Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Kanonisation

(459 words)

Author(s): Döpmann, H.
[English Version] (lat. canonisatio, griech. α᾿νακη˜ρυξις/anakē´ryxis, »die öfftl. Proklamation«) bez. die Einreihung in das Verzeichnis (canon) der Heiligen (Heilige/Heiligenverehrung). Damit verbindet sich gottesdienstliches Gedenken, eine Vita, ein Heiligenbild/Ikone, die Möglichkeit einer dem Heiligen gewidmeten Altar- oder Kirchenweihe (Weihe/Weihehandlungen) sowie der Namengebung bei der Taufe. Anfangs wurden ohne K. Märtyrer zu ihrem Todestag als Geburtstag für den Himmel (dies natalis) an ihr…

Kanonisches Alter

(204 words)

Author(s): Becker, H.
[English Version] . Das kanonische Recht unterscheidet ebenso wie das weltliche Recht Altersstufen, die für die rechtliche Beurteilung von Rechtshandlungen einer natürlichen Person oder für den Zugang zu Weihestufen und Ämtern von Bedeutung sind. Für die Deliktsfähigkeit ist z.B. die Vollendung des 16. Lebensjahres von Bedeutung (c.1323 Nr.1 CIC/1983 bzw. c.1413 § 1 CCEO). Ab diesem Alter können Minderjährige auch Paten sein (c.874 § 1 Nr.2 CIC/1983 bzw. c.685 § 2 CCEO). Für die Zulassung zum Novi…

Kanonisches Recht

(12 words)

[English Version] Kanonisches RechtKirchenrecht

Kanonissen/Chorfrauen

(237 words)

Author(s): Auge, O.
[English Version] Kanonissen/Chorfrauen, spätma. Form für canonicae, ein in der griech. Kirche seit dem 4., im Westen seit dem 8.Jh. belegter Begriff, abgeleitet vom canon, in dem die betreffenden Frauen verzeichnet waren. Zunächst wurden mit K. alle Frauen betitelt, die ein rel., nicht an eine monastische Gemeinschaft gebundenes Leben führten. Die Aachener Institutionen (816) legten K. als eine unter Abtsaufsicht und bestimmten Institutionen stehende Gemeinschaft fest, freilich mit rechtlichen un…

Kanonistik

(18 words)

[English Version] KanonistikKirchenrecht: IV. Kirchenrechts- wissenschaft, 1. Vorreformatorisch und 2. (Nach)refor- matorisch, a) Katholisch

Kanonlisten

(297 words)

Author(s): Aland, B.
[English Version] . Unter »K.« versteht man Verzeichnisse der bibl. Bücher des AT und NT (vgl. Bibel: II., 2;  III., 2.) in der Alten Kirche, die von Einzelpersonen oder Synoden zusammengestellt wurden. Sie haben autoritativen Charakter, wenn auch ihre Wirkung dem nicht immer entsprach. Die ältesten Kanonverzeichnisse sind der Kanon Muratori (Muratorisches Fragment; s.a. Kanon) aus Rom (um 200) und das Verzeichnis des Codex Claromontanus (3.Jh.). Hier fehlen 1 und 2Thess sowie Phil versehentlich, …

Kanon Muratori

(13 words)

[English Version] Kanon MuratoriMuratorisches Fragment

Kant

(2,565 words)

Author(s): Recki, B.
[English Version] Kant, Immanuel (22.4.1724 Königsberg – 12.2.1804 ebd.) Dt. Philosoph, dessen vernunftkrit. Denken den Höhepunkt der Aufklärung und den Ursprung des Dt. Idealismus markiert. K. sah seine Epoche als »das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich alles unterwerfen muß« (KrV, AA 4, XI, Anm.), selbst Religion und Gesetzgebung. Die einzige Autorität, die im Anspruch auf »freie und öfftl. Prüfung« anerkannt wird, ist die Vernunft – jene Instanz des Erkennens und Denkens, die K. im bewußten …

Kantate

(649 words)

Author(s): Petzoldt, M.
[English Version] Kantate, bez. heute v.a. die von J.S.Bach spezifizierte mehrstimmige und mehrsätzige Kirchenmusik, deren Text vom Proprium der Sonn- und Festtage des Kirchenjahres geleitet ist. Im Gegensatz zur Sonate (klingendes Musikspielstück) ist K. ein Gesangsstück, das sich im 17.Jh. vorwiegend in Italien als nichtgeistl. Werk entwickelte. Textlich benutzt sie nichtstrophische, sog. madrigalische Dichtungen für Arien und Rezitative. Für Deutschland ist die K. mit der Entwicklung ev. Kirche…

Kantatengottesdienst

(365 words)

Author(s): Petzoldt, M.
[English Version] . Die Bemühung um Nutzung geistl. Kantaten im Gottesdienst geht von der Bedeutung gottesdienstlichen Musizierens aus, die v.a. durch Luthers Gottesdienstreform (Gottesdienst: II.,6.,b) Geltung gewann: Gottesdienst als Lob- und Sündopfer. Die Entwicklung führte im 17./18.Jh. in prot. Gebieten und Städten Deutschlands zu reicher musikalischer Ausstattung, die bes. die figurale (Figuralmusik) Propriumsmusik förderte. Faktisch vollzogen sich Gottesdienste als K., ohne als solche vers…

Kantor

(228 words)

Author(s): Brusniak, F.
[English Version] . Seit dem 4.Jh. bez. der Begriff K. (lat. cantor) einen Sänger, Vorsänger oder den Leiter der Kirchenmusik, seit dem 10.Jh. auch als Titel für einen Dignitär im Kathedralkapitel. Das traditionelle, vorreformatorische Verständnis von K. zur Unterscheidung vom gelehrten »Musicus« lebte bis weit ins 18. Jh. Das prot. Berufsbild des Leiters einer städt. Kantorei nach dem Vorbild von Johann Walter in Torgau (1525) bezog die Tätigkeit eines akademisch gebildeten Lehrers an einer Latei…

Kantorei

(246 words)

Author(s): Brusniak, F.
[English Version] . Seit dem MA Bez. für professionelle Sängergruppen und Hofkapellen an Kirchen und Fürstenhöfen unter Leitung eines Kantors, seit der Reformation nach dem Vorbild der 1525 von Johann Walter in Torgau gegründeten Institution für den freiwilligen Zusammenschluß von Schülern der Lateinschule (chorus symphoniacus) sowie singenden (Adjuvanten) und musizierenden (Collegium musicum) Bürgern der Stadt zur Pflege mehrstimmiger vokal-instrumentaler (Figural-)Musik. Über die Zeit des Leipzi…

Kanzel

(620 words)

Author(s): White, J.F. | Bock, U.
[English Version] I. Liturgisch Die K., von cancelli (Abschrankungen des Altarbereichs, von denen aus gepredigt wurde), ist der Ort, der in der Kirche für die Predigt vorgesehen ist; sie ging aus den transportierbaren Rednerpulten der Bettelmönche im 13.Jh. hervor. Ähnlichen Funktionen dient häufig ein Lesepult oder ein Ambo. Der alte Ausdruck Ambo ist in jüngster Zeit im röm. Katholizismus wieder eingeführt worden. Urspr. war der Ambo der Ort für die Verlesung der Hl. Schrift. Von einer Stufe (gra…

Kanzelparagraph

(136 words)

Author(s): Link, C.
[English Version] . Der im Zuge der Kulturkampfgesetzgebung auf Antrag des liberalen bayerischen Kultusministers Johannes Frhr. v. Lutz (1826–1890) durch Gesetz vom 10.12.1871 in das StGB eingefügte § 130 a bedrohte das Erörtern staatlicher Angelegenheiten durch Geistliche oder sonstige Religionsdiener in Ausübung ihres Berufes mit Gefängnis oder Festungshaft bis zu zwei Jahren, wenn dies öfftl. oder in der kirchl. Verkündigung geschah und den öfftl. Frieden bedrohte. Das Gesetz vom 28.2.1872 erwe…

Kanzelrecht

(136 words)

Author(s): Hübner, H.
[English Version] . Das K. gehört zu den Befugnissen, die mit dem Auftrag zur öfftl. Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung und zur Seelsorge im Bereich einer Gemeindepfarrstelle verbunden sind, und ist damit Ausfluß des Parochialrechts. Es gibt dem Stelleninhaber das Recht auf die ausschließliche Nutzung der Kanzel der zur Pfarrstelle gehörenden Kirche und – aufgrund seiner Verantwortung für die schrift- und bekenntnisgerechte Verkündigung in der Gemeinde – regelmäßig auch zur Entscheidung dar…

Kanzeon/Kannon

(5 words)

[English Version] Kanzeon/KannonAvalokiteśvara

Kanzleiregeln

(232 words)

Author(s): Widder, E.
[English Version] (Regulae cancellariae). Unter Papst Johannes XXII. um 1320–1325 entstandener Kanzleibuchtyp, der Vorschriften für die Ausstellung päpstl. Schreiben (Fassung, aufzunehmende Klauseln, zeitliche und sachliche Beschränkungen sowie Voraussetzungen und Bedingungen der Expedition) enthielt. Er richtete sich bes. auf das päpstl. Provisionswesen (Provision). Noch unter Johannes XXII. wurden die K. mehrfach verändert und erweitert. Diese Praxis wurde von seinen Nachfolgern übernommen. Die…

Kanzler

(262 words)

Author(s): Puza, R.
[English Version] . Nach kath. Kirchenrecht (: II., 1.) ist in jeder Diözesankurie als deren Mitglied ein K., auch Sekretär der Kurie (in Frankreich oft Generalsekretär) genannt, zu bestellen, der Laie oder Laiin sein kann. Der K. und eventuell sein Vizekanzler sind auch Notare und Sekretäre der Diözesankurie. Der K. wird durch den Diözesanbischof frei ernannt und kann von ihm auch frei seines Amtes enthoben werden, vom Diözesanadministrator aber nur mit Zustimmung des Konsultorenkollegiums. Die A…

Kapelle

(263 words)

Author(s): Freigang, C.
[English Version] (lat. cappella, auch: oratorium, sacellum, aedicula). Ein kirchenrechtlich unselbständiger und häufig kleiner Sakralraum (Kirchenbau); meist ausschließlich für Gebete und Gottesdienste genutzt. Der Begriff, abzuleiten von der Mantelreliquie (cappa) des Hl. Martin von Tours, bez. seit dem späten 9.Jh. den königlichen Reliquien- und Insignienschatz, die Hofgeistlichkeit und die Oratorien der Königspfalzen, als deren bedeutendstes um 800 die Pfalzkapelle in Aachen errichtet wurde. …

Kapernaum

(170 words)

Author(s): Zangenberg, J.
[English Version] . Obwohl Scherben des 3. und 2.Jt. v.Chr. (keine Funde aus der E-Zeit) frühere Besiedlung dokumentieren, ist K. (griech. Καϕαρναου´μ/Kapharnaoúm, hebr. כְּפַר נַחוּם/k epar naḥûm, arab. Telḥum) wohl erst im 5.Jh. v.Chr. entstanden und wuchs, begünstigt von der durch K. laufenden Fernstraße und der Fruchtbarkeit der Gegend, stetig an. Mit ca.1500 Bewohnern erreichte K. in byz. Zeit seine Blüte, die Besiedlung ging ab dem 9.Jh. zurück, im 14.Jh. endete sie. Grabungen brachten u.a. weite Teile eines Groß…
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