Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Reichsitalien

(801 words)

Author(s): Schnettger, Matthias
Als R. bezeichnet man die Reste des ursprünglich langobardischen regnum Italiae, das seit Otto I. im 10. Jh. mit dem dt. Königtum in Personalunion verbunden war und einen Teil des ma. Heiligen Röm. Reichs bildete. Auch ohne Krönung mit der Eisernen Krone der Langobarden (letztmals Karl V. 1530) und ohne den Titel eines ital. Königs zu führen, nahmen die Kaiser der Nz. die Lehns- und sonstigen Reichsrechte über Ober- und Mittelitalien wahr ( Lehnswesen). Freilich waren diese bisweilen umstritten, wie im Fall von Florenz oder dem des Herzogtums Parma und Piacenza, über das konkurri…

Reichskammergericht

(2,234 words)

Author(s): Ortlieb, Eva
1. Definition und Geschichte Das R. war neben dem Reichshofrat eines der beiden Höchst-Gerichte des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation der Nz. Das R. gilt – zusammen mit dem sog. Ewigen Landfrieden – als wichtigstes und dauerhaftes Ergebnis der sog. Reichsreform an der Wende vom 15. zum 16. Jh. Auf dem Reichstag zu Worms 1495 einigten sich König Maximilian I. und die Reichsstände nach längeren Diskussionen darauf, ein ständiges Reichsgericht einzusetzen, das von Reichsoberhaupt und Ständen gemeinsam besetzt sowie finanziert werden und seinen Sitz…

Reichskirche

(10 words)

s. Staatskirche

Reichskreise

(884 words)

Author(s): Mally, Anton Karl
1. Einteilung Die Kreisverfassung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die am Beginn der Nz. begründet wurde, war in anderer Form schon im SpätMA geplant worden. Der Gedanke, die dt. Landesherrschaften zu regionalen Gruppen zusammenzufassen, fand seinen ersten nachweislichen Ausdruck auf dem Nürnberger Reichstag von 1383. Damals wurde die Handhabung des Landfriedens vier landschaftlichen ›Zirkeln‹ bzw. fürstlichen ›Parteien‹ anvertraut, die sich durch ihre äußere Umgrenzung über das regnum Teutonicum und das mit diesem lose verbundene Königreich Böhmen ers…

Reichskriegsverfassung

(1,040 words)

Author(s): Pelizaeus, Ludolf
1. Entwicklung Die R. der Nz. ist ein Beispiel für die Verlagerung des Wehrwesens vom Reich auf die Territorien. Diese Entwicklung verlief entgegengesetzt zu jener in den meisten westeurop. Ländern, wo die Gesamtmonarchie sich das Gewalt-Monopol im militärischen Bereich zu sichern vermochte (Militär; Landfriede). War die R. zunächst vornehmlich als Mittel gegen Friedensstörer im Inneren gedacht, entwickelte sie sich durch die Reichsdefensionalordnung von 1681 zu einer reinen Verteidigungsordnung, die allerdings immer mehr hinter …

Reichsmünzordnung

(996 words)

Author(s): Schneider, Konrad
1. Allgemein Als R. werden die auf den Reichstagen in Esslingen (1524) und Augsburg (1551 und 1559) verabschiedeten Regelungen zur Vereinheitlichung des Münzwesens des Alten Reiches verstanden. Eine solche Vereinheitlichung war notwendig geworden, weil die willkürlichen Veränderungen des Münzfußes, d. h. der Zahl der aus einer Gewichtseinheit Metall zu schlagenden Münzen, durch die Münzherren einzelner Territorien Handel und Gewerbe wirtschaftlich schädigten. R. waren Teil der Reichsreform des 16. Jh.s. Das Münzwesen des Alten Reiches war im 14. und 15. Jh. von m…

Reichspost

(810 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Obwohl das mitteleurop. Post-Wesen keine Institution des Alten Reiches war, wurde es doch von Anfang an als kaiserlich empfunden. Ursache dafür war, dass der dt. König Maximilian I. (ab 1508 Kaiser) noch zu Lebzeiten seines Vaters, Friedrichs III., 1490 die lombardische Postbetreiberfamilie der Tassis/Taxis nach Innsbruck holte. Als die Post im frühen 16. Jh. zu einer öffentlichen Einrichtung wurde, erfolgte die Finanzierung bereits über Maximilians Sohn, Herzog Philipp den Schönen von Burgund. Die Zentrale des kaiserlichen Postwesens befand sich seit 1501 in Brüssel. Daran…

Reichspublizistik

(926 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der Forschungsbegriff R. ist die dt. Form der um 1600 eingeführten lat. Kategorie Ius publicum Imperii, mit der das Fach des Öffentlichen Rechts des Heiligen Römisches Reiches Deutscher Nation bezeichnet wurde; ferner wird er heute zur Kennzeichnung aller zeitgenössischen Schriften eingesetzt, die sich mit dessen Verfassung und Politik beschäftigen. Die Entstehung der wiss. Reflexion über das Recht des Reiches gegenüber anderen Rechten, über die Rechte der Inhaber von Reichsämtern und über die Rechtsbeziehungen der Reichsinstitutionen untereinander…

Reichsritter

(896 words)

Author(s): Pelizaeus, Ludolf
1. Historische Entwicklung Zur R.schaft (lat. nobilitas libera et immediata imperii) zählten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation Angehörige des niederen Adels, die ein Gut von festgesetzter Mindestgröße und v. a. Reichsunmittelbarkeit besaßen. Die Vorformen der R.schaft reichen ins späte MA zurück und hatten ihre regionalen Schwerpunkte am Rhein, in Franken und Schwaben sowie in den im MA königsnahen Landschaften. Schon im 15. Jh. bildete diese Adelsgruppe Einungen (Genossenschaften). Bei diesem Prozess spalteten sich die Grafen als s…

Reichsschluss

(10 words)

s. Reichsgesetzgebung

Reichsstadt

(1,177 words)

Author(s): Brandt, Robert
1. Begriff R. werden alle Städte im Alten Reich genannt, die unmittelbar dem König bzw. Kaiser sowie dem Reich unterstanden und Sitz und Stimme am Reichstag (Reichsstandschaft) besaßen. Da die R. keinem Landesherrn untertan waren, sondern allein den Kaiser als Stadtherrn über sich hatten ( Reichsunmittelbarkeit), und da sie seit dem SpätMA auf den Hof- und Reichstagen vertreten waren, wo sie schließlich seit der Wende vom 15. zum 16. Jh. eine eigene Kurie bildeten, zählten sie zu den Reichsständen. Reichsunmittelbarkeit und Reichsstandschaft bezogen sich auf die Stadt a…

Reichsstände, Reichsstandschaft

(15 words)

s. Reichstag | Ständeversammlung

Reichstag

(1,527 words)

Author(s): Liebmann, Edgar
1. Wesen und Aufbau R. bezeichnete im nzl. Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation die Versammlung der Reichsstände. Er war keinesfalls ein Parlament im modernen Sinn, sondern entsprechend der zeitgenössischen Formel ›Kaiser und Reich‹ neben und zusammen mit dem Kaiser wichtigstes Verfassungs-Organ des Reiches; in ihm bildete sich die komplexe ständische Verfassungsstruktur ab. Der R. setzte sich aus der kurfürstlichen, der reichsfürstlichen und der reichsstädtischen Kurie zusammen (vgl. Abb. 1). Entsprechend ihrer Stellung in der Reichshierarchie spielten die Kurfü…

Reichstaler

(10 words)

s. Taler

Reichsunmittelbarkeit

(667 words)

Author(s): Pelizaeus, Ludolf
R. besaßen die nicht einer Landesherrschaft unterstellten natürlichen oder juristischen Personen und Korporationen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Dieser im europ. Zusammenhang einzigartige Rechtsstatus (reichsimmediat bzw. reichsfrei) äußerte sich in der unmittelbaren (immediaten) Unterstellung unter Kaiser und Reich, im Gegensatz zur Landeszugehörigkeit. Zwar hatten in Spanien die Inhaber einer señorío (›Herrschaft‹) umfangreiche Rechte gegenüber der Krone, und auf Adelsgütern in Frankreich und Großbritannien konnten die Grundherren Sonder…

Reichsverfassung

(2,272 words)

Author(s): Buschmann, Arno
1. Begriff Unter der R. des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ist in der Nz. dessen polit. und rechtliche Gesamtordnung zu verstehen, wie sie sich aus dessen Geschichte entwickelt und seit dem SpätMA reichsrechtlich verfestigt hatte. Die Zeitgenossen, namentlich die Vertreter der Reichspublizistik, sprachen statt von R. allerdings von (lat.) status bzw. status imperii, ›Staats-Verfassung‹ (›des Teutschen Reiches‹). Erst die Historiographie des 19. Jh.s bediente sich zunehmend des Ausdruckes ›R.‹, der seither zu einem gebräuchlichen Termi…

Reichsvikariat

(10 words)

s. Sedisvakanz

Reichtum

(2,883 words)

Author(s): Ago, Renata | Honsel, Konrad
1. Definition Das Nachdenken über das Wesen und die moralische wie polit. Berechtigung des R. ist sehr alt. Die bis ins MA und in die Frühe Nz. einflussreichste Analyse und Kategorisierung stammt aus Aristoteles’ Politik (Kapitel 1, 1256–1257), wo zwei Formen des R. unterschieden werden: Die eine dient dazu, die natürlichen menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen und ist durch deren Natur selbst begrenzt; die andere geht nicht aus den Bedürfnissen der Menschen hervor, sondern aus ihren (grenzenlosen) Begehrlichkeiten. Typ 1 ents…

Reinheit

(976 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Allgemein Der Begriff R. wird universell verwendet, doch ist sein semantisches Feld kulturspezifisch gebunden. Je nach Kontext bezeichnet das Wort unterschiedliche Formen der R. Im Wortsinn bedeutet es Sauberkeit, etwa der Kleidung oder von Objekten. Im Kontext moderner Hygiene-Vorstellungen, die verstärkt im 19. Jh. aufkamen (vgl. Baden), meint R. bes. Keimfreiheit. Im übertragenen Sinn spielt der Begriff als rituelle oder spirituelle R. in den meisten Religionen eine bedeutende Rolle, weshalb vor relig. Handlungen häufig Purifikationsrituale vorgeschrie…

Reinkarnation

(10 words)

s. Seelenwanderung

Reis

(2,415 words)

Author(s): Häberlein, Mark | Sanz Lafuente, Gloria
1. Weltwirtschaft 1.1. Asien bis 1800 Im gesamten subtropischen und tropischen asiat. Raum wird R. seit Jahrtausenden produziert; er hatte auch in der Nz. als Grundnahrungsmittel enorme Bedeutung. Als Grundformen der Produktion sind der Anbau in natürlich überfluteten bzw. überstauten Küsten- und Flussniederungen ( Sumpf- bzw. Wasser-R.), der Terrassenfeldbau mit künstlicher Bewässerung sowie der Anbau anspruchsloserer Sorten in Höhenlagen (Berg-R., Trocken-R.) zu unterscheiden. Aufgrund der Tatsache, dass Süd- und Ostasien klimatisch b…

Reise

(10,428 words)

Author(s): Beyrer, Klaus | König, Hans-Joachim | Eggert, Marion | Mathias, Regine | Dharampal-Frick, Gita | Et al.
1. Europa 1.1. Begriff und Forschung Das Wort R. (von ahdt. reisa, mhdt. reise, ›sich in Bewegung Setzen, Aufbrechen, von einem Ort Weggehen‹, auch unter Zwang) entsprach bis in die Frühe Nz. hauptsächlich dem ›Aufbruch zum Kriege‹ oder meinte den Kriegszug selbst. Seit dem 16. Jh. verlor der militärische Bedeutungszusammenhang an Gewicht und trat hinter eine allgemeine Verwendung im Sinne von ›Ortswechsel‹ zurück [1. 718–723, 734–739]. Aus jüngerer Zeit stammen Konnotationen im Umfeld von ›Bildung‹ (Bildungsreise) und ›Vergnügen‹ (R.-Lust). In den einschlägigen Forschungs…

Reisebericht, Reisebeschreibung

(15 words)

s. Reise | Reiseliteratur

Reiseführer

(1,021 words)

Author(s): Beyrer, Klaus
1. Allgemein Den R. verbindet eine stoffliche Verwandtschaft mit dem Routenhandbuch und dem Itinerar, aber auch mit dem Stadtführer. Anders als die nüchterne Wegskizze älterer Routenverzeichnisse legen R. den Schwerpunkt auf die Beschreibung unterwegs anzutreffender Orte und ihrer Sehenswürdigkeiten. Die um Itinerarien erweiterten Städtebücher entwickelten sich seit dem späten 16. Jh. zu praktischen Reisehilfsmitteln. 2. Das 17. und 18. Jahrhundert Für die Kombination aus Weg- und Stadtbeschreibung steht als einer der ersten dt. schreibenden Autoren der Ulmer Lehrer Mar…

Reisehilfsmittel

(1,983 words)

Author(s): Beyrer, Klaus
1. Allgemein Zur angemessenen Ausstattung ihrer Grand Tour (Kavalierstour) zählten die erfahrenen Bildungsreisenden eine Reihe von nützlichen Dingen und Bequemlichkeiten (Bildungsreise). Instrumente, Karten und Handbücher erleichterten die Orientierung unterwegs. Reisebeschreibungen erfreuten sich bei der Vorbereitung als Ratgeber besonderer Beliebtheit (Reiseliteratur; Reiseführer). Im 16. Jh. erlebten Reiseanleitungen (Apodemik) und Itinerarien eine Blütezeit. Pilger und Kaufleute profitierten als Erste von den Reisewerken. Zu weiteren Zielgru…

Reisekunst

(10 words)

s. Apodemik

Reiseliteratur

(2,979 words)

Author(s): Brenner, Peter J.
1. Gattungskonstitution Das Beschreiben von Reisen gehört zu den Urszenarien der abendländischen Literatur: Die großen frühen Epen – das babylonische Gilgamesch-Epos, die griech. Odyssee, die lat. Aeneis – folgen dem Muster des Reiseberichts (= Rb.). In der lit. Entwicklung des MA gewann das Motiv der Reise europaweit an Bedeutung [6]. Vom späten MA bis zur Mitte des 18. Jh.s blieb der lit. Status von R. jedoch undiskutiert. Neben Rb., denen eindeutig tatsächlich unternommene Reisen zugrunde liegen und die keinen anderen Ehrgeiz haben, als übe…

Reisepass

(1,009 words)

Author(s): Didczuneit, Veit
1. Entwicklung im 15. und 16. Jahrhundert Pass als Lehnwort leitet sich von franz. passeport/ital. passaporto ab; verwandte dt. Bezeichnungen für den R. waren ›pass brieff‹, ›passzettel‹ oder ›passborten‹. Der R. gehörte zu den unverzichtbaren Reisehilfsmitteln der Nz. Diese Identitätsurkunde sollte in Gegenwart der Person ihre Authentizität und rechtmäßige Präsenz belegen. Als neue Form der Bescheinigung einer einzelnen Person lässt sich der R. seit dem 15. Jh. in Europa nachweisen. Während die älteren Geleitbriefe und Empfehl…

Reisläufer

(883 words)

Author(s): Tresp, Uwe
R. waren frei geworbene, zu Fuß kämpfende Söldner. Der Begriff ist vom mhdt. Wort reise als Bezeichnung für einen Kriegszug abgeleitet, dem der Söldner zu- oder nachläuft. Das Wort setzte sich – im Unterschied zu den Landsknechten dt. Herkunft – als Typenbezeichnung für Söldner aus der Schweiz durch; es ist allerdings in zeitgenössischen Quellen relativ selten überliefert, wo die damals gebräuchlicheren Begriffe ›Schweizer‹ oder ›Schweizer (Fuß-) Knecht‹ überwiegen. Spätestens seit Beginn des 14. Jh.s entwickelte sich auf dem Gebiet der heutigen Schweiz eine Tra…

Reiterstandbild

(12 words)

s. Plastik | Standbild

Reitkunst

(2,725 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Überblick In allen Gesellschaften, in denen das Pferd exklusives Transportmittel, unverzichtbare Voraussetzung persönlicher Mobilität, eine wertvolle Waffe auf der Jagd und im Krieg sowie ein teures Prestigeobjekt war, gehörte die Fähigkeit, gut zu reiten, zu den verpflichtenden Grundkenntnissen des Adels ( Standesbildung). Eben weil das Reiten hohem sozialen Status entsprach, hütete man seine Regeln – wie überhaupt das Wissen über Pferde – als herrschaftliche Arcana und vermied es, sie schriftlich festzuhalten [20. 91]. Erst mit dem Beginn der Nz. wurde das Reite…

Rekatholisierung

(2,570 words)

Author(s): Leeb, Rudolf
1. Begriff R. gehört in eine Begriffsreihe mit Gegenreformation (= G.), Katholischer Reform, kath. Konfessionalisierung (= Konf.) und kath. Sozialdisziplinierung, die jeweils unterschiedliche Facetten desselben histor. Phänomens bezeichnen: der Herausbildung der Römisch-Katholischen Kirche nach der Reformation. Der mit R. gemeinte histor. Sachverhalt wird bis heute im allgemeinen Sprachgebrauch als G. bezeichnet (vgl. Katholische Reform 1.). Die kath. Forschung hat trotz eines gewissen Unbehagens bis heute an diesem Begriff…

Reklame

(10 words)

s. Werbung

Rekonfessionalisierung

(13 words)

s. Evangelische Kirchen | Rekatholisierung

Rekrutierung

(743 words)

Author(s): Pröve, Ralf
Der von lat. recrescere (›wieder nachwachsen‹) über franz. recroître abgeleitete Begriff R. umfasst den prozesshaften Vorgang einer Aufstockung militärischer Verbände. Ein Rekrut ist demnach Teil des militärischen Nachwuchses, d. h. ein Soldat in der Ausbildung. Der nzl. R. vorangestellt war die Phase der Auffindung geeigneter Kandidaten, die je nach regionaler Entwicklung, herrschaftlicher Durchdringung, verfassungsrechtlichem Fundament und militärpolit. Vorgaben (Militär) unterschiedliche Modi und Verfahren aufwies: Prinzip der Werbung von Freiwilligen, Pres…

Rektor

(736 words)

Author(s): Wallentin, Stefan
1. Begriff Im MA wurden hohe kaiserliche Beamte, leitende Verwaltungspersonen in den nordital. Stadtstaaten, die obersten Repräsentanten der frühen Universitäten in Italien und Frankreich wie auch die Vorsteher von Lateinschulen und hohe Geistliche als rectores (von lat. regere, ›lenken‹, ›leiten‹) bezeichnet. In der Nz. hielt sich diese Amtsbezeichnung v. a. in den Institutionen der höheren Bildung und in der kirchl. Verwaltung, etwa für die Vorsteher von Nebenkirchen oder geistlichen Orden [5]. 2. Historische Entwicklung Die Wurzeln der bis heute gebräuchlichen Bez…

Relation

(10 words)

s. Zivilprozess

Relief

(1,009 words)

Author(s): Kanz, Roland
1. Definition und Begriffsgeschichte Das R. ist neben der Freiskulptur bzw. Rundplastik eine der beiden Hauptgattungen der Skulptur. Als R. sind Körper oder Formstrukturen einer Darstellung (Figuren, Landschaften, Ornamente) in allen der Skulptur und Plastik zu Verfügung stehenden Materialien zu verstehen, die aus einer planen, gewölbten oder runden Grundfläche hervortreten. Bei materialabnehmender Technik (etwa bei Stein oder Holz) bestimmt das Werkstück, bei aufbauender Technik (modellier- und gießbare Materialien wie Wachs,…

Religionen

(5,647 words)

Author(s): Bergunder, Michael
1. Ausgangslage Die Behandlung des Themas ›Religion‹ (= R.) und ›Religionen‹ (= Rn.) hat zu bedenken, dass sich der heutige Gebrauch des Begriffs grundsätzlich von dem in der Nz. unterscheidet und sich erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jh.s durchgesetzt hat. In der Forschung wird von einer Neukonzeption ›in einer gravierenden Zäsur‹ [28. Bd. 4, 12] oder von einer ›monumentale[n] Transition‹ [33. 58] gesprochen. Über diese geschichtliche Konstellation besteht heute weitgehend Einigkeit. Deshalb wird im Folgenden gefragt, ob – und wenn ja, wie – sich chris…

Religionsbegriff

(887 words)

Author(s): Stuckrad, Kocku von
1. Grundlagen Definitionen von ›Religion‹ (= Rel.), ›Religionen‹ und ›religiös‹ sind alles andere als einfache und unbelastete Gegenstandsbestimmungen. Ob man relig. Traditionen (im Plural) miteinander vergleicht und histor. in Beziehung setzt oder die Rel. als einheitliche bzw. ›wahre‹ Kategorie verwendet, hat viel mit der jeweiligen Funktion der Definition zu tun [7]. Postkoloniale Kritik hat deutlich gemacht, dass die Zuschreibung und Aberkennung sowie die inhaltliche Bestimmung von Rel. einem komplexen Machtdiskurs folgt [2]. Die histor. Rekonstruktion von vers…

Religionsflüchtlinge

(10 words)

s. Glaubensflüchtlinge

Religionsfreiheit

(2,390 words)

Author(s): Whaley, Joachim
1. Problemstellung Die R. ist ein zentraler Wert moderner Gesellschaften, dessen Entstehung und sukzessive Verwirklichung sich über die ganze Nz. erstreckte. Die Unterscheidung zwischen Gewissens- oder Glaubensfreiheit bzw. freier Religionsausübung oder Kultfreiheit wurde mit der Aufklärung wichtig. Die ältere Forschung betonte meist die relig. und philosophische Begründung der R. und die entscheidende Rolle von Intellektuellen, deren Forderungen von R. und Toleranz mit dieser (i. e. der Aufklärung) verwirklicht worden seien. Neuere Ansichten gehen dag…

Religionsfriede

(3,165 words)

Author(s): Brockmann, Thomas
1. Kontext, Definition, Terminologie In den Glaubenskämpfen der Reformations-Zeit erstrebte jede der Religionsparteien letztlich die Wiederherstellung der christl.-abendländischen Glaubenseinheit im Sinne des je eigenen Bekenntnisses. Das Instrumentarium dabei war weitgespannt und umfasste je nachdem Predigt und Publizistik, Lehrverurteilungen, Glaubenszwang und Religionskrieg, Religionsgespräch und Kirchen-Konzil. In vielen Ländern der west-, mittel- und ostmitteleurop. Konfliktzone drang jedoch keine der Religionsp…

Religionsgemeinschaft

(952 words)

Author(s): Pahud de Mortanges, René
1. Allgemein R. ist ein Begriff des dt. Staatskirchenrechts, mit dem seit der Aufklärung im 18. Jh. in neutraler Weise der korporative Zusammenschluss von Anhängern einer relig. Überzeugung bezeichnet wird. Er enthält keine theologische Wertung und ermöglicht es dem Staat, eine Stellungnahme zum Wahrheitsgehalt der jeweils vertretenen relig. Lehre zu vermeiden. Die histor. Ausformung des Begriffs ist mit dem nzl. Säkularisations-Prozess und der Entwicklung hin zu relig. Toleranz und Parität verknüpft. 2. Frühe Neuzeit Das frühnzl. Staatskirchenrecht kannte zunächst ke…

Religionsgeschichte

(974 words)

Author(s): Gladigow, Burkhard
1. Begriff und Entwicklung bis zum 18. Jahrhundert R. dient zur Bezeichnung sowohl der Religionswissenschaft als Disziplin wie auch eines bestimmten methodischen Programms, das im 19. Jh. parallel zu den philologisch-histor. Fächern entwickelt wurde. Die Historisierung von Religion (= Rel.) als vergleichbar mit anderen Kulturbereichen bleibt freilich ein Konfliktfeld in der Geschichte des Fachs: Die Frage › How historical is the history of religions?‹ [11] wird selbst von Vertretern des Fachs, die wie Mircea Eliade für sich in Anspruch nehmen, Rel.-Historike…

Religionsgesellschaft

(10 words)

s. Religionsgemeinschaft

Religionsgespräch

(2,037 words)

Author(s): Vogel, Lothar
1. Voraussetzungen Der Begriff des R. umfasst eine Vielzahl an Kommunikationsformen, die auf biblische und altkirchl. Muster zurückweisen und auf die Überwindung eines relig. Dissenses durch Kommunikation zielen. Als Grundmuster genannt seien die Ermahnung des irrenden Bruders (Mt 18,15–17; Tit 3,10: als Vorstufe des Gemeindeausschlusses), die Präsentation der Glaubenswahrheit gegenüber Nichtgläubigen (Areopagrede des Paulus, Apg 17,22–31) sowie die Praxis der Synode (Apg 15), die der innerkirchl. Entscheidungsfindung …

Religionskriege

(7,261 words)

Author(s): Beiderbeck, Friedrich | Reichmuth, Stefan
1. Christliches Europa 1.1. Begriff In der europ. Geschichte können zwei Varianten von R. unterschieden werden: zum einen Kriege zwischen den unterschiedlichen christl. Glaubensgemeinschaften, zum anderen zwischen der abendländischen Christenheit und der nichtchristl., v. a. der islam. Welt (Türkenkriege). Hier wird der Begriff R. im engeren Sinn auf den frühnzl. innerchristl. Kontext bezogen. Neben R. werden in der Forschung häufig auch Synonyme wie Konfessionskrieg, Glaubenskrieg oder konfessioneller Bürgerkrieg verwendet; sie dienen z. T. dazu, einen Bezu…

Religionskrise

(10 words)

s. Religionswandel

Religionskritik

(2,718 words)

Author(s): Mulsow, Martin
1. Antike und mittelalterliche Grundlagen Die R. der Nz. steht in Kontinuität zu antiken Mustern, spätantiker Christentumskritik und arab. Einflüssen. Im antiken Griechenland äußerte sich R. als Kritik am Anthropomorphismus der homerischen Götter (u. a. Xenophanes, Anaxagoras), als Agnostizismus ( Protagoras), als Kritik an der Projektion von Naturdingen, von denen Menschen abhängig seien, auf Götter ( Prodikos von Keos), als Enttarnung von Religion als menschlicher Erfindung, die durch Götterfurcht vor bösen Taten abschrecken solle ( Kritias) oder als Kritik von Pr…

Religionsphilosophie

(3,105 words)

Author(s): Großhans, Hans-Peter | Kuße, Holger
1. Westliche Ausprägungen 1.1. Begriffsgeschichte Der Ausdruck R. ist erstmals im Titel einer 1770 erschienenen Schrift des dt. Theologen Abraham Friedrich Rückersfelders belegt [11]. Sigismund von Storchenau griff ihn 1772 in seinem Werk Die Philosophie der Religion [15] auf; Karl Leonhard Reinhold führte den Begriff ›Philosophie der Religion‹ dann in die Diskussion um Kants Moraltheologie ein [10. 185, 238]. Ab den 1790er Jahren wurde R. häufig gebraucht und dann auch rasch zur Bezeichnung einer philosophischen Disziplin [19]; [20]. Zuerst blieben die beiden Ausdrücke …

Religionsunterricht

(12 words)

s. Erziehung | Katechetik

Religionsvergleich

(702 words)

Author(s): Stuckrad, Kocku von
Der R. ist ein wichtiges Element relig. Diskurse und ein selbständiges Forschungsfeld der Religionswissenschaft [1]; [5]. Was als die eigene Religion (= Rel.) angesehen wurde, war in der Regel das Ergebnis von Vergleichen mit dem, was als fremde Rel. betrachtet wurde. Der R. diente dadurch stets auch der Identitätsbildung innerhalb konkreter relig. Kontexte (Identität 4.). Dies war schon in der Antike so, als im 5. Jh. v. Chr. Herodot und nach ihm viele andere Historiker Ethnographien verfassten und Systematisierungen verschiedener Religionen vornahmen. Dieser ›ethnographis…

Religionswandel

(1,961 words)

Author(s): Voigt, Friedemann
1. Begriff R. ist die umfassende Bezeichnung für Transformationsprozesse relig. Traditionen sowie für das Auftreten neuer relig. Ideen und Bewegungen. Von dem Wandel sind die Sozialgestalt sowie Ritus und Lehre überlieferter Religionen ebenso wie die subjektive Religiosität der Gläubigen betroffen; R. wird daher oft als Religionskrise erlebt. Im sozialen Bereich bezeichnet R. die Veränderung des funktionalen Bezugs von Religion und Gesellschaft. Sie kann zweifelhaft machen, ob es sich dann noch um Religion handelt bzw. umgekehrt, ob weltanschauliche Phänomene (Weltanschauung) schon ›verkappte Religionen‹ oder eine ›Ersatzreligion‹ sind. Der Begriff wird auch für die relig. Neu- oder Umorientierung von Einzelpersonen verwendet (vgl. Konversion). Die methodischen Hauptprobleme einer Untersuchung des R. liegen zum einen in der Unterscheidung zwische…

Religionswissenschaft

(833 words)

Author(s): Stuckrad, Kocku von
1. Einleitung R. als wiss. Disziplin, die Religion (= Rel.) histor. und systematisch-vergleichend aus nicht-relig. Perspektive erforscht, entstand erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s. Dabei spielten die Religionskritik und die Religionsphilosophie der Aufklärung [3], die Erschließung nicht-europ. Text- und Traditionsbestände (einschließlich der Entzifferung zuvor unbekannter Sprachen) sowie die ethnologische Konfrontation mit ›fremdem Denken‹ eine besondere Rolle [6]; [8. 11–36]. In diesem Sinne ist R. als Reaktion auf Prozesse der nzl. Rel.- und Kul…

Religiöse Bewegungen

(15 words)

s. Soziale Bewegungen, religiöse

Religiöse Ikonographie

(7,329 words)

Author(s): Wolter-von dem Knesebeck, Harald | Warland, Rainer | Strohmaier-Wiederanders, Gerlinde | Felmy, Karl Christian
1. Einleitung 1.1. Allgemein R. I. ist im heutigen Verständnis die Lehre von den relig. Bildinhalten und, in Absetzung von der profanen Ikonographie, ein Sammelbegriff für eine inhaltsbezogene Auseinandersetzung mit Kunstwerken religiöser Thematik. Zugleich ist die R. I. die Methode zur Annäherung an relig. Bildinhalte, die sich im nzl. Europa v. a. im christl. Bereich finden (›christl. I.‹; vgl. aber auch Islamische Kunst und Architektur). In der Nz. erlebte die Kunst mit christl. Thematik tiefgreifende strukturelle Änderungen. Für den Bereich der Griechischen Orthodoxen Kirche bedeutete der Fall Konstantinopels 1453 eine entscheidende Zäsur (s. u. 4.; vgl. Osmanisches Reich). Der weitgehende Ausfall der byz. R. I. hatte einen engeren Kontakt der übrigen orth. Kirchen mit der westl. R. I. zur Folge. Auch in Russland, das in der Ikonenmalerei im 15. und 16. Jh. führend war, orientierte man sich etwa im 17. Jh. an westl. Stichvorlagen. Dieser Austausch erleichterte Malern den Wechsel von Ost nach West, wie im Fall von …

Religiöse Interaktion, globale

(7,663 words)

Author(s): Rüther, Kirsten
1. Deskriptive Kategorie 1.1. Grundlagen Die R. I. ist für die Epoche der Nz. nicht weltumfassend oder mit konkreten globalen Vergleichen darstellbar. Vielmehr basiert diese deskriptive Kategorie auf einem empiriegestützten Blick; sie ermöglicht es, relig. Aspekte von Austauschprozessen, Wechselwirkungen und machtgeleiteten Verschiebungen im Kontext der globalen Interaktion multiperspektivisch und aufeinander bezogen zu erfassen und zu problematisieren. Dementsprechend gelten hier nzl. …

Religiöse Reformbewegungen

(5,332 words)

Author(s): Schneider, Hans | Reichmuth, Stefan
1. Christentum 1.1. Allgemeines Als R. werden in der Geschichte des Christentums diejenigen relig. Bewegungen (Soziale Bewegungen, religiöse) bezeichnet, die eine reinigende Änderung der Zustände oder verbessernde Neuordnung in der Kirche oder…

Religiöser Pluralismus

(871 words)

Author(s): Gladigow, Burkhard
Mit dem Begriff eines R. P. wird i. Allg. eine Situation charakterisiert, bei der innerhalb eines territorial und histor. bestimmten kulturellen Kontextes unterschiedliche Religionen ›nebeneinander‹ existieren. Das bloße Faktum einer Mehrzahl (Pluralität [2]) von Religionen (= Rel.) wird im Blick auf die Nz. gern in das Postulat einer positiven Koexistenz [6] umgedeutet und in eine globalisierende Perspektive eingefügt. Ein konfliktarmes Nebeneinander setzt zunächst vonseiten des Staates eine ›Deregulierung des relig. Marktes‹ voraus und vons…

Religiöses Epos

(1,574 words)

Author(s): Czapla, Ralf Georg
1. Definition Als relig. Epik werden alle dem genus mixtum (›gemischte Gattung/Stilebene‹) zugehörigen Dichtungen größeren Textumfangs bezeichnet, in denen sich ›erlebnishafte Begegnung mit dem Heiligen und antwortendes Handeln des vom Heiligen bestimmten Menschen‹ artikulieren [11. 18 f.]. In programmatischer Abgrenzung von der seit der Spätantike als frivol und lügenhaft inkriminierten mythologischen Epik suchte sie den Leser zu erbauen (Erbauungsliteratur), im Glauben zu stärken und moralisch zu unterweisen [3]; [4]. Die relig. Epik des christl.-abendländisch…

Renaissance

(18,325 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Scattola, Merio | Pfisterer, Ulrich | Satzinger, Georg | Wiedner, Saskia | Et al.
1. Begriff 1.1. Renaissance als Wiedergeburt der Antike R. bzw. rinascità oder rinascimento (ital.; »Wiedergeburt«) entwickelte sich seit dem 15. Jh. zu einem Sammelbegriff für die Antikerezeption des Humanismus. Das lat. Verb ( renasci; »wiedergeboren werden«) begegnet schon 1430 im Hinblick auf die Rhetorik bei dem franz. Petrarca-Schüler Nicolas de Clamanges. Das ital. rinascere folgt um 1450 für die Bildhauerkunst bei Lorenzo Ghiberti (s. u. 9.2.) und 1460/64 für die Architektur bei Antonio Filarete (s. u. 10.2.). In einer dt. Version ( widererwaxsung) findet sich das S…

Rente

(12 words)

s. Kapitalmarkt | Pension

Rente

(1,009 words)

Author(s): Denzel, Markus A. | Holzhey, Alexandra
1. Grundlagen Vor dem Aufkommen der Sozialversicherung in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s (vgl. Altersversorgung; Pension) bezeichnete die R. die in festen Zeitabständen wiederkehrende Zahlung, die der Empfänger aufgrund der Überlassung eines bestimmten Kapitals (Hauptsumme), jedoch nicht des Bodens (Boden-R.; Feudal-R.) an einen Dritten erhielt. Sie entsprach dabei in gewissem Sinne einer Verzinsung des Kapitals (diente aber nicht zur Tilgung einer Verschuldung) und stellte somit ein zentrales Instrument zur Umgehung des Wucher-Verbots dar (vgl. auch Zins). Man untersc…

Rentenrechte

(10 words)

s. Immobiliarrechte

Renversement des Alliances

(879 words)

Author(s): Externbrink, Sven
Mit R. D. A. bezeichnet man die fundamentale »Umgestaltung« der Bündnis-Systeme innerhalb des europ. Staatensystems im Frühjahr 1756. Der Antagonismus zwischen dem Haus Habsburg und Frankreich, der seit dem späten 15. Jh. die internationalen Beziehungen geprägt hatte, wurde beendet und durch eine am 1. 5. 1756 geschlossene Allianz der beiden Mächte ersetzt, die bis zum Ausbruch der Revolutionskriege 1792 halten sollte (Französische Revolution). Der Begriff R. D. A. wurde durch eine gleichnamige Studie 1896 geprägt [10]; die Zeitgenossen sprachen von einer »diplom…

Reparatur

(1,375 words)

Author(s): Reith, Reinhold | Stöger, Georg
1. Allgemein R. bzw. Reparieren wird seit dem 18. Jh. in Enzyklopädien als alltägliches Phänomen erwähnt; es finden sich verschiedene Synonyme wie »ausbessern«, »renovieren«, »abputzen«, »überarbeiten«, »übermachen«, »erneuern«, »in stand setzen« bzw. »halten« oder »flicken«. Zu Beginn des 20. Jh.s wies der Nationalökonom Karl Bücher in seiner Studie über die Berufe der Stadt Frankfurt am Main schon für das MA auf die Relevanz des R.-Gewerbes und der »Umarbeitung alter Sachen« hin [3. 18]; die wirtschafts- und sozialhistor. sowie die technikhistor. Forschung konzent…

Repertorium, juristisches

(13 words)

s. Rechtsliteratur

Repräsentation

(6,790 words)

Author(s): Carl, Horst | Stollberg-Rilinger, Barbara | Hufeld, Ulrich
1. Allgemein 1.1. Begriff In seinem ursprünglichen Begriffsgehalt umfasst das Bedeutungsfeld des lat. Begriffs repraesentare bzw. repraesentatio Modi der Vergegenwärtigung – sei es als »vorstellen«, als »darstellen« oder als »in Erscheinung treten«. In letzterem Sinne wurde im MA etwa die kultische Präsenz der Heilstat Christi in der Feier der Liturgie verstanden [4]; [7. 509 f.]. Die Bedeutung von repraesentare im Sinne von »an die Stelle von etwas treten« dominierte schließlich die weitere Begriffsgeschichte in SpätMA und Früher Nz. zunehmend, da si…

Reproduktionsgraphik

(2,158 words)

Author(s): Appuhn-Radtke, Sibylle
1. Definition Als R. wird seit dem 19. Jh. ein Funktionsgebiet der Druckgraphik bezeichnet, das stets referentiell ist: R. bildet Kunstwerke aus Malerei, Skulptur oder Kunsthandwerk ab. Die Wiedergabe wird jedoch durch verschiedene Parameter modifiziert: durch die stilistische und technische Prägung des Graphikers ebenso wie durch die gegenüber dem reproduzierten Original meist veränderten Techniken, Formate und Bildträger. R. ist daher selten eine bloße Kopie des Originals, die mit diesem zu verwechseln wäre; allenfalls bei Plagiaten wurde auf Irreführu…

Republikanismus

(2,501 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. Begriff und Grundlagen Der polit. Begriff R. entstand im ausgehenden 17. Jh. in England »als Schlagwort zur Verunglimpfung antimonarchischer, auf Einführung der Republik gerichteter Einstellungen« [9. 57]. In diesem Sinne wurde er zunächst auch im Frankreich des 18. Jh.s gebraucht, bis er im Umfeld der Nordamerikanischen Revolution und der Französischen Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s positive Bedeutung annahm. Heute wird er als Sammelbezeichnung für alle Ideen und Bestrebungen eingesetzt, die auf der Basis von…

Republiken

(3,167 words)

Author(s): Friedeburg, Robert von
1. Begriff Mit dem Begriff R. (lat. res publica, »öffentliche Sache«; franz. république) wurde in der Nz. zunächst jede Herrschafts-Ordnung als korporative Rechtsperson (lat. universitas, »Gesamtheit«) mit Gerichtsbarkeit ( iurisdictio) und regelmäßigen eigenen Einnahmen ( fiscus) bezeichnet, also auch Monarchien ( Jean Bodin, Les six livres de la république, 1576). Darüber hinaus unterschied die polit. Reflexion wenigstens seit etwa 1300 ( Ptolemaeus von Lucca) jedoch zwischen der »königlichen Gewalt« ( dominium regale) der fürstlichen Einherrschaft und der »polit…

Requerimiento

(1,195 words)

Author(s): König, Hans-Joachim
1. Definition und Hintergrund Der R. (span.; »Aufforderung«, »Mahnung«) war ein vom span. Kronjuristen Juan López de Palacios Rubios 1513 verfasstes Dokument zur Rechtslage der span. Herrschaft in Amerika. Die gewaltsame Konquista der neu entdeckten Gebiete in der Neuen Welt durch die span. Eroberer sowie das brutale Verhalten der ersten Kolonisten gegenüber der eingeborenen Bevölkerung (den sog. Indios) einerseits und der span. Zivilisierungs-Anspruch andererseits ließen v. a. Juristen, Missionare und die span. Krone über die rec…

Requiem

(826 words)

Author(s): Rode-Breymann, Susanne
1. Begriff Das R., dessen Name vom Anfangswort des lat. Introitus (Einzugstexts) » Requiem aeternam dona eis« (»Die ewige Ruhe gib ihnen«) abgeleitet ist, ist die kath. Totenmesse (lat. missa pro defunctis). Sie umfasst seit der liturgischen Reform des Trienter Konzils (1545–1563) neun musikal. Teile: IntroitusRequiem aeternam«); Kyrie; GradualeRequiem aeternam«); TractusAbsolve, Domine«); SequenzDies irae, dies illa«); OffertoriumDomine Jesu Christe«); Sanctus; Agnus DeiDona eis requiem«); CommunioLux aeterna luceat eis«). In dieser Form schrieb …

Requisition

(709 words)

Author(s): Meumann, Markus
1. Begriff Die Bezeichnung R. (von lat. requirere, »aufsuchen«, »untersuchen«, »verlangen«) begegnet im nzl. Sprachgebrauch im Wesentlichen in zwei Kontexten: (1) In der frühnzl. Rechtssprache bedeutet R. ganz allgemein Untersuchung oder Nachforschung; spezieller kann auch eine Haussuchung sowie die Anforderung eines Notars gemeint sein. Im 19. Jh. wird darunter v. a. das Ersuchen einer Behörde um Rechtshilfe durch ein besonderes Schreiben (R.-Schreiben, Hilfsschreiben, Requisitorial) verstanden. (2) Im militärischen bzw. völkerrechtlichen Kontext meint R. die Bes…

Reservat

(778 words)

Author(s): Rinke, Stefan
Ein R. ist ein autochthonen Bevölkerungsgruppen zur Siedlung vorbehaltenes Gebiet. R. sind ein Resultat der nzl. europ. Eroberungen und Expansionen außerhalb der Alten Welt. Der Kontakt zwischen Europäern und Indianern in der Neuen Welt gestaltete sich von Beginn an konfliktreich und führte zu einer Dezimierung der indigenen Bevölkerung, die in einer demographischen Katastrophe gipfelte. Dies war aus Sicht der Europäer im Sinne des päpstlichen Missions-Auftrags problematisch, der ein Motiv für die europ. Eroberung war und sie legitimierte. Die Ordensgeistl…

Reservatrechte

(12 words)

s. Kaiser | Majestätsrechte

Residenz

(717 words)

Author(s): Hengerer, Mark
Seit dem SpätMA kam es zur Häufung verschiedener administrativer und repräsentativer Mittelpunktsfunktionen an einzelnen Orten. Ein solcher Herrschaftssitz konnte eine Burg oder ein Schloss sein. Da er häufig in bzw. in großer Nähe zu einer Stadt lag, bezeichnete man auch die Stadt selbst als R. oder (genauer) als Residenzstadt. Idealtypisch wird dem MA die Reiseherrschaft zugeordnet, der Nz. die R.-Herrschaft. Die ma. Begriffe für die ideellen Herrschaftsmittelpunkte (lat. caput, »Hauptort/Hauptstadt« und sedes, »Sitz«) haben mit dem dauernden Aufenthalt eines Her…

Residenzstadt

(780 words)

Author(s): Keller, Katrin
Die R. als Stadt mit dem Sitz eines regierenden Fürsten entstand, als sich seit dem 15. Jh. der Übergang von der ma. Reiseherrschaft zur zunächst auf einige, später auf einen zentralen Ort fixierten fürstlichen Herrschaftsausübung abzeichnete. In vielen Fällen musste der Fürst seine Verfügungsgewalt über die jeweilige Stadt als Residenz erst gewaltsam durchsetzen (z. B. Berlin, Wien, Ende 15./Anfang 16. Jh.), aber auch ein allmählicher Prozess der Unterwerfung ist oft zu beobachten (Dresden, München). Der Landesherr ( Landesherrschaft) sicherte sich dadurch weitgehe…

Reskript

(10 words)

s. Gesetz

Respublica literaria

(13 words)

s. Gelehrtenrepublik

Ressort

(984 words)

Author(s): Babel, Rainer
1. Allgemein Moderne Ministerien als nach dem Fach- bzw. R.-Prinzip organisierte und hierarchisch-bürokratisch strukturierte oberste Regierungs- Behörden setzten sich in der europ. Staatenwelt um die Wende vom 18. zum 19. Jh. durch; sie lösten die Verwaltung durch kollegial strukturierte Rats-Organe oder durch die in England und Frankreich ab dem 16. Jh. als unmittelbar Beauftragte und Gehilfen des Herrschers auftretenden Staatssekretäre ab (vgl. Sekretär). Die Zuständigkeiten dieser älteren Institutionen waren noch nirgendwo nach rein sachlichen Pr…

Ressourcennutzung

(4,578 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriff Der Begriff Ressource (= Ress.) kann auf alle Produktionsfaktoren angewendet werden, doch die moderne Ress.-Ökonomie definiert die (natürliche) Ress. als ein Gut, das von der Umwelt bereitgestellt wird. Die Technologie des 18. Jh.s bezeichnete diese Ress. als materia technologica. Dies waren die Stoffe, die den drei Naturreichen entnommen bzw. die durch die Urproduktion (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd, Fischerei, Montanwesen) gewonnen und in Gewerbe oder Haushalt weiterverarbeitet wurden. Die hohen Kosten der Ress. bzw. Rohstoffe resultierten aus …

Restaurant

(10 words)

s. Gasthaus

Restauration

(3,194 words)

Author(s): Gersmann, Gudrun
1. Begriff Der polit. Begriff der R. (von lat. restaurare, »wiederherstellen«, »wieder beginnen«) steht für die Wiederherstellung einer vorübergehend durch Gewalt unterbrochenen legitimen Herrschaft. In der engl. Geschichte wurde er als Bezeichnung für die Zeit der Stuart-Herrschaft 1660–1688 nach der Englischen Revolution und Oliver Cromwells Commonwealth verwendet ( Restoration of the Stuarts). Analog dazu wurde er dann 1814 in Frankreich auf die Wiedereinsetzung der Bourbonen-Dynastie und ihre Maßnahmen zur Wiederherstellung vorrevolutionärer Zustände ü…

Retraktrechte

(10 words)

s. Privatrecht

Reue [Hinzugefügt 2017]

(2,903 words)

Author(s): Gunda Werner
1. Theologiegeschichtliche Einordnung Die R. wird als ein Aspekt der Kirchenbuße verstanden, der die Erfahrung von Schuld sowohl reflexiv benennt als auch mit Elementen der relig. Praxis, z.B. der tätigen R., verbindet. Theologisch wird der Begriff R. sowohl für ein menschliches Empfinden als auch für Gottes Handeln verwendet [13. 99]. Im AT überwiegt die Verwendung des Begriffs für Gott (über 30 Mal). Zu unterscheiden ist hier einerseits Gottes R. über eine ausgeführte Tat (z.B. Gen 6,5–7: Ankündigung der Sintflut, Gott bereut die Schöpfung i…
Date: 2017-01-01

Reuestreit [Hinzugefügt 2017]

(2,155 words)

Author(s): Gunda Werner
1. Begriff, Voraussetzungen und Rahmenbedingungen Nach dem Trienter Konzil (1545–1563) entzündete sich unter kath. Theologen am vierten Kapitel des Bußdekrets [2. Nr. 1677] ein lange andauernder Streit um die Reue. Das Kapitel 4 und der zugehörige Canon 5 [2. Nr. 1705] wurden in Abgrenzung zur Kritik der Reformatoren am kath. Reueverständnis geschrieben. Weil Martin Luther die attritio oder sog. Furchtreue (»Galgen-Reue« [3. 99]; vgl. ferner [4. 355]) verwarf, wollte das Konzil von Trient dieser Ablehnung nicht folgen, sondern dogmatisie…
Date: 2017-01-01

Reunionen

(11 words)

s. Unionen, kirchliche

Revision

(10 words)

s. Rechtsmittel

Revolte

(2,343 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. Begriff Als Begriff der Quellen wie der Forschung deckt R. ein breites, nicht genau definiertes Spektrum von Widerstand gegen unterschiedliche Formen und Typen von Herrschaftsausübung ab. Die Grenzen zu Protest, Unruhe ( Bürgerunruhen, Lebensmittelunruhen; Hungerkrisen und -revolten, Aufstände oder gar Revolution und Krieg ( Bauernkrieg) waren fließend. In der Nz. gab es eine Vielfalt von Bezeichnungen für unbotmäßiges Verhalten der einer Herrschaft unterworfenen Untertanen (lat. subiecti, franz. sujets, engl. subjects): Nebeneinander finden sich »Aufruhr«, »Empö…

Revolution

(8,038 words)

Author(s): Reichardt, Rolf
1. Einleitung Auf die Frage »Was ist eine R.?« schrieb ein franz. Aristokratenkatechismus 1791 die Antwort vor: »der Aufstand der Habenichtse gegen die Besitzenden, die Rebellion der Untertanen gegen den König« [1. 11]. Nein, erwiderte ein republikanischer Katechismus: »Es ist der Aufstand eines Volkes gegen seine Tyrannen; es ist der heftige Übergang von dem Stand der Sklaverei zu dem Stande der Freiheit« unter der Voraussetzung, dass diese R. »die Gleichheit zur Grundlage und zum Mittel die Tugend« habe [2. 15]. Wie diese Beispiele zeigen, war die zeitgenössische Debatte …

Revolution 1848/49

(2,938 words)

Author(s): Langewiesche, Dieter
Da sie im März ausbrach, wird die dt. R. von 1848 auch »Märzrevolution« genannt. Diese Bezeichnung ist jedoch ungenau, denn die revolutionären Bestrebungen und Ereignisse im dt. Sprachraum dauerten vielerorts bis 1849. 1. Zwei Revolutionen: Ziele, Akteure, Handlungsmuster Verfassungs-Staat – Nationalstaat – Gesellschaftsreform: Vor diesen Aufgaben stand die dt. Revolution 1848/49. Es ging um institutionelle Modernisierung. Nur diese Linie wird erinnert, wenn diese Revolution von der Gegenwart für Demokratietraditionen in Anspruch genommen wird. Doch neben der …

Revolutionsarchitektur

(1,034 words)

Author(s): Lieb, Stefanie
1. Begriff Unter R. versteht man heute i. Allg. alle Architekturzeichnungen, -entwürfe und realisierte Bauten, die in der Zeitphase der Französischen Revolution (1789) entstanden und im Unterschied zu der reinen klassizistischen Formensprache des 18. Jh.s durch ihre Radikalität in Dekorarmut, stereometrischen Volumina und monumentalen Dimensionen gekennzeichnet sind. Die wenigen tatsächlich gebauten Beispiele von R. sind bes. in Frankreich anzutreffen. Der Kunsthistoriker Emil Kaufmann prägte 1933 den missverständlichen und spezifisch dt. Begriff R. (…

Revolutionskalender

(1,147 words)

Author(s): Koller, Edith
1. Revolutionäre Zeitordnung Der polit. und gesellschaftliche Umbruch durch die Französische Revolution wurde rasch auch durch offiziell veränderte chronologische Bezugnahmen zum Ausdruck gebracht. Seit dem Sturm auf die Bastille (15. 7. 1789) zählte man in Jahren der Freiheit, ab der Abschaffung der Monarchie (22. 9. 1792) in Jahren der franz. Republik, zunächst auf Basis des Gregorianischen Kalenders, mit Jahresbeginn am 1. Januar (das Jahr I der Freiheit dauerte somit weniger als ein halbes Jahr). Im Zuge der von aufklärerischen Ideen getragenen Umstellung all…

Revolutionskriege

(11 words)

s. Napoleonische Kriege

Revolutionsliteratur

(2,184 words)

Author(s): Lüsebrink, Hans-Jürgen
1. Charakteristika Das »Zeitalter der Revolutionen« [8]; [7. 22 f.] zwischen den 1770er Jahren und der Revolution 1848/49 hat im Bereich der Literaturproduktion und -rezeption tiefe Spuren hinterlassen, auch wenn diese von der Literaturgeschichte i. Allg. noch nicht hinreichend berücksichtigt worden sind. Unter R. kann in einem weiten Sinn alle Literatur gefasst werden, die im Kontext revolutionärer Bewegungen entstand und hinsichtlich ihrer Produktion, Ästhetik und Rezeption von ihnen geprägt wurde. Die Französische Revolution (1789) mit ihren unmittelbaren Au…

Revolutionsmusik

(866 words)

Author(s): Siegert, Christine
1. Allgemeines Mit dem Begriff R. wird allgemein Musik bezeichnet, die im funktionalen Zusammenhang mit revolutionären Geschehnissen steht (Revolution); im engeren Sinne bezieht er sich auf die Musik der Französischen Revolution (1789). Diese ist zu Recht als »Medienrevolution« charakterisiert worden [6. 99]. Nachdem bereits die Reformation die Bedeutung der Musik für Propaganda-Zwecke erkannt und genutzt hatte, war die Franz. Revolution das erste polit. Ereignis, das die Musik umfassend in Dienst nahm und zu einem Massenphänomen erhob…

Rezension

(986 words)

Author(s): Gierl, Martin
1. Grundlagen Wissens-Produktion und -verwaltung entwickelten sich in der Nz. zur zunehmend systematisch publizierenden Gelehrtenrepublik des 17./18. Jh.s und dann zur fachfokussierten modernen Wissenschaft. Ein wesentlicher Träger des universell verfügbaren, detailliert geordneten und permanent ergänzten Wissens war das R.-Wesen. Die nzl. Gelehrsamkeit organisierte sich wie andere überörtliche Sozialverbände über systematisierten Informationsfluss – über Berichte zum Geschehen vor Ort für die Mitglieder außerhalb und zu äußeren Ere…

Rezeption des römisch-kanonischen Rechts

(4,564 words)

Author(s): Schlinker, Steffen
1. Begriff und Gegenstand Der Begriff der Rezeption (= Rz.) bezeichnet die freiwillige »Übernahme fremder Kulturgüter oder einzelner Kulturelemente«, die gezielt und zeitlich begrenzt, aber auch in einem lange anhaltenden und nicht geplanten sozialen Prozess ablaufen kann [19. 116]; [25. 125–133]. Letzteres trifft für die Rz. des röm.-kan. Rechts zu, die sich als eingesamteurop. Ereignis über einen Zeitraum vom 12. bis in das 19. Jh. erstreckte (Antikerezeption). Das röm.-kan. Recht (= R.) wurde in MA und Nz. als das gemeineurop. R. (lat. ius commune) in Süd-, Mittel- und Wes…
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