Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Subject: History

Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Kollataj, Hugo

(137 words)

Author(s): A. G. Świerk
*1. 4. 1750 in Derdykaly (Krzemie-niec), f 28. 2. 1812 in Warschau, katholischer Geistlicher, Reformator der Krakauer Akademie und des poln. Bi-bliothekswesens. Als Mitglied der 1773 gegr. Nationalen Erziehungskommission (Komisja Edukacji Narodowej) erarbeitete K. die Grundlagen einer neuen Bibliothekspo-litik des Staates: Errichtung und Ausbau der Netze von Schul- und offentlichen Bibl.en, ihre Unterstellung unter zentrale staatliche Aufsicht (Visitationen), die Offnung der wiss. Bibl.en einer …

Kollationieren

(325 words)

Author(s): J. Honscheid
(von lat. conferre zusammentragen, ver-gleichen; Substantiv: collatio). 1. Als editionstechnische Bezeichnung: systematische Vergleichung der Hss. eines Textes (nach dem Original oder meistens nach Photographien oder Mikrofilm) zur Ermittlung verschiedener Lesarten, die von einem Ver-gleichsex. abweichen. Sie werden in das Vergleichsex. (meist ein - moglichst durchschossener - gedr. Text) eingetragen bzw. nach dem Vergleichstext erfaBt. Ziel ist die Ermittlung der Abhangigkeitsverhaltnisse der hs.' Uberlieferung, die - wenn moglich - in einem A Stem-ma dargestellt…

Kollationsvermerk

(63 words)

Author(s): J. Honscheid
Bestandteil der Einheitsaufnahme nach den Regeln fur die Alphabetische Katalogisie-rung (RAK). Hierzu gehoren: 1. Umfangsangabe, 2. Illu-strationsangabe, 3. Angabe von Begleitmaterial. Die Ein-zelheiten regeln die §§ 150-153 der RAK-WB bzw. RAK-OB. In den PreuBischen Instraktionen kommt der K. (dort Kollation genannt) expressis verbis nur in der Anlage IV (Anleitung zur ausfiihrlichen Beschreibung der Wiegendrucke) als Teil der Beschreibung vor. J. Honscheid

Kollegenrabatt

(114 words)

Author(s): W. Bmun-Elwert
ist unter Angehorigen des herstellenden und des verbreitenden Buchhandels iiblich. Im Sammelrevers sind solche Ausnahmen von der Preisbindung unter § 4 ausdriicklich aufgefiihrt. Fiir die Hohe des K.s gibt es keine Regeln. Uberhohte Rabatte sind preis-bindungsrechtlich umstritten, besonders aber die bei manchen Verlagen iibliche, unkontrollierte Versendung von Angeboten zur Bestellung mit K. in der Vorweih-nachtszeit. Antiquare, die der International League of Antiquarian Booksellers angeschlossen sind, gewahren unterein-ander i. d. R. 10 % K. W. Bmun-Elwert Bibliograp…

Kollegialprinzip

(437 words)

Author(s): J. Stoltzenburg
ein funktionales Element in der Struktur einer Organisation von Menschen und Mitteln zum Erreichen der ihr gesetzten Ziele. Diesem Prinzip kontrastiert das monokratische Prinzip der Problement-scheidung durch eine Person anstelle einer Mehrzahl von (dafur) gleichgestellten Personen, die bei Zustimmung aller oder der Mehrheit der Mitglieder, in offener oder ge-heimer Abstimmung, bindendc Beschliisse faBt. Neben kollegialen BeschluBkorpern gibt es nur zur Beratung von Problemen eingerichtete (Expe…

Kollektaneen

(43 words)

Author(s): Red.
wird eine Sammlung von Auszügen und Stellen aus Schriftstellern genannt, die als Grundlage für weitere Forschung dient. Sie finden sich in reichem Maße in den Nachlässen von Geisteswissenschaftlern und gelangen damit in die literarischen Archive und die Hss.–Abteilungen der Bibl.en. Red.

Kollektar

(67 words)

Author(s): F. Hcinzer
lat. Collectarius oder Collectaneum, Buch der katholischen Liturgie, das zur Hauptsache die Tagesgebete (Collectae) des Stundengebets sowie meist auch die Capitula (biblische Kurzlesungen) und ein Kalendar enthält. Der Inhalt des K.s, das vor allem dem Gebrauch des sog. Hebdomadars als Vorsteher des gemeinschaftlichen Chorgebets diente, findet sich im Brevier wieder. F. Hcinzer Bibliography Bouchère, M.: Collcctaires. In: Catholicisme. T. 2. Paris 1949, Sp. 1302 — 1303.

Kollektivität

(100 words)

Author(s): H. Bohrmann
eines der vier hauptsächlichen Bestimmungsmerkmale einer Ztg. und in eingegrenzter Form auch einer Zs., wie sie von der Zeitungs– und älteren Pu-N blizistikwissenschaft bestimmt wurden. K. bezeichnet die widmet und keines grundsätzlich aus ihrem Interessenfeld ausschließt. Dasselbe gilt für die aktuellen Illustrierten und anderen Publikumszss., während es bei der Fachpresse und wiss. Periodika durch die jeweilige thematische Widmung eingegrenzt erscheint, ohne jedoch die einheitliche thematische…

Kollektivverfasser

(35 words)

Author(s): L. Delp | Red.
Mehrheit von Miturhebern oder von Urhebern verbundener Werke zur gemeinsamen Schaffung oder Verwertung eines Werkes. L. Delp In der alphabetischen Katalogisierung werden Werke mit mehr als drei Verfassern unter ihrem Sachtitel eingeordnet. Red.

Kollema

(137 words)

Author(s): J Hönscheid
(griech. κολλημα; das, was zusammengekklebt ist, von κολλάω kleben), bezeichnet das einzelne Blatt bestand. So wurde aus Urkunden nach Bd. (τόμος) und Blatt (κολλημα) zitiert. Auch die Klebestellen werden in der Lit. häufig als K. bezeichnet (richtiger: kollesis [κολλησις]). Die einzelnen Bl. derselben Rolle konnten oft von unterschiedlicher Größe sein. Sie wurden so zusammengcklebt, d.h. die zum Schreiben besonders geeigneten, horizontal verlaufenden Fasern bildeten die Innenseite der Rolle (Recto), die Vertikalfasern die Außenseite (Verso), Papyrus Kollergänge, die …

Kollergang

(88 words)

Author(s): G. Brinkhus
in der Papierindustrie Maschine zur Zerfaserung von trockenem Papierausschuß und Altpapier (35 — 45 % Trockengehalt nach der Aufbereitung). In einer gußeisernen Schale werden zwei scheibenförmige Läufersteine mit konischer Lauffläche von der Königswelle mit etwa 10 bis 15 Umdrehungen pro Minute auf einem leicht trichterförmigen Bodenstein angetrieben; sie lockern den Faserzusammenhalt. Der K. wird zunehmend durch Stofflöser und kontinuierlich arbeitende Refiner abgelöst. Siehe Abb. vorige Seite. G. Brinkhus Bibliography Handb. der Papier – und Pappe – Fabrikation…

Kollicker, Peter

(87 words)

Author(s): M. Germann
* in Olten, um 1486, Drucker in Basel. 1470 immatrikuliert an der Univ. Basel, Magister artium, von 1484 an als Drucker bezeugt. Neun Drucke bekannt, zwei davon datiert und firmiert, einer oder zwei zusammen mitj. Meister. M. Germann Bibliography Stockmeyer, I. / Reber, B.: Beiträge zur Basler Buchdruckergeschichte. Basel 1840, S. 50 — 51 BMC Bd. 3, S. 761 — 762 und Taf. 73 Geldner Bd. 1. S. 120 f.: Haegen, P. L. van der: Basler Wiegendrucke. Basel 1985, S. 89 — 93 und 226.

Kollodium(deck)farbe

(54 words)

Author(s): D. E. Petersen
besteht aus Pigmenten, Weichmachern und Nitrocellulose in organischen Lösungsmitteln. Nach dem Trocknen bildet sich ein deckender, elastischer, wasserfester Film. Mit K. wird die schlechte Narbe billiger Leder oder Spaltleder gespritzt (gedeckt); solche Leder können vom Buchbinder nicht blindgedruckt oder vergoldet werden. D. E. Petersen Bibliography Krickler, G.: Die Werkstoffe des Buchbinders. Hannover 1982.

Kollwitz, Käthe

(207 words)

Author(s): H. Wendland
* 8. 7. 1867 in Königsberg, 22. 4. 1945 in Moritzburg bei Dresden, dt. Malerin und Graphikerin, Schülerin von Karl Stauffer-Bern in Berlin, von Ludwig Herterich in München. Nach ihrer Heirat mit dem Armenarzt Karl Kollwitz arbeitete sie in Berlin. 1904 wandte sie sich auch der Bildhauerei zu. Vor allem aber war sie eine große und engagierte Zeichnerin, die auch mit Lithographien, Radierungen und Holzschnitten gegen Armut, Tod, menschliches Leid, soziale Mißstände, Faschismus und Krieg wirken wol…

Köln

(7,265 words)

Author(s): O. Mazal | W. Schmitz | F. A. Schmidt-Künsemüller | W Grebe | R. Feldmann | Et al.
1. Buchmalerei. Die Anfänge der K.er Buchmalerei reichen in die karolingische Epoche zurück, lagen doch die Zentren der karolingischen Buchkunst in jenen Teilen des Frankenreiches, die seit längerem christianisiert waren und bedeutende Scriptorien besaßen, also unter anderem in den Gebieten am Rhein und links des Stromes. Freilich trat die Produktion von K. hinter Schulen wie Aachen, Tours, Trier, Reims, Metz, Corbie, St. Gallen etwas in den Hintergrund. Sollte ein Evangeliar des K.er Domes (Ms. f…

Kölner Bilderbibel

(5 words)

Siehe Bibelillustration

Kölnische Chronik

(272 words)

Author(s): S. Corsten
(Die Cronica van der hilliger Stat van Coellen). Das annalistisch angelegte Werk, dessen Verf. sich nicht nennt, wurde am 23. 8. 1499 von Johann Koelhoff d.J. vollendet (daher auch: Koelhoffsche Chronik). Als dt.sprachiges Buch ist es in einer oberrheinischen Bastarda gesetzt, für Kapitelüberschriften usw. standen zwei gotische Auszeichnungsschriften zur Verfügung. Möglicherweise nach dem Vorbild der Weltchro-König Fnik von Hartmann Schedel (H 14508 u. 14510) ist die K. C. reich mit Holzschnitte…

Kolometrie

(212 words)

Author(s): B. Bader
Kolon (griech. ϰώλον Glied) bezeichnet in der antiken Dichtung eine metrische Einheit von höchstens ca. zwölf Silben, die größer ist als ein Metrum (z. B. ein Daktylus), aber im allgemeinen kleiner als ein Vers. Unter K. (Kola–Messung) versteht man die korrekte Abteilung der Kola oder Verse im geschriebenen Text. Die antiken Schreiber schrieben Dichtung, die aus fortlaufenden gleichartigen Versen bestand (z.B. Epen aus daktylischen Hexametern), so, daß ein Vers einer Zeile entsprach. Hingegen sche…

Kolonel

(27 words)

Author(s): A. Ihlenfeldt
(franz., auch Mignon gen.), Schriftgradbezeichnung aus dem Bleisatz für sieben Punkt, gebräuchlich in Deutschland, in Holland und Skandinavien. (Abb. Bd. II, S. 305.) A. Ihlenfeldt

Kolon-Klassifikation

(448 words)

Author(s): I. Dahlberg
1. Zum Namen. Im Engl, versteht man unter Colon einen Doppelpunkt. Dieser ist das charakteristische Verknüpfiingszeichen, das der 1933 in erster Aufl. ersteh. uni verseilen Facettenklassifikation S. R. Ranganathans den Namen gab: Colon Classification (CC). 2. Struktur. Die CC ging in ihrer 6. Aufl. von 1960 (mit Nachdrucken 1963 und 1964) von 31 Disziplinen aus, den Main Classes, als deren Notation die Großbuchstaben des Alphabets benutzt werden. Sie beginnen mit Generalia und Bibliothekswissenschaft, es folgen die Naturwissenschaf…
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