitrechnung insgesamt. Basis aller bekannten K. sind der Wechsel von Tag und Nacht, die sich wiederholenden Mondphasen (»Mond« = Monat) und der Lauf der Jahreszeiten im Sonnenjahr.Wolfgang Behringer2. Zeitrechnung: Frühe AusprägungenAstronomische Erscheinungen (Astronomie) bestimmen kulturübergreifend die Zeiteinheiten Jahr, Monat und Tag. Durch astronomische Beobachtung und Berechnungen, e…
Date: 2020-09-04

Kalendergeschichte

(2 words)

s. Kalender
Date: 2019-11-19

Kalenderreform

(1,367 words)

Author(s): Koller, Edith
1. VoraussetzungenDer christl. Kalender, eine Kombination aus solarer und lunarer Berechnung, vereint zwei Funktionen: Erstens dient er der Zeitrechnung auf astronomischer Grundlage ( Datumszählung), zweitens der religiösen Fest-Rechnung. Für die christl. Chronologie und die Komputistik (die Wissenschaft der Kalenderberechnung) war zur korrekten Berechnung der an Mond- und Sonnen-Lauf gebundenen kirchlichen Feiertage ein astronomisch möglichst genauer Kalender entscheidend. Der unter Iulius Caesar eingeführte Julianische (= Jul.) Kalender ging von einem um…
Date: 2019-11-19

Kamee

(2 words)

s. Gemmenkunde
Date: 2019-11-19

Kameralismus

(3,133 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Begriffsgeschichte und ForschungstraditionUnter K. versteht man zum einen die Wirtschaftspolitik und Verwaltung der Staatsfinanzen der dt. Territorialstaaten im Zeitalter des Absolutismus. In diesem Sinne gilt der K. als dt. Variante des Merkantilismus. Entsprechend schwierig ist die Abgrenzung zu Letzterem (als europ. Phänomen) wie auch zur allgemeinen Staats- und Verwaltungslehre des 17. und 18. Jh.s (als spezifisch dt. Angelegenheit; vgl. Polizeiwissenschaft) [8]; [18]. Zum andern werden K. und Merkantilismus auch als Epochenbegriffe für die Wirtsch…
Date: 2019-11-19

Kameralistik, Kameralwissenschaften

(3 words)

s. Kameralismus
Date: 2019-11-19

Kameraljurisprudenz

(2 words)

s. Kameralprozess
Date: 2019-11-19

Kameraljustiz

(2 words)

s. Kabinettsjustiz
Date: 2019-11-19

Kameralprozess

(669 words)

Author(s): Oestmann, Peter
Unter K. versteht man das Gerichtsverfahren vor dem 1495 gegründeten Reichskammergericht. Es handelt sich um eine besondere Form des gemeinen ordentlichen Zivilprozesses, wie er in der ma. ital. Rechtswissenschaft v. a. im Speculum iudiciale (1271–1291; »Gerichtsspiegel«) von Guilelmus Durantis geprägt wurde. Anders als das gelehrte Recht hielt der K. jedoch an der im dt. MA üblichen Trennung von Richter und Urteiler fest. Bereits das Königliche Kammergericht des 15. Jh.s war stark vom röm.-kanonischen Prozess geprägt ( Rezeption des römisch-kanonischen Rechts). Die Kammer…
Date: 2019-11-19

Kaminfeger

(1,137 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Herkunft und frühe BelegeDer Beruf des K. (auch: Kaminkehrer; süddt. für ital. spazzacamino; altbayer. Kümich-/Künikehrer, östl. des Inns Rauchfangkehrer, norddt. Schlotfeger und Schornsteinfeger, mitteldt. bzw. sächs. auch Essenkehrer [3. 232 f.]) bildete sich erst im Laufe der Frühen Nz. heraus. Im Zuge der Verbreitung des Steinbaus und mehrstöckiger Häuser sowie des Heizens mit Steinkohle (wie v. a. in London) wurde die ältere Herdfeuerung ohne Rauchabzug zunächst in Italien durch die Ofenfeuerung mit Kamin bzw. Rauchfang abgelöst, wenngleich in ländlichen Ge…
Date: 2019-11-19
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