Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Ruhm

(1,024 words)

Author(s): Wrede, Martin
1. Charakteristika In der frühnzl. Vorstellung war R. vor allem Nach-R. Hier verschmolzen die älteren Vorstellungen von lat. gloria, der ewigen Herrlichkeit Gottes, und fama, des dauerhaft gesicherten guten Rufes. Als Friedrich II. von Preußen 1740 mit seiner Armee zum »Rendezvous des R.«, d. h. zur Eroberung Schlesiens, aufbrach, zielte er damit nicht nur auf den Erwerb des bis dahin österr. Landes, sondern auch auf den Erwerb von Reputation und Ansehen in den Augen von Zeitgenossen und Nachlebenden. Er wollte, wie er es selbst ausdrückte, »sich einen Namen machen« [9. 167]. Ein so…

Rührstück

(708 words)

Author(s): Beck, Michael | Weber, Alexander
Das R. ist ein europ. Dramen-Genre des 18. und frühen 19. Jh.s, bei dem das Publikum durch ein trauriges, jedoch nicht tief tragisches Schicksal der bürgerlichen handelnden Figuren gerührt werden soll. Ziel ist es, bei den Rezipienten rührende Empfindung sowie Identifikation und ruhige Sympathie mit diesen hervorzurufen. Vom bürgerlichen Trauerspiel unterscheidet sich das R. v. a. durch die Auflösung der tragischen Verstrickungen in einem happy end; somit ähnelt es in seinem Aufbau einer Komödie. Das Personal besteht überwiegend aus Bürgern, Kaufleuten und Beamte…

Ruine

(1,009 words)

Author(s): Schweizer, Stefan
1. Rom-Mythos und Ideengeschichte Der im 16. Jh. einsetzenden und im 18. Jh. kulminierenden Faszination durch künstliche R. geht eine Geschichte der R.-Ästhetik voraus, die bis ins HochMA zurückreicht. In einem Romgedicht des Hildebert von Lavardin aus dem frühen 12. Jh. findet sich das in der Frühen Nz. vielfach aufgegriffene lat. Motto Roma quanta fuit, ipsa ruina docet (»Noch die R. lehrt, wie groß Rom einst war«) [16]. Die R. Roms erfuhren eine Sinnzuweisung als Gedächtnis-Träger, woran im SpätMA u. a. Francesco Petrarca, Flavio Biondo und Poggio Bracciolini anknüpften.…

Rumänische Orthodoxe Kirche

(948 words)

Author(s): Henkel, Jürgen
1. Historische Entwicklung Die R. O. K. war im ausgehenden MA in voneinander unabhängige, nach territorial-ethnischem Prinzip organisierte Metropolien der Fürstentümer strukturiert. 1359 kam es zur Anerkennung der »Metropolie der Ungrowalachei« mit Sitz in Curtea de Argeş (ab 1517 Târgovişte, seit 1668 Bukarest), 1401 der »Metropolie der Moldau« mit Sitz in Suceava (ab 17. Jh. Jassy/Iaşi) durch das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel (Patriarchate, christliche). Diese behaupteten bis ins 19. Jh. ihre jurisdiktionelle Unabhängigkeit und w…

Russische Orthodoxe Kirche

(1,686 words)

Author(s): Wasmuth, Jennifer
1. Autokephalie (15. bis 16. Jahrhundert) In der Geschichte der R. O. K. bedeutete das 15. Jh. einen folgenreichen Wendepunkt, da in dieser Zeit die Loslösung vom Ökumenischen Patriarchat in Konstantinopel erfolgte ( Patriarchate, christliche 2.). Nachdem der Versuch des Metropoliten von Kiev Isidor gescheitert war, die 1439 auf dem Konzil von Ferrara-Florenz geschlossene Union zwischen Ost- und Westkirche auch im Russ. Reich durchzusetzen, erklärte sich die Moskauer Bischofssynode von 1448 für autokephal (Autokephalie) und wählte den von Konstantinopel zuvor …

Russlandhandel

(1,357 words)

Author(s): Veluwenkamp, Jan Willem | Prankel, Dieter
1. Der Handel nach Westen In MA und Nz. umfasste der R. hauptsächlich Transaktionen von westeurop. Ländern mit Russland, d. h. ab dem 12. Jh. mit dem Fürstentum Nowgorod, dann seit dem 16. Jh. mit dem Fürstentum Moskau und schließlich im 18. und 19. Jh. mit dem zaristischen Russland ( Russländisches Reich). Vom 12. bis zum 16. Jh. trieben Kaufleute der Hanse Handel mit Nowgorod. Lange führte Russland v. a. Pelze und Wachs aus; im 15. Jh. kamen Hanf, Flachs und Talg hinzu (vgl. Osteuropäische Wirtschaft 2.1.). Der Niedergang des Handels in Nowgorod setzte 1581 durch die…

Russländische Gesellschaften

(6,730 words)

Author(s): Nolte, Hans-Heinrich | Marasinova, Elena
1. Lebensformen und soziale Formationen 1.1. Autonome Räume Die Grundlage der R. G. bildeten während der gesamten Nz. die Bauern. Im Zentrum des Reichs im Gebiet um Moskau wirtschafteten sie im 18. Jh. meist nach den Regeln der Dreifelderwirtschaft; im Norden und Osten zogen sie als Rodebauern durch die Wälder und im Süden sowie Südwesten bauten sie auf sog. wandernden Feldern an, die nach zwei bis drei Jahren wieder zu Steppe wurden [2. Nr. 76]. Die Bauern lebten in meist kleinen Weilern von wenigen hundert Menschen, die weit voneinander entfernt lagen. Die Herrsc…

Russländisches Reich

(8,773 words)

Author(s): Nolte, Hans-Heinrich
1. Begriff Das Russländische (russ. rossijskij) Imperium wird neu diskutiert, gerade nachdem ein russ. ( russkij) Politiker zum ersten Mal in der Geschichte einen Nationalstaat gegründet hat, auch wenn dieser wieder eine multiethnische Rossijskaja Federacija (»Russländische Föderation«) geworden ist. Die Diskussion wird aber ruhiger geführt als in der Periode des Kalten Kriegs: Die damals betriebene Politisierung nimmt ab, und durch die Nationenbildungen im Westen 1991 ist Russland diesem ferner gerückt; der Islam ist an die Ste…

Rüstungswesen

(2,641 words)

Author(s): Bahro, Steffi | Bingener, Andreas
1. Allgemein R. bezeichnet einen Komplex der frühnzl. Kriegführung, der alle kaufmännischen und obrigkeitlichen Netzwerke der Finanzierung, der Produktion von und des Handels mit Militärgütern wie Rüstungen, Hieb-, Stich- und Feuerwaffen, Geschützen und Munition sowie der Rohstoffgewinnung – u. a. von Salpeter als Basis für die Schießpulver-Herstellung (s. u. 4.–5.) sowie von Blei und Kupfer – verschränkte. Dagegen fiel die Werbung von Söldnern und Soldaten vom 14. bis zum 17. Jh. in das Ressort der Kriegsunternehmer bz…

Ruthenische Kirchen

(755 words)

Author(s): Bremer, Thomas
Als Ruthenen wurden in den westl. europ. Staaten (Polen-Litauen, Habsburgermonarchie) die dort lebenden Ostslawen bezeichnet. Der Begriff leitet sich von der ostslaw. Selbstbezeichnung »Rusiny« ab. Die Ruthenen gingen nach den Nationsbildungsprozessen des 19. Jh.s in den verschiedenen neu entstandenen Nationen auf. In kirchl. Hinsicht umfasste der Terminus bis in die Mitte des 20. Jh.s die griech.-kath. ( »unierte«) K. in den genannten Gebieten (Unierte Kirchen). Heute wird damit die griech.-kath. K. im ukrain. Transkarpatien bezeichnet. In der orthodoxen Kirche im poln…
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