Enzyklopädie der Neuzeit Online

Purchase Access
Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

Subscriptions: Brill.com

Kaufmannshandbücher

(10 words)

s. Handelsbücher

Kaufmannsniederlassung

(899 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Prankel, Dieter
1. Begriff und Ausprägungen Güterbeförderung bedeutete in der Nz. automatisch auch für Menschen einen Ortswechsel (z. B. für Seeleute, Kaufleute) und folglich eine zeitlich befristete oder unbefristete Migration, u. a. zum Zweck des Handels [5. 19–29]. Vier Hauptformen sind zu unterscheiden: (1) Handelskontakte, bei denen die Kaufleute selbst kaum oder gar nicht reisten, sondern die Verbindung mit den Lieferanten, Kunden oder Bevollmächtigten durch Brief-Verkehr (Handelskorrespondenz; Fuggerzeitung) oder gelegentliche Besuche aufrech…

Kaufsystem

(963 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. Begriff Der Begriff des K. bezeichnet ein Produktionsregime, d. h. die institutionelle Ausgestaltung der Organisation von Produktion und Arbeits-Beziehungen im exportorientierten Gewerbe zur Zeit der Protoindustrialisierung. Ein K. beinhaltet eine rein marktförmige Beziehung zwischen selbständigen gewerblichen Produzenten und den Kaufleuten, die das aufgekaufte Erzeugnis auf Exportmärkten absetzten [6. 202–210]. Sobald die Beziehung des weitgehend anonymen Aufkaufs durch einen Produktionsauftrag (Kommission) seitens des Kaufmanns oder durc…

Kausalität

(2,388 words)

Author(s): Smith, Kurt | Prankel, Dieter
1. Definition Die Frage danach, was gemeint ist, wenn etwas als die »Ursache« (lat. causa) von etwas anderem bezeichnet wird, und was dem in den Dingen selbst entsprechen könnte, wurde schon von den Philosophen der Antike untersucht. Für die nzl. Diskussion von K. war die aristotelische Unterscheidung von vier Ursachen fundamental: causa formalis, materialis, finalis und efficiens (Form-, Material-, Zweck- und Wirkungsursache). Es gab allerdings keine kohärente, einheitliche Interpretation der Philosophie des Aristoteles ( Aristotelismus). Im Verlauf der Nz. wurde d…

Kautschuk

(10 words)

s. Welthandelsgüter

Kavalierstour

(1,258 words)

Author(s): Tilgner, Hilmar
1. Definition Die K. war eine von spezifisch adligen Normen geprägte Erziehungs- und Ausbildungsreise, die von jungen Mitgliedern des Adels im Anschluss an die heimische Ausbildung absolviert wurde, durch mehrere europ. Staaten führte und in erster Linie der Integration der Reisenden in die europ. Hof- und Adelskultur diente. Diese besondere Form aristokratischen Reisens entwickelte sich in zahlreichen Ländern Europas, jedoch mit unterschiedlichen Ausprägungen. Die K. ist Gegenstand u. a. der Kulturtransfer- und Reisekultur- bzw. Literaturforschung, der allgeme…

Kavallerie

(1,363 words)

Author(s): Kloosterhuis, Jürgen
1. Allgemein Während sich die frühnzl. Infanterie als Waffe gegen die spätma. Ritter-Aufgebote entwickelte, stand die K. in deren Tradition. Als Waffengattung der Landstreitkräfte potenzierte sie das (Clausewitzsche) »Prinzip der Bewegung« des Heereszugs, indem sie ihre Märsche und Gefechte eben zu Pferd ausführte (ital. cavallo, davon cavalleria; dt. zunächst »Haufen zu Ross«, Reiterei, seit dem 17. Jh. »K.«). Pferde-Beschaffung und -haltung, Reitkunst und -gerät beeinflussten die Entwicklung der K. ebenso wie ihr ambivalentes Verhältnis zur Feuerw…

Kazike

(975 words)

Author(s): Schüren, Ute
1. Begriff und Grundlagen K. (span. cacique) war eine zunächst von Kolumbus aus dem Arawak ins Spanische übertragene Bezeichnung der Taíno-Häuptlinge ( kassequa) der Insel Hispaniola, mit der man während der Eroberungsphase (Konquista) und in der Kolonialzeit (Kolonialreich) Autoritäten und Herrscher/innen unterschiedlichster Art und Machtfülle in den eroberten indigenen Gesellschaften Lateinamerikas kategorisierte [1]. Der Titel K. wurde regional unterschiedlich verwendet. Von der Lokalbevölkerung wurden K. zunächst weiterhin mit kulturspezifisch…

Keramik

(10 words)

s. Töpfer

Kernfamilie

(903 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
1. Bedeutung und Begriffsgeschichte K. (engl. nuclear family, franz. famille nucléaire) ist ein Fachbegriff aus der Familiensoziologie und der Histor. Demographie. Er bezeichnet zum einen die aus Eltern und Kindern bestehende familiale Einheit (Familie) innerhalb eines größeren genealogischen Zusammenhangs, zum anderen als Kurzform für »kernfamilialer Haushalt« (engl. nuclear family household) eine ausschließlich aus Eltern und Kindern bestehende Haushalts-Gemeinschaft. In der Forschung wurde der Begriff der K. seit den 1970er Jahren bewusst gegen d…

Ketubba

(10 words)

s. Ehe

Ketzerei

(10 words)

s. Häresie

Keuschheit

(1,027 words)

Author(s): Ulbrich, Claudia
1. Begriffe K.-Diskurse in MA und Früher Nz. waren im christl. Denken eng mit sich verändernden Vorstellungen vom Gegensatz zwischen Fleisch (Körper) und Geist verbunden. Dieser führte letztlich zur semantischen Gleichsetzung von fleischlich, sexuell und sündig (Sünde). In diesem Zusammenhang wurden Vorstellungen von Sexualität mit Unzucht (lat. fornicatio: Ehebruch, Hurerei, Prostitution), Begehrlichkeit (lat. concupiscentia) und Wollust (lat. luxuria) in Verbindung gebracht. Das Gegenbild hierzu war die K., worunter ursprünglich nicht nur sexuelle Enthaltsamkeit…
▲   Back to top   ▲