Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Cakravartin

(152 words)

Author(s): Schetelich, M.
[English Version] (Sanskrit »Beweger des Rades«), in allen indischen Rel. Bez. für den Welteroberer. Ein C. ist durch Körpermerkmale als außergewöhnlicher Mensch gekennzeichnet. Seine Attribute sind Rad und Herrschaftsinsignien. Er siegt kraft rechten Verhaltens oder rechter Lehre. Der Unterschied zw. dem C.-Konzept im Hinduismus und Buddhismus/Jinismus liegt im Ziel der Weltherrschaft. Im Hinduismus beseitigt der C. die Störung der Welt durch Dämonen und Widergötter, sein zentrales Kraftpotentia…

Calamy,

(147 words)

Author(s): Watts, M.R.
[English Version] Edmund (5.4.1671 London – 3.6.1732 ebd.), nonkonformistischer Pfarrer und Biograph, Sohn und Enkel von nonkonformistischen Pfarrern gleichen Namens (Dissenters). Infolge der Restauration der Stuarts und der Einsetzung Charles' II. auf den engl. Thron (1660) wurden die engl. und walisischen Geistlichen in der Uniformitätsakte von 1662 dazu aufgefordert, dem anglik. Book of Common Prayer ihre »ungeheuchelte Zustimmung« zu geben. Die ersten beiden E.C.s waren unter den 2029 Geistlic…

Calcidius

(137 words)

Author(s): Enders, M.
[English Version] (Chalcidius), christl. Philosoph, Lebenszeit umstritten: Er vf. entweder in der 1. Hälfte oder Ende des 4.Jh. eine lat. Übers. des ersten, kosmologischen Teils von Platos »Timaios« 17A–53C und einen zugehörigen Komm., in dem er unter Rekurs insbes. auf mittelplatonische Quellen (Numenius) eine Hierarchie metaphysischer Wesenheiten entwarf, in der Gottes Vorsehung mit seinem Willen und seiner Vernunft identifiziert und dem Schicksal übergeordnet wurde, das alle Dinge, auch die We…

Calderón de la Barca

(504 words)

Author(s): Geisler, E.
[English Version] Calderón de la Barca, Pedro (17.1.1600 Madrid – 25.5.1681 ebd.). C. gilt neben Lope de Vega als bedeutendster span. Theaterautor des 17.Jh. 1635 zum Hofdramatiker ernannt, 1651 zum Priester geweiht, hat er Mantel- und Degenstücke, in denen es v.a. um die Ehrthematik geht, hist., philos., mythologische und rel. Dramen sowie Fronleichnamsstücke (Autos sacramentales) vf. In seinem wohl bekanntesten Werk »Das Leben ein Traum« (1636) setzt sich der Jesuitenschüler mit der Frage nach dem V…

Caligula,

(202 words)

Author(s): Klein, R.
[English Version] Gaius (31.8.12 Antium – 24.1.41 Rom). Röm. Kaiser 37–41 n.Chr. Der Sohn des Germanicus und der Augustusenkelin Agrippina, der im Feldlager seines Vaters den Beinamen »Caligula« (Soldatenstiefelchen) erhielt und nach dem frühen Tod seiner Eltern am Hof des Tiberius aufwuchs, wurde nach dessen Tod von Volk, Heer und Senat rasch als Kaiser anerkannt. Nach anfänglicher Zurückhaltung verwandelte sich der durch wiederholte Krankheiten gezeichnete junge Herrscher in einen launenhaften A…

Calixt,

(440 words)

Author(s): Mager, I.
[English Version] Georg (14.12.1586 Medelby, Schleswig – 19.3.1656 Helmstedt), Sohn des Landgeistlichen Johannes Callisen, luth. Kontroverstheologe, Ireniker und Frühaufklärer, trat für ein ökum. Christentum ein. Als ohne Konkordienformel und Ubiquitätsvorstellung (Allgegenwart) aufgewachsener, melanchthonisch geprägter Student kam C. 1603 nach Helmstedt. Unter dem Einfluß von J.Caselius und C.Martini erwarb C. seine theol. Kenntnisse als Autodidakt. Nach Magisterpromotion (1605) und zwei ausgedeh…

Calixtus I.

(272 words)

Author(s): Schöllgen, G.
[English Version] (217–222), röm. Bf. Leben und Lehre sind nahezu ausschließlich aus der Darstellung des Konkurrenten und Gegners Hippolyt (haer. 9,11 f.; 10,27) bekannt, der ihn als sozialen Aufsteiger und Karrieristen schildert. Als Sklave geboren, wurde C. von seinem christl. Herrn mit Bankgeschäften betraut. Ein Konflikt mit röm. Juden (Schuldnern?) führte zur Verurteilung als Christ und zur Zwangsarbeit in den sardinischen Bergwerken. Nach Begnadigung, Übergang in den Freigelassenenstand und…

Calixtus II.

(132 words)

Author(s): Schmidt, T.
[English Version] Calixtus II., Papst 2.2.1119–13.12.1124 (Guido, aus der Grafenfamilie von Burgund). Als Erzbf. von Vienne (seit 1088) suchte er in Rivalität mit Arles für Vienne einen Primat zu begründen, den er als Papst bestätigte. 1112 fand in Vienne eine Synode gegen das 1111 von Kaiser Heinrich V. erpreßte Investiturprivileg Paschalis' II. statt. Wegen dieses Konflikts wurde nach dem Tod Gelasius' II. der diplomatisch erfahrene C. gewählt. Mit seinem Kanzler Haimerich (seit 1123) beförderte …

Calixtus III

(224 words)

Author(s): Herbers, K.
[English Version] ., Papst 8.4.1455 – 6.8.1458 (Alfons de Borja [Borgia], geb. 31.12.1378 Canals bei Játiva [Valencia]). C. studierte und lehrte beide Rechte in Llerida (Lleida). Er trat in den Dienst Alfons' V. von Aragón und bewog 1429 Papst Clemens VIII. zum Verzicht. Anschließend wurde er von Papst Martin V. zum Bf. von Valencia ernannt. 1444 wurde er zum Kardinalpriester von S S.Quattro Coronati in Rom erhoben und am 8.4.1455 zum Papst gewählt. Er bemühte sich u.a. um die Unterstützung von Fri…

Callaway

(160 words)

Author(s): Hexham, I.
[English Version] Callaway, Henry (17.1.1817 Lymington, Somerset – 26.3.1890 Otterly St Mary, Devonshire, England), Arzt und Missionar in Südafrika (1855–1886), Wegbereiter des Studiums der Rel., Volkskunde und Linguistik in Südafrika. Der Agnostiker schloß sich 1837 den Quäkern an, studierte Medizin in Aberdeen, Schottland, und konvertierte 1853 zum Anglikanismus. Die Society for the Propagation of the Gospel in Foreign Parts ignorierte seine mangelnde theol. Ausbildung und sandte ihn 1854 als Arz…

Callenberg,

(155 words)

Author(s): Bochinger, C.
[English Version] Johann Heinrich (12.1.1694 Molschleben bei Gotha – 16.7.1760 in Halle/S.). Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, wurde C. im Gothaer Gymnasium unter G.Vockerodt pietistisch erzogen. Seit 1715 Studium der orientalischen Sprachen und Theol. in Halle/S. In den 20er Jahren im Auftrag A.H.Franckes Verfasser einer mehrbd. Kirchengesch., bes. zur Vorgesch. des Pietismus (Ms. im Archiv der Franckeschen Stiftungen). 1727 a.o. Prof. an der Philos. Fakultät in Halle, 1736 o. Prof., 1739 auch…

Calov

(539 words)

Author(s): Baur, J.
[English Version] (Kalau), Abraham (16.4.1612 Mohrungen – 25.2.1686 Wittenberg). Ab 1626 philos. und theol. Studien in Königsberg, 1634–1637 in Rostock. 1640 Extraordinarius in Königsberg, 1643 Rektor und Pastor in Danzig. 1650 Ordinarius in Wittenberg. 6 Ehen, 13 Kinder (vor 1685 gestorben); Leichenpredigt von J.F.Mayer. Als »zweiter Athanasius« (Mayer) stand C. für die Integrität der luth. Kirche und Theol. Er widersetzte sich der Preußens luth. Status abschleifenden Kirchenpolitik Friedrich Wilhelms I., 1645 in Thorn auch den union…

Calvinismus

(1,152 words)

Author(s): Gerrish, B.A.
[English Version] I. Begriff Das Wort C. wurde im 16.Jh. von Lutheranern gebildet, die das Eindringen von Gedanken Calvins, bes. über das Abendmahl (: III., 1., b), nach Deutschland fürchteten. Mit der Zeit erhielt es mehrere Bedeutungen: Es kann sich auf das theol. System Calvins oder auf die Theol. seiner Schüler vom 16.Jh. bis zur Gegenwart beziehen; das Adj. »calvinistisch« (= c.) wird oft gleichbedeutend mit »ref.« gebraucht, um die Kirchen zu bez., die auf die Schweizer Reformation zurückgehe…

Calvin, Johannes

(10,250 words)

Author(s): Gerrish, B.A.
[English Version] (Jean Cauvin, 10.7.1509 Noyon – 27.5.1564 Genf) I. Leben und Werk 1.Entwicklung zum Reformator a)Kindheit und Jugend. C.s Biogr. bis zu seinem ersten Aufenthalt in Genf ist nur lückenhaft bekannt (autobiogr. Vorwort zum Commentarius in librum Psalmorum, Genf 1557). Sein Vater Gérard Cauvin stand als Notar im Dienst des Kathedralkapitels von Noyon. 1521 empfing C. die Tonsur und das Einkommen aus einer Pfründe sine cura als Versorgung für seine Ausbildung. Wohl 1523, beim Ausbruch der Pest in…

Calvisius,

(163 words)

Author(s): Petzoldt, M.
[English Version] Seth (21.2.1556 Gorsleben, Thüringen – 24.11.1615 Leipzig). Schulen Frankenhausen (1569) und Magdeburg (1572), hier evtl. Schüler von Gallus Dressler. Universität Helmstedt (1579) und Leipzig (1580). 1581 Kantor Universitätskirche Leipzig, 1582 Kantor und Hebräischlehrer Fürstenschule Pforta, 1594 Thomaskantor Leipzig. C. verschaffte dem Amt seine Bedeutung. Er bewirkte eine strukturelle Neuorganisation der Leipziger Kirchenmusik u.a. durch Einführung des Figuralgesangs und Mitwi…

Camaldulenser.

(355 words)

Author(s): Merz, B.
[English Version] Zweig des benediktinischen Mönchtums, der eremitische und koinobitische Lebensweise vereint. Weißer Habit, Camaldulenserinnen mit schwarzem Schleier. Entstanden um 1000 aus der Reform Romualds von Ravenna (ca. 952–1027), in der Ausprägung von Fonte Avellana (um 1000; Petrus Damiani) und Camaldoli (zw. 1023/26) verbreitet. Konstitutionen 1045–1057 von Petrus Damiani und, daran orientiert, 1080–1085 von Rudolf, dem vierten Prior von Camaldoli, 1113 päpstl. bestätigt. Der betont er…

Câmara,

(227 words)

Author(s): Goldstein, H.
[English Version] Hélder Pessoa (7.2.1909 Fortalenza – 27.8.1999 Recife, Brasilien); Priesterweihe 1931; kurze Zeit Anhänger der integralistischen Aktion (Integralismus); seit 1936 im Erziehungsressort des Stadtstaates Guanabara tätig; 1952 Weihbf. von Rio de Janeiro; 1964 – zeitgleich mit dem Beginn der Militärdiktatur – Erzbf. von Olinda und Recife; 1985 Emeritierung. Bereits in Rio entwickelte C. Sozialprogramme für die Elendsviertel. 1952 rief er die Bf.konferenz CNBB ins Leben, deren Erster Ge…

Cambridge Platonists.

(388 words)

Author(s): Pailin, D.A.
[English Version] Gruppe von eigenständigen philos. Theologen, die unter dem Einfluß platonischer und neuplatonischer Gedanken (Platonismus, Neuplatonismus) eine Theol. zu entwickeln suchte, die sowohl einen puritanischen Calvinismus als auch einen Laudschen (W.Laud) Anglokatholizismus vermied. Die Vernunft ist für sie »der Geist im Menschen«, der als das »Licht des Herrn« wirkt. Damit sind sich die C.P. in der Überzeugung einig, daß Gott in Übereinstimmung mit der ewigen Vernunft der Dinge hande…

Cambridge Ritualists.

(311 words)

Author(s): Ackerman, R.
[English Version] Die »Cambridge Ritual Anthropologists« oder »Ritualists« waren vier klassische Philologen, drei davon aus Cambridge – Jane Ellen Harrison (1859–1928), Arthur Bernard Cook (1868–1952) und Francis Macdonald Cornford (1874–1943) – sowie Gilbert Murray (1866–1957) aus Oxford. Sie wirkten zw. 1890 und 1920 und entwickelten zus. eine gewagt irrationalistische Interpretation der griech. Rel. und bes. des griech. Dramas, die auf den Mythen- und Ritualtheorien von William Robertson Smith…

Cambridge, Universität

(690 words)

Author(s): Ehrenschwendtner, M.
[English Version] . Ihre Gründung geht wahrscheinlich zurück auf Oxforder Universitätsangehörige, die als Reaktion auf die durch Auseinandersetzungen zw. Stadt und Universität bedingte Schließung der Schulen im Jahr 1209 abwanderten. Obgleich 1214 der Lehrbetrieb in Oxford wiederaufgenommen wurde, verblieben einige Gelehrte in C. Die Nähe des Bf.sitzes Ely favorisierte die Gründung einer dauerhaften Institution, die neben Oxford bis ins 19.Jh. die einzige engl. Universität blieb und so maßgeblich …
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