Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Religionsflüchtlinge

(10 words)

s. Glaubensflüchtlinge

Religionsfreiheit

(2,390 words)

Author(s): Whaley, Joachim
1. Problemstellung Die R. ist ein zentraler Wert moderner Gesellschaften, dessen Entstehung und sukzessive Verwirklichung sich über die ganze Nz. erstreckte. Die Unterscheidung zwischen Gewissens- oder Glaubensfreiheit bzw. freier Religionsausübung oder Kultfreiheit wurde mit der Aufklärung wichtig. Die ältere Forschung betonte meist die relig. und philosophische Begründung der R. und die entscheidende Rolle von Intellektuellen, deren Forderungen von R. und Toleranz mit dieser (i. e. der Aufklärung) verwirklicht worden seien. Neuere Ansichten gehen dag…

Religionsfriede

(3,165 words)

Author(s): Brockmann, Thomas
1. Kontext, Definition, Terminologie In den Glaubenskämpfen der Reformations-Zeit erstrebte jede der Religionsparteien letztlich die Wiederherstellung der christl.-abendländischen Glaubenseinheit im Sinne des je eigenen Bekenntnisses. Das Instrumentarium dabei war weitgespannt und umfasste je nachdem Predigt und Publizistik, Lehrverurteilungen, Glaubenszwang und Religionskrieg, Religionsgespräch und Kirchen-Konzil. In vielen Ländern der west-, mittel- und ostmitteleurop. Konfliktzone drang jedoch keine der Religionsp…

Religionsgemeinschaft

(952 words)

Author(s): Pahud de Mortanges, René
1. Allgemein R. ist ein Begriff des dt. Staatskirchenrechts, mit dem seit der Aufklärung im 18. Jh. in neutraler Weise der korporative Zusammenschluss von Anhängern einer relig. Überzeugung bezeichnet wird. Er enthält keine theologische Wertung und ermöglicht es dem Staat, eine Stellungnahme zum Wahrheitsgehalt der jeweils vertretenen relig. Lehre zu vermeiden. Die histor. Ausformung des Begriffs ist mit dem nzl. Säkularisations-Prozess und der Entwicklung hin zu relig. Toleranz und Parität verknüpft. 2. Frühe Neuzeit Das frühnzl. Staatskirchenrecht kannte zunächst ke…

Religionsgeschichte

(974 words)

Author(s): Gladigow, Burkhard
1. Begriff und Entwicklung bis zum 18. Jahrhundert R. dient zur Bezeichnung sowohl der Religionswissenschaft als Disziplin wie auch eines bestimmten methodischen Programms, das im 19. Jh. parallel zu den philologisch-histor. Fächern entwickelt wurde. Die Historisierung von Religion (= Rel.) als vergleichbar mit anderen Kulturbereichen bleibt freilich ein Konfliktfeld in der Geschichte des Fachs: Die Frage › How historical is the history of religions?‹ [11] wird selbst von Vertretern des Fachs, die wie Mircea Eliade für sich in Anspruch nehmen, Rel.-Historike…

Religionsgesellschaft

(10 words)

s. Religionsgemeinschaft

Religionsgespräch

(2,037 words)

Author(s): Vogel, Lothar
1. Voraussetzungen Der Begriff des R. umfasst eine Vielzahl an Kommunikationsformen, die auf biblische und altkirchl. Muster zurückweisen und auf die Überwindung eines relig. Dissenses durch Kommunikation zielen. Als Grundmuster genannt seien die Ermahnung des irrenden Bruders (Mt 18,15–17; Tit 3,10: als Vorstufe des Gemeindeausschlusses), die Präsentation der Glaubenswahrheit gegenüber Nichtgläubigen (Areopagrede des Paulus, Apg 17,22–31) sowie die Praxis der Synode (Apg 15), die der innerkirchl. Entscheidungsfindung …

Religionskriege

(7,261 words)

Author(s): Beiderbeck, Friedrich | Reichmuth, Stefan
1. Christliches Europa 1.1. Begriff In der europ. Geschichte können zwei Varianten von R. unterschieden werden: zum einen Kriege zwischen den unterschiedlichen christl. Glaubensgemeinschaften, zum anderen zwischen der abendländischen Christenheit und der nichtchristl., v. a. der islam. Welt (Türkenkriege). Hier wird der Begriff R. im engeren Sinn auf den frühnzl. innerchristl. Kontext bezogen. Neben R. werden in der Forschung häufig auch Synonyme wie Konfessionskrieg, Glaubenskrieg oder konfessioneller Bürgerkrieg verwendet; sie dienen z. T. dazu, einen Bezu…

Religionskrise

(10 words)

s. Religionswandel

Religionskritik

(2,718 words)

Author(s): Mulsow, Martin
1. Antike und mittelalterliche Grundlagen Die R. der Nz. steht in Kontinuität zu antiken Mustern, spätantiker Christentumskritik und arab. Einflüssen. Im antiken Griechenland äußerte sich R. als Kritik am Anthropomorphismus der homerischen Götter (u. a. Xenophanes, Anaxagoras), als Agnostizismus ( Protagoras), als Kritik an der Projektion von Naturdingen, von denen Menschen abhängig seien, auf Götter ( Prodikos von Keos), als Enttarnung von Religion als menschlicher Erfindung, die durch Götterfurcht vor bösen Taten abschrecken solle ( Kritias) oder als Kritik von Pr…

Religionsphilosophie

(3,105 words)

Author(s): Großhans, Hans-Peter | Kuße, Holger
1. Westliche Ausprägungen 1.1. Begriffsgeschichte Der Ausdruck R. ist erstmals im Titel einer 1770 erschienenen Schrift des dt. Theologen Abraham Friedrich Rückersfelders belegt [11]. Sigismund von Storchenau griff ihn 1772 in seinem Werk Die Philosophie der Religion [15] auf; Karl Leonhard Reinhold führte den Begriff ›Philosophie der Religion‹ dann in die Diskussion um Kants Moraltheologie ein [10. 185, 238]. Ab den 1790er Jahren wurde R. häufig gebraucht und dann auch rasch zur Bezeichnung einer philosophischen Disziplin [19]; [20]. Zuerst blieben die beiden Ausdrücke …

Religionsunterricht

(12 words)

s. Erziehung | Katechetik

Religionsvergleich

(702 words)

Author(s): Stuckrad, Kocku von
Der R. ist ein wichtiges Element relig. Diskurse und ein selbständiges Forschungsfeld der Religionswissenschaft [1]; [5]. Was als die eigene Religion (= Rel.) angesehen wurde, war in der Regel das Ergebnis von Vergleichen mit dem, was als fremde Rel. betrachtet wurde. Der R. diente dadurch stets auch der Identitätsbildung innerhalb konkreter relig. Kontexte (Identität 4.). Dies war schon in der Antike so, als im 5. Jh. v. Chr. Herodot und nach ihm viele andere Historiker Ethnographien verfassten und Systematisierungen verschiedener Religionen vornahmen. Dieser ›ethnographis…

Religionswandel

(1,961 words)

Author(s): Voigt, Friedemann
1. Begriff R. ist die umfassende Bezeichnung für Transformationsprozesse relig. Traditionen sowie für das Auftreten neuer relig. Ideen und Bewegungen. Von dem Wandel sind die Sozialgestalt sowie Ritus und Lehre überlieferter Religionen ebenso wie die subjektive Religiosität der Gläubigen betroffen; R. wird daher oft als Religionskrise erlebt. Im sozialen Bereich bezeichnet R. die Veränderung des funktionalen Bezugs von Religion und Gesellschaft. Sie kann zweifelhaft machen, ob es sich dann noch um Religion handelt bzw. umgekehrt, ob welt…

Religionswissenschaft

(833 words)

Author(s): Stuckrad, Kocku von
1. Einleitung R. als wiss. Disziplin, die Religion (= Rel.) histor. und systematisch-vergleichend aus nicht-relig. Perspektive erforscht, entstand erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s. Dabei spielten die Religionskritik und die Religionsphilosophie der Aufklärung [3], die Erschließung nicht-europ. Text- und Traditionsbestände (einschließlich der Entzifferung zuvor unbekannter Sprachen) sowie die ethnologische Konfrontation mit ›fremdem Denken‹ eine besondere Rolle [6]; [8. 11–36]. In diesem Sinne ist R. als Reaktion auf Prozesse der nzl. Rel.- und Kul…

Religiöse Bewegungen

(15 words)

s. Soziale Bewegungen, religiöse

Religiöse Ikonographie

(7,329 words)

Author(s): Wolter-von dem Knesebeck, Harald | Warland, Rainer | Strohmaier-Wiederanders, Gerlinde | Felmy, Karl Christian
1. Einleitung 1.1. Allgemein R. I. ist im heutigen Verständnis die Lehre von den relig. Bildinhalten und, in Absetzung von der profanen Ikonographie, ein Sammelbegriff für eine inhaltsbezogene Auseinandersetzung mit Kunstwerken religiöser Thematik. Zugleich ist die R. I. die Methode zur Annäherung an relig. Bildinhalte, die sich im nzl. Europa v. a. im christl. Bereich finden (›christl. I.‹; vgl. aber auch Islamische Kunst und Architektur). In der Nz. erlebte die Kunst mit christl. Thematik tiefgreifende strukturelle Änderungen. Für den Bereich der Griechi…

Religiöse Interaktion, globale

(7,663 words)

Author(s): Rüther, Kirsten
1. Deskriptive Kategorie 1.1. Grundlagen Die R. I. ist für die Epoche der Nz. nicht weltumfassend oder mit konkreten globalen Vergleichen darstellbar. Vielmehr basiert diese deskriptive Kategorie auf einem empiriegestützten Blick; sie ermöglicht es, relig. Aspekte von Austauschprozessen, Wechselwirkungen und machtgeleiteten Verschiebungen im Kontext der globalen Interaktion multiperspektivisch und aufeinander bezogen zu erfassen und zu problematisieren. Dementsprechend gelten hier nzl. Religionen unter dem Blickwinkel der R. I. weder als fest abgrenzb…

Religiöse Reformbewegungen

(5,332 words)

Author(s): Schneider, Hans | Reichmuth, Stefan
1. Christentum 1.1. Allgemeines Als R. werden in der Geschichte des Christentums diejenigen relig. Bewegungen (Soziale Bewegungen, religiöse) bezeichnet, die eine reinigende Änderung der Zustände oder verbessernde Neuordnung in der Kirche oder deren Teilbereichen (z. B. Frömmigkeit, Liturgie, Orden) anstreben – im Unterschied zu gegenreformerischen oder ›reaktionären‹ Bewegungen, die Änderungen zu verhindern oder Neuerungen rückgängig zu machen suchen. Wenngleich Reform (von lat. reformare, ›umgestalten‹, ›wiederherstellen‹) dem Wortsinn nach auch die Wie…

Religiöser Pluralismus

(871 words)

Author(s): Gladigow, Burkhard
Mit dem Begriff eines R. P. wird i. Allg. eine Situation charakterisiert, bei der innerhalb eines territorial und histor. bestimmten kulturellen Kontextes unterschiedliche Religionen ›nebeneinander‹ existieren. Das bloße Faktum einer Mehrzahl (Pluralität [2]) von Religionen (= Rel.) wird im Blick auf die Nz. gern in das Postulat einer positiven Koexistenz [6] umgedeutet und in eine globalisierende Perspektive eingefügt. Ein konfliktarmes Nebeneinander setzt zunächst vonseiten des Staates eine ›Deregulierung des relig. Marktes‹ voraus und vons…
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