Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Subject: History

Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Kolonne

(38 words)

Author(s): R. Golpon
Bezeichnung für eine Folge untereinanderstehender Zahlen oder Wörter im Tabellensatz. Sie wird auch Spalte genannt und entspricht in der Breite dem Überschriftsfeld in ihrem Kopf. R. Golpon Bibliography Genzmer, F.: Das Buch des Setzers. Frankfurt a.M./Berlin 1961.

Kolophon

(141 words)

Author(s): S. Füssel
(griech. ϰολοψών, Gipfel, Abschluß) ist seit der Frühdrucke, die in der Tradition der Hss. die Rolle der Subscriptio übernahm. Der K. enthält im Idealfall den Namen des Druckers, Druckort und Datum, oft auch Hinweise auf Autoren, Übers., Korrektoren, Mitarbeiter, Illustratoren, z.T. eine Beschreibung des Druckverfahrens, Lob der Druckstadt, Werbung für das vorliegende und für weiterführende Bücher, häufig eingeleitet durch den Werkschluß finis, explicit, telos, beendet durch Formeln des Gotteslob…

Kolorierung

(4 words)

Siehe Handkolorierung

Kolportage

(132 words)

Author(s): U. Brunold-Bigler
Hausierhandel mit vorwiegend populären Lesestoffen im späten 18. und im frühen 19. Jh., also in der Frühphase der Literarisierung breiter Bevölkerungsschichten. Es wurden insbes. vier Lit.gattungen mittels K. von Haus zu Haus verbreitet: Bilderbögen, religiöse Traktate, Heftchen mit Sachinformationen oder Erzählinhalten; in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s kam der in Fortsetzungen gelieferte K.roman hinzu. Beinahe hundert Jahre nach dem Niedergang der K. entdecken Sozialpädagogen erneut ihre Vort…

Kolportagebuchhandel

(337 words)

Author(s): U. Brunold Bigler
das Hausieren mit Druckerzeugnissen, nahm seit dem späten 18. Jh. einen andauernden Aufschwung, da sich im Zuge der zweiten Alphabetisierungswelle ein sich ständig vermehrendes Lesepublikum bildete. Der K. gilt als einer der wirkungsvollsten Diffusionsströme für populäre Lesestoffe, denn der Bücherkrämer (Kolporteur) erreichte auch den hintersten Winkel der Länder. Hauptabsatzprodukte bildeten die Kleinformen Einblattdruck, Heftchen im Oktavformat und Traktate. Die Heftchenlit. präsentierte eine reiche Auswahl an Textsorten: Nachrichtendrucke…

Kolportageroman

(181 words)

Author(s): U. Brtwold-Bigler
auch Lieferungs- oder Hintertreppenroman genannt, wobei man unter einem Roman ein Prosawerk von einer gewissen Länge versteht. Beliebt waren Hefte von 128 Seiten. Die anfänglich teure Buchform, in der Romane erschienen, wurde seit den 60er Jahren des 19. Jh.s entweder durch Leihbüchereien oder in Lfg. durch Kolportage dem neu entstehenden kleinbürgerlich-proletarischen Lesepublikum vermittelt. Unter den Verlegern ragte u.a. Münchmeyer in Dresden, für den auch Karl May Kolportageromane schrieb, h…

Kolporteur

(156 words)

Author(s): U. Brunold-Bigler
franz. «Halsträger», bezieht sich auf die Transporttechnik jener Bücherhausierer, die ihre Ware in einem um den Nacken gehängten Korb vor sich hertrugen. Verständlicherweise mußte es sich bei den so transportierten Lesestoffen um Kleinformen handeln. Eine andere Möglichkeit war das Tragen der Ware in einer Kiste. K.e und Kolporteusen gehörten seit dem 16. Jh. zur untersten Schicht der Bevölkerung. Da in der bürgerlichen Denkweise Wohlanständigkeit mit Seßhaftigkeit verknüpft war, gerieten die Bü…

Kolsrud, Oluf

(87 words)

Author(s): T. Nielsen
✶7. 7. 1885 auf Toten, ✝16. 6. 1945 in Oslo, norw. Büchcrsammlcr, Professor für Kirchcngesch. seit 1921; 1914–1921 Mitredaktor von NTBB. Seiner Initiative ist die Gründung von «Norsk historisk kjeldeskrift-institutt» (Institut für Urkundenforschung, 1934) zu verdanken. K. war ein Forscher von profunder Gelehrsamkeit; er besaß eine sehr große Gebrauchsbibi., die sich jetzt in der UB Tromsø befindet. T. Nielsen Bibliography Munthe, W. in: NTBB 32. 1945, S. 158–161 Hornwall, G.: Norge og NTBB. In: Kultur og natur. Festskrift til Gerhard Munthe. Oslo 1989, S. 74–87.

Kolumbien

(842 words)

Author(s): W. Stegmann
(amtlich: República de Colombia), Staat im Nordwesten Südamerikas mit Küsten zum Pazifik und zur Karibik, dessen westlicher, bewohnter Teil in nordsüdlicher Richtung von drei Gebirgsketten der Anden durchschnitten wird; Gesamtfläche 1,2 Mio. km 2 , deren östliche Hälfte im wesentlichen aus Urwald besteht und fast unbewohnt ist; von den 31821000 Einwohnern (Schätzung 1989) sind etwa 75 % lesekundig; 70 % sind Mulatten und Mestizen, 20% Weiße, der Rest afr. und indianischer Abstammung; über 45 % d…

Kolumbusbrief

(208 words)

Author(s): K. Wagner
Der von Kolumbus auf der Rückreise seiner ersten Entdeckungsfahrt verfaßte, am 15. 2. 1493 datierte und mit einer Nachschrift vom 14. 3. 1493 versehene Brief, in dem er über seine Entdeckung berichtet, ist nicht im Original erhalten. Eine zeitgenössische Kopie befindet sich im Archivo General de Simancas (Estado, Leg. 1 — 2 a ). Die sensationelle Nachricht erschien noch im gleichen Jahr wiederholt im Druck. Den span. Ausg., Barcelona und Valladolid (GW 7171 — 72), folgten die von Leander del Cos…

Kolumne

(480 words)

Author(s): D. Walz | W. Schmitz | G. Pflug
1. Textspalte (von lat. columna Säule). Die Anordnung des Textes in K.n geht auf die antike Papyrusrolle zurück: Dank des Schreibens in gleichförmigen K.n von links nach rechts konnte der Text beim Abwik–keln der Rolle in derselben Richtung mühelos gelesen werden. Die Anzahl und Breite der K.n hing nicht nur von der Länge, sondern auch von der Textart ab. Bei kürzeren und Gebrauchstexten wie Urkunden bedeckte oft eine einzige K. mit extrem langen Zeilen die Fläche, während lange Texte eher in sc…

Kolumnenschnur

(45 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
festgedrehte Schnur, mit der man einen fertigen Bleisatz umwickelt (ausbindet), damit man ihn quasi als Block bewegen, transportieren oder an- drucken kann. Die K. Wird spätestens vor dem Formschließen abgenommen. Kolumnenschnur. Das SetzerlehrAus: Josef Käufer: Otto Blersch buch. Stuttgart, 19653. C. W. Gerhardt

Kolumnentitel (Seitenüberschriften)

(47 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
Angaben am Kopf einer Seite (Kolumne), außer der Seiten– (Kolumnen– )ziffer enthaltend z.B. Inhalt des Kapitels, der Seite, Autorenname, Stichwort etc. In diesem Fall heißt es verstärkend lebender K., obwohl es den Begriff des toten K. (nur die Pagina) nicht gibt. C. W. Gerhardt

Kolumnist

(93 words)

Author(s): H. Bohrmann
aus der angloamer. Presse übernommene Bezeichnung für prominente, unabhängige Journalisten, die Kolumnen (Spalten), häufig in der Art von Leitartikeln, abfassen. Der K. ist in der Regel nicht einem Titel oder Verlag verpflichtet, sondern vergibt seine Kolumnen an Agenturen, die sie gleichzeitig an mehrere Abnehmer verkaufen können. Ihre namentlich gezeichneten Artikel heben sich aus der sonst üblichen Anonymität der Zeitungsbeiträge ab und bestimmen die Attraktivität eines Blattes mit. In der an…

Kombination

(46 words)

Author(s): H. Bohrmann
ist im Zeitungs– und Zeitschriftenbereich das Angebot von Verlegern, Werbeanzeigen zu einem Vorzugstarif in mehreren Ztg. oder Zss. zugleich aufzugeben. Der Begriff wird auch zur Bezeichnung gemeinsamer Anzeigenbelegung führender europäischer Ztg. verwandt, die sich zu gemeinsamer Berichterstattung zusammengeschlossen haben. TEAM – Blätter H. Bohrmann

Kombinationsdruck

(31 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
selten benutzte Bezeichnung für den Einsatz zweier (oder mehrerer) verschiedener Druckverfahren zur Herstellung eines Druckerzeugnisses. C. W. Gerhardt Bibliography Albert, K.: Lexikon der graphischen Techniken. Halle, Saale 1927, S. 96.

Kombinationseinband

(77 words)

Author(s): K. Jäckel
strapazierfähiger Bucheinband, der teils in Handarbeit, teils maschinell hergestellt wird. Als Beispiel: Verstärken der einzelnen Lagen und der Vorsätze mit Schirting oder/und Japanpapier in Handarbeit, aber Maschinenheftung des Buchblockes; Anfertigung der Buchdecke und Einhängen des Buchblockes in Handarbeit. Der Wechsel von Hand– und Maschinenarbeit unterliegt keiner Norm. Er richtet sich nur nach Häufigkeit und Art der Benützung und liegt im Ermessen des Herstellers. K. Jäckel Bibliography Lüers, H.: Das Fachwissen des Buchbinders. 5. Aufl. Stuttgart 1949.

Kombinationsgerbverfahren

(48 words)

Author(s): G. Brinkluts
In der modernen Gerberei werden unterschiedliche Gerbverfahren miteinander kombiniert, um positive Eigenschaften der zur Anwendung kommenden Verfahren zu addieren und negative Eigenschaften möglichst auszuschalten. Die Kombination von pflanzlicher Gerbung mit Alaungerbung ergibt z.B. Leder mit hoher Wasserbeständigkeit. G. Brinkluts Bibliography Wächter, W.: Buchrestaurierung. Leipzig 1981, S. 178.

Komburger Psalter

(525 words)

Author(s): H. Engelhart
(Stuttgart, WLB Cod. bibl. 2° 46). Das urspr. nicht für das Benediktinerkloster Komburg (bei Schwäbisch Hall, ehemals Diözese Würzburg) bestimmte Psalterium (Pergament, 144 BL, x 192 mm) ist für den liturgischen Gebrauch in einer Dom– oder Stiftskirche, doch nicht für die monastische Liturgie ein gerichtet. Die gattungsüblichen Textbestandteile eines Psalteriums ergänzend, ist in den Psalmentext ein Ordinarium officii eingeschoben; auf die Litanei mit Preces und Collectae folgen (jeweils unvolls…

Komenskỳ

(4 words)

Siehe Comenius
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