Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

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Kaas

(147 words)

Author(s): Körner, H.
[English Version] Kaas, Ludwig (23.5.1881 Trier – 25.4.1952 Rom, Vatikanstadt), zählt zu den umstrittensten Figuren des dt. polit. Katholizismus. Geprägt durch sein Studium in Rom, seit 1920 in einem engen Vertrauensverhältnis zu Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., trat er als Zentrumsabgeordneter der Weimarer Nationalversammlung 1919 in die Politik ein. 1920–1933 war K. Mitglied des Reichstags, 1928–1933 Vorsitzender der Zentrumspartei (Parteien: III.). Wohl in Verkennung des totalitäre…

Kaʿba

(168 words)

Author(s): Grabar, O.
[English Version] (Kaʿaba), kunstgeschichtlich (arab. »Würfel«). Gebäude aus Stein, Größe 12×10×15 m, in der Mitte der großen Moschee in Mekka (: II.). Um 700 n.Chr. mit einer Halle überbaut, im 8.Jh. (später mehrfach erweitert) kamen Hof und Säulengang dazu; im Inneren fensterloser Raum mit drei Säulen. Angeblich durch einen äg.-christl. Tischler gefertigt, spiegelt dieser Bericht wohl die spätere isl. Neigung wider, das kulturelle Niveau der vorisl. Zeit herunterzuspielen. Die K. hat eine einfach…

Kabasilas

(343 words)

Author(s): Podskalsky, G. | Congourdeau, M.
[English Version] , 1.Neilos, Metropolit von Thessalonike 1361–1363 (Taufname: Nikolaos; Ende 13.Jh. Thessalonike – 1363 ebd.), Onkel des berühmteren Theologen Nikolaos K. (2.). Wandelte sich vom glühenden Bewunderer des Thomas von Aquin (Summa theologica; Summa contra Gentiles, in der Übers. seines Schülers D.Kydones) nach der Synode von 1341 zum polemischen Anhänger des Palamismus, der die scholastische Methode (in den Hauptpunkten: Filioque; Primat) radikal ablehnte, und folgerichtig auch zu ei…

Kabbala

(1,747 words)

Author(s): Kilcher, A. | Dan, J.
[English Version] I. Religionsphilosophisch K. ist seit ca.1200 die Bez. für die jüd. Mystik (: III., 2.). Dem Namen nach bedeutet der Terminus K. »Empfang« bzw. »Überlieferung«: Empfang eines mündlich überlieferten, esoterischen Wissens über die »Geheimnisse der Schrift« (rasin de oraita; sitre tora). Was der Sache nach als K. gelten konnte, läßt sich zum einen religionsphilos. bzw. -phänomenologisch, zum anderen hist. beschreiben. Eine phänomenologische Beschreibung der K. muß zunächst deutlich m…

Kabīr

(194 words)

Author(s): Horstmann, M.
[English Version] (geb. 1. Hälfte des 15.Jh.?), Dichterheiliger Nordindiens. Er wurde in eine islamisierte niedere Hindukaste von Webern geboren, in der die tantrische Tradition (Tantrismus) der Nāthyogīs lebendig war. Sein Wirken wird mit Benares und Magahar (bei Gorakhpur) in Verbindung gebracht. K. gilt als bedeutendster Dichter der Sant-Bhakti. Monistische Ontologie und Betonung der menschlichen Todverfallenheit und Gnadenbedürftigkeit begründeten seine Behauptung egalitären Gnadenzugangs sow…

Kabiren

(176 words)

Author(s): Auffarth, C.
[English Version] . Die zwei oder auch mehr K. bilden eine namenlose Göttergruppe, für die in der östlichen und nördlichen Ägäis lokale Kulte eingerichtet wurden. Nur in Böotien besteht ein Kult im griech. Kernland. Manchmal mit anderen kultischen Gruppen identifiziert, wie den Kureten, Korybanten, den Dioskuren oder Daktyloi, spiegeln sie männliche Kultvereine, in die man durch eine Initiation (Rites de passage) aufgenommen wurde. Berühmt waren bis in die Spätantike die Mysterien von Samothrake, …

Kabisch

(226 words)

Author(s): Lachmann, R.
[English Version] Kabisch, Richard (21.5.1868 Kemnitz bei Greifswald – 30.10.1914 Flandern). Als pommerscher Pfarrerssohn ab 1885 Studium der Germanistik und Gesch., dann der ev. Theol. in Greifswald und Bonn; 1889 Promotion, anschließend Vikariat in Saarbrücken, 1891 Leitung einer Lateinschule in Altenkirchen; ab 1892 Seminarlehrer, von 1903 bis 1910 Seminardirektor in Uetersen, Holstein, später Prenzlau; 1910 königlicher Regierungsrat in Düsseldorf, ab 1914 in Bromberg; als Kriegsfreiwilliger gef…

Kaddish

(8 words)

[English Version] KaddishQaddish

Kadesh (Barnea)

(283 words)

Author(s): Na'aman, N.
[English Version] . Oase im nördlichen Sinai, an der Südgrenze Kanaans gelegen (Num 34,4; Ez 47,19; 48,48) und Station auf dem Weg von Ägypten nach Beersheba sowie von der Küste Philistäas zum Golf von Eilat. Der Name leitet sich von der westsem. Wurzel qdš (»Heiligkeit«), her; die Bedeutung des zweiten Namenselements (»Barnea«) ist unbekannt. Der Ort ist auch unter den Namen »En-mishpat« (Gen 14,7) und »Wasser von Meribah/Meribath K.« bekannt. Der bibl. Tradition zufolge spielte K. in der frühen …

Kadi

(8 words)

[English Version] KadiQāḍi

Kafka, Franz (3.7.1883 Prag – 3.6.1924 Kierling bei Wien)

(1,214 words)

Author(s): Reuß, R.
[English Version] Sohn von Hermann K. und Julie K. (geb. Löwy), wuchs auf in einer Prager Mittelstandsfamilie assimilierter Juden (Vater betrieb eine Galanteriewarenhandlung). Sein Jurastudium an der Prager Karls-Universität schloß er 1906 mit Promotion ab. Während dieser Zeit entstanden K.s früheste überlieferte Texte. Erstes Anstellungsverhältnis bei der Versicherungsgesellschaft »Assicurazioni Generali«, 1908 dann Eintritt in die »Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen«…

Kaftan

(552 words)

Author(s): Bassi, H. v. | Schröder, M.
[English Version] , 1.Theodor Christian Heinrich (18.3.1847 Loit bei Apenrade, Nordschleswig – 26.11.1932 Baden-Baden). Verwurzelt im kulturellen und rel. Milieu Nordschleswigs und früh durch den dt.-dänischen Grenzlandkonflikt geprägt, studierte K. Theol. in Erlangen, Berlin und Kiel, um nach Hauslehrer- und Hilfspredigertätigkeit ab 1873 als Pastor des dänischen Gemeindeteils in Apenrade zu wirken. 1880 wechselte K. als Regierungs- und Schulrat nach Schleswig. 1884 wurde K. Propst in Tondern und…

Kagawa

(262 words)

Author(s): Dohi, A.
[English Version] Kagawa, Toyohiko (10.7.1888 Kobe – 23.4.1960 Tokio). K. wurde 1904 von einem amer. Missionar getauft. 1909 begann er seine eigene missionarische Tätigkeit in den Slums von Kobe, wo er den von den entmenschlichenden Folgen der Armut Betroffenen das Evangelium predigte. Nachdem er an der Universität und am Theol. Seminar von Princeton studiert hatte, gründete er 1917 eine Arbeiter- und Bauernbewegung für die Etablierung der Menschenrechte, durch die die erlösende Liebe Christi prakt…

Kahl

(153 words)

Author(s): Landau, P.
[English Version] Kahl, Wilhelm (17.6.1849 Kleinheubach – 14.5.1932 Berlin), Prof. für Kirchen-, Staats- und Strafrecht in Rostock (1879–1881), Erlangen (1883–1888), Bonn (1888–1895) und Berlin (seit 1895). Sein wiss. Werk umfaßte zunächst das Kirchenrecht, beginnend mit einer Monographie über die im Kulturkampf wichtige »Temporaliensperre« (1876). Kirchenrechtliches Hauptwerk ist das »Lehrsystem des Kirchenrechts und der Kirchenpolitik« (1894), dessen separat erschienener erster Teil fast ausschli…

Kähler

(1,090 words)

Author(s): Nüssel, F.
[English Version] Kähler, Martin (6.1.1835 Neuhausen bei Königsberg – 7.9.1912 Freudenstadt) K. wuchs in Neuhausen bei Königsberg, ab 1841 in Preußisch-Holland als Pfarrerssohn auf. Auf Wunsch des Vaters begann er das Studium der Rechtswiss. in Königsberg, wandte sich aber bald der Theol. zu. 1853 ging K. nach Heidelberg, wo R.Rothe sein syst. Interesse weckte. Er studierte weiter in Halle bei Julius Müller und F.A.G.Tholuck, der ihn entscheidend prägte und förderte. Die bibl. Ausrichtung vertiefte K. in…

Kahnis

(134 words)

Author(s): Graf, F.W.
[English Version] Kahnis, Karl Friedrich August (22.12.1814 Greiz, Vogtland – 20.6.1888 Leipzig). 1844 a.o. Prof. in Breslau, 1850 o. Prof. für Dogmatik in Leipzig. K. entwickelte sich zum Vertreter eines gemäßigten luth. Konfessionalismus, der sich in seinem Hauptwerk »Die luth. Dogmatik hist.-genetisch dargestellt« (3 Bde., 1861–1868; 2 Bde., 21874/75) spiegelt. Theol. bindet er an Schrift und Bekenntnis zurück. Gegenüber K.I.Nitzsch kritisierte er die Union (Unionen, kirchliche). Eine Tendenz zur Repristination wurde K. aufgrund seiner…

Kainiten

(71 words)

Author(s): Hanig, R.
[English Version] Kainiten, mehrheitskirchl. Bez. für »Häretiker«, insbes. auch für Gnostiker des 2.Jh., welche eine Umwertung des AT vornahmen und Kain sowie Judas Iskarioth verehrten (Gebrauch des Ev. des Judas [NTApo 1, 61990, 309f.]; Iren. haer. I 31,1f.; Ps.-Tert., Adversus omnes haereses, 2,5f.; Epiph.haer. 38). Roman Hanig Bibliography Quellen: W.Foerster (Hg.), Die Gnosis. Zeugnisse der Kirchenväter, 1995, 57–59 (dt. Übers.) Lit.: B.A.Pearson, Gnosticism, Judaism, and Egyptian Christianity, 1990, 95–107.

Kain und Abel

(1,017 words)

Author(s): Janowski, B. | Zchomelidse, N.
[English Version] I. Altes Testament K. und A., die Kinder des ersten Menschenpaares Adam und Eva, sind die Protagonisten einer der für das Genesisbuch charakteristischen Brüdergesch. (vgl. Jakob und Esau). Ihre Namen sind bedeutungsmäßig mit der vor- bzw. nichtpriesterlichen Paradiesgesch. Gen 3* verknüpft: Während aus dem Namen A. (הֶבֶל Gen 4,2.4.8f.25) die Bedeutung »Vergänglichkeit« herausgehört worden sein dürfte, ist der Name K. (קַיִן Gen 4,1–25, Tubal-K. Gen 4,22 [Beschreibung von Schmiedefähigkeit], als Stammesname Num 24,22; Ri 4,11) schwierige…

Kaiphas

(6 words)

[English Version] KaiphasKajaphas

Kaïris

(152 words)

Author(s): Papaderos, A.
[English Version] Kaïris, Theophilos (19.10.1784 Andros – 9.1.1853 Syros), griech.-orth. Priestermönch und Aufklärer. Philos. und naturwiss. Studien in Pisa und Paris, wo er A.Koraïs zum Freund gewonnen hatte. Schulleiter in Smyrna und Kydonia. Er beteiligte sich am griech. Befreiungskampf (ab 1821). Auf Andros gründete er ein Waisenhaus (1835), wo er neben Naturwiss. seine theophilanthropischen Lehren vermittelte. Die polit. Wirren seiner Zeit, die geistigen und soziokulturellen Auseinandersetzung…

Kairologie

(385 words)

Author(s): Englert, R.
[English Version] . Mit dem griech. Begriff καιρο´ς/kairós wird nach der Qualität einer Zeit gefragt: nach dem, wozu sie gut ist (im Unterschied zu χρο´νος/chrónos [Chronologie], der griech. ebenfalls »Zeit« bedeutet, aber auf das quantitative Moment der Zeit zielt: auf die Zeit, die man benötigt, um etwas zu tun). Die Qualität einer Zeit läßt sich nicht wie die Uhrzeit messen, sondern kann nur durch Erfahrung und Intuition, die »Zeichen der Zeit« deutend, erschlossen werden: als der Augenblick, in dem etwas an der Zei…

Kairouan

(10 words)

[English Version] KairouanNordafrika: V. Judentum

Kaiser

(204 words)

Author(s): Hurst, M.
[English Version] Kaiser, Georg (25.11.1878 Magdeburg – 4.6.1945 Ascona), gilt mit seinen über 70 Dramen als einer der produktivsten Bühnenautoren des 20.Jh. In den 20er Jahren war er einer der meistgespielten Autoren und wichtiger Vertreter des lit. Geisteslebens in Berlin, geriet jedoch ab 1933 in Vergessenheit. Thematisch und formal sind K.s Dramen vom Expressionismus geprägt. Mit dem Zweiteiler »Gas« (1918/1920) klagt er die durch Moderne und Industrialisierung forcierte Ausbeutung und Funktion…

Kaiserswerth

(354 words)

Author(s): Götzelmann, A.
[English Version] Kaiserswerth, heute Stadtteil von Düsseldorf, ist in kirchl.-diakonischen Kreisen bekannt durch die dortige älteste, von Th. und F.Fliedner 1836 gegründete Diakonissenanstalt (Diakonenhäuser/Diakonissenhäuser). Diese Wiege der »weiblichen Diakonie« wurde zum Weltzentrum von Mutterhäusern und Zusammenschlüssen Fliednerscher Prägung. Zur heutigen »Kaiserswerther Diakonie« in Düsseldorf mit insg. 2136 Mitarbeitenden gehören (Stand: Oktober 1999) das Mutterhaus und seine Feierabendhä…

Kaisertum und Papsttum

(2,590 words)

Author(s): Hartmann, W.
[English Version] . Das K. im lat. Westen wurde durch das P. geschaffen. Während wir über die Aufgaben des P. seit dem Beginn des 5.Jh. zahlreiche Selbstaussagen besitzen, gibt es entsprechende Äußerungen über die Befugnisse des Kaisers erst spät. »Das K. des MA besaß in nur geringem Maß eine feste, kernige Substanz« (Kempf, ma. K., 225). Ur- und Vorbild des christl. K. ist Konstantin d.Gr. (306–337), der nach seinem Sieg an der Milvischen Brücke (28.10.312) das Christentum zur erlaubten Rel. mach…

Kajaphas

(164 words)

Author(s): Horn, F.W.
[English Version] (Kaiphas; aram. auf Ossuarium Qajafa), im NT immer Και¨α´ϕας oder Και¨ι¨ϕα˜ς (Hsn.), nach Flavius Josephus (Ant. XIII 95 'Ιωση´ϕος ο῾ Και¨ι¨α´ϕας/Iōsē´phos ho Kaïáphas) scheint K. Beiname gewesen zu sein. K. war von dem röm. Präfekten Valerius Gratus 18. n.Chr. als Hoherpriester (: III.) eingesetzt, 36 n.Chr. von dem syr. Statthalter Vitellius abgesetzt worden (Ant. ebd.). Das hohepriesterliche Amt wurde seit den Herodianern (Herodes/Herodeshaus) nach Gutdünken vergeben. K. erwirkte nur durch die Gu…

Kalām

(14 words)

[English Version] KalāmIslam: II. Lehre, 3. Islamische Theologie; Mutakallimun

Kaland

(177 words)

Author(s): Schneider, B.C.
[English Version] (Kalandsbrüder, fratres calendarii). K. waren im Spät-MA. v.a. in Niedersachsen verbreitete geistl. Bruderschaften (: II.,1.; fraternitates), deren Mitgliedschaft i.allg. Priestern vorbehalten war. Man kann die seit dem 13.Jh. (nach ihren gottesdienstlichen Zusammenkünften an den Kalenden) so bez., sehr unterschiedlichen, gildenähnlichen Bünde unterteilen in pfarrkirchl. K., vom Adel gegründete K. und die nur in Norddeutschland vorkommenden »Sedes-K.«, die sich an den Verwaltung…

Káldi

(103 words)

Author(s): Nagy, L.S.
[English Version] Káldi, György (4.2.1573 Nagyszombat/Tyrnau – 30.10.1634 Pozsony/Preßburg), ungar. Jesuit. K. studierte in Wien, dann als Priester in Rom, wo er den Jesuiten beitrat. Er war in Brünn Novizenmeister, 1616–1624 wirkte er in Tyrnau, Graz, Wien und Preßburg, wo er der erste Rektor des von P.Pázmány gegründeten Collegiums wurde. K. übers., möglicherweise unter Verwendung der Vorarbeiten István Szántos, die ganze Bibel ins Ungarische (Szent Biblia, 1626; Bibelübersetzungen: II., 3., b, γ). Die Übers. wurde bis ins 20.Jh. verwendet. Er veröff. seine Pre…

Kaleb

(11 words)

[English Version] KalebStämme Israels

Kalender

(2,890 words)

Author(s): Mohn, J. | Lichtenberger, H. | Meßner, R. | Gerö, S. | Nagel, T. | Et al.
[English Version] I. Allgemein 1. Der Begriff K. leitet sich von den röm. »calendae« ab, den jeweils ersten Ausruftagen eines Monats, und bez. die Strukturierungen und damit einhergehenden Mediatisierungen von Zeit, d.h. Aufzeichnungen in bildlichen und schriftlichen Medien zur Vermittlung von Zeitstrukturen (s. dazu auch Zeit/Zeitvorstellungen). K. sind die konkreten Umsetzungen von Chronologien. Die kollektiv zu koordinierende Ausübung von Handlungen mußte in den verschiedenen Bereichen des mensc…

Kālī

(262 words)

Author(s): Kiehnle, C.
[English Version] . Belege für »die schwarze« Göttin, die in ganz Indien (: III.,1.), bes. aber in Bengalen verehrt wird, finden sich seit dem 6.Jh. n.Chr. Bekannt ist sie in ihrer Hauptform: ungebändigte Haare, Reißzähne, heraushängende Zunge, blutbeschmierte Lippen, nackte, hagere Gestalt, Schädelgirlande, Gürtel aus abgeschnittenen Armen, auf dem reglosen Śiva stehend. Gewöhnlich vierarmig, hält sie in der oberen linken Hand ein Schwert, in der unteren den abgeschlagenen Kopf eines Dämons. Sie …

Kalif

(525 words)

Author(s): Busse, H.
[English Version] Kalif, arab. ḫalīfa, »Nachfolger« oder »Stellvertreter«, das Oberhaupt der isl. Gemeinschaft (arab. umma) bei den Sunniten, teils auch Šīʿiten (s.a. Islam: II., 1.). Als Prophet (: V.) konnte Muḥammad keinen Nachfolger haben, denn er war der letzte Prophet, das »Siegel« der Propheten, wohl aber als Oberhaupt der Gemeinschaft. Nach den vier »rechtgeleiteten K.« (al-ḫulafā' ar-rāšidūn) Abū Bakr, ʿUmar, ʿUtmān und ʿAlī kamen 661 die Umaiyaden in Damaskus (: III.) an die Macht, 750 die Abbasiden, die ab 762 in dem neu gegründeten Bagda…

Kalischer

(166 words)

Author(s): Schäfer, B.
[English Version] Kalischer, Zvi Hirsch (1795 Lissa, Posen – 1874 Thorn, Ostpreußen), einer der ersten Verkünder der Rückkehr der Juden nach Palästina, von 1824 bis zu seinem Tode Rabbiner von Thorn. Nach Büchern zur Halakha und Religionsphilos. machte ihn erst seine Schrift »Derishat Zion« (1862) berühmt, die das orth. Judentum (Orthodoxie: III.) zur Rückkehr nach Zion auffordert. Die Erlösung Israels werde nicht als Wunder Gottes kommen, sondern erst infolge menschlicher Bemühungen, nämlich der Be…

Kalligraphie

(525 words)

Author(s): Lauer, U.
[English Version] K. (griech., dt. »Schönschrift«), bez. die Schriftkunst oder das nach ästhetischen und künstlerischen Prinzipien entstandene Schriftkunstwerk, bes. entwickelt in Ostasien und im isl. Kulturkreis. I. Ostasiatische Kalligraphie In China zählt die K. von alters her zu den sechs Freien Künsten. Geschrieben wird mit einem elastischen Pinsel. Neben Seide wird seit dem 2.Jh. v.Chr. Papier als Schreibgrundlage verwendet. Tusche oder ein tuscheähnliches Pigment war schon in der Shangzeit (16. – 11.Jh. v.Chr.) in Ge…

Kallistos I.

(201 words)

Author(s): Nikolaou, T.
[English Version] Kallistos I., von Konstantinopel, Patriarch (geb. Ende 13.Jh. – 1363/64 Serrhai), war Schüler von Gregor Sinaites und lebte, zumindest seit 1314 als Mönch (ab ca.1335 als Priestermönch) in der Magoula-Skete und 1342(?) bis 1350 im Iviron-Kloster auf dem Athos. Als Hesychast (Hesychasmus) und Begleiter von G.Palamas unterschrieb er 1340 den Tomos Hagioreitikos. Im Bürgerkrieg 1342 gehörte K. zur Friedensgesandtschaft. Im Juni 1350 zum Patriarchen gewählt, leitete er mit Kaiser Johan…

Kálmáncsehi Sánta

(150 words)

Author(s): Blázy, Á.
[English Version] Kálmáncsehi Sánta, Márton (um 1500 – 20?.12.1557 Debrecen), zunächst kath. Priester, später einer der ersten ref. Pfarrer und Bischöfe in Ungarn, Liedverfasser. Nach Studium in Krakau (1523–1525) wurde er Chorherr, Schulrektor (1538) und auserwähltes Mitglied des humanistischen Kreises in Weißenburg (Siebenbürgen). Nach einem Glaubensdisput schloß er sich der Reformation an. Er wurde Pfarrer in Mezötúr, danach in Sátoraljaújhely. Wegen seiner radikalen Ansichten war er nur für kurz…

Kalonymus

(180 words)

Author(s): Dan, J.
[English Version] (Familie), eine der bedeutendsten jüd. Familien, die zw. dem 9. und 13.Jh. wichtige Persönlichkeiten hervorbrachte. Ihre Nachkommen hatten großen Einfluß auf die jüd. Kultur in Italien, Deutschland und der Provence. Ihr Herkunftsland war möglicherweise Süditalien. Die frühsten Abkömmlinge dieser Familie sind in der »Chronik von Achima'az« (11.Jh.) erwähnt. Einer weitverbreiteten Traditionen zufolge wurde ein Teil dieser Familie durch Karl den Großen von Italien nach Mainz gebrac…

Kalpa

(70 words)

Author(s): Kiehnle, C.
[English Version] bez. in der indischen Kosmologie den Grundzyklus einer Weltperiode (: II.), d.h. einen Tag im Leben des Schöpfergottes Brahmā (Brahman), der 100 Jahre lebt. Dieser Tag setzt sich aus Unterzyklen (yugas, mahāyugas, manvantaras) zus. und dauert 4 320 000 irdische Jahre bis zur Auflösung (pralaya) des Universums und der ebenso langen Nacht, der eine neue Schöpfung folgt. Catharina Kiehnle Bibliography A.L.Basham, The Wonder That Was India, 1967, 1998, 320–322.

Kalthoff

(247 words)

Author(s): Hübinger, G.
[English Version] Kalthoff, Albert (5.3.1850 Barmen – 11.5.1906 Bremen). K. studierte ev. Theol. in Berlin, promovierte 1874 zum Dr. phil. in Halle und erhielt seine erste Predigerstelle im gleichen Jahr wieder in der Reichshauptstadt. 1875 übernahm er das Pfarramt im brandenburgischen Dorf Nickern. Weithin bekannt wurde K. durch seine Amtsenthebung 1878, nachdem er in einer öfftl. Selbstanzeige eine Weisungsbefugnis des preußischen Ev. Oberkirchenrates in allen Lehrfragen abgelehnt hatte. Als Spre…

Kalvarienberg

(646 words)

Author(s): Deines, R. | Arnulf, A. | Eder, M.
[English Version] I. Name Die griech. Interpretation des aram. Golgotha durch Κρανι´ου Το´πος/Kraníou Tópos, »Schädelstätte« (Mt 27,33; Mk 15,22; Joh 19,17, vgl. Lk 23,32), wird in den lat. Bibelübers. (Itala, Vulgata) nahezu einheitlich mit »Calvariae locus« wiedergegeben. Daraus entstand »K.« und vergleichbare Bildungen in anderen eur. Sprachen. Zugrunde liegt das lat. Subst. calvaria, »Hirnschale, Schädel«, das erstmals Mitte des 1.Jh. n.Chr. bei med. Autoren (Aurelius Cornelius Celsus; Scribonius Largu…

Kam

(160 words)

Author(s): Jong, C.G.F. de
[English Version] Kam, Joseph (September 1769 's-Hertogenbosch, Niederlande – 18.7.1833 Ambon, Ambon Island) war der erste und viele Jahre lang auch der einflußreichste niederländische prot. Missionar im östlichen Teil von Niederländisch-Ost-Indien (den heutigen Molukken) nach der Auflösung der Niederländischen Ostindienkompanie und der Übergabe ihrer Territorien an die niederländische Krone (1.1.1800). Er wurde in Rotterdam (bei der Niederländischen Missionsgesellschaft), in Zeist (Herrnhut; Brüde…

Kamaldulenser

(6 words)

[English Version] KamaldulenserCamaldulenser

Kambodscha

(500 words)

Author(s): Gern, W.
[English Version] . K. hat 12 Mio. Einwohner (Wachstumsrate 2,5%); 90% sind Theravāda-Buddhisten (Hīnayāna), 2% Muslime, 1,5% Christen, 1,5% Angehörige der chinesischen Volksrel., daneben Angehörige von Stammesrel., je 1% Cao Dai (Caodaismus) und Bahais (Bahai-Religion). 90% der Bevölkerung sind Khmer, 5% Vietnamesen, 1% Chinesen, 2,5% Malayen. Die kath. Mission begann 1555 durch die Dominikaner Gaspar da Cruz (gest.1570) und Sylvester Azevedo (gest.1576) von Malakka aus. Um 1770 übersetzte P.Levasseur den Katechismus in die Khmer-Sprache. …

Kamerun

(570 words)

Author(s): Dah, J.N.
[English Version] . Der Name leitet sich aus der portugiesischen Bez. für den Fluß Wouri in Douala (Rio dos Camarões, »Krabbenfluß«) ab. Die dt. Kolonialherren übertrugen die Bez. 1884 auf das gesamte Land, dessen Grenzen sie 1910/11 festlegten. – K. umfaßt eine Fläche von 475 442 km 2. Es hat feuchte und halbtrockene tropische Gebiete, darunter eines der regenreichsten Gebiete der Erde rund um den aktiven Vulkan Kamerunberg (4070 m). K. ist ein Sammelbecken von 120 Volksgruppen, die 236 unterschiedliche Sprachen sprechen. Im Süden leben …

Kami

(202 words)

Author(s): Kleine, C.
[English Version] Kami, japanische Bez. für alles, was aufgrund seiner außerordentlichen Eigenschaften Ehrfurcht einflößt. Hierbei kann es sich um Gottheiten, Geister, Menschen, Tiere, Pflanzen oder Landschaftsformationen handeln. Die Herkunft des Wortes, das mit dem chinesischen Zeichen »shen« (Geist, Gott, Genius, Seele, Nerven etc.) geschrieben wird, ist unklar. Einer gängigen Etym. zufolge hängt k. mit »oben«, »hoch«, »überragend« (kami) zus. Andere sehen eine Verbindung zu kakurimi (das Verbo…

Kamillianer

(168 words)

Author(s): Eder, M.
[English Version] (Clerici regulares ministrantes infirmis, MI; Ordo Sancti Camilli, OSC), einziger Priesterorden der kath. Kirche mit rein karitativer Zielsetzung. Begründet 1582 in Rom durch Camillo de Lellis (hl., 1550–1614) zur Erneuerung des Krankendienstes (viertes Gelübde: Krankendienst, auch unter Einsatz des eigenen Lebens, daher große Verluste bei Pest- und Choleraepidemien). Nach Niedergang des v.a. in Südeuropa und Lateinamerika verbreiteten »Ordens der Diener der Kranken« (Väter vom …

Kammin

(174 words)

Author(s): Holze, H.
[English Version] Kammin, Stadt an der Dievenow, Pommern, seit 1176 Bischofssitz, der nach den Missionszügen Ottos von Bamberg zunächst 1140 in Wollin gegründet wurde. Das Bistum erhielt weitgehende Selbständigkeit (Exemtion), indem es dem Hl. Stuhl in Rom, nicht aber den Erzbistümern Gnesen oder Magdeburg unterstellt wurde. Im 13./14.Jh. expandierte das anfänglich auf den Herrschaftsbereich der Pommernherzöge beschränkte Bistum nach Westen (Mecklenburg) und Südosten (Uckermark, Neumark). 1248 erl…

Kana

(84 words)

Author(s): Zangenberg, J.
[English Version] . Das mit Ḫirbet Qana zu identifizierende Dorf (κω´μη/kō´mē, Flav.Jos., Vita 69,206) Κανα` (τη˜ς Γαλιλαι´ας)/Kaná (tē´s Galilaías; von hebr. קָנֶה/qānæh, »Schilf«?) liegt am Nordhang des Bet-Netofa-Tals. Nach Jos 19,28 zum Stamm Asher (Stämme Israels) gehörig, wird K. im NT allein in Joh 2,1.11; 4,46; 21,2 erwähnt, jüd. Quellen lokalisieren die Priesterfamilie Eljashib in K. Grabungen erbrachten Reste einer hell.-röm. Kleinstadt und Spuren christl. Pilgerwesens v.a. aus der Kreuzfahrerzeit (Kreuzzüge). Jürgen ZangenbergBibliographyC.Kopp, Die Hl.…

Kanaan

(14 words)

[English Version] KanaanIsrael und Kanaan, Palästina, Syrien

Kanada

(1,373 words)

Author(s): Goodwin, D.
[English Version] ist nach Rußland das zweitgrößte Land der Welt, jedoch eines der am dünnsten besiedelten. Es umfaßt nahezu Zweifünftel der Fläche des nordamer. Kontinents (9 970 610 km 2). Im Norden grenzt es an das Nordpolarmeer, im Osten an den Atlantik, im Süden an zwölf US-amer. Staaten und im Westen an Alaska und den Pazifik. Hauptstadt K. ist Ottawa. Die am dichtesten besiedelten Regionen und größten Städte finden sich an der Küste sowie an der Grenze zu den USA. Dort leben 90% der kanadischen Bevölkerung. 2001 beträgt die Einwohnerzahl ca.30 Mio. Die Gesellschaft K. ist mu…

Kanadische Missionen

(198 words)

Author(s): Grant, J.W.
[English Version] . Unter franz. Herrschaft waren nur röm.-kath. Missionare geduldet, unter ihnen die Jesuiten, von denen einige 1649/50 das Martyrium erlitten. Im 19.Jh. konkurrierten Anglikaner der Church Missionary Society mit Oblaten und Grauen Schwestern (Graue Brüder und Schwestern) um die Seelen der Indianer (: II.) und Inuits in Nordkanada. Unter den anderen prot. Kirchen waren die Methodisten die aktivsten, sowohl in Ontario als auch in Nordkanada. Eine berühmte Katholikin war Kateri Tesk…

Kandinsky

(165 words)

Author(s): Prange, R.
[English Version] Kandinsky, Wassily (4.12.1866 Moskau – 13.12.1944 Neuilly-sur-Seine bei Paris); nach Jurastudium 1896 Übersiedelung nach München und Aufnahme des Kunststudiums. Gemeinsam mit Gabriele Münter (1877–1962) war K. bis 1914 häufig im oberbayrischen Murnau am Staffelsee tätig. 1909 war er Mitbegründer der Neuen Künstlervereinigung München; 1911 Gründung des Blauen Reiters gemeinsam mit F.Marc; Bekanntschaft P.Klees; 1914 Rückkehr nach Moskau. 1917 heiratete K. Nina Andrejewskaja; wurde …

Kannibalismus

(9 words)

[English Version] KannibalismusRitualtötung

Kannon/Kanzeon

(8 words)

[English Version] Kannon/KanzeonAvalokiteśvara

Kanon

(3,697 words)

Author(s): Pezzoli-Olgiati, D. | Schindler, A. | Huizing, K. | Troianos, S.N. | Felmy, K.C. | Et al.
[English Version] I. Religionsgeschichtlich Der K. kann als Ergebnis eines komplexen Selektionsprozesses von Schriften definiert werden, die als autoritativ betrachtet werden; aus der Gesamtheit der vorliegenden schriftlichen Traditionen werden nach bestimmten Kriterien Schriften als heilig oder inspiriert (Inspiration) ausgesondert. Obwohl sich der Begriff des K. als normative Sammlung von heiligen Schriften im Rahmen der jüd.-christl. Tradition herausgebildet hat, ist er zu einem religionswiss. F…

Kanones/Kanonessammlungen

(818 words)

Author(s): Ohme, H.
[English Version] . Bis ins 4.Jh. haben die Synoden ihre Entscheidungen nicht »Kanon« oder »regula« genannt. Im griech. Osten benutzten sie den Begriff »Horos« als älteren Terminus für kirchl. Festlegungen (Ankyra, cc.6.19. u. ö.). Im lat. Sprachraum kam mit den Bez. placita, statuta, instituta, decreta, sententiae u.a. eine der röm. Rechtssprache entstammende spezifische Terminologie zur Verwendung. Die Bez. als K. begegnet erstmals auf der Synode von Antiochien ca.330 (c.19 u. ö.) und hat sich b…

Kanoniker/Chorherren

(269 words)

Author(s): Auge, O.
[English Version] . Mitglieder eines zur Feier des liturgischen Gottesdienstes an Dom- und Stiftskirchen bestehenden Kapitels (Domkapitel) unter Leitung des Bischofs oder eines Archipresbyters. Die seit 535 im Frankenreich bezeugte Bez. wird von der Eintragung in die als canon betitelte Liste der versorgungsberechtigten Kleriker einer Kirche bzw. vom Leben nach den canones hergeleitet. Für eine Abgrenzung zum Mönchtum sorgte eine spez. K.-Regel, die 755 Chrodegang von Metz auf lokaler, 816 die Ins…

Kanon im Hinduismus

(14 words)

[English Version] Kanon im HinduismusVeden

Kanon im Konfuzianismus

(15 words)

[English Version] Kanon im KonfuzianismusKonfuzianismus: V. Literatur

Kanonisation

(459 words)

Author(s): Döpmann, H.
[English Version] (lat. canonisatio, griech. α᾿νακη˜ρυξις/anakē´ryxis, »die öfftl. Proklamation«) bez. die Einreihung in das Verzeichnis (canon) der Heiligen (Heilige/Heiligenverehrung). Damit verbindet sich gottesdienstliches Gedenken, eine Vita, ein Heiligenbild/Ikone, die Möglichkeit einer dem Heiligen gewidmeten Altar- oder Kirchenweihe (Weihe/Weihehandlungen) sowie der Namengebung bei der Taufe. Anfangs wurden ohne K. Märtyrer zu ihrem Todestag als Geburtstag für den Himmel (dies natalis) an ihr…

Kanonisches Alter

(204 words)

Author(s): Becker, H.
[English Version] . Das kanonische Recht unterscheidet ebenso wie das weltliche Recht Altersstufen, die für die rechtliche Beurteilung von Rechtshandlungen einer natürlichen Person oder für den Zugang zu Weihestufen und Ämtern von Bedeutung sind. Für die Deliktsfähigkeit ist z.B. die Vollendung des 16. Lebensjahres von Bedeutung (c.1323 Nr.1 CIC/1983 bzw. c.1413 § 1 CCEO). Ab diesem Alter können Minderjährige auch Paten sein (c.874 § 1 Nr.2 CIC/1983 bzw. c.685 § 2 CCEO). Für die Zulassung zum Novi…

Kanonisches Recht

(12 words)

[English Version] Kanonisches RechtKirchenrecht

Kanonissen/Chorfrauen

(237 words)

Author(s): Auge, O.
[English Version] Kanonissen/Chorfrauen, spätma. Form für canonicae, ein in der griech. Kirche seit dem 4., im Westen seit dem 8.Jh. belegter Begriff, abgeleitet vom canon, in dem die betreffenden Frauen verzeichnet waren. Zunächst wurden mit K. alle Frauen betitelt, die ein rel., nicht an eine monastische Gemeinschaft gebundenes Leben führten. Die Aachener Institutionen (816) legten K. als eine unter Abtsaufsicht und bestimmten Institutionen stehende Gemeinschaft fest, freilich mit rechtlichen un…

Kanonistik

(18 words)

[English Version] KanonistikKirchenrecht: IV. Kirchenrechts- wissenschaft, 1. Vorreformatorisch und 2. (Nach)refor- matorisch, a) Katholisch

Kanonlisten

(297 words)

Author(s): Aland, B.
[English Version] . Unter »K.« versteht man Verzeichnisse der bibl. Bücher des AT und NT (vgl. Bibel: II., 2;  III., 2.) in der Alten Kirche, die von Einzelpersonen oder Synoden zusammengestellt wurden. Sie haben autoritativen Charakter, wenn auch ihre Wirkung dem nicht immer entsprach. Die ältesten Kanonverzeichnisse sind der Kanon Muratori (Muratorisches Fragment; s.a. Kanon) aus Rom (um 200) und das Verzeichnis des Codex Claromontanus (3.Jh.). Hier fehlen 1 und 2Thess sowie Phil versehentlich, …

Kanon Muratori

(13 words)

[English Version] Kanon MuratoriMuratorisches Fragment

Kant

(2,565 words)

Author(s): Recki, B.
[English Version] Kant, Immanuel (22.4.1724 Königsberg – 12.2.1804 ebd.) Dt. Philosoph, dessen vernunftkrit. Denken den Höhepunkt der Aufklärung und den Ursprung des Dt. Idealismus markiert. K. sah seine Epoche als »das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich alles unterwerfen muß« (KrV, AA 4, XI, Anm.), selbst Religion und Gesetzgebung. Die einzige Autorität, die im Anspruch auf »freie und öfftl. Prüfung« anerkannt wird, ist die Vernunft – jene Instanz des Erkennens und Denkens, die K. im bewußten …

Kantate

(649 words)

Author(s): Petzoldt, M.
[English Version] Kantate, bez. heute v.a. die von J.S.Bach spezifizierte mehrstimmige und mehrsätzige Kirchenmusik, deren Text vom Proprium der Sonn- und Festtage des Kirchenjahres geleitet ist. Im Gegensatz zur Sonate (klingendes Musikspielstück) ist K. ein Gesangsstück, das sich im 17.Jh. vorwiegend in Italien als nichtgeistl. Werk entwickelte. Textlich benutzt sie nichtstrophische, sog. madrigalische Dichtungen für Arien und Rezitative. Für Deutschland ist die K. mit der Entwicklung ev. Kirche…

Kantatengottesdienst

(365 words)

Author(s): Petzoldt, M.
[English Version] . Die Bemühung um Nutzung geistl. Kantaten im Gottesdienst geht von der Bedeutung gottesdienstlichen Musizierens aus, die v.a. durch Luthers Gottesdienstreform (Gottesdienst: II.,6.,b) Geltung gewann: Gottesdienst als Lob- und Sündopfer. Die Entwicklung führte im 17./18.Jh. in prot. Gebieten und Städten Deutschlands zu reicher musikalischer Ausstattung, die bes. die figurale (Figuralmusik) Propriumsmusik förderte. Faktisch vollzogen sich Gottesdienste als K., ohne als solche vers…

Kantor

(228 words)

Author(s): Brusniak, F.
[English Version] . Seit dem 4.Jh. bez. der Begriff K. (lat. cantor) einen Sänger, Vorsänger oder den Leiter der Kirchenmusik, seit dem 10.Jh. auch als Titel für einen Dignitär im Kathedralkapitel. Das traditionelle, vorreformatorische Verständnis von K. zur Unterscheidung vom gelehrten »Musicus« lebte bis weit ins 18. Jh. Das prot. Berufsbild des Leiters einer städt. Kantorei nach dem Vorbild von Johann Walter in Torgau (1525) bezog die Tätigkeit eines akademisch gebildeten Lehrers an einer Latei…

Kantorei

(246 words)

Author(s): Brusniak, F.
[English Version] . Seit dem MA Bez. für professionelle Sängergruppen und Hofkapellen an Kirchen und Fürstenhöfen unter Leitung eines Kantors, seit der Reformation nach dem Vorbild der 1525 von Johann Walter in Torgau gegründeten Institution für den freiwilligen Zusammenschluß von Schülern der Lateinschule (chorus symphoniacus) sowie singenden (Adjuvanten) und musizierenden (Collegium musicum) Bürgern der Stadt zur Pflege mehrstimmiger vokal-instrumentaler (Figural-)Musik. Über die Zeit des Leipzi…

Kanzel

(620 words)

Author(s): White, J.F. | Bock, U.
[English Version] I. Liturgisch Die K., von cancelli (Abschrankungen des Altarbereichs, von denen aus gepredigt wurde), ist der Ort, der in der Kirche für die Predigt vorgesehen ist; sie ging aus den transportierbaren Rednerpulten der Bettelmönche im 13.Jh. hervor. Ähnlichen Funktionen dient häufig ein Lesepult oder ein Ambo. Der alte Ausdruck Ambo ist in jüngster Zeit im röm. Katholizismus wieder eingeführt worden. Urspr. war der Ambo der Ort für die Verlesung der Hl. Schrift. Von einer Stufe (gra…

Kanzelparagraph

(136 words)

Author(s): Link, C.
[English Version] . Der im Zuge der Kulturkampfgesetzgebung auf Antrag des liberalen bayerischen Kultusministers Johannes Frhr. v. Lutz (1826–1890) durch Gesetz vom 10.12.1871 in das StGB eingefügte § 130 a bedrohte das Erörtern staatlicher Angelegenheiten durch Geistliche oder sonstige Religionsdiener in Ausübung ihres Berufes mit Gefängnis oder Festungshaft bis zu zwei Jahren, wenn dies öfftl. oder in der kirchl. Verkündigung geschah und den öfftl. Frieden bedrohte. Das Gesetz vom 28.2.1872 erwe…

Kanzelrecht

(136 words)

Author(s): Hübner, H.
[English Version] . Das K. gehört zu den Befugnissen, die mit dem Auftrag zur öfftl. Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung und zur Seelsorge im Bereich einer Gemeindepfarrstelle verbunden sind, und ist damit Ausfluß des Parochialrechts. Es gibt dem Stelleninhaber das Recht auf die ausschließliche Nutzung der Kanzel der zur Pfarrstelle gehörenden Kirche und – aufgrund seiner Verantwortung für die schrift- und bekenntnisgerechte Verkündigung in der Gemeinde – regelmäßig auch zur Entscheidung dar…

Kanzeon/Kannon

(5 words)

[English Version] Kanzeon/KannonAvalokiteśvara

Kanzleiregeln

(232 words)

Author(s): Widder, E.
[English Version] (Regulae cancellariae). Unter Papst Johannes XXII. um 1320–1325 entstandener Kanzleibuchtyp, der Vorschriften für die Ausstellung päpstl. Schreiben (Fassung, aufzunehmende Klauseln, zeitliche und sachliche Beschränkungen sowie Voraussetzungen und Bedingungen der Expedition) enthielt. Er richtete sich bes. auf das päpstl. Provisionswesen (Provision). Noch unter Johannes XXII. wurden die K. mehrfach verändert und erweitert. Diese Praxis wurde von seinen Nachfolgern übernommen. Die…

Kanzler

(262 words)

Author(s): Puza, R.
[English Version] . Nach kath. Kirchenrecht (: II., 1.) ist in jeder Diözesankurie als deren Mitglied ein K., auch Sekretär der Kurie (in Frankreich oft Generalsekretär) genannt, zu bestellen, der Laie oder Laiin sein kann. Der K. und eventuell sein Vizekanzler sind auch Notare und Sekretäre der Diözesankurie. Der K. wird durch den Diözesanbischof frei ernannt und kann von ihm auch frei seines Amtes enthoben werden, vom Diözesanadministrator aber nur mit Zustimmung des Konsultorenkollegiums. Die A…

Kapelle

(263 words)

Author(s): Freigang, C.
[English Version] (lat. cappella, auch: oratorium, sacellum, aedicula). Ein kirchenrechtlich unselbständiger und häufig kleiner Sakralraum (Kirchenbau); meist ausschließlich für Gebete und Gottesdienste genutzt. Der Begriff, abzuleiten von der Mantelreliquie (cappa) des Hl. Martin von Tours, bez. seit dem späten 9.Jh. den königlichen Reliquien- und Insignienschatz, die Hofgeistlichkeit und die Oratorien der Königspfalzen, als deren bedeutendstes um 800 die Pfalzkapelle in Aachen errichtet wurde. …

Kapernaum

(170 words)

Author(s): Zangenberg, J.
[English Version] . Obwohl Scherben des 3. und 2.Jt. v.Chr. (keine Funde aus der E-Zeit) frühere Besiedlung dokumentieren, ist K. (griech. Καϕαρναου´μ/Kapharnaoúm, hebr. כְּפַר נַחוּם/k epar naḥûm, arab. Telḥum) wohl erst im 5.Jh. v.Chr. entstanden und wuchs, begünstigt von der durch K. laufenden Fernstraße und der Fruchtbarkeit der Gegend, stetig an. Mit ca.1500 Bewohnern erreichte K. in byz. Zeit seine Blüte, die Besiedlung ging ab dem 9.Jh. zurück, im 14.Jh. endete sie. Grabungen brachten u.a. weite Teile eines Groß…

Kapff

(140 words)

Author(s): Maser, P.
[English Version] Kapff, Sixt Karl v. (22.10.1805 Güglingen, Württemberg – 1.9.1879 Stuttgart). Aus einer alten Adelsfamilie stammend, besuchte K. das Seminar in Maulbronn und das Stift in Tübingen (: II.), wo er Freundschaft mit L. und W.Hofacker schloß und von 1830–1833 als Repetent wirkte. Der führende Vertreter des konservativen württembergischen Pietismus wurde 1833 zum Pfarrer der Brüdergemeinde in Korntal, 1843 zum Dekan in Münsingen und 1847 in Herrenberg berufen. Ab 1850 wirkte K. als Genera…

Kaphthor

(8 words)

[English Version] KaphthorPhilister

Kapital

(729 words)

Author(s): Sautter, H.
[English Version] . I. Kaum ein ökonomischer Begriff ist so schillernd wie der Begriff »K.«. Er läßt sich eng und weit definieren, volkswirtschaftlich und betriebswirtschaftlich, produktions- und verteilungstheoretisch, und davon abgesehen verstehen Politikwissenschaftler und Soziologen wieder etwas anderes darunter als Ökonomen. In einem sehr allg. volkswirtschaftlichen Sinne kann unter »K.« die Gesamtheit aller Hilfsmittel und Voraussetzungen verstanden werden, die neben der unqualifizierten Arbe…

Kapitalismus

(1,778 words)

Author(s): Altvater, E.
[English Version] . Der Begriff K. wurde erst mehr als 100 Jahre nach der industriellen Revolution (Industrialisierung) in polit. Ökonomie (Wirtschaft) und Sozialwiss. gebräuchlich, nachdem sich zunächst in England und dann im kontinentalen Westeuropa die kapitalistische Gesellschaftsformation weitgehend durchgesetzt hatte. A.Smith und D.Ricardo verwandten den Begriff nicht, und auch im »Kapital« von K.Marx findet man den Begriff nur ein einziges Mal (im 2. Bd., 4. Kap.). Erst W.Sombart führte den…

Kapitel

(58 words)

Author(s): Germann, M.
[English Version] . Kollegium mit gottesdienstlichen oder Leitungsaufgaben in der kath. Kirche: an einer Kathedrale (Domkapitel) oder an einer Kollegiatkirche (Kollegiatstift, selten geworden), s. cc. 503–510 CIC/1983; in einem Dekanat (Dekanatskapitel=Landkapitel=Ruralkapitel); Leitungsorgan von Kommunitäten (Ordensinstituten und Gesellschaften des Apostolischen Lebens), s. cc. 631–633, 734 CIC/1983. S.a. Domkapitel, Kanoniker, Orden, kath. (jeweils mit Lit.). Michael Germann

Kapiteleinteilung/Verseinteilung in der Bibel

(554 words)

Author(s): Schenker, A.
[English Version] I. Altes Testament Parallel zur ältesten Abschnittgliederung im Pentateuch, der Seder-Einteilung (ca.154 Sedarim), die sich bereits in der LXX (3.Jh. v.Chr.) spiegelt, und zum Zyklus mit 53 oder 54 Parashen (8.Jh.) entstanden Satz- oder Versteilungen (Vers pasuq; vgl. Meg IV 4). Verschiedene ältere Systeme der Verseinteilung wurden von den Masoreten vereinheitlicht. Das masoretische System entspricht nicht immer der Versteilung und Satztrennung älterer Textzeugen (LXX, Vulgata, Hex…

Kapitelsaal

(284 words)

Author(s): Winterfeld, D. v.
[English Version] Kapitelsaal, Versammlungsraum der Mönche eines Klosters bzw. Kanoniker eines Stiftes zur Beratung geistl. und materiell-wirtschaftlicher Fragen, Arbeitsverteilung, Gericht und Personalentscheidungen. Der Name geht auf die übliche Verlesung eines Kapitels aus der Ordensregel zurück und wurde später teilweise auf Institutionen übertragen (Domkapitel). Der Raum gehört zur Klausur und liegt im Erdgeschoß des Ostflügels (Dormitoriums), in der Verlängerung des Querhauses, von diesem du…

Kapitularien

(254 words)

Author(s): Hartmann, F.
[English Version] (lat. Capitularia Capitula; nach der Einteilung in Kap.), von den fränkischen Königen kraft Banngewalt erlassene Rechts- und Lebensordnung, die sich mit allen sittlichen, disziplinarischen, liturgischen und erzieherischen Fragen des christl. Volkes befaßte. Gliederung in »Capitularia per se« für das ganze Reich, »Capitularia legibus addenda« für einzelne Reichsteile sowie in Ergänzung der Stammesrechte und »missi«, d.h. Einzelanweisungen an Königsboten und Grafen. Erlassen wurde…

Kaplan

(448 words)

Author(s): Schmälzle, U.F. | May, G. | Maxson, R.E.
[English Version] I. Geschichtlich K. (mittellat. capellanus), Geistlicher am karolingischen (Karolinger) Königshof (Erstbezeugung 741) mit weitreichenden Rechten (Begleitung des Königs auf Feldzügen, Beurkundungstätigkeit, diplomatische Vertretung, Seelsorge an der capella regis); nach dem Investiturstreit auf der Grundlage des päpstl. Dekrets »Ad Audientiam« von Alexander III. reduziert auf die geistl. Funktionen (Sicherstellung des Gottesdienstbesuches und der Sakramentenspendung) an einer in ei…

Kaplan

(125 words)

Author(s): Brämer, A.
[English Version] Kaplan, Mordecai Menahem (11.6.1881 Swenzjany – 8.11.1983 New York), verbrachte die Jahre seiner frühen Kindheit in der traditionellen jüd. Lebenswelt Litauens. Gemeinsam mit seinen Eltern emigrierte er 1889 nach New York, wo er nach rel. und akademischen Studien zunächst als Rabbiner wirkte. 1909 erhielt er einen Ruf des Jewish Theological Seminary, an dem er mehr als ein halbes Jh. lehrte. Von einer Begriffsbestimmung ausgehend, die das Judentum als eine umfassende rel. Zivilisati…

Kapler

(255 words)

Author(s): Nicolaisen, C.
[English Version] Kapler, Hermann (2.12.1867 Oels, Schlesien – 2.5.1941 Berlin), Dr. jur., D., seit 1903 Mitglied des Ev. OKR Berlin, 1919 weltlicher Vizepräsident, 1925 Präsident. K. übte wichtige Funktionen bei der kirchl. Neuordnung nach 1918 aus. Als Leiter der Ev. Kirche der Altpreußischen Union wurde er 1925 auch Präsident des Dt. Ev. Kirchenausschusses und war damit bis 1933 der höchste Repräsentant der ev. Kirche in Deutschland. Obwohl geprägt von den Wert- und Ordnungsvorstellungen des wil…

Kappadozien

(392 words)

Author(s): Mitchell, S.
[English Version] . Ländliche Region Ostkleinasiens (Kleinasien), die sich von Galatien und Lykaonien bis zum Euphrat erstreckte und als eine Brücke zw. den Kulturen des Mittelmeeres und Asiens galt. Seit dem 6.Jh. v.Chr. wurde K. Teil des pers. Reiches (Iran). Die Iranisierung der Bevölkerung ist hinsichtlich Kultur, Sprache und Anthroponymie bis in die Spätantike deutlich. In der hell. Zeit wurde K. von Königen pers. Abstammung regiert, obwohl mächtige Tempelfürstentümer noch unabhängig blieben.…

Kappadozische Theologie

(442 words)

Author(s): Markschies, C.
[English Version] . Da die Mönchstheologen und Bischöfe Basilius von Caesarea, dessen Bruder Gregor von Nyssa und deren gemeinsamer Freund Gregor von Nazianz aus der kleinasiatischen Provinz Kappadozien stammten und dort wichtige Teile ihres Lebens verbrachten, werden sie gern von der modernen Dogmen- und Theologiegeschichtsforschung als »die drei großen Kappadozier« bez. Ein Vetter des Gregor von Nazianz und Mitstreiter des Basilius, Amphilochius von Iconium, wird gelegentlich hinzugerechnet. Der…

Kapstadt

(518 words)

Author(s): Saunders, C.
[English Version] Kapstadt, am Ufer der Tafelbucht, am Fuße des Tafelbergs gelegen, wurde 1652 von den Holländern gegründet; zunächst De Kaap, später Kaapstad, dann Cape Town genannt. Mit der Ankunft des ersten anglik. Bischofs, Robert Gray (1809–1872), 1848 bekam K. die Stadtrechte. Da sie Ausgangspunkt der eur. Besiedlung Südafrikas war, wird K. von vielen weißen Südafrikanern als Mutterstadt bez. Der holländische Kommandant Jan van Riebeeck, der die Siedlung gründete, sah K. zunächst als Versorgungsstation auf dem Seeweg nach Indien. Doch die Ansiedl…

Kapuziner/Kapuzinerinnen

(370 words)

Author(s): Knobloch, S.
[English Version] . Die K., die als dritter franziskanischer Ordenszweig nach und neben den Minoriten und Franziskanern in Franziskus von Assisi ihren Ordensvater erblicken, verdanken ihren Ursprung einer Reformbewegung innerhalb der Franziskaner zu Anfang des 16.Jh. 1525 setzte sich Matthäus von Bascio in der Mark Ancona, Italien, nach einer bei Papst Clemens VII. mündlich eingeholten Erlaubnis mit der Begründung von seinen Brüdern ab, ein strengeres, am Evangelium und an der Ordensregel des Fran…

Kap Verde

(344 words)

Author(s): Sigrist, C.
[English Version] Kap Verde, seit 1975 República de Cabo Verde, ca.600 km westlich von Dakar. 15 Inseln (4033 km 2), davon 9 bewohnt, 400 000 Einwohner, in der Emigration mindestens die gleiche Anzahl. Amtssprache ist Portugiesisch, vernakular Crioulo. 1456 teilweise von Portugiesen entdeckt, kurz danach Ansiedlung von portugiesischen Siedlern auf der ersten eur. überseeischen Kolonie. Auf der Basis einer feudal-sklavenhalterischen Produktionsweise wurde K. zur Drehscheibe des Sklavenhandels: Sklaven von der Gu…

Karabinov

(133 words)

Author(s): Felmy, K.C.
[English Version] Karabinov, Ivan Alekseevič (geb. 1878, in den 30er Jahren verschollen), seit 1911 a.o. Prof. an der Geistl. Akademie Sankt Petersburg. Als Liturgiewissenschaftler streng hist.-krit. arbeitend, deutete er die frühchristl. Eucharistie (Abendmahl: III., 3.) in ihrem Kern als Gebets- und Lobopfer. In Einsetzungsworten und Epiklese sah er dagegen relativ späte, wenngleich unstrittig sachgemäße Erweiterungen der urspr. Ordnung. Als hochgelehrter, in seinen prakt. Schlußfolgerungen umsich…

Karäer

(801 words)

Author(s): Ben-Shammai, H.
[English Version] Das Hauptmerkmal der jüd. Bewegung der K. (kara'im) bildet ihre Ablehnung der rabb.-talm. Lit. Allein die Bibeltexte in ihrem einfachen Wortsinn werden als Autorität anerkannt, weshalb die K. auch als ba‘ale miqra' oder bene miqra' (»die sich nur auf die HB Beziehenden«) bez. werden. I. Geschichte Die im Dunkeln liegenden Anfänge der im bab.-pers. Raum entstandenen K. werden meist mit ‘Anan, einem Abkömmling des davidischen Hauses, in Verbindung gebracht, der Mitte des 8.Jh. infolge fehlgeschlagener polit. Ambitionen für di…

Karatepe

(276 words)

Author(s): Niehr, H.
[English Version] (»Schwarzer Hügel«), befestigter Hügel in Kilikien, der zus. mit der Nachbarfestung Domuztepe die Landroute von Nordsyrien und Kilikien über den Antitaurus nach Zentralanatolien beherrscht. Die heute türkische Stadt befindet sich ca.100 km nordöstlich von Adana. Nach der Entdeckung (1946) legten Ausgrabungen ab 1947 die Ober- und Unterstadt auf dem K. frei. Bes. Aufsehen erregten die auf den Torlaibungsorthostaten des Südwest- und Nordosttores befindlichen phön. und hieroglyphen…

Kardinal/Kardinalsernennung

(321 words)

Author(s): Krämer, P.
[English Version] . Von »cardo« (Türangel, Angelpunkt) abgeleitet, wird mit Kardinalat urspr. eine Einrichtung des röm. Stadtklerus bez. Bereits im 11.Jh. hatten sich drei Rangklassen herausgebildet: Kardinaldiakone, die als Helfer des Bischofs von Rom für liturgische Dienste, Armenpflege und Vermögensverwaltung zuständig waren, Kardinalpriester, die als Vorsteher röm. Titelkirchen zum liturgischen Dienst an den fünf Patriarchalkirchen herangezogen wurden, Kardinalbischöfe, die als Bischöfe der i…
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