Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

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Marks

(201 words)

Author(s): O'Connor, D.
[English Version] Marks, John Ebenezer (4.6.1832 East London – 10.10.1915 Croydon). M. wurde vom Schüler seiner Ortsschule erst zum Schüler-Lehrer und dann zum Lehrer, ein Werdegang, zu dem er als Missionar auch andere ermutigt hat. 1860 entsandte ihn die (anglik.) Society for the Propagation of the Gospel als Lehrer nach Burma (Myanmar [Birma]); dort arbeitete er bis 1898. Als passionierter Lehrer unterrichtete er insg. wohl 15 000 Schüler. Er gründete neben mehreren anderen zwei sehr angesehene Ju…

Markt/Märkte

(657 words)

Author(s): Sautter, H.
[English Version] . Wenn Nachfrager (N.) und Anbieter (A.) eines Gutes zusammentreffen, spricht man von einem M. In den meisten Fällen handelt es sich nicht um ein physisches, sondern um ein virtuelles Zusammentreffen. Die Fortschritte der Kommunikationstechnologie haben die Herausbildung solcher M. begünstigt. Jeder M.-Teilnehmer verfolgt bestimmte Eigeninteressen. Der A. will ein Gut zu einem möglichst hohen Preis verkaufen, wobei er Vorstellungen von einer Preisuntergrenze besitzt. Der N. will das betreffende Gut zu einem möglichst ni…

Marktwirtschaft

(703 words)

Author(s): Sautter, H.
[English Version] . Wirtschaften (Wirtschaft) verfolgt den Zweck, Güter zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse bereitzustellen. Es bietet Vorteile, wenn dies im Rahmen arbeitsteiliger Prozesse geschieht. Dieser Vorteil ist aber nur realisierbar, wenn es einen Mechanismus gibt, der die Arbeitsteilung steuert. Die M. ist ein solcher Mechanismus. – Der einzelne Wirtschaftsteilnehmer besitzt hier die Freiheit, seine eigenen ökonomischen Interessen im Rahmen der bestehenden Rechtsordnung zu verfolge…

Markus

(143 words)

Author(s): Förster, N.
[English Version] Markus, Gnostiker. M. gründete zw. 160 und 180 n.Chr. eine valentinianische Gnostikergruppe (Valentinianismus) und wirkte als wandernder theol. Lehrer im kirchl. Rahmen in Kleinasien. Ein Systemreferat überliefert Iren.haer. I 14–16 sowie einen Bericht über Kultrituale der Markosier in I 13. Er zit. ferner ein Spottgedicht auf M. als Quelle in I 15, 6. Seine Darstellung des Apolytrosis-Ritus korrigiert Hipp.haer. VI 42, 1, der sich auf Informationen aus zeitgenössischen Markosier…

Markus

(149 words)

Author(s): Holze, H.
[English Version] Markus, römischer Bischof 18.1. – 7.10.336. Vermutlich nahm M. bereits unter Papst Miltiades als Diakon an der Seite des Bischofs in der röm. Gemeinde eine führende Stellung ein (Eus.h.e. X 5,18). Eine Reaktion auf die Auseinandersetzungen um das Nicaenische Symbol (Synode von Tyrus 335; Verbannung des Athanasius nach Trier 335/337) ist von ihm nicht bekannt. Im Liber pontificalis heißt es über M. nur: »Dieser bestimmte, daß der Bischof von Ostia, der den röm. Bischof weiht, das Pa…

Markus Eremita

(145 words)

Author(s): Fitschen, K.
[English Version] (Ende 4./Anfang 5.Jh. oder um 518 lebend?) ist der Name eines Autors asketischer und theol. Schriften, der nur schwer mit einer anderweitig bezeugten Gestalt dieses Namens zu identifizieren ist und vermutlich in Ägypten lebte. Von den ihm zugeschriebenen »Opuscula« (Op.) befassen sich die wahrscheinlich echten u.a. mit dem asketischen Leben unter dem »geistl. Gesetz« (Op.1), der Buße (Op.3), der Wirkmacht der Taufe (Op.4) und mit christologischen Fragen (in Op.11 Abwehr einer Tr…

Markusevangelium

(1,868 words)

Author(s): Collins, A.Y.
[English Version] Die ntl. Forschung geht heute mehrheitlich davon aus, daß Mk das älteste Evangelium ist und daß die Autoren des Matthäus- und Lukasevangeliums es als Vorlage benutzten (vgl. Synoptische Frage). I. Verfasserschaft Die früheste Erwähnung des Mk ist die Notiz des Papias, geschrieben zur Zeit Hadrians, überliefert aber nur in einem Zitat bei Eusebius von Caesarea (h.e. III 39). Nach Papias war Markus der Übers. des Petrus, der genau, aber nicht der Reihenfolge nach, niedergeschrieben hat, was dieser gesagt hat. N…

Markusevangelium, geheimes

(325 words)

Author(s): Koester, H.
[English Version] .  Die einzigen Frgm. des GehMk sind zwei Zitate in einem um 1750 kopierten Brief von Clemens von Alexandrien (Echtheit ist umstritten), den Morton Smith 1958 im Mar Saba- (Sabas-) Kloster (18 km südöstlich von Jerusalem) entdeckte. Der Brief beantwortet die Anfrage eines gewissen Theodorus hinsichtlich des von den Karpokratianern (Karpokrates) benutzten »Geheimen Ev.«. Clemens bez. dieses Ev. als eine Fälschung des in Alexandrien von Markus selbst vf. Geheimen Ev., das aber nur …

Markus (Johannes Markus)

(16 words)

[English Version] Markus (Johannes Markus)Markusevangelium

Markus-Liturgie

(11 words)

[English Version] Markus-LiturgieLiturgie: II. Geschichte

Marlowe

(299 words)

Author(s): Meller, H.
[English Version] Marlowe, Christopher (getauft 26.2.1564 Canterbury – 30.5.1593 Deptford), neben W.Shakespeare und Ben Jonson der sprachgewaltigste Theaterdichter im elisabethanischen England, war Sohn eines Schuhmachers, Stipendiat in Cambridge, abenteuernder Spitzel im Geheimdienst, wurde als Homosexueller und Atheist denunziert und im Alter von 29 Jahren bei einer Wirtshausrauferei unter ungeklärten Umständen erstochen. Nach humanistischen Fingerübungen (Übers. von Ovids »Amores« und aus Lucans…

Mar Mattai

(295 words)

Author(s): Jacob, T.
[English Version] Mar Mattai, arab. Dair Mār Mātta, dt. »Herr Matthäus«, syr.-orth. Kloster auf dem Berg Maqlūb (syr. Alp̄ap̄, [Berg der] Tausend [Mönche]), nordöstlich von Mossul, das aus einer von M.M. gegründeten Einsiedlerkolonie hervorging. Der aus dem Dorf Abgaršat (bei Amida) stammende M.M. floh (nach seiner Vita und der Behnām-Legende, die teilweise beide identisch sind) aufgrund der Religionspolitik Kaiser Julians (361–363) auf pers. Gebiet. Dort bekehrte er Behnām und Sārā, die Kinder von Sanherib, dem König von Atōr (Assyrien). Das Kloster M.M. scheint früh Si…

Marnix

(397 words)

Author(s): Klueting, H.
[English Version] Marnix, Philipp (Filips), Heer van Sint-Aldegonde (1540 Brüssel – 15.12.1598 Leiden), flämischer Politiker und Gelehrter aus savoyischer Familie, die mit der Statthalterin Margarete von Österreich in die Niederlande gekommen war, vereinigte polit. Calvinismus, theol. Polemik und patriotische Dichtung. M. studierte in Löwen, Paris, Dôle und Padua und danach in Genf, von wo aus er 1561 als Calvinist in die Niederlande zurückkehrte. Nach dem Bildersturm von 1566 veröff. er im ostfrie…

Marokko

(745 words)

Author(s): Kogelmann, F.
[English Version] . Der arab. Name lautet al-Mamlaka al-maġribīya (»das westliche Königreich«). Der Begriff »Marokko« geht auf Marrakesch (arab. Marrākuš) zurück. M. liegt an der Schnittstelle von Europa, dem Nahen Osten und Westafrika. Eine klare ethnische Trennung von Berbern und Arabern ist nicht immer möglich. Etwa 60% der Bevölkerung spricht Arab., der Rest Berber-Sprachen. Bis zur arab.-isl. Durchdringung im 7./8.Jh. liegen zahlreiche Aspekte des kulturellen, polit., wirtschaftlichen und rel. Lebens der marokkanischen Bevölkerung im dunkeln. …

Maroniten

(677 words)

Author(s): Hage, W.
[English Version] . Die im Libanon beheimatete Maronitische Kirche führt sich auf einen Asketen Mar Maron (um 400) zurück. Ein nach ihm benanntes Kloster unsicherer Lokalisierung (Orontes-Gebiet Nordwest-Syriens), wohl nach Chalcedon (451) vom Kaiser zur Stärkung des chalcedonensischen Mönchtums in Syrien gegründet, hielt sich streng an dieses Bekenntnis im Acacianischen (Acacius von Konstantinopel) Schisma (Henotikon [482]) und vertrat auf dieser Basis im 7.Jh. den Monotheletismus, dem es auch na…

Marot

(303 words)

Author(s): Marti, A.
[English Version] Marot, Clément (23.11. ? 1496 Cahors – 10.9.1544 Turin). Als Hofdichter des franz. Königs Franz I. stand M. in Kontakt zum Königshaus, bes. zur ev. gesinnten Marguerite d'Angoulême, der Schwester des Königs und späteren Königin von Navarra. 1526 saß er wegen Fastenbruchs im Gefängnis, nach 1530 dichtete er erste Psalmbereimungen in Liedform, wohl angeregt durch Marguerites Kontakte mit Straßburg, wo 1525–1538 ein dt. Liedpsalter (Hugenotten: II.) entstand (Kirchenlied: I.,5.). 153…

Marouta

(182 words)

Author(s): Hage, W.
[English Version] von Tagrit (565? Šurzaq bei Balad, pers. Reich – 2.5.649), schon als Kind in klösterlicher Ausbildung, war M. Mönch an verschiedenen Orten (auch auf byz. Boden), seit 605 Lehrer in Mar Mattai, dann Klosterabt in Seleucia-Ctesiphon und wurde 628/29 erster syr.-orth. »Metropolit des Ostens« (Maphrian) in Tagrit (arab. Takrit, heute Nordirak). Er gründete Kirchen und Klöster und sorgte sich (schon in Mar Mattai) um die kirchl. Ordnung. Von ihm erhalten blieb ein Bericht über den Nest…

Marquette

(183 words)

Author(s): Carey, P.W.
[English Version] Marquette, Jacques (1.6.1637 Laon, Frankreich – 18.5.1675 nahe Ludington, MI), franz. Jesuit, Priester und Missionar in Kanada und im Mittelwesten der USA. Vor seiner Ordination 1665 lehrte M. an verschiedenen Schulen in Frankreich (1656–1665). Danach wurde er nach Trois-Rivières in Kanada beordert und studierte dort für zwei Jahre Sprache und Kultur der Algonkin- Indianer (: II., 1.). 1668 ging er nach Sault St. Marie, um die dortigen nordamer. Indianer zu evangelisieren. Nach 18…

Marranen

(10 words)

[English Version] MarranenConversos (Marranos)

Marrow-Kontroverse

(240 words)

Author(s): Ryken, P.G.
[English Version] Marrow-Kontroverse, ein scharfer Disput in der schottischen Staatskirche (Church of Scotland) zw. 1718 und 1723 über die calvinische Lehren von Gesetz und Gnade. Die M.-K. entzündete sich 1718 an der Wiederveröff. des erstmals 1645 in London erschienenen »The Marrow of Modern Divinity« (M.), ein volkstümliches Kompendium ref. und puritanischer Schriften. Das Buch hob Gottes Souveränität im Gnadenbund hervor, das freie Angebot des Evangeliums, die Vergewisserung Christi als der Ba…

Marsanes (NHC X, 1; Mar)

(20 words)

[English Version] Marsanes (NHC X, 1; Mar)Sethianismus

Marsay

(142 words)

Author(s): Strohm, C.
[English Version] Marsay, Charles Hector de (1688 Paris – 3.2.1753 Ampleben bei Wolfenbüttel), aus hugenottischem Adel stammend, quittierte 1711 unter dem Einfluß der Schriften der quietistischen Mystikerin A.Bourignon den Militärdienst, um in der wittgensteinischen Exulantenkolonie Schwarzenau bei Berleburg ein Leben der weltentsagenden Kontemplation zu führen. Seit 1712 lebte M. in geistl. Ehe mit Clara Elisabeth v.Callenberg an verschiedenen Orten ein unstetes Leben als Seelenführer und Autor myst…

Marsden

(180 words)

Author(s): Hutchinson, M.
[English Version] Marsden, Samuel (25.6.1765 Bogly, England – 12.5.1838 Windsor, Neusüdwales, Australien), Geistlicher, Landwirt und Missionsvorsteher. M. erhielt eine anglik. Collegeausbildung in Hull und Cambridge mit Unterstützung der evangelikalen Elland Society (W.Wilberforce). Diese sandte ihn 1793 als stellvertretenden Pastor in die Kolonie Neusüdwales, Australien, die als mögliche Basis für die Bekehrung nicht nur der importierten Gefangenen, sondern der Südseevölker insg. angesehen wurde. …

Marsh

(149 words)

Author(s): Carter, G.
[English Version] Marsh, Herbert (10.12.1757 Faversham, Kent, England – 1.5.1839 Peterborough, Cambridgeshire), anglik. Theologe und Bischof. M. studierte in Cambridge und wurde 1779 Fellow am St. John's College. Während seines Studiums in Deutschland bei J.D.Michaelis kam er mit der neuen Bibelwissenschaft in Berührung, später übersetzte er Michaelis' »Einleitung in das NT«. 1807 erfolgte M.s Ernennung zum Lady Margaret Prof. in Cambridge. Mit seinen begeistert aufgenommenen Vorlesungen zur Bibelkr…

Marsilio Ficino

(334 words)

Author(s): Köpf, U.
[English Version] (19.10.1433 Figline im Arnotal – 1.10.1499 Careggi bei Florenz). Als Sohn des Leibarztes Cosimos de' Medici wurde er von diesem gefördert und von einem Medizinstudium zur Philos. hingeführt. Er lernte gründlich Griech. und übers. und komm. v.a. Plato (1463–1469), Plotin (1484–1486) und eine Reihe weiterer neuplatonischer Autoren. In Florenz gründete er eine Platonische Akademie (: I., 5.), in der er zus. mit einem Kreis von Bürgern, an der Spitze Lorenzo de' Medici, intensiv die…

Marsilius

(240 words)

Author(s): Schulze, M.
[English Version] von Inghen (1335/1340 in oder bei Nijmegen – 20.8.1396 Heidelberg), Philosoph und Theologe, Studium in Paris, M.A. 1362; Studium der Theol. seit 1366; verschiedene Universitätsämter: Rektor (1367, 1371) und Prokurator der anglik. Nation (1363, 1373, 1374, 1375). M. erlebte in Rom das Schisma zw. Urban VI. (1378–1389) und Clemens VII. (1378–1394; Papsttum: II.), für den sich 1379 auf Druck des franz. Königs auch die Universität Paris entschied. M. kehrte von Rom aus nicht mehr nach…

Marsilius

(519 words)

Author(s): Miethke, J.
[English Version] von Padua (ca.1275/1290–1342/43), Gelehrter, wichtigster Vertreter der ma. aristotelischen Politiktheorie, Höfling und Arzt Kaiser Ludwigs IV., des Bayern. Aus einer Notarsfamilie Paduas stammend, studierte M. Artes und Medizin, zuerst in Padua, dann in Paris, wo der M.A. 1312 (für drei Monate) zum Rektor der Universität gewählt wurde. Im Universitätsauftrag besuchte M. die Kurie; er stand mit Ghibellinen Oberitaliens (Matteo I. Visconti und Cangrande della Scala) in Verbindung. A…

Martensen

(202 words)

Author(s): Graf, F.W.
[English Version] Martensen, Hans Lassen (12.8.1808 Flensburg – 3.2.1884 Kopenhagen), dänischer Theologe und Kirchenführer; als Schüler durch die Werke N.F.S.Grundtvigs geprägt, wandte er sich im Studium dem dt. Idealismus zu. Auf einer Studienreise knüpfte er 1834 Kontakte u.a. zu Ph.K.Marheineke, F.W.J.Schelling, F.X.v.Baader und N.Lenau. 1836 promoviert, seit 1840 in Kopenhagen Prof. für Syst. Theol., wurde der polit. umstrittene M. 1845 Hofprediger und 1854 als Bf. von Seeland höchster kirchl. V…

Martí

(142 words)

Author(s): Lampe, A.
[English Version] Martí, José (28.1.1853 Havanna – 19.5.1898 Boca de Dos Ríos), Dichter, Philosoph und Unabhängigkeitskämpfer. Vf. Prosa und Lyrik v.a. zum Thema Freiheit (Versos Libres, 1913). Eine umfassende Würdigung von M.s Werk fällt schwer: Christl.-sozial, antiklerikal, revolutionär und nationalistisch sind nur einige der Charakteristika, die zur Beschreibung seines Denkens herangezogen wurden. Sein Werk enthält deutlich wahrnehmbare christl.-ethische Elemente. Er selbst sah sich als Bürger …

Martianus Capella

(423 words)

Author(s): Hadot, I.
[English Version] (M.Minneus Felix C.; 4./5.Jh. n.Chr.). M. lebte in Karthago in Nordafrika und schrieb im Alter für seinen Sohn die neun Bücher »De nuptiis Philologiae et Mercurii« (De nupt.; Datierungen reichen von 380–500 n.Chr.) und eine separate Schrift über Metrik (s. de Nonno). – De nupt. hat die Form einer menippeischen Satire. Sie handelt in allegorischer Form ein neuplatonisches (Neuplatonismus) Kernthema ab: Philol. ist die Verkörperung des Wissens, das die menschliche vernünftige Seel…

Martin

(78 words)

Author(s): Hauptmann, P.
[English Version] von Troppau (Polonus; vor 1230 Troppau – 12.6.1278 Bologna), zunächst Dominikaner in Prag, dann päpstl. Kaplan und apostolischer Pönitentiar in Rom, am 21.5.1278 in Viterbo noch zum Erzbf. von Gnesen geweiht, ist v.a. als Chronist berühmt geworden. Seine anekdoten- und fabelreiche Chronik (: IV.) der Päpste und Kaiser war weitverbreitet und wurde so oft fortgesetzt und nachgeahmt, daß eine regelrechte Gattung von Martins-Chroniken entstand. Peter Hauptmann Bibliography A.-D.v.den Brincken (LThK 3 6, 1997, 1429) (Lit.).

Martin

(125 words)

Author(s): Decot, R.
[English Version] (Linius) von Cochem (13.12.1634 Cochem – 10.9.1712 Waghäusel), Kapuziner (1653), Theologe, geistl. Volksschriftsteller. Nach der Priesterweihe (1657/58) Lehrtätigkeit im Ordensstudium, Seelsorger, Visitator in den Bistümern Mainz (1682–1685) und Trier (1698/99), zwischenzeitlich als Volksmissionar in Passau, Linz und Prag. Er war einer der bedeutendsten Volks- und Erbauungsschriftsteller und Förderer der Passionsfrömmigkeit. Seine »Meßerklärung« (1695) und sein Gebetbuch (Güldener …

Martin

(168 words)

Author(s): Heil, U.
[English Version] von Braga (ca.515 Pannonien – 580 Braga, nördliches Portugal), pilgerte nach Palästina und wurde dort Mönch. Um 550 kam M. nach Gallaecia (Sueven), gründet in Dumio ein Kloster und wurde dort auch Bischof, als Dumio vom kath. gewordenen suevischen König zum Bistum erhoben wurde. Auf dem ersten Konzil von Braga der suevischen Kirche 561 noch Teilnehmer, leitete er 572 als Metropolit der suevischen Kirche das zweite Konzil, dessen zehn Kanones Fragen des kirchl. Alltags betrafen. Üb…

Martin

(309 words)

Author(s): Brennecke, H.C.
[English Version] von Tours (ca.316–397; Fest 11.11.). Die Martinsschriften des Sulpicius Severus sind die einzigen zeitgenössischen Quellen (Epistulae et dialogae [CSEL 1]; Vita Martini [SC 133–135]). In der ca.395/397 vf. Vita, die verschiedene Episoden nur lose miteinander verknüpft und nach M.s Tod in drei Briefen und drei bzw. zwei Dialogen ihre Fortsetzung findet, zeichnet Sulpicius M. nach seinen monastischen Idealen. Ca. 316/17 (widersprüchliche Chronologie) als Sohn eines Tribuns im pannon…

Martin

(137 words)

Author(s): Delcamp, R.
[English Version] Martin, Frank Théodore (15.9.1890 Genua – 21.11.1974 Naarden), Schweizer Komponist. Als jüngstes Kind aus einer calvinistischen Pfarrfamilie stammend, begann M. bereits mit acht Jahren zu komponieren. Sein einziger musikalischer Lehrer war Joseph Lauber, bei dem er Klavier-, Theorie- und Kompositionsunterricht erhielt. – Nach dem 1. Weltkrieg lebte M. in Zürich, Paris und Rom; 1926 kehrte er nach Genua zurück, um dort mit Emil Jaques-Dalcroze (1865–1950) zusammenzuarbeiten. Seit 1…

Martini

(135 words)

Author(s): Kampmann, J.
[English Version] Martini, Matthias (1572 Freienhagen, Waldeck – 21.6.1630 Kirchtimke bei Bremen), nach Ausbildung in Korbach und Herborn (Reformierte Hohe Schulen in Deutschland) 1594 nassau-dillenburgischer Hofprediger, ab 1595 auch Prof. in Herborn; 1598 Pädagogarch/Adjunkt des Stadtpfarrers in Siegen; 1607 Stadtpfarrer in Emden; seit 1610 in Bremen Theologieprof. und Rektor. Theol. geprägt wurde M. u.a. durch C.Olevian; seine Föderaltheologie entwickelte sein Schüler J.Coccejus später weiter. S…

Martini

(117 words)

Author(s): Wallmann, J.
[English Version] Martini, Jakob (16.10.1570 Langenstein bei Halberstadt – 30.5.1649 Wittenberg). Studium in Helmstedt und Wittenberg, 1597 Rektor in Norden, Ostfriesland, 1602 Prof. der Logik und Metaphysik in Wittenberg, 1613 zusätzlich der Ethik, 1623 Prof. der Theol. M. folgte C.Martini in der Neubegründung der Metaphysik, die er in drei Werken bearbeitete. In seinem »Vernunft-Spiegel« (1619), einem der ersten philos. Werke in dt. Sprache, bekämpfte er ramistische und philosophiefeindliche Tend…

Martini

(103 words)

Author(s): Wallmann, J.
[English Version] Martini, Cornelius (1568 Antwerpen – 17.12.1621 Helmstedt). Studium in Rostock bei D.Chyträus und J.Caselius. 1592 Prof. der Logik in Helmstedt, Teilnehmer am Religionsgespräch in Regensburg (1601). Als wohl erster an einer prot. Universität las M. über die aristotelische Metaphysik. Er gilt als Begründer der prot. Schulmetaphysik (Disputationes metaphysicae, 1604–1606), prägte den späthumanistischen Charakter der nicht an die Konkordienformel gebundenen Universität Helmstedt und …

Martin-Luther-Bund

(329 words)

Author(s): Dörfler-Dierken, A.
[English Version] . Mit den Auswanderungen des 19.Jh. entstanden in der dt. Erweckungsbewegung mehrere unabhängig voneinander arbeitende Missionsgesellschaften für die Deutschen in Nordamerika. Die Führungskrise bei den Stephaniten (Missouri-Synode) führte 1840 in Dresden zur Gründung des ersten explizit konfessionell bestimmten »Verein(s) zur Unterstützung der luth. Kirche in Nordamerika«. Ihm folgte 1853 in Hannover der »Gotteskasten«, das Vorbild für entsprechende Vereine in Lauenburg (1857), B…

Martin V.

(149 words)

Author(s): Schneider, H.
[English Version] Martin V., Papst 11.11.1417–20.2.1431 (Oddo Colonna, geb. 1368), päpstl. Protonotar, 1405 Kardinal. Die (nach bes. Modus erfolgte) Wahl zum Papst auf dem Konzil von Konstanz beendete das Abendländische Schisma (Papsttum: II.). M.s Bemühungen um die Kirchenreform (Konkordate; Reformgutachten) und um die Eindämmung von Konziliarismus (Konziliarität) und Gallikanismus dienten der Erneuerung der päpstl. Autorität. Effizient reorganisierte er den zerrütteten Kirchenstaat und betrieb de…

Martyn

(171 words)

Author(s): Stanley, B.
[English Version] Martyn, Henry (18.2.1781 Truro, England – 16.10.1812 Tokat, Türkei), bereitete den Weg für einen wiss. Zugang zur christl. Mission im Bereich des Islam. Nach einer brillanten Karriere in Cambridge reiste M. 1805 als Geistlicher der Ostindien-Gesellschaft nach Indien. In Bihar begann er, das Book of Common Prayer und das NT in die Urdu-Sprache zu übers.; unterstützt wurde er darin von Nathaniel Sabat, einem musl. Konvertiten, der später mit M. bei arab. und pers. Übers. des NT zusa…

Märtyrer

(5,937 words)

Author(s): Beinhauer-Köhler, B. | Wischmeyer, W. | Köpf, U. | Strohm, C. | Hauptmann, P. | Et al.
[English Version] I. Religionsgeschichtlich Der Terminus Martyrium (griech. μαρτυ´ριον/martýrion) wurde im frühen Christentum geprägt und bez. dort ein tödliches Selbstopfer als Glaubenszeugnis im Konflikt der Rel. Hist. und syst. Bezüge finden sich in vielen Kontexten, wobei vergleichbare Begriffe leicht anderes implizieren, z.B. der isl. šahīd, »Zeuge«, der vornehmlich im Kampf fällt und sich diesem Schicksal motiviert durch die Hoffnung auf das Paradies (: V.) aussetzt. Beim christl. Martyrium und nah verwandten Formen steht das Erdulden von Verfolgung b…

Märtyrerakten

(974 words)

Author(s): Wischmeyer, W.
[English Version] . C.Baronius nahm bei seinen Neuausg. des Martyrologium Romanum (ab 1583, vgl. bes. die beigegebene »De martyrologio Romano praecapitulatio dicendorum«) den Ausdruck acta martyrum aus Pontius' Vita Cypriani 11 (vgl. Cyp. ep. 77,2) auf und verstand die in Protokollform überlieferte Märtyrerlit. als originale Prozeßakten oder als Protokolle kirchl. notarii (Kombination von Cyp. ep. 12,2,1 mit LP 1, 148), die als Dokumentation der liturgischen Erinnerung zugrunde liegen. 1643 begann…

Märtyrerverehrung

(590 words)

Author(s): Wischmeyer, W.
[English Version] . Die M. und die ihr entsprechende Beschreibung in der Märtyrerlit. hat den Märtyrer geprägt und manchmal auch erst geschaffen. Sie hat dem Typus des Märtyrers seine charakteristischen Züge verliehen, die auch nach dem Ende der Konfrontationssituationen weiterlebten. Das Charisma des Märtyrers wurde bei den differenzierten Sozialisations- und Akkulturationsvorgängen der verschiedenen christl. Gemeinden im röm. Reich der Prinzipatszeit und der Spätantike zu den großkirchl. Verbänd…

Martyrion

(691 words)

Author(s): Koch, G.
[English Version] (griech.) oder Memoria (lat.) bez. in frühchristl. Zeit einen Ort des »Zeugnisses« und des »Gedenkens«, der eine Möglichkeit für eine Verehrung bietet (vgl. auch Heilige Stätten: IV.). Dieser Ort kann eine Stätte des bibl. Geschehens oder des Wirken Christi im Hl. Land und seiner Umgebung sein. Dazu gehören z.B. der Platz des brennenden Dornbusches im Osten der Kirche des Katharinen-Klosters am Sinai (Sinai-Kloster); der Baum in Mamre, an dem Gott in der Trinität Abraham erschie…

Martyrium

(5 words)

[English Version] MartyriumMärtyrer

Martyrium des Jesaja

(22 words)

[English Version] Martyrium des JesajaHimmelfahrt und Martyrium des Jesaja

Martyrologien

(282 words)

Author(s): Sode, C.
[English Version] . Im Gegensatz zu allg. Vorstellungen der Zeit war für die Christen von Anfang an der Todestag der wahre dies natalis, bes. bei Märtyrern. Bereits Cyprian von Karthago (ep.12,2: CSEL 3/2, 503) empfahl, ein Verzeichnis der dies natales zu führen. Die ältesten Aufzeichnungen sind sog. Kalendarien, die für den Gebrauch einzelner Kirchen die jeweiligen Feste nennen (Kalender: III., 1., b), wie die Depositio martyrum und die Depositio episcoporum vom röm. Chronographen des Jahres 354,…

Marx

(471 words)

Author(s): Zenkert, G.
[English Version] Marx, Karl (5.5.1818 Trier – 14.3.1883 London), sozialistischer Theoretiker, gemeinsam mit F.Engels Begründer des hist. Materialismus (s.a. Marxismus). In seinem philos. Denken ist M. insbes. G.W.F.Hegel und den Linkshegelianern verpflichtet, von denen er sich jedoch bald distanzierte. Seine eigene Perspektive findet M. v.a. durch die Auseinandersetzung mit der Religionskritik L.Feuerbachs. Dieser stellt Hegels Deutung der christl. Rel. die Auffassung entgegen, daß der Mensch sich…

Marx

(156 words)

Author(s): Wirsching, A.
[English Version] Marx, Wilhelm (15.1.1863 Köln – 5.8.1946 Bonn). Als Sohn eines kath. Volksschullehrers ergriff M. die Juristenlaufbahn, zuletzt als Landgerichtspräsident in Limburg. Für die Zentrumspartei (Parteien) wurde er 1899 in den Preußischen Landtag, 1910 in den Reichstag gewählt. In der Weimarer Republik bekleidete M. hohe und höchste Partei- und Staatsämter. Mit insg. vier Kabinetten amtierte er als Reichskanzler (30.11.1923−15.1.1925 und 17.5.1926−29.6.1928); bei der Wahl des Reichspräs…
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