Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Religiöses Epos

(1,574 words)

Author(s): Czapla, Ralf Georg
1. Definition Als relig. Epik werden alle dem genus mixtum (›gemischte Gattung/Stilebene‹) zugehörigen Dichtungen größeren Textumfangs bezeichnet, in denen sich ›erlebnishafte Begegnung mit dem Heiligen und antwortendes Handeln des vom Heiligen bestimmten Menschen‹ artikulieren [11. 18 f.]. In programmatischer Abgrenzung von der seit der Spätantike als frivol und lügenhaft inkriminierten mythologischen Epik suchte sie den Leser zu erbauen (Erbauungsliteratur), im Glauben zu stärken und moralisch zu unterweisen [3]; [4]. Die relig. Epik des christl.-abendländisch…

Renaissance

(18,325 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Scattola, Merio | Pfisterer, Ulrich | Satzinger, Georg | Wiedner, Saskia | Et al.
1. Begriff 1.1. Renaissance als Wiedergeburt der Antike R. bzw. rinascità oder rinascimento (ital.; »Wiedergeburt«) entwickelte sich seit dem 15. Jh. zu einem Sammelbegriff für die Antikerezeption des Humanismus. Das lat. Verb ( renasci; »wiedergeboren werden«) begegnet schon 1430 im Hinblick auf die Rhetorik bei dem franz. Petrarca-Schüler Nicolas de Clamanges. Das ital. rinascere folgt um 1450 für die Bildhauerkunst bei Lorenzo Ghiberti (s. u. 9.2.) und 1460/64 für die Architektur bei Antonio Filarete (s. u. 10.2.). In einer dt. Version ( widererwaxsung) findet sich das S…

Rente

(1,009 words)

Author(s): Denzel, Markus A. | Holzhey, Alexandra
1. Grundlagen Vor dem Aufkommen der Sozialversicherung in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s (vgl. Altersversorgung; Pension) bezeichnete die R. die in festen Zeitabständen wiederkehrende Zahlung, die der Empfänger aufgrund der Überlassung eines bestimmten Kapitals (Hauptsumme), jedoch nicht des Bodens (Boden-R.; Feudal-R.) an einen Dritten erhielt. Sie entsprach dabei in gewissem Sinne einer Verzinsung des Kapitals (diente aber nicht zur Tilgung einer Verschuldung) und stellte somit ein zentrales Instrument zur Umgehung des Wucher-Verbots dar (vgl. auch Zins). Man untersc…

Rente

(12 words)

s. Kapitalmarkt | Pension

Rentenrechte

(10 words)

s. Immobiliarrechte

Renversement des Alliances

(879 words)

Author(s): Externbrink, Sven
Mit R. D. A. bezeichnet man die fundamentale »Umgestaltung« der Bündnis-Systeme innerhalb des europ. Staatensystems im Frühjahr 1756. Der Antagonismus zwischen dem Haus Habsburg und Frankreich, der seit dem späten 15. Jh. die internationalen Beziehungen geprägt hatte, wurde beendet und durch eine am 1. 5. 1756 geschlossene Allianz der beiden Mächte ersetzt, die bis zum Ausbruch der Revolutionskriege 1792 halten sollte (Französische Revolution). Der Begriff R. D. A. wurde durch eine gleichnamige Studie 1896 geprägt [10]; die Zeitgenossen sprachen von einer »diplom…

Reparatur

(1,375 words)

Author(s): Reith, Reinhold | Stöger, Georg
1. Allgemein R. bzw. Reparieren wird seit dem 18. Jh. in Enzyklopädien als alltägliches Phänomen erwähnt; es finden sich verschiedene Synonyme wie »ausbessern«, »renovieren«, »abputzen«, »überarbeiten«, »übermachen«, »erneuern«, »in stand setzen« bzw. »halten« oder »flicken«. Zu Beginn des 20. Jh.s wies der Nationalökonom Karl Bücher in seiner Studie über die Berufe der Stadt Frankfurt am Main schon für das MA auf die Relevanz des R.-Gewerbes und der »Umarbeitung alter Sachen« hin [3. 18]; die wirtschafts- und sozialhistor. sowie die technikhistor. Forschung konzent…

Repertorium, juristisches

(13 words)

s. Rechtsliteratur

Repräsentation

(6,790 words)

Author(s): Carl, Horst | Stollberg-Rilinger, Barbara | Hufeld, Ulrich
1. Allgemein 1.1. Begriff In seinem ursprünglichen Begriffsgehalt umfasst das Bedeutungsfeld des lat. Begriffs repraesentare bzw. repraesentatio Modi der Vergegenwärtigung – sei es als »vorstellen«, als »darstellen« oder als »in Erscheinung treten«. In letzterem Sinne wurde im MA etwa die kultische Präsenz der Heilstat Christi in der Feier der Liturgie verstanden [4]; [7. 509 f.]. Die Bedeutung von repraesentare im Sinne von »an die Stelle von etwas treten« dominierte schließlich die weitere Begriffsgeschichte in SpätMA und Früher Nz. zunehmend, da si…

Reproduktionsgraphik

(2,158 words)

Author(s): Appuhn-Radtke, Sibylle
1. Definition Als R. wird seit dem 19. Jh. ein Funktionsgebiet der Druckgraphik bezeichnet, das stets referentiell ist: R. bildet Kunstwerke aus Malerei, Skulptur oder Kunsthandwerk ab. Die Wiedergabe wird jedoch durch verschiedene Parameter modifiziert: durch die stilistische und technische Prägung des Graphikers ebenso wie durch die gegenüber dem reproduzierten Original meist veränderten Techniken, Formate und Bildträger. R. ist daher selten eine bloße Kopie des Originals, die mit diesem zu verwechseln wäre; allenfalls bei Plagiaten wurde auf Irreführu…

Republikanismus

(2,501 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
1. Begriff und Grundlagen Der polit. Begriff R. entstand im ausgehenden 17. Jh. in England »als Schlagwort zur Verunglimpfung antimonarchischer, auf Einführung der Republik gerichteter Einstellungen« [9. 57]. In diesem Sinne wurde er zunächst auch im Frankreich des 18. Jh.s gebraucht, bis er im Umfeld der Nordamerikanischen Revolution und der Französischen Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s positive Bedeutung annahm. Heute wird er als Sammelbezeichnung für alle Ideen und Bestrebungen eingesetzt, die auf der Basis von…

Republiken

(3,167 words)

Author(s): Friedeburg, Robert von
1. Begriff Mit dem Begriff R. (lat. res publica, »öffentliche Sache«; franz. république) wurde in der Nz. zunächst jede Herrschafts-Ordnung als korporative Rechtsperson (lat. universitas, »Gesamtheit«) mit Gerichtsbarkeit ( iurisdictio) und regelmäßigen eigenen Einnahmen ( fiscus) bezeichnet, also auch Monarchien ( Jean Bodin, Les six livres de la république, 1576). Darüber hinaus unterschied die polit. Reflexion wenigstens seit etwa 1300 ( Ptolemaeus von Lucca) jedoch zwischen der »königlichen Gewalt« ( dominium regale) der fürstlichen Einherrschaft und der »polit…

Requerimiento

(1,195 words)

Author(s): König, Hans-Joachim
1. Definition und Hintergrund Der R. (span.; »Aufforderung«, »Mahnung«) war ein vom span. Kronjuristen Juan López de Palacios Rubios 1513 verfasstes Dokument zur Rechtslage der span. Herrschaft in Amerika. Die gewaltsame Konquista der neu entdeckten Gebiete in der Neuen Welt durch die span. Eroberer sowie das brutale Verhalten der ersten Kolonisten gegenüber der eingeborenen Bevölkerung (den sog. Indios) einerseits und der span. Zivilisierungs-Anspruch andererseits ließen v. a. Juristen, Missionare und die span. Krone über die rec…

Requiem

(826 words)

Author(s): Rode-Breymann, Susanne
1. Begriff Das R., dessen Name vom Anfangswort des lat. Introitus (Einzugstexts) » Requiem aeternam dona eis« (»Die ewige Ruhe gib ihnen«) abgeleitet ist, ist die kath. Totenmesse (lat. missa pro defunctis). Sie umfasst seit der liturgischen Reform des Trienter Konzils (1545–1563) neun musikal. Teile: IntroitusRequiem aeternam«); Kyrie; GradualeRequiem aeternam«); TractusAbsolve, Domine«); SequenzDies irae, dies illa«); OffertoriumDomine Jesu Christe«); Sanctus; Agnus DeiDona eis requiem«); CommunioLux aeterna luceat eis«). In dieser Form schrieb …

Requisition

(709 words)

Author(s): Meumann, Markus
1. Begriff Die Bezeichnung R. (von lat. requirere, »aufsuchen«, »untersuchen«, »verlangen«) begegnet im nzl. Sprachgebrauch im Wesentlichen in zwei Kontexten: (1) In der frühnzl. Rechtssprache bedeutet R. ganz allgemein Untersuchung oder Nachforschung; spezieller kann auch eine Haussuchung sowie die Anforderung eines Notars gemeint sein. Im 19. Jh. wird darunter v. a. das Ersuchen einer Behörde um Rechtshilfe durch ein besonderes Schreiben (R.-Schreiben, Hilfsschreiben, Requisitorial) verstanden. (2) Im militärischen bzw. völkerrechtlichen Kontext meint R. die Bes…

Reservat

(778 words)

Author(s): Rinke, Stefan
Ein R. ist ein autochthonen Bevölkerungsgruppen zur Siedlung vorbehaltenes Gebiet. R. sind ein Resultat der nzl. europ. Eroberungen und Expansionen außerhalb der Alten Welt. Der Kontakt zwischen Europäern und Indianern in der Neuen Welt gestaltete sich von Beginn an konfliktreich und führte zu einer Dezimierung der indigenen Bevölkerung, die in einer demographischen Katastrophe gipfelte. Dies war aus Sicht der Europäer im Sinne des päpstlichen Missions-Auftrags problematisch, der ein Motiv für die europ. Eroberung war und sie legitimierte. Die Ordensgeistl…

Reservatrechte

(12 words)

s. Kaiser | Majestätsrechte

Residenz

(717 words)

Author(s): Hengerer, Mark
Seit dem SpätMA kam es zur Häufung verschiedener administrativer und repräsentativer Mittelpunktsfunktionen an einzelnen Orten. Ein solcher Herrschaftssitz konnte eine Burg oder ein Schloss sein. Da er häufig in bzw. in großer Nähe zu einer Stadt lag, bezeichnete man auch die Stadt selbst als R. oder (genauer) als Residenzstadt. Idealtypisch wird dem MA die Reiseherrschaft zugeordnet, der Nz. die R.-Herrschaft. Die ma. Begriffe für die ideellen Herrschaftsmittelpunkte (lat. caput, »Hauptort/Hauptstadt« und sedes, »Sitz«) haben mit dem dauernden Aufenthalt eines Her…

Residenzstadt

(780 words)

Author(s): Keller, Katrin
Die R. als Stadt mit dem Sitz eines regierenden Fürsten entstand, als sich seit dem 15. Jh. der Übergang von der ma. Reiseherrschaft zur zunächst auf einige, später auf einen zentralen Ort fixierten fürstlichen Herrschaftsausübung abzeichnete. In vielen Fällen musste der Fürst seine Verfügungsgewalt über die jeweilige Stadt als Residenz erst gewaltsam durchsetzen (z. B. Berlin, Wien, Ende 15./Anfang 16. Jh.), aber auch ein allmählicher Prozess der Unterwerfung ist oft zu beobachten (Dresden, München). Der Landesherr ( Landesherrschaft) sicherte sich dadurch weitgehe…

Reskript

(10 words)

s. Gesetz
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