Religion in Geschichte und Gegenwart

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Subject: Religious Studies

Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

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Caacupé

(132 words)

Author(s): Bussmann, C.
[English Version] Caacupé, Hauptstadt des Departamento de Cordillera, Paraguay, 55 km ostsüdöstlich von Asunción. Wichtigster Wallfahrtsort (: III.) des Landes. Verehrt wird die Virgen de los Milagros (wundertätige Jungfrau). Das Hauptfest am 8.12. (Immaculata Conceptio) wie die Gründungslegende machen die Ursprünge in der Zeit der frühen Franziskanermission, v.a. unter L.Bolaños (1549–1629), wahrscheinlich. Der Ort Caacupé (»hinter dem Wald«) wurde allerdings erst 1770 zur Gemeinde erhoben, seitd…

Cabanagem

(141 words)

Author(s): Hoornaert, E.
[English Version] ist die 1832 begonnene und 1849 blutig niedergeschlagene Erhebung einheimischer »caboclos« (Katechumenen) indianischer und afrikanischer Abstammung gegen das portugiesische Kolonialregime, die den ganzen Unterlauf des Amazonas (Brasilien) beherrschte. Dort hatten Jesuiten und andere Missionare im 17. und der 1. Hälfte des 18.Jh. den vielfältigen Völkern Amazoniens eine einheitliche kath.-indianische Kultur auferlegen wollen und dazu das »Nheengatu« oder »Tupi« als lingua franca …

Cabot

(148 words)

Author(s): Evison, I.
[English Version] Cabot, Richard Clarke (21.5.1868 Brookline, MA – 8.5.1939 Cambridge, MA), Arzt in Boston, MA, bemühte sich mit E.Worcester u.a. und mit der Immanuelbewegung um die Einführung von Methoden der Gruppentherapie, die die somatische und die psychologische Behandlung verbinden sollten. Mit dem Aufruf »A Plea for a Clinical Year in the Course of Theological Education« (Survey 55 vom 1.12.1925) begann C.s Einsatz für eine Reform der theol. Ausbildung. Er dachte an eine allg., vom herkömmli…

Cabrol,

(122 words)

Author(s): Lurz, F.
[English Version] Fernand (11.12.1855 Marseille – 4.6.1937 St.Leonard's-on-Sea) OSB, Liturgiewissenschaftler und Patristiker, 1890–1896 Prior von Solesmes und Prof. für Kirchengesch. an der Universität Anger, 1896 Wechsel nach Farnborough (England), 1903 dort erster Abt. Als Autor zahlreicher kirchen- und liturgiegesch. Schriften stand er in der Tradition von Solesmes. Motiviert durch eine problematische Idealisierung des antiken Gottesdienstes prägte er die nachfolgende liturgiewiss. Forschung v.…

Cadbury,

(157 words)

Author(s): Grant, R.M.
[English Version] Henry Joel (1.12.1883 Philadelphia – 7.10.1974 Bryn Mawr), Neutestamentler. Von Geburt an Quäker, mußte er 1918 das Haverford College verlassen, nachdem er den Haß der Kriegszeit öfftl. angeprangert hatte, blieb aber Sekretär der Society of Biblical Literature (1916–1933), wurde 1936 gar deren Präsident. Er unterrichtete in Bryn Mawr (1926–1934) und Harvard (Hollis Prof. of Divinity, 1934–1954). Weiterhin war er Vorsitzender des American Friends Service Committee (1928–1934 und 19…

Caecilia

(222 words)

Author(s): Götz, R.
[English Version] Caecilia, Heilige (Fest 22.11.), Jungfrau und Martyrin. Aus der Namensgeberin einer röm. Titelkirche machte die legendarische Passio des 5./6.Jh. eine Patrizierin des 3.Jh., die vor der Hochzeit Keuschheit gelobte, auch ihren Mann Valerianus dazu bekehrte, ihr Haus zur Errichtung einer Kirche stiftete und in einer Verfolgung das Martyrium durch Enthauptung erlitt. Ihre Verehrung begann wohl im 5.Jh., die Festfeier in Rom ist 545 bezeugt. Die Reliquien wurden 821 aus der Praetexta…

Caecilienfeste

(295 words)

Author(s): Ruff, A.
[English Version] Caecilienfeste, Festtage musikalischer, kultureller oder rel. Form am 22.11., dem Fest der Hl. Caecilia. Die Hl. und Martyrin der Urkirche ist nur durch unsichere Berichte bekannt, die Jh. nach ihrem Martyrium, während dessen (heidnische) Instrumente spielten (»cantatibus organis«), entstanden. Seit Ende des 15.Jh. wurde sie zur Schutzpatronin der Musik und etlicher Musikantengilden. 1570 wurde in Évreux in der Normandie die Vereinigung »Le Puy de musique« gegründet. Ihre Veranst…

Caelestius

(218 words)

Author(s): Löhr, W.
[English Version] (gest. nach 431), Schüler des Pelagius, von Geburt Aristokrat, von Beruf öfftl. Advokat. In Rom traf er ca.399 auf den syr. Priester Rufin, der die Erbsünde leugnete (Aug., de peccato originali III 3). Um 410 verließen Pelagius und C. vor dem Gotensturm (Goten) Rom und gingen nach Karthago, wo C. 411/12 u.a. wegen seiner Ablehnung der Erbsündenlehre synodal verurteilt wurde. Trotz C.s Appell nach Rom wurde das Urteil von Papst Innozenz I. bestätigt (27.1.417). C. hatte sich zwis…

Caeremoniale

(135 words)

Author(s): Kaczynski, R.
[English Version] . Bez. für ein die äußere Ordnung und den Verlauf der feierlichen, v.a. päpstl. und bfl., Gottesdienste beschreibendes und regelndes Buch. Bes. Bedeutung für die ganze lat. Kirche hatte das im Jahr 1600 von Clemens VIII. hg. C. Episcoporum, das den nach dem Tridentinum gefeierten bfl. Gottesdienst regelte. Der Auftrag des II. Vaticanums, die liturgischen Bücher zu revidieren (SC 25), wurde auch auf das C. Episcoporum bezogen, das 1984 von Johannes Paul II. hg. werden konnte. Da f…

Caesar

(615 words)

Author(s): Cancik, H.
[English Version] Caesar, Gaius Iulius. Das Wort C. bedeutet dreierlei: a) einen Zweig des iulischen Geschlechts (gens Iulia), das sich über Aeneas auf Aphrodite zurückführte; b) einen Titel (vgl. Mk 12,13–17; Apg 25,11) und das höchste Herrscheramt (vgl. ahd. Keisar; russ. Zar); c) die Personifikation einer neuzeitlichen Vorstellung von antiker Größe, Tatkraft, Genialität, die als Gegensatz zu christl. Demut, Passivität, »Torheit« gefaßt werden kann (F.Nietzsche: »Typus Caesar«, »Typus Jesus«; Gundolf). Der bekannteste Vertreter des Geschlechtes ist C.Iulius Caesar…

Caesarea.

(303 words)

Author(s): Meyers, E.M.
[English Version] Die große Hafenstadt an der Mittelmeerküste in der Sharonebene wurde von Herodes d.Gr. nach Caesar Augustus so benannt. Sie wurde unter Kaiser Vespasian röm. Kolonie und Metropolis unter Severus Alexander. Der Name »C. Maritima« war in der Antike unbekannt, obwohl er heute auf den röm. Hafen hinweisen mag, der unter Wasser liegt. Die hell. Stadt, über der die röm. Großstadt errichtet wurde, hieß »Stratons Turm« und wird in den Zenon-Papyri erwähnt. Jüd. Bevölkerung wurde erstmal…

Caesarea Philippi

(167 words)

Author(s): Weber, T.
[English Version] (Neronias, modern Bāniyās). Im Südwesten des Hermon an einem Nebenfluß des Jordans, Schauplatz einer Schlacht zw. Ptolemäern und Seleukiden (200 v.Chr.). Kaisáreia hē Philíppou (lat.: Caesarea Philippi) hieß Paneas seit Neugründung und Errichtung eines Augustus-Tempels durch Philipp den Tetrarchen (3 v.Chr.); zeitweise wurde die Polis nach Kaiser Nero benannt. Hauptgottheit: der griech. Pan, der mit Zeus (Olybraeo; Heliopolitanos), Tyche und den Nymphen verehrt wurde. Das Paneio…

Caesarius

(158 words)

Author(s): Lawo, M.
[English Version] von Heisterbach (ca.1180 – nach 1240), Ausbildung in Köln (St.Andreas, Domschule), 1199 Eintritt in das Zisterzienserkloster Heisterbach, dort 1221 als Novizenmeister belegt (Neininger), frühestens ab 1227 Prior. Ein unvollständiges Verz. (Epistola Catalogica, um 1240) seiner Werke (alle lat.) umfaßt 36 Nr. (davon 14 bislang unerkannt) – neben verlorenen antihäretischen Streitschriften einige exegetische Arbeiten, ca.200 Homilien und Sermones mit eingestreuten Exempeln, aber auch …

Caesarius

(257 words)

Author(s): Zelzer, M.
[English Version] von Arles (469/470 Chalon-sur-Saône – 24.8.542 Arles). Mit 20 Jahren trat C. in das berühmte südgallische Inselkloster Lérins ein, wo er sich durch bes. Askese auszeichnete. Zur Wiederherstellung der dadurch angegriffenen Gesundheit nach Arles geschickt, wurde er vom dortigen Bf. Aeonius zum Priester geweiht, zum Abt des Klosters Trinquetaille auf einer Rhôneinsel bestellt und als sein Nachfolger vorgesehen. An die 40 Jahre, wohl ab 502/503, wirkte er als Bf., mehrfach verstrickt …

Caesaropapismus

(218 words)

Author(s): Wall, H. de
[English Version] Caesaropapismus, Bez. für eine enge Verbindung von weltlicher und kirchl. Herrschaft, in der der weltliche Herrscher, dem eine bes. rel. Weihe zugeschrieben wird, die Leitung der Kirche auch in geistl.-innerkirchl. Fragen ausübt. Als C. wird insbes. (seit J.H.Böhmer zu Beginn des 18.Jh.) die Kirchenherrschaft des Kaisers seit Konstantin bis zum Investiturstreit, v.a. aber das System im oström./byz. Reich (Konstantinopel/Byzanz: II., III.) bez., in der die Vorstellung einer Harmon…

Cage

(224 words)

Author(s): Mohr, B.
[English Version] Cage, John (15.9.1912 Los Angeles – 12.8.1992 New York), als Komponist, Performance-Künstler und Gestalter u.a. von Graphiken (auf der Grenze zw. Musik-Partitur und Bild) ein zentraler Anreger der künstlerischen Avantgarde im 20.Jh. – Schon seine Studien bei Arnold Schönberg und Henry Cowell zeigten, daß es ihm nicht um akademisch korrekte Musikwerke ging. Seine Kompositionen bezogen nicht nur ungewöhnliche Spielweisen und – v.a. während Pausen – einkalkulierte Fremdgeräusche von …

Caitanya

(161 words)

Author(s): Michaels, A.
[English Version] (27.2.1486 Nadia/Navadvīpa – ca.9.7.1533 Puri), bürgerlich Viśvambhara Miśra, auch Kṛṣṇa-C. (wörtl. »dessen Bewußtsein Kṛṣṇa ist«) genannt, wurde nach einer mystischen Begegnung mit Kṛṣṇa (Krishna: I.) zu einem führenden Heiligen des (bengalischen bzw. Gauḍīya-) Viṣṇuismus und der Bhakti-Frömmigkeit. Der Brahmane C. predigte ein personales, liebendes Brahman und eine unio mystica mit Kṛṣṇa, als deren Ausdruck dessen Vereinigung mit seiner geliebten Kuhhirtin Rādhā…

Cajetan

(412 words)

Author(s): Wicks, J.
[English Version] Cajetan, Thomas de Vio (Giacomo de Vio; 20.2.1469 Gaeta – 10.8.1534 Rom). C. nahm beim Eintritt in den Dominikanerorden 1484 den Namen Thomas an, wurde später jedoch nach seinem Geburtsort »Caietanus« genannt. 1494 verteidigte er in Padua thomistische Positionen gegen Duns Scotus und die Averroisten (Averroismus). Der nach Traktaten über Sein und Wesen sowie Analogie veröff. Komm. zu Aristoteles' »De anima« (1509) bezweifelt die Gültigkeit philos. Argumente für die Unsterblichkeit d…

Cajetan

(97 words)

Author(s): Smolinsky, H.
[English Version] (Gaietano) von T(h)iene (1480 Vicenza – 7.8.1547 Neapel), Ordensgründer. Nach Rechtsstudium und Tätigkeit als Jurist an der röm. Kurie gründete C. zusammen mit Gian Pietro Carafa (später Papst Paul IV.) und anderen 1524 die Theatiner, die sich als Reformklerikergemeinschaft schnell in Italien verbreiteten. C. wirkte im Sinne einer strengen röm.-kath. Orthodoxie und unter der Verfolgung von Abweichlern (J. de Valdés, P.M.Vermigli, B.Ochino) von 1533–1547 fast ständig in Neapel. Die Kanonisierung erfolgte 1671. Heribert Smolinsky Bibliography BiblSS 5…

Cakra

(171 words)

Author(s): Schetelich, M.
[English Version] (Sanskrit »Rad«), veranschaulicht in den indischen Rel. in vielen unterschiedlichen Formen sowohl dynamische Bewegung und Energie als auch Geschlossenheit eines Systems oder Kreislaufs. So symbolisiert in Buddhismus und Jinismus das Dharma-C. (Dharma) die Ausbreitung der Lehre. Im Hinduismus ist das C. eines der Attribute Viṣṇus als Weltherrscher. Der Kuṇḍalinī-Yoga (Yoga) definiert die sieben übereinanderliegenden Energiezentren im menschlichen Körper als Cakras, die mittel…

Cakravartin

(152 words)

Author(s): Schetelich, M.
[English Version] (Sanskrit »Beweger des Rades«), in allen indischen Rel. Bez. für den Welteroberer. Ein C. ist durch Körpermerkmale als außergewöhnlicher Mensch gekennzeichnet. Seine Attribute sind Rad und Herrschaftsinsignien. Er siegt kraft rechten Verhaltens oder rechter Lehre. Der Unterschied zw. dem C.-Konzept im Hinduismus und Buddhismus/Jinismus liegt im Ziel der Weltherrschaft. Im Hinduismus beseitigt der C. die Störung der Welt durch Dämonen und Widergötter, sein zentrales Kraftpotentia…

Calamy,

(147 words)

Author(s): Watts, M.R.
[English Version] Edmund (5.4.1671 London – 3.6.1732 ebd.), nonkonformistischer Pfarrer und Biograph, Sohn und Enkel von nonkonformistischen Pfarrern gleichen Namens (Dissenters). Infolge der Restauration der Stuarts und der Einsetzung Charles' II. auf den engl. Thron (1660) wurden die engl. und walisischen Geistlichen in der Uniformitätsakte von 1662 dazu aufgefordert, dem anglik. Book of Common Prayer ihre »ungeheuchelte Zustimmung« zu geben. Die ersten beiden E.C.s waren unter den 2029 Geistlic…

Calcidius

(137 words)

Author(s): Enders, M.
[English Version] (Chalcidius), christl. Philosoph, Lebenszeit umstritten: Er vf. entweder in der 1. Hälfte oder Ende des 4.Jh. eine lat. Übers. des ersten, kosmologischen Teils von Platos »Timaios« 17A–53C und einen zugehörigen Komm., in dem er unter Rekurs insbes. auf mittelplatonische Quellen (Numenius) eine Hierarchie metaphysischer Wesenheiten entwarf, in der Gottes Vorsehung mit seinem Willen und seiner Vernunft identifiziert und dem Schicksal übergeordnet wurde, das alle Dinge, auch die We…

Calderón de la Barca

(504 words)

Author(s): Geisler, E.
[English Version] Calderón de la Barca, Pedro (17.1.1600 Madrid – 25.5.1681 ebd.). C. gilt neben Lope de Vega als bedeutendster span. Theaterautor des 17.Jh. 1635 zum Hofdramatiker ernannt, 1651 zum Priester geweiht, hat er Mantel- und Degenstücke, in denen es v.a. um die Ehrthematik geht, hist., philos., mythologische und rel. Dramen sowie Fronleichnamsstücke (Autos sacramentales) vf. In seinem wohl bekanntesten Werk »Das Leben ein Traum« (1636) setzt sich der Jesuitenschüler mit der Frage nach dem V…

Caligula,

(202 words)

Author(s): Klein, R.
[English Version] Gaius (31.8.12 Antium – 24.1.41 Rom). Röm. Kaiser 37–41 n.Chr. Der Sohn des Germanicus und der Augustusenkelin Agrippina, der im Feldlager seines Vaters den Beinamen »Caligula« (Soldatenstiefelchen) erhielt und nach dem frühen Tod seiner Eltern am Hof des Tiberius aufwuchs, wurde nach dessen Tod von Volk, Heer und Senat rasch als Kaiser anerkannt. Nach anfänglicher Zurückhaltung verwandelte sich der durch wiederholte Krankheiten gezeichnete junge Herrscher in einen launenhaften A…

Calixt,

(440 words)

Author(s): Mager, I.
[English Version] Georg (14.12.1586 Medelby, Schleswig – 19.3.1656 Helmstedt), Sohn des Landgeistlichen Johannes Callisen, luth. Kontroverstheologe, Ireniker und Frühaufklärer, trat für ein ökum. Christentum ein. Als ohne Konkordienformel und Ubiquitätsvorstellung (Allgegenwart) aufgewachsener, melanchthonisch geprägter Student kam C. 1603 nach Helmstedt. Unter dem Einfluß von J.Caselius und C.Martini erwarb C. seine theol. Kenntnisse als Autodidakt. Nach Magisterpromotion (1605) und zwei ausgedeh…

Calixtus I.

(272 words)

Author(s): Schöllgen, G.
[English Version] (217–222), röm. Bf. Leben und Lehre sind nahezu ausschließlich aus der Darstellung des Konkurrenten und Gegners Hippolyt (haer. 9,11 f.; 10,27) bekannt, der ihn als sozialen Aufsteiger und Karrieristen schildert. Als Sklave geboren, wurde C. von seinem christl. Herrn mit Bankgeschäften betraut. Ein Konflikt mit röm. Juden (Schuldnern?) führte zur Verurteilung als Christ und zur Zwangsarbeit in den sardinischen Bergwerken. Nach Begnadigung, Übergang in den Freigelassenenstand und…

Calixtus II.

(132 words)

Author(s): Schmidt, T.
[English Version] Calixtus II., Papst 2.2.1119–13.12.1124 (Guido, aus der Grafenfamilie von Burgund). Als Erzbf. von Vienne (seit 1088) suchte er in Rivalität mit Arles für Vienne einen Primat zu begründen, den er als Papst bestätigte. 1112 fand in Vienne eine Synode gegen das 1111 von Kaiser Heinrich V. erpreßte Investiturprivileg Paschalis' II. statt. Wegen dieses Konflikts wurde nach dem Tod Gelasius' II. der diplomatisch erfahrene C. gewählt. Mit seinem Kanzler Haimerich (seit 1123) beförderte …

Calixtus III

(224 words)

Author(s): Herbers, K.
[English Version] ., Papst 8.4.1455 – 6.8.1458 (Alfons de Borja [Borgia], geb. 31.12.1378 Canals bei Játiva [Valencia]). C. studierte und lehrte beide Rechte in Llerida (Lleida). Er trat in den Dienst Alfons' V. von Aragón und bewog 1429 Papst Clemens VIII. zum Verzicht. Anschließend wurde er von Papst Martin V. zum Bf. von Valencia ernannt. 1444 wurde er zum Kardinalpriester von S S.Quattro Coronati in Rom erhoben und am 8.4.1455 zum Papst gewählt. Er bemühte sich u.a. um die Unterstützung von Fri…

Callaway

(160 words)

Author(s): Hexham, I.
[English Version] Callaway, Henry (17.1.1817 Lymington, Somerset – 26.3.1890 Otterly St Mary, Devonshire, England), Arzt und Missionar in Südafrika (1855–1886), Wegbereiter des Studiums der Rel., Volkskunde und Linguistik in Südafrika. Der Agnostiker schloß sich 1837 den Quäkern an, studierte Medizin in Aberdeen, Schottland, und konvertierte 1853 zum Anglikanismus. Die Society for the Propagation of the Gospel in Foreign Parts ignorierte seine mangelnde theol. Ausbildung und sandte ihn 1854 als Arz…

Callenberg,

(155 words)

Author(s): Bochinger, C.
[English Version] Johann Heinrich (12.1.1694 Molschleben bei Gotha – 16.7.1760 in Halle/S.). Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, wurde C. im Gothaer Gymnasium unter G.Vockerodt pietistisch erzogen. Seit 1715 Studium der orientalischen Sprachen und Theol. in Halle/S. In den 20er Jahren im Auftrag A.H.Franckes Verfasser einer mehrbd. Kirchengesch., bes. zur Vorgesch. des Pietismus (Ms. im Archiv der Franckeschen Stiftungen). 1727 a.o. Prof. an der Philos. Fakultät in Halle, 1736 o. Prof., 1739 auch…

Calov

(539 words)

Author(s): Baur, J.
[English Version] (Kalau), Abraham (16.4.1612 Mohrungen – 25.2.1686 Wittenberg). Ab 1626 philos. und theol. Studien in Königsberg, 1634–1637 in Rostock. 1640 Extraordinarius in Königsberg, 1643 Rektor und Pastor in Danzig. 1650 Ordinarius in Wittenberg. 6 Ehen, 13 Kinder (vor 1685 gestorben); Leichenpredigt von J.F.Mayer. Als »zweiter Athanasius« (Mayer) stand C. für die Integrität der luth. Kirche und Theol. Er widersetzte sich der Preußens luth. Status abschleifenden Kirchenpolitik Friedrich Wilhelms I., 1645 in Thorn auch den union…

Calvinismus

(1,152 words)

Author(s): Gerrish, B.A.
[English Version] I. Begriff Das Wort C. wurde im 16.Jh. von Lutheranern gebildet, die das Eindringen von Gedanken Calvins, bes. über das Abendmahl (: III., 1., b), nach Deutschland fürchteten. Mit der Zeit erhielt es mehrere Bedeutungen: Es kann sich auf das theol. System Calvins oder auf die Theol. seiner Schüler vom 16.Jh. bis zur Gegenwart beziehen; das Adj. »calvinistisch« (= c.) wird oft gleichbedeutend mit »ref.« gebraucht, um die Kirchen zu bez., die auf die Schweizer Reformation zurückgehe…

Calvin, Johannes

(10,250 words)

Author(s): Gerrish, B.A.
[English Version] (Jean Cauvin, 10.7.1509 Noyon – 27.5.1564 Genf) I. Leben und Werk 1.Entwicklung zum Reformator a)Kindheit und Jugend. C.s Biogr. bis zu seinem ersten Aufenthalt in Genf ist nur lückenhaft bekannt (autobiogr. Vorwort zum Commentarius in librum Psalmorum, Genf 1557). Sein Vater Gérard Cauvin stand als Notar im Dienst des Kathedralkapitels von Noyon. 1521 empfing C. die Tonsur und das Einkommen aus einer Pfründe sine cura als Versorgung für seine Ausbildung. Wohl 1523, beim Ausbruch der Pest in…

Calvisius,

(163 words)

Author(s): Petzoldt, M.
[English Version] Seth (21.2.1556 Gorsleben, Thüringen – 24.11.1615 Leipzig). Schulen Frankenhausen (1569) und Magdeburg (1572), hier evtl. Schüler von Gallus Dressler. Universität Helmstedt (1579) und Leipzig (1580). 1581 Kantor Universitätskirche Leipzig, 1582 Kantor und Hebräischlehrer Fürstenschule Pforta, 1594 Thomaskantor Leipzig. C. verschaffte dem Amt seine Bedeutung. Er bewirkte eine strukturelle Neuorganisation der Leipziger Kirchenmusik u.a. durch Einführung des Figuralgesangs und Mitwi…

Camaldulenser.

(355 words)

Author(s): Merz, B.
[English Version] Zweig des benediktinischen Mönchtums, der eremitische und koinobitische Lebensweise vereint. Weißer Habit, Camaldulenserinnen mit schwarzem Schleier. Entstanden um 1000 aus der Reform Romualds von Ravenna (ca. 952–1027), in der Ausprägung von Fonte Avellana (um 1000; Petrus Damiani) und Camaldoli (zw. 1023/26) verbreitet. Konstitutionen 1045–1057 von Petrus Damiani und, daran orientiert, 1080–1085 von Rudolf, dem vierten Prior von Camaldoli, 1113 päpstl. bestätigt. Der betont er…

Câmara,

(227 words)

Author(s): Goldstein, H.
[English Version] Hélder Pessoa (7.2.1909 Fortalenza – 27.8.1999 Recife, Brasilien); Priesterweihe 1931; kurze Zeit Anhänger der integralistischen Aktion (Integralismus); seit 1936 im Erziehungsressort des Stadtstaates Guanabara tätig; 1952 Weihbf. von Rio de Janeiro; 1964 – zeitgleich mit dem Beginn der Militärdiktatur – Erzbf. von Olinda und Recife; 1985 Emeritierung. Bereits in Rio entwickelte C. Sozialprogramme für die Elendsviertel. 1952 rief er die Bf.konferenz CNBB ins Leben, deren Erster Ge…

Cambridge Platonists.

(388 words)

Author(s): Pailin, D.A.
[English Version] Gruppe von eigenständigen philos. Theologen, die unter dem Einfluß platonischer und neuplatonischer Gedanken (Platonismus, Neuplatonismus) eine Theol. zu entwickeln suchte, die sowohl einen puritanischen Calvinismus als auch einen Laudschen (W.Laud) Anglokatholizismus vermied. Die Vernunft ist für sie »der Geist im Menschen«, der als das »Licht des Herrn« wirkt. Damit sind sich die C.P. in der Überzeugung einig, daß Gott in Übereinstimmung mit der ewigen Vernunft der Dinge hande…

Cambridge Ritualists.

(311 words)

Author(s): Ackerman, R.
[English Version] Die »Cambridge Ritual Anthropologists« oder »Ritualists« waren vier klassische Philologen, drei davon aus Cambridge – Jane Ellen Harrison (1859–1928), Arthur Bernard Cook (1868–1952) und Francis Macdonald Cornford (1874–1943) – sowie Gilbert Murray (1866–1957) aus Oxford. Sie wirkten zw. 1890 und 1920 und entwickelten zus. eine gewagt irrationalistische Interpretation der griech. Rel. und bes. des griech. Dramas, die auf den Mythen- und Ritualtheorien von William Robertson Smith…

Cambridge, Universität

(690 words)

Author(s): Ehrenschwendtner, M.
[English Version] . Ihre Gründung geht wahrscheinlich zurück auf Oxforder Universitätsangehörige, die als Reaktion auf die durch Auseinandersetzungen zw. Stadt und Universität bedingte Schließung der Schulen im Jahr 1209 abwanderten. Obgleich 1214 der Lehrbetrieb in Oxford wiederaufgenommen wurde, verblieben einige Gelehrte in C. Die Nähe des Bf.sitzes Ely favorisierte die Gründung einer dauerhaften Institution, die neben Oxford bis ins 19.Jh. die einzige engl. Universität blieb und so maßgeblich …

Camerarius

(142 words)

Author(s): Scheible, H.
[English Version] Camerarius, Joachim (12 .4.1500 Bamberg – 17.4.1574 Leipzig). Studium 1512 Leipzig, 1518 Erfurt (1521 M.A.), 1521 Wittenberg, enge Freundschaft mit Melanchthon. 1522 Prof. für Rhetorik, doch mehrmals längere Zeit in Bamberg und auf Reisen, 1524 mit Melanchthon nach Bretten und als Bote Luthers nach Basel zu Erasmus. 1525 Prof. für Griech. in Wittenberg. 1526 Schulrektor in Nürnberg. 1535 Prof. in Tübingen, 1541 in Leipzig, hauptsächlich für griech. und lat. Lit., woraus zahlreich…

Camero

(253 words)

Author(s): Strohm, C.
[English Version] (Cameron), John (1579 Glasgow – 27.11.1625 Montauban), kam gegen 1600 nach Frankreich und war zuerst als Lehrer im Bereich der Humaniora tätig. Nach Studien in Paris, Genf und Heidelberg wurde er 1608 Pfarrer in Bordeaux, 1618 Prof. der Theol. an der prot. Akademie von Saumur und 1624 in Montauban. In den Auseinandersetzungen mit den Arminianern verteidigte C. die calvinistische Prädestinationslehre (Prädestination), modifizierte sie aber durch die Betonung der universalen Liebe G…

Camisarden

(510 words)

Author(s): Dingel, I.
[English Version] werden jene südfranz. Protestanten genannt, die sich nach der Revokation des Edikts von Nantes (1685; Hugenotten) heimlich in den Cévennen, der »Wüste«, zu bewaffneten Verbänden zusammenschlossen, um angesichts der harten Verfolgung für die Befreiung und Rechte ihrer unterdrückten Kirche zu kämpfen. Die Personenbezeichnung »camisard« ist wahrscheinlich abgeleitet von »camisia« (Hemd), die man wohl bei nächtlichen Überfällen, den daher sog. »camisades«, über der Kleidung trug. Di…

Campanella

(429 words)

Author(s): Ernst, G.
[English Version] Campanella, Tommaso (5.9.1568 Stilo, Kalabrien – 21.5.1639 Paris), versuchte die Naturphilos. der Renaissance mit einer radikalen Reform der Wiss. und der Gesellschaft zu versöhnen. Geb. in einem kleinen Ort in Süditalien, trat er als junger Mann in den Dominikanerorden ein. C. las med. Werke und Bücher der Naturforscher, Platos und des Neuplatonismus, aber die große Begegnung seiner Jugend war die mit der Naturphilos. des Bernardino Telesio. Nach C. sind alle Wesen, die aus den E…

Campanus,

(133 words)

Author(s): Leppin, V.
[English Version] Johannes (ca.1500 Maaseik – nach 1574). Nach Studium in Köln und Aufenthalt im Herzogtum Jülich kam C. 1527/28 nach Wittenberg. Mit der Nichtzulassung zum Marburger Religionsgespräch (: I.) begann sein Konflikt mit den Wittenbergern. Dieser wurde 1530 dadurch verschärft, daß C. die Göttlichkeit des Hl. Geistes bestritt. Bald gelangte er wieder nach Jülich, wo 1532 ein zunächst nicht vollstreckbarer Haftbefehl gegen ihn erlassen wurde. Sein Traktat »Göttlicher und Hl. Schrift … Re…

Campbell

(155 words)

Author(s): Hart, T.A.
[English Version] Campbell, John McLeod (4.5.1800 Kilninver – 27.2.1872 Roseneath, Schottland). Der Pfarrerssohn aus Argyllshire studierte an den Universitäten Glasgow und Edinburgh. 1821 erhielt er die Predigterlaubnis und wurde 1825 in die Gemeinde von Rhu eingeführt. Dort versuchte er, eine sorgfältig begründete und wohlausgerichtete Frömmigkeit in seiner Gemeinde zu pflegen. Anfängliche Schwierigkeiten deutete er als eine auf die ref. Theol. und Predigt zurückzuführende Gesetzlichkeit. In seine…

Campbell

(233 words)

Author(s): Hefner, P.
[English Version] Campbell, Donald T. (20.11.1916 Grass Lake, MI – 5.5.1996 Bethlehem, PA), Prof. für Psychologie an der Northwestern University (1953–1979), Syracuse University (1979–1982) und Lehigh University (1982–1996); Präsident der American Psychological Association (1975–1976). Für seine sozial- und experimentalpsychologische Arbeit, bes. auf dem Gebiet der Methodologie und der Philos. der Sozialwiss., erlangte C. internationale Anerkennung. Er leistete grundlegende Beiträge zur evolutionäre…

Campbell

(263 words)

Author(s): Harrell, D.E.
[English Version] Campbell, Alexander (12.9.1788 Near Ballymena, Irland – 4.3.1866 Bethany, WV), einer der Gründer der amer. Restaurationsbewegung im 19.Jh., die die Christian Church (Disciples of Christ), die Christian Church/Churches of Christ (Independent) und die Churches of Christ hervorbrachte. Während seines Studiums an der Universität von Glasgow hatte C. unter dem Einfluß der primitivistischen Lehren von J. und R.Haldane gestanden; als er 1808 in Virginia ankam, hatte dort sein Vater, ein…

Campe,

(218 words)

Author(s): Koerrenz, R.
[English Version] Joachim Heinrich (29.6.1746 Deensen/Braunschweig – 22.10.1818 Braunschweig). Nach der Unterrichtung durch einen Privatlehrer sowie dem Besuch der Schule in seinem Heimatdorf und der Klosterschule Holzminden studierte C. ab 1765 in Helmstedt und in Halle ev. Theol. Auf das Studium folgten Anstellungen als Prediger in Potsdam und als Hauslehrer der beiden Söhne Wilhelm und Alexander im Hause des Kammerherrn Alexander Georg v.Humboldt. Wegweisend war 1776 die Berufung als »Educations…

Campeggio

(235 words)

Author(s): Müller, G.
[English Version] (Campeggi), 1.Lorenzo (1474 Mailand – 20.7.1539 Rom), 1500 Prof. der Rechte in Bologna, 1511 Kleriker, 1512 Bf., 1517 Kardinal. Berühmt wurde C. durch seine Nuntiaturen: 1511 sandte Julius II. ihn zu Maximilian I., wohin ihn auch Leo X. schickte (1513–1517). Mit Maximilian und mit Karl V. knüpfte C. gute Kontakte, auch mit Heinrich VIII. von England. Clemens VII. beauftragte C. 1524/25 damit, in Deutschland gegen die Reformation vorzugehen. C. schuf das erste konfessionelle Bündn…
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