Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Raub

(858 words)

Author(s): Berg, Sebastian
Der Straftatbestand des R. (von lat. rapina) unterlag in der Frühen Nz. aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und juristischer Abgrenzungen einem beständigen Wandel. Ausgehend vom ›Ewigen Landfrieden‹ von 1495, der einzelne vormals anerkannte Methoden zur Eigentumsergreifung ächtete, sah die Constitutio Criminalis Carolina von 1532 in Art. 126 die Strafe des Schwerttodes für Räuber vor ( Todesstrafe). Diese den kontinentaleurop. Raum bis ins 18. Jh. prägende Bestimmung enthielt jedoch keine Tatbestandsbeschreibung; vielmehr stellte sie schli…

Raubdruck

(946 words)

Author(s): Schneider, Ute
Unter R. versteht man unberechtigte, nicht durch Autor oder Verlag autorisierte Nachdrucke (= Ndr.) bereits erschienener Originaldrucke. R. sind durch Wegfall der Autoren-Honorare billiger und wurden oft mit fingiertem oder fehlendem Druckort, manchmal auch mit Textabweichungen publiziert (zu Erkennungsmerkmalen: [8. 267–271]). Der juristische Kampf gegen R. und zugunsten des Urheberrechts wurde im Alten Reich im 18. Jh. und zu Beginn des 19. Jh.s unter dem Stichwort Ndr. geführt. In der Inkunabel- und Frühdruckzeit bis zum 16. Jh. waren Buch-Ndr. in Europa von Druckern…

Räuberbanden

(1,311 words)

Author(s): Schwerhoff, Gerd
1. Begriff Als subkulturelle Vergemeinschaftungen zur gewaltsamen Entwendung fremden Eigentums kann man R. nur in einem sehr technischen Sinn begreifen. Vielmehr stehen sie als Synonym für die organisierte Kriminalität der Nz. schlechthin, deren Mitglieder Diebstahl und Raub, Betrug und Erpressung, Totschlag und Mord zum Lebensunterhalt betrieben ( Eigentumsdelikte; Gewalt). Seit dem späten MA sind R. Projektionsflächen für kollektive Ängste vor dem Verbrechen, aber auch für dessen romantische Verklärung. 2. Historische Forschung Auch die Forschung blieb lange vom …

Raubritter

(10 words)

s. Ritter

Raubtiere

(1,145 words)

Author(s): Schöller, Rainer G.
1. Allgemein Europaweit umfasste der Katalog der R. – in Krünitz' Enzyklopädie als ein Säugetier definiert, »welches andere Thiere zu seiner von der Natur ihm bestimmten Nahrung braucht« [2. 20] – gemäß staatlichen Abschusslisten und der zeitgenössischen Jagd-Literatur große wie kleine Tiere, darunter Braunbären, Luchse, Wölfe (s. u. 2.), wildernde Hunde, Füchse, Wildkatzen, Fischotter, Dachse, Vielfraße, Iltisse, Marder, Wiesel, Zobel und an den Küsten auch Robben. Greifvögel wie Adler, Geier, Uhus und Falken, zudem Kolkraben als Aasfresser, wurden ebenfal…

Rauchfangkehrer

(10 words)

s. Kaminfeger

Raum

(3,979 words)

Author(s): Beuttler, Ulrich | Pulte, Helmut | Gierl, Martin
1. Theologie und Philosophie 1.1. Frühe Neuzeit Der R. wandelte sich vom 14. bis zum 17. Jh. von einem endlichen und gegliederten zu einem unendlichen, gleichförmigen und rationalen Gebilde. In der platonischen und aristotelischen Kosmologie war die kugelförmige Abgeschlossenheit Ausdruck der Vollkommenheit des Kosmos, doch seit Nikolaus von Kues im 15. und Giordano Bruno im 16. Jh. galt der unbegrenzte bzw. unendliche R. als vollkommenes Abbild bzw. Ausfluss der Unendlichkeit Gottes [11. 117–136]. War der R. in Antike und MA das passive Prinzip des Aufnehmers von F…

Räume und Regionen [Hinzugefügt 2017]

(7,422 words)

Author(s): Susanne Rau | Benjamin Steiner
1. Begriff und Definition 1.1. Allgemeines Räume und Regionen sind heute nicht mehr nur Themen der Philosophie, Theologie und Geographie, sondern längst auch Forschungsgegenstände der Sozial- und Kulturwissenschaften, d.h. auch der Geschichtswissenschaft (Raumforschung, historische 1.1.). Im Rückgriff auf relationale Raumtheorien werden Räume und Regionen nicht länger als gegebene Größen betrachtet, sondern als Produkte sozialer Interaktion, als Resultate von Aushandlungsprozessen und aktiver Gestaltu…
Date: 2017-01-01

Raumforschung, historische [Hinzugefügt 2017]

(11,493 words)

Author(s): Rau, Susanne | Steiner, Benjamin
1. Geographie und Topographie im Zeitalter der europäischen Expansion 1.1. Die zwei Augen der Geschichte: Wissenschaftsgeschichtliche Grundlagen In der Frühen Nz. war es üblich, von der Geschichtsschreibung (lat. historia; Historiographie) als einer Erkenntnisform mit zwei Augen zu sprechen. Trotz anderslautender Vermutungen – der Geograph Jean Nicolas Buache de la Neuville nennt beispielsweise 1772 Cicero als Urheber des Topos', ohne dies mit einer entsprechenden Stellenangabe zu belegen, – war diese Metapher kein antiker Topos [6. VII]. Bei der Vorstellung handelte …

Rauschmittel

(14 words)

s. Alkoholkonsum | Drogenkonsum | Opium

Realeinkommen

(2,177 words)

Author(s): Pfister, Ulrich
1. Begriff Das R. lässt sich auf einer aggregierten Ebene als reales Volkseinkommen pro Kopf (vgl. Wirtschaftswachstum) und auf einer desaggregierten Ebene üblicherweise als reales jährliches Haushaltseinkommen betrachten. Im Unterschied zum Nominaleinkommen wird das R. um Veränderungen des Preis-Niveaus im Zeitverlauf bereinigt (Geldwert; Inflation). Es wird in der Regel durch einen Index abgebildet. Das R. ist eine der wichtigsten Maßzahlen zur Beschreibung der materiellen Wohlfahrt. Das R. umfasst Einkommen aus sämtlichen Quellen, d. h. sowohl aus Arbeit als auch …

Realismus

(813 words)

Author(s): Büttner, Nils
Der mit vielschichtigen Bedeutungsgehalten verbundene Begriff R. bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch Sachlichkeit, einen sachorientierten Wirklichkeitssinn, eine pragmatische, auf unmittelbaren Nutzen gerichtete Einstellung und die Darstellung erfahrungsmäßiger Wirklichkeit in ihrer unmittelbaren Erscheinung. Als philosophischer Terminus seit dem MA in Gebrauch (im scholastischen Diskurs zwischen Realisten und Nominalisten, welche in den Begriffen keine realia, sondern nur Dingbezeichnungen, nomina, sahen) wurde R. in der Nz. auch zur ästhetischen und k…

Reallast

(10 words)

s. Immobiliarrechte

Reallohn

(10 words)

s. Realeinkommen

Realschule

(927 words)

Author(s): Töpfer, Thomas
1. Entstehung R. waren erstmals zu Beginn des 18. Jh.s überwiegend aus privater Initiative eingerichtete Spezial- Schulen – hauptsächlich im Alten Reich –, die eine ökonomisch-praktische Wissensvermittlung in den Mittelpunkt stellten. Ihre Entstehung ist im Zusammenhang mit der seit dem frühen 17. Jh. zunächst in der pädagogischen Theorie und vereinzelt auch in der schulischen Praxis nachweisbaren Betonung neuartiger säkularer Unterrichtsinhalte zu sehen. Diese gingen über den bislang im niederen Schulwesen dominierenden Elementar- und Religionsunterr…

Realteilung

(11 words)

s. Erbpraxis, ländliche

Realunion

(10 words)

s. Personalunion

Rebellion, koloniale

(18 words)

s. Protest | Revolte | Revolution | Widerstand

Rebus

(10 words)

s. Rätsel

Rechenkunst

(1,565 words)

Author(s): Epple, Moritz
1. Allgemeines Die Techniken und medialen Voraussetzungen des Rechnens gehören zu den ältesten Kulturleistungen der Menschheit. An manchen Orten (wie z. B. im Süden Mesopotamiens am Ende des 4. Jt.s v. Chr.) war die Einführung der Schrift unmittelbar mit Praktiken des schriftlichen Rechnens und Buchhaltens verknüpft. Wo eine theoretischere Arithmetik entstand, wie im antiken Griechenland, blieb das praktische Rechnen selbstverständlich weiterhin erhalten und besaß in vielen Fällen eine eigene Geschichte, die allerdings teilweise durch die Gesch…

Rechenmünzen

(867 words)

Author(s): Schneider, Konrad
R. sind Geldeinheiten, die nur in der Verwaltung und nur zu Zähl- oder Messzwecken verwendet wurden. Sie unterscheiden sich damit von den tatsächlich ausgeprägten oder Spezies- Münzen, die der Wertaufbewahrung sowie konkret als Tausch- sowie Zahlungsmittel dienten. Die vom MA bis ins 18. und teils ins 19. Jh. gebräuchlichen R. erlaubten es, über längere Zeiträume die Preise von Waren und die Höhe von Zahlungsvorgängen trotz der Vielzahl nzl. Währungen einheitlich und in langlebigeren Einheiten zu notieren. Mit Archivalien arbeitende Historiker beschäftigen sich meist me…

Recherche

(12 words)

s. Forschung | Informationsmedien

Rechnen, wirtschaftliches

(15 words)

s. Rechenkunst | Rechnungswesen

Rechnungswesen

(811 words)

Author(s): Gorißen, Stefan
Die Verwendung des Begriffs R., mit dem die quantitative Erfassung wirtschaftlicher Vorgänge eines Betriebs (betriebliches R.), eines Haushalts (in der Regel bezogen auf den öffentlichen Bereich) oder einer Volkswirtschaft (volkswirtschaftliche Gesamtrechnung) bezeichnet wird, lässt sich erst für das 20. Jh. erfassen, auch wenn die so umschriebenen Praktiken während der gesamten Nz. und vielfach sogar bereits seit dem MA gebräuchlich waren. Unter den drei zentralen Aufgaben, die das betriebliche R. der modernen Betriebswirtschaftslehre zufolge heute erfü…

Rechristianisierung

(775 words)

Author(s): Christophersen, Alf
Mit R. bezeichnet man seit dem letzten Drittel des 19. Jh.s das Ziel relig.-polit. Anstrengungen, dem Rückgang des gelebten und des öffentlich präsenten Christentums, d. h. der Säkularisierung und Dechristianisierung Europas und Nordamerikas, sowie auch der Religionskritik zu begegnen [1]; [3]. Allerdings war die relig. Entwicklung schon bald nach der Reformation von religiösen Reformbewegungen geprägt, denen die kirchenkritische Diagnose zugrunde lag, dass das Christentum weithin nur als Namenschristentum oder rechte Lehre existiere, nicht ab…

Recht

(10,064 words)

Author(s): Otto, Martin
1. Begriff Im MA bezeichnete R. (lat. ius, franz. droit, engl. right; vgl. lat. lex, franz. loi, engl. law, ursprgl. »Gesetz«) – eigentlich eine seit dem 8. Jh. nachweisbare Substantivierung des Adjektivs reht (»recht«, »gerade«, »richtig«) – eine göttlich gesetzte Ordnung [53. 249 f.]. Schriftliche R.-Sammlungen waren mit wenigen Ausnahmen (Stadtrechte) nicht normativ zu verstehen. Aufgrund des Wirkens der ma. Rechtsschule von Bologna und des sog. Gelehrten Prozesses, die sich an das überlieferte und an den Universitäten gelehrte röm.…

Recht

(14 words)

s. Rechtsphilosophie und Naturrecht | Rechtswissenschaft

Rechtfertigungslehre

(777 words)

Author(s): Ohst, Martin
In Anknüpfung an Gedanken des Apostels Paulus hatte der Kirchenvater Augustinus um 400 seine Erwählungs- und Gnadenlehre ausgearbeitet: Gott qualifiziere die von ihm vor aller Zeit aus der verlorenen Sündenmenschheit Erwählten für das ewige Heil, indem er ihnen durch die kirchl. Lehre und die Sakramente seine Gnade mitteile. Dies befähige die Erwählten, sein Gesetz zu erfüllen, wozu ihr durch die Erbsünde gelähmter eigener Wille unfähig sei. Fraglich blieb dabei, wie sich in Gott die richterlich…

Recht, Islam

(13 words)

s. Scharia

Rechtliches Gehör

(15 words)

s. Rechtsstaat | Strafverteidigung

Rechtlosigkeit

(14 words)

s. Ehrverlust | Reichsacht | Unehrlichkeit

Recht, öffentliches

(14 words)

s. Öffentliches Recht

Rechtsanwalt

(10 words)

s. Anwalt

Rechtseinheit

(739 words)

Author(s): Avenarius, Martin
Von R. spricht man, wenn und soweit in einem oder mehreren Territorien dasselbe Recht gilt. Relative R. bestand in der Nz. in weiten Teilen des lat. Europa aufgrund der Tradition des ma. ius commune ( Gemeines Recht) [1]. Es war aus der Integration des röm. und kanonischen Rechts entstanden und hatte eine West- und Mitteleuropa umfassende Rechtskultur entstehen lassen, die auch das Common Law einbezog [7]. Die Rezeption des römisch-kanonischen Rechts hatte nicht allein zur Verbreitung entsprechender Rechtsregeln in Europa geführt, sondern hatte v. a. den Umga…

Rechtsenzyklopädie

(10 words)

s. Rechtsliteratur

Rechtsgeschichte

(1,206 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff Unter R. kann man zum einen die Geschichte der jeweils kulturell geprägten rechtlichen Normen und ihrer Anwendung verstehen; zum anderen ist R. die Bezeichnung für diejenige Teildisziplin der Rechtswissenschaft und Geschichtswissenschaft, die sich mit der Geschichte dieser Normen befasst, einschließlich der kulturellen, polit., ökonomischen und sozialen Zusammenhänge. Die R. im letzteren Sinne lässt sich erstens nach den behandelten Rechtsbereichen unterteilen (u. a. in Privatrechts-, Strafrechts- und Verfassungsg…

Rechtsgutachten

(12 words)

s. Aktenversendung | Konsilien

Rechtskraft

(691 words)

Author(s): Ruppert, Stefan
1. Begriff Der Begriff der R. entstammt dem Prozess-Recht und beschreibt die Wirkung gerichtlicher Urteile und behördlicher Entscheidungen. Man unterscheidet zwischen formeller und materieller R. Von Ersterer spricht man, wenn eine Entscheidung mit einem ordentlichen Rechtsmittel oder einem befristeten Rechtsbehelf nicht mehr angegriffen werden kann. Tritt diese formelle R. ein, so bestimmt die materielle R., dass auch die Entscheidung über den in Frage stehenden Anspruch für die Parteien, Behörden und Gerichte in einem späteren Verfahren bindend ist. Mit der R. sollen Rec…

Rechtslexika

(10 words)

s. Rechtsliteratur

Rechtsliteratur

(2,132 words)

Author(s): Schäfer, Frank L.
1. Begriff und Verbreitung Die R. ist Teil der Fach- und Gebrauchsliteratur. Sie richtet sich an die Rechtspraxis, an die Rechtswissenschaft und an die Studenten dieser Wissenschaft. Die auf die Rechtspraxis zielende R. hat die Lösung konkreter Rechtsfälle, die an Wissenschaft und Ausbildung gerichtete R. hat die Meinungsbildung bzw. die Wissensvermittlung zum Inhalt. Die histor. Verbreitung von R. hing eng mit dem Wandel der Buch-Produktion zusammen. Die Einführung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um die Mitte des 15. Jh.s machte die ehem…

Rechtsmethodologie

(10 words)

s. Rechtsliteratur

Rechtsmittel

(2,440 words)

Author(s): Otto, Martin
1. Begriff Ein R. (lat. remedium iuris, remedium contra sententias; engl. legal remedy; franz. voie de recours) ermöglicht es einer Partei im Gerichts-Verfahren, die Entscheidung anzufechten; wird ein R. eingelegt, finden erneute Prüfung und Entscheidung in höherer Instanz statt. Im weiteren Sprachgebrauch bis 1850 bezeichneten R. alle Mittel zur Wahrung oder Geltendmachung von Rechten, also Klagen, Einreden, Beschwerden, Gesuche und Wiedereinsetzungen in den vorigen Stand. In der Regel, aber nicht zwingend, wurden R. bei einem Gericht eingelegt. Otto, Martin 2. Arten 2.1. H…

Rechtsphilosophie und Naturrecht

(9,499 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Einführung 1.1. Begriffe Unter R. (lat. philosophia iuris; franz. philosophie du droit; engl. philosophy of law) versteht man heute eine Teildisziplin der Rechtswissenschaft und der Philosophie, die sich mit philosophischen (= philos.) Grundfragen von Recht und Staat beschäftigt und darüber hinaus auch bestimmte Rechtsprobleme aus philos. Perspektive untersucht. N. (lat. ius naturae bzw. naturale; franz. droit de la nature; engl. natural law, law of nature) bezeichnet einen Komplex rechtlicher Normen, deren Geltung man unabhängig vom positiven, insbes. sta…

Rechtspositivismus

(1,074 words)

Author(s): Zwanzger, Michael
1. Begriff Der Begriff des R. bezeichnet eine rechtsphilosophische bzw. -theoretische Strömung, die Begriff und Geltungsgrund des Rechts allein aus dessen autoritativer Inkraftsetzung ableitet. Dieser formale Rechtsbegriff ist durch seine inhaltliche Neutralität gekennzeichnet: Für die Rechtsqualität und Gültigkeit einer Rechtsnorm kommt es nur darauf an, dass sie im Einklang mit festgelegten Normsetzungsregeln erzeugt wurde; unerheblich ist dagegen, ob sie inhaltlich im Einklang mit bestimmten Werten, Moralvorstellungen oder mit Normen steht,…

Rechtsschulen, islamische

(14 words)

s. Sunna, Sunniten

Rechtssicherheit

(1,152 words)

Author(s): Eisfeld, Jens
1. Begriff Unter R. (engl. legal certainty, rule of law; franz. sécurité juridique) versteht man heute den Verfassungsgrundsatz der Verlässlichkeit der Rechtsordnung und damit ein wesentliches Element des übergeordneten Rechtsstaatsprinzips; dieser Grundsatz hat sich in vielen europ. Staaten durchgesetzt [13. 543–636] [5. 543–636]. Daneben wurde und wird R. ganz allgemein als Argument in der Gesetzgebung und als Auslegungsgesichtspunkt in Rechtsanwendung und Rechtswissenschaft gebraucht. Als verfassungsrechtlich geschützte Bestandteile der R. sind gegen…

Rechtsstaat

(1,529 words)

Author(s): Pállinger, Zoltán Tibor
1. Grundlagen Wiewohl der Begriff des R. eine Schöpfung der dt. Staatsrechts-Lehre darstellt, finden sich in allen westl., freiheitlich demokratischen Verfassungen ähnliche Konzepte, die staatliche Herrschafts-Ausübung an das Gesetz binden. Von Platons Nomokratie bis zum US-amerikan. government of law and not of men (›Herrschaft des Gesetzes und nicht der Menschen‹; Supreme Court, Marbury v. Madison 1803 [1]) stand die Idee Pate, dass das Recht seine eigene Berechenbarkeit garantieren, die Willkür beschränken und in gewissem Umfang auch eine Gleichbehandl…
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