Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

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Māturīdī, Abū I-Manṣū al-Māturīdī

(22 words)

[English Version] Māturīdī, Abū I-Manṣū al-MāturīdīIslam: II. Lehre, 3. Islamische Theologie

Matutin

(11 words)

[English Version] MatutinStundengebet

Maulbronn

(160 words)

Author(s): Ehmer, H.
[English Version] (Enzkreis, Baden-Württemberg), ehem. Zisterzienserkloster, 1138 gestiftet in Eckenweiher (bei Mühlacker) durch Walter von Lomersheim, besiedelt von Neuburg (Unterelsaß), 1147 verlegt in das Salzachtal. Vogtei war bis 1504 die Kurpfalz, dann Württemberg. 1536 wurde M. im Zuge der Reformation aufgelöst, 1548 wiederbesiedelt. 1556 in eine ev. Klosterschule umgewandelt, wurde M. 1630–1648 durch das Restitutionsedikt wieder Zisterzienserkloster. 1567–1823 hatte M. einen ev. Abt, der …

Mau Mau

(481 words)

Author(s): Peterson, D.
[English Version] . Der M.M.-Aufstand war eine Erhebung der ökonomisch benachteiligten und polit. weitgehend rechtlosen afrikanischen Bevölkerung gegen das brit. Kolonialsystem in Kenia. Der Konflikt entzündete sich in den späten 40er Jahren des 20. Jh. an der Frage der Landverteilung. Die M.M.-Bewegung (Bez. der brit. Kolonialregierung), ein Geheimbund, war nicht länger bereit hinzunehmen, daß weiße (v.a. brit.) Siedler und die Kolonialregierung das fruchtbare und ertragreiche Hochland unter Auss…

Maupassant

(361 words)

Author(s): Krapoth, H.
[English Version] Maupassant, Guy de (5.8.1850 Fécamp [?] – 6.7.1893 Paris), einer der bedeutendsten franz. Schriftsteller in der Zeit des Naturalismus. Schulbildung in Yvetot und Rouen, nach abgebrochenem Jurastudium in Paris und Kriegsdienst Tätigkeit im Marine-, später im Unterrichtsministerium (1872–1880). Schon bei seinen ersten lit. Schreibversuchen geriet M. durch den Kontakt zu G.Flaubert unter den prägenden Einfluß dieses strengen Lehrmeisters der künstlerischen Form. Mit der Veröff. der No…

Maurenbrecher

(279 words)

Author(s): Hübinger, G.
[English Version] Maurenbrecher, Max (17.7.1874 Königsberg – 30.4.1930 Osthausen, Thüringen). M. studierte zuerst ev. Theol. in Tübingen, Berlin und Leipzig. Nach seinen theol. Examina wurde er nach einem Ergänzungsstudium der Volkswirtschaft, Philos. und Gesch. 1898 in Leipzig mit der Arbeit »Thomas von Aquino's Stellung zum Wirtschaftsleben seiner Zeit« zum Dr. phil. promoviert. Nach kurzer Zeit als Religionslehrer in Zwickau wurde er Generalsekretär im »Nationalsozialen Verein« von F.Naumann. 19…

Maurer

(187 words)

Author(s): Oelke, H.
[English Version] Maurer, Wilhelm (6.5.1900 Kassel – 30.1.1982 Erlangen), Kirchenhistoriker. Der Schüler H.Hermelinks wurde 1926 in Marburg zum Lic. theol. promoviert und habilitierte sich dort 1928 für Kirchengesch. Wegen seiner Nähe zur Bekennenden Kirche vom NS-Staat in seiner wiss. Karriere behindert, übte der Lutheraner weiterhin die 1926 aufgenommene Pfarrdiensttätigkeit im Kreis Marburg aus, seit 1949 als Propst. 1946 schließlich in Marburg zum apl. Prof. ernannt, hatte er 1951–1967 den Lehr…

Mauretanien

(680 words)

Author(s): Rebstock, U.
[English Version] . Die isl. Republik M. (Fläche 1026 Mio. km 2; ca.2,4 Mio. Einwohner, davon 99% Muslime und ca.0,5% röm.-kath. Christen) ist seit 28.11.1960 souveräner Staat mit (formalem) parlamentarischem Präsidialsystem. Die franz. Fremdbez. »Maurétanie«, abgeleitet vom röm. Provinzialnamen »Mauretania« (»Land der Dunkelhäutigen«), ersetzte geläufige territoriale Eigenbez. wie »bilād aš-Šanāqiṭa« (»Land der Leute von Šinqīṭ«) oder »bilād al-bīḍān« (»Land der Weißen«). M. ist geographisch und kulturgesch. ein Brückenland zw. dem arab. Maghreb und …

Mauriac

(262 words)

Author(s): Touzot, J.
[English Version] Mauriac, François (11.10.1885 Bordeaux – 1.9.1970 Paris). Nach strenger kath. Erziehung begegnete M. als Student Marc Sangnier und machte sich die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit zu eigen. Von seiner urspr. Absicht, die Ecole des Chartes in Paris zu besuchen, nahm er zugunsten einer schriftstellerischen Laufbahn Abstand. Der Dichter von »Les Mains jointes« (1909) zog später als Romanschriftsteller unaufhörlich den Zorn kirchl. Kritiker auf sich, die seine Nachsichtigkeit geg…

Maurice

(337 words)

Author(s): Carter, G.
[English Version] Maurice, Frederick Denison (29.8.1805 Normanston, Suffolk, England – 1.4.1872 Cambridge), anglik. Theologe. Unitarisch (Unitarier) erzogen, studierte M. zunächst Rechtswiss. in Cambridge, nach Abbruch des Studiums in Oxford Theol.; 1834 wurde er in der Church of England ordiniert. Nach dem Dienst in einer Kirchengemeinde und als Kaplan im Guy's Hospital in London wurde er 1840 zum Prof. für engl. Lit. und Gesch. am Londoner King's College ernannt. Sechs Jahre darauf wurde ihm dort …

Mauriner

(290 words)

Author(s): Faust, U.
[English Version] Mauriner, benediktinische Reformkongregation in Frankreich, die 1621 von Papst Gregor XV. und 1627 von Papst Urban VIII. bestätigt wurde. Ihr Ziel war zunächst, die schädlichen Einflüsse des Kommendenwesens zu beseitigen (Kommende). Anders als in der Regel Benedikts von Nursia sollten keine Äbte, sondern Prioren der Mitgliedsklöster und der Generalobere der Kongregation durch das Generalkapitel gewählt werden, was eine straffe Zentralisation des Klosterverbandes voraussetzte. All…

Mauritius

(458 words)

Author(s): Chazan-Gillig, S.
[English Version] . Die Vulkaninsel M. liegt im Indischen Ozean, ca.800 km östlich von Madagaskar und umfaßt eine Fläche von ca.1860 km 2. Wegen ihrer strategischen Lage an der Kreuzung von Seewegen zw. Afrika, Asien und Europa wird sie »Stern« und »Schlüssel« des Indischen Ozeans genannt. Die Insel war schon den Arabern und Malaien bekannt und wurde 1510 von dem Portugiesen Pedro de Mascarenhas »entdeckt«, war von 1598–1710 in niederländischem Besitz und wurde danach franz. Kolonie (»Île de France«). Ab 1810 war …

Maurus

(81 words)

Author(s): Merz, B.
[English Version] (6.Jh.), hl., Schüler Benedikts von Nursia vornehmer Herkunft, Patron der Mauriner. Gregor I. erwähnt M. in den Dialogen. Odo von Glanfeuil setzt in seiner M.-Vita (863) – mit geringer hist. Wahrscheinlichkeit – M. mit dem gleichnamigen Gründer des Klosters Glanfeuil in Gallien gleich. Der M.-Segen für Kranke basiert auf M.' legendarischen Heilungen. Birgit Merz Bibliography B.Fiore, Mauro d'Equizio: discepolo e collaboratore di S. Benedetto, 1984 S.M.Avanzo, San Mauro abate, discepolo di San Benedetto, 1991.

Mausbach

(240 words)

Author(s): Wassilowsky, G.
[English Version] Mausbach, Joseph (7.2.1861 Wipperfeld, Rheinland – 31.1.1931 Ahrweiler), kath. Moraltheologe. Ab 1892 Ordinarius für Moraltheol. und Apologetik in Münster. In einer autobiogr. Skizze (in: E.Stange [Hg.], Die Religionswiss. der Gegenwart in Selbstdarstellungen, 1927, 57–89) nennt M. vier Lebensschwerpunkte: 1. Im Rahmen der Lehr- und Publikationstätigkeit trat M. gegen die kasuistische Methode und für eine stärkere Theologisierung seines Faches ein. Durch die Integration bibl., ask…

Mausoleum

(339 words)

Author(s): Happe, B.
[English Version] (griech. Μαυσωλει˜ον/Mausōleíon, lat. mausoleum) bez. urspr. die prächtige Grablege des Herrschers Mausolos von Karien (Regierungszeit 377–353 v.Chr.), eines Satrapen des pers. Großkönigs, mitten in seiner Residenzstadt Halikarnassos. Der rund 50 m hohe Grabbau, vollendet von seiner Gattin Artemisia, ist durch Plinius d. Ä. und Vitruv sowie durch brit. Ausgrabungen von 1856 überliefert und zählte zu den sieben Weltwundern. Im 13.Jh. wurde das M. durch ein Erdbeben zerstört und im …

Mauss

(124 words)

Author(s): Berthoud, G.
[English Version] Mauss, Marcel (10.5.1872 Epinal, Vogesen – 11.2.1950 Paris). Neffe von É. Durkheim und Mitglied der sog. Franz. Schule für Soziologie, 1901–1940 Studiendirektor der Section des Science religieuses des École pratique des hautes études in Paris, 1931–1940 Prof. am Collège de France. Als einer der Hauptvertreter soziologischer Interpretation von Rel. vf. M. u.a. seine Werke über Gebet, Opfer, Mythos und Magie. Dabei stellte er die universelle Gültigkeit der kategorischen Zweiteilung in geistl. und profan zur Erklärung jedes rel. Phänomens in Frage. Gérald Be…

Maxentius

(140 words)

Author(s): Hahn, J.
[English Version] Maxentius, röm. Kaiser 306–312 (Marcus Valerius M.; 279 - -28.10.312), Sohn des Maximianus. 305 von der Thronfolge ausgeschlossen, putschte M. 306 in Rom, stellte wenig später die Christenverfolgungen (: I.) ein, überwarf sich 307 mit seinem reaktivierten Vater und verband sich mit Konstantin gegen Galerius; Mitte 310 Bruch mit Konstantin. Die 311 von Galerius den Christen gewährte bedingte Religionsfreiheit überbot M. Er unterlag nach der Invasion Italiens durch Konstantin diesem in der Schlacht an der Milvischen Brücke und ertrank im Tiber. Johannes Hahn B…

Maxime

(405 words)

Author(s): Steinmann, M. | Herms, E.
[English Version] I. Philosophisch Der Begriff entstammt der Wendung »propositio maxima«, der Bez. für den obersten Satz in einem Syllogismus. Er kann ein Axiom oder einen praktischen Grundsatz bedeuten. Relevanz erlangt er in I.Kants Moralphilos. Als M. bez. Kant jeden subjektiven Handlungsantrieb, im Gegensatz zum objektiv gültigen, allg. Gesetz. Durch den kategorischen Imperativ wird gefordert, nur diejenigen M. zuzulassen, die auch als Gesetz gelten können (Grundlegung zur Metaphysik der Sitten…

Maximian

(148 words)

Author(s): Kriegbaum, B.
[English Version] Maximian, der Donatist/ Maximianisten. Aus unbekanntem Grund und auf unkanonische Weise von seinem Bf. Primian von Karthago abgesetzt, gelang es M., mehr als 100 Bischöfe am 24.6.393 in Cebarsussi (Byzacena) zu versammeln, die Primian exkommunizierten und M. an dessen Stelle setzten. Das führte zum Schisma, da Primian von einem darauf folgenden Konzil in Bagai (24.4.394) von weit mehr Bischöfen bestätigt und durch die Staatsgewalt weitgehend gestützt wurde. Gewaltsam brachte Optatus…

Maximian

(188 words)

Author(s): Warland, R.
[English Version] von Ravenna (498–22.2.553). Der aus Pola stammende Diakon wurde durch Einflußnahme Justinians I. 546 zum Bischof geweiht und in den Rang eines Metropoliten von Ravenna erhoben. Er stützte die oström. Kirchenpolitik in Oberitalien und die Position des Kaisers im Dreikapitel-Streit. Seine im Liber pontificalis von Ravenna genannten exegetischen und liturgischen Schriften sind nicht erhalten. Zeugnisse seines Amtsverständnisses und seiner Kaisernähe sind dagegen als Hauptwerke der fr…

Maximilian I.

(366 words)

Author(s): Baum, W.
[English Version] (22.3.1459 Wiener Neustadt – 12.1.1519 Wels), dt. König (seit 1486) und röm.-dt. Kaiser (seit 1509), Sohn Friedrichs III. von Habsburg-Österreich, der den Grund für die Weltmachtstellung seiner Dynastie legte. Die Heirat mit Maria, der Tochter Karls des Kühnen von Burgund, begründete die habsburgische Herrschaft in Burgund, das 1493 im Frieden von Senlis gegen Frankreich behauptet werden konnte. Die Wahl zum dt. König eröffnete die Nachfolge im Reich. Der Versuch einer Reform de…

Maximilla, Priscilla, Quintilla

(206 words)

Author(s): Markschies, C.
[English Version] . Die drei Frauen zählen gemeinsam mit Montanus zu den zentralen Prophetengestalten des später so genannten kleinasiatischen Montanismus, für P. ist bei Tertullian auch die Namensform »Prisca« belegt. Von ihnen sind sieben prophetische Logien überliefert (Nr.5–11 Heine). Dabei könnte Q. eher einer zweiten Generation von Prophetinnen angehören, da ihr Name in den frühesten Quellen nicht explizit auftaucht (vgl. aber Eus.h.e. V 18,6). Wie man das exakte hierarchische und institutio…

Maximinus

(181 words)

Author(s): Brennecke, H.C.
[English Version] Maximinus, Homöer. M. befand sich im Geleit des Goten Sigisvult 428/29 in Africa, wo es zu einer Disputation mit Augustin über die Trinitätslehre kam (Possidius, Vita Augustini, 17), deren Protokoll in der »Conlatio« (CPL 699) erhalten ist. Gegen ihn vf. Augustin anschließend »Contra Maximinum Arrianum« (CPL 700). Unter Berufung auf die Synode von Rimini (359) vertritt M. eine Subordinationstheol. in bewußt bibl. Sprache. Typisch für den späteren Homöismus (Homöer) ist darin die B…

Maximos

(309 words)

Author(s): Ritter, A.M.
[English Version] der Bekenner (579/80 [ob in Konstantinopel oder im paläst. Dorf Hesfin, ist umstritten] – 13.8.662 Lazika), einer der bedeutendsten byz. Theologen, gleich wichtig für die Dogmengesch. des Monotheletimus wie für die Exegese (v.a. der Bibel, aber auch des Gregor von Nazianz und des Dionysius Areopagita) und die Weiterbildung der theoretischen Mystik (auf der Basis des [krit. rezipierten] Origenismus und des Systems des Evagrius Ponticus. Um 613/14 Mönch geworden, wurde M. nach Erlaß…

Maximos Margunios

(268 words)

Author(s): Podskalsky, G.
[English Version] (Taufname Manuel; um 1549 [Chandaka?] Kreta – 1.7.1602 Venedig), Theologe, Philologe und Ökumeniker. Seine Mutter entstammte der bekannten röm. Familie der Colonna. Erster Unterricht bei Gaspare Viviani, dem lat. Generalvikar in Candia; damit frühzeitig auf Symbiose der lat. und griech. Geisteswelt angelegt. Ab ca.1569 höhere Studien in Padua (Philologie, Philos., scholastische Theol., Medizin). Seine Mitstudenten waren die späteren Hierarchen Gabriel Severos und Meletios Pegas.…

Maximus

(120 words)

Author(s): Bergjan, S.
[English Version] von Antiochien. M. wurde Nachfolger von Domnus, der 449 in Ephesus (Konzilien) abgesetzt wurde. Dieser Vorgang wurde auf dem Konzil von Chalcedon bestätigt, wo M. als Bischof von Antiochien teilnahm. M. bezeugte dort die Orthodoxie Theodorets (von Cyrus) und schloß sich dem Anathema über Nestorius und Eutyches an. Er unterschrieb die Absetzung von Dioskur (von Alexandrien) und setzte sich für den »Tomus Leonis« (Leo I.) als Maßstab der Christologie (: II., 1.) ein. M. kam mit Juve…

Maximus

(120 words)

Author(s): Figal, G.
[English Version] von Tyrus (ca.125 – ca.182), Rhetor mit philos. Anspruch, der vom späten Platonismus, der Stoa und dem Kynismus (Kyniker) geprägt war. Ein Werk mit Vorlesungen (διαλε´ξεις/dialéxeis) ist erhalten. Die Vorlesungen sind eklektisch, ohne philos. Originalität, zeichnen sich aber durch rhetorische Brillanz und didaktisches Geschick aus. Thematisch reflektieren sie die religionsphilos. und ethische Diskussion in der Umwelt des frühen Christentums. Günter Figal Bibliography Werke: Maximi Tyrii Philosophi Platonici Sermones sives Disputationes, h…

Maximus I.

(157 words)

Author(s): Fuhrer, T.
[English Version] von Turin, Bf. von Turin um 400 – um 420 (Gennad.vir.ill. 41). Das Corpus Maximianum umfaßt 111 Predigten (CChr.SL 23). Davon gelten 106 (Mutzenbecher) bzw. 107 (Etaix, Merkt) als echt. Die restlichen ihm zugeschriebenen Predigten sind unecht. Die Texte dokumentieren die Tätigkeit eines Predigers, der in einer noch jungen Gemeinde polit. Ereignisse (Goteneinfälle), soziale Spannungen, religionspolit. Auseinandersetzungen, aber auch den liturgischen Rahmen (Herrenfeste, Heiligenfes…

Maxwell

(148 words)

Author(s): Gaál, B.
[English Version] Maxwell, James Clerk (13.6.1831 Edinburgh – 11.5.1879 Cambridge), Physiker. Prof. am Trinity College in Cambridge (1854–1856), an der Universität Aberdeen (1856–1860), am King's College in London (1860–1865) und an der Universität Cambridge (1871–1879), wo M. der erste Leiter des Cavandish-Laboratoriums war. Die Theorien der Gase, des Lichts und des Elektromagnetismus wurden von ihm schöpferisch bereichert. Er war zwar von der Philos. des Victorianischen Zeitalters nicht beeinflußt…

May

(108 words)

Author(s): Friedrich, M.
[English Version] (Majus), Johann Heinrich (d. Ä.; 5.2.1653 Pforzheim – 3.9.1719 Gießen). Als Orientalist dank der Förderung Ph.J.Speners 1688 an die Universität Gießen berufen, rückte M. schnell zum Hofprediger, Prof. der Theol. und Superintendent auf und konnte 1695 nach heftigen Konflikten die Universität dem Pietismus zuführen. Er förderte die exegetische Ausrichtung des Studiums sowie (aus Interesse an der Mission) die Duldung der Juden. Mit seinem Eintreten für die Föderaltheologie des J.Coccejus wirkte er u.a. auf den jungen J.A.Bengel. Martin Friedrich Bibliograp…

May

(177 words)

Author(s): Schwarz, K.
[English Version] May, Gerhard (13.2.1898 Graz – 25.2.1980 Wien), ev. Theologe. Der Sohn des ref. Pfarrers von Cilli/Celje wuchs in der ethnisch gemischten, nach dem Friedensvertrag von St-Germain an Jugoslawien abgetretenen Untersteiermark (heute Slowenien) auf, studierte Theol. in Wien, Halle, Basel und stellte ökum. Kontakte für seine Heimatkirche her. Als Pfarrer in Cilli (1925) hatte er großen Anteil an der Integration der Gemeinden donauschwäbischer, magyarischer und altöstr. Provenienz in di…

Maya

(2,343 words)

Author(s): Garza, M. de la
[English Version] I. Allgemein Das Territorium der indianischen (Indianer) Völker- und Sprachfamilie der M. umfaßt die mexikanischen Staaten Yucatán, Campeche, Quintana Roo und teilweise Tabasco und Chiapas sowie die mittelamer. Staaten Guatemala, Belize sowie Teile von Honduras und El Salvador. Das Volk der M. sah die gesamte Schöpfung von einer rel. Weltordnung bestimmt: Alles, was existiert, stammt von hl. Kräften. Aufgrund von rituellen Handlungen des Menschen können diese innerhalb des Kosmos …

Māyā

(16 words)

[English Version] MāyāHinduismus: II. Religiöse Lehre, 1. Grundlagen, e) Eigenschaftslosigkeit des Göttlichen

Mayer

(153 words)

Author(s): Haub, R.
[English Version] Mayer, Rupert (23.1.1876 Stuttgart – 1.11.1945 München). Nach philos.-theol. Studien empfing er 1899 die Priesterweihe und trat 1900 in die Gesellschaft Jesu (Jesuiten) ein. Seit 1912 betrieb M. Großstadtseelsorge in München. Er war Kriegspfarrer im 1. Weltkrieg und kehrte 1917 als Invalide nach München zurück. 1921 wurde er zum Präses der Marianischen (Bürger-)Männerkongregation (Marianische Kongregationen) ernannt. M., stets ein Mann für andere Menschen, wurde zur »Stimme der Ka…

Mayer

(143 words)

Author(s): Wall, H. de
[English Version] Mayer, Otto (29.3.1846 Fürth – 8.8.1924 Hilpertsau), Verwaltungs- und (ev.) Kirchenrechtler. 1882 Prof. in Straßburg, ab 1903 in Leipzig. Seine bedeutendste wiss. Leistung ist das »Dt. Verwaltungsrecht«, in dem er – an franz. Vorbild orientiert – Begriff und Dogmatik des Verwaltungsakts entfaltet. Damit hat M. die Grundlagen des dt. Verwaltungsrechts gelegt. M. war in zahlreichen akademischen, staatl. und kirchl. Funktionen tätig. In seinen kirchen- und staatskirchenrechtlichen Sc…

Mayer

(186 words)

Author(s): Wallmann, J.
[English Version] Mayer, Johann Friedrich (6.12.1650 Leipzig – 30.3.1712 Stettin). Nach Studium in Leipzig und Straßburg 1672 Sonnabendprediger in Leipzig, 1673 Superintendent in Leisnig, 1678 Superintendent in Grimma, 1684 vierter Prof. der Theol. in Wittenberg, seit 1686 Hauptpastor an St.Jakobi in Hamburg, zugleich Prof. in Kiel, 1701 Prof. in Greifswald und schwedischer Generalsuperintendent von Vorpommern. Auch wenn er der Nachwelt nur als »malleus haereticorum et pietistarum« in Erinnerung bli…

Mays

(153 words)

Author(s): Cooper, V.C.
[English Version] Mays, Benjamin Elijah (1.8.1894 Ninety-Six, SC – 28.3.1984 Atlanta, GA), führender schwarzer amer. baptistischer Geistlicher, Erzieher und Ökumeniker, der Generationen von schwarzen Führungspersönlichkeiten formte und dessen bahnbrechenden Werke die Forschungen an der Rel. der Schwarzen in den USA maßgeblich beeinflußte. M. war 1934–1940 Dekan der theol. Fakultät der Howard University, Washington, DC, und 1940–1967 Präsident des Morehouse College, Atlanta, GA, wo seine Überzeugung,…

Mazarin

(373 words)

Author(s): Klueting, H.
[English Version] (Mazzarini), Jules (Giulio Raimondi; 14.7.1602 Pescina, Abruzzen – 9.3.1661 Vincennes bei Paris), Kardinal und franz. Principal Ministre, Eleve des röm. Jesuitenkollegs (Jesuiten), Dr. iur. utr., Capitaine eines päpstl. Regiments, vermittelte 1631 im Mantuanischen Erbfolgekrieg die Verträge von Cherasco, die Frankreich Pignerolo als Einfallstor nach Oberitalien und M. die Protektion Richelieus einbrachten. 1634–1636 Nuntius in Paris, 1641 als Kandidat der franz. Krone Kardinal, tr…

Mazdak

(447 words)

Author(s): Gaube, H.
[English Version] . Über M. und die nach ihm benannte Sekte oder sozial-rel. Bewegung wissen wir nur aus isl., arab. und neupers. Quellen. In zeitgenössischen, nichtir. Quellen, in erster Linie bei dem byz. Historiker Procopius und bei dem syr. Historiker Ps.-Joshua, finden sich keinerlei Hinweise auf M. Aus diesem Grund ist an der Historizität der Person M. großer Zweifel zu hegen. Nach den isl. Quellen soll M. in der Regierungszeit des Sasanidenkönigs Kavād (488–497/499–531 n.Chr.) gewirkt haben…

Mazedonien

(539 words)

Author(s): Kraft, E.
[English Version] .  Republik, Hauptstadt Skopje, 25 333 km 2, 1,94 Mio. Einwohner. 66,5% Slawomazedonier, 22,9% Albaner, 4% Türken, 3% Roma, 2,1% Serben (1994). Die Republik M. umfaßt jenen Teil der hist. Region M., der nach den Balkankriegen 1912/13 an Serbien gefallen war. Das ethnisch gemischte Gebiet hatte im MA zum Byz. und Bulgarischen Reich (Bulgarien) gehört und war danach unter osmanische Herrschaft gelangt. Nach der fehlgeschlagenen Serbisierungspolitik Belgrads in der Zwischenkriegszeit un…

Mazzini

(275 words)

Author(s): Steck, F.
[English Version] Mazzini, Giuseppe (22.6.1805 Genua – 10.3.1872 Pisa), ital. Patriot, Revolutionär, Publizist, eine Schlüsselfigur des »Risorgimento« (»Wiedererstehen«, Bez. für die auf die staatl. Einigung Italiens und seine Stellung als Kulturnation gerichteten Bestrebungen im19. Jh.). – M. wurde als junger Genueser Student infolge der miterlebten Carbonari-Revolte 1821 und durch Lektüre von Ugo Foscolos (1778–1827) Dantestudien für die Idee des nationalen Freiheitskampfes begeistert. 1822–1827 …

Mbenga

(42 words)

Author(s): Heymer, A.
[English Version] (richtiger Mu.Mbenga), Sg. von Ba.Mbenga (»Lanzenträger«). In den West-Bantu-Sprachen Bez. für die in Kamerun, Zentralafrika und Kongo-Brazzaville lebenden West-Pygmäen Baka und Bayaka. Von den Europäern wurde der Ausdruck abwertend verballhornt zu Babinga. Armin Heymer Bibliography Lit. s.u. Pygmäen

MBK-Mission

(143 words)

Author(s): Schäfer, K.
[English Version] . Als Zweig der Mädchen-Bibel-Kreisarbeit wurde 1925 in Leipzig die MBK-Mission als eingetragener Verein gegründet. Ihr Ziel war, die Mitarbeit von Frauen in der weltweiten Mission zu fördern. Als Arbeitsfeld war von Anfang an Ostasien, insbes. China, im Blick, wohin bereits 1926 die ersten beiden Missionarinnen ausreisen konnten und wohin später zahlreiche Missionarinnen nach ihrer Ausbildung in der MBK-Bibelschule ausgesandt wurden. Noch während des Krieges fand die MBK-Mission…

Mbuti

(111 words)

Author(s): Heymer, A.
[English Version] (richtiger Mu.Mbuti), Sg. von Ba.Mbuti. Fälschliche und abwertende, urspr. von den Wangwana und anderen großwüchsigen Negriden als Scheltname kolportierte, in der anthropologischen Lit. weit verbreitete, kritiklos und ungeprüft übernommene Bez. für die Ituri-Pygmäen, wobei meist nur die Efe (Waldmenschen) gemeint sind. Mbuti leitet sich ab aus dem Ki.Bira-Wort »mbuci« (»klein, zwergenhaft«) und wird je nach Dialekt oder Sprache der Ost-Bantu in verschiedenen Schreibweisen gebrau…

Mc…

(6 words)

[English Version] Mc…Mac…

Mccheta

(280 words)

Author(s): Hummel, G.
[English Version] (Mtskheta), am Zusammenfluß von Mtkvari (Kura) und Aragvi gelegen, führt seinen Namen auf Mtskhetos zurück, Sohn des mythischen Urvaters von Kartli, Kartlos. Kartli und damit M. gilt als Wiege des späteren Georgien (Eigenname: »Sakartvelo«). Früheste Siedlungsfunde reichen ins 3.Jt. v.Chr. (Kura-Araxes-Kultur). Seit Mitte des 1.Jt. v.Chr. Entwicklung zum Schnittpunkt der Handelsstraßen zw. Nordkaukasus und Armenien bzw. der Kolchis und Albanien/Persien (Seidenstraße). Von Alexan…

Mead

(146 words)

Author(s): Schweitzer, F.
[English Version] Mead, George Herbert (27.2. 1863 South Hadley, MA – 26.4.1931 Chicago), Sohn des Pfarrers und Homilektikprof. Hiram Mead, bis 1883 Studium am Oberlin College, 1887/88 in Harvard (Kontakte zu J.Royce und W.James), danach Leipzig (bei W.Wundt u.a.) und Berlin (u.a. bei W.Dilthey), 1891 Dozent für Psychologie an der Universität von Michigan (seitdem Verbindung zu J.Dewey), 1894 Wechsel an die Universität Chicago. M. gehört zu den Hauptvertretern des amer. Pragmatismus. Die Wirkung sei…

Mearns

(132 words)

Author(s): Goodall, D.S.
[English Version] Mearns, James (8.4.1855 Coldstream, Berwickshire, Schottland – 21.6.1922 Rushden, Hertfordshire, England), anglik. Priester und Hymnologe. Nach seinem Studium in Glasgow und Lincoln wurde M. 1884 in Nottingham zum Diakon ordiniert; 1885 wurde er Priester in Lincoln. Es folgten Vikariate 1884–1896 in verschiedenen engl. Städten, 1896–1906 war M. Pfarrer in Ashby-de-la-Launde, Lincolnshire, 1906 bis zu seinem Tod in Rushden. Schon früh interessierte er sich für Hymnologie und schrie…

Mechanismus und Vitalismus

(18 words)

[English Version] Mechanismus und VitalismusVitalismus und Mechanismus

Mechelner Gespräche.

(225 words)

Author(s): Kleinschwärzer-Meister, B.
[English Version] Als M.G. werden insg. fünf Zusammenkünfte von jeweils drei bzw. fünf Vertretern der röm.-kath. Kirche und der anglik. Kirchengemeinschaft (Anglikanische Kirche) bez., die auf Initiative Lord Charles Lindley Wood Halifax' (1839–1934) und Abbé Fernand Portals (1855–1926) unter der Leitung des belgischen Kardinalerzbf. Desiré J.Mercier (1851–1926) in den Jahren 1921–1926 in Mecheln stattfanden. Angestoßen wurden diese Gespräche nicht zuletzt durch die Entscheidung Papst Leos XIII.,…

Mechitaristen

(491 words)

Author(s): Gazer, H.R.
[English Version] (Mechitharisten), ein von Mhiṭar (Mechitar, Mechithar, Mekhitar) Petrosean (1676 Siva [früher Sebaste] – 1749 Venedig) 1701 in Istanbul gegründeter armenisch-kath. Orden. Die vier Anfangsbuchstaben der armenischen Selbstbez. »Ordegir Koysi Vardapet Apaṣharuṭean« (Adoptivsöhne der Jungfrau, Lehrer der Buße) befinden sich in dem Ordenswappen. Das Selbstverständnis des Ordens geben die auf dem Wappen abgebildeten Symbole wieder. Ein Kleeblatt-Kreuz ist mit vier Symbolen versehen. Eine Glocke symbolisiert de…

Mechthild

(237 words)

Author(s): Schmidt, M.
[English Version] von Hackeborn (1241 Burg Ha[c]keborn bei Halle/S. – 19.11.1299 Kloster Helfta bei Eisleben). M. war die jüngere Schwester der Gertrud von Hackeborn, die als 2. Äbtissin von 1251–1291 das Kloster Helfta leitete. Mit sieben Jahren trat M. in die Klosterschule und später ins Kloster ein, wo sie Vorsängerin und Leiterin der Schule wurde. Ihre früh beginnenden inneren Erfahrungen verschwieg sie bis zu ihrem 50. Lebensjahr, als Siechtum sie für den Rest ihres Lebens ans Bett fesselte. W…

Mechthild

(293 words)

Author(s): Schmidt, M.
[English Version] von Magdeburg (um 1207 – um 1282/94 Kloster Helfta bei Eisleben), Mystikerin. Über das Leben der M. ist nur aus wenigen autobiogr. Angaben ihres Buches »Das fließende Licht der Gottheit« und Zeugnissen anderer Aufschluß zu gewinnen. Neumann vertritt Abstammung aus ritterlichem Stand, auf den ihr Sprachstil und Wortschatz hinweisen. Seit ihrem 12. Lebensjahr wurde M. von außergewöhnlichen inneren Gotteserfahrungen heimgesucht. Mit 20 Jahren verließ sie ihre Familie, um in Magdeburg…

Mecklenburg

(1,000 words)

Author(s): Holze, H.
[English Version] Mecklenburg, gelegen zw. Elbe und Recknitz, hat seinen Namen von dem Herrschersitz des obotritischen Fürstengeschlechts in Michelenburg bei Wismar. Urspr. von germ. Stämmen bewohnt, siedelten sich in der Völkerwanderung seit 600 n.Chr. westslawische Stämme (Obotriten, Lutizen, Wilzen) an, die bereits unter Karl dem Großen und Otto I. unter Einfluß des fränkischen bzw. dt. Reichs gerieten. Erste Missionsversuche stießen, wie der Slawenaufstand von 983 zeigt, auf Widerstand. Die vo…

Medardus

(79 words)

Author(s): Padberg, L.E. v.
[English Version] von Noyon (um 480 Salency – vor 561; Fest 8.6.), aus fränkisch-röm. Adel des Vermandois, bekämpfte in 15-jähriger Amtszeit als Bf. von St-Quentin/Noyon das Heidentum. Grab in Soissons (St-Médard). Schon als Priester Wundertäter, durch frühen Kult (M.-Hymnus von König Chilperich; älteste Vita nach 602) populärer Reichsheiliger (in Frankreich 70 M.-Patrozinien; gilt als Helfer der Bauern). Lutz E. v. Padberg Bibliography MGH.AA 4,2 BHL 5863–5874 K.H.Krüger (LMA 6, 1993, 443f.) St-Médard. Trésors d'une abbaye royale, 1996.

Mede

(140 words)

Author(s): Jue, J.
[English Version] (Mead), Joseph (Oktober 1586 Essex – 1.10.1638 Cambridge), Doz. für Griech. und Fellow am Christ's College Cambridge. M. studierte von 1602–1610 in Cambridge, wurde 1613 zum Fellow gewählt und behielt dieses Amt bis zu seinem Tod. Er wirkte als Apologet der Lehre und Lebensordnung der Church of England und erwarb sich einen bes. Ruf als Ausleger der bibl. Prophetien, v.a. in seinem Werk »Clavis Apocalyptica« (1627, Neuausg. 1632). Dort stellte er eine synchronisierte Methode zur B…

Medellín, lateinamerikanische Bischofskonferenz (1968)

(382 words)

Author(s): Collet, G.
[English Version] Medellín, lateinamerikanische Bischofskonferenz (1968), Austragungsort der 2. Generalversammlung des Lateinamerikanischen Bischofsrats (CELAM). Nachdem der damalige CELAM-Vorsitzende, Manuel Larrain, Bf. von Talca (Chile), am Ende des Konzils den Vorschlag unterbreitete, den bevorstehenden 39. Eucharistischen Weltkongreß in Bogotà als Gelegenheit zu nutzen, die lateinamer. Situation (Lateinamerika) im Lichte des Konzils zu betrachten, wurde in einem arbeitsintensiven Prozeß die K…

Mediation

(762 words)

Author(s): Stroh, R. | Greger, R. | Schmälzle, U.F.
[English Version] I. Sozialethisch Die M., lat. mediatio, erstrebt die außergerichtliche Konfliktlösung zw. streitenden Parteien durch die Vermittlung neutraler Dritter, die im Zuge ihrer moderierenden und deeskalierenden Tätigkeit die Konfliktlösungspotentiale, die auf seiten der Streitparteien verborgen sind, aktivieren wollen. Die M. zielt auf Verständigung als befriedenden Abschluß eines Konfliktes ab im Gegensatz zum richterlichen Urteil, das mit den Mitteln der äußeren Gewalt rechtlich begrün…

Medici

(317 words)

Author(s): Weinhardt, J.
[English Version] (Familie). Seit 1201 hatten einige Mitglieder der Florentiner Kaufmannsfamilie hohe Regierungsämter in ihrer Stadt ausgeübt, 1421 begann ihr endgültiger Aufstieg mit Giovanni di Bicci de' M. (1360–20.2.1429 Florenz) als Gonfaloniere di giustizia (»Bannerträger der Gerechtigkeit«). Nach außenpolit. Erfolgen verpflichtete sich der reiche Bankier den popolo minuto (untere und mittlere Bürgerschichten) durch eine Steuerreform. Sein Sohn Cosimo (27.9.1389 Florenz – 1.8.1464 ebd.), von einer Patrizierpartei zuerst verbannt, lenkte 1429–146…

Medien

(961 words)

Author(s): Herms, E. | Grethlein, C.
[English Version] I. Begriff (Problemfeld) Im weiten Sinn bez. der Ausdruck »Medien« alle materialen Bedingungen, die es koexistierenden Individuen (einzelnen Personen und sozialen Systemen) überhaupt ermöglichen, füreinander wirksam präsent zu werden und darauf wirksam zu reagieren. M. in diesem weiten Sinn sind die materialen Bedingungen von Intersubjektivität. Auch archaischen, nichtausdifferenzierten Gesellschaften eignet ein – entsprechend unausdifferenzierter – Komplex von M. Gesellschaftliche…

Medienethik

(421 words)

Author(s): Haberer, J.
[English Version] . Medien sind massenhaft verbreitete Kommunikationsträger, deren Inhalte ein großes Publikum erreichen. Die massenhafte Verbreitung von Printmedien (Zeitschriften, Zeitungen, andere Druckerzeugnisse) und von elektronischen Medien (Radio, Fernsehen, Internet) und ihre zunehmende gesellschaftliche Relevanz sowie ihr Einfluß auf das Kommunikations- und Freizeitverhalten der Menschen erfordert eine ethische Einordnung der Medien zw. Freiheit und Verantwortung. Dem entsprechen die Pha…

Medienpädagogik

(633 words)

Author(s): Grethlein, C.
[English Version] . Traditionell wurden im päd. Zusammenhang alle Unterrichtsmittel, also Lehr- und Lernmittel, als Medien bez. V.a. durch das Aufkommen der modernen Massenmedien ergaben sich aber neue Anforderungen an päd. Handeln, die auch zur begrifflichen Herausbildung von M. führten (1984 Gründung der Gesellschaft für M. und Kommunikation), interdisziplinär zw. Erziehungs- und Kommunikationswiss. angesiedelt, mit Bezügen zu Psychologie, Soziologie u.a. Die bisherige Forschungsgesch. (s. Schor…

Medienpolitik

(461 words)

Author(s): Beck, K.
[English Version] . Wesentlicher Gegenstand der M. ist der Erhalt und die Sicherung verfassungsrechtlich geschützter Werte wie Rundfunkfreiheit, Pressefreiheit sowie Meinungs- und Informationsfreiheit. Vor diesem Hintergrund umfaßt M. insbes. die polit. Gestaltung und Fortentwicklung des für die Sicherung dieser Freiheitsrechte notwendigen Ordnungsrahmens. Ein wichtiger Bestandteil der M. ist die Rundfunkpolitik. Gerade Fernsehen und Hörfunk bleiben auch im Zeitalter einer sich rasch entwickelnden und weiterverbreitenden Informationstec…

Medienrecht

(410 words)

Author(s): Fechner, F.
[English Version] . Das M. bezog sich bis vor wenigen Jahren auf die Rechtsfragen von Presse, Buch, Rundfunk und Film (Film und Religion). Inzw. ist das Recht der neuen Medien (Massenmedien: II., Internet) hinzugetreten, das auch als Multimediarecht oder Cyberlaw bez. wird. Durch die technische Entwicklung hat das M. einen starken Aufschwung erlebt. Es handelt sich um ein übergreifendes Rechtsgebiet, das zivilrechtliche, verwaltungsrechtliche und strafrechtliche Aspekte ebenso umfaßt wie internati…

Medina

(477 words)

Author(s): Rubin, U.
[English Version] Medina, Stadt im Ḥigˇāz (Nordwesten Saudi-Arabiens), ca.275 km vom Roten Meer, 715 m über dem Meeresspiegel. Die nördlichen Teile M. von der Prophetenmoschee bis hinauf zum Berg Uḥud werden in den Quellen als as-Sāfila (Unterstadt) bezeichnet, die südlichen Stadtteile bis zum Dorf Qubāʾ als al-ʿĀliya (Oberstadt). Der vorisl. Name von M. lautet Yatrib. Er kommt nur einmal im Koran vor (33,13), erscheint aber als Yathrippa schon bei Ptolemaios. Die Form »M.« (»Stadt«) ist der gebräuchlichere Name und wird mehrere Male im Koran b…

Meditation/Kontemplation

(2,817 words)

Author(s): Brück, M. v. | Nicol, M. | Bäumer, B. | Mürmel, H.
[English Version] I. Religionswissenschaftlich M. ist Sammelbegriff für differente und unterschiedlich kontextualisierte Methoden der Bewußtseinsschulung (Bewußtsein), die in verschiedenen Rel. vorkommen. Er stammt urspr. aus der platonisch - neuplatonisch - christl. Tradition (Platonismus, Neuplatonismus) und bedeutet dort »zielgerichtet intensives Nachdenken«. Bei Hugo und Richard von St. Victor sowie Bonaventura und J.Gerson wird M. als Aspekt eines Stufenweges in das geistl. Leben verstanden: l…

Medium

(342 words)

Author(s): Neu, R.
[English Version] Medium, religionswissenschaftlich. Ein Individuum gilt als M., wenn es über außersinnliche Wahrnehmungen verfügt und als Mittler mit übermenschlichen Wesen (Geist, Ahne, Heiliger, Gottheit) in Verbindung treten kann. Gewöhnlich besteht die Vorstellung, daß ein solches Wesen in den Körper des M. eindringt (Intrusion) und von ihm Besitz ergreift. Das Geistwesen tritt zeitweise an die Stelle der Seele bzw. der Persönlichkeit des M. (Depersonalisation) und vergegenwärtigt im M. eine n…

Medizin

(6,698 words)

Author(s): Neumann, J.N. | Lührmann, D. | Potter, P. | Kottek, S. | Efron, J.M. | Et al.
[English Version] I. Zum BegriffMedicina (lat.), eigentlich ein Adj., bedeutet ergänzt durch ars, aber auch verselbständigt (medicina, -ae, fem.), Arzneikunst und Heilkunst und ist somit die lat. Nachbildung des griech. Terminus τε´χνη ι᾿ατρικη´/téchnē iatrikē´. Der Begriff verweist auf den vor der Erhebung zur Universitätsfakultät im Spät-MA zuerkannten Professionsgrad der M. als einer ars mechanica (nicht liberalis). Derselbe Wortstamm deutet auf das beim Heilen gebrauchte Mittel (medicamen, -inis, ntr., oder medicamentum, -i, ntr.) hin, das wie das griech. ϕα´ρμακον/…

Medizinische Ethik

(880 words)

Author(s): Marckmann, G. | Wiesing, U.
[English Version] I. Definition Definiert ist die med. E. durch ihre Aufgabe und ihren Gegenstandsbereich. Im weiteren Sinn umfaßt die med. E. die moralischen Fragen im med. Bereich, einschließlich der relevanten Werte, Regeln, Normen und Institutionen. Die Probleme betreffen dabei nicht nur – wie in der traditionellen ärztlichen E. – die individuelle Arzt-Patient-Beziehung, sondern auch das Gesundheitswesen und die Bewertung med. Forschung und deren Produkte. Im engeren Sinne bez. die med. E. die reflexiv-argumentative Disziplin, die die an…

Medizinmann

(14 words)

[English Version] MedizinmannSchamane/Schamanin/ Schamanismus: II. Im weiteren Sinn

Medler

(96 words)

Author(s): Scheible, H.
[English Version] Medler, Nikolaus (1502 Hof – 24.8.1551 Bernburg). Nach Schultätigkeit in Hof und Eger studierte M. ab 1523 in Wittenberg. 1527 wurde er in Hof Schulmeister, 1529 Gehilfe K.Loeners. Mit diesem 1531 vertrieben, kam er wieder nach Wittenberg (1532 M.A., 1535 Dr. theol., Sammlung von Tischreden Luthers). 1536 wurde er Pfarrer und Superintendent in Naumburg, wo er Kirchenordnungen verfaßte, 1545 dasselbe in Braunschweig, wo er sich um das Schulwesen verdient machte. 1551 folgte er einem Ruf als Pfarrer und Superintendent nach Bernburg. Heinz Scheible Bibliography E…

Meer

(8 words)

[English Version] MeerWasser

Megalith-Kultur

(473 words)

Author(s): Roux, C.L.
[English Version] Megalith-Kultur, religionsgeschichtlich. Der Begriff M. ist Sammelbez. für Kulturen des 4. und 3.Jt. v.Chr., die auf die architektonische Technik der Errichtung von monumentalen Steinsetzungen Bezug nimmt und deren hauptsächliches Verbreitungsgebiet sich von Nord- und Westeuropa entlang des Mittelmeerraumes bis zum Vorderen Orient erstreckt. Die ersten Forschungen des beginnenden 19.Jh. begründen die starke Bezugnahme der Spezialterminologie auf die keltischen Sprachen. Da im weit…

Megander

(151 words)

Author(s): Dellsperger, R.
[English Version] (Großmann), Kaspar (1495 Zürich – 17.8.1545 ebd.). Nach Studium in Basel unterstützte M. als Kaplan am Großmünster von Anfang an Zwinglis reformatorische Postulate (ev. Predigt, Priesterehe, Abendmahl). Seit 1528 Pfarrer und Prof. der Theol. in Bern, blieb er Zwinglianer, was 1531 nach der Niederlage von Kappel vorübergehend seine Suspension wegen polit. Predigt und 1537 seinen Weggang zur Folge hatte: M. kehrte aus Protest gegen die Eingriffe, die M.Bucer im Sinne der Union an se…

Megariker

(404 words)

Author(s): Rapp, C.
[English Version] sind die Philosophen, deren Lehren nach dem Bericht von Diogenes Laertius (II 106–120) von dem Sokrates-Schüler Eukleides von Megara abhängig waren. Aufgrund dürftiger Quellenlage sind außer der Abhängigkeit von Sokrates fast alle biogr. Details unsicher, doch scheint der Tod von Eukleides in die Zeit um 367 v.Chr. zu fallen. Zu den M. der ersten Generation werden in der Regel Kleinomachos aus Thurioi, Bryson, Eubulides aus Milet, Alexinos aus Elis, Dionysios aus Chalkedon sowie…

Megiddo

(917 words)

Author(s): Halpern, B.
[English Version] (Tell el-Mutesellim) beherrscht den wichtigsten Paß von der Küste zur Jesreel-Ebene und liegt an der Kreuzung bedeutender Handelsrouten (Von Gaza nach Damaskus und von Akko über Sichem nach Jerusalem); erste Ausgrabungen wurden von Gottlieb Schumacher (1903–1905) gemacht. Die Lokalisierung geht aus antiken Texten (bes. den Annalen Thutmosis' III., den Amarna-Briefen und der Bibel) zweifelsfrei hervor. Petrographische Analysen (durch Baruch Brandl) der Amarna-Briefe aus M. bestät…

Megillat Ta‘anit

(285 words)

Author(s): Lehnardt, A.
[English Version] (Meg Taan), »Fastenrolle«, zählt 35 Tage auf, an denen wegen freudiger Ereignisse in der Vergangenheit das Fasten (: V., 1.), teilweise auch die Totenklage verboten ist. Die dem Nisan-Jahr folgende aram. Liste geht auf die Zeit des Zweiten Tempels zurück, ist aber, auch wenn Chananja ben Hiskija (bShab 13b) oder sein aus Flav.Jos.Bell. II 409 bekannter Sohn Eleazar als Vf. genannt werden, erst im 2.Jh. n.Chr. abgeschlossen worden (erste Erwähnung in: mTaan 2,8). Neben Purim (Fes…

Megillot

(381 words)

Author(s): Lehnardt, A.
[English Version] (Pl. von hebr. Megilla, »Buchrolle«) ist eine Kunstbez. für die fünf Bücher Hohes Lied, Ruth, Klagelieder, Prediger und Esther, die zum dritten Teil der HB (Ketuvim, Schriften; Altes Testament, Bibel: II., 2.) gehören, z.Z. der Kanonisierung aber noch keine Einheit bildeten, sondern erst ab dem 10.Jh. in Anlehnung an den Pentateuch und die Reihenfolge ihrer liturgischen Verwendung zusammengestellt wurden (s. EJ 4, 1971, 829f.). In bBB 14b sind die M. noch nach vermeintlichem Alt…

Megingoz

(70 words)

Author(s): Padberg, L.E. v.
[English Version] (gest. nach 768), aus dem fränkischen Geschlecht der Mattonen, Schüler des Bonifatius, zunächst im Kloster Fritzlar, dann als Diakon Lehrer. Wohl 753 Bf. von Würzburg, evtl. 768 abgedankt, Todesdatum (794?) unsicher. Mit Bf. Lullus von Mainz Auftraggeber der »Vita Bonifatii«. Lutz E. v. Padberg Bibliography A.Wendehorst, Das Bistum Würzburg, Bd.1, 1962, 25–30 K.Lindner, Untersuchungen zur Frühgesch. des Bistum Würzburg, 1972, 215–217 S.Schipperges, Bonifatius ac socii eius, 1996, 117f.

Meilenstein

(176 words)

Author(s): Knauf, E.A.
[English Version] . Römerstraßen waren mit M. versehen, die im Abstand von 1000 Doppelschritten (lat. milia passuum, daher »Meile«) nicht nur als Wegmarke dienten, sondern u.U. auch Angaben zu Name und Amt des Straßenbau-Verantwortlichen, Baudatum und zur Distanz vom Zielort machten. Durch mehrfache Renovationen entstanden M.-Gruppen. M. belegen – neben antiken Landkarten – die Existenz und den Verlauf von Römerstraßen und bilden eine Primärquelle zur Verwaltungs- und Wirtschaftsgesch. der röm. Pr…

Meinecke

(221 words)

Author(s): Meineke, S.
[English Version] Meinecke, Friedrich (30.10.1862 Salzwedel, Altmark – 6.2.1954 Berlin), einer der bedeutendsten dt. Historiker. Der in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene M. studierte u.a. bei J.G.Droysen und bekleidete Professuren in Straßburg (ab 1901), Freiburg (ab 1906) und Berlin (1914–1928). Innerhalb seines Faches nahm M. methodologisch wie polit. eine markante Sonderstellung ein. Als Begründer der Ideengeschichte bemühte er sich, durch einfühlsame Analyse der Denkwege bedeutender Indi…

Meineid

(8 words)

[English Version] MeineidEid

Meinung

(8 words)

[English Version] MeinungWissen

Meinungsforschung

(489 words)

Author(s): Feige, A.
[English Version] . Die Gesch. der modernen M. beginnt in den USA der 20er und 30er Jahre des 20.Jh. (Gallup-Institute). M. ist heute aus Politik, Wirtschaft und Kultur nicht mehr wegzudenken: In komplexen, demokratisch-liberal vom Marktmodell geprägten Systemen bedarf es eines (Selbst-)Steuerungsinstruments der Entscheidungsprozesse, das auf zuverlässigen Systeminformationen basiert. Dazu gehören konstitutiv Meinungen der Individuen, die in Grenzen, so die Annahme, auch handlungsbestimmende Orien…

Meir ben Baruch

(227 words)

Author(s): Mutius, H. v.
[English Version] von Rothenburg (Akronym MaHaRam; ca.1220 Worms – 1293 Festung Ensisheim, Elsaß). Der wohl bedeutendste Gesetzesgelehrte der dt. Judenheit des 13.Jh., studierte in Würzburg und in Nordfrankreich und verbrachte die längste Zeit seines Lebens in Rothenburg ob der Tauber. Als er 1286 ins Hl. Land auswandern wollte, wurde er in Oberitalien verhaftet und bis zu seinem Tod i.J. 1293 von König Rudolf von Habsburg gefangen gehalten. Seine zahlreichen Rechtsgutachten (Responsen) vermitteln …

Meiser

(148 words)

Author(s): Nicolaisen, C.
[English Version] Meiser, Hans (16.2.1881 Nürnberg – 8.6.1956 München), D., war zunächst 1920 Pfarrer in München, dann 1922 Direktor des Predigerseminars in Nürnberg, 1928 OKR in München und von 1933 bis 1955 bayerischer Landesbischof. Im Kirchenkampf (Nationalsozialismus: I.) gewann M. an Profil, weil es ihm gelang, die von polit. Instanzen forcierte »Gleichschaltung« der bayerischen Landeskirche mit der Reichskirche zu verhindern, obwohl er sonst alles daran setzte, Konflikte mit dem Staat zu ver…

Meisner

(246 words)

Author(s): Appold, K.
[English Version] Meisner, Balthasar (3.2.1587 Dresden – 29.12.1626 Wittenberg), hervorragender Theologe der luth. Orthodoxie (: II.,2., a). Nach einem Studium in Wittenberg, Tübingen, Straßburg und Gießen wurde M. 1611 Prof. für Ethik und 1613 Prof. für Theol. an der Universität Wittenberg. Ein starkes Interesse an den Herausforderungen des kirchl. Lebens und des pastoralen Dienstes prägte seine Lehrtätigkeit und Werke. Aus seinem pragmatisch orientierten Theologieverständnis zog er u.a. durch Anw…

Meisner

(125 words)

Author(s): Appold, K.
[English Version] Meisner, Johannes (4.4.1615 Torgau – 11.11.1681 Wittenberg), luth.-orth. Theologe, Verwandtschaft zu Balthasar M. nicht belegbar. Er immatrikulierte sich nach internationalen Bildungsreisen im Jahr 1635 an der Universität Wittenberg, wo er 1638 Magister und 1650 o. Prof. der Theol. wurde. Dort hielt er zahlreiche philos. und theol. Disputationen und vf. ein mehrfach aufgelegtes dogmatisches Lehrbuch (Compendium theologiae, 1652). Ein Schwerpunkt seines Interesses galt dem Verhältn…

Meißen

(262 words)

Author(s): Beyer, M.
[English Version] Meißen, Kreisstadt in Sachsen, Regierungsbezirk Dresden (Weinbau, Porzellanmanufaktur; ca.29 000 Einwohner). Die um 929 auf einem Bergsporn links der Elbe durch König Heinrich I. errichtete, strategisch wichtige Reichsburg »Misni« wurde bald zu einem überregionalen Verwaltungszentrum: 968 Gründung des Magdeburger Suffraganbistums M. im Dienst der Slawenmission (Merseburg, Zeitz) mit Sitz des Bischofs auf der Burg; dort auch 968 ein Markgraf, 1068 ein Burggraf bezeugt. Die Markgra…

Meistermann

(261 words)

Author(s): Kaiser, A.
[English Version] Meistermann, Georg (16.6.1911 Solingen – 12.6.1990 Köln), bedeutender, zeitweise der öffentlichste dt. Maler und Glasmaler mit kulturpolit. Engagement. M. prägte als Lehrer viele Akademien und wurde mit zahllosen Kulturpreisen ausgezeichnet. 1932–1933 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf; 1933 Abbruch des Studiums und Ausstellungsverbot; 1938 erste Glasfenster für St.Engelbert in Solingen (zerstört). Entstehung der ersten abstrakten Bilder. 1945 erste Übersichtsausstellung im S…

Mejer

(227 words)

Author(s): Link, C.
[English Version] Mejer, Otto (27.5.1818 Zellerfeld – 25.12.1893 Hannover), ev. Staats- und Kirchenrechtslehrer. Nach Studium der Rechte in Göttingen, Berlin und Jena Promotion 1841 in Göttingen, dort 1842 PD; o.Prof. in Königsberg 1847, Greifswald 1850, Rostock 1851, zuletzt Göttingen 1874–1885, danach bis zu seinem Tode Präsident des Hannoverschen Ev.-luth. Landeskonsistoriums. Als Schüler Ae.L.Richters gehörte M. zu den bedeutenden späten Vertretern der Hist. Rechtsschule im Kirchenrecht. Entspr…

Mekhilta

(391 words)

Author(s): Becker, H.
[English Version] I. Mekhilta deRabbi Jishma‘el Bei M. deRabbi Jishma‘el (MekhJ) handelt es sich um einen exegetischen, überwiegend halakhischen Midrash zu Ex 12,1–23,19; 31,12–17; 35,1–3, untergliedert in neun »Traktate« und 82 »Perikopen«. In den Druckausgaben wurde diese am Inhalt orientierte Einteilung durch die der bab. Tora-Leseordnung ersetzt. Die Sprache ist Hebr., zitiert werden ausschließlich Tannaiten. Enthält viele anonym tradierte Lehren, die im Bavli (Talmud) und anderen Midrashwerken R…

Mekka

(985 words)

Author(s): Müller, W.W. | Nagel, T.
[English Version] I. Vorislamische Zeit M., arab. Makka, Stadt im westlichen Zentralarabien, 72 km vom Roten Meer entfernt in einem wasserarmen und unfruchtbaren Becken gelegen. Die früheste Erwähnung des Ortes findet sich im 2.Jh. n.Chr. bei Ptolemaios (Geographia, VI 7,32) mit dem griech. Namen Makóraba, der nach altsüdarab. mkrb, »Tempel, Heiligtum«, zu erklären sein dürfte. Von den Heiligtümern in und um M. war das bedeutendste die in der Stadt gelegene Kaʿba, ein würfelförmiger Bau mit einem sc…

Mel

(248 words)

Author(s): Illangasinghe, K.
[English Version] Mel, Lakdasa de (24.3.1902 Moratuwa – 23.10.1976 Kurunagala), erster einheimischer Bischof der anglik. Kirche von Sri Lanka und Metropolitan-Bischof für Indien, Pakistan, Burma und Sri Lanka. Nach Ausbildung am Royal College, Colombo, und Keble College, Oxford, wurde M. 1927 ordiniert. Bereits als Priester trat er als einer der Pioniere der Indigenisierung der anglik. Kirche in Sri Lanka ein. Seine erste Messe hielt er in Sinhala und suchte lokale Musikformen in den Gottesdienst zu…

Mel

(150 words)

Author(s): Schneider, H.
[English Version] Mel, Conrad (14.8.1666 Gudensberg bei Kassel – 3.5.1733 Hersfeld). Studium in Rinteln, Bremen und Groningen, von der Föderaltheologie und dem ref. Pietismus Th.Undereycks geprägt. 1690 Prediger in Mitau (Kurland), 1692 in Memel, 1697 Hofprediger und 1702 auch Prof. in Königsberg. Hier hielt er Erbauungsversammlungen und entwarf, von G.W.Leibniz beeinflußt, Pläne zur Heidenmission. 1701 Mitglied der Preußischen Akademie der Wiss. und 1706 der Society for the Propagation of the Gosp…

Melancholie

(6 words)

[English Version] MelancholieSchwermut

Melanchthon

(4,899 words)

Author(s): Scheible, H.
[English Version] Melanchthon, Philipp (Geburtsname Schwartzerdt, 1509 durch Reuchlin gräzisiert, ab 1531 von M. als Melanthon vereinfacht; 16.2.1497 Bretten – 19.4.1560 Wittenberg). I. Leben Der Sohn eines Waffentechnikers im kurpfälzischen Hofdienst und der Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns erhielt eine sorgfältige Ausbildung, nach dem Tod des Vaters 1508 in Pforzheim bei Georg Simler (Mitschüler: M.Erb, S.Grynaeus, B.Haller, K.Hedio, Franciscus Irenicus [1494–1553]), gefördert vom verwandten J.Reuchlin, ab 150…

Melanesien

(1,486 words)

Author(s): MacDonald, M.N.
[English Version] I. Allgemein I.J. 2001 zählte die Bevölkerung M., einer Region im Südwest-Pazifik, die sich von Irian Jaya im Westen über Papua-Neuguinea, die Salomon Inseln, die Neuen Hebriden (Vanuatu) und Neu-Kaledonien bis zu den Fidschi-Inseln im Osten erstreckt, über 7 Mio. Einwohner. Die Melanesier sprechen über 1000 verschiedene Sprachen und leben in kleinen Gesellschaften, von denen einige patrilinear, andere matrilinear strukturiert sind. Sie bewohnen sehr unterschiedliche Lebensräume, …

Melania

(339 words)

Author(s): Binns, J.
[English Version] 1.die Ältere (342 Rom – 409 Jerusalem). M. entstammte einer adligen und wohlhabenden Familie; 356 heiratete sie Valerius Maximus. Nachdem ihr Mann und die beiden Söhne gestorben und ihre Tochter versorgt war, begann M. 364 ein asketisches Leben. 372 verließ sie Rom, zog erst nach Ägypten und ein Jahr später nach Jerusalem, gründete 378 ein Kloster für 50 Nonnen auf dem Ölberg (Jerusalem: IV.) und wurde dabei 381 von Rufinus von Aquileia unterstützt, der ein Männerkloster gründete…

Melchers

(145 words)

Author(s): Arnold, C.
[English Version] Melchers, Paul Ludolf (6.1.1813 Münster – 14.12.1895 Rom). Einer Kaufmannsfamilie entstammend, studierte M. Jura und trat 1833 in den preußischen Staatsdienst ein, den er unter dem Eindruck der Kölner Wirren (Preußischer Kirchenstreit) verließ. Nach Theologiestudium und Priesterweihe (1841) durchlief der asketisch-strenge M. eine Karriere, die ihm aufgrund seines Verwaltungstalents und familiärer Verbindungen vorgezeichnet war: 1852 Generalvikar in Münster, 1857 Bf. von Osnabrück, …
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