Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Rhabarber

(906 words)

Author(s): Mittag, Achim
1. Gemüserhabarber Der Rh. gehört wie etwa Sauerampfer und Buchweizen zu den Knöterichgewächsen. Von dem allseits bekannten Gemüse-Rh. (lat. Rheum rhabarbarum), aus dessen Blattstielen Kompott, Kuchen oder Marmelade gemacht wird, ist der China- oder Medizinal-Rh. ( Rheum palmatum) zu unterscheiden. Letzterer ist an seinem Stengel zu erkennen; er erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 3 m, verzweigt sich im Bereich des Blütenstandes und ist dicht mit Blütenquirlen besetzt. Ausschließlich seine Wurzel fand mediz. Verwendung [8. 841–851]. Kultivierung und Verzehr des Gemüse-R…

Rheinbund

(1,673 words)

Author(s): Otto, Martin
Rh. (franz. Confédération du Rhin, engl. Confederation of the Rhine) bezeichnet zwei durch franz. Einfluss entstandene nzl. dt. Staatenbünde. 1. Erster Rheinbund 1658 Ein erster Rh. (»Rheinischer Bund« bzw. »Rheinische Allianz«; franz. Ligue du Rhin) wurde am 14. 8. 1658 in Frankfurt am Main aus Anlass der Wahl des Habsburgers Leopold I. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation auf Initiative Johann Philipp von Schönborns, des Kurfürsten von Mainz, geschlossen [10]. Seine Mitglieder waren Kurmainz, Kurköln, Pfalz-Neuburg, Bremen-Verden, Braunschw…

Rheinisches Recht

(680 words)

Author(s): Haferkamp, Hans-Peter
Rh. R. bezeichnet allgemein das in den am Rhein gelegenen Territorien geltende nzl. Recht ( Partikularrecht). Im engeren Sinne wird darunter das in den linksrheinischen Gebieten zwischen Konstanz und Kleve im 19. Jh. geltende franz. R. verstanden. Nach dem Frieden von Lunéville (1801) begann Frankreich damit, die eroberten Rheinlande dem franz. R.-System anzupassen. Damit endete hier die für das Ancien Régime kennzeichnende R.-Zersplitterung in viele lokale R.-Ordnungen. In der Umsetzung mit vielen Kompromissen wurde langsam das franz. Feudalsystem abgeschafft [3] (Feuda…

Rheinkrise

(918 words)

Author(s): Gabriel, Martin
Die Rh., die Europa 1840 an den Rand eines Krieges zwischen Frankreich und den Staaten des Deutschen Bundes führte, entwickelte sich aus den franz. Forderungen nach Revision der auf dem Wiener Kongress 1814/15 vereinbarten Verträge i. Allg. und nach Wiedererwerb des linken Rheinufers im Speziellen. Ihren Ursprung hatte die Krise jedoch nicht in Europa, sondern im Osmanischen Reich. Der vom Sultan Maḥmūd II. eingesetzte Vizekönig von Ägypten, Muḥammad ‘Alī (Mehmet Ali), versuchte – gegen den Willen seines Oberherrn – in den 1830er Jahren, ein erbliches arab. …

Rhetorik

(4,470 words)

Author(s): Schirren, Thomas | Synofzik, Thomas
1. Grundlagen In der griech. Antike entwickelte sich seit dem 5. Jh. v. Chr. eine systematische Erforschung von Phänomenen der Rede und Rh. (»Redekunst«). Was zunächst durch Musterreden vom Lehrer an den Schüler weitergegeben wurde, wurde bei Aristoteles im 4. Jh. v. Chr. zum Gegenstand einer systematischen Suche nach den Ursachen gelungener Überredung und Überzeugung (Persuasion); er erkannte Sachbeweis, Rednerethos und Affekteinwirkung als die drei rhetorisch (= rhet.) wirkungsmächtigsten Ursachen. Hauptwerke der röm. Rh. sind die anonyme Rhetorik an Herennius sowie …

Rheuma

(1,339 words)

Author(s): Gadebusch-Bondio, Mariacarla
1. Begriffsgeschichte Als » Erkrankungen des Bindegewebes und schmerzhafte Störungen des Bewegungsapparates, die sämtlich zur Ausbildung chronischer Symptome führen können« definierte die Weltgesundheitsorganisation 1978 rheumatische (= rheum.) Erkrankungen. Der Weg zu dieser begrifflichen Festlegung begann schon in der Antike. Mit griech. rheúma (»Fluss«, »Fließen«) beschrieb bereits Empedokles im 5. Jh. v. Chr. »Strömungen« innerhalb des Körpers und dadurch hervorgerufene Krankheiten. In den hippokratischen Schriften werden akute Gelenkschmerzen durc…

Rhythmus

(2,477 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang | Tischer, Matthias
1. Natürliche Rhythmen 1.1. Definition Der Rh. (von griech. rhythmós, »Fließen«, »Gleichmaß«) als gleichmäßig gegliederte Bewegung bzw. regelmäßige Wiederkehr bestimmter Merkmale ist ein wesentliches Element zur Gliederung von Zeit. Er gliedert astronomische oder »natürliche« (u. a. Jahreszeiten), physikalische (u. a. Pendel), biologische (u. a. Zellteilung, Herzschlag, Atmung), psychische (psychische Abläufe in Kongruenz zur Biorhythmik) und kulturelle Prozesse (vgl. Periodizität). Darüber hinaus ist er ein grundlegende…

Richter

(3,622 words)

Author(s): Czeguhn, Ignacio | Müßig, Ulrike
1. Grundlagen Der R. war im Europa der Frühen Nz. die Persönlichkeit, die für die Verhandlung und/oder Entscheidung von Rechtsstreitigkeiten bei Gericht zuständig war. Diese Position setzte nicht zwingend einen gelehrten Juristen voraus, sondern konnte u. a. kraft Herkommens (Patrimonialgerichtsbarkeit) oder durch Laienrichter ausgeübt werden. Während im angloamerikan. Rechtskreis (vgl. Common Law) die Bedeutung nichtgelehrter R. für die Entscheidungsfindung erhalten blieb, setzte sich in Kontinentaleuropa mit der Rezeption…

Richterrecht

(1,621 words)

Author(s): Czeguhn, Ignacio
1. Definition R. bezeichnet objektives Recht, das durch den Spruch eines Richters oder Gerichts gefunden wird und ab diesem Zeitpunkt Geltung beansprucht. Allgemein ist es der Inbegriff derjenigen Rechtsnormen und -grundsätze, die von Richtern ohne Auslegung eines vorgegebenen Gesetzes oder Gewohnheitsrechts bei der Beurteilung von Einzelfällen geschaffen werden. Im anglo-amerikan. Recht herrscht bis heute ein wesentlicher Einfluss des R. vor, während im kontinentaleurop. Rechtskreis das durch den Gesetzge…

Rinder

(1,608 words)

Author(s): Poppinga, Onno
1. Herkunft Die Vorfahren der europ. Haus-R. kamen aus Syrien und Anatolien. Binnen weniger Menschengenerationen verbreiteten sie sich über Süd-, Mittel-, Nord- und Osteuropa. Sie stammen nicht vom europ. Ur (Auer oder Auerochsen) ab, der im Übrigen stark bejagt wurde; das letzte dieser Tiere starb 1627 in einem Wildgatter in Polen [5. 264]. 2. Nutzung In Regionen mit starker R.-Haltung (z. B. in Österreich und der Schweiz) spielten Rindfleischgerichte eine besondere Rolle in Nahrungsmittelversorgung und Esskultur (Fleischkonsum). Milch-Produkte wurden v. a. in Süddeutsch…

R (index) Figure person

(465 words)

Radetzky (Radetz), Joseph Wenzel, Graf; Feldmarschall, 1766-1858 Trikolore Raffael, Santi, Raffaello; Maler, Baumeister, 1483-1520 Deckenmalerei | Engel | Gestik | Groteske | Historienbild Rahl, Carl Heinrich; Kupferstecher, 1779-1843 Überschwemmung Raimondi, Marcantonio; Kupferstecher, um 1480-1530 Renaissance | Reproduktionsgraphik | Sünde Ramberg, Johann Heinrich; Maler, Zeichner, 1763-1840 Gelehrte Frauen Ramberg, Johann Heinrich; Maler, Zeichner, 1763–1840 Literarische Institutionen Rameau, Jean-Philippe; Komponist, Musiktheoretiker, 1683–1764

R (index) Figure Subject

(249 words)

Radierung, Druckgraphik Raffination, Raffinerie, Zinn Rathaus, Bürgerunruhen | Renaissance Raub, Kriminalgeschichte | Postraub Raubtiere, Werwolf Rechenkunst, Analysis Recht, Rechtsphilosophie und Naturrecht | Reichshofrat Recycling, Wiederverwertung Rederijker, Stadt Reduktion, Jesuitenstaat Reformation, Evangelische Kirchen | Feindbild | Konfessionalisierung Reformationsjubiläum, Feindbild Reformkatholizismus, Gesangbuch Regent/in, Herrscherin Regierung, Karikatur Reich, Symbol Reichsabschied, Rechtsphilosophie und Naturrecht Reichsfürst, …

Ringen

(967 words)

Author(s): Mallinckrodt, Rebekka von
R. im Sinne eines unbewaffneten Kampfes gehörte im MA und zu Beginn der Frühen Nz. zu den ritterlichen Behändigkeiten ( Ritter; Wettkampf). Bes. attraktiv erschien am R., dass auch ein körperlich Unterlegener den Gegner mithilfe überlegener Technik besiegen konnte [9. 174]. R. wurde als vorbereitendes Training für andere Kampftechniken gesehen, aber auch als Ergänzung zum Kampf mit diversen Waffen bzw. als lebensnotwendig im Falle eines überraschenden Angriffs oder bei Verlust der eigenen Waffe. Deshalb enthalten die meisten Fechtbüch…

Ringreiten

(10 words)

s. Sport

Risorgimento

(895 words)

Author(s): Altgeld, Wolfgang
1. Anfänge und Hintergründe R. (ital.; »Wiederauferstehung«, »Wiedererhebung«) war der Titel einer von Cesare Balbo im Herbst 1847 gegründeten und seit 1848/49 von Camillo Benso di Cavour herausgegebenen Tageszeitung, die in der ital. Freiheits- und Einigungsbewegung liberal-konservative und propiemontesisch-monarchistische Überzeugungen vertrat. Gegen Ende des 19. Jh.s setzte sich der Begriff als geläufige Bezeichnung der vielgestaltigen Bewegungen zur Gründung des ital. Nationalstaats von 1861 mitsamt seinen territorialen Abrundungen von 1866 (Venet…

Riten, chinesische

(18 words)

s. Konfuzianismus | Ostasiatische Gesellschaften | Ritenstreit

Ritenstreit

(1,774 words)

Author(s): Mittag, Achim
1. Historische Bedeutung Als R. bezeichnet man die im 17./18. Jh. langanhaltende Auseinandersetzung über die Missions-Tätigkeit der Jesuiten in China – genauer gesagt über das jesuitische (= jes.) Missionskonzept der Akkommodation (= Akk.). Eine wesentliche Rolle spielte dabei die Frage, inwieweit den chines. Konvertiten (Konversion) die Ausführung der Riten im Ahnen- und Konfuziuskult gestattet werden könne. Der R. bedeutete zugleich – nach den frühen Kulturkontakten in der Antike und dann den Franziskaner-Missionen sowie der Reise Marco Polos im MA – das Ende der …

Ritter

(1,569 words)

Author(s): Wrede, Martin
1. Rittertum und Neuzeit Als soziales wie militärisches Phänomen mochte das R.tum recht eindeutig dem MA zugehört haben. Als moralisches, intellektuelles und auch ästhetisches Phänomen ragte es jedoch nicht nur weit in die Nz. hinein, sondern es prägte sie entscheidend – jedenfalls in der Welt des Adels und der Höfe. Wenn auch der Honnête homme und der Gentleman keine R. mehr waren, sondern deren Nachfolger und Erben, so fiel doch das Ende des R.tums mit dem »Herbst des MA« keineswegs zusammen [9] (Mittelalterrezeption). Die militärische Profession wandelte sich bereits seit…

Ritterakademie

(787 words)

Author(s): Töpfer, Thomas
Als R. werden Spezial- Schulen des Adels bezeichnet, die sich sowohl den gelehrten Studien als auch der Ausbildung in den standesspezifischen Fertigkeiten und Exerzitien widmeten [1. 241] (Standesbildung). Ihre Ursprünge liegen in den im 16. Jh. in Italien entstandenen Ausbildungsstätten, die sich dem Unterricht in der Reitkunst und in Waffentechniken verschrieben hatten (etwa der Scuola di maneggio des Federico Grisone in Neapel, 1532) [4. 41]. Diese »Reitschulen« verbreiteten sich rasch in Mittel- und Westeuropa. In Frankreich entstanden in Verbindung mit humanistischen …

Rittergut

(674 words)

Author(s): Flügel, Axel
Der Ausdruck R. bezeichnet eine Rechtsqualität, die von einem ländlichen Ensemble abgeleitet wurde, das aus einem Herrenhaus, dazu gehörigen agrarischen Nutzungen und weiteren Berechtigungen bestand ( Gut). Zum ma. Ritter-Stand steht das R. nur in loser Beziehung, mit der Reichsritterschaft hat die Bezeichnung nichts zu tun. Der Begriff gehört vielmehr in den Staatsbildungsprozess der Frühen Nz. (Staat). Er gewann im dt. Sprachraum im 19. Jh. große Bedeutung in den Debatten um die konstitutionelle Monarchie. Der Begriff Grundherrschaft umfasst dagegen einen hochkompl…

Ritterorden

(1,714 words)

Author(s): Wrede, Martin
1. Geistliche Ritterorden 1.1. Ursprünge Der Anfang der frühnzl. R. lag in der Epoche der Kreuzzüge. Sie brachten zunächst die geistlichen Orden hervor – die drei größten waren die Templer, die Johanniter und die Deutschherren –, mittelbar dann auch die weltlichen. Ursprünglich der Krankenpflege und Pilgerversorgung verschrieben, hatten die geistlichen Orden sich im Lauf des 12. Jh.s zu Gemeinschaften von Kriegern bzw. »Ritterbrüdern« verwandelt, die ihre Hauptaufgabe in der Verteidigung der Kreuzfahrerstaaten sahen. Der Verlu…

Ritterroman

(730 words)

Author(s): Wolf, Klaus
Im weiteren Sinne umfasst der Begriff R. alle Romane, in deren Handlung Ritter eine tragende Rolle spielen; er integriert also auch den (überwiegend in Versen gedichteten) höfischen Roman des hohen und späten MA. Üblicherweise wird in der Literaturwissenschaft mit dem Terminus R. jedoch eine europaweit verbreitete nzl. Form des Prosaromans bezeichnet. Dieser kann – in Form von Prosaauflösungen der Artus- und Heldenepik (Heldendichtung) – auf ma. Stoffvorlagen beruhen (Epen mit Lancelot, Tristan oder Roland als Protagonisten), aber auch der Fabulierkunst und dem subjektiven M…

Ritual

(2,701 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff Das Wort R. leitet sich von dem lat. Begriff ritus (»kultischer/relig. Brauch«) her. Er bezeichnet eine Abfolge von Handlungen, die i. Allg. nach einer weitgehend festgelegten Ordnung auszuführen sind. R. und Ritus überschneiden sich im heutigen Sprachgebrauch häufig, sind jedoch nicht identisch. Während sich der Begriff R. auf den Ablauf einer komplexen Handlungssequenz bezieht, kann ein Ritus sowohl mehrere als auch nur eine einzige rituelle Handlung bezeichnen. In den christl. Kirchen meint R. außerdem die Ordnung für den Ablauf des Gottesdienstes, etwa das i…

Ritualmordvorwurf

(10 words)

s. Judenfeindschaft

Rivalität, koloniale

(1,769 words)

Author(s): König, Hans-Joachim
1. Allgemein K. R. bezeichnet den Konkurrenzkampf um die Vormachtstellung in Europa und in anderen Weltregionen, den europ. Staaten seit der Entdeckung Amerikas und der nachfolgenden europ. Expansion durch den Erwerb von Kolonien und die Errichtung von Kolonialreichen austrugen. Sie ist insofern ein Charakteristikum der nzl. europ. Geschichte und Politik, als nicht-europ. Staaten wie z. B. China (vgl. Chinesische Welt 4.), das Mogulreich oder das Osmanische Reich zwar Expansionspolitik betrieben, aber nicht in andere Kontinente …
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