Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Tochterrepubliken

(10 words)

s. Schwesterrepubliken

Tod

(4,338 words)

Author(s): Schäfer, Daniel | Thiede, Werner
1. Rahmenbedingungen 1.1. Kontinuität, Vielfalt und Wandel Sterben und T. bilden hinsichtlich ihrer histor. Wirksamkeit, aber auch bestimmter Umgangspraktiken ein Phänomen der longue durée in der europ. Geschichte. Als Tremendum und Faszinosum begegnet dieses den Menschen weit über den religionsgeschichtlichen Raum (s. u. 4.) hinaus und fordert zeitübergreifend zahlreiche soziale und kulturelle Reaktionen heraus. In Literatur, Kunst, Philosophie und Theologie wird kontinuierlich eine Auseinandersetzung mit der Verände…

Todesstrafe

(3,069 words)

Author(s): Schwerhoff, Gerd
1. Wende zur Neuzeit Die rechtsförmige Tötung eines Delinquenten wegen eines begangenen Unrechts als die schwerste strafrechtliche Sanktion findet sich prinzipiell in allen Epochen und Kulturkreisen, allerdings in je charakteristischer Ausprägung und Häufigkeit. Für Europa suchte die ältere Rechtsgeschichte deren ma. Ursprünge im »german.« ebenso wie im röm. Recht. Dabei wurden magisch-sakrale Motive (Strafopfer, Abwehrzauber, Blutrache) ebenso angeführt wie rationales Herrschaftskalkül. Die neuere Forschung …

Todesursache

(734 words)

Author(s): Vögele, Jörg
Der enorme Anstieg der Lebenserwartung in Westeuropa und Nordamerika seit dem ausgehenden 18. Jh. war von einem grundlegenden Wandel des T.-Panoramas begleitet. Zahlreiche Krankheiten sind aus den Industrienationen verschwunden, andere haben ihren Charakter verändert oder sind beherrschbar geworden und wiederum andere befinden sich auf dem Vormarsch. Eine systematische histor. Analyse dieses Wandels der Mortalität ist jedoch nicht einfach. Es ist zu berücksichtigen, dass sich die Zeitgenossen bis Mitte des 19. Jh.s einer vollkommen anderen Nosologie bedienten, die…

Toleranz

(3,745 words)

Author(s): Eckert, Georg
1. Allgemein T. meint Duldung. Sie ist das Komplementäre zur Freiheit der Andersdenkenden, Andershandelnden und Anderslebenden und war als solches immer umstritten – als Konzeption in der philosophischen Theorie, als Praxis im gesellschaftlichen Alltag und als Argument in der polit. Auseinandersetzung. Die Nz. erlebte in jeder dieser Hinsichten eine sukzessive, aber nicht lineare Ausweitung der Grenzen der T. Diese trat in zahlreichen Erscheinungs- und Begründungsformen auf, die sich keineswegs au…

Toleranzedikt

(1,222 words)

Author(s): Niggemann, Ulrich
1. Begriff Der Begriff T. bezeichnet in der Forschung eine Reihe von nzl. religionspolit. Verordnungen, die von der jeweiligen Obrigkeit erlassen wurden, um die Duldung von relig. Minderheiten und ihre Bedingungen innerhalb eines Gemeinwesens zu regeln (Toleranz). Als Beispiele können etwa das Edikt von Nantes (1598; Hugenotten), die Majestätsbriefe Kaiser Rudolfs II. für Böhmen und Schlesien (1609), das Religionsedikt Zarin Katharinas II. von Russland (1773), das Toleranzpatent Kaiser Josephs II. (1781) für die österr. Erblande (Josephinismus) oder die Edikte…

Tomate

(12 words)

s. Gemüse | Nutzpflanzen

Tonkunst, islamische

(3,235 words)

Author(s): Jäger, Ralf Martin
1. Kulturgeschichtlicher Überblick In den Jahren um 1500 durchlief der islam. Vordere Orient tiefgreifende polit. Wandlungen (vgl. Osmanisches Reich 2.3.), die einen nachhaltigen Einfluss nicht zuletzt auf die Musikkultur hatten. Seit der Eroberung Konstantinopels (1453) und der Zerschlagung der Reste des Byz. Reiches waren die Osmanen unter Sultan Meḥmed II. (reg. 1451–1481) endgültig zu einer bedeutenden Macht sowohl in Europa als auch im Vorderen Orient avanciert. Sultan Selīm I. (reg. 1512–1520) baute diese Position aus, indem er dem Reich zunächst Kurdistan (1514–151…

Tonlehre

(1,268 words)

Author(s): Jackson, Myles
1. Antike Tradition Wie in anderen Bereichen der Wissenschaft fußten die Vorstellungen der Renaissance vom Wesen der Töne zu einem beträchtlichen Teil auf Werken der griech. und röm. Antike. Aristoteles wie auch der röm. Architekt und Ingenieur Vitruv sowie der röm. Philosoph Boëthius postulierten, dass der Schall sich ähnlich fortpflanze wie Wellen im Wasser (Hydrodynamik). Nzl. Theorien zur T. waren häufig mit der Musiktheorie verbunden (vgl. Akustik); so suchten auch Universitäts-Gelehrte das Phänomen des Schalls und seiner Wahrnehmung zu erklären. 2. Musik und Tonlehre …

Tonsysteme

(1,064 words)

Author(s): Moßburger, Hubert
1. Definition T. definieren sich durch eine bestimmte Auswahl, Anordnung und Beziehung von (relativen) Tonhöhen. Sie sind von zeitlich und räumlich begrenzter Reichweite und ermöglichen brennpunktartig den Vergleich verschiedener Musik-Kulturen. Es handelt sich um theoretisch vorgeordnete, schematisiert-abstrakte Konstellationen, die als konkrete, im musikal. Satz auftretende Tonbeziehungen auskomponiert werden. T. stellen eine Norm auf, die auch im nzl. geprägten Begriff des individuellen Kunstwerks weitgehend unter den …

Ton, Tonart, Tonalität

(20 words)

s. Harmonie- und Satzlehre | Tonsysteme

Töpfer

(1,249 words)

Author(s): Kerkhoff-Hader, Bärbel
1. Allgemein Als T. (regional auch Hafner, Häfner, Aulner, Eulner, Kannen- und Krugbäcker, Pott- und Düppenbäcker u. v. m.; engl. potter, franz. potier, ital. vasaio) werden Handwerker bezeichnet, die, meist unter Einsatz der T.-Scheibe, aus tonhaltigen Erden (Quarz, Feldspat, Kaolin, Kalk, Oxiden) Gefäße herstellen, die im Brand gehärtet werden. Zu den T.-Waren zählen im weiteren Sinne die Irdenware (poröser Scherben), das Steinzeug (gesinterter Scherben) und vor ihrer Herstellung in Manufakturen die frühe Fayence. Steingut und Porzellan sind zunächst der ma…

Topik

(827 words)

Author(s): Kocher, Ursula
Bei Aristoteles wird unter T. ein Argumentationsmuster verstanden, mit dem man, von einem vorbestimmten festen Ort (griech. tópos) ausgehend, dessen Voraussetzungen, die Prämissen, ermitteln kann. Zugleich dient die T. in der Rhetorik als Teil der Lehre zur Auffindung der Redeinhalte (lat. inventio) [3]. Beide Bedeutungen – die T. als Argumentationsmethode im engeren Sinne und als Teil der rhetorischen Theorie – hatten in der Nz. weiterhin Geltung. Allerdings trat die rein argumentative T. in den Hintergrund. Damit wurde ein Topos (lat. locus) zunehmend zur Bezeichnung von …

Topographie

(1,197 words)

Author(s): Knoll, Martin
1. Begriff In Krünitz' Oekonomisch-technologischer Encyklopädie wurde T. 1845 als »die Beschreibung einzelner Oerter, Gegenden oder Landschaften, nach ihrer Größe, Volkszahl etc.« definiert [3]. Während die Kosmographie als Weltbeschreibung und die Geographie als Erdbeschreibung eine universelle Perspektive repräsentieren bzw. Geographie allgemein diejenige Disziplin bezeichnet, welche Wissen über die physische Erdoberfläche generiert, steht T. für eine partikulare, meist auf einzelne Länder, Regionen oder Orte fokuss…

Topologie

(11 words)

s. Analysis situs

Topos, Topoi

(16 words)

s. Loci communes | Topik

Tora

(956 words)

Author(s): Talabardon, Susanne
1. Begriff Der Terminus T. (hebr.; »Weisung«) erlebte im Verlauf der jüd. Geistesgeschichte mehrfach Veränderungen. Im engeren Sinne bezeichnet er den ersten Teil der hebr. Bibel, die Fünf Bücher Mose. Im Zuge der Entwicklung der rabbinischen Theologie wurde er zum Begriff einer umfassenden Offenbarung an Moses am Sinai ausgeweitet, die sowohl die schriftliche T. (die Bibel) als auch die sog. mündliche T. beinhaltet. Dabei gilt die hebr. Bibel als Heilige Schrift und Kern der Offenbarung. Die mündliche T. hingegen wurde als Gesamtheit …

Tordesillas, Vertrag von

(873 words)

Author(s): König, Hans-Joachim
T., eine kleine span. Stadt am Ufer des Duero in der kastilischen Meseta, wurde 1494 zum Namensgeber eines der wichtigsten frühnzl. Verträge im Kontext der europ. Expansion und der Entstehung der Atlantischen Welt. Unmittelbar nachdem Christoph Kolumbus 1493 von seiner ersten Fahrt zurückgekommen war, auf der er jenseits des Atlantischen Ozeans Indien erreicht zu haben glaubte (Entdeckung Amerikas), hatten die span. Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon Schritte dazu unternommen, den Rivalen Portugal und auch andere europ. Fürsten von den neu gefund…

Torf

(1,007 words)

Author(s): Bleidick, Dietmar
1. Grundlagen T. entsteht in Mooren als Sediment nicht oder nur unvollständig zersetzter pflanzlicher Bestandteile und stellt die erste Stufe der Inkohlung dar ( Kohle). Grundvoraussetzung für die Bildung von Mooren seit Ende der letzten Eiszeit (um 12 000 v. Chr.) waren neben wasserundurchlässigen Böden hohe Niederschlagsmengen und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Moore verbreiteten sich daher v. a. im nordeurop. Raum: im Baltikum, in Skandinavien, Russland, England, Irland, Norddeutschland, den Niederlanden und im Alpen…

Tories

(929 words)

Author(s): Lottes, Günther
1. Das 17. Jahrhundert T. ist die Bezeichnung für eine Parlaments- Partei im frühnzl. England, die während der Zeit der Stuart-Restauration (1660–1689) als Spott- und Schimpfname für die Gruppe der nach eigenem Bekunden bedingungslos königstreuen Abgeordneten in Gebrauch kam [2]; [6]. Die Etymologie lässt sich wohl nicht mehr klären. Anlass der Parteibildung war die sog. Exclusion Crisis (1678–1681), in der es um den Ausschluss des Thronerben Jakob, Herzog von York, von der Thronfolge ging, weil dieser zum Katholizismus übergetreten war und deshalb als Oberhaupt der anglikani…
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