Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Reichskreise

(841 words)

Author(s): Mally, Anton Karl
1. EinteilungDie Kreisverfassung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die am Beginn der Nz. begründet wurde, war in anderer Form schon im SpätMA geplant worden. Der Gedanke, die dt. Landesherrschaften zu regionalen Gruppen zusammenzufassen, fand seinen ersten nachweislichen Ausdruck auf dem Nürnberger Reichstag von 1383. Damals wurde die Handhabung des Landfriedens vier landschaftlichen ›Zirkeln‹ bzw. fürstlichen ›Parteien‹ anvertraut, die sich durch ihre äußere Umgrenzung über das regnum Teutonicum und das mit diesem lose verbundene Königreich Böhmen erstr…
Date: 2019-11-19

Reichskriegsverfassung

(995 words)

Author(s): Pelizaeus, Ludolf
1. EntwicklungDie R. der Nz. ist ein Beispiel für die Verlagerung des Wehrwesens vom Reich auf die Territorien. Diese Entwicklung verlief entgegengesetzt zu jener in den meisten westeurop. Ländern, wo die Gesamtmonarchie sich das Gewalt-Monopol im militärischen Bereich zu sichern vermochte (Militär; Landfriede). War die R. zunächst vornehmlich als Mittel gegen Friedensstörer im Inneren gedacht, entwickelte sie sich durch die Reichsdefensionalordnung von 1681 zu einer reinen Verteidigungsordnung, die allerdings immer mehr hinter di…
Date: 2019-11-19

Reichsmünzordnung

(918 words)

Author(s): Schneider, Konrad
1. AllgemeinAls R. werden die auf den Reichstagen in Esslingen (1524) und Augsburg (1551 und 1559) verabschiedeten Regelungen zur Vereinheitlichung des Münzwesens des Alten Reiches verstanden. Eine solche Vereinheitlichung war notwendig geworden, weil die willkürlichen Veränderungen des Münzfußes, d. h. der Zahl der aus einer Gewichtseinheit Metall zu schlagenden Münzen, durch die Münzherren einzelner Territorien Handel und Gewerbe wirtschaftlich schädigten. R. waren Teil der Reichsreform des 16. Jh.s.Das Münzwesen des Alten Reiches war im 14. und 15. Jh. von mäc…
Date: 2019-11-19

Reichspost

(789 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Obwohl das mitteleurop. Post-Wesen keine Institution des Alten Reiches war, wurde es doch von Anfang an als kaiserlich empfunden. Ursache dafür war, dass der dt. König Maximilian I. (ab 1508 Kaiser) noch zu Lebzeiten seines Vaters, Friedrichs III., 1490 die lombardische Postbetreiberfamilie der Tassis/Taxis nach Innsbruck holte. Als die Post im frühen 16. Jh. zu einer öffentlichen Einrichtung wurde, erfolgte die Finanzierung bereits über Maximilians Sohn, Herzog Philipp den Schönen von Burgund. Die Zentrale des kaiserlichen Postwesens befand sich seit 1501 in Brüssel. Daran ä…
Date: 2019-11-19

Reichspublizistik

(899 words)

Author(s): Weber, Wolfgang E.J.
Der Forschungsbegriff R. ist die dt. Form der um 1600 eingeführten lat. Kategorie Ius publicum Imperii, mit der das Fach des Öffentlichen Rechts des Heiligen Römisches Reiches Deutscher Nation bezeichnet wurde; ferner wird er heute zur Kennzeichnung aller zeitgenössischen Schriften eingesetzt, die sich mit dessen Verfassung und Politik beschäftigen.Die Entstehung der wiss. Reflexion über das Recht des Reiches gegenüber anderen Rechten, über die Rechte der Inhaber von Reichsämtern und über die Rechtsbeziehungen der Reichsinstitutionen untereinander g…
Date: 2019-11-19

Reichsritter

(855 words)

Author(s): Pelizaeus, Ludolf
1. Historische EntwicklungZur R.schaft (lat. nobilitas libera et immediata imperii) zählten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation Angehörige des niederen Adels, die ein Gut von festgesetzter Mindestgröße und v. a. Reichsunmittelbarkeit besaßen.Die Vorformen der R.schaft reichen ins späte MA zurück und hatten ihre regionalen Schwerpunkte am Rhein, in Franken und Schwaben sowie in den im MA königsnahen Landschaften. Schon im 15. Jh. bildete diese Adelsgruppe Einungen (Genossenschaften). Bei diesem Prozess spalteten sich die Grafen als sep…
Date: 2019-11-19

Reichsschluss

(2 words)

s. Reichsgesetzgebung
Date: 2019-11-19

Reichsstadt

(1,107 words)

Author(s): Brandt, Robert
1. BegriffR. werden alle Städte im Alten Reich genannt, die unmittelbar dem König bzw. Kaiser sowie dem Reich unterstanden und Sitz und Stimme am Reichstag (Reichsstandschaft) besaßen. Da die R. keinem Landesherrn untertan waren, sondern allein den Kaiser als Stadtherrn über sich hatten ( Reichsunmittelbarkeit), und da sie seit dem SpätMA auf den Hof- und Reichstagen vertreten waren, wo sie schließlich seit der Wende vom 15. zum 16. Jh. eine eigene Kurie bildeten, zählten sie zu den Reichsständen. Reichsunmittelbarkeit und Reichsstandschaft bezogen sich auf die Stadt als…
Date: 2019-11-19

Reichsstände, Reichsstandschaft

(5 words)

s. Reichstag | Ständeversammlung
Date: 2019-11-19

Reichstag

(1,449 words)

Author(s): Liebmann, Edgar
1. Wesen und AufbauR. bezeichnete im nzl. Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation die Versammlung der Reichsstände. Er war keinesfalls ein Parlament im modernen Sinn, sondern entsprechend der zeitgenössischen Formel ›Kaiser und Reich‹ neben und zusammen mit dem Kaiser wichtigstes Verfassungs-Organ des Reiches; in ihm bildete sich die komplexe ständische Verfassungsstruktur ab. Der R. setzte sich aus der kurfürstlichen, der reichsfürstlichen und der reichsstädtischen Kurie zusammen (vgl. Abb. 1). Entsprechend ihrer Stellung in der Reichshierarchie spielten die Kurfürs…
Date: 2019-11-19

Reichstaler

(2 words)

s. Taler
Date: 2019-11-19

Reichsunmittelbarkeit

(642 words)

Author(s): Pelizaeus, Ludolf
R. besaßen die nicht einer Landesherrschaft unterstellten natürlichen oder juristischen Personen und Korporationen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Dieser im europ. Zusammenhang einzigartige Rechtsstatus (reichsimmediat bzw. reichsfrei) äußerte sich in der unmittelbaren (immediaten) Unterstellung unter Kaiser und Reich, im Gegensatz zur Landeszugehörigkeit. Zwar hatten in Spanien die Inhaber einer señorío (›Herrschaft‹) umfangreiche Rechte gegenüber der Krone, und auf Adelsgütern in Frankreich und Großbritannien konnten die Grundherren Sonderre…
Date: 2019-11-19

Reichsverfassung

(2,126 words)

Author(s): Buschmann, Arno
1. Begriff Unter der R. des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ist in der Nz. dessen polit. und rechtliche Gesamtordnung zu verstehen, wie sie sich aus dessen Geschichte entwickelt und seit dem SpätMA reichsrechtlich verfestigt hatte. Die Zeitgenossen, namentlich die Vertreter der Reichspublizistik, sprachen statt von R. allerdings von (lat.) status bzw. status imperii, ›Staats-Verfassung‹ (›des Teutschen Reiches‹). Erst die Historiographie des 19. Jh.s bediente sich zunehmend des Ausdruckes ›R.‹, der seither zu einem gebräuchlichen Termi…
Date: 2019-11-19

Reichsvikariat

(2 words)

s. Sedisvakanz
Date: 2019-11-19

Reichtum

(2,717 words)

Author(s): Ago, Renata
1. DefinitionDas Nachdenken über das Wesen und die moralische wie polit. Berechtigung des R. ist sehr alt. Die bis ins MA und in die Frühe Nz. einflussreichste Analyse und Kategorisierung stammt aus Aristoteles’ Politik (Kapitel 1, 1256–1257), wo zwei Formen des R. unterschieden werden: Die eine dient dazu, die natürlichen menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen und ist durch deren Natur selbst begrenzt; die andere geht nicht aus den Bedürfnissen der Menschen hervor, sondern aus ihren (grenzenlosen) Begehrlichkeiten. Typ 1 ents…
Date: 2019-11-19

Reinheit

(915 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. AllgemeinDer Begriff R. wird universell verwendet, doch ist sein semantisches Feld kulturspezifisch gebunden. Je nach Kontext bezeichnet das Wort unterschiedliche Formen der R. Im Wortsinn bedeutet es Sauberkeit, etwa der Kleidung oder von Objekten. Im Kontext moderner Hygiene-Vorstellungen, die verstärkt im 19. Jh. aufkamen (vgl. Baden), meint R. bes. Keimfreiheit. Im übertragenen Sinn spielt der Begriff als rituelle oder spirituelle R. in den meisten Religionen eine bedeutende Rolle, weshalb vor relig. Handlungen häufig Purifikationsrituale vorgeschriebe…
Date: 2019-11-19

Reinkarnation

(2 words)

s. Seelenwanderung
Date: 2019-11-19

Reis

(2,278 words)

Author(s): Häberlein, Mark | Sanz Lafuente, Gloria
1. Weltwirtschaft 1.1. Asien bis 1800Im gesamten subtropischen und tropischen asiat. Raum wird R. seit Jahrtausenden produziert; er hatte auch in der Nz. als Grundnahrungsmittel enorme Bedeutung. Als Grundformen der Produktion sind der Anbau in natürlich überfluteten bzw. überstauten Küsten- und Flussniederungen ( Sumpf- bzw. Wasser-R.), der Terrassenfeldbau mit künstlicher Bewässerung sowie der Anbau anspruchsloserer Sorten in Höhenlagen (Berg-R., Trocken-R.) zu unterscheiden. Aufgrund der Tatsache, dass Süd- und Ostasien klimatisch bed…
Date: 2019-11-19

Reise

(9,928 words)

Author(s): Beyrer, Klaus | König, Hans-Joachim | Eggert, Marion | Mathias, Regine | Dharampal-Frick, Gita | Et al.
1. Europa 1.1. Begriff und ForschungDas Wort R. (von ahdt. reisa, mhdt. reise, ›sich in Bewegung Setzen, Aufbrechen, von einem Ort Weggehen‹, auch unter Zwang) entsprach bis in die Frühe Nz. hauptsächlich dem ›Aufbruch zum Kriege‹ oder meinte den Kriegszug selbst. Seit dem 16. Jh. verlor der militärische Bedeutungszusammenhang an Gewicht und trat hinter eine allgemeine Verwendung im Sinne von ›Ortswechsel‹ zurück [1. 718–723, 734–739]. Aus jüngerer Zeit stammen Konnotationen im Umfeld von ›Bildung‹ (Bildungsreise) und ›Vergnügen‹ (R.-Lust).In den einschlägigen Forschungs…
Date: 2019-11-19

Reisebericht, Reisebeschreibung

(5 words)

s. Reise | Reiseliteratur
Date: 2019-11-19
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