Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Maria und Martha

(221 words)

Author(s): Kitzberger, I.R.
[English Version] . Unverheiratete Schwestern, die nach Lk in einem Dorf in Galiläa, nach Joh in Bethanien (nahe Jerusalem) lebten. M. und M. werden nur in Lk 10,38–42 und Joh 11,1–44; 12,1–8 (Bruder Lazarus) erwähnt. Sie werden als seßhafte Jüngerinnen Jesu (s. Liebe Jesu zu ihnen in Joh 11,3.5; vgl.13,1 »die Seinen«), die die Jesusbewegung ideell und materiell unterstützten (vgl. Mk 11,1–12.19 parr.; Jüngerschaft, Liebe, Gastfreundschaft, Haus/Hausgemeinde) vorgestellt. Die ungewöhnlichen Famili…

Marienbilder/Mariendarstellungen

(1,458 words)

Author(s): Merz, B.
[English Version] Marienfrömmigkeit (Marienverehrung) und Mariendarstellungen (M.d.) haben sich in der Gesch. der Christenheit stets wechselseitig beeinflußt. Beide spiegeln – insbes. im Westen – die jeweils zeit- und lokalbedingte Lebenswirklichkeit. Neben dem Christusbild hat sich das Marienbild (M.b.) in zunehmender Vielfalt zum häufigsten Gegenstand christl. Kunst entwickelt.…

Mariendichtung

(1,785 words)

Author(s): Küsters, U.
[English Version] I. Begriff M. ist Sammelbegriff für eine Gruppe lit. Texte durchaus unterschiedlicher Form und Gattung. Als rel. Gebrauchstexte angelegt, entwerfen sie spezifische heilsgesch. und lebensweltl. Rollen der Gottesmutter (Maria, Mutter Jesu). Die abendländische Tradition seit der Spätantike, die wichtige Impulse der griech. Ostkirche verdankt, erlebte ihre Blüte im hohen und späten MA. Die durch die neuen Orden des 12. und 13.Jh. (Mönchtum) intensivierte Marienverehrung (: I.) mit ihr…

Marienerscheinungen

(539 words)

Author(s): Beinert, W.
[English Version] lassen sich beschreiben als Wahrnehmungen, durch die eine oder mehrere Personen (»Seher« oder, so meistens, »Seherinnen«) mittels optischer und/oder akustischer Eindrücke oder Erlebnisse Maria, die Mutter Jesu, allein oder in Begleitung anderer überirdischer Personen (v.a. ihres Kindes) als ihnen gegenwärtig erfahren. Einschlägige Berichte ziehen sich durch alle Jh. der K…

Marienfeste

(572 words)

Author(s): Alexander, J.N.
[English Version] . Die M. haben ihren Ort sowohl im liturgischen Jahreskreis (Temporale; Kirchenjahr), der dem Gedenken an Leben und Zeugnis Jesu gewidmet ist, als auch unter den Heiligenfesten (Sanctorale; Heilige/Heiligenverehrung), die die Teilhabe der Christen vergangener Zeiten am Ostermysterium des auferstandenen Christus in Erinnerung rufen. Texte aus Jerusalem und Rom aus der 2. Hälfte des 4.Jh. lassen einen wachsenden Anteil marianischer Themen in den Festen von Epiphanias (Epiphanie: V.…

Marienikonen

(11 words)

[English Version] MarienikonenIkone, Marienbilder

Marienkunde

(5 words)

[English Version] MarienkundeMariologie

Marienverehrung

(1,977 words)

Author(s): Petri, H. | Thöle, R. | Merz, B.
[English Version] I. Katholisch In der kath. Kirche hat die Verehrung der Mutter Jesu seit jeher eine bes. Rolle gespielt. Unterscheiden kann man zw. dem Lobpreis Marias und ihrer Anrufung um Hilfe und Fürsprache bei Gott und ihrem Sohn. Die M. ist Ausdruck der Frömmigkeit des gläubigen Volkes und ein Reflex des Glaubens an die Funktion Marias im göttlichen Heilswerk. Religionspsychologische Gegebenheiten und heidnische Einflüsse mögen Anteil an Entstehung und Ausgestaltung der M. gehabt haben; ein…

Mārī ibn Sulaimān

(121 words)

Author(s): Tamcke, M.
[English Version] (Mitte 12.Jh. n.Chr.), aus der Kirche des Ostens (»Nestorianer«; Nestorianismus) stammender Vf. des »Buches des Turmes zum Ausschauen und Kämpfen«. Das Buch ist eine sieben Kap. umfassende Summa theologica mit einem hist. Teil zu den Patriarchen seiner Kirche, der wichtige Informationen für die Gesch. der Beziehungen der Kalifen von Bagdad zur ostsyr. Kirchenleitung enthält (Syrien: V., 2.). Die Chronik führt bis in die Zeit des …

Marillac

(181 words)

Author(s): Albrecht, R.
[English Version] Marillac, Louise de (12.8.1591 bei Paris – 15.3.1660 Paris). M., die 1934 heiliggesprochen wurde (Fest 15.3.), gründete gemeinsam mit Vincentius a Paulo 1633 in Paris die »Filles de la Charité«, eine Gemeinschaft von Frauen, die nur einfache Gelübde ablegten und damit nicht dem Klausurgebot der Frauenorden unterlagen. Diese Lösung ermöglichte es, bei der Versorgung von Armen, Kranken, Waisenkindern und Gefangenen aktiv zu werden (spätere Bez.: Barmherzige Schwestern [Barmherzige Br…

Mariologie

(2,414 words)

Author(s): Beinert, W. | Felmy, K.C. | Birmelé, A.
[English Version] I. Geschichtlich Die Bez. M. für das theol. Interesse an der Mutter Jesu Christi (Maria) – und die sich daraus bildende syst. Unterdisziplin der Dogmatik – taucht erstmals im Titel »Summa sacrae Mariologiae« bei Placido Nigido (Palermo 1602, 21623) auf, in der Nebenform »Marialogie« 1669 bei Vincent Contenson (s.u.); danach verschwand der Begriff bis zum 19.Jh. Die Sache selber gehört aus christologischen Gründen seit dem NT mit wachsender Ausfaltung zum Reflexionsbereich theol. Denkens. Man kann bei diesem Vorgang …

Maristen/Maristen-Schulbrüder.

(234 words)

Author(s): Eder, M.
[English Version] 1. Maristen (M.; Societas Mariae, SM), 1816 in Belley bei Lyon von Jean-Claude-Marie Colin (1790–1875) als Priesterkongregation zu umfassender pastoraler Tätigkeit in marianischer Haltung gegründet. Seit 1836 Missionsarbeit in Ozeanien. Kontinuierliche Ausbreitung in Europa (in Deutschland seit 1900: Missionsschule Ahmsen bei Meppen), Nordamerika und Australien, nach 1945 auch in Afrika und Lateinamerika. I.J. 2000 ca.1500 Mitglieder (Generalat: Rom; dt. Provinzialat: Fürstenzell bei Passau). 2. M.-Schulbrüder (Kleine Brüder Mariens; Insti…

Maritain

(512 words)

Author(s): Nickl, P.
[English Version] Maritain, Jacques (18.11.1882 Paris – 28.4.1973 Toulouse), mit über 60, z.T. in mehr als 20 Sprachen übers. Büchern wohl der bedeutendste philos. Vertreter des Neothomismus. – Im liberalen Protestantismus erzogen, fand M. mit seiner Frau Raïssa durch den Dichter Léon Bloy (1846–1917) 1906 zum kath. Glauben. Er distanzierte sich von der Philos. H.Bergsons, dessen leidenschaftlicher Anhänger er zuvor gewesen war. 1910 erfolgte die »Konversion« zum Thomismus, dann eine scharfe Abrechnung mit dem früheren Lehrer (La Philosophie bergsonienne, 1914). M. übernahm eine Professur am Institut Catholique. – Mit »Art et scolastique« (1920) gelang es ihm, Grundbegriffe des ma. Denkens ästhetisch fruchtbar zu machen. Der Dialog M.s mit modernen Künstlern gipfelte im Briefwechsel mit Jean Cocteau (1889–1963): »Réponse à Jean Cocteau«, 1926, dt. »Der Künstler und der Weise«. So konnte N.Berdjaev sagen, M. habe als erster den Thomismus in die Kultur eingeführt. – Die Verurteilung der Action Française (Katholische Aktion), der M. nahegestanden hatte, durch Pius XI. Ende 1926 nötigte M., seinen eigenen polit. Standpunkt neu zu überdenken. In seinem berühmtesten Werk, »Humanisme intégral« (1936, dt. »Christl. Humanismus«) entwirft M. eine nachkapitalistische, vom Primat der Person ausgehende soziale Ordnung. In ihr soll der Geist des Evangeliums, von christl. Gruppen (nicht Parteien) in die Politik getragen, die Gefahr totalitärer Herrschaft bannen. – M.s Ansatz zu einer Synthese von moderner Naturwiss. und metaphysischer Tradition findet sich in dem epistemologischen Hauptwerk »Les degrés du savoir« (1932, dt. »Die Stufen des Wissens«). – M., der sich 1940 in den USA aufhielt, blieb dort im Exil, die Gestapo untersuchte indes sein Haus in Meudon, nachdem er Anfang des Jahres ein Manifest gegen Hitler veröff. hatte: »De la justice politique. Notes sur la présente guerre«. 1945 ernannte ihn Charles De Gaulle zum franz. Botschafter beim Vatikan. 1947 leitete M. die franz. Delegation auf der UNESCO-Vollversammlung in Mexiko. Die 1948 von der UNO verabschiedete Allg. Erklärung der Menschenrechte trägt seine Handschrift. – 1948 nahm er einen Lehrstuhl in Princeton an. – M., dessen Thomismus zunächst kämpferisch und »antimodern« ausgerichtet war, wurde schließlich zum Vordenker des Vaticanum II (Erklärung über die Religionsfreiheit). – Nach dem Tod seiner Frau (1960) zog er sich zu den Kleinen Brüdern Jesu nach Toulouse zurück und trat 1970 in deren Orden ein. – M. stand mit vielen dt. Intellektuellen in Verbindung (Briefwechsel im Centre M. in Kolbsheim, Elsaß, archiviert, z.T. unediert): hingewiesen sei auf G.A.Briefs, R.Guardini, Th.Haecker, Dietrich v. Hildebrand (1889–1977), E.Peterson, E.Stein, Peter Wust (1884–1940). Rezipiert wurde M. auch von H. und S.Scholl.…

Marius Claudius Victor

(166 words)

Author(s): Pollmann, K.
[English Version] (besser: Victorius; gest. zw. 425 und 450 n.Chr.), Rhetoriklehrer in Marseille; nicht zu verwechseln mit dem Philosophen und Theologen Marius Victorinus. Er vf. ein drei Bücher umfassendes, hexametrisches Bibelepos »Alethia« (»Wahrheit«), welches Gen von der Schöpfungsgesch. bis zu Sodom und Gomorra frei paraphrasiert. Da Gennadius von Marseille (vir.ill. 61, Richardson) von vier Büchern spricht, ist vielleicht ein viertes Buch verloren. Neben didaktischen Elementen, die der Bel…

Marius Mercator

(168 words)

Author(s): Löhr, W.
[English Version] (gest. vor 450), ist ein antiker christl. Autor, der sich sowohl zum Streit um die Gnadenlehre als auch zur christologischen Debatte äußerte. Um 418 n.Chr. publizierte er in Rom gegen die von Papst und Kaiser verurteilten Pelagianer (Pelagius), 429, nunmehr Mönch in einem thrakischen Kloster mit V…

Marius Victorinus

(403 words)

Author(s): Drecoll, V.H.
[English Version] Marius Victorinus, Gaius (ab dem 16.Jh. mit dem Beinamen Afer; vor 300 [?] – nach 363 und deutlich vor 386), Rhetor und philos. geprägter Theologe, der bes. durch seine Vermittlung griech. Gedanken großen Einfluß auf die lat. Theol. (Ambrosius von Mailand, Augustin) ausübte. Als paganer rhetor urbis wurde er vermutlich in den Senatorenstand aufgenommen und 354 durch eine Statue auf dem Trajansforum in Rom geehrt. Aus dieser Zeit stammen vermutlich seine rhetorischen Werke, die sich…

Markell

(362 words)

Author(s): Feige, G.
[English Version] von Ancyra (um 280–374), als Antiarianer z.T. positiv rezipiert, überwiegender aber als monarchianistisch (Monarchianismus) gesinnter »neuer Sabellius« oder Anhänger des Paul von Samosata bekämpft, gilt heutzutage als einer der bedeutenderen Theologen seiner Zeit. – Bereits 314 Bischof von Ancyra, profilierte…

Markion/Markioniten

(1,530 words)

Author(s): May, G.
[English Version] . Markion (M.; ca.85–ca. 160) war der erfolgreichste Häretiker des 2.Jh.; er gründete, als die kath. Kirche sich ihm verschloß, eine Gegenkirche, für die er seinerseits Katholizität beanspruchte. M. stammte aus Pontus, dort wahrscheinlich aus Sinope am Schwarzen Meer. Er war von Beruf Schiffseigner und Seehändler. Im übrigen ist die biogr. Überlieferung antihäretisch gefärbt. Frühe theol. Konflikte in Kleinasien sind hist. zweifelhaft. Die Exkommunikation durch den eigenen Vater, den Bischof von…

Märklin

(220 words)

Author(s): Graf, F.W.
[English Version] Märklin, Christian (23.6.1807 Maulbronn – 18.10.1849 Heilbronn). Der aus alter Württemberger Theologenfamilie stammende M. durchlief in der sog. Geniepromotion gemeinsam mit D.F.Strauß, F.Th.Vischer, Wilhelm Zimmermann u.a. seit 1821 die Institutionen der württembergischen Theologenausbildung. Im Blaubeurer Seminar und Tübinger Stift vermittelte F.Ch.Baur Begeisterung für die Theol. F.Schleiermachers, die bald einer tiefen Faszination für G.W.F.Hegels »absolute Philos.« wich. Nach…
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