Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Rechtslexika

(10 words)

s. Rechtsliteratur

Rechtsliteratur

(2,132 words)

Author(s): Schäfer, Frank L.
1. Begriff und Verbreitung Die R. ist Teil der Fach- und Gebrauchsliteratur. Sie richtet sich an die Rechtspraxis, an die Rechtswissenschaft und an die Studenten dieser Wissenschaft. Die auf die Rechtspraxis zielende R. hat die Lösung konkreter Rechtsfälle, die an Wissenschaft und Ausbildung gerichtete R. hat die Meinungsbildung bzw. die Wissensvermittlung zum Inhalt. Die histor. Verbreitung von R. hing eng mit dem Wandel der Buch-Produktion zusammen. Die Einführung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um die Mitte des 15. Jh.s machte die ehem…

Rechtsmethodologie

(10 words)

s. Rechtsliteratur

Rechtsmittel

(2,440 words)

Author(s): Otto, Martin
1. Begriff Ein R. (lat. remedium iuris, remedium contra sententias; engl. legal remedy; franz. voie de recours) ermöglicht es einer Partei im Gerichts-Verfahren, die Entscheidung anzufechten; wird ein R. eingelegt, finden erneute Prüfung und Entscheidung in höherer Instanz statt. Im weiteren Sprachgebrauch bis 1850 bezeichneten R. alle Mittel zur Wahrung oder Geltendmachung von Rechten, also Klagen, Einreden, Beschwerden, Gesuche und Wiedereinsetzungen in den vorigen Stand. In der Regel, aber nicht zwingend, wurden R. bei einem Gericht eingelegt. Otto, Martin 2. Arten 2.1. H…

Rechtsphilosophie und Naturrecht

(9,499 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Einführung 1.1. Begriffe Unter R. (lat. philosophia iuris; franz. philosophie du droit; engl. philosophy of law) versteht man heute eine Teildisziplin der Rechtswissenschaft und der Philosophie, die sich mit philosophischen (= philos.) Grundfragen von Recht und Staat beschäftigt und darüber hinaus auch bestimmte Rechtsprobleme aus philos. Perspektive untersucht. N. (lat. ius naturae bzw. naturale; franz. droit de la nature; engl. natural law, law of nature) bezeichnet einen Komplex rechtlicher Normen, deren Geltung man unabhängig vom positiven, insbes. sta…

Rechtspositivismus

(1,074 words)

Author(s): Zwanzger, Michael
1. Begriff Der Begriff des R. bezeichnet eine rechtsphilosophische bzw. -theoretische Strömung, die Begriff und Geltungsgrund des Rechts allein aus dessen autoritativer Inkraftsetzung ableitet. Dieser formale Rechtsbegriff ist durch seine inhaltliche Neutralität gekennzeichnet: Für die Rechtsqualität und Gültigkeit einer Rechtsnorm kommt es nur darauf an, dass sie im Einklang mit festgelegten Normsetzungsregeln erzeugt wurde; unerheblich ist dagegen, ob sie inhaltlich im Einklang mit bestimmten Werten, Moralvorstellungen oder mit Normen steht,…

Rechtsschulen, islamische

(14 words)

s. Sunna, Sunniten

Rechtssicherheit

(1,152 words)

Author(s): Eisfeld, Jens
1. Begriff Unter R. (engl. legal certainty, rule of law; franz. sécurité juridique) versteht man heute den Verfassungsgrundsatz der Verlässlichkeit der Rechtsordnung und damit ein wesentliches Element des übergeordneten Rechtsstaatsprinzips; dieser Grundsatz hat sich in vielen europ. Staaten durchgesetzt [13. 543–636] [5. 543–636]. Daneben wurde und wird R. ganz allgemein als Argument in der Gesetzgebung und als Auslegungsgesichtspunkt in Rechtsanwendung und Rechtswissenschaft gebraucht. Als verfassungsrechtlich geschützte Bestandteile der R. sind gegen…

Rechtsstaat

(1,529 words)

Author(s): Pállinger, Zoltán Tibor
1. Grundlagen Wiewohl der Begriff des R. eine Schöpfung der dt. Staatsrechts-Lehre darstellt, finden sich in allen westl., freiheitlich demokratischen Verfassungen ähnliche Konzepte, die staatliche Herrschafts-Ausübung an das Gesetz binden. Von Platons Nomokratie bis zum US-amerikan. government of law and not of men (›Herrschaft des Gesetzes und nicht der Menschen‹; Supreme Court, Marbury v. Madison 1803 [1]) stand die Idee Pate, dass das Recht seine eigene Berechenbarkeit garantieren, die Willkür beschränken und in gewissem Umfang auch eine Gleichbehandl…

Rechtsvereinheitlichung

(10 words)

s. Rechtseinheit

Rechtsvergleichung

(879 words)

Author(s): Mohnhaupt, Heinz
1. Begriff und Aufgaben R. wird als ein Erkenntnismittel zur Erfassung und Gestaltung unterschiedlicher nationaler und internationaler Rechtsordnungen (Makrovergleich) oder einzelner Rechtsinstitute (Mikrovergleich) eingesetzt. Wissenschaftsgeschichtlich zeigen die zahlreichen Versuche einer Definition der R. [8. 106–111] unterschiedliche Auffassungen über ihre Ziele und Methoden. Das betrifft auch die Frage, ob die R. als eine eigenständige Disziplin [8. 19; 111]; [10. 87]; [9. 58] oder als Methode der Rechtswissenschaft anzusehen ist [9. 13; 61]. Eine gesicherte …

Rechtswissenschaft

(5,759 words)

Author(s): Luig, Klaus
1. Begriff Die R. beschäftigt sich mit der in aller Regel schriftlichen Bearbeitung, Darstellung, Aufzeichnung, Erläuterung und Kommentierung des geltenden Rechts, das seinerseits auf dem Gesetz beruht oder durch die Rechtsprechung als sog. Richterrecht entwickelt worden ist. Gegenstand der R. ist somit das Recht im objektiven Sinne einschließlich seiner histor. Grundlagen. Die R. ist in erster Linie Rechtserkenntnisquelle, trägt aber auch durch Rechtsfortbildung zur Rechtsentstehung bei. Als Geisteswissenschaft erh…

Recht und Moral

(903 words)

Author(s): Habermeyer, Helen | Klippel, Diethelm
Das R. formuliert ebenso wie die M. kulturelle Verhaltensnormen. Die Unterscheidung bzw. Abgrenzung beider Bereiche ist daher ein Grundproblem juristischen und philosophischen Denkens. Meist wird die Auffassung vertreten, vorstaatliche Gesellschaften hätten rechtliche, moralische und relig. Normen noch nicht voneinander getrennt; dies sei erst unter dem Einfluss der Aufklärung geschehen [9. 2 f.]. Obwohl die Frage der Abgrenzung zwischen Natur-R., M. und staatlichem R. bereits im MA (u. a. bei Thomas von Aquin) eine Rolle spielte, gewann sie in der Nz. neue u…

Recht und Verfassung

(2,579 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Konzeptionelle Grundlagen Die Auswahl der elf Schlüsselartikel und der weiteren Lemmata des Fachgebietes »Recht und Verfassung« erfolgte unter zwei leitenden Gesichtspunkten. Erstens wurden die drei großen Teilbereiche des Rechts berücksichtigt, nämlich Öffentliches Recht (und darunter – wegen ihrer herausgehobenen nzl. Bedeutung mit eigenen Schlüsselartikeln bedacht – Verfassung und Menschenrechte), Privatrecht und Strafrecht. Damit wurden zwar wesentliche Gegenstände und Institutionen der Rechts- und Verfassungs…

Reconquista

(12 words)

s. Glaubensflüchtlinge | Konquista

Recycling

(10 words)

s. Wiederverwertung

Redaktion

(82 words)

Mitglieder der Verlagsredaktion Dr. Brigitte Egger (Redaktionsleitung) Petra Enderle M.A. Florian Freitag M.A. Florian Hoppe Dipl.-Germ. Matthias Knopik M.A. Susanne Mall M.A. Mirjam Neusius M.A. Simone Schäfer M.A. Thomas Stichler M.A. Unter Mitarbeit von Ruth Becker M.A. Kai Fabian Fürstenberg M.A. Franz Hackenberg M.A. Janina Hecht M.A. Nora Heinzelmann M.A. Patrizia Herdtle Claus R. Kullak M.A. Matthias Noller M.A. Natalia Pfau M.A. Torben Quasdorf Dipl.-Germ Sigrid Roßkopf M.A. Johannes Wespel M.A. Torsten Wiegand M.A. Melanie Wohlfahrt M.A. Sebastian Zimmermann M.A.

Redaktion der Ergänzungen (ab 2017)

(13 words)

Dr. Matthias Noller Pia Preu B. A.
Date: 2016-12-13

Reduktion

(12 words)

s. Indianer | Reservat

Reederei

(886 words)

Author(s): Ellmers, Detlev
Eine R. ist ein Wirtschaftsunternehmen, das Geld in Schiffe investiert ( Kapitalbildung), um durch Verfrachtung von Gütern und/oder Personen einen Gewinn zu erzielen, der durch Eigenhandel größer ausfällt als durch bloße Frachtgebühren. Längere Fahrten erhöhen die Gewinnchancen, aber auch die Aufwendungen für Schiff, Ausrüstung, Besatzung und Handelsorganisation sowie das Risiko eines Verlusts durch Schiffbruch, Kaperung, Piraterie, Krankheit u. v. m.; sie steigern also den Kapitalbedarf und bedingen unt…

Reepschläger

(10 words)

s. Seiler

Referendariat

(1,298 words)

Author(s): Gerber, Stefan
1. Referendar Wie der Ursprung des Begriffs (lat. referre, ›zurücktragen‹, ›berichten‹) nahelegt, bezeichnete Referendar von der röm. Kaiserzeit bis ins 18. Jh. Verwaltungs-Beamte, die Vorgesetzten, übergeordneten Behörden oder dem Monarchen zur Entscheidung anstehende Vorgänge vortrugen und erläuterten, Funktionen des Kanzlers oder Notars wahrnahmen und eingegangene Dokumente registrierten. In dieser dem franz. maître des requêtes ähnlichen Bedeutung erscheint die Bezeichnung z. B. bis 1806 für den Reichsreferendar in der Wiener Reichshofkanzlei …

Refeudalisierung

(705 words)

Author(s): Asch, Ronald G.
Unter R. wird ein Prozess der Veräußerung vormals königlicher (Regalien) oder staatlicher Hoheitsrechte an adlige oder nobilitierte Familien verstanden. Wiederholt wurde er durch Finanzkrisen ausgelöst (Staatsfinanzen), mit denen sich namentlich die span. Krone im 17. Jh. konfrontiert sah [9]. In der Regel wird der Begriff daher v. a. auf entsprechende Vorgänge in Kastilien und im span. beherrschten Süditalien ( Neapel und Sizilien) angewandt. In Süditalien veräußerte die stets am Rande des Bankrotts (Staatsbankrott) lavierende span. Krone seit dem Aus…

Reform

(3,252 words)

Author(s): Schilling, Lothar
1. Einführung und Begriff Das Wort R. (in den Quellen bis ins 17. Jh. reformacye, reformatz/e, reformation, reformacion o. Ä. von lat. reformatio, wörtlich ›Wiederherstellung‹, ›Umbildung‹; seit dem 17. Jh. franz. auch réforme, im 18. Jh. ins Deutsche übernommen) diente während der gesamten Nz. als Schlüsselbegriff zur Bezeichnung der legitimen Umgestaltung bestehender Verhältnisse. Sein Bedeutungsspektrum ist relativ breit, da er in mannigfachen Kontexten vom relig. Leben über die Rechts- und Verfassungsordnung bis hin zu de…

Reformabsolutismus

(3,323 words)

Author(s): Demel, Walter
1. Allgemeines 1.1. Begriff Von R. als einer Variante des Absolutismus (= A.) wird in der Forschung erst seit wenigen Jahrzehnten gesprochen. Ein Teil der dt.sprachigen Historiker [7] möchte – unter deutlicher Verschiebung der Akzente, teilweise auch des chronologischen Ansatzes – durch diesen Terminus den Begriff des aufgeklärten (= aufg.) A. ersetzen, an dem andere weiterhin festhalten [5]. Der Begriff ›aufg. A.‹ wurde 1847 von dem Nationalökonomen Wilhelm Roscher geprägt und später weiter ausgeführt [1]; [2] (vgl. zur Begriffsgeschichte auch [12]; [16]; [20]; [22]; [24]; [25…

Reformation

(11,304 words)

Author(s): Wendebourg, Dorothea | Schilling, Johannes | Strohm, Christoph | Null, John Ashley | Prankel, Dieter | Et al.
1. Historischer Überblick 1.1. Begriff und neuzeitliche Deutung R. (von lat. reformatio, ›Wiederherstellung‹, ›Umgestaltung‹) ist seit der Mitte des 19. Jh.s spezieller Terminus für die eine Seite jener Vorgänge, durch die im 16. Jh. die westl. Christenheit in mehrere einander antagonistische Konfessionskirchen auseinandertrat; sein Antonym, welches die andere Seite bezeichnet, ist Gegen-R. Zuvor hatte der Begriff die allgemeine Bedeutung von Reform. So begegnet reformatio bzw. die zugrundeliegende verbale Form reformare in den kirchl. und polit. Reformbewegungen…

Reformationsjubiläum

(887 words)

Author(s): Cordes, Harm
Das R. ist eine besondere Form des Reformations-Gedenkens. Die histor. R. spiegeln Zustand und Selbstverständnis der evangelischen Kirchen und deren Einbettung in ihr zeit- und geistesgeschichtliches Umfeld wider. Im April 1617 regte Pfalzgraf Friedrich V. die erste Säkularfeier der Reformation an und terminierte sie auf den 2. 11. 1617, den Sonntag nach dem 31.10. (dem Jahrestag von Luthers Thesenanschlag an der Wittenberger Kirche). Zeitgleich initiierte die Universität Wittenberg eine Säkularfeier in Kursachsen (31.10.–…

Reformbewegungen, außereuropäische

(1,346 words)

Author(s): Bley, Helmut
1. Allgemein Die außereurop. Gesellschaften waren, wie grundsätzlich Gesellschaften in histor. Prozessen, in der Nz. ständigem Wandel unterworfen. Auf gesellschaftliche Veränderungen gerichtete Initiativen lassen sich als polit., soziale sowie auch wirtschaftliche Reformen deuten und waren sowohl Antworten auf innere Krisen als auch Reaktionen auf äußere Einwirkungen, wenn es nicht durch Eroberungen oder große Migrationen zu Strukturwandel kam. R. nahmen häufig auch relig. Formen an. Im Kontext der sich verdichtenden europ.…

Reformbewegungen, religiöse

(14 words)

s. Religiöse Reformbewegungen

Reform Bill

(13 words)

s. Wahlen

Reformierte Kirchen

(18 words)

s. Calvinismus | Evangelische Kirchen | Konfessionalisierung

Reformjudentum

(2,284 words)

Author(s): Haußig, Hans-Michael
1. Definition Unter R. versteht man eine im 19. Jh. zunächst in Deutschland auftretende Strömung innerhalb des Judentums, die sich darum bemühte, die überlieferte Religion mit den Anforderungen der Moderne in Einklang zu bringen. Neben dem Ausdruck R. finden sich auch die Bezeichnungen ›liberales‹ und ›progressives Judentum‹. Die begriffliche Benennung ist jedoch wesentlich jüngeren Datums als die Bewegung selbst. Diese trat zunächst auch nicht mit dem Vorhaben der Bildung einer neuen eigenständigen Gruppierun…

Regalien

(1,208 words)

Author(s): Marquardt, Bernd
1. Begriff und Bedeutung In den Monarchien Europas galten als ›königliche Rechte‹ (lat. iura regalia) im weiteren Sinn alle in ihrem ideellen Urpunkt exklusiv der königlichen oder kaiserlichen Gewalt anhaftenden Hoheitsrechte, darunter auch die höchstrichterliche und militärische Stellung, insofern auch in Abgrenzung zu den Kompetenzen der röm. Kirche. Diese monarchischen Kernrechte wurden bis ins 18. Jh. als regalia maiora (›höhere R.‹) begriffen. Jedoch überwog in der Frühen Nz. mit dem Aufkommen des Souveränitäts-Konstrukts zunehmend das engere Verständnis der regalia …

Régence, Regency

(1,190 words)

Author(s): Knopp, Katrin Simona
1. Begriff Als franz. régence (engl. regency) wird i. Allg. die stellvertretende Regierung eines Landes durch einen Regenten bezeichnet. In der europ. Kulturgeschichte werden insbes. zwei Regentschaften auch als Epochenbegriff verwandt: R. in Frankreich zu Beginn des 18. Jh.s und Regency in England zu Beginn des 19. Jh.s. 2. Régence in Frankreich Historisch bezeichnet R. die Periode zwischen dem Tod König Ludwigs XIV. (1715) und der Übernahme der Herrschaft durch Ludwig XV. (1723), in welcher Herzog Philipp II. von Orléans die Regentschaft für den noch minderjährige…

Regen [Hinzugefügt 2018]

(2,728 words)

Author(s): Sieglerschmidt, Jörn
1. Allgemeines und Begriffliches R. gehört zu den wässerigen Meteoren ( Komet) – so die Definition seit der Antike, die teils bis in das 19. Jh. Gültigkeit behielt. Unter Berufung auf die Meteorologie des Aristoteles zählten im geozentrischen Weltbild generell alle sich unterhalb der Mondsphäre abspielenden elementaren Prozesse (Elemente) zu den Meteoren, d.h. sie wurden nicht als Phänomene der unveränderlichen, oberhalb des Mondes verorteten Sternensphäre betrachtet, sondern als Teil der kontingenten und veränderlichen Sphäre unterhalb des Mondes ( Kosmos; Sonne und Mond) [1…
Date: 2018-11-21

Regent/in

(1,826 words)

Author(s): Kolk, Caroline zum | Kühn, Sebastian
1. Begriff Regentschaft (= Reg.) bedeutet die zeitweise Übertragung von Herrschafts-Rechten. Sie stellt im Zusammenhang von Erblichkeit und Primogenitur (Thronfolge) ein zentrales Instrument zur Bewahrung dynastischer Herrschaft dar ( Dynastie). Der Begriff R. tritt erstmals im 14. Jh. auf; vorher und parallel finden sich Bezeichnungen wie rector, rectrix, moderatrix, gubernator, administratix (etwa ›Lenker/in‹, ›Verwalter/in‹), die auf vielfältige Traditionen verweisen. Grundsätzlich können drei Voraussetzungen unterschieden werden: (1) Bei Abwesenheit des H…

Regierung

(16 words)

s. Kabinett | Minister | Parlament | Premierminister

Regionalhandel

(664 words)

Author(s): Denzel, Markus A.
Unter R. versteht man kommerzielle Aktivitäten, die – aus geographischer Perspektive – zwischen dem im Wesentlichen lokal beschränkten Detail-Handel und dem weite Entfernungen überbrückenden Fernhandel lagen. R. bezeichnet somit den – vielfach durch die vorhandenen (vorindustriellen) Transportmöglichkeiten limitierten (Transport und Verkehr) – Handel innerhalb einer bzw. zwischen zwei oder mehreren Wirtschaftsregionen. Kaufleute spezialisierten sich oftmals auf den R., wenn sie ein größeres Unternehmerrisiko vermeiden wollten un…

Regionalismus

(4,156 words)

Author(s): Stauber, Reinhard
1. Region, Regionalisierung Lat. regio bedeutete neben ›Richtung‹, ›Lage‹ und ›Grenze‹ auch ›Gebiet‹, ›Bereich‹; so wurde der Begriff in der Antike zuerst auf die Stadtviertel Roms, später auf die Binnenlandschaften Italiens angewandt. Zedlers Lexikon führt regio als lat. Äquivalent zu ›Land‹ in allgemeinster Bedeutung als ›ein gewisses Stück von der Oberfläche der Erd-Kugel‹ an [1. 376]. Im heutigen Sprachgebrauch ist das Bedeutungsfeld von ›Region‹ (= Rg.) weit gespannt, der analytische Wert aufgrund des hohen Abstraktionsgrads des Konzepts und se…

Regionalwissenschaften

(10 words)

s. Regionalismus

Register

(705 words)

Author(s): Rosenke, Stephan
1. Medien R. sind meist alphabetisch geordnete Begriffsverzeichnisse mit Verweis auf die jeweiligen Vorkommen des Texts, den sie begleiten. Sie sind umfangreicheren wiss. Büchern beigegeben, um ein schnelles Nachschlagen zu ermöglichen. Weit verbreitete Ausprägungen sind Sach-, Personen- oder Orts-R. Ma. Bezeichnungen lauteten lat. pinax oder tabula (›Tafel‹), repertorium (›Fundort‹) oder registrum; ab der Frühen Nz. wurde im Lateinischen v. a. index gebräuchlich. Das R. als Texterschließungswerkzeug entstand im 13. Jh., ungefähr zeitgleich zu Konkordanzen. Ebenso…

Registratur, wissenschaftliche

(789 words)

Author(s): Brendecke, Arndt
Empirisches Arbeiten erfordert die Auswahl von Beobachtungen oder Materialproben und deren Aufzeichnung oder Ablage; entsprechende Verfahren lassen sich als W. R. bezeichnen. Sie gewannen im Zuge der Hinwendung zu empirischen Beobachtungen (Empirismus) in der Frühen Nz. an Bedeutung, manifestierten sich z. B. in Listen, Tabellen, Zettelkästen, Regalen und Herbarien und blieben über den Wandel der wiss. Ordnungsentwürfe hinweg vergleichsweise stabil (Wissenschaftsorganisation). Urszene der W. R. ist das Ablegen gesammelter Gegenstände auf einem Tisch (franz. mise en…

Reich

(4,721 words)

Author(s): Wendehorst, Stephan
1. Begriff und Diskursgeschichte 1.1. Semantisches Feld Zur Vielfalt und Widersprüchlichkeit der Vorstellungen, die mit dem Begriff R. verbunden sind, tragen die unterschiedlichen Erinnerungskulturen, die Traditionen einzelner Wissenschaftsdisziplinen sowie eine komplexe sprachliche Verwendung bei. Ein Großteil dieser Vorstellungen lässt sich auf das für den Westen/das christl. Europa archetypische antike Röm. R. zurückführen. Im Deutschen sind parallel zu R., aber nicht notwendig synonym, auch das lat. imperium und das engl. empire in Gebrauch. Die Begriffe Herrsch…

Reich, Altes (römisch-deutsches)

(20 words)

s. Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation

Reich der Mitte

(17 words)

s. Chinesische Welt

Reiche, außereuropäische

(31 words)

s. Chinesische Welt | Inka | Kolonialreich | Maya | Mogulreich | Osmanisches Reich | Russländisches Reich | Staatenbildung, außereuropäische

Reich-Gottes-Erwartung

(2,247 words)

Author(s): Kuhn, Thomas Konrad
1. Allgemeines Die nzl. R.-G.-E. (oder Erwartung einer Herrschaft Gottes) ist nicht vornehmlich ein theologiegeschichtliches, sondern vielmehr ein zentrales Thema der Frömmigkeitsgeschichte (Frömmigkeitskulturen; Volksfrömmigkeit); nur vereinzelt kommt ihr eine prägende Funktion für theologische Konzepte zu. Die Differenzierung zwischen einer akademisch-theologischen bzw. philosophischen Reflexion (z. B. im dt. Idealismus) über den Begriff des Reiches Gottes (= R. G.) einerseits und einer akuten R.-G.-E. mit ihren…

Reichsabschied

(10 words)

s. Reichsgesetzgebung
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