Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

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Maaßen

(203 words)

Author(s): Landau, P.
[English Version] Maaßen, Friedrich (24.9.1823 Wismar – 9.4.1900 Wilten). M. studierte Rechtswiss. u.a. in Berlin. Nach juristischer Promotion in Rostock konvertierte er zur kath. Kirche und begann als Prof. des röm. Rechts in Budapest 1855 eine akademische Karriere in Österreich, die über Innsbruck und Graz 1871 zu einer Professur für kanonisches Recht in Wien führte. Als Konservativer war M. auch polit. aktiv; er wirkte 1882–1897 als Mitglied des östr. Reichsgerichts und war seit 1885 Mitglied de…

Ma'at

(387 words)

Author(s): Assmann, J.
[English Version] . Der äg. Begriff M. bez. im Kern »Recht, Gerechtigkeit« und von dort ausgehend auch »Wahrheit« und »Ordnung«. Er bezieht sich auf das Prinzip einer Solidarität, die Harmonie unter den Menschen stiftet und, auf den Kosmos übertragen, das Gelingen des »Sonnenlaufs« und damit den Fortbestand der Welt sichert. M. ist etwas, das man »sagt« (Wahrheit) und »tut« (Gerechtigkeit). Eine äg. »Definition« der M. lautet: »Der Lohn eines Handelnden liegt darin, daß für ihn gehandelt wird. Das…

Mabillon

(326 words)

Author(s): Butterweck, C.
[English Version] Mabillon, Jean  (23.11.1632 St. Pierremont bei Reims – 27.12.1707 St.-Germain-des-Prés bei Paris). Mit 21 Jahren trat M. bei den Maurinern ein, wo er – seit 1664 Assistent von Luc d'Achery bei der Edition der ASOSB – in St.-Germain seine Lebensaufgabe fand: die Erforschung der Ordensgesch., die er in die allg. und Kirchengesch. des MA einordnete. Forschungsreisen führten ihn nach Flandern, Deutschland und – im Auftrag Ludwigs XIV. – nach Italien, wo er Mss. sammeln und seltene Büc…

Macao

(369 words)

Author(s): Malek, R.
[English Version] (chinesisch Aomen, port. Macau), um 1557 gegründete »Stadt des hl. Namens Gottes« am Ausgang der Bucht von Kanton, bis 1999 Territorium unter port. Verwaltung. M. war bis zur Gründung von Hongkong 1842 ein Zentrum des Ostasienhandels, Eingangstor nach China, ein Ort des interkulturellen Dialogs und der sino-lusitanischen Verbindungen (»Rom des Ostens«). Die Stadt besteht aus der Halbinsel M. und den Inseln Taipa und Coloane, mit einer Gesamtfläche von 23,5 km 2, etwa 425 000 Einwohnern (96,5% Chinesen) und einer Bevölkerungsdichte von 21 000 Einw…

Macaulay

(152 words)

Author(s): Smith, M.
[English Version] Macaulay, Zachary (2.4.1768 Inverary – 13.5.1838 London). Als Sohn eines Pastors der Church of Scotland arbeitete M. seit seinem 16. Lebensjahr als Buchhalter auf einem Anwesen in Jamaika. Seine dortigen Erfahrungen bewirkten eine lebenslange Abscheu gegenüber der Sklaverei. 1793 nahm M. eine Stellung in der neuen Kolonie von Sierra Leone an, die als Ansiedlung befreiter Sklaven gegründet worden war. Er diente der Kolonie sechs Jahre lang als Gouverneur und kehrte dann nach Englan…

MacCosh

(167 words)

Author(s): Wallace, P.J.
[English Version] (McCosh), James (1.4.1811 Carsekeoch, East Ayrshire, Schottland – 16.11.1894 Princeton, NJ), Philosoph und presbyterianischer Theologe. M. studierte in Glasgow und Edinburgh und war 1835–1852 presbyterianischer Pastor. 1843 schloß er sich der Abspaltung der Free Church of Scotland an. 1852–1868 hatte er den Lehrstuhl für Logik und Metaphysik am Queen's College in Belfast inne, bevor er auf das Präsidentenamt des College of New Jersey (Princeton) berufen wurde (1868–1888). M. gilt …

Maccovius

(150 words)

Author(s): Strohm, C.
[English Version] (Makowski), Johannes (1588 Lobzenic, Polen – 24.6.1644 Franeker, Niederlande), wurde nach dem Besuch des Gymnasiums in Danzig und Studien an verschiedenen Orten (u.a. Heidelberg) 1614 in Franeker zum Dr. theol. promoviert und bereits 1615 ebd. zum Prof. der Theol. und Physik ernannt. Mit seiner aristotelischen Lehrweise hat M. wesentlich zur Ausgestaltung der Theol. der ref. Orthodoxie (: II.,2.,b) beigetragen. Die supralapsarische Prädestinationslehre (Prädestination: II.; infral…

MacCulloch

(147 words)

Author(s): Goodwin, D.
[English Version] MacCulloch, Thomas (1776 Ferenze, Schottland – 9.10.1843 Halifax, Nova Scotia, Kanada). M. wuchs in einer presbyterianischen Familie auf, schloß 1792 sein erstes Studium an der Universität Glasgow ab, studierte danach Theol. und wurde 1799 vom Presbyterium in Kilmarnock zum Prediger ernannt. 1803 emigrierte er nach Pictou (Nova Scotia), wo er die meiste Zeit seiner nordamer. Predigerlaufbahn verbrachte. Er setzte sich für den Ausbau der höheren Bildungsmöglichkeiten für Presbyteri…

MacDonald

(141 words)

Author(s): Hein, R.
[English Version] MacDonald, George (10.12.1824 Huntly, Aberdeenshire – 18.9.1905 Ashstead, Surrey), für seine »Mythopoeia« (so J.R.R. Tolkien) bekannter schottischer Autor. Urspr. Theologe (M.A. 1845 King's College, Aberdeen), wurde M. am Highbury Seminary in London zum Gemeindepastor ausgebildet. Sein Werk »Phantastes« (1858), ein Fantasy-Roman für Erwachsene, bewirkte die Bekehrung von C.S.Lewis. Seine schriftstellerische Karriere begann mit »David Elginbrod« (1863); auf dieses Werk folgten viel…

Macdonnell

(157 words)

Author(s): Ellens, J.P.
[English Version] Macdonnell, Sir Alexander (1794 Belfast – 21.1.1875 Dublin), irischer Politiker, Ausbildung in Westminster und Oxford, wo er 1816 den B.A. erlangte und insg. vier Auszeichnungen für Latein sowie für engl. Verse und Aufsätze erhielt, eine Häufung von Preisen, die nur einmal vorher vergeben wurde. Nachdem er eine Karriere als Jurist in England abgebrochen hatte, kehrte er nach Irland zurück, wo er zum Beauftragten für öfftl. Bildung ernannt wurde und von 1839 bis 1871 im Amt blieb. Ob…

MacGowan

(193 words)

Author(s): Hutchinson, M.
[English Version] MacGowan, Robert John Henry (25.8.1870 Ballarat, Victoria, Australien – 14.1.1953 Ashfield, New South Wales, Australien), presbyterianischer Geistlicher. Ausgebildet am Ormond College in Melbourne und 1899 ordiniert, wurde M. durch die von John MacNeil und Reuben Torrey initiierte Erweckungsbewegung beeinflußt. Während seines Pastorats in Ashfield (1907–1949) baute M. die dortige Gemeinde zur größten innerhalb der Presbyterian Church in New South Wales aus und wurde ein Hauptaktivis…

Machaerus

(367 words)

Author(s): Bloedhorn, H.
[English Version] . Der antike Name hat sich in dem jordanischen Dorf Mukawer (30 km südlich von Madeba) erhalten, in dem sich noch Reste aus röm.-byz. Zeit befinden, darunter auch Kirchen. Die Festung M. selbst liegt unmittelbar westlich auf einem Sporn, seitlich von tiefen Tälern geschützt. Nach Flav.Jos.Bell. VII 164–189 baute Johannes Hyrkan II. die erste Festung, die 57 v.Chr. Gabinius zerstörte. Herodes d. Gr. baute sie wieder auf mit Ober- und Unterstadt; nach Plinius d. Ä. (Naturalis histo…

Machaut, Guillaume de

(16 words)

[English Version] Machaut, Guillaume deGuillaume de Machaut

Machen

(144 words)

Author(s): Wallace, P.J.
[English Version] Machen, John Gresham (28.7.1881–1.1.1937). J.G.M. studierte an der Johns Hopkins University, der Princeton University und am Princeton Seminary sowie nach Abschluß seines ersten Studiums in Marburg und Göttingen, bevor er als Dozent (1906–1914) und Assistenzprof. (1914–1929) für NT an das Princeton Seminary zurückkehrte. Er wurde bald zu einer führenden konservativen Stimme in der fundamentalistisch-modernistischen Kontroverse der 20er Jahre in der Presbyterianischen Kirche der USA…

Machiavelli

(294 words)

Author(s): Weinhardt, J.
[English Version] Machiavelli, Niccolò (3.5.1469 Florenz – 22.6.1527 ebd.). Dem brillanten Humanisten, der aus verarmter Familie stammte, blieben die höchsten Regierungsämter verschlossen, doch wurde er 1498 zum Sekretär der zweiten Kanzlei seiner Heimatstadt berufen. M. hatte als ständiger leitender Beamter militärische und außenpolit. Entscheidungen der jeweils nur kurz amtierenden Regierungsmitglieder vorzubereiten. Auf diplomatischen Missionen, zuerst bei ital. Fürsten, dann beim franz. König, …

Machpela

(9 words)

[English Version] MachpelaHebron, Mamre

Machsor

(323 words)

Author(s): Reif, S.C.
[English Version] wird von der aram. Wurzel חזר/ḥzr, »zurückkehren« oder »wiederholen« abgeleitet und ist der talm. und midraschische Begriff für »Kreislauf«, »Zyklus des Jahres«. Nachtalm. wurde M. zur Bez. eines Zyklus rel. Texte, die im Verlauf eines Jahres gelesen wurden. In Texten der Geniza z.B. kann sich M. auf einen Zyklus prophetischer Lesungen oder auf eine Sammlung liturgischer Gedichte beziehen. In den orientalisch-jüd. Gemeinden wurden die Bez. M., Siddur oder seder gewöhnlich für Sammlun…

Macht

(2,213 words)

Author(s): Zenkert, G. | Brink, G. van den | Herms, E. | Seiferlein, A.
[English Version] I. Philosophisch Der Begriff der M. in philos. Bedeutung ist vielgestaltig wie kaum ein anderer Terminus. Sein Spektrum reicht von subtilem Einfluß bis zur Drohung mit barer Gewalt und umfaßt so unterschiedliche Phänomene wie geistige und ideelle M., die modernen Medien, die Ökonomie (Wirtschaft), die Technik, polit. Institutionen und militärische M. Diese Zuschreibungen bleiben willkürlich, solange der Begriff nicht präzisiert wird. Er ist zu weit gefaßt, wenn das Verfügen über t…

Macintosh

(156 words)

Author(s): Dickson, N.T.R.
[English Version] Macintosh, Douglas Clyde (18.2.1877 Bredalband, Ontario, Kanada – 6.7.1948 Chicago), baptistischer Theologe und Religionsphilosoph. Nach einer kurzen Amtszeit als baptistischer Pfarrer lehrte M. Theol. und Philos. in verschiedenen Positionen, vornehmlich an der Universität Yale (1909–1942), wo er seit 1916 einen Lehrstuhl innehatte. Trotz seiner Tätigkeit als kanadischer Militärkaplan i.J. 1916 wies der amer. Supreme Court 1931 seinen Antrag auf Staatsbürgerschaft ab, weil M. sich …

Mackay

(261 words)

Author(s): Prien, H.
[English Version] Mackay, John Alexander (7.5.1889 Inverness, Schottland – 9.6.1983 Hightstown, NJ), Lateinamerikamissionar. Studium der Philos. und Theol. in Aberdeen und Princeton (1913–1915). Durch sein missionarisches Interesse kam er in Kontakt mit dem Student Volunteer Movement und dessen Leitern R.E.Speer, J.R.Mott und S.M.Zwemer. M. suchte den ständigen Dialog von Theol. und Kultur und lernte u.a. Miguel de Unamuno kennen, der sein geistiger Mentor wurde und über den er promovierte. – 1916 w…

Mackay

(154 words)

Author(s): Ward, K.
[English Version] Mackay, Alexander Murdoch (13.10.1849 Rhynie, Aberdeenshire, Schottland – 8.2.1890 Usambiro, heutiges Tansania), Pionier der anglik. Church Missionary Society in Uganda, Sohn eines Geistlichen der Free Church of Scotland, studierte Ingenieurwiss. in Edinburgh. Im November 1879 kam M. an den Hof des Königs von Buganda. Er wurde von den Baganda wegen seiner technischen Fertigkeiten und der lebhaften Verteidigung seines Glaubens, auch in Auseinandersetzungen mit Muslimen und kath. Mis…

Mackensen

(155 words)

Author(s): Grünzinger, G.
[English Version] Mackensen, Stephanie v. (geb. v. Renvers; 4.2.1894 Berlin – 1.2.1985 Iserlohn). M. konvertierte 1916 nach ihrer Heirat zur ev. Kirche. Sie wurde 1932 Mitglied der NSDAP und der Deutschen Christen (bis Herbst 1933). Im aufkommenden Kirchenkampf (Nationalsozialismus: I.) wurde sie jedoch zur Mitbegründerin der Bekennenden Kirche in Pommern. Bis zu ihrer Dienstverpflichtung beim Roten Kreuz 1940 war sie Geschäftsführerin des Provinzialbruderrates. Von 1947 bis 1955 Hausdame im Predige…

Maclaren

(144 words)

Author(s): Dickson, N.T.R.
[English Version] Maclaren, Alexander (11.2.1826 Glasgow – 5.5.1910 Edinburgh), baptistischer Prediger, Sohn eines Presbyters der schottischen Baptisten, besuchte die Universität Glasgow und das Stepney College London. M. war 1845–1858 Pfarrer an der Portland Chapel in Southampton, 1858–1903 an der Union Chapel in Manchester. 1875 und 1901 war er Präsident der English Baptist Union und 1905 erster Präsident der Baptist World Alliance. Als einer der berühmtesten Prediger des viktorianischen Britanni…

MacPherson

(153 words)

Author(s): Blumhofer, E.L.
[English Version] MacPherson, Aimee Semple (9.10.1890 Ontario, Kanada – 27.9.1944 Oakland, CA), Evangelistin und Gründerin der International Church of the Foursquare Gospel. Die geb. Aimee Elizabeth Kennedy heiratete 1908 Robert Semple, einen Evangelisten der Pfingstbewegung. Beide gingen 1920 als Missionare nach Hongkong. Als Semple bald darauf an der Ruhr starb, übersiedelte die Witwe von Hongkong nach New York. Dort heiratete sie Harold M., den sie jedoch 1915 verließ, um als Evangelistin in Kana…

Macrina

(151 words)

Author(s): Zachhuber, J.
[English Version] d.J. (ca.327 Neocaesarea – 379 Annisi), älteste Tochter einer wohlhabenden christl. Familie Kappadoziens, benannt nach ihrer Großmutter, M. d. Ä., durch die der Familie die Lehre des Gregor Thaumaturgos vermittelt wurde. Nach dem Tod eines mit ihr verlobten Anwalts blieb sie unverheiratet. M. begründete und leitete seit den 50er Jahren des 4.Jh. auf dem Familiengut bei Annisi, das sie für den Rest ihres Lebens nicht verließ, eine monastische Gemeinschaft von Frauen (Mönchtum: II…

Macrobius

(271 words)

Author(s): Krapinger, G.
[English Version] Macrobius, Ambrosius Theodosius. In dem kurz nach 402 vf. Hauptwerk »Saturnalia« (»Festtage zu Ehren des Gottes Saturn«) läßt M. hist. Persönlichkeiten, darunter Q. Aurelius Symmachus und ihm nahestehende Aristokraten der antichristl. Front, über allerlei theol., natur-, sprachwiss. und lit. Themen plaudern. Die Betonung der überragenden Bildung Vergils und die neuplatonisch-synkretistische Einfärbung des vorchristl. Pantheons sind die zwei Grundzüge, die diese Schrift von ähnliche…

MacTaggart

(108 words)

Author(s): Schütt, H.
[English Version] (McTaggart), John Ellis (3.9.1866 London – 18.1.1925 ebd.), engl. Philosoph, Vertreter jenes brit. Idealismus, gegen den sich B.Russell und G.E.Moore profilierten. Am Trinity College in Cambridge ausgebildet, verbrachte M. dort sein gesamtes akademisches Leben: seit 1891 Fellow, 1897–1923 Lecturer. Einflußreich war insbes. sein Beweis der Irrealität der Zeit, der bis in die 2. Hälfte des 20.Jh. kontrovers diskutiert wurde. Hans-Peter Schütt Bibliography Vf. u.a.: The Unreality of Time (Mind 17, 1908, 457–474) The Nature of Existence, 2 Bde., 1921–…

Macumba

(262 words)

Author(s): Spliesgart, R.
[English Version] . M. ist eine afroamerikanische Religion in Brasilien, die afrikanische, amerindische, kath. und spiritistische Elemente vereint. Die M. ist mit dem Candomblé do Caboclo (Braslien) und dem haitianischen Wodu verwandt und entstand durch Transformation der Rel. der Bantu (seit 1900 als Cabula bekannt) auf die Anforderungen der Urbanisierung in den 20er Jahren des 20.Jh. im Südosten Brasiliens (Rio de Janeiro, São Paulo). M. ist die Rel. der schwarzen Unterschicht und wurde im Laufe…

Madagaskar

(890 words)

Author(s): Raison-Jourde, F.
[English Version] Madagaskar, viertgrößte Insel der Welt (587 041 km 2) im Südosten des Indischen Ozeans, 400 km entfernt von der Küste Ostafrikas, mit einzigartiger Fauna und Flora. M. ist geprägt durch überwiegend gebirgiges Hochland (1000–1500 m), das nach Westen allmählich, nach Osten steil zu den Küsten hin abfällt. Der Großteil der Bevölkerung lebt im Hochland und an der Ostküste, hauptsächlich vom Ackerbau. In den trockeneren Regionen des Südens und Westens ist Viehzucht von größerer Bedeutung. …

Mädchenbildung

(909 words)

Author(s): Schmid, P.
[English Version] . Die Päd. kennt Bildung und M., nicht aber Knabenbildung. Diese wurde in aller Regel als allg. Bildung verstanden, M. dagegen als eine besondere. Abgesehen von der Meinung, daß Mädchen keiner oder allenfalls einer elementaren Bildung (Lesen, ggf. Schreiben, rel. Unterweisung) bedürften, die mit mangelnder weiblicher Verstandeskraft, fehlendem gesellschaftlichen Bedarf wie auch geringerer Gottebenbildlichkeit begründet wurde, lassen sich zwei Positionen finden: Differenzpositione…

Madeba

(359 words)

Author(s): Hübner, U.
[English Version] Madeba, Ort ca.30 km südwestlich von ʿAmman. Spätestens seit der FB-Zeit I mit Unterbrechungen besiedelt, war M. Mitte des 9.Jh. zw. Israel und Moab umstritten (vgl. Num 21,30; Jos 13,9.16), bis Mesa von Moab die Stadt eroberte (Mesa-Stele). Seit dem 6.Jh. v.Chr. gehörte M. zum Bab. Reich (Jes 15,2). In hell.-frühröm. Zeit von Arabern (Nabatäern [Nabatäerreich] bzw. Banu ʿAmirat) beherrscht (CIS 2/1,196; 1Makk 9,36; vgl. Flav.Jos.Ant. XIII 11.18) und vorübergehend von Makkabäern …

Mādhyamika

(776 words)

Author(s): MacDonald, A.
[English Version] . Das Sanskritwort M. bez. die Anhänger der Madhyamaka-(»mittleren«)Schule des Mahāyāna-Buddhismus. Gründer der Schule ist der angesehene Nāgārjuna (ca.2.Jh. n.Chr.), der neben anderen Texten die grundlegende philos. Abhandlung der Schule vf., die der späteren Tradition als die Mūlamadhyamakakārikā (MMK) bekannt ist. Der Titel dieses Werkes wie auch die Begriffe Madhyamaka und M. als Bez. der Schule und ihrer Mitglieder scheinen von Nāgārjuna selbst nicht verwendet worden zu sein…

Madison

(161 words)

Author(s): Morel, L.
[English Version] Madison, James (16.3.1751 Port Conway, VA – 28.6.1836 Montpelier, VA), vierter Präsident der USA. M. wurde wegen seiner Rolle beim Entwurf des Verfassungsdokuments und der späteren Verteidigung seiner Ratifizierung in den »Federalist Papers« als »Vater der Verfassung« bez. Seine Schrift »Memorial and Remonstrance against Religious Assessments« (1785) richtete sich gegen eine Unterstützung des Religionsunterrichts seitens der Regierung und verurteilte den Gebrauch von Rel. als »ein…

Madrasa

(680 words)

Author(s): Halm, H.
[English Version] (arab., türkisch medrese, »Stätte des Lernens«), Hochschule für die Vermittlung der isl. Jurisprudenz (fiqh). Entstanden im Nordosten Irans oder in Transoxanien, wo 937 der Brand einer M. in Buchara bezeugt ist, war die M. urspr. Lehrstätte eines musl. Privatgelehrten, der hier seine Schüler um sich versammelte. Ob die M. ein Vorbild in den buddhistischen Klöstern (vihara) hatte, ist umstritten; sie scheint eher eine originär isl. Schöpfung zu sein. Eine Stiftung (waqf) aus Privatvermögen konnte der Institution Dauer über den Tod des Gründers hinaus verleihen. U…

Madrigale

(300 words)

Author(s): Schick, H.
[English Version] (ital., vermutlich von lat. matricalis im Sinne von »muttersprachlich«; dt. »Madrigal«), poetisch-musikalische Gattung. Im 14.Jh. ist das M. eine volkssprachliche, häufig achtzeilige Gedichtform in Norditalien, gepflegt u.a. von F.Petrarca, vertont in zwei- oder dreistimmigem Satz mit oder ohne Ritornell (musikalische Hauptquellen: Codex Rossi, Squarcialupi-Codex). Davon unabhängig ist das ital. M. des 16.Jh. eine im Reimschema freie poetische Form aus Sieben- und Elfsilblern un…

Madruzzo

(139 words)

Author(s): Schneider, B.C.
[English Version] (Madrutsch), Christoph (5.7.1512 Madruzzo bei Cavedine – 5.7.1578 Tivoli). M. studierte in Padua und Bologna und war nach Übernahme mehrerer Kanonikate (Trient, Augsburg, Salzburg, Brixen) seit 1539 Bischof von Trient. 1542, im Jahr seiner Weihe und Kardinalsernennung, übernahm er auch die Administration von Brixen und bemühte sich mehrfach um andere Erzbistümer weiter nördlich im Reich. M., Lehnsmann des Kaisers und päpstl. Vertrauter, versuchte sich als Vermittler zw. Kaiser und…

Mafia

(452 words)

Author(s): Mohr, H.
[English Version] . Sammelbegriff unklarer (arab.?) Herkunft, der zunächst kriminelle Gruppenbildungen auf Sizilien bez., in jüngerer Zeit jedoch auch auf vergleichbare kriminelle Geheimbünde anderswo (»russ., chinesische M.«) übertragen wird. Die Selbstbez. »Cosa Nostra« (»Unsere Sache«) wurde vermutlich erst in jüngerer Zeit eingeführt (Hess). Die Rolle des Mafioso ist ein Zerfallsprodukt des sizilianischen Agrarfeudalismus: Mafiosi waren urspr. Pächter (gabellotti), die als Mittelsmänner (»powe…

Magdala

(148 words)

Author(s): Zangenberg, J.
[English Version] (griech. Ταριχε´αι/Tarichéai oder Μα´γδαλα, aram. מִגְדַּל־נוּנַיָּא/Migdal nûnajjā', arab. el-Mejdel) liegt am Nordwestufer des Sees Genezareth und wird bereits im 1.Jh. v.Chr. als reiche jüd. Stadt erwähnt (Strabo XVI 2,45). Maria Magdalena, eine Jüngerin Jesu, stammt aus M. (Mk 15,47; Lk 8,2; Joh 20,1). Im Jüdischen Krieg befestigt (Flav.Jos.Bell. II 606–609), war M. Ort einer berühmten Seeschlacht (Bell. III 462–542). Grabungen erbrachten Reste einer hell. geprägten (vgl. griech. und…

Magdalenerinnen

(146 words)

Author(s): Ehrenschwendtner, M.
[English Version] (auch Reuerinnen, Weißfrauen). Zur Aufnahme bekehrter Prostituierter und Rettung gefährdeter Frauen entstanden seit dem 12.Jh. Einzelklöster unter dem Patronat der Maria Magdalena. Der Orden der M. (Poenitentes Sorores Beatae Mariae Magdalenae) ging auf die Initiative des Hildesheimer Kanonikers Rudolf von Worms zurück, der seit 1226 auf dem Reichsgebiet Klöster für diese Büßerinnen gründete. Von Gregor IX. 1227 bestätigt und 1232 auf die Augustinusregel und die Statuten der Dom…

Magdeburg

(172 words)

Author(s): Koch, E.
[English Version] Magdeburg, Joachim (1525 Gardelegen, Altmark – um 1587), Studium in Wittenberg, 1546 Bacc., bis 1547 Rektor in Schöningen, 1547 Pfarrer in Dannenberg, 1549–1551 in Salzwedel, Entlassung auf eigenen Wunsch, 1552–1558 Diakon in Hamburg (St. Petri), nach Entlassung Pfarrer in Oßmannstedt (Thüringen), 1562 entlassen, 1563 Aufenthalt in Eisleben, 1564 Prediger in Grafenwörth und Feldsberg (Niederösterreich), 1566 Feldprediger in Györ (Ungarn), 1576 Aufenthalt in Erfurt, Pfarrer in Paus…

Magdeburg

(370 words)

Author(s): Beyer, M.
[English Version] Magdeburg, Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt (ca.290 000 Einwohner). Das karolingische (Karolinger) »Diedenhofener Kapitular« erwähnt 805 den bereits älteren Stapelplatz und Grenzort »Magedeburg« an der Elbe, der unter König Otto I. kurzzeitig weltl.-geistl. Zentrum des Reiches wurde: 937 Stiftung des Moritzklosters, auf dessen Grundlage sich zw. 955 und 968 Ottos Plan eines Erzbistums für die Slawen (SuffraganeBrandenburg, Havelberg, Meißen, Merseburg, Zeitz) zu Lasten der Diö…

Maggid

(374 words)

Author(s): Dan, J.
[English Version] . M. ist der allg. hebr. Begriff für »Sprecher«; in der rel. Terminologie hat er zwei verschiedene Bedeutungen: I. In der Bedeutung » Prediger« bez. der Begriff M. eine der bedeutendsten kulturellen Einrichtungen des neuzeitlichen Judentums (: II.–III.). Er bezieht sich auf eine rel. Führungsschicht, die in autoritativer Hinsicht gegenüber dem offiziellen Rabbinat (Rabbi, Rabbiner: II., 2.) zweitrangig ist. Schon immer beschäftigten große Gemeinden Prediger in Dauerstellung, doch pflegten die meisten …

Magie

(8,481 words)

Author(s): Wiggermann, F.A.M. | Betz, H.D. | Baudy, D. | Joosten, J. | Frenschkowski, M. | Et al.
[English Version] I. Religionswissenschaftlich Bis heute hat keine Definition von M. allg. Anerkennung gefunden. In den Ansätzen des späten 19.Jh. (E.B.Tylor, J.G.Frazer) sah man M. als »primitives« Weltdeutungssystem, die niedrigste Stufe der evolutionären Entwicklung (Evolution: II.) von Rel. und Wiss. (vgl. auch Mythos/Mythologie: I.). M. setzt aus dieser Sicht ein System mechanistischer, kosmischer Gesetze voraus, deren Kenntnis den Magier in die Lage versetzt, die Lebensbedingungen zum Wohl de…

Magnes

(136 words)

Author(s): Veltri, G.
[English Version] Magnes, Judah Leon (5.8.1877 San Francisco – 27.10.1948 New York), Rabbiner und der Mitgründer der Hebrew University in Jerusalem. M. wurde am Hebrew Union College 1900 zum Rabbiner ordiniert. 1902 Promotion in Heidelberg. 1904 war M. Reform-Rabbiner des Temple Israel in Brooklyn und 1906 des Temple Emanu-El in New York. Enttäuschungen über das Reformjudentum führten ihn zum konservativen Judentum; 1910 übernahm er das Amt des Rabbiners des B'nai Jeshurun. Nach dem 1.Weltkrieg wand…

Magnificat

(940 words)

Author(s): Heininger, B. | Eham, M.
[English Version] I. Neues Testament M. bez. den Lobgesang der Maria (Lk 1,46–55), der seinen Namen nach dem ersten Wort der lat. Übers. trägt (magnificat, »sie lobpreist«) und zwei Strophen umfaßt: V. 47–50 berichten in der 1. Person von der Tat Gottes an Maria; V. 51–55 sind allgemeiner gehalten und preisen die Großtaten Gottes an Israel. Der Gattung nach handelt es sich um einen individuellen Lobpreis bzw. Hymnus, der in der Tradition der atl. Psalmen steht und insbes. von 1Sam 2,1–10 her inspiri…

Magyaren, religionsgeschichtlich

(12 words)

[English Version] Magyaren, religionsgeschichtlichFinno-ugrische Religionen

Mahābhārata

(448 words)

Author(s): Malik, A.
[English Version] ist eines der beiden bedeutendsten Sanskrit-Epen des Hinduismus (das andere ist das Rāmāyaṇa). Es besteht aus etwa 100 000 metrisch arrangierten Versen von jeweils 32 Silben. Als das weltweit umfangreichste Werk seiner Art ist das Epos ungefähr acht Mal so lang wie Odyssee und Ilias zusammengenommen. Wahrscheinlich auf einem deutlich kürzeren Kern aufbauend, erweiterte sich das Epos auf seine gegenwärtige Größe in einem mehrere Jh. übergreifenden Prozeß vom 4. vorchristl. zum 5. nachchristl.Jh. Während die dem M. vorangehende Lit., hauptsächlich …

Mahāvīra

(423 words)

Author(s): Rospatt, A. v. | Moser-Achuthath, H.
[English Version] I. Religionsgeschichtlich M. (»Großer Held«) ist der ehrende Beiname, unter dem Vardhamāna, der Gründer der Gemeinde der Jainas, geläufig bekannt ist. Den Jainas gilt er als letzter in einer Reihe von 24 »Furtbereitern« (tīrthaṃkara), die in gesonderten Zeitaltern auftreten, um die wahre Heilslehre, also den Jinismus, zu verkünden und wiederzubeleben. Tatsächlich hat M. sich in die Tradition des ca.zweieinhalb Jh. vor ihm wirkenden, als 23. Tīrthaṃkara verehrten Pārśva gestellt …

Māhāyāna

(844 words)

Author(s): Deeg, M.
[English Version] (Sanskrit) bedeutet wörtl. »Großes Fahrzeug« (Äquivalente in anderen Sprachen sind chinesisch dasheng, japanisch daijō, koreanisch taesuˇng, tibetisch theg-pa chen-po). Das »Große Fahrzeug« ist, neben dem Hīnayāna, dem »Kleinen Fahrzeug«, bzw. dem Śrāvakayāna, dem »Fahrzeug der Hörer«, die zweite Hauptrichtung innerhalb des Buddhismus, die in der Gegenwart den gesamten Buddhismus Ostasiens (China, Korea, Japan) und Zentralasiens (Mongolei, Tibet) und teilweise Südostasiens (Viet…

Mahdi

(16 words)

[English Version] MahdiChiliasmus: VI. Islam , Messias: VI. Islam

Mahler

(333 words)

Author(s): Floros, C.
[English Version] Mahler, Gustav (7.7.1860 Kalischt, Böhmen – 18.5.1911 Wien), östr. Dirigent und Komponist. M. verstand seine Symphonik als erlebte Musik, als Autobiogr. in Tönen und als Ausdruck seiner Weltanschauung. Er thematisierte zentrale Fragen der Existenz und legte seinen Symphonien »innere« Programme zugrunde, die er anfangs mitteilte und später verschwieg. Zahlreiche Vermerke in seinen Autographen dokumentieren, daß seine Symphonik als eine Musik aufgefaßt werden muß, in der Persönliche…

Mahling

(140 words)

Author(s): Kumlehn, M.
[English Version] Mahling, Friedrich (14.2.1865 Frankfurt/M. – 18.5.1933 Berlin), ev. Theologe, Studium 1883–1886 u.a. in Marburg bei W.Herrmann, 1891 Pfarrer im hessischen Geinsheim, 1892 Leiter der Hamburger Stadtmission, ab 1904 Pfarrer in Frankfurt/M. Schwerpunkt seiner Tätigkeit war die Innere Mission, deren Gründergestalt J.H.Wichern er bes. publizistische und editorische Aufmerksamkeit widmete. 1908 verlieh ihm die Kieler Fakultät die theol. Ehrendoktorwürde. Ausschlaggebend für seine 1909 e…

Mahlzeiten, kultische

(554 words)

Author(s): Seidl, T.
[English Version] . K.M. bez. ein von alltäglichen Sättigungsmählern unterschiedenes feierliches Essen/Trinken, in dem sich die Tischgemeinschaft mit der Gottheit verbindet (convivium) oder ihrer teilhaft wird (communio, Theophagie) und daraus Anteil an der göttlichen Lebenskraft empfängt. K.M. verlaufen zu festgesetzten Zeiten, an bestimmten Orten, nach festen Regeln (Ritus/Ritual), von einer Kultgemeinschaft getragen. Häufig stehen k.M. im Zusammenhang mit Opfern, die der Speisung der Gottheit dienen. Im AT ist die prägende Vorstellung, k.M. seien Ausdruck …

Mahrenholz

(159 words)

Author(s): Finke, C.
[English Version] Mahrenholz, Christhard (Christian Reinhard; 11.8.1900 Adelebsen bei Göttingen – 15.3.1980 Hannover), studierte Theol. und Musikwiss. in Göttingen und Leipzig; Promotion über S.Scheidt. Nach wiss. Hilfstätigkeit, Eheschließung und Ordination von 1925–1926 Pastor an St. Marien in Göttingen; Mitbegründer der Orgelbewegung. 1926–1930 Pastor in Groß-Lengden bei Göttingen. Seit 1931 hauptamtlich im Landeskirchenamt Hannover; 1935–1937 Mitglied im Reichskirchenausschuß. 1960–1971 Abt des…

Maiandacht

(151 words)

Author(s): Petri, H.
[English Version] . Der Brauch täglicher oder doch häufigerer Marienandachten im Maria geweihten Monat Mai verbreitete sich vom 18.Jh. an von Italien aus in der gesamten kath. Welt. Um die Mitte des 19.Jh. gab es M. in fast allen dt. Diözesen. Die M. entwickelte sich zu einer der beliebtesten Formen volkstümlicher Marienverehrung, die auch von Päpsten und Bischöfen gefördert wurde. Vorformen sind schon im MA nachweisbar. Maria mit dem Monat Mai in Verbindung zu setzen, schließt an die dem Mai und …

Mailand

(726 words)

Author(s): Wischmeyer, W.
[English Version] . Die alte Hauptstadt der gallischen Insubrer, seit dem 2.Jh. v.Chr. röm., erhielt seit augusteischer Zeit als Verkehrsknotenpunkt steigende Bedeutung und wurde 286–406 Kaiserresidenz des Westens mit der entsprechenden urbanistisch-architektonischen Ausgestaltung, an der seit dem 4.Jh. auch die seit dem 3.Jh. nachzuweisende Kirche partizipierte (Kirchenbauten des 4.Jh.: S.Maria Maggiore, S.Tecla, S.Giovanni al fonte, Basilica Apostolorum [S.Nazaro], Basilica Martyrum; des 5.Jh.: …

Mailänder Vereinbarung (fälschlich: Edikt)

(18 words)

[English Version] Mailänder Vereinbarung (fälschlich: Edikt)Toleranzedikte/Toleranzreskripte

Mailändische (ambrosianische) Liturgie

(12 words)

[English Version] Mailändische (ambrosianische) LiturgieAmbrosianische Liturgie

Mailand, Synode von 355

(17 words)

[English Version] Mailand, Synode von 355Homöer

Maimbourg

(144 words)

Author(s): Ohst, M.
[English Version] Maimbourg, Louis (10.1.1610 Nancy – 13.8.1686 Paris). M. trat 1626 in die Societas Jesu (Jesuiten) ein und arbeitete als Prediger und Lehrer. Nach antijansenistischer (C.Jansen, Jansenismus) Polemik publizierte er seit 1673 hist. Darstellungen, die die Vollmacht der kath. Kirche verfochten und Ludwig XIV. glorifizierten. Nach Arbeiten über den Arianismus (Arius), die Bilderstreitigkeiten (Bilderkult: VI.), die Kreuzzüge und den Zerfall des Reiches veröff. er 1680 und 1682 Gesamtda…

Maimon

(254 words)

Author(s): Kronauer, U.
[English Version] Maimon, Salomon (eigentlich S. ben Josua; um 1753 Sukowiburg, Litauen, damals Königreich Polen – 22.11.1800 Nieder-Siegersdorf, Schlesien), jüd. Philosoph und Anhänger der Aufklärung, schrieb, mit einer an J.-J.Rousseaus »Confessions« erinnernden Offenheit seine »Lebensgeschichte« (1792/93). Der Sohn eines Rabbiners, der selbst viele Jahre die Tätigkeit eines Rabbiners ausübte und der aus Verehrung für M.Maimonides den Namen M. annahm, berichtet über seine Kindheit und Jugend in O…

Maimonides

(526 words)

Author(s): Heinzmann, M.
[English Version] Maimonides, Moses (arab. Mūsā ibn Maimūn; hebr. [Rabbi] Moses ben Maimon; Akronym: RaMBaM; 30.3.1138 Córdoba – 13.12.1204 Fusṭāṭ [Alt-Kairo]). M. begab sich 1148 ins Exil, als die Almohaden Córdoba eroberten. 1160 ließ er sich in Fez nieder, studierte bei Judah ha-Kohen ibn Sūsan, begann mit Komm. zu Mishna und Talmud, schrieb Abhandlungen zur Logik (Millot higgajjon) und zum jüd. Kalender (: II; Ma'amar ha-Ibbur). Nach dem Märtyrertod seines Lehrers zog M. über Akko und Alexand…

Mainas

(191 words)

Author(s): Downes, P.
[English Version] (Maynas), 1619 als eigenständige Provinz der Audiencia von Quito im südlichen Grenzgebiet des heutigen Ecuador zu Peru zum Schutz span. Siedlungen vor indianischen Übergriffen an der Urwaldgrenze gegründet. Erster Gouverneur der nach einer Indiogruppe benannten Provinz war Diego Vaca de Vega. Die Stadt Borja bildete ihr Zentrum. Erst durch Jesuiten (ab 1641) und deren Indiomission wurden die span. Herrschaftsansprüche am oberen Marañón vertreten, jedoch durch port. Sklavenfänger…

Mainz

(1,476 words)

Author(s): Jürgensmeier, F. | May, G.
[English Version] I. Stadt und Bistum Das 18/13 v.Chr. als militärischer Stützpunkt angelegte M. wurde Hauptstadt der röm. Provinz Germania prima und war spätestens im 4.Jh. Bischofssitz. Als ersten Bischof nennen ma. Listen Marinus/Martinus. Eine Rückführung bis auf Crescenz (2Tim 4,10) entstand im 10.Jh. in Konkurrenz zu Trier und Köln. Das der civitas M. deckungsgleiche röm. Bistum zerbrach in der Völkerwanderung. Seit dem 5./6.Jh. fränkische Siedlung, blühte M. im 6.Jh. unter Bf. Sidonius neu auf…

Maiolus

(207 words)

Author(s): Barone, G.
[English Version] von Cluny (nach 909 Valensole – 11.5.994 Souvigny), Heiliger. M. stammte aus einer adligen provenzalischen Familie. Er wurde Chorherr und später Archidiakon in Mâcon. 943 trat er in das Kloster Cluny ein, wo er Kämmerer wurde. 954–965 war er Koadjutor des Abtes Aimard und nach dessen Tod sein Nachfolger. In den 30 Jahren seines Abbatiats gelangten das Kloster Cluny und die kluniazensische Gemeinschaft zu rel. und wirtschaftlicher Blüte; die Kirche S.Peter in Cluny wurde wiedererba…

Maistre

(203 words)

Author(s): Leppin, V.
[English Version] Maistre, Joseph Marie Comte de (1.4.1753 Chambéry – 26.2.1821 Turin). Nach dem Rechtsstudium in Turin 1769–1772 trat M. in seiner Heimatstadt in den juristischen Dienst und wurde 1773 Freimaurer; seine Karriere gipfelte 1788 in der Würde eines Senators von Savoyen. Das militärische Übergreifen der Französischen Revolution in seine Heimat (1792) zwang ihn in die Emigration nach Lausanne (ab 1793). Die hiermit verbundene Destabilisierungserfahrung machte ihn zu einem polit. Vertreter d…

Maitreya

(302 words)

Author(s): Deeg, M.
[English Version] . Im Buddhismus ist M. (»der [aktive] Liebe [maitrī] Habende«; chinesisch Mile bzw. Cishi, der »mitleidige Herr«, japanisch Miroku, koreanisch Miruˇk, tibetisch Byams-pa) der zukünftige, erwartete Buddha (: II.), der Heilsbringer, der als Bodhisattva im Tuṣita-Himmel weilt und auf den Zeitpunkt seiner Niederkunft auf die Erde (jambudvīpa) wartet. Während M. v.a., wenn auch nicht ausschließlich, als Heilsfigur des Mahāyāna-Buddhismus auftritt, so ist sein Erstarken als Gegenstand…

Maiuma

(288 words)

Author(s): Müller, C.D.G.
[English Version] Maiuma, 1. »Hafenort«, 20 Stadien von Gaza entfernt; 2. Ort bei Askalon (unsichere Lokalisation), griech. Askalonos M., lat. M. Ascalonitis, im 6.Jh. Bischofssitz; 3. der Ort Betomarsea auf der Madeba-Karte (Madeba) wurde auch M. genannt (identisch mit ʿAin Sārā); 4. die arab. Ortsbez. Ḫirbet Miyamās, hebr. K efar Šūmi, geht wahrscheinlich auf M. zurück. Namen: hell. (aram.) Majoumas Gazes; röm. Konstantia; byz. Neapolis; arab. Ḫirbet al-Iblāḫiye. – Von M. (1.) aus bestanden enge Beziehungen zu Ägypten, denn für Schif…

Major

(324 words)

Author(s): Dingel, I.
[English Version] (Maier, Meyer), Georg (25.4.1502 Nürnberg – 28.11.1574 Wittenberg), studierte in Wittenberg und wurde 1529 als Nachfolger C.Crucigers Schulrektor in Magdeburg. 1537 kehrte er nach Wittenberg zurück, um als Prediger an der Schloßkirche zu wirken. 1542 Mitglied des Wittenberger Konsistoriums, übernahm er 1545 die Professur des J.Jonas an der Theol. Fakultät, nachdem er Ende 1544 von Luther zum Dr. theol. promoviert worden war. 1546 gehörte er zu den Teilnehmern am Regensburger Religi…

Makarij

(150 words)

Author(s): Hauptmann, P.
[English Version] (Bulgakov; Michail Petrovič; 19.9.1816 Surkovo bei Novyj Oskol – 9.6.1882 Moskau), Metropolit von Moskau (seit 1879), davor seit 1857 nacheinander Inhaber der Bischofsstühle von Tambov, Char'kov und Litauen (Baltische Länder), einflußreich v.a. als theol. Lehrer. Zunächst wirkte er an der Geistl. Akademie von Kiev (: II.) als Prof. für Gesch. und Kirchengesch., seit 1842 an der St.Petersburger Geistl. Akademie (Sankt Petersburg: II.) als Prof. der Theol. (Dogmatik), seit 1850 au…

Makarij

(158 words)

Author(s): Hauptmann, P.
[English Version] Makarij, Metropolit von Moskau (Taufname: Michail; um 1482 Moskau – 31.12.1563 ebd.), von der Russ.-Orth. Kirche am 6.6.1988 auf ihrem Milleniumskonzil in Sergiev Posad kanonisiert. Früh im Pafnutij-Kloster in Borovsk Mönch geworden und 1523 Abt des Lužeckij-Klosters in Možajsk, blieb er auch als Erzbf. von Novgorod und Pskov (seit 1526) wie als Metropolit von Moskau (seit 1542) dem Mönchtum im Geiste Iosifs von Volokolamsk innig verbunden. Auf den Synoden von 1547 und 1549 bewirkte…

Makarios III.

(182 words)

Author(s): Kallis, A.
[English Version] (Muskos) von Zypern (weltl. Name: Michael Muskos; 13.8.1913 Ano Panagina, Distrikt Pafos – 3.8.1977 Nikosia), bedeutende polit. Persönlichkeit der neueren Gesch. Zyperns. Mit 13 Jahren wurde er Novize im Kikkos-Kloster, 1938 zum Diakon, 1946 zum Priester und 1948 zum Bf. von Kition geweiht. Er studierte Theol., Jura und Soziologie in Athen und Boston. 1950 als M.III. zum Erzbf. von Zypern gewählt, stellte er sich als Ethnarch (Nationsführer) an die Spitze der griech. Bevölkerungsgr…

Makarios III

(199 words)

Author(s): Felmy, K.C.
[English Version] . von Antiochien (Taufname Ioannis; geb. in Aleppo), orth. Patriarch 1641–1688. Nach dem Tod seiner Frau wurde M. Priester, dann Bf. von Beröa (Aleppo). Den Namen M. empfing er, als er 1641 Patriarch von Antiochien (mit Sitz in Damaskus) wurde. Bemerkenswert sind seine Reisen nach Moskau, auf denen er um finanzielle Unterstützung nachsuchte. Über die erste Reise (1652–1656) durch die Türkei, die Moldau, Walachei, Ukraine und Rußland berichtete sein Sohn, Archidiakon Paul von Aleppo…

Makarius

(398 words)

Author(s): Fitschen, K.
[English Version] (= Symeon von Mesopotamien) ist der Autor etlicher asketischer Briefe, Frage-Antwort-Stücke (Erotapokriseis) und Lehrschreiben, die in der 2. Hälfte des 4.Jh. entstanden sind. Sie werden unter dem Namen Makarius (Ägypter) (daher in der Forschung auch: Ps.-Makarios), aber auch unter dem eines Symeon (von Mesopotamien) überliefert. Von dem auf syr., in der Exegese teilweise aber auch auf alexandrinische Tradition zurückgreifenden Werk hat die »Epistola magna« unmittelbare lit. Wir…

Makarius

(179 words)

Author(s): Fitschen, K.
[English Version] (Ägypter; auch M. der Große; um 300 in Oberägypten – um 390 in der sketischen Wüste). Nachrichten über ihn sind v.a. durch Palladius von Hellenopolis (Historia Lausiaca, 17) und die »Historia Monachorum in Aegypto« (Kap. 21) überliefert. Eigene Äußerungen des M. sind nur in den Apophthegmata patrum erhalten; Gennadius von Marseille (vir. ill. 10) bezeugt einen Brief »Ad iuniores professionis suae«, der möglicherweise erhalten ist (CPG 2415,1). Seit ca.330 wurde M. zum Vater des …

Makarius Magnes

(161 words)

Author(s): Volp, U.
[English Version] von Magnesia, Vf. einer entweder vor 303 (Crafer) oder um 400 entstandenen Apologie des Christentums (᾿Αποκριτικο`ς η῍ μονογενη´ς/Apokritikós ē´ monogenē´s), über den sonst fast nichts bekannt ist. Das Werk führt in der Form eines Dialogs mit einem Heiden Vernunftgründe zugunsten von Inkarnation, göttlicher Monarchie und Auferstehung gegen die pagan-philos. Kritik ins Feld und ist damit eine wichtige Quelle u.a. für die Porphyrius-Forschung (Porphyrius [Philosoph]). Unter dem Namen M.M. werden Fr…

Makedonien

(6 words)

[English Version] MakedonienMazedonien

Makedonius I.

(157 words)

Author(s): Gemeinhardt, P.
[English Version] von Konstantinopel (gest. ca.360) war Presbyter und Gegner des Bf. Paul (Ath.h.Ar.7), den er erst kurzfristig 341/42, endgültig dann 351 ablöste. Nach Sokrates (Scholasticus) von Konstantinopel (h.e. II 38,3.14) ließ er die Anhänger seines Vorgängers verfolgen und auch die Kirchen der Novatianer zerstören. Seit der Synode von Sirmium 358 gehörte er zu den Homöusianern um Basilius von Ancyra und Georg von Laodicea, wurde jedoch von der Synode von Seleucia 359 ausgeschlossen und 360…

Makedonius II.

(138 words)

Author(s): Hainthaler, T.
[English Version] von Konstantinopel (gest.25.4.516 Gangra, Galatien), Patriarch (Juli 496 – 7.8.511), Nachfolger des Euphemius, den Kaiser Anastasius I. wegen seiner chalcedonfreundlichen Haltung verbannte. M. unterschrieb zwar das Henotikon, versuchte aber, eine ausdrückliche Verurteilung Chalcedons zu vermeiden. Ihm wurde die Verantwortung für einen Aufstand in Konstantinopel gegen den theopaschitischen Zusatz (theopaschitischer Streit) zum Trishagion zugeschrieben. Den Angriffen der beim Kaiser…

Makemie

(162 words)

Author(s): Wallace, P.J.
[English Version] Makemie, Francis (ca.1658 Ramelton, Donegal, Irland – ca.Juli 1708 Accomack, VA). Ausgebildet an der Universität Glasgow und in Ulster als Presbyterianer ordiniert, kam M. 1683 nach Maryland, diente als Wanderprediger und organisierte verschiedene Gemeinden im Gebiet von Chesapeake. 1699 erhielt er als Dissenter vom Staat Virginia die Erlaubnis zu predigen. Er war beteiligt an der Bildung des Presbyteriums von Philadelphia 1706, dem ersten amer. Presbyterium. Nachdem er in New Yor…

Makkabäer

(1,002 words)

Author(s): Henten, J.W. van
[English Version] . Der Name »M.« bez. zunächst eine Familie jüd. Freiheitskämpfer und Führungspersönlichkeiten, die auch Hasmonäer (s.u.) genannt werden. Desweiteren kann sich »M.« auf eine Sammlung nachkanonischer jüd. Schriften (Makkabäerbücher) beziehen sowie in christl. Überlieferungen auf eine Gruppe jüd. Märtyrer während der Verfolgung unter dem SeleukidenAntiochus IV. Diese Verfolgung löste den Makkabäeraufstand unter dem Priester Mattathias und seinen fünf Söhnen aus. Mattathias gehörte z…

Makkabäerbücher

(1,720 words)

Author(s): Henten, J.W. van
[English Version] . Hippolyt von Rom (Commentarius in Dan 4,3) erwähnt in einem Verweis auf 1Makk erstmals die Zählung der Makk. Der Codex Alexandrinus (5.Jh.; Bibelhandschriften: II., 2.) enthält alle vier Bücher und zeigt zusammen mit anderen Hss., daß sie als Teil der Septuaginta überliefert wurden. Das 4Makk kursierte auch als eine Schrift des Flav. Josephus (unter dem Titel »Über die Überlegenheit der Vernunft«) und in Menologien. 1Makk und 2Makk gehören in der röm.-kath. Kirche zu den deuter…

Makrakis

(148 words)

Author(s): Papaderos, A.
[English Version] Makrakis, Apostolos (1831 Siphnos – 25.12.1905 Athen), unter den Laientheologen der bedeutendste griech.-orth. Volkserzieher und Erweckungsprediger seiner Zeit. Studien- und Lehrtätigkeit zunächst in Konstantinopel und Paris, dann zelotische Aktivität (lit., kerygmatische, päd. und polit.) in Athen. Entschiedener Gegner jeglichen, v.a. aus dem Westen kommenden Modernismus'. Erstrebte die Wiedergeburt des Volkes nach dem Vorbild der Urgemeinde und Gesundung der kirchl. und staatl. …

Makrokosmos/Mikrokosmos

(378 words)

Author(s): Hübner, W.
[English Version] . Die Nominalkomposita Makrokosmos (Ma.) und Mikrokosmos (Mi.) sind in der Antike nicht belegt, wohl aber bez. Demokrit (Frgm. 34 mit Parallelen) den Menschen als einen μικρο`ς κο´σμος/mikrós kósmos. Die Vorstellung vom Ma.-Mi. setzt räumliche Strukturen des Sternhimmels, der Oikumene und des menschlichen Körpers bis hin zur unsichtbaren Seele in der Weise zueinander in Beziehung, daß die gegliederten Räume entweder einander strukturell entsprechen (Analogie, Korrelation, Nachbildung) oder daß sie aneinand…

Maksim Grek

(141 words)

Author(s): Hauptmann, P.
[English Version] (Michael Triboles; um 1470 Arta, Epeiros – 21.1.1556 Sergiev Posad), bedeutender Vermittler griech. Theol. an die Kirche Moskaus, von der Russ.-Orth. Kirche auf ihrem Millenniumskonzil am 6.6.1988 kanonisiert. Von vornehmer Abkunft, auf Korfu aufgewachsen, trat er nach Studien an ital. Universitäten 1502 in den Dominikanerorden ein, wurde 1504 jedoch auf dem Athos Mönch. Von dort wurde er 1518 als der von Großfürst Vasilij III. erbetene Übersetzer bibl. und patr. Texte nach Mosk…

Malachias

(167 words)

Author(s): Richter, M.
[English Version] (ca.1094 Armagh – 2.11.1148 Clairvaux), Bischof und Erzbischof sowie päpstl. Legat in Irland, kanonisiert 1190. Bedeutender irischer Geistlicher zur Zeit der Reform der irischen Kirche im 12.Jh. (1101–1152), im eigenen Land jedoch nicht unumstritten. Von 1124 bis 1134 sowie von 1137 bis 1148 war M. Bischof von Down and Connor, von 1134 bis 1137 Erzbischof von Armagh. M. förderte die Einführung der Augustinerregel. 1139/40 hielt er sich in Rom auf und wurde von Innozenz II. zum p…

Malalas, Johannes

(13 words)

[English Version] Malalas, JohannesJohannes Malalas

Malan

(154 words)

Author(s): Kuhn, T.
[English Version] Malan, Heinrich Abraham César (7.7.1787 Genf – 8.5.1864 Vandoeuvres), stammte aus altem Waldensergeschlecht, studierte Theol. in Genf, wurde dort Lehrer und ordinierter Pfarrer der Église nationale. M. war zeitweilig zugleich Freimaurer und Präsident der Genfer Bibelgesellschaft. 1816 erlebte er eine Bekehrung; seine theol. Entwicklung wurde stark durch den Schotten R.Haldane geprägt. Zwei Predigten M.s im Mai 1817 lösten in der rationalistisch geprägten Genfer Kirche einen heftigen…

Malawi

(467 words)

Author(s): Ross, K.
[English Version] Malawi, früher Nyasaland, liegt am südlichen Ende des Great Rift Valley, angrenzend an Sambia im Westen, Tansania im Norden und Moçambique im Osten und Süden. Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Mang'anja und Yao im Süden, Chewa im Zentrum und Tumbuka und Ngoni im Norden. Außerdem gibt es mehrere ethno-linguistische Minoritäten, einschließlich eur. und indischer Immigranten. Die traditionalen Religionen sind gekennzeichnet durch einen Komplex territorialer Kulte, Regenschrein…

Malaysia

(637 words)

Author(s): Roxborogh, J.
[English Version] . M. umfaßt Westmalaysia (die Halbinsel M.) und die Staaten Sarawak und Sabah auf der Insel Borneo (Indonesien). Die einheimischen Bumiputras (»Söhne der Erde«) machen etwa 58% der Bevölkerung aus (2002: 24 Mio.); zu ihnen gehören die Malaien, die Urvölker in Westmalaysia und die Iban sowie andere Stammesgruppen in Ostmalaysia. 26% der Bevölkerung sind chinesischer, 7% indischer Abstammung. Die Ankunft des Islam steht im Zusammenhang mit südindischen Händlern und dem Sultanat von Malakka im 14.Jh. Die port. Eroberung i.J. 1511 führte ei…

Malcolm X

(276 words)

Author(s): Cooper, V.C.
[English Version] (Malcolm Little; El-Hajj Malik El-Shabazz; 19.5.1925 Omaha, NE – 21.2.1965 New York, NY), in den 50er und 60er Jahren des 20.Jh. einer der führenden schwarzen Kritiker der afroamer. Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights) in den USA und eloquenter Protagonist des »Black Consciousness«. Als Verfechter eines schwarzen Nationalismus vertrat er den Standpunkt, daß die Afroamerikaner eine von den Weißen losgelöste ökonomische, soziale und polit. Unabhängigkeit erreichen sollten. Im Gegen…

Maldonatus

(155 words)

Author(s): Decot, R.
[English Version] Maldonatus, Juan (ca.1533 Casas de la Reina, Estremadura, Spanien – 5.1.1583 Rom), Jesuit (1562), Theologe und Exeget. Als Prof. (1565) entfernte er sich von der Scholastik und entwickelte eine positive, an der Bibel orientierte Theol. Sein Wirken wurde durch den Vorwurf der Häresie (die Themen unbefleckte Empfängnis und Fegfeuer betreffend) beeinträchtigt. Trotz Gegnerschaft hatte M. weiter Zulauf und Erfolg, u.a. in der Auseinandersetzung mit den Calvinisten. In Rom wurde er Mit…

Mâle

(166 words)

Author(s): Gärtner, C.
[English Version] Mâle, Émile (2.6.1862 Commentry – 6.10.1954 Châalis), 1912 Prof. für Gesch. der Mittelalterlichen Kunst an der Sorbonne, ab 1923 Direktor der École Française d'Archéologie in Rom, seit 1927 Mitglied der Académie Française. M. widmete sich v.a. der ma., teilweise auch der rel. nachma. Kunst Frankreichs. Mit Hilfe geistl. und profaner Lit. erschloß er die Ikonographie ma. Bildthemen und suchte deren hist. Wandel zu rekonstruieren. Früh geprägt vom franz. Nationalismus und unter dem …

Maleachi/Maleachibuch

(877 words)

Author(s): Utzschneider, H.
[English Version] I. Bezeichnung Das Maleachibuch (Mal) – in den Bibelhsn. und -editionen meist an letzter Stelle des Zwölfprophetenbuches (Prophetenbücher) plaziert – wird durch die Überschrift Mal 1,1 einer Gestalt namens Maleachi (M.) zugeschrieben, die weder datiert noch lokalisiert ist. Das hebr. Wort מַלְאָכִי/mal'ākî kann als Eigenname aufgefaßt werden, ist aber auch als Bez. mit vielsagenden Bedeutungen wie »mein Bote« oder »Bote JHWHs« lesbar. Die zeitliche und örtliche Unbestimmtheit des Namens sowie der lit. Charakter des Ma…

Malebranche

(523 words)

Author(s): Kronauer, U.
[English Version] Malebranche, Nicolas (5.8.1638 Paris – 13.10.1715 ebd.), franz. Philosoph, bedeutender Vertreter des Occasionalismus, stammte aus einer sehr wohlhabenden und einflußreichen Familie. Er schloß sich 1660 in Paris der Klerikergemeinschaft der Oratorianer an, studierte Theol. an der Sorbonne und wandte sich 1664, im Jahr seiner Priesterweihe, nach der ihn tief beeindruckenden Lektüre der postumen Abh. »L'homme« von R.Descartes, der Philos. zu. Schon seine erste Schrift »De la Recherch…

Malenkara Orthodoxe Syrische Kirche

(365 words)

Author(s): Tubach, J.
[English Version] Malenkara Orthodoxe Syrische Kirche, jüngere Eigenbez. der jakobitischen bzw. westsyr. Kirche (Syrien: V., 2.) in Indien. – Die Dekrete der 1599 einberufenen Synode von Diamper stießen bei den Thomaschristen wegen der intendierten Latinisierung auf großen Widerstand. 1653 weihten zwölf Priester den Archidiakon Thomas (ca.1637–1670/72) in Alangad zum Metropoliten. Den Unbeschuhten Karmelitern (ab 1657 in Malabar) gelang es jedoch, einen großen Teil der Thomaschristen wieder zurück…

Malerei und Plastik

(20 words)

[English Version] Malerei und PlastikKunst und Religion

Malewitsch

(168 words)

Author(s): Renftle, B.R.
[English Version] Malewitsch, Kasimir (11.2.1878 Kiev – 15.5.1935 Leningrad), russ. Maler, Wegbereiter des Konstruktivismus, Begründer des Suprematismus, Hauptvertreter der russ. abstrakten Kunst; 1900–1905 studierte er in Moskau. Bis 1910 war M.s Malerei vom Fauvismus beeinflußt, um 1912 gelangte er zu einem kubistischen Stil, um 1913/1915 zur Abstraktion. 1915 stellte er sein berühmtes »Schwarzes Quadrat« aus. Der Suprematismus (»Suprematistisches Manifest«, 1915) bez. zunächst die radikale Reduk…

Mali

(513 words)

Author(s): Kogelmann, F.
[English Version] . Das hist. M. war ein westafrikanisches Großreich, das sich im 13./14.Jh. über die Staatsgebiete der Republiken M., Senegal, Gambia und Niger erstreckte. Die dominierende Ethnie waren die Malinke. Die durch den Transsaharahandel geförderte Islamisierung begann etwa mit dem 10.Jh. Im Gegensatz zur Bevölkerungsmehrheit waren die Herrscher von M. (mansā) Muslime. Unter ihnen entwickelten sich bedeutende Zentren isl. Gelehrsamkeit wie Timbuktu. Die Republik M. (République du M.) ist…

Malinowski

(141 words)

Author(s): Bargatzky, T.
[English Version] Malinowski, Bronislaw Kaspar (7.4.1884 Krakau – 16.5.1942 New Haven). Nach dem Studium der Mathematik und Naturwiss. (Promotion 1908 Krakau) Studium der Völkerpsychologie und Wirtschaftsgesch. in Leipzig. 1927 wurde er auf den für ihn gegründeten Lehrstuhl für Anthropology an der London School of Economics berufen, 1942 auf eine Professur an der Universität Yale. Zw. 1915 und 1918 führte er eine zweijährige ethnologische Feldforschung im nordwestlichen Melanesien durch. Er propagi…
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