Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Kairologie

(385 words)

Author(s): Englert, R.
[English Version] . Mit dem griech. Begriff καιρο´ς/kairós wird nach der Qualität einer Zeit gefragt: nach dem, wozu sie gut ist (im Unterschied zu χρο´νος/chrónos [Chronologie], der griech. ebenfalls »Zeit« bedeutet, aber auf das quantitative Moment der Zeit zielt: auf die Zeit, die man benötigt, um etwas zu tun). Die Qualität einer Zeit läßt sich nicht wie die Uhrzeit messen, sondern kann nur durch Erfahrung und Intuition, die »Zeichen der Zeit« deutend, erschlossen werden: als der Augenblick, in dem etwas an der Zei…

Kairouan

(10 words)

[English Version] KairouanNordafrika: V. Judentum

Kaiser

(204 words)

Author(s): Hurst, M.
[English Version] Kaiser, Georg (25.11.1878 Magdeburg – 4.6.1945 Ascona), gilt mit seinen über 70 Dramen als einer der produktivsten Bühnenautoren des 20.Jh. In den 20er Jahren war er einer der meistgespielten Autoren und wichtiger Vertreter des lit. Geisteslebens in Berlin, geriet jedoch ab 1933 in Vergessenheit. Thematisch und formal sind K.s Dramen vom Expressionismus geprägt. Mit dem Zweiteiler »Gas« (1918/1920) klagt er die durch Moderne und Industrialisierung forcierte Ausbeutung und Funktion…

Kaiserswerth

(354 words)

Author(s): Götzelmann, A.
[English Version] Kaiserswerth, heute Stadtteil von Düsseldorf, ist in kirchl.-diakonischen Kreisen bekannt durch die dortige älteste, von Th. und F.Fliedner 1836 gegründete Diakonissenanstalt (Diakonenhäuser/Diakonissenhäuser). Diese Wiege der »weiblichen Diakonie« wurde zum Weltzentrum von Mutterhäusern und Zusammenschlüssen Fliednerscher Prägung. Zur heutigen »Kaiserswerther Diakonie« in Düsseldorf mit insg. 2136 Mitarbeitenden gehören (Stand: Oktober 1999) das Mutterhaus und seine Feierabendhä…

Kaisertum und Papsttum

(2,590 words)

Author(s): Hartmann, W.
[English Version] . Das K. im lat. Westen wurde durch das P. geschaffen. Während wir über die Aufgaben des P. seit dem Beginn des 5.Jh. zahlreiche Selbstaussagen besitzen, gibt es entsprechende Äußerungen über die Befugnisse des Kaisers erst spät. »Das K. des MA besaß in nur geringem Maß eine feste, kernige Substanz« (Kempf, ma. K., 225). Ur- und Vorbild des christl. K. ist Konstantin d.Gr. (306–337), der nach seinem Sieg an der Milvischen Brücke (28.10.312) das Christentum zur erlaubten Rel. mach…

Kajaphas

(164 words)

Author(s): Horn, F.W.
[English Version] (Kaiphas; aram. auf Ossuarium Qajafa), im NT immer Και¨α´ϕας oder Και¨ι¨ϕα˜ς (Hsn.), nach Flavius Josephus (Ant. XIII 95 'Ιωση´ϕος ο῾ Και¨ι¨α´ϕας/Iōsē´phos ho Kaïáphas) scheint K. Beiname gewesen zu sein. K. war von dem röm. Präfekten Valerius Gratus 18. n.Chr. als Hoherpriester (: III.) eingesetzt, 36 n.Chr. von dem syr. Statthalter Vitellius abgesetzt worden (Ant. ebd.). Das hohepriesterliche Amt wurde seit den Herodianern (Herodes/Herodeshaus) nach Gutdünken vergeben. K. erwirkte nur durch die Gu…

Kalām

(14 words)

[English Version] KalāmIslam: II. Lehre, 3. Islamische Theologie; Mutakallimun

Kaland

(177 words)

Author(s): Schneider, B.C.
[English Version] (Kalandsbrüder, fratres calendarii). K. waren im Spät-MA. v.a. in Niedersachsen verbreitete geistl. Bruderschaften (: II.,1.; fraternitates), deren Mitgliedschaft i.allg. Priestern vorbehalten war. Man kann die seit dem 13.Jh. (nach ihren gottesdienstlichen Zusammenkünften an den Kalenden) so bez., sehr unterschiedlichen, gildenähnlichen Bünde unterteilen in pfarrkirchl. K., vom Adel gegründete K. und die nur in Norddeutschland vorkommenden »Sedes-K.«, die sich an den Verwaltung…

Káldi

(103 words)

Author(s): Nagy, L.S.
[English Version] Káldi, György (4.2.1573 Nagyszombat/Tyrnau – 30.10.1634 Pozsony/Preßburg), ungar. Jesuit. K. studierte in Wien, dann als Priester in Rom, wo er den Jesuiten beitrat. Er war in Brünn Novizenmeister, 1616–1624 wirkte er in Tyrnau, Graz, Wien und Preßburg, wo er der erste Rektor des von P.Pázmány gegründeten Collegiums wurde. K. übers., möglicherweise unter Verwendung der Vorarbeiten István Szántos, die ganze Bibel ins Ungarische (Szent Biblia, 1626; Bibelübersetzungen: II., 3., b, γ). Die Übers. wurde bis ins 20.Jh. verwendet. Er veröff. seine Pre…

Kaleb

(11 words)

[English Version] KalebStämme Israels

Kalender

(2,890 words)

Author(s): Mohn, J. | Lichtenberger, H. | Meßner, R. | Gerö, S. | Nagel, T. | Et al.
[English Version] I. Allgemein 1. Der Begriff K. leitet sich von den röm. »calendae« ab, den jeweils ersten Ausruftagen eines Monats, und bez. die Strukturierungen und damit einhergehenden Mediatisierungen von Zeit, d.h. Aufzeichnungen in bildlichen und schriftlichen Medien zur Vermittlung von Zeitstrukturen (s. dazu auch Zeit/Zeitvorstellungen). K. sind die konkreten Umsetzungen von Chronologien. Die kollektiv zu koordinierende Ausübung von Handlungen mußte in den verschiedenen Bereichen des mensc…

Kālī

(262 words)

Author(s): Kiehnle, C.
[English Version] . Belege für »die schwarze« Göttin, die in ganz Indien (: III.,1.), bes. aber in Bengalen verehrt wird, finden sich seit dem 6.Jh. n.Chr. Bekannt ist sie in ihrer Hauptform: ungebändigte Haare, Reißzähne, heraushängende Zunge, blutbeschmierte Lippen, nackte, hagere Gestalt, Schädelgirlande, Gürtel aus abgeschnittenen Armen, auf dem reglosen Śiva stehend. Gewöhnlich vierarmig, hält sie in der oberen linken Hand ein Schwert, in der unteren den abgeschlagenen Kopf eines Dämons. Sie …

Kalif

(525 words)

Author(s): Busse, H.
[English Version] Kalif, arab. ḫalīfa, »Nachfolger« oder »Stellvertreter«, das Oberhaupt der isl. Gemeinschaft (arab. umma) bei den Sunniten, teils auch Šīʿiten (s.a. Islam: II., 1.). Als Prophet (: V.) konnte Muḥammad keinen Nachfolger haben, denn er war der letzte Prophet, das »Siegel« der Propheten, wohl aber als Oberhaupt der Gemeinschaft. Nach den vier »rechtgeleiteten K.« (al-ḫulafā' ar-rāšidūn) Abū Bakr, ʿUmar, ʿUtmān und ʿAlī kamen 661 die Umaiyaden in Damaskus (: III.) an die Macht, 750 die Abbasiden, die ab 762 in dem neu gegründeten Bagda…

Kalischer

(166 words)

Author(s): Schäfer, B.
[English Version] Kalischer, Zvi Hirsch (1795 Lissa, Posen – 1874 Thorn, Ostpreußen), einer der ersten Verkünder der Rückkehr der Juden nach Palästina, von 1824 bis zu seinem Tode Rabbiner von Thorn. Nach Büchern zur Halakha und Religionsphilos. machte ihn erst seine Schrift »Derishat Zion« (1862) berühmt, die das orth. Judentum (Orthodoxie: III.) zur Rückkehr nach Zion auffordert. Die Erlösung Israels werde nicht als Wunder Gottes kommen, sonder…

Kalligraphie

(525 words)

Author(s): Lauer, U.
[English Version] K. (griech., dt. »Schönschrift«), bez. die Schriftkunst oder das nach ästhetischen und künstlerischen Prinzipien entstandene Schriftkunstwerk, bes. entwickelt in Ostasien und im isl. Kulturkreis. I. Ostasiatische Kalligraphie In China zählt die K. von alters her zu den sechs Freien Künsten. Geschrieben wird mit einem elastischen Pinsel. Neben Seide wird seit dem 2.Jh. v.Chr. Papier als Schreibgrundlage verwendet. Tusche oder ein tuscheähnliches Pigment war schon in der Shangzeit (16. – 11.Jh. v.Chr.) in Gebrauch. Eine Besonderheit der ostasiatischen K. ist, daß der schöpferische Akt ihrer Entstehung, z.B. die Veränderung der Schreibgeschwindigkeit, des Pinseldrucks, das erneute Ansetzen des Pinsels, nachvollzogen werden kann…

Kallistos I.

(201 words)

Author(s): Nikolaou, T.
[English Version] Kallistos I., von Konstantinopel, Patriarch (geb. Ende 13.Jh. – 1363/64 Serrhai), war Schüler von Gregor Sinaites und lebte, zumindest seit 1314 als Mönch (ab ca.1335 als Priestermönch) in der Magoula-Skete und 1342(?) bis 1350 im Iviron-Kloster auf dem Athos. Als Hesychast (Hesychasmus) und Begleiter von G.Palamas unterschrieb er 1340 den Tomos Hagioreitikos. Im Bürgerkrieg 1342 gehörte K. zur Friedensgesandtschaft. Im Juni 1350 zum Patria…

Kálmáncsehi Sánta

(150 words)

Author(s): Blázy, Á.
[English Version] Kálmáncsehi Sánta, Márton (um 1500 – 20?.12.1557 Debrecen), zunächst kath. Priester, später einer der ersten ref. Pfarrer und Bischöfe in Ungarn, Liedverfasser. Nach Studium in Krakau (1523–1525) wurde er Chorherr, Schulrektor (1538) und auserwähltes Mitglied des humanistischen Kreises in Weißenburg (Siebenbürgen). Nach einem Glaubensdisput schloß er sich der Reformation an. Er wurde Pfarrer in Mezötúr, danach in Sátoraljaújhely. Wegen seiner radikalen Ansichten war er nur für kurz…

Kalonymus

(180 words)

Author(s): Dan, J.
[English Version] (Familie), eine der bedeutendsten jüd. Familien, die zw. dem 9. und 13.Jh. wichtige Persönlichkeiten hervorbrachte. Ihre Nachkommen hatten großen Einfluß auf die jüd. Kultur in Italien, Deutschland und der Provence. Ihr Herkunftsland war möglicherweise Süditalien. Die frühsten Abkömmlinge dieser Familie sind in der »Chronik von Achima'az« (11.Jh.) erwähnt. Einer weitverbreiteten Traditionen zufolge wurde ein Teil dieser Familie durch Karl den Großen von Italien nach Mainz gebrac…

Kalpa

(70 words)

Author(s): Kiehnle, C.
[English Version] bez. in der indischen Kosmologie den Grundzyklus einer Weltperiode (: II.), d.h. einen Tag im Leben des Schöpfergottes Brahmā (Brahman), der 100 Jahre lebt. Dieser Tag setzt sich aus Unterzyklen (yugas, mahāyugas, manvantaras) zus. und dauert 4 320 000 irdische Jahre bis zur Auflösung (pralaya) des Universums und der ebenso langen Nacht, der eine neue Schöpfung folgt. Catharina Kiehnle Bibliography A.L.Basham, The Wonder That Was India, 1967, 1998, 320–322.

Kalthoff

(247 words)

Author(s): Hübinger, G.
[English Version] Kalthoff, Albert (5.3.1850 Barmen – 11.5.1906 Bremen). K. studierte ev. Theol. in Berlin, promovierte 1874 zum Dr. phil. in Halle und erhielt seine erste Predigerstelle im gleichen Jahr wieder in der Reichshauptstadt. 1875 übernahm er das Pfarramt im brandenburgischen Dorf Nickern. Weithin bekannt wurde K. durch seine Amtsenthebung 1878, nachdem er in einer öfftl. Selbstanzeige eine Weisungsbefugnis des preußischen Ev. Oberkirchenrates in allen Lehrfragen abgelehnt hatte. Als Spre…
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