Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

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Mallet

(134 words)

Author(s): Christophersen, A.
[English Version] Mallet, Friedrich Ludwig (4.8.1792 Braunfels – 6.5.1865 Bremen), ref. Prediger, 1811–1815 Studium in Herborn und Tübingen, Teilnahme an den Befreiungskriegen gegen Napoleon I. In Bremen war M. seit 1817 Pastor an St. Michaelis und ab 1827 an St. Stephani. Antirationalistisch und -hegelianisch läßt er sich der Erweckungsbewegung zurechnen. M. protegierte ein Zusammenwirken von Reformierten und Lutheranern und wirkte nachhaltig durch mitreißende sozial- und kirchenpolit. ambitioniert…

Malo

(128 words)

Author(s): Markert-Wizisla, C.
[English Version] Malo, Elisabeth (9.1.1855 Pratau bei Wittenberg – 2.5.1930 Dessau). Frauenrechtlerin und Theologin (Autodidaktin), publizierte zw. 1891 und 1905 in Zeitschriften des liberalen Protestantismus (z.B. Christliche Welt) und der bürgerlichen Frauenbewegung, engagierte sich (mit E.Gnauck-Kühne) vor 1895 im Evangelisch-Sozialen Kongreß für die Gleichstellung der Frauen. Sie stritt für die Verbindung von Emanzipation und Evangelium, blieb damit allerdings sowohl in der Frauenbewegung als …

Malraux

(176 words)

Author(s): Detken, A.
[English Version] Malraux, André (3.11.1901 Paris – 23.11.1976 Créteil), franz. Schriftsteller und Politiker. Studierte Archäologie und Orientalistik; zw. 1923 und 1927 Indochina- und Chinareisen. Polit. zunächst auf kommunistischer Seite engagiert, nahm er 1936/37 am span. Bürgerkrieg teil; 1939 anläßlich des Hitler-Stalin-Pakts Austritt aus der Partei. Nach Flucht aus dt. Gefangenschaft im 2.Weltkrieg als Colonel Berger Mitglied der Résistance. Unter Charles de Gaulle 1945/46 und 1958 Information…

Malta

(153 words)

Author(s): Schneider, B.C.
[English Version] Malta, Inselgruppe (M., Gozo, Comino) im Mittelmeer südlich Siziliens, 320 km 2 mit ca. 380 000 Einwohnern (1999). Schon vorgesch. besiedelt, kamen die Inseln 480 v.Chr. unter die Herrschaft Karthagos. Nach dessen Fall waren sie seit 218 v.Chr. Teil des röm. bzw. (ab 494 n.Chr.) byz. Reiches. Nach Apg 28 strandete Paulus 60 n.Chr. auf M. Über 200 Jahre arab. Herrschaft (870–1090) prägten die Inseln und ihre Kultur nachhaltig. Als späterer Teil Siziliens wurde M. von den jeweiligen Herren …

Malta-Bericht

(228 words)

Author(s): Neuner, P.
[English Version] . Im Laufe des Vaticanum II geknüpfte Kontakte führten zur Gründung der 14 Mitglieder umfassenden »Ev.-luth./Röm.-kath. Studienkommission« durch das Sekretariat für die Einheit der Christen und das Exekutivkomitee des Lutherischen Weltbundes. Sie tagte in fünf Sitzungen: 1967 in Zürich, 1968 in Bastad (Schweden), 1969 in Nemi (Italien), 1970 in Cartigny (Genf), 1971 in San Anton (Malta). Bei der letzten Sitzung wurde ein umfassender Schlußbericht vf. und 1972 unter dem Titel »Das…

Malteser-/Johanniterorden

(684 words)

Author(s): Sarnowsky, J.
[English Version] I. Gründung Der J. ging aus einem Hospitalorden hervor, der als Bruderschaft an einem wohl noch vor der Eroberung Jerusalems durch den 1. Kreuzzug (1099) von Kaufleuten aus Amalfi zur Versorgung der Pilger gegründeten Hospital entstand. Der erste Leiter des Hospitals, Gerard (bis 1120), erlangte 1113 von Papst Paschalis II. für die Gemeinschaft Anerkennung und Schutz sowie die freie Vorsteherwahl (»Pie postulatio voluntatis«). Raymond du Puy (1120–1158/1160) erhielt 1154 von Anast…

Malthus

(183 words)

Author(s): Sautter, H.
[English Version] Malthus, Thomas Robert (13.2.1766 Rookery bei Guildford – 23.12.1834 Bath, England) war nach seinem Studium in Cambridge einige Jahre Gemeindepfarrer, bevor er 1805 zum Prof. für polit. Ökonomie an einem College der »East India Company« ernannt wurde, wo er bis zu seinem Tode lehrte. Bekannt geworden ist er durch sein »Bevölkerungsgesetz«. Danach hat die Bevölkerung die Neigung, schneller als die Mittel zu ihrem Unterhalt zu wachsen. Eine dadurch drohende Überbevölkerung wird entwe…

Maltzew

(144 words)

Author(s): Thon, N.
[English Version] Maltzew, Alexios v. (Aleksij Mal'cev, 14.3.1854 Eparchie Jaroslavl' – 15./16.4.1915 Kislovodsk), russ. Theologe. Der Sohn eines Erzpriesters absolvierte 1878 die St. Petersburger Geistl. Akademie. 1882 Priesterweihe, 1886 Erzpriester und Geistlicher an der Botschaft in Berlin. Veröff. von dt.-slaw. Ausg. aller wichtigen Gottesdienste der Orth. Kirche mit liturgologischen Untersuchungen und konfessionskundlichen Schriften (so in der »Germania«, 1898/99). 1890 Gründung der Bruderscha…

Malvenda

(150 words)

Author(s): Jung, M.H.
[English Version] (Maluenda), Pedro de (ca.1505 Burgos, Spanien – nach 1561), wichtiger kath. Theologe, aus dessen Biogr. aber nur wenig bekannt ist. Nach einem 1519 begonnenen Studium in Paris, das er 1538 mit dem theol. Doktorgrad abschloß, wurde er 1540 Kaplan am kaiserlichen Hof in Spanien. Er nahm an den Religionsgesprächen (: I.) von Worms 1541 und Regensburg 1546 teil, versuchte erfolglos 1547 Philipp, Landgraf von Hessen, für die röm. Kirche zurückzugewinnen und war an der Ausarbeitung des A…

Mammon

(248 words)

Author(s): Horst, P.W. van der
[English Version] ist im jüd.-paläst. Aramäisch die Bez. für Reichtum (: III.) und Geld (urspr. von der sem. Wurzel אמן/'mn abzuleiten, bedeutet es »dasjenige, worauf man vertraut«). Obwohl an sich ein neutraler Terminus, entwickelte er allmählich die negative Konnotation von auf unehrliche oder sündhafte Weise erworbenem Reichtum. In griech. Transkription findet man es als μαμωνα´ς/mamōnás in einem Q-Logion der synopt. Evv., Mt 6,24; Lk 16,13: »Kein Knecht kann zwei Herren zugleich dienen: Entweder wird er nämlich den einen hassen und den anderen…

Mampsis

(177 words)

Author(s): Wenning, R.
[English Version] (Μα´μψις, isr. Mamshit, arab. Kurnub), Stadt im Negev an der Straße Beer Sheva (Beersheba) – Araba, erwähnt in Quellen des 2. – 6.Jh.; Ausgrabungen durch Shimon Applebaum (1956), Avraham Negev (1965–1967, 1971–1972, 1990), Talli Erickson-Gini (1993–1994). Gegründet von den Nabatäern (Nabatäerreich) um 70 n.Chr. als offene Siedlung, bestand bis in hadrianische Zeit. Wichtig für die Kenntnisse nab. Wohnhäuser, aus lokalem Kalkstein, mangels Bauholz auch Bedachungen und Wandregale s…

Mamre

(290 words)

Author(s): Knauf, E.A.
[English Version] , (מַמְרֵא, ein genuiner Ortsname, »fette Weide« o. ä.), lag im Zentrum des judäischen Gebirges, ca.3 km nördlich von Hebron (arab. Name [bis ins 15.Jh. n.Chr.], Rāmat bzw. Bēt al-Ḫalîl, »Höhe/Haus des Freundes [Gottes]«). Nach der alten Tradition Gen 18* erschien hier eine Göttertrias (von Hebron?) dem zeltbewohnenden Bauern Abraham. Als Abraham im 6.Jh. v.Chr. zum Ursprungsmythos der judäischen Landbevölkerung wurde, lag M. auf der judäisch-idumäischen Grenze (seit 597/586 v.Ch…

Mana

(373 words)

Author(s): Greschat, H.
[English Version] Mana, religionswissenschaftlich. Das polynesische Wort ist seit rund 100 Jahren in Europa bekannt. Von Indianern hörte man ähnliche Ausdrücke (von Algonkin manitu, von Sioux (Lakota) wakanda, von Irokesen orenda). Die wiss. Deutung dieser Entdeckung (Dynamismus) besagt: »Primitive« sehen sich von unpersönlichen Kräften umgeben, die sie mit Hilfe von Magie zu kontrollieren trachten. Die urspr. Bedeutung von M. bleibt rätselhaft, weil eur. Denken ein Äquivalent fehlt. Für das eine W…

Management

(266 words)

Author(s): Oechsler, W.A.
[English Version] . M. umfaßt die Leitung soziotechnischer Systeme in personen- und sachbezogener Weise mit Hilfe professioneller Methoden. Mit dem industriellen Wachstum, dem Aufkommen von Kapitalgesellschaften als Rechtsform und im Rahmen der daraus resultierenden zunehmenden Trennung von Eigentum und Unternehmensführung wurde die Leitung von (Groß-)Unternehmen bes. qualifizierten leitenden Angestellten anvertraut. Aufgabe dieser Manager war es in der Folgezeit, in großen, hoch arbeitsteilig pro…

Manasse

(468 words)

Author(s): Timm, S.
[English Version] (מְנַשֶּׁה/M enaššæh, »der [den Verlust eines Familienangehörigen] vergessen Machende«), Sohn und Nachfolger Hiskias; König von Juda, der 55 Jahre (um 696–641 v.Chr.) regiert habe (Königtum in Israel). Wie alle judäischen Könige seit Ahas war auch M. Vasall Assyriens (Israel: II.,1.). Um 673 v.Chr. nennt ihn Asarhaddon zusammen mit anderen westlichen Vasallen als Lieferanten von Baumaterial (TUAT 1, 397), um (669 oder) 667 v.Chr. Assurbanipal als Vasallen. Laut Assurbanipal hat M. …

Manasse

(11 words)

[English Version] ManasseStämme Israels

Manasse-Gebet

(310 words)

Author(s): Leicht, R.
[English Version] Manasse-Gebet, ein zu den Apokryphen (: II.) des AT gerechneter Bußpsalm. Vermutlich stellt er eine Fortschreibung der 2Chr 33 gegenüber 2Kön 21 neuen Tradition dar, daß der sonst negativ dargestellte König in der ass. Gefangenschaft Buße getan habe und sein Gebet in der »Chronik der Könige Israels« erhalten sein soll (2Chr 33,18). Trotz einiger Parallelen zum bibl. Text ist aber nicht sicher, ob die Zuschreibung urspr. ist, da das Gebet in seinem unspezifischen Ton dies nicht no…

Mandäismus

(1,666 words)

Author(s): Franzmann, M.
[English Version] I. Verbreitung M. ist die Bez. für die gnost. Rel. der Mandäer (wörtlich: »die Erkennenden« von mandäisch [mand.] manda‘, »Erkenntnis«). Die Mandäer im Iran und Irak ziehen die offizielle Bez. »Sabäer« vor (vgl. »Leute des Buches«, Koran Sure 2,62; 5,69; 22,17). Adepten, im allg. Priester, werden Naṣoräer genannt. Die christl. Missionare des 17.Jh. nannten die Mandäer »Johanneschristen«, weil Johannes der Täufer in den mand. Schriften als positive Gestalt dargestellt wird. Die Ma…

Maṇḍala

(280 words)

Author(s): Schneider, J.
[English Version] (Sanskrit »Kreis«) bez. insbes. in den tantrischen Ausprägungen der indischen Rel. (Tantrismus) die Anordnung von Gottheiten in einem Kosmos-Palast. Traditionelle (Purāṇas) Kosmologie (Ringkontinente um einen Zentralberg) wirkt fort in den konzentrischen Kreisen des M. Die Aufgliederung in vier Quadranten bildet die Himmelsrichtungen nach; Quadrate umschreiben den Palast, weitere rechteckige Elemente markieren seine Tore usw. Die Hauptgottheit residiert in der Mitte des M., wei…

Mande

(119 words)

Author(s): Metz, D.
[English Version] Mande, Hendrik (ca.1360 Dordrecht – 1431 Kloster Sion, Beverwijk). Zunächst Schreiber am Hof der Grafen von Holland, schloß er sich auf Grund der Predigten G.Grootes der Devotio moderna an. Nach Aufenthalt in Deventer und Zwolle wurde er 1395 redditus (Chorherr ohne Priesterweihe) im Kloster Windesheim (Windesheimer Kongregation), wo er als Illustrator und Kopist wirkte. M. empfing häufig Visionen, über die J.Busch in seinem »Chronicon Windeshemense« berichtet. M. vf. myst. Schrif…

Mandeville

(312 words)

Author(s): Kronauer, U.
[English Version] Mandeville, Bernard de (1670 Dordrecht oder Rotterdam – 21.1.1733 Hackney bei London). M. promovierte in Leiden zunächst in Philos. und dann in Medizin, praktizierte für kurze Zeit als Arzt für Magen- und Nervenleiden in Rotterdam und lebte dann als Arzt und Schriftsteller in London. 1704 verzichtete er auf das Adelsprädikat in seinem Namen. 1705 veröff. M. anonym das allegorische Gedicht »The Grumbling Hive: Or, Knaves Turn'd Honest«: Ein wohlhabender Bienenstock (die engl. Nation…

Manegold

(163 words)

Author(s): Hartmann, W.
[English Version] von Lautenbach (nur in der Zeit von 1085 bis 1103 sicher bezeugt; am 24.1. ? gest.). Richard von Cluny (um 1160) kennt einen Wanderlehrer M., der mit Frau und Töchtern umhergezogen sei. Dieser dürfte mit M. identisch sein, der 1085 durch Anhänger Heinrichs IV. aus dem Stift Lautenbach im Elsaß vertrieben wurde. M. floh ins Stift Rottenbuch; zuletzt war er Propst im 1089 gegründeten Stift Marbach im Elsaß. – M. vf. 1085 zwei Schriften: Im »Liber contra Wolfelmum« werden die Lehren …

Manessier

(205 words)

Author(s): Sauterel, V.
[English Version] Manessier, Alfred (5.12.1911 St-Ouen, Départment Somme – 1.8.1993 Orléans), franz. Maler und Graphiker. M.s künstlerisches Schaffen ist von Vielseitigkeit geprägt: Malerei, Glasmalerei, Lithographie, Mosaik, Tapisseriekartons, Bühnendekoration. Mit 18 Jahren studierte er Architektur an der Ecole des Beaux Arts in Paris und besuchte mehrere Malerakademien. 1943 zog sich M. nach Soligny zur spirituellen Einkehr zurück, was sich prägend auf sein späteres Leben und Schaffen als rel. M…

Manetho

(10 words)

[English Version] ManethoAntisemitismus/Antijudaismus: II. Griechisch-römische Antike

Mangel

(371 words)

Author(s): Murken, S.
[English Version] Mangel, religionswissenschaftlich. Durch die Fähigkeit des selbstreflexiven Bewußtseins kann der Mensch seine Begrenztheiten auf allen Ebenen seines Seins erkennen: Er ist endlich, begrenzt, veränderlich, abhängig und unvollkommen. Dieser Perspektive menschlicher Selbstwahrnehmung steht in fast allen Philos. und Rel. ein ontologischer Bereich gegenüber, der – frei dieser Begrenzungen – als unendlich, unbegrenzt, unveränderlich, absolut und vollkommen angesehen wird. Der in der philos. Anthropologie durch A.Gehlen geprägte Begriff vom M…

Mani

(322 words)

Author(s): Oort, J. van
[English Version] (14.4.216 bei Seleucia-Ctesiphon – 26.2.277 Bet Lapat, Gundešapur), Begründer des Manichäismus. Sein Vater hieß Pattīg oder Pattēg, seine Mutter wahrscheinlich Maryam. Die Behauptung, er stamme aus königlichem Geschlecht, ist vermutlich Legende. Bestätigt ist jedoch die Erzählung an-Nadīms (10.Jh.), daß M. unter Täufern in Mesopotamien heranwuchs. Der Kölner M.-Kodex beweist, daß es sich dabei um Elkesaiten handelte. Diese Herkunft mag M.s Beziehungen zum gnost. Christentum (Gno…

Manichäismus

(4,462 words)

Author(s): Oort, J. van
[English Version] I. Die Entdeckung des Manichäismus Relativ spät wurde der M., die nach Mani benannte Weltrel., zum Gegenstand ernsthafter Forschung. Im MA wurde der Begriff M. im Westen zwar gebraucht, allerdings überwiegend als polemische Bez. für abweichende Meinungen. Sowohl seitens der Kirche als auch vom Staat wurden verschiedenste Ansichten großzügig mit dem Etikett des M. versehen, auch wenn sie mit dem hist. M. nichts zu tun hatten. Auf diese Weise wurde versucht, gesellschaftliche und theol…

Manie

(479 words)

Author(s): Ziemer, J.
[English Version] bez. allg. einen Zustand starker psychischer Erregung, der oft mit gesteigertem Selbstgefühl und ungehemmtem Tatendrang verbunden ist. In seinem Ursprungssinn kann das griech. μανι´α/manía einerseits Raserei und Wahnsinn bedeuten, andererseits aber auch Formen außerordentlicher Gemütsbewegungen von der Liebe bis zum Zorn bezeichnen. In der antiken Religionsgesch. sind göttliche Personifikationen des Wahnsinns, die Maniai (nur im Plural!), bemerkenswert. Sie wurden am gleichnamigen Ort bei Megalopolis v…

Manierismus

(552 words)

Author(s): Zymner, R.
[English Version] . Unter M. kann man allg. alle Formen akrobatischer Zeigelust verstehen, die auf die Schaulust eines Publikums und dessen Reaktion auf eben diese demonstrativ-akrobatische Beherrschung von Formen, Techniken, Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten setzt. In Kunst und Literaturen wäre M. demnach ein Verfahren, durch demonstrative Artistik eine Rezipientenreaktion auf eben diese Artistik herauszufordern. Dabei gibt es verschiedene bereichsspezifische Modi des allg. Verfahrens. So i…

Manila Manifest

(278 words)

Author(s): Fiedler, K.
[English Version] . Das M.M. ist das Schlußdokument des Kongresses für Weltevangelisation in Manila (Lausanne II) im Juli 1989, organisiert vom Lausanner Komitee für Weltevangelisation (Evangelikale Bewegung: IV.). Lausanne II ähnelte in vielem Lausanne I (Lausanner Verpflichtung, 1974). Anders als 1974 war das wiederum von John Stott redigierte Resultat keine (individuelle) Verpflichtung, sondern als Manifest eine »öfftl. Erklärung von Überzeugungen, Absichten und Motiven«, die die Lausanner Verp…

Mann

(138 words)

Author(s): Schwarzkopf, M.
[English Version] Mann, Horace (4.5.1796 Franklin, MA – 2.8.1859 Yellow Springs, OH), studierte Jura, war 1827–1833 Abgeordneter im Repräsentantenhaus, 1835–1837 im Senat von MA, 1837–1848 Secretary des für die Erarbeitung von Vorschlägen zur Reform des Schulsystems zuständigen Board of Education von MA, 1848 Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses und 1853 Präsident des koedukativen, für alle Rassen offenen Antioch-College, Yellow Springs, OH. Als Secretary wirkte M. für die Entwicklung einer sta…

Mann

(8,935 words)

Author(s): Heller, B. | Gerstenberger, E.S. | Lichtenberger, H. | Greschat, K. | Markschies, C. | Et al.
[English Version] I. ReligionswissenschaftlichBislang liegen kaum explizite religionswiss. Studien zum Thema M. vor. Aufgrund des Androzentrismus (Androzentrik/Androzentrismus) herkömmlicher Forschung wurde zwar unter der Kategorie homo religiosus in der Regel Wissen über den rel. M. produziert, das aber heute aus der Perspektive der Genderforschung hinterfragt und neu bewertet wird. Aus diesem Blickwinkel erscheinen generalisierende Aussagen über M. und Frau (Frau und Mann) im Rahmen der Religion…

Manna

(10 words)

[English Version] MannaWüstenwanderung/Wüstenwanderungsüberlieferung

Männerarbeit der evangelischen Kirche

(427 words)

Author(s): Schröder, B.
[English Version] bez. im weiteren Sinn alle einschlägig-geschlechtsspezifischen erwachsenbildnerischen, seelsorgerlichen u. ä. Tätigkeiten im Raum der EKD, im engeren Sinn den gleichnamigen Dachverband (mit Sitz der Hauptgeschäftsstelle in Kassel). Geschichtlich wird an der Verwurzelung der M. in Vereinen des 19.Jh. die diakonische Dimension der M. erkennbar; an Initiativen von Kirchenvertretern wie W.Zoellner oder Johannes Müller (-Schwefe; 1874–1955) sowie an Männerwerk und Männerdiensten tritt das volksmissionarische A…

Männerbund

(322 words)

Author(s): Brunotte, U.
[English Version] . Der Volkskundler Heinrich Schurtz begründete 1902 durch seine Studie »Altersklassen und Männerbünde« die ethnologische Forschung über Zusammenschlüsse von Männern in indigenen Gesellschaften. Er systematisierte von Männern getragene, »freiwillige«, soziale Organisationsformen, die neben »natürlichen« Verwandtschaftsgruppen wie Familie oder Sippe stehen: Altersklassen, Männerhäuser, Clubs und Geheimbünde. Diese evolutionistische Hierarchie wurde in der neueren Forschung widerleg…

Männerwerk

(233 words)

Author(s): Schröder, B.
[English Version] . Der Begriff bez. bis in die Gegenwart Organisationen der Männerarbeit im Raum der ev. wie der kath. Kirche (im Unterschied zu derjenigen in christl. Vereinen; z.B. M. der Ev. Landeskirche in Württemberg). Im bes. ist M. verkürzte Bez. des »Deutschen Evangelischen Männerwerkes« (DEMW), das am 10.11.1933 auf Initiative der Reichskirchenleitung gegründet wurde. Es schloß die bis dahin in Vereinen (z.B. Arbeitervereinsbewegung, ev.), z.T. auch unter dem Dach der Inneren Mission (so der 1915 gegründete »Kirchl. Män…

Mannhardt

(282 words)

Author(s): Tybjerg, T.
[English Version] Mannhardt, Johann Wilhelm Emanuel (26.3.1831 Friedrichstadt, Schleswig, damals Dänemark – 25.12.1880 Danzig), Mythologe und Volkskundler. Der Sohn eines mennonitischen Predigers studierte von 1851 an in Berlin, ab 1853 an in Tübingen Germanistik, Sanskrit und Gesch. (1854 Promotion, 1857 Habil.). 1863–1873 war M. Bibliothekar an der Danziger Stadtbibliothek. M. wurde durch J.Grimms »Dt. Mythologie« sowie vergleichende Naturmythologen wie Adalbert Kuhn, F.M. Müller und Wilhelm Schwar…

Mannheim

(147 words)

Author(s): Wohlrab-Sahr, M.
[English Version] Mannheim, Karl (27.3.1893 Budapest – 9.1.1947 London). 1930–1933 Prof. für Soziologie in Frankfurt/M., emigrierte 1933 nach London und lehrte an der London School of Economics. M. begründete eine Wissenssoziologie, der zufolge die Beziehung zw. Wissen und Gesellschaft als Ausdrucksbeziehung zu verstehen ist. Im krit. Anschluß an K.Marx und W.Dilthey ging es ihm darum, »Denkstile« als in Weltanschauungssystemen verankert aufzuweisen, die bestimmten Wirtschafts- und Herrschaftssyste…

Mannheimer

(176 words)

Author(s): Silber, M.K.
[English Version] Mannheimer, Isaak Noa (17.10.1793 Kopenhagen – 18.3.1865 Wien), Reformprediger (Reformjudentum) in Wien. M. plädierte für rel. Reformen in Kopenhagen und predigte in den Reformtempeln von Berlin, Hamburg und Leipzig, bevor er 1824 nach Wien eingeladen wurde. Dort wandte er sich von den Tempelreformen (liturgische Veränderungen, Orgelmusik [Orgel]; s.a. Judentum: III.) den gemäßigten ästhetischen Innovationen des Westfälischen Konsistoriums zu. Er setzte sich dafür ein, daß die Gebe…

Manning

(280 words)

Author(s): Arx, J. v.
[English Version] Manning, Henry Edward (15.7.1808 Totteridge, England – 14.1.1892 London). Kath. Kardinal und zweiter Erzbf. von Westminster. M., von Herkunft Anglikaner, begann nach dem Studium in Oxford seine kirchl. Laufbahn in der Church of England und wurde bald Rektor von Lavington und Archidiakon in Chichester. Stark beeinflußt durch die Oxford-Bewegung konvertierte er 1851 zum röm. Katholizismus, wurde Priester und Probst des Metropolitan Chapter von Westminster. 1865 folgte er Kardinal N.W…

Mann, Thomas

(949 words)

Author(s): Marx, F.
[English Version] (6.6.1875 Lübeck – 12.8.1955 Zürich) I. Leben M. wuchs mit vier Geschwistern in einer großbürgerlichen Lübecker Kaufmannsfamilie auf. Nach dem Tod des Vaters (1891) wurde das Familienunternehmen liquidiert. Drei Jahre später beendete M. seine Schullaufbahn ohne Abitur und zog nach München, dem Lebensmittelpunkt für die nächsten vier Jahrzehnte. Auf den lit. Durchbruch mit dem Roman »Buddenbrooks« (1901) folgte 1905 die Eheschließung mit der Professorentochter Katja Pringsheim, mit de…

Mann und Frau

(18 words)

[English Version] Mann und FrauFrau und Mann

Mansi

(167 words)

Author(s): Campi, E.
[English Version] Mansi, Giovanni Domenico (16.2.1692 Lucca – 27.9.1769 ebd.), Regularkleriker der Congregatio Matris Dei, lehrte zunächst Moraltheol. in Neapel, wirkte dann als theol. Berater des Erzbf. Colloredo in Lucca, wo er eine Akademie für Kirchen- und Liturgiegesch. gründete. 1765 wurde er Erzbischof von Lucca. Von der Bildung und dem Sammeleifer M.s, aber auch von Mangel an Kritik und eigenem Urteil zeugen Umfang und Breite seiner Herausgeber- und Übersetzertätigkeit (u.a. Herausgabe und K…

Manson

(198 words)

Author(s): Hooker, M.D.
[English Version] Manson, Thomas Walter (22.7.1893 North Shields, Northumberland – 1.5.1958 Milnthorpe), Neutestamentler und presbyterianischer Geistlicher. Nach Ausbildung an den Universitäten Glasgow und Cambridge und Seelsorgetätigkeit wurde M. 1932 Dozent am Mansfield College, Oxford, und war von 1936 bis 1958 Prof. für Bibl. Exegese an der Universität Manchester. 1953 fungierte er als Moderator der Presbyterianischen Kirche Englands. Er war Mitbegründer der Societas Novi Testamenti Studiorum (1…

Mantegna

(233 words)

Author(s): Buttler, K.
[English Version] Mantegna, Andrea (1430/31 Isola di Carturo, heute Provinz Padua – 13.9.1506 Mantua), einer der bedeutendsten ital. Maler und Kupferstecher des 15.Jh. Nach der Ausbildung bei Francesco Squarzione (1442–1448) war M. selbständig in Padua tätig, wo er die Ovetari-Kapelle in der Eremitani-Kirche ausmalte (1448–1457). Als Hofmaler der Gonzaga in Mantua lieferte er ab 1460 neben rel. Gemälden zahlreiche, die Herzogsfamilie verherrlichende Werke profaner antikisierender und mythologischer…

Mantik

(8 words)

[English Version] MantikDivination/Mantik

Manton

(152 words)

Author(s): Ehrenschwendtner, M.
[English Version] Manton, Thomas (1620 Lydeard St. Lawrence – 18.10.1677 London). Der Sohn eines Geistlichen begann nach seinem Studium in Wadham College, Oxford (B.A. 1639) mit seiner Predigttätigkeit und wurde schon bald unbestrittener Führer der Presbyterianer in London. M. stieg zum Scriba der Westminster-Synode auf und predigte mehrfach vor dem »Langen Parlament«. Nach dem Sturz O.Cromwells sympathisierte er mit der Restauration unter Charles II., doch als sich die Hoffnungen der Nonkonformist…

Mantra

(351 words)

Author(s): Gengnagel, J.
[English Version] (Sanskrit, »Denkwerkzeug«), als Gebets- oder Anrufungsformeln rezitiert, gemurmelt oder im Geiste gesprochene sprachlich-formelhafte Äußerungen. Die Ursprünge von M. liegen in der indischen Kultur; Bedeutung und Funktion sind geprägt durch den Glauben an die Kraft und Wirksamkeit des gesprochenen Wortes. Neben den aus metrischen Passagen der Veden stammenden M. finden sich tantrische M. (Tantrismus), gekennzeichnet durch die für ihre Wirksamkeit bedeutsame »Keimsilbe« (bīja). Im…

Manuel

(174 words)

Author(s): Dellsperger, R.
[English Version] Deutsch, Niklaus (Künstlerinitialen N.M.D.; um 1484 Bern – 28.4.1530 ebd.) trat als Maler (bedeutende Altarretabeln) und im Text zu seinem Totentanz von 1516/1519 als staats- und kirchenkrit. Dichter hervor. Die Erfahrung, die er 1522 als Söldner in Oberitalien machte, trug zu seiner reformatorischen Wende bei. Mit den Fastnachtsspielen »Vom Papst und seiner Priesterschaft« und »Von Papsts und Christi Gegensatz« (1523) war der Bruch mit Rom vollzogen. Von Luther und Zwingli gepräg…

Manuel I.

(170 words)

Author(s): Lilie, R.J.
[English Version] Manuel I., byz. Kaiser seit 28.11.1143 (28.11.1118 Konstantinopel – 24.9.1180 ebd.), jüngster Sohn Johannes I. Komnenos, dem er 1143 nach dem Tod seiner beiden ältesten Brüder auf den Thron folgte, obwohl sein älterer Bruder Isaak noch am Leben war. M. war in erster Ehe mit Bertha von Sulzbach (1146–Anfang 1160, eine Tochter: Maria) verheiratet, nach deren Tod mit Maria von Antiochien (ein Sohn: Alexios II.). Das Urteil über seine Herrschaft ist widersprüchlich. Einerseits blühte…

Manz

(214 words)

Author(s): Campi, E.
[English Version] Manz, Felix (um 1500 – 5.1.1527 Zürich), neben K.Grebel und Jörg Blaurock (um 1492–1529) die führende Gestalt der Zürcher Täufer. Sohn eines Großmünster-Chorherrn, humanistisch gebildet; schloß sich früh dem Kreis reformgesinnter Geistlicher und Laien an, die sich um Zwingli scharten. Bereits im Herbst 1523 bahnte sich ein erkennbarer Riß über Fragen der Kirchenzucht zw. dem Reformator und seinen Weggenossen Grebel und M. an. Zum Bruch kam es, als sie ihre Kritik v.a. auf die Kind…

Manzoni

(271 words)

Author(s): Lampart, F.
[English Version] Manzoni, Alessandro (7.3.1785 Mailand – 22.5.1873 Brusuglio bei Mailand), ital. Dichter. Infolge der frühen Trennung seiner Eltern, des Grafen Pietro M. und der Giulia Beccaria (Tochter Cesare Beccarias) wurde M. bis 1800 in rel. Internaten erzogen, wo er einen liberalen Antiklerikalismus entwickelte. Von 1805–1810 lebte M. in Paris und hatte dort Kontakte mit den aufklärerischen »Ideologues«. Nach der Heirat mit der Genfer Calvinistin Enrichetta Blondel (1808) erfolgte ihre und s…

Maori

(566 words)

Author(s): Orbell, M.
[English Version] Maori, Ureinwohner Neuseelands (seit ca.900–1400 n.Chr.) polynesischer (Polynesien) Herkunft, die sich v.a. auf der Nordinsel, wo sie auch heute noch überwiegend zu finden sind (um Auckland), ansiedelten. Die M. leben in Stammesverbänden zus., die sich gegenseitig bekriegen konnten. In der Kosmologie der M. war der Himmel der erste Vater, Rangi (oder Himmel) genannt, und die Erde, Papa (oder Fundament) genannt, die erste Mutter. Jedes Seiende in der Welt, ob Ozean, Pflanzen, Felsen, Vögel und Menschen, galt als lebe…

Maphrian

(136 words)

Author(s): Hage, W.
[English Version] (syr. map̄ryānā, »Befruchter«, d.h. Ordinator) hieß seit dem 11./12.Jh. der »Metropolit des Ostens« (gelegentlich auch Katholikos), der seit 628/29 (Marouta von Tagrit) den (ehem.) pers. Ostteil der Syr.-Orth. Kirche (Syrien: V.,2.,b) leitete. Hier zunächst selbständiger Vertreter des Patriarchen, geriet er bald ganz unter dessen Jurisdiktion als Träger schließlich eines bloßen Ehrentitels, der 1860 aufgehoben wurde (dann aber unter den syr.-orth. Thomaschristen wieder auflebte)…

Mapuche

(992 words)

Author(s): Degarrod, L.N.
[English Version] Mapuche, Sprach- und Kulturgruppe der südamer. Indianer (: II.,6.). Die M. oder »Menschen des Landes« leben in Chile und Argentinien; die Mehrheit der Bevölkerung ist in Südchile ansässig. In Chile leben die M. in Reservaten in der Region zw. dem Río Choapa und Chiloé, in Argentinien v.a. in der Provinz Neuquén. Die von den M. gesprochene Sprache heißt Mapudungun. In einem Mythos erzählen die M. von ihrem Ursprung. Danach entstanden sie als Ergebnis einer durch die Kräfte des Bösen (kai kai) verursachten Flut. Die Kräfte des Guten (tren…

Marahrens

(278 words)

Author(s): Nicolaisen, C.
[English Version] Marahrens, August (11.10.1875 Hannover – 3.5.1950 Loccum), D., war 1904 Schloßprediger in Hannover, 1909 Studienleiter am Predigerseminar Erichsburg, 1919 Superintendent in Einbeck, 1922 Generalsuperintendent in Stade und 1925–1947 hannoverscher Landesbischof, seit 1928 zugleich Abt von Loccum, 1933–1946 zugleich Vorsitzender der Allg. Ev.-Luth. Konferenz und 1933–1945 Präsident des Luth. Weltkonvents. Als Repräsentant des dt. Luthertums und dienstältester dt. Landesbischof wurde …

Maranatha

(293 words)

Author(s): Collins, R.
[English Version] . Die antike liturgische Formel »M.« (griech. μαρα´να ϑα´ bzw. μαρα`ν α᾿ϑα´ findet sich in zwei frühchristl. Texten. Am Ende des 1Kor wird sie in Verbindung mit dem Anathema »laßt ihn verflucht sein« (1Kor 16,22) erwähnt, und in der Didache (Did 10,6) wurde sie dem Eucharistiegebet hinzugefügt. Die patr. Lit. verwendet sie meist in Anspielungen auf 1Kor 16,22. Die genaue Bedeutung der urspr. Formel kann nur schwer erschlossen werden. Sie entstand durch die Transliteration eines aram. Ausdru…

Marbach

(256 words)

Author(s): Hasse, H.
[English Version] Marbach, Johannes (14.4.1521 Lindau – 17.3.1581 Straßburg). 1536 Besuch der Schule in Straßburg, 1539 Studienbeginn in Wittenberg, am 22.6.1541 Ordination für ein Predigtamt in Jena, nach wenigen Monaten Wechsel nach Isny; dort studierte er bei P.Fagius Hebr., dessen Stelle er nach der Promotion zum Dr.theol. in Wittenberg am 16.2.1543 übernahm. 1545 wurde er Prediger an St. Nikolai in Straßburg; 1552 trat er als Präsident des Kirchenkonvents die Nachfolge von K.Hedio an. Als Prof…

Marbeck

(216 words)

Author(s): Leppin, V.
[English Version] Marbeck, Pilgram (ca.1495 Rattenberg, Tirol – 1556 Augsburg). In seiner Heimatstadt erlangte M. 1525 das Amt des Bergrichters. Dem Ansinnen, in dieser Funktion täuferische Betätigung zu unterbinden, widersetzte sich M. Er gab sein Amt nach der Hinrichtung des täuferischen Predigers Leonhard Schiemer 1528 auf und ließ sich vermutlich selbst in Krumau (Böhmen) taufen. 1528 als Bürger in Straßburg aufgenommen, wurde er hier mit einer myst. geprägten Theol. der Leidensnachfolge, die d…

Marburger Mission

(121 words)

Author(s): Grundmann, C.H.
[English Version] . Die »MM GmbH«, die Rechtsnachfolgerin der ehem., in der westpreußischen Erweckungsbewegung (Theophil Krawielitzki, 1866–1942) wurzelnden »Vandsburger Missions-GmbH« (1937–1951), die ihrerseits die aus der seit 1909 bestehenden Zusammenarbeit mit der China-Inland-Mission 1928 hervorgegangene »Yünnan-Mission« beerbt hatte, ist ein Werk des ebenfalls von Krawielitzki mitbegründeten »Dt. Gemeinschafts-Diakonieverbandes« (DGD). Ihre etwa 100 Mitarbeiter, die mit einem Budget von run…

Marburger Religionsgespräch

(11 words)

[English Version] Marburger ReligionsgesprächReligionsgespräche

Marburg, Universität

(890 words)

Author(s): Schneider, H.
[English Version] . Die durch Landgraf Philipp von Hessen 1527 als erste ev. Hochschulgründung errichtete Universität (erst im 20.Jh. »Philipps-U.«) war eine Folge der Reformation in Hessen, entsprach zugleich einem territorialen Bedürfnis und diente der Verdichtung der Landesherrschaft. Die Einrichtung eines »studium universale« erfolgte im Rahmen eines reformatorisch-humanistischen Bildungsprogramms und ohne die übliche päpstl. Privilegierung; die kaiserliche Bestätigung – und damit der anerkannte Universitä…

Marc

(240 words)

Author(s): Renftle, B.R.
[English Version] Marc, Franz (8.2.1880 München – 4.3.1916 Verdun), dt. Maler und Zeichner, Hauptvertreter des dt. Expressionismus, Mitbegründer des »Blauen Reiter«; studierte an der Akademie in München unter Gabriel v. Hackl (1843–1926) und Wilhelm v. Diez (1839–1907), 1905/1907 reiste er nach Paris. M. befreundete sich 1910 mit August Macke (1887–1914), 1911 trat er der »Neuen Künstlervereinigung« in München bei und gründete noch im selben Jahr zusammen mit W.Kandinsky den »Blauen Reiter«. Bis zu…

Marc Aurel

(486 words)

Author(s): Klein, R.
[English Version] (urspr. Marcus Annius Verus; 26.4.121 – 17.3.180 Vindobona bzw. Sirmium, Donau), letzter Vertreter des humanitären Kaisertums (161–180). Einer in Spanien ansässigen provinzialröm. Familie entstammend, von Hadrian wegen seines ernsten, untadeligen Charakters bereits als zukünftiger Herrscher ausersehen, von Antoninus Pius adoptiert, regierte zunächst zus. mit Lucius Verus, nach dessen Tod (169) als Alleinherrscher. Seine Regierung war geprägt von harten Abwehrkämpfen gegen äußere…

Marcel

(445 words)

Author(s): Splett, J.
[English Version] Marcel, Gabriel (7.12.1889 Paris – 8.10.1973 ebd.), Philosoph, Dramatiker, einflußreicher Theaterkritiker, Vertreter einer christl. Existenzphilosophie von großer Wirkung, nach 1945 auch außerhalb Frankreichs, bes. in Deutschland. Er denkt weniger syst. (auch nicht, 1929 kath. geworden, thomistisch-scholastisch) als – angeregt durch H.Bergson, F.W.J.Schelling, S.T.Coleridge und J.Royce – aus biogr. fortschreitender Reflexion des realen Lebensvollzugs (Journal métaphysique). In imm…

Marcella

(135 words)

Author(s): Letsch-Brunner, S.
[English Version] (ca.335–410/11), röm. Aristokratin, weigerte sich als junge Witwe, wieder zu heiraten und gründete auf dem Aventin in Rom eine Frauengemeinschaft, um ein asketisches Leben zu führen. Für die Jahre 383/385 gewann sie Hieronymus als Lehrer. Seine an sie adressierten Briefe 23–29; 32; 34; 37; 40–44; 46 (in Bethlehem im Namen von Paula und Eustochium vf.); 59 und 97 (an M. und Pammachius adressiert) zeugen vom hohen intellektuellen Niveau M.s. Er erwähnt sie auch im Gal- und Eph-Kom…

Marcellinus

(172 words)

Author(s): Holze, H.
[English Version] Marcellinus, römischer Bischof 30.6.295(296) – 25.10.304. Sein Pontifikat markiert »ein schwarzes Kapitel in der Gesch. der röm. Kirche« (Caspar 98). Im Liber pontificalis wird er an 30. Stelle erwähnt. In vielen Verzeichnissen des 4./5. Jh. aber fehlt sein Name, und seine Amtszeit wird der seines Nachfolgers Marcellus I. zugerechnet. Anlaß ist ein Fehlverhalten während der diokletianischen Verfolgung (Christenverfolgungen: I.): »Er wurde zum Opfer geführt, damit er räucherte, was …

Marcellus I.

(145 words)

Author(s): Holze, H.
[English Version] Marcellus I., römischer Bischof 27.5./26.6.308–16.1.309. Nach mehrjähriger, durch die Verfolgungen bedingter Vakanz wurde M. Nachfolger des Marcellinus. Dem Liber pontificalis zufolge ist er von röm. Herkunft. Als Bischof veranlaßte M. eine Neuordnung der röm. Gemeinde und macht »25 Titel in Rom gleichsam zu Sprengeln wegen der Taufe und der Buße vieler, welche sich von den Heiden bekehrten, und wegen der zu bestattenden Märtyrer« (LP 164). Seine sittliche Strenge führte jedoch zu …

Märchen

(1,482 words)

Author(s): Lampart, F. | Hartinger, W. | Halbfas, H.
[English Version] I. Literaturwissenschaftlich Das M. (Diminutivform zum mhd. Substantiv maere, »Kunde«, »Nachricht«, »Erzählung«; Gattungsbegriff seit dem 16.Jh.) als ein Grundtypus der lit. Erzählung ist durch die Präsenz des Phantastischen, Wunderbaren, Übernatürlichen charakterisiert. Verfasser sowie Entstehungsbedingungen des M. sind unbekannt, im Lauf der mündlichen Überlieferung unterliegt es Variationen und Umgestaltungen, nur der Erzählkern bleibt stabil. Die moderne Vorstellung von Volksm…

Marcion/Marcioniten

(6 words)

[English Version] Marcion/MarcionitenMarkion/Markioniten

Marco Polo

(172 words)

Author(s): Knefelkamp, U.
[English Version] (1254 Venedig – ca.1325 ebd.), berühmter Chinareisender. Aus einer Kaufmannsfamilie stammend, ging M.P. 1271 als 17-Jähriger mit seinem Vater Niccolò und seinem Onkel Maffeo über Persien nach China. Der mongolische Herrscher Kubilai-Khan soll ihn an seinen Hof geholt und ihn in diplomatischer Mission nach Südchina geschickt haben. Nach seiner Rückkehr (1295) heiratete er eine Frau aus dem venezianischen Patriziat, mit der er drei Töchter hatte. In einer Seeschlacht wurde M.P. ge…

Marcuse

(276 words)

Author(s): Breuer, S.
[English Version] Marcuse, Herbert (19.7.1898 Berlin – 29.7.1979 Starnberg), Philosoph. Promotion 1922 über den dt. Künstlerroman, Fortsetzung des Studiums bei E.Husserl und M.Heidegger in Freiburg, 1932 bis 1943 Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt und New York, Tätigkeit im State Department, seit 1954 Prof. für Politikwiss. an verschiedenen amer. Universitäten. Das Lebenswerk ist charakterisiert durch den Versuch, die konstant festgehaltene Grundorientierung an zentralen Asp…

Marduk

(319 words)

Author(s): Sommerfeld, W.
[English Version] Marduk, urspr. rein lokaler Stadtgott von Babylon, später Landesgott von Babylonien und höchster Gott in der Rel. Mesopotamiens. Die Bedeutung des Namens ist dunkel. Bei der etablierten sum. Erklärung als »Junges des Sonnengottes« handelt es sich wohl um eine sekundäre Etymologie. Die Entwicklung des M.-Kultes, die in der Religionsgesch. Mesopotamiens ohne jede Parallele ist, war untrennbar verbunden mit dem polit. Aufstieg Babylons von einer kleinen Siedlung zur Metropole eines …

Maréchal

(258 words)

Author(s): Ricken, F.
[English Version] Maréchal, Joseph (1.7.1878 Charleroi – 11.12.1944 Löwen), trat 1895 in den Jesuitenorden (Jesuiten) ein. Er studierte Philos., Theol., Psychologie und Zoologie und promovierte 1905 an der Universität Löwen zum Docteur en Science. Von 1919 bis 1935 war er Prof. für Philos. am Jesuitenkolleg Louvain-Eegenhoven. M. entwickelt in Bd.5 seines Hauptwerks eine Synthese der Kantischen Erkenntniskritik mit der Erkenntnismetaphysik des Thomas von Aquin; er will durch eine Vertiefung von I. …

Maresa

(323 words)

Author(s): Lemaire, A.
[English Version] Maresa, heute Tell Sandahannah, 38 km südwestlich von Jerusalem, identifiziert aufgrund von Eusebius' von Caesarea Onomastikon und einer griech. Inschrift, in der eine sidonische Gemeinde erwähnt wird, »die in Marisa wohnt«. M. ist eine Stadt der Sefela in Jos 15,44, angegliedert an Kaleb (1Chr 2,42) und Juda (1Chr 4,21). Mi 1,15 kündigt deren Eroberung durch Assyrien an. Die Erwähnung in 2Chr (11,8; 14,8.9; 20,37) ist ein Indiz für M. Bedeutung zur Abfassungszeit. Rehabeams ange…

Maresius

(155 words)

Author(s): Strohm, C.
[English Version] (des Marets), Samuel (9.8.1599 Oisemont, Picardie – 18.5.1673 Groningen), wurde nach Studium in Paris, Saumur und Genf 1620 Pfarrer in Laon, 1624 in Falaise. Seit 1625 Prof. in Sedan, ging er 1631 als wallonischer Pfarrer nach Maastricht, 1636 als Pfarrer und Prof. nach Herzogenbusch und schließlich 1643 als Prof. nach Groningen, wo er 1652 auch Pfarrer wurde. Seine Werke sind überwiegend kontroverstheol. Natur (Kontroverstheologie). Bis 1636 wandte er sich primär gegen Rom, dann t…

Marezoll

(138 words)

Author(s): Schröder, B.
[English Version] Marezoll, Johann Gottlob (25.12.1761 Plauen – 15.1.1828 Jena). Nach Studium der Philos. und Theol. in Leipzig (1775–1783) und Hauslehrertätigkeit wurde er 1789 Universitätsprediger, 1790 a.o. Prof. in Göttingen. 1794 in Helmstedt promoviert, wurde er im selben Jahr Hauptpastor der dt. Gemeinde in Kopenhagen. Seit 1803 war er auf Vermittlung J.G.Herders als Konsistorialrat, Superintendent und Stadtkirchenpfarrer in Jena tätig. – M.s Wirkung beruht v.a. auf seinen häufig auch veröff.…

Margareta

(158 words)

Author(s): Barone, G.
[English Version] von Cortona (um 1247 Laviano – 22.2.1297 Cortona). Nach der Ermordung des jungen adeligen Mannes, mit dem M. eine zehnjährige Beziehung gehabt hatte, begab sie sich nach Cortona, wo sie sich um 1272–1274 mit ihrem unehelichen Sohn niederließ. M. führte ein asketisches Leben und widmete sich einer karitativen Tätigkeit. Wenige Jahre später wurde sie Franziskanerterziarin (Terziaren/Terziarinnen), und seit 1288 lebte sie als Einsiedlerin bei der Kirche S.Basilio, wo sie 1297 begrabe…

Margarete

(156 words)

Author(s): Baum, W.
[English Version] von Österreich (10.1.1480 Brüssel – 1.12.1530 Mecheln). Die Tochter Maximilians I. und der Maria von Burgund wurde als Kleinkind 1482 mit Karl (VIII.) von Frankreich vermählt, der sie jedoch 1493 wieder an den Vater zurückschickte. 1497 kam sie nach Spanien, wo sie den Thronfolger Juan heiratete, der wenige Monate später starb. 1499 kehrte sie in die Niederlande zurück; 1501 heiratete sie Herzog Philibert von Savoyen (gest.1504). 1507 übernahm sie nach dem Tod ihres Bruders Philip…

Margaretha

(120 words)

Author(s): Unterburger, K.
[English Version] . Sie fand nach der legendarischen Passio des Theotimos in Antiochia unter Diokletian (Christenverfolgung: I.) das Martyrium. Als Tochter eines heidnischen Priesters hielt sie an Glauben und Jungfräulichkeit fest und wurde nach dem Kampf mit den Teufeln und wunderbar überstandenen Martern schließlich enthauptet. Im Osten früh verehrt, gelangte ihr Kult bereits im Früh-MA in den Westen. Im Spät-MA erlangte sie als eine der 14 Nothelfer große Popularität. Sie wird als Siegerin über den höllischen Drachen dargestellt und v.a. in Geburtsnöten angerufen. Klaus Unt…

Marginalität

(429 words)

Author(s): Lipp, W.
[English Version] . M. bez. die soziale Lage von Außenseitern, Randgruppen, auch Extremisten, die ihr Dasein im Schatten von »Grenzen« (vgl. Simmel) einrichten (z.B. Asylanten), Grenzidentität entwickeln (z.B. rel. Sekten) und, je nach Bindewirkung, die die Gesellschaft noch ausübt, auch »über die Grenze gehen« (z.B. Sezessionisten, Häretiker [Häresie], Apostaten). Soziologisch gesehen ist M. Ergebnis sozialer Konstruktion. Von der Mitte (dem »Zentrum«) einer Gesellschaft aus hin zu den Rändern (d…

Marguerite Porète

(230 words)

Author(s): Leicht, I.
[English Version] (ca.1250/1260 evtl. in Valenciennes – 1.6.1310 Paris). Sie wurde als Häretikerin hingerichtet, nachdem ihre myst.-theol. Schrift zum ersten Mal bereits um 1300 von der Inquisition verurteilt worden war. – Über ihr Leben ist fast nichts bekannt. M.P. gehörte zu den Beginen und zeichnete sich durch eine hohe Bildung aus, die weltl. und theol. Wissen umfaßte. Ihr Werk lehrt das Zu-Nichts-Werden der Seele, an deren Stelle allein die göttliche Liebe treten soll. Die Mystik (: III.,3.…

Margull

(249 words)

Author(s): Weiße, W.
[English Version] Margull, Hans Jochen (25.9.1925 Tiegendorf bei Danzig – 26.1.1982 Hamburg), Studium in Greifswald, Halle, Mainz und New York, Promotion 1958, Habil. 1960, 1961 Referatsleiter für Fragen der Verkündigung beim Ökumenischen Rat der Kirchen, 1965–1967 Gastdozentur in Kyoto und Tokio, ab 1967 Prof. für Missionswissenschaft und ökum. Beziehungen der Kirchen an der Universität Hamburg, zusätzlich ab 1971 Vorsitzender der Dialogabteilung im ÖRK. M. erarbeitete ein auf die Wirklichkeit geri…

Marheine(c)ke

(344 words)

Author(s): Graf, F.W.
[English Version] Marheine(c)ke, Philip(p) Konrad (1.5.1780 Hildesheim – 31.5.1846 Berlin), Theologe und Kirchenhistoriker. Seit 1798 Studium der ev. Theol. und Philos. in Göttingen bei G.J.Planck, Ch.F.v.Ammon, K.F.Stäudlin und J.G.Eichhorn. 1803 Promotion zum Dr. phil. in Erlangen. 1804 Repetent am Ev. Seminar, 1805 a.o. Prof. für Kirchengesch. und Universitätsprediger in Erlangen. 1807–1811 Prof. für NT, Praktische Theol. und Dogmatik in Heidelberg, seit 1811 an der neugegründeten Universität Ber…

Mari

(1,106 words)

Author(s): Sasson, J.M.
[English Version] I. Ausgrabung und Geschichte André Parrot fand M. 1933 auf dem Tell Hariri am rechten Ufer des Euphrats 50 km nördlich der irakischen Grenze. Parrot legte mehrere Tempel und einen Palast aus der MB-Zeit mit Tausenden von Tontafeln frei, entdeckte Tempel aus dem 3.Jt. mit Bronzestatuen und einen präsargonischen Palast. Seit 1979 konzentriert sich Jean Margueron auf Anlagen aus dem 3.Jt. Auf »Baustellen« außerhalb des Palastes wurden Archive entdeckt. Der Reichtum an Funden machte M. zu einem der am besten untersuchten mesopotamischen Stadtstaaten. 1.  Präsargon…

Maria

(166 words)

Author(s): Geyer, I.
[English Version] von Oigniès (1177 Nivelles – 23.6.1213 Oigniès). In einer wohlhabenden Patrizierfamilie im wallonischen Nivelles aufgewachsen, wurde M. im Alter von 14 Jahren verheiratet. Mit ihrem Mann, mit dem sie in einer Josephsehe lebte, pflegte sie im Willambrouxer Spital Leprakranke, bis sie 1207 nach Oigniès in eine dem dortigen Augustinerchorherrenstift angegliederte Beginengemeinschaft übersiedelte. Als Begine und Mystikerin verband sie Askese und Bußübungen mit visionär-ekstatischen El…

María

(169 words)

Author(s): Reboiras, F.D.
[English Version] (de Jesús) von Agreda (de Ágreda; 2.4.1602 Ágreda [Soria] – 24.5.1665 ebd.). In ihrem zu einem Klausurkloster franziskanischer Konzeptionistinnen umgewandelten Elternhaus wurde sie mit ihrer Mutter und Schwester Nonne und ab 1627 Äbtissin. Bekannt wurde sie durch ihren Einfluß auf den span. König Philipp IV., der mit ihr ab 1643 eine rege, 22jährige Korrespondenz (614 Briefe sind erhalten) führte, in der private und staatl. Probleme behandelt werden. Das postum 1670 veröff., umstrit…

Mariä Aufnahme in den Himmel.

(370 words)

Author(s): Scheffczyk, L.
[English Version] Das am 1.11.1950 von Pius XII. verkündete Dogma bildet den Abschluß der Biogr. Marias, die »nach Vollendung ihres Erdenlebens« des Gnadenprivilegs der ganz-menschlichen himmlischen Verklärung gewürdigt wurde (ohne Entscheidung der Frage nach ihrem Tod). Im Glaubensleben seit langem festgehalten, in der Liturgie gefeiert und durch die Befragung des Weltepiskopats gestützt, wirft die Definition v. a. die Frage nach ihrer offenbarungsgemäßen Begründung auf. Die Definitionsbulle bie…

Maria I.

(296 words)

Author(s): James, F.A.
[English Version] von England (Maria Tudor; 18.2.1516 Greenwich – 17.11.1558 London), Königin von England von 1553–1558, war das einzige überlebende Kind von Heinrich VIII. und dessen erster Frau, Katharina von Aragon. Das Auftauchen von Anne Boleyn hatte in letzter Konsequenz nicht nur Heinrichs Scheidung von Katharina, sondern auch die Trennung von Rom und schließlich die tiefe Demütigung von M. zur Folge. Sie wurde von der Thronfolge ausgeschlossen und 1536 formal gezwungen, die Unrechtmäßigkeit…

Maria Laach

(236 words)

Author(s): Zschoch, H.
[English Version] Maria Laach, Benediktinerabtei am Laacher See in der Vordereifel. Das Kloster Laach wurde um 1093 von Pfalzgraf Heinrich II. bei Rhein als Familienkloster gegründet, 1111/12 wurde es als Priorat der Abtei Afflighem (Flandern) unterstellt und damit dem »ordo cluniacensis« (Cluny) zugeordnet, 1135/1138 zur Abtei erhoben. Die weitgehend im ursprünglichen Zustand erhaltene romanische Kirche (Romanik), eine dreischiffige, doppelchörige Basilika, die in ihrer monumentalen Schlichtheit …

Maria Legio

(454 words)

Author(s): Ward, K.
[English Version] . Die auch als L.M. bekannte M.L.-Kirche in Kenia ist eine der größten Kirchen afrikanischer Gründung (African Instituted Churches, AICS) und eine Abspaltung von der röm.-kath. Kirche. Ihre Basis hat sie in Westkenia; sie dehnt sich aber bis in benachbarte Bezirke Tansanias aus. Die Mehrheit ihrer Anhänger gehört zum Volk der Luo. Die Kirche versteht sich selbst jedoch als multiethnische Gemeinschaft; zu ihr gehören Anhänger der Völker der Kisii und Luhya. Ihre Gemeinden liegen i…

Maria-Lionza-Kult

(269 words)

Author(s): Pollak-Eltz, A.
[English Version] . Der M.-L.-K. hat seine Wurzeln in den Lehren Allan Kardecs (1804–1869), die sich mit Konzepten der indianischen Mythologie und der afrokubanischen Santeria (Santería-Kult) vermischten. Der Kult, verbreitet v.a. in Venezuela, darüber hinaus auch in Kolumbien, ist durch äußere Einflüsse ständig im Wandel begriffen und hat utilitären Charakter. Man ruft die Geister, nicht um sie zu verehren, sondern damit sie sich in den Medien manifestieren und Rat erteilen. Der Sage nach war Mar…

Maria Magdalena

(976 words)

Author(s): Kitzberger, I.R. | Hartenstein, J. | Apostolos-Cappadona, D.
[English Version] I. Neues Testament Benannt nach ihrer Heimatstadt Magdala am Westufer des Sees Genezareth; vermutlich eine wohlhabende (Lk 8,2f.) Geschäftsfrau (Fischindustrie in Magdala=Tarichaeae bei Josephus) mit ausgedehnter Reisetätigkeit (daher die Herkunftsbez.; vgl.15,21.43). M. war offenbar unverheiratet (vgl. Mk 15,40; Lk 8,3; Joh 19,25) und ihr Alter unbekannt; sie gehörte evtl. zur gleichen Generation wie Maria, die Mutter Jesu (Sawicki). In allen vier Evv. wird sie als Nachfolgerin Je…

Maria, Mutter Jesu

(794 words)

Author(s): Kitzberger, I.R.
[English Version] M. teilt mit sieben (acht; s.u. II.) anderen Frauen im NT den zur Zeit des Zweiten Tempels häufigsten weiblichen Vornamen (vgl. Ilan; Mirjam, Maria Magdalena, Maria und Martha). Die Evv. bezeugen unterschiedliche Marienbilder und hist. Traditionen. I. Paulusbriefe Die Geburt (»Geworden-Sein«) Jesu aus einer Frau in Gal 4,4 ist der einzige Hinweis auf M. bei Paulus. Betont wird die irdisch-menschliche Existenz Jesu (vgl. Mt 11,11); von einer jungfräulichen Empfängnis und Geburt ist dabei nicht die Rede (vgl. auch Röm 1,3f.; Phil 2,6–11). II. Markusevangeliu…

Mariana, Juan de

(14 words)

[English Version] Mariana, Juan deMonarchomachen

Marianische Antiphonen

(433 words)

Author(s): Praßl, F.K.
[English Version] sind der Abschluß des täglichen kath. Stundengebets (: III.), gesungen nach der Komplet, nach dem dt. Stundenbuch auch nach der Vesper (: III.). Obschon die M. A. urspr. Psalmen- (Psalmen/Psalter: IV.) oder Magnificat-Antiphonen (Magnificat) waren, sind sie seit dem 12./13.Jh. selbständige psalmlose Gesänge – möglicherweise aus der Praxis der Kommemoration hervorgegangen –, mit denen Maria zur selben Abendzeit gegrüßt wird, in der nach ma. Glauben der Erzengel Gabriel sein χαι˜ρε/chaíre (Lk 1,28) gesprochen hat, ein tägliches Gedächtnis der Inka…

Marianische Kongregationen

(310 words)

Author(s): Eder, M.
[English Version] (MC; Sodalitäten), kath., bruderschaftsähnliche Vereinigungen, die ihre Mitglieder zum Wachstum im Glauben, zur rel. Gestaltung des Alltags und zum Apostolat in Kirche und Welt hinführen wollen. – Um die jesuitische Spiritualität (Jesuiten) auch Laien zugänglich zu machen, sammelte der Flame Jan Leunis SJ (1536–1584) 1563 am röm. Jesuitenkolleg eine Studentengruppe als erste M.K., die 1584 von Gregor XIII. unter Erhebung zur Mutterkongregation (»Prima Primaria«) aller M.K. kanon…

Marianisten

(172 words)

Author(s): Eder, M.
[English Version] (Societas Mariae, SM; auch Marienbrüder, Marianiten, Marianisti), 1817 in Bordeaux von Guillaume-Joseph Chaminade (selig, 1761–1850) zur Gründung und Führung Marianischer Kongregationen sowie zu pastoraler und schulischer Tätigkeit gegründet. Viertes Gelübde der »Stabilität« (Verpflichtung zur täglich erneuerten Hingabe an Maria). Da Priester, Lehr- und Arbeitsbrüder weithin gleichrangig miteinander leben, kommt den M. eine Sonderstellung unter den klerikalen Kongregationen zu. …

Mariannhill/Mariannhiller Missionare

(174 words)

Author(s): Eder, M.
[English Version] (Congregatio Missionariorum de M., CMM). 1882 gründete der Trappist Franz Pfanner (1825–1909) das Kloster (ab 1885 Abtei) M. bei Durban (Natal, Südafrika), in dem er als Abt die strenge Trappistenobservanz (Trappisten) mit Evangelisierung und umfassender Entwicklungshilfe zu verbinden suchte. Nach Diskrepanzen in Kommunität und Orden 1892 Amtsenthebung Pfanners (1893 Resignation), der 1885 die Mariannhiller Schwestern (Missionsschwestern vom Kostbaren Blut, CPS) gegründet hatte.…

Maria Stuart

(358 words)

Author(s): James, F.A.
[English Version] (8.12.1542 Linlithgow Palace – 8.2.1587 Fotheringhay Castle, Northamptonshire), Königin von Schottland. M. war sechs Tage alt, als sie die Thronfolge ihres Vaters Jakob V. antrat. 1548 schickte ihre Mutter, Maria von Guise, sie zur Erziehung und Ausbildung nach Frankreich; 1558 in erster Ehe mit Franz II. (König seit 1559) verheiratet. Nach dessen frühem Tod kehrte sie 1561 in ein durch J.Knox prot. geprägtes Schottland zurück, mit dem sie etliche heftige Auseinandersetzungen ha…
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