Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Reichsitalien

(801 words)

Author(s): Schnettger, Matthias
Als R. bezeichnet man die Reste des ursprünglich langobardischen regnum Italiae, das seit Otto I. im 10. Jh. mit dem dt. Königtum in Personalunion verbunden war und einen Teil des ma. Heiligen Röm. Reichs bildete. Auch ohne Krönung mit der Eisernen Krone der Langobarden (letztmals Karl V. 1530) und ohne den Titel eines ital. Königs zu führen, nahmen die Kaiser der Nz. die Lehns- und sonstigen Reichsrechte über Ober- und Mittelitalien wahr ( Lehnswesen). Freilich waren diese bisweilen umstritten, wie im Fall von Florenz oder dem des Herzogtums Parma und Piacenza, über das konkurri…

Reichskammergericht

(2,234 words)

Author(s): Ortlieb, Eva
1. Definition und Geschichte Das R. war neben dem Reichshofrat eines der beiden Höchst-Gerichte des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation der Nz. Das R. gilt – zusammen mit dem sog. Ewigen Landfrieden – als wichtigstes und dauerhaftes Ergebnis der sog. Reichsreform an der Wende vom 15. zum 16. Jh. Auf dem Reichstag zu Worms 1495 einigten sich König Maximilian I. und die Reichsstände nach längeren Diskussionen darauf, ein ständiges Reichsgericht einzusetzen, das von Reichsoberhaupt und Ständen gemeinsam besetzt sowie finanziert werden und seinen Sitz…

Reichskirche

(10 words)

s. Staatskirche

Reichskreise

(884 words)

Author(s): Mally, Anton Karl
1. Einteilung Die Kreisverfassung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die am Beginn der Nz. begründet wurde, war in anderer Form schon im SpätMA geplant worden. Der Gedanke, die dt. Landesherrschaften zu regionalen Gruppen zusammenzufassen, fand seinen ersten nachweislichen Ausdruck auf dem Nürnberger Reichstag von 1383. Damals wurde die Handhabung des Landfriedens vier landschaftlichen ›Zirkeln‹ bzw. fürstlichen ›Parteien‹ anvertraut, die sich durch ihre äußere Umgrenzung über das regnum Teutonicum und das mit diesem lose verbundene Königreich Böhmen ers…

Reichskriegsverfassung

(1,040 words)

Author(s): Pelizaeus, Ludolf
1. Entwicklung Die R. der Nz. ist ein Beispiel für die Verlagerung des Wehrwesens vom Reich auf die Territorien. Diese Entwicklung verlief entgegengesetzt zu jener in den meisten westeurop. Ländern, wo die Gesamtmonarchie sich das Gewalt-Monopol im militärischen Bereich zu sichern vermochte (Militär; Landfriede). War die R. zunächst vornehmlich als Mittel gegen Friedensstörer im Inneren gedacht, entwickelte sie sich durch die Reichsdefensionalordnung von 1681 zu einer reinen Verteidigungsordnung, die allerdings immer mehr hinter …

Reichsmünzordnung

(996 words)

Author(s): Schneider, Konrad
1. Allgemein Als R. werden die auf den Reichstagen in Esslingen (1524) und Augsburg (1551 und 1559) verabschiedeten Regelungen zur Vereinheitlichung des Münzwesens des Alten Reiches verstanden. Eine solche Vereinheitlichung war notwendig geworden, weil die willkürlichen Veränderungen des Münzfußes, d. h. der Zahl der aus einer Gewichtseinheit Metall zu schlagenden Münzen, durch die Münzherren einzelner Territorien Handel und Gewerbe wirtschaftlich schädigten. R. waren Teil der Reichsreform des 16. Jh.s. Das Münzwesen des Alten Reiches war im 14. und 15. Jh. von m…

Reichspost

(810 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Obwohl das mitteleurop. Post-Wesen keine Institution des Alten Reiches war, wurde es doch von Anfang an als kaiserlich empfunden. Ursache dafür war, dass der dt. König Maximilian I. (ab 1508 Kaiser) noch zu Lebzeiten seines Vaters, Friedrichs III., 1490 die lombardische Postbetreiberfamilie der Tassis/Taxis nach Innsbruck holte. Als die Post im frühen 16. Jh. zu einer öffentlichen Einrichtung wurde, erfolgte die Finanzierung bereits über Maximilians Sohn, Herzog Philipp den Schönen von Burgund. Die Zentrale des kaiserlichen Postwesens befand sich seit 1501 in Brüssel. Daran…

Reichspublizistik

(926 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der Forschungsbegriff R. ist die dt. Form der um 1600 eingeführten lat. Kategorie Ius publicum Imperii, mit der das Fach des Öffentlichen Rechts des Heiligen Römisches Reiches Deutscher Nation bezeichnet wurde; ferner wird er heute zur Kennzeichnung aller zeitgenössischen Schriften eingesetzt, die sich mit dessen Verfassung und Politik beschäftigen. Die Entstehung der wiss. Reflexion über das Recht des Reiches gegenüber anderen Rechten, über die Rechte der Inhaber von Reichsämtern und über die Rechtsbeziehungen der Reichsinstitutionen untereinander…

Reichsritter

(896 words)

Author(s): Pelizaeus, Ludolf
1. Historische Entwicklung Zur R.schaft (lat. nobilitas libera et immediata imperii) zählten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation Angehörige des niederen Adels, die ein Gut von festgesetzter Mindestgröße und v. a. Reichsunmittelbarkeit besaßen. Die Vorformen der R.schaft reichen ins späte MA zurück und hatten ihre regionalen Schwerpunkte am Rhein, in Franken und Schwaben sowie in den im MA königsnahen Landschaften. Schon im 15. Jh. bildete diese Adelsgruppe Einungen (Genossenschaften). Bei diesem Prozess spalteten sich die Grafen als s…

Reichsschluss

(10 words)

s. Reichsgesetzgebung

Reichsstadt

(1,177 words)

Author(s): Brandt, Robert
1. Begriff R. werden alle Städte im Alten Reich genannt, die unmittelbar dem König bzw. Kaiser sowie dem Reich unterstanden und Sitz und Stimme am Reichstag (Reichsstandschaft) besaßen. Da die R. keinem Landesherrn untertan waren, sondern allein den Kaiser als Stadtherrn über sich hatten ( Reichsunmittelbarkeit), und da sie seit dem SpätMA auf den Hof- und Reichstagen vertreten waren, wo sie schließlich seit der Wende vom 15. zum 16. Jh. eine eigene Kurie bildeten, zählten sie zu den Reichsständen. Reichsunmittelbarkeit und Reichsstandschaft bezogen sich auf die Stadt a…

Reichsstände, Reichsstandschaft

(15 words)

s. Reichstag | Ständeversammlung

Reichstag

(1,527 words)

Author(s): Liebmann, Edgar
1. Wesen und Aufbau R. bezeichnete im nzl. Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation die Versammlung der Reichsstände. Er war keinesfalls ein Parlament im modernen Sinn, sondern entsprechend der zeitgenössischen Formel ›Kaiser und Reich‹ neben und zusammen mit dem Kaiser wichtigstes Verfassungs-Organ des Reiches; in ihm bildete sich die komplexe ständische Verfassungsstruktur ab. Der R. setzte sich aus der kurfürstlichen, der reichsfürstlichen und der reichsstädtischen Kurie zusammen (vgl. Abb. 1). Entsprechend ihrer Stellung in der Reichshierarchie spielten die Kurfü…

Reichstaler

(10 words)

s. Taler

Reichsunmittelbarkeit

(667 words)

Author(s): Pelizaeus, Ludolf
R. besaßen die nicht einer Landesherrschaft unterstellten natürlichen oder juristischen Personen und Korporationen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Dieser im europ. Zusammenhang einzigartige Rechtsstatus (reichsimmediat bzw. reichsfrei) äußerte sich in der unmittelbaren (immediaten) Unterstellung unter Kaiser und Reich, im Gegensatz zur Landeszugehörigkeit. Zwar hatten in Spanien die Inhaber einer señorío (›Herrschaft‹) umfangreiche Rechte gegenüber der Krone, und auf Adelsgütern in Frankreich und Großbritannien konnten die Grundherren Sonder…

Reichsverfassung

(2,272 words)

Author(s): Buschmann, Arno
1. Begriff Unter der R. des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ist in der Nz. dessen polit. und rechtliche Gesamtordnung zu verstehen, wie sie sich aus dessen Geschichte entwickelt und seit dem SpätMA reichsrechtlich verfestigt hatte. Die Zeitgenossen, namentlich die Vertreter der Reichspublizistik, sprachen statt von R. allerdings von (lat.) status bzw. status imperii, ›Staats-Verfassung‹ (›des Teutschen Reiches‹). Erst die Historiographie des 19. Jh.s bediente sich zunehmend des Ausdruckes ›R.‹, der seither zu einem gebräuchlichen Termi…

Reichsvikariat

(10 words)

s. Sedisvakanz

Reichtum

(2,883 words)

Author(s): Ago, Renata | Honsel, Konrad
1. Definition Das Nachdenken über das Wesen und die moralische wie polit. Berechtigung des R. ist sehr alt. Die bis ins MA und in die Frühe Nz. einflussreichste Analyse und Kategorisierung stammt aus Aristoteles’ Politik (Kapitel 1, 1256–1257), wo zwei Formen des R. unterschieden werden: Die eine dient dazu, die natürlichen menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen und ist durch deren Natur selbst begrenzt; die andere geht nicht aus den Bedürfnissen der Menschen hervor, sondern aus ihren (grenzenlosen) Begehrlichkeiten. Typ 1 ents…

Reinheit

(976 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Allgemein Der Begriff R. wird universell verwendet, doch ist sein semantisches Feld kulturspezifisch gebunden. Je nach Kontext bezeichnet das Wort unterschiedliche Formen der R. Im Wortsinn bedeutet es Sauberkeit, etwa der Kleidung oder von Objekten. Im Kontext moderner Hygiene-Vorstellungen, die verstärkt im 19. Jh. aufkamen (vgl. Baden), meint R. bes. Keimfreiheit. Im übertragenen Sinn spielt der Begriff als rituelle oder spirituelle R. in den meisten Religionen eine bedeutende Rolle, weshalb vor relig. Handlungen häufig Purifikationsrituale vorgeschrie…

Reinkarnation

(10 words)

s. Seelenwanderung

Reis

(2,415 words)

Author(s): Häberlein, Mark | Sanz Lafuente, Gloria
1. Weltwirtschaft 1.1. Asien bis 1800 Im gesamten subtropischen und tropischen asiat. Raum wird R. seit Jahrtausenden produziert; er hatte auch in der Nz. als Grundnahrungsmittel enorme Bedeutung. Als Grundformen der Produktion sind der Anbau in natürlich überfluteten bzw. überstauten Küsten- und Flussniederungen ( Sumpf- bzw. Wasser-R.), der Terrassenfeldbau mit künstlicher Bewässerung sowie der Anbau anspruchsloserer Sorten in Höhenlagen (Berg-R., Trocken-R.) zu unterscheiden. Aufgrund der Tatsache, dass Süd- und Ostasien klimatisch b…

Reise

(10,428 words)

Author(s): Beyrer, Klaus | König, Hans-Joachim | Eggert, Marion | Mathias, Regine | Dharampal-Frick, Gita | Et al.
1. Europa 1.1. Begriff und Forschung Das Wort R. (von ahdt. reisa, mhdt. reise, ›sich in Bewegung Setzen, Aufbrechen, von einem Ort Weggehen‹, auch unter Zwang) entsprach bis in die Frühe Nz. hauptsächlich dem ›Aufbruch zum Kriege‹ oder meinte den Kriegszug selbst. Seit dem 16. Jh. verlor der militärische Bedeutungszusammenhang an Gewicht und trat hinter eine allgemeine Verwendung im Sinne von ›Ortswechsel‹ zurück [1. 718–723, 734–739]. Aus jüngerer Zeit stammen Konnotationen im Umfeld von ›Bildung‹ (Bildungsreise) und ›Vergnügen‹ (R.-Lust). In den einschlägigen Forschungs…

Reisebericht, Reisebeschreibung

(15 words)

s. Reise | Reiseliteratur

Reiseführer

(1,021 words)

Author(s): Beyrer, Klaus
1. Allgemein Den R. verbindet eine stoffliche Verwandtschaft mit dem Routenhandbuch und dem Itinerar, aber auch mit dem Stadtführer. Anders als die nüchterne Wegskizze älterer Routenverzeichnisse legen R. den Schwerpunkt auf die Beschreibung unterwegs anzutreffender Orte und ihrer Sehenswürdigkeiten. Die um Itinerarien erweiterten Städtebücher entwickelten sich seit dem späten 16. Jh. zu praktischen Reisehilfsmitteln. 2. Das 17. und 18. Jahrhundert Für die Kombination aus Weg- und Stadtbeschreibung steht als einer der ersten dt. schreibenden Autoren der Ulmer Lehrer Mar…

Reisehilfsmittel

(1,983 words)

Author(s): Beyrer, Klaus
1. Allgemein Zur angemessenen Ausstattung ihrer Grand Tour (Kavalierstour) zählten die erfahrenen Bildungsreisenden eine Reihe von nützlichen Dingen und Bequemlichkeiten (Bildungsreise). Instrumente, Karten und Handbücher erleichterten die Orientierung unterwegs. Reisebeschreibungen erfreuten sich bei der Vorbereitung als Ratgeber besonderer Beliebtheit (Reiseliteratur; Reiseführer). Im 16. Jh. erlebten Reiseanleitungen (Apodemik) und Itinerarien eine Blütezeit. Pilger und Kaufleute profitierten als Erste von den Reisewerken. Zu weiteren Zielgru…

Reisekunst

(10 words)

s. Apodemik

Reiseliteratur

(2,979 words)

Author(s): Brenner, Peter J.
1. Gattungskonstitution Das Beschreiben von Reisen gehört zu den Urszenarien der abendländischen Literatur: Die großen frühen Epen – das babylonische Gilgamesch-Epos, die griech. Odyssee, die lat. Aeneis – folgen dem Muster des Reiseberichts (= Rb.). In der lit. Entwicklung des MA gewann das Motiv der Reise europaweit an Bedeutung [6]. Vom späten MA bis zur Mitte des 18. Jh.s blieb der lit. Status von R. jedoch undiskutiert. Neben Rb., denen eindeutig tatsächlich unternommene Reisen zugrunde liegen und die keinen anderen Ehrgeiz haben, als übe…

Reisepass

(1,009 words)

Author(s): Didczuneit, Veit
1. Entwicklung im 15. und 16. Jahrhundert Pass als Lehnwort leitet sich von franz. passeport/ital. passaporto ab; verwandte dt. Bezeichnungen für den R. waren ›pass brieff‹, ›passzettel‹ oder ›passborten‹. Der R. gehörte zu den unverzichtbaren Reisehilfsmitteln der Nz. Diese Identitätsurkunde sollte in Gegenwart der Person ihre Authentizität und rechtmäßige Präsenz belegen. Als neue Form der Bescheinigung einer einzelnen Person lässt sich der R. seit dem 15. Jh. in Europa nachweisen. Während die älteren Geleitbriefe und Empfehl…

Reisläufer

(883 words)

Author(s): Tresp, Uwe
R. waren frei geworbene, zu Fuß kämpfende Söldner. Der Begriff ist vom mhdt. Wort reise als Bezeichnung für einen Kriegszug abgeleitet, dem der Söldner zu- oder nachläuft. Das Wort setzte sich – im Unterschied zu den Landsknechten dt. Herkunft – als Typenbezeichnung für Söldner aus der Schweiz durch; es ist allerdings in zeitgenössischen Quellen relativ selten überliefert, wo die damals gebräuchlicheren Begriffe ›Schweizer‹ oder ›Schweizer (Fuß-) Knecht‹ überwiegen. Spätestens seit Beginn des 14. Jh.s entwickelte sich auf dem Gebiet der heutigen Schweiz eine Tra…

Reiterstandbild

(12 words)

s. Plastik | Standbild

Reitkunst

(2,725 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Überblick In allen Gesellschaften, in denen das Pferd exklusives Transportmittel, unverzichtbare Voraussetzung persönlicher Mobilität, eine wertvolle Waffe auf der Jagd und im Krieg sowie ein teures Prestigeobjekt war, gehörte die Fähigkeit, gut zu reiten, zu den verpflichtenden Grundkenntnissen des Adels ( Standesbildung). Eben weil das Reiten hohem sozialen Status entsprach, hütete man seine Regeln – wie überhaupt das Wissen über Pferde – als herrschaftliche Arcana und vermied es, sie schriftlich festzuhalten [20. 91]. Erst mit dem Beginn der Nz. wurde das Reite…

Rekatholisierung

(2,570 words)

Author(s): Leeb, Rudolf
1. Begriff R. gehört in eine Begriffsreihe mit Gegenreformation (= G.), Katholischer Reform, kath. Konfessionalisierung (= Konf.) und kath. Sozialdisziplinierung, die jeweils unterschiedliche Facetten desselben histor. Phänomens bezeichnen: der Herausbildung der Römisch-Katholischen Kirche nach der Reformation. Der mit R. gemeinte histor. Sachverhalt wird bis heute im allgemeinen Sprachgebrauch als G. bezeichnet (vgl. Katholische Reform 1.). Die kath. Forschung hat trotz eines gewissen Unbehagens bis heute an diesem Begriff…

Reklame

(10 words)

s. Werbung

Rekonfessionalisierung

(13 words)

s. Evangelische Kirchen | Rekatholisierung

Rekrutierung

(743 words)

Author(s): Pröve, Ralf
Der von lat. recrescere (›wieder nachwachsen‹) über franz. recroître abgeleitete Begriff R. umfasst den prozesshaften Vorgang einer Aufstockung militärischer Verbände. Ein Rekrut ist demnach Teil des militärischen Nachwuchses, d. h. ein Soldat in der Ausbildung. Der nzl. R. vorangestellt war die Phase der Auffindung geeigneter Kandidaten, die je nach regionaler Entwicklung, herrschaftlicher Durchdringung, verfassungsrechtlichem Fundament und militärpolit. Vorgaben (Militär) unterschiedliche Modi und Verfahren aufwies: Prinzip der Werbung von Freiwilligen, Pres…

Rektor

(736 words)

Author(s): Wallentin, Stefan
1. Begriff Im MA wurden hohe kaiserliche Beamte, leitende Verwaltungspersonen in den nordital. Stadtstaaten, die obersten Repräsentanten der frühen Universitäten in Italien und Frankreich wie auch die Vorsteher von Lateinschulen und hohe Geistliche als rectores (von lat. regere, ›lenken‹, ›leiten‹) bezeichnet. In der Nz. hielt sich diese Amtsbezeichnung v. a. in den Institutionen der höheren Bildung und in der kirchl. Verwaltung, etwa für die Vorsteher von Nebenkirchen oder geistlichen Orden [5]. 2. Historische Entwicklung Die Wurzeln der bis heute gebräuchlichen Bez…

Relation

(10 words)

s. Zivilprozess

Relief

(1,009 words)

Author(s): Kanz, Roland
1. Definition und Begriffsgeschichte Das R. ist neben der Freiskulptur bzw. Rundplastik eine der beiden Hauptgattungen der Skulptur. Als R. sind Körper oder Formstrukturen einer Darstellung (Figuren, Landschaften, Ornamente) in allen der Skulptur und Plastik zu Verfügung stehenden Materialien zu verstehen, die aus einer planen, gewölbten oder runden Grundfläche hervortreten. Bei materialabnehmender Technik (etwa bei Stein oder Holz) bestimmt das Werkstück, bei aufbauender Technik (modellier- und gießbare Materialien wie Wachs,…

Religionen

(5,647 words)

Author(s): Bergunder, Michael
1. Ausgangslage Die Behandlung des Themas ›Religion‹ (= R.) und ›Religionen‹ (= Rn.) hat zu bedenken, dass sich der heutige Gebrauch des Begriffs grundsätzlich von dem in der Nz. unterscheidet und sich erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jh.s durchgesetzt hat. In der Forschung wird von einer Neukonzeption ›in einer gravierenden Zäsur‹ [28. Bd. 4, 12] oder von einer ›monumentale[n] Transition‹ [33. 58] gesprochen. Über diese geschichtliche Konstellation besteht heute weitgehend Einigkeit. Deshalb wird im Folgenden gefragt, ob – und wenn ja, wie – sich chris…

Religionsbegriff

(887 words)

Author(s): Stuckrad, Kocku von
1. Grundlagen Definitionen von ›Religion‹ (= Rel.), ›Religionen‹ und ›religiös‹ sind alles andere als einfache und unbelastete Gegenstandsbestimmungen. Ob man relig. Traditionen (im Plural) miteinander vergleicht und histor. in Beziehung setzt oder die Rel. als einheitliche bzw. ›wahre‹ Kategorie verwendet, hat viel mit der jeweiligen Funktion der Definition zu tun [7]. Postkoloniale Kritik hat deutlich gemacht, dass die Zuschreibung und Aberkennung sowie die inhaltliche Bestimmung von Rel. einem komplexen Machtdiskurs folgt [2]. Die histor. Rekonstruktion von vers…

Religionsflüchtlinge

(10 words)

s. Glaubensflüchtlinge

Religionsfreiheit

(2,390 words)

Author(s): Whaley, Joachim
1. Problemstellung Die R. ist ein zentraler Wert moderner Gesellschaften, dessen Entstehung und sukzessive Verwirklichung sich über die ganze Nz. erstreckte. Die Unterscheidung zwischen Gewissens- oder Glaubensfreiheit bzw. freier Religionsausübung oder Kultfreiheit wurde mit der Aufklärung wichtig. Die ältere Forschung betonte meist die relig. und philosophische Begründung der R. und die entscheidende Rolle von Intellektuellen, deren Forderungen von R. und Toleranz mit dieser (i. e. der Aufklärung) verwirklicht worden seien. Neuere Ansichten gehen dag…

Religionsfriede

(3,165 words)

Author(s): Brockmann, Thomas
1. Kontext, Definition, Terminologie In den Glaubenskämpfen der Reformations-Zeit erstrebte jede der Religionsparteien letztlich die Wiederherstellung der christl.-abendländischen Glaubenseinheit im Sinne des je eigenen Bekenntnisses. Das Instrumentarium dabei war weitgespannt und umfasste je nachdem Predigt und Publizistik, Lehrverurteilungen, Glaubenszwang und Religionskrieg, Religionsgespräch und Kirchen-Konzil. In vielen Ländern der west-, mittel- und ostmitteleurop. Konfliktzone drang jedoch keine der Religionsp…

Religionsgemeinschaft

(952 words)

Author(s): Pahud de Mortanges, René
1. Allgemein R. ist ein Begriff des dt. Staatskirchenrechts, mit dem seit der Aufklärung im 18. Jh. in neutraler Weise der korporative Zusammenschluss von Anhängern einer relig. Überzeugung bezeichnet wird. Er enthält keine theologische Wertung und ermöglicht es dem Staat, eine Stellungnahme zum Wahrheitsgehalt der jeweils vertretenen relig. Lehre zu vermeiden. Die histor. Ausformung des Begriffs ist mit dem nzl. Säkularisations-Prozess und der Entwicklung hin zu relig. Toleranz und Parität verknüpft. 2. Frühe Neuzeit Das frühnzl. Staatskirchenrecht kannte zunächst ke…

Religionsgeschichte

(974 words)

Author(s): Gladigow, Burkhard
1. Begriff und Entwicklung bis zum 18. Jahrhundert R. dient zur Bezeichnung sowohl der Religionswissenschaft als Disziplin wie auch eines bestimmten methodischen Programms, das im 19. Jh. parallel zu den philologisch-histor. Fächern entwickelt wurde. Die Historisierung von Religion (= Rel.) als vergleichbar mit anderen Kulturbereichen bleibt freilich ein Konfliktfeld in der Geschichte des Fachs: Die Frage › How historical is the history of religions?‹ [11] wird selbst von Vertretern des Fachs, die wie Mircea Eliade für sich in Anspruch nehmen, Rel.-Historike…

Religionsgesellschaft

(10 words)

s. Religionsgemeinschaft

Religionsgespräch

(2,037 words)

Author(s): Vogel, Lothar
1. Voraussetzungen Der Begriff des R. umfasst eine Vielzahl an Kommunikationsformen, die auf biblische und altkirchl. Muster zurückweisen und auf die Überwindung eines relig. Dissenses durch Kommunikation zielen. Als Grundmuster genannt seien die Ermahnung des irrenden Bruders (Mt 18,15–17; Tit 3,10: als Vorstufe des Gemeindeausschlusses), die Präsentation der Glaubenswahrheit gegenüber Nichtgläubigen (Areopagrede des Paulus, Apg 17,22–31) sowie die Praxis der Synode (Apg 15), die der innerkirchl. Entscheidungsfindung …

Religionskriege

(7,261 words)

Author(s): Beiderbeck, Friedrich | Reichmuth, Stefan
1. Christliches Europa 1.1. Begriff In der europ. Geschichte können zwei Varianten von R. unterschieden werden: zum einen Kriege zwischen den unterschiedlichen christl. Glaubensgemeinschaften, zum anderen zwischen der abendländischen Christenheit und der nichtchristl., v. a. der islam. Welt (Türkenkriege). Hier wird der Begriff R. im engeren Sinn auf den frühnzl. innerchristl. Kontext bezogen. Neben R. werden in der Forschung häufig auch Synonyme wie Konfessionskrieg, Glaubenskrieg oder konfessioneller Bürgerkrieg verwendet; sie dienen z. T. dazu, einen Bezu…

Religionskrise

(10 words)

s. Religionswandel

Religionskritik

(2,718 words)

Author(s): Mulsow, Martin
1. Antike und mittelalterliche Grundlagen Die R. der Nz. steht in Kontinuität zu antiken Mustern, spätantiker Christentumskritik und arab. Einflüssen. Im antiken Griechenland äußerte sich R. als Kritik am Anthropomorphismus der homerischen Götter (u. a. Xenophanes, Anaxagoras), als Agnostizismus ( Protagoras), als Kritik an der Projektion von Naturdingen, von denen Menschen abhängig seien, auf Götter ( Prodikos von Keos), als Enttarnung von Religion als menschlicher Erfindung, die durch Götterfurcht vor bösen Taten abschrecken solle ( Kritias) oder als Kritik von Pr…
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