Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Rechenkunst

(1,565 words)

Author(s): Epple, Moritz
1. Allgemeines Die Techniken und medialen Voraussetzungen des Rechnens gehören zu den ältesten Kulturleistungen der Menschheit. An manchen Orten (wie z. B. im Süden Mesopotamiens am Ende des 4. Jt.s v. Chr.) war die Einführung der Schrift unmittelbar mit Praktiken des schriftlichen Rechnens und Buchhaltens verknüpft. Wo eine theoretischere Arithmetik entstand, wie im antiken Griechenland, blieb das praktische Rechnen selbstverständlich weiterhin erhalten und besaß in vielen Fällen eine eigene Geschichte, die allerdings teilweise durch die Gesch…

Rechenmünzen

(867 words)

Author(s): Schneider, Konrad
R. sind Geldeinheiten, die nur in der Verwaltung und nur zu Zähl- oder Messzwecken verwendet wurden. Sie unterscheiden sich damit von den tatsächlich ausgeprägten oder Spezies- Münzen, die der Wertaufbewahrung sowie konkret als Tausch- sowie Zahlungsmittel dienten. Die vom MA bis ins 18. und teils ins 19. Jh. gebräuchlichen R. erlaubten es, über längere Zeiträume die Preise von Waren und die Höhe von Zahlungsvorgängen trotz der Vielzahl nzl. Währungen einheitlich und in langlebigeren Einheiten zu notieren. Mit Archivalien arbeitende Historiker beschäftigen sich meist me…

Recherche

(12 words)

s. Forschung | Informationsmedien

Rechnen, wirtschaftliches

(15 words)

s. Rechenkunst | Rechnungswesen

Rechnungswesen

(811 words)

Author(s): Gorißen, Stefan
Die Verwendung des Begriffs R., mit dem die quantitative Erfassung wirtschaftlicher Vorgänge eines Betriebs (betriebliches R.), eines Haushalts (in der Regel bezogen auf den öffentlichen Bereich) oder einer Volkswirtschaft (volkswirtschaftliche Gesamtrechnung) bezeichnet wird, lässt sich erst für das 20. Jh. erfassen, auch wenn die so umschriebenen Praktiken während der gesamten Nz. und vielfach sogar bereits seit dem MA gebräuchlich waren. Unter den drei zentralen Aufgaben, die das betriebliche R. der modernen Betriebswirtschaftslehre zufolge heute erfü…

Rechristianisierung

(775 words)

Author(s): Christophersen, Alf
Mit R. bezeichnet man seit dem letzten Drittel des 19. Jh.s das Ziel relig.-polit. Anstrengungen, dem Rückgang des gelebten und des öffentlich präsenten Christentums, d. h. der Säkularisierung und Dechristianisierung Europas und Nordamerikas, sowie auch der Religionskritik zu begegnen [1]; [3]. Allerdings war die relig. Entwicklung schon bald nach der Reformation von religiösen Reformbewegungen geprägt, denen die kirchenkritische Diagnose zugrunde lag, dass das Christentum weithin nur als Namenschristentum oder rechte Lehre existiere, nicht ab…

Recht

(10,064 words)

Author(s): Otto, Martin
1. Begriff Im MA bezeichnete R. (lat. ius, franz. droit, engl. right; vgl. lat. lex, franz. loi, engl. law, ursprgl. »Gesetz«) – eigentlich eine seit dem 8. Jh. nachweisbare Substantivierung des Adjektivs reht (»recht«, »gerade«, »richtig«) – eine göttlich gesetzte Ordnung [53. 249 f.]. Schriftliche R.-Sammlungen waren mit wenigen Ausnahmen (Stadtrechte) nicht normativ zu verstehen. Aufgrund des Wirkens der ma. Rechtsschule von Bologna und des sog. Gelehrten Prozesses, die sich an das überlieferte und an den Universitäten gelehrte röm.…

Recht

(14 words)

s. Rechtsphilosophie und Naturrecht | Rechtswissenschaft

Rechtfertigungslehre

(777 words)

Author(s): Ohst, Martin
In Anknüpfung an Gedanken des Apostels Paulus hatte der Kirchenvater Augustinus um 400 seine Erwählungs- und Gnadenlehre ausgearbeitet: Gott qualifiziere die von ihm vor aller Zeit aus der verlorenen Sündenmenschheit Erwählten für das ewige Heil, indem er ihnen durch die kirchl. Lehre und die Sakramente seine Gnade mitteile. Dies befähige die Erwählten, sein Gesetz zu erfüllen, wozu ihr durch die Erbsünde gelähmter eigener Wille unfähig sei. Fraglich blieb dabei, wie sich in Gott die richterlich…

Recht, Islam

(13 words)

s. Scharia

Rechtliches Gehör

(15 words)

s. Rechtsstaat | Strafverteidigung

Rechtlosigkeit

(14 words)

s. Ehrverlust | Reichsacht | Unehrlichkeit

Recht, öffentliches

(14 words)

s. Öffentliches Recht

Rechtsanwalt

(10 words)

s. Anwalt

Rechtseinheit

(739 words)

Author(s): Avenarius, Martin
Von R. spricht man, wenn und soweit in einem oder mehreren Territorien dasselbe Recht gilt. Relative R. bestand in der Nz. in weiten Teilen des lat. Europa aufgrund der Tradition des ma. ius commune ( Gemeines Recht) [1]. Es war aus der Integration des röm. und kanonischen Rechts entstanden und hatte eine West- und Mitteleuropa umfassende Rechtskultur entstehen lassen, die auch das Common Law einbezog [7]. Die Rezeption des römisch-kanonischen Rechts hatte nicht allein zur Verbreitung entsprechender Rechtsregeln in Europa geführt, sondern hatte v. a. den Umga…

Rechtsenzyklopädie

(10 words)

s. Rechtsliteratur

Rechtsgeschichte

(1,206 words)

Author(s): Klippel, Diethelm
1. Begriff Unter R. kann man zum einen die Geschichte der jeweils kulturell geprägten rechtlichen Normen und ihrer Anwendung verstehen; zum anderen ist R. die Bezeichnung für diejenige Teildisziplin der Rechtswissenschaft und Geschichtswissenschaft, die sich mit der Geschichte dieser Normen befasst, einschließlich der kulturellen, polit., ökonomischen und sozialen Zusammenhänge. Die R. im letzteren Sinne lässt sich erstens nach den behandelten Rechtsbereichen unterteilen (u. a. in Privatrechts-, Strafrechts- und Verfassungsg…

Rechtsgutachten

(12 words)

s. Aktenversendung | Konsilien

Rechtskraft

(691 words)

Author(s): Ruppert, Stefan
1. Begriff Der Begriff der R. entstammt dem Prozess-Recht und beschreibt die Wirkung gerichtlicher Urteile und behördlicher Entscheidungen. Man unterscheidet zwischen formeller und materieller R. Von Ersterer spricht man, wenn eine Entscheidung mit einem ordentlichen Rechtsmittel oder einem befristeten Rechtsbehelf nicht mehr angegriffen werden kann. Tritt diese formelle R. ein, so bestimmt die materielle R., dass auch die Entscheidung über den in Frage stehenden Anspruch für die Parteien, Behörden und Gerichte in einem späteren Verfahren bindend ist. Mit der R. sollen Rec…
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