Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Technologietransfer

(6,030 words)

Author(s): Hausberger, Bernd | Popplow, Marcus | Reith, Reinhold
1. Begriff Die Vermittlung von technischem (= techn.) Wissen und Können erfolgte in der Nz. in verschiedenen Kontexten: zunächst in Haushalt, Betrieb oder Institutionen durch Ausbildung bzw. Zusammenarbeit; dies wird als vertikaler Transfer bezeichnet. Andererseits verbreiteten sich techn. Wissen und Können horizontal von Region zu Region, zwischen polit. definierten Territorien oder auch in globaler Perspektive zwischen Kontinenten. Solcher T. konnte aktiv gefördert werden, z. B. von Territorialherre…

Tee

(1,746 words)

Author(s): Menninger, Annerose
1. Weltwirtschaft 1.1. Herstellung und Konsum in China Die Erfindung des Heißgetränks T. geschah in China. Zusammen mit Nordindien und Myanmar (Birma) stellte das südwestl. China das natürliche Verbreitungsgebiet der T.-Pflanze dar. Die Entwicklung verlief in mehreren Schritten über Jahrhunderte: Einem nur zu Arzneizwecken kreierten, extrem bitteren Extrakt aus gekochten T.-Blättern folgten gepresster T.-Kuchen, pulverisierter T., getrockneter loser Blatt-T. und schließlich unter den Dynastien Yuan (1271–1368) und Ming (1368–1644) der grüne und schwarze T. Diese Innov…

Teichwirtschaft

(1,122 words)

Author(s): Ebert, Jochen
1. Allgemein Die T. zur Produktion von Süßwasserfisch für den Eigenbedarf und Verkauf war in zahlreichen Regionen Mitteleuropas bis ins 18. Jh. wesentlich weiter verbreitet als heute. Unter einem Teich verstand man sowohl ein natürlich stehendes als auch ein künstlich aufgestautes Gewässer, das für die Fischzucht genutzt wurde. Wichtigste Nutzfische waren Karpfen, Hechte und Forellen. Die für die Anlage künstlicher Teiche notwendigen Erdarbeiten veränderten nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch den Wasser-Haushalt der Landschaft [3. 37 f.]. 2. Verbreitungsgebiet…

Teilherausgeber/innen

(771 words)

FG 01: Staat, politische Herrschaft und internationales Staatensystem Prof. Dr. Ronald G. Asch (Freiburg): Monarchie; Staat Prof. Dr. Hartwig Brandt (Wuppertal): Politische Bewegungen Prof. Dr. Heinz Duchhardt (Mainz): Europa (bis FRE) Prof. Dr. Gabriele Haug-Moritz (Graz): Stände Prof. Dr. Christoph Kampmann (Marburg an der Lahn): Friede Prof. Dr. Bernhard Kroener (Potsdam): Krieg Prof. Dr. Rolf Reichardt (Gießen): Revolution Prof. Dr. Georg Schmidt (Jena): Freiheit Prof. Dr. Reinhard Stauber (Klagenfurt): Nation Prof. Dr. Anuschka Tischer (Würzburg): Europa ab FRI Prof.…

Teilungen Polens

(1,209 words)

Author(s): Gabriel, Martin
1. Vorgeschichte Die drei T. P. – oder korrekt: die T. des Doppelstaates Polen-Litauen – in den Jahren 1772, 1793 und 1795, die auch für die spätere Geschichte der poln. Nation tiefgreifende Zäsuren darstellen, sind nur vor dem Hintergrund sich verändernder Mächtekonstellationen in einer Zeit zu verstehen, in der das zaristische Russland sich seinen Platz unter den Großmächten zu sichern trachtete und das revolutionäre Frankreich die traditionellen Monarchien Europas verunsicherte (vgl. Europa 5.3.). Die expansionistischen Pläne des von Katharina II. regierten Russländis…

Telegraphie

(16 words)

s. Balkentelegraph | Elektrische Telegraphie | Optische Telegraphie

Telekommunikation

(2,098 words)

Author(s): Beyrer, Klaus
1. Begriff Der Begriff T. dient seit dem frühen 20. Jh. als Sammelbezeichnung für verschiedene Formen der Nachrichten-Übertragung. Eine Schrift des Franzosen Édouard Estaunié von 1904 ( Traité pratique de télécommunication électrique) bündelt in dieser Wortprägung Entwicklungen der Telegraphie und der Telephonie [8. 965]. Unter dem Einfluss nachrichtentechnischer Innovationen erfuhr das Substantiv Kommunikation (lat. communicatio, engl./franz. communication) im 20. Jh. einen Bedeutungswandel zu »Verständigung, Informationsaustausch«. Das Wortbildung…

Teleologie

(12 words)

s. Gottesbeweis | Ursache

Teleskop

(1,034 words)

Author(s): Gaulke, Karsten
1. Allgemein Das T. (von griech. tḗle, »weit«, und skopeín, »beobachten«) gehört mit dem Mikroskop und der Vakuum-Pumpe zu den technischen Erfindungen, welche die Naturforschung im 17. und 18. Jh. am stärksten beeinflussten (vgl. Wissenschaftliche Instrumente). Es erschloss einen Makrokosmos jenseits des mit dem menschlichen Auge Sichtbaren und veränderte die Vorstellungen vom Kosmos und die Selbstverortung des Menschen darin grundlegend. 2. Frühe Formen In der ersten Dekade des 17. Jh.s wurde vermutlich von holländ. Brillen-Machern das Linsen-T. erfunden. Die frühn…

Temperament

(947 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Modell Das Modell der vier T. (von lat. temperamentum, »richtige Mischung«) blieb in der Nz. – wie schon in Antike und MA – das gebräuchlichste Schema, den Charakter von Individuen zu beschreiben. Die von Aristoteles und Galen vollendete antike Einteilung in vier Grundtypen – den Sanguiniker, den Melancholiker (Melancholie), den Choleriker und den Phlegmatiker – stellte die Kategorien bereit, als deren je spezifische Kombination das einzelne Subjekt erklärt wurde. Zwar sei, so formulierte Freiherr von Knigge 1788, »mehrentheils in dem Segelwerke jedes Erdensohns …

Temperatur

(13 words)

s. Kleine Eiszeit | Klima

Tempo

(885 words)

Author(s): Möller, Hartmut
1. Allgemein S. Beschleunigung; Schnelligkeit; Zeit 2. Musik 2.1. Begriff Das T. sei, schrieb Wolfgang Amadeus Mozart am 25. 10. 1777 an seinen Vater, »das nothwendigste und härteste und die hauptsache in der Musique« [1. 83]. Seit dem 18. Jh. bezeichnete das ital. Wort tempo (von lat. tempus, »Zeit«) im dt. Sprachraum die Art und den Grad der Geschwindigkeit(en) von Musik. Der vielschichtige, sich einer bündigen Definition entziehende Begriff vermittelt die aus der ma. und frühnzl. Mensuralmusik und -theorie stammenden Bedeutungen von einerseits Zeiteinheit, andererseits…

Temporäre Migration

(1,098 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. Allgemein Im Gegensatz zur dauerhaften ist bei der T. M. die Rückkehr nach einer Abwesenheit von der Heimat fest eingeplant. Dabei unterscheidet man für die Nz. zwischen zwei Formen von Migranten: denjenigen, deren Arbeit eine mehrjährige Abwesenheit erforderten und solchen, die nur in einem Teil des Jahres abwesend waren und den Rest mit Arbeit auf ihrer eigenen – in der Regel klein- oder unterbäuerlichen – Landwirtschaft verbrachten. Im Folgenden geht es um die erste Gruppe (zur zweiten Gruppe vgl. Arbeitsmigration; S…

Tennis

(1,189 words)

Author(s): Mallinckrodt, Rebekka von
1. Begriff und Anfänge T. (spätma. und frühnzl. meist jeu de paume) war ein Ballspiel für zwei bis vier Personen, bei dem ein handtellergroßer Ball mit der flachen Hand (franz. paume), später mit einem Handschuh und ab dem frühen 16. Jh. zunehmend mit einem Schläger über eine mit Fransen behangene Kordel in das gegnerische Feld befördert und von dort noch im Flug oder nach der ersten Berührung mit dem Boden zurückgeschlagen werden musste. Das Spiel verlief nach wesentlich komplexeren Regeln als das heutige T., bezog u. a. seitliche Schrägdächer mit ein und ermöglic…

Teppich

(1,147 words)

Author(s): Lang, Heinrich
1. Allgemein In überlieferten Handelsakten und Inventaren der Nz. variieren Bezeichnungen für den Handel mit T., bei denen nach der Herstellungsart oriental. Knüpf-T. von europ. Wirk-T. zu trennen sind [4. 9]; [10. 3 f.]; [1]. Die Vertriebswege beider Güter waren grundsätzlich verschieden, sodass man sinnvoll auch zwei Marktsysteme unterscheiden kann. 2. Orientalische Knüpfteppiche Visuelle Quellen, insbes. Gemälde der Renaissance, zeigen den weit verbreiteten Gebrauch von oriental. Knüpf-T. als Fuß- oder Bodenbelag, als Überwurf über Tische oder…

Tercio

(874 words)

Author(s): Sikora, Michael
Der Begriff T. bezeichnete die größten Einheiten der span. Infanterie in der Zeit der habsburgischen Herrschaft vom ersten Drittel des 16. Jh.s bis zum Beginn des 18. Jh.s. Seine Herkunft ist unklar; er leitete sich vielleicht von einer ursprünglichen Drittelung einer Streitmacht, von der üblichen Zahl von 3 000 Soldaten oder aus der Kombination verschiedener Waffenarten ab. Angesichts der dominierenden Stellung, die Spanien bis zum Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) in Europa einnahm, kann T. als Inbegriff der militärischen Macht Spaniens dieser Zeit verstanden wer…

Terreur

(2,560 words)

Author(s): Reichardt, Rolf
1. Forschung Als extreme Ausprägung der Französischen Revolution in ihrer radikalen Hochphase (1793/94) hat die T. ( Schreckensherrschaft) in der Geschichtsschreibung seit jeher leidenschaftliche Kontroversen hervorgerufen. Doch die alten Streitfragen zwischen konservativen und liberalen, marxistischen und »revisionistischen« Historikern, ob die T. nun die logische Konsequenz der revolutionären (= rev.) Ideologie von 1789 ( thèse du complot) oder eine defensive Reaktion auf die innen- und außenpolit. Krisenlage der Revolution (= Rev.; thèse des circonstances) gewese…

Territorialstaat

(847 words)

Author(s): Schennach, Martin
1. Begriff T. ist ein maßgeblich von der dt.sprachigen Forschung geprägter Begriff. Er knüpft an die erstmals 1939 vorgenommene Differenzierung zwischen dem ma. Personenverbandsstaat und dem sich in SpätMA und der Frühen Nz. allmählich formierenden institutionalisierten Flächenstaat an [3] und dient der Beschreibung des frühmodernen Staates in Abgrenzung zum MA (vgl. Territorium 1.). In der dt. Rechts- und Verfassungsgeschichte wird unter T. in engerem Sinn zudem das Herrschaftsgebiet weltlicher und geistlicher Reichsfürsten verstanden [11. 146]. Deren Rechtsstellung …

Territorium

(2,423 words)

Author(s): Stauber, Reinhard
1. Begrifflich-methodische Probleme Unter T. wird heute im allgemeinen Sprachgebrauch das Gebiet eines autonomen Staatswesens in seiner flächenhaften Erstreckung verstanden. Die Begrifflichkeit noch des 18. Jh.s war demgegenüber breiter und umfasste Assoziationsfelder wie Gebiet, Landstrich oder Grund und Boden, bezeichnete aber auch schon konkret eine herrschaftlich durchdrungene Fläche, »das Land, so einem Potentaten, Fürsten, oder einer Republic zustehet und worüber sie zu befehlen hat« [1. 1139]. Im modernen wiss. Sprachgebrauch bedeutet T. eine staatlich…

Testament

(1,365 words)

Author(s): Brauneder, Wilhelm
1. Allgemein Nicht jede letztwillige Verfügung ist ein T.; zu jenen gehören weiterhin der Erbvertrag und das Vermächtnis ( Erbrecht). Das Spezifische des T. liegt darin, dass mit ihm eine Person (Testator, Erblasser) anderen Personen oder Institutionen ihr Vermögen oder Anteile (Quoten) davon im Falle ihres Todes (Erbfall) zuwendet. Zum Charakter des T. zählt außerdem, dass es sich um ein einseitiges Rechtsgeschäft des Testators handelt, der dieses daher auch jederzeit widerrufen oder abändern kann. Daraus versteht sich die Bezeichnung »Letzter Wille«, da das jüngere (»l…
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