Religion in Geschichte und Gegenwart

Get access Subject: Religious Studies

Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

For more information: Brill.com

Nabatäerreich

(753 words)

Author(s): Wenning, Robert
[English Version] . Bei der ersten hist. Bezeugung 311 v.Chr. (Diodorus Siculus, Geographia 2,48f.; 19,94–100) werden die Nabatäer als nomadischer Stamm beschrieben, dem der Handel auf der Weihrauchstraße von Dedan in Nordarabien nach Gaza oblag. Ihre Herkunft bleibt unklar (vgl. Knauf). Frühestens ab dem späten 3.Jh. v.Chr. setzt ein Prozeß ein, bei dem sich wichtige Handelsposten zu permanenten Zeltsiedlungen (Hausarchitektur ab frühröm. Zeit) entwickelten (Petra). Vielleicht kann man erst von e…

Nabel

(363 words)

Author(s): Vollmer, Ulrich
[English Version] , religionsgeschichtlich. Während N. und Nabelschnur (griech. ο᾿μϕαλο´ς/omphalo´s, lat. umbilicus) im religionswiss. Kontext der Divination nur eine periphere Rolle spielen (die Begriffe Umbilicomantie bzw. Omphalomantie und entsprechende Beschreibungen begegnen erst in Traktaten des 16.Jh.) und sich die gelegentlich berichtete Verwendung der Nabelschnur in den weiteren Zusammenhang der kontagiösen Magie einfügt, spielt der N. als sinnfälliges Symbol für den Mittelpunkt einerseits in ve…

Nabis

(185 words)

Author(s): Kitschen, Friederike
[English Version] Nabis, Künstlergruppe und Freundschaftsbund, 1888 von Paul Se´rusier in Paris gegründet – u.a. mit Pierre Bonnard, Maurice Denis, ab 1890 mit E´douard Vuillard, Ker-Xavier Roussel, Paul Valloton, Aristide Maillol u.a. Die Bez. N. ist abgeleitet von hebr. N ebi'i^m, »Propheten bzw. Erleuchtete«, und betonte den idealistischen und symbolistischen Kunstanspruch der Gruppe gegenüber der illusionistischen Nachahmungsästhetik der Akademie des Beaux-Arts. Der Bildgegenstand soll hinter die Ausdrucksmittel zurücktreten: Mit…

Nachbarschaft

(307 words)

Author(s): Daiber, Karl-Fritz
[English Version] . Alltagssprachlich ist Nachbar, wer »nebenan« wohnt, der, den man sieht, zumindest vom Sehen kennt, der, den man hört, an dessen Leben man ungewollt teilnimmt. Nachbarn kann man in der Regel nicht wählen. Man findet sie vor und muß sich zu ihnen verhalten, in Desinteresse, Anteilnahme oder Konflikt. Nachbarn gehören zum Wohnumfeld. Dieses kann sehr unterschiedlich in seiner Struktur und in seiner räumlichen Ausdehnung sein. Im einen Fall ist es ein Mehrfamilienhaus, im anderen e…

Nachfolge Christi

(3,699 words)

Author(s): Sim, David | Köpf, Ulrich | Ulrich, Hans G.
[English Version] I. Neues Testament 1.Nachfolge Jesu in den Evangelien Ein wichtiger Aspekt der Darstellung des Wirkens Jesu in den Evv. ist sein Ruf zur N. Dieser Ruf ergeht bedingungslos und fordert unmittelbare Entscheidung. Wenn die Jünger Jesu Einladung, ihm zu folgen, vernehmen, gehorchen sie sofort und folgen ihm (α᾿κολουϑει˜n̆/akolouthei´n; Mk 1,16–20 parr.; 2,13–14 parr.; vgl. Lk 5,1–11; Joh 1,35–51). Andere verkennen jedoch den bedingungslosen und unmittelbaren Charakter seines Rufes und verpassen so die Gelegenheit, Jesus zu folg…

Nachhaltigkeit

(233 words)

Author(s): Bayer, Stefan
[English Version] soll i.allg. Dauerhaftigkeit bedeuten. Im Umweltkontext (Umwelt/Ökologie) werden die Begriffe N., Sustainability, nachhaltige Entwicklung, Sustainable Development etc. in der Regel synonym verwendet, obgleich sich auch in den angesprochenen Begriffen unterschiedliche Bedeutungen verbergen: N. beschreibt einen momentanen Zustand (Bestandsgröße), wohingegen sich im Begriff nachhaltige Entwicklung ein Prozeß ausdrückt (Stromgröße). Die am weitesten verbreitete Definition einer nachh…

Nachman ben Simcha

(296 words)

Author(s): Dan, Joseph
[English Version] von Brazlav (1771 Medshibosh, Ukraine – 1811 Uman, ebd.). Rabbi N. ben S. gehörte zu den einflußreichsten Führern der chassidischen Bewegung (Chassidismus). Obwohl er ein Urenkel des Baal Shem Tov, des Gründers des Chassidismus, war, hatte sich nur eine kleine Gruppe von Schülern um ihn geschart. Auf seiner Pilgerreise in das Land Israel (1798) konnte er der Belagerung von Akko durch Napoleon I. an Bord eines türkischen Kriegsschiffes entkommen. Nach Europa zurückgekehrt, predigte…

Nachmanides

(331 words)

Author(s): Dan, Joseph
[English Version] (Moses ben Nachman, Akronym »Ramban«; 1194 Gerona – 1270 Akko), Rabbi, Arzt, Prediger, Exeget und große halakhische Autorität. N. war in der 1. Hälfte des 13.Jh. der geistige Führer der span. Juden (Judentum: II.) und das Oberhaupt der kabbalistischen Schule (Kabbala: II.) von Gerona, wo Rabbi Ezra und Rabbi Azriel zu seinen Lehrern zählten. In Disputationen mit seinen christl. Zeitgenossen trat er apologetisch für das Judentum ein. Sein exegetisches Werk zum Pentateuch, in dem der traditionelle, midrashische Komm. mit ma. linguistischer A…

Nachrichtentechnik

(305 words)

Author(s): Evers, Dirk
[English Version] . Im weitesten Sinne umfaßt N. die gesamte Technik der Erzeugung, Übertragung und Verarbeitung von Nachrichten einschließlich der Steuer- und Regeltechnik, im eigentlichen Sinne aber nur die elektrische N. als Optimierung der Zeichenübermittlung mit Hilfe elektrischer Signale. Nach Erfindung des ersten elektrischen Telegraphen (Morse) ermöglichte später das Telefon die Fernkommunikation als Alltagsphänomen. Die rasante Entwicklung der Funktechnik führte zur medialen Massenkommuni…

Nächstenliebe

(2,259 words)

Author(s): Mühling-Schlapkohl, Markus | Mathys, Hanspeter | Avemarie, Friedrich | Lindemann, Andreas | Herms, Eilert
[English Version] I. Zum BegriffN. ist die Haltung der Liebe von geschöpflichen Personen zu konkreten nächsten geschöpflichen Personen als Ebenbildern Gottes (Gottebenbildlichkeit) und schließt die Feindesliebe (Mt 5,44=Lk 6,27; Feind/Feindesliebe) mit ein. Im Doppelgebot der Liebe (Mk 12,29–31 parr.), das Ausdruck der Wohlordnung der Schöpfung ist, bündeln sich nach reformatorischer Ansicht die Forderungen des Gesetzes (vgl. Luther, BSLK 586). Nach diesem Doppelgebot ist die N. dem Menschen nach d…

Nacht

(767 words)

Author(s): Grethlein, Christian
[English Version] Nacht, praktisch-theologisch. Der N. (Tag und Nacht) kommt für das Befinden der Menschen und damit auch deren rel. Praxis bes. Bedeutung zu (zum religionsphänomenologischen Befund s. Reimbold). Nicht nur in Kulturen ohne elektrischen Strom ist die N. ein ambivalent erfahrener Raum, wobei – wie nicht zuletzt die symbolische Verwendung von N. zeigt – die Angst vor Finsternis (Licht und Finsternis) und Zerstörung überwiegt, aber u.a. auch die Ruhe der N. als wohltuend empfunden werde…

Nacktheit

(10 words)

[English Version] Kleidung und Nacktheit

Nadere Reformatie

(210 words)

Author(s): Kaufmann, Thomas
[English Version] . Der Begriff N.R. bez. die unter personell (W. Amesius) bzw. lit. vermitteltem puritanischen Einfluß im niederländischen Reformiertentum (reformierte Kirchen) entstandene Bewegung einer »näheren« im Sinne von »weitergehenden«, »zweiten Reformation« der persönlichen Lebensgestaltung der Gläubigen, die die in der »ersten Reformation« erreichte Erneuerung der Lehre im Sinne einer ethisch verbindlichen, asketisch geprägten Frömmigkeitspraxis zu vertiefen und weiterzuführen beabsicht…

Nagara

(176 words)

Author(s): Dan, Joseph
[English Version] (Nagˇara), Israel ben Moses (ca.1555 Damaskus – ca.1625), gilt als der große Dichter des »Goldenen Zeitalters« jüd. Kultur im 16.Jh. in Safed. Infolge der Zerstörung der jüd. Gemeinden in Spanien (1492) erlebte diese obergaliläische Ortschaft, in der verschiedene kabbalistische Schulen (Kabbala: II.) ansässig waren, eine neue Blütezeit. Obwohl N. oft als kabbalistischer Dichter angesehen wird, spielt die Kabbala in seinem Werk keine bedeutende Rolle. Einige Jahre lang amtierte er …

Nāgārjuna

(322 words)

Author(s): Oetke, Claus
[English Version] (ca.2–3.Jh. n.Chr.), gilt als Begründer der Madhyamaka-Lehre (Mādhyamika) und der ersten philos. Schule des Mahāyāna-Buddhismus. Den Legenden zufolge hat N. den größten Teil seines Lebens in Südindien im Āndhra-Reich verbracht. Ebenso wie die Berichte über sein Leben sind auch die überlieferten Angaben bzgl. der schriftstellerischen Tätigkeit N.s zweifelhaft. N.s Grundwerk ist ein aus 27 Kap. bestehender philos. Traktat, die »Mūlamadhyamakakārikās« (MMK). Der überwiegende …

Nagel

(173 words)

Author(s): Wolfes, Matthias
[English Version] Nagel, Julius (17.9.1809 Bahn, Pommern – 17.1.1884 Breslau), seit 1835 Pfarrer in Colzow, Insel Wollin. Obwohl während des Theologiestudiums in Berlin von F. Schleiermacher beeinflußt, vertrat N. eine streng unionskrit. Haltung. Sie führte 1847 zur Niederlegung des 1841 übernommenen Pfarramtes in Trieglaff, Provinz Pommern, und zum Austritt aus der Ev. Kirche Preußens. N. schloß sich der separierten, offiziell nicht anerkannten Luth. Kirche in Preußen an und wurde hier seit den fr…

Nag Hammadi

(1,258 words)

Author(s): Bethge, Hans-Gebhard
[English Version] I. Allgemein Bei N.H. handelt es sich um eine oberäg., am Westufer des Nils gelegene Industriestadt, ca.125 km flußabwärts von Luxor. Am nahen Jabal al-Tarif wurden im Dezember 1945 von einem Bauern zufällig in einem in einer Höhle deponierten Krug zwölf in der 1. Hälfte des 4.Jh. n.Chr. hergestellte Codices sowie der Rest eines weiteren mit vielen Originalzeugnissen der Gnosis und weiteren Texten in kopt. Sprache gefunden. Zu konstatieren ist eine sachliche Verwandtschaft der N.-…

Nagid

(273 words)

Author(s): Dan, Joseph
[English Version] (hebr. נָגִיד, Pl. Negidim) ist der hebr. Titel des Oberhauptes einer jüd. Gemeinde in einem arabischsprachigen Land. Er löste den bab. Titel »Rosh ha-Gola« (»Exilarch«; Resh Galuta) des frühen MA ab. In Spanien, Ägypten, Tunesien, Marokko und im Jemen entstanden mehrere Dynastien von N. Viele jüd. Dichter, Gelehrte, Philosophen und Wissenschaftler hatten diese Stellung inne, in einigen Fällen war sie über drei oder vier Generationen erblich. Das Amt des N. wurde nach dem Modell i…

Nagˇrān

(239 words)

Author(s): Müller, Walter W.
[English Version] , Oasenstadt im Südwesten Saudi-Arabiens, die in der Antike an der Weihrauchstraße lag. N. war urspr. die Bez. der Oase, deren Name später auf den Hauptort übertragen wurde, der in altsüdarab. Inschriften als Rgmtm und in Ez 27,22 als Handelspartner von Tyrus (in Phönizien) als Ragma (LXX ῾Ραγμα, MT רַעְמָה/Ra‘māh) bezeugt ist. Im 5.Jh. entstand in N. eine christl. Gemeinde unter eigenen Bischöfen (arabische Halbinsel: I.,1.). Als 517 in Südarabien der jüd. König Josef an die Macht kam, zog er nach dem Zeugnis spätsabäischer (…

Naherwartung

(297 words)

Author(s): Rosenau, Hartmut
[English Version] . Mit N. ist zunächst die urchristl., in ein apokalyptisches Weltbild (Apokalyptik) eingefaßte Erwartung der baldigen Wiederkehr (Parusie) des gekreuzigten und auferstandenen Herrn zur endgültigen Aufrichtung des Reiches Gottes noch zu Lebzeiten der ersten Christengeneration gemeint (vgl.1Thess 4,17; Phil 4,5; 1Kor 7,29). Diese eschatische (Eschatologie) Haltung (ε᾿λπι´ς/elpi´s) resultiert aus der befreienden (Befreiung) Erfahrung der Überwindung von lebensbedrohlichen und widergöttlichen Mächten in der Begegnung mit Jesus …

Nahua

(115 words)

Author(s): Wißmann, Hans
[English Version] Nahua, Sprachengruppe der uto-aztekischen Sprachfamilie, zugleich Sammelbez. für die diese Sprachen sprechenden Völker Mesoamerikas (Mexiko). Nach der Nominalendung werden ihre Sprachen unterschieden in die der Nahuatl- und der Nahuat̲-Gruppe. Zur zweiten gehörten wahrscheinlich das untergegangene Toltekische (Tolteken) im Hochland von Mexiko und das erst Anfang des 20.Jh. ausgestorbene Pipil der Pipil von El Salvador, zur ersten v.a. die Sprache der Azteken (aztekische Religion). Hans Wißmann Bibliography R. Sime´on, Dictionnaire de la langue …

Nahumkommentar

(9 words)

[English Version] Qumran

Nahum/Nahumbuch

(1,346 words)

Author(s): Köckert, Matthias
[English Version] I. Stellung im KanonNah steht im Zwölfprophetenbuch (Prophetenbücher) an siebter Stelle. Im hebr. Kanon geht ihm Mi, im griech. (wohl wegen Ninive) Jon voraus. Die Abfolge im MT wird von den in Mi 7,8–20 auf Nah 1 hin geschaffenen Stichwortbezügen (Nogalski) verstärkt. Mit Hab verbindet Nah nicht nur die Art der Überschrift, sondern auch die in Hab 1 redaktionell gebildeten Verknüpfungen mit Nah 3. Beide Bücher waren vielleicht einmal zu einer Zweiprophetenschrift zusammengestellt,…

Name

(4,894 words)

Author(s): Udolph, Jürgen | Figal, Günter | Hutter, Manfred | Assel, Heinrich | Rüterswörden, Udo | Et al.
[English Version] I. SprachwissenschaftlichAus sprachwiss. Sicht werden Eigennamen (nomen proprium) und Gattungsnamen (nomen appellativum) unterschieden, die beide der Funktion nach zu den Substantiven gehören. Eigennamen dienen der Benennung (d.h. der Identifizierung) von individuellen Personen, Örtlichkeiten, Sachverhalten oder als individuell gedachten Kollektiven und weisen einem Bezeichneten zunächst keine allg. Eigenschaften zu. Mit dem N. »Lena« ist außerhalb eines konkreten Kontextes keine…

Namenglaube

(275 words)

Author(s): Hutter, Manfred
[English Version] Namenglaube, religionswissenschaftlich. Der Name einer Person oder Gottheit (Namen Gottes) drückt für viele Kulturen ein individuelles und unverwechselbares Wesensmerkmal dieser Person aus, woraus die Vorstellung erwächst, daß derjenige, der diesen Namen kennt, über die betreffende Person verfügen könne. Teilweise wird damit die Furcht verbunden, daß durch das Bekanntwerden des Namens Feinde oder Dämonen Macht über den Namenträger gewinnen können, so daß der wahre Name geheimgehal…

Namen Gottes

(1,463 words)

Author(s): Rebiger, Bill | Assel, Heinrich | Ess, Josef van
[English Version] I. JudentumAls bibl. N.G. gelten v.a. das Tetragramm JHWH sowie die Wendung אֶהְיֶה אֲשֶׁר אֶהְיֶה/'æh ejæh 'asˇær 'æh ejæh (wörtl. »Ich bin, der ich bin«) bzw. auch 'æh ejæh allein (Ex 3,14), wobei das Tetragramm z.Z. des Zweiten Tempels nur am Versöhnungstag (Feste/Feiern: III.) vom Hohepriester ausgesprochen werden durfte. Bibl. Attribute und Epitheta Gottes werden als weitere N.G. verstanden. Die rabb. Lit. kennt einige Umschreibungen für Gott (: IX), darunter auch ha-shem (»der Name«), die v.a. als …

Namen Jesu

(146 words)

Author(s): Brüske, Gunda
[English Version] Namen Jesu, Fest. Infolge stärkerer Betonung der Menschwerdung Christi (Bernhard von Clairvaux) von den Volkspredigern der Bettelorden (bes. Bernardino von Siena, Johannes von Capestrano) verbreitet, wurde das Fest 1530 im Eigenkalender der Franziskaner für den 14.1. (jetzt 3.1.) eingeführt und 1721 auf die ganze kath. Kirche ausgeweitet. Pius X. legte es 1913 auf den Sonntag zw. 1. und 6.1. (bzw. 2.1.), also näher an Weihnachten und den Oktavtag (1.1.) mit dem Evangelium von Besch…

Namenstag

(309 words)

Author(s): Schlemmer, Karl
[English Version] . Der Name hat ein bes. Gewicht für den Menschen. Ob damit »Vorbedeutung« im Sinne schicksalhafter Bestimmung gemeint ist, muß dahingestellt bleiben. Jedenfalls wählen Eltern i.allg. die Namen ihrer Kinder mit Bedacht aus. Von daher ist es u.a. in manchen kath. geprägten Gegenden üblich, anstatt des Geburtstages den N. zu feiern. In der Frühzeit des Christentums behielten Männer und Frauen ihren urspr. Namen auch nach der Taufe bei. Eine förmliche Aufforderung an die Eltern, ihre Kinder nach Heiligen zu benennen, findet sich um 2…

Namenverehrung

(335 words)

Author(s): Ruppert, Hans-Jürgen
[English Version] (Christi, im Osten). Im Rahmen hesychastischer Gebetspraxis (Hesychasmus; s.a. Gebet: X.) bildete sich die Tradition des »immerwährenden Jesusgebets«: »Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich über mich Sünder«. Nach der »Philokalia« (1782) dient es, in Verbindung mit Atemtechniken, der Einpflanzung des Namens Jesu im Herzen (Herzensgebet) zur Erlangung der Schau Gottes und des Seelenfriedens (η῾συχι´α/hēsychi´a). Der russ. »Pilger« (anonym 1884) wiederholt es täglich bis zu 12 000 mal. Der sog. Hesychastische Streit (14.Jh.)…

Namibia

(711 words)

Author(s): Nambala, Shekutaamba V.V. | Ward, Kevin
[English Version] I. Allgemein Mit einer Fläche von 824 295 km 2 und 1 826 854 Einwohnern liegt das heutige N. am südwestlichen Rand Afrikas, begrenzt von Angola, Sambia und Simbabwe im Norden, Botswana im Osten, der Republik Südafrika im Süden und Südwesten und dem Atlantik im Westen. N. war seit 1884 Schutzgebiet des Deutschen Reiches, wurde nach dem 1. Weltkrieg an den Völkerbund abgetreten und kam als Mandatsgebiet unter die Verwaltung Südafrikas, von dem es quasi als Teil seines Staatsgebietes beh…

Nānak

(346 words)

Author(s): Boehm-Tettelbach, Monika
[English Version] (1469 Talvaṇḍı̄, heute Nankānā Sāhib, Pakistan – 1539 Kartārpur, Indien), Gurū, Stifter der rel. Gemeinschaft der Sikhs (»Schüler«, d.h. Gurū N.s). Im nordindischen Panjab gegründet, blieb der Sikhismus durch diese Kulturregion geprägt, hat sich aber ab dem 20.Jh. auch außerhalb Indiens, bes. in Großbritannien und Nordamerika verbreitet, von wo er auf sein Ursprungsland zurückwirkt. N.s Lehre gehört in das Spektrum der Bhakti-Religiosität der nordindischen Sants (»seiend,…

Nanotechnik

(364 words)

Author(s): Kern, Dieter P.
[English Version] . Die Vorsilbe »nano« (von griech. na´nos, »Zwerg«) vor einer Maßeinheit bez. den milliardsten Teil. N. beschreibt den Umgang mit Dingen, deren Dimensionen im Bereich eines Bruchteils eines milliardstel Meters bis zu einigen 100 Nanometern liegen, d.h. mit Atomen, kleinen atomaren Aggregaten, Biomolekülen, chemisch, elektronisch, optisch, mechanisch spezifische Eigenschaften aufweisenden künstlichen Strukturen verschiedenster Materialien. Im Vordergrund stehen die Erzeugung, Char…

Nantes, Edikt von

(17 words)

[English Version] Frankreich: III. Christentum, 1. Historisch; Hugenotten: I. Kirchengeschichtlich, 1. Europa

Naogeorgus

(152 words)

Author(s): Schröder, Tilman M.
[English Version] (Kirchmair), Thomas (um 1508 Straubing – 29.12.1563 Wiesloch). Dominikaner in Regensburg, schloß sich 1524 der Reformation an. Ab 1535 Pfarrer in Sachsen und Thüringen. Seine neulat. Werke »Pammachius« (1538), »Mercator« (1540) und »Incendia« (1541) machten N. zum herausragenden ev. Dramatiker seiner Zeit. Aufgrund radikaler und calvinistischer Lehren überwarf sich N. mit dem Luthertum und wandte sich ab 1546 nach Süddeutschland. 1561 Superintendent in Esslingen. Seine Befürwortun…

Napoleon I.

(560 words)

Author(s): Klueting, Harm
[English Version] (Napolione Buonaparte; 15.8.1769 Ajaccio, Korsika – 5.5.1821 St. Helena), Kaiser der Franzosen. 1785 franz. Artillerieleutnant, 1793 der »Bergpartei« um M. Robespierre verbunden und nach der Rückeroberung von Toulon (Dezember 1793) zum General befördert, wurde N. nach dem 9. Thermidor (27.7.1794) vorübergehend aus der Armee entlassen. Nach der Niederschlagung des royalistischen Aufstandes in Paris (5.10.1795) 1796 Oberbefehlshaber der Italienarmee, führten seine Siege zum Frieden…

Napoleonische Epoche

(494 words)

Author(s): Frie, Ewald
[English Version] . Die n.E. wird umgrenzt durch das Konsulat (1799–1804) und das Kaiserreich (1804–1815) Napoleons I. und steht damit am Ende der Französischen Revolution (s.a. Frankreich: III.,1., i und j). Sie bewahrte einerseits deren wesentliche soziale und polit. Errungenschaften und breitete sie über Europa aus. Andererseits lenkte sie mit Wiedereinführung der Monarchie, des Adels und des gregorianischen Kalenders in die eur. Tradition zurück. In der Gesch. der eur. Kirchen, Konfessionen un…

Narboni

(143 words)

Author(s): Dan, Joseph
[English Version] Narboni, Moses (ca.1300 Perpignan, Frankreich – 1363 Soria, Spanien), bedeutender jüd. Philosoph des 14.Jh. N. arbeitete als wandernder Arzt in verschiedenen Städten Spaniens und der Provence. Sein bekanntestes und einflußreichstes Werk ist der Komm. zu Moses Maimonides' »More Nevukhim« (veröff. 1852 in Wien). N. vertrat eine fundamentale Maimonides-Interpretation und folgte in höherem Maße als die meisten jüd. Rationalisten den Lehren Averroes'. N. behauptete eine Judentum, Chris…

Narrative Predigt

(419 words)

Author(s): Grözinger, Albrecht
[English Version] . Der Begriff der n.P. entstand in den 70er Jahren des 20.Jh. als ein programmatischer Begriff im Zusammenhang der verschiedenen Konzeptionen einer narrativen Theologie (Metz, Ritschl). Heute wird der Begriff eher analytisch verwendet, um bestimmte sprachliche Leistungen einer Predigtgattung unter homiletischen Aspekten (Homiletik) zu beschreiben. Von einer n.P. können wir dort sprechen, wo eine Predigt insg. oder in wesentlichen Teilen von der Erzählform geprägt ist. Diese Erzäh…

Narrative Theologie

(394 words)

Author(s): Arens, Edmund
[English Version] würdigt das Erzählen und die Erzählung im Blick auf deren anthropologische Dimension, theol. Bedeutung und praktische Relevanz. Beide kommen als elementare sprachlich-soziale Vollzüge sowie als wesentliche Artikulationsformen von Rel. zur Geltung. Das Erzählen und die Erzählung stellen eine Grundform der bibl. Lit., der christl.-kirchl. Überlieferung sowie der Weitergabe, Aneignung und Praxis des Glaubens dar. Von diesem Befund ausgehend, bestreitet bzw. relativiert n.Theol. die …

Narrenfeste

(394 words)

Author(s): Daxelmüller, Christoph
[English Version] . Die N. oder Eselsfeste gehen auf Feste der Kanoniker zurück, die vornehmlich zw. Weihnachten und Epiphanie, aber auch am Tag der Unschuldigen Kinder (28.12.) in Kathedral- und Kollegiatkirchen gefeiert wurden; die frühesten Zeugnisse finden sich im Frankreich des späten 12.Jh.; Ende des 13.Jh. auf das Fest des hl. Nikolaus von Myra (6.12.) verlegt, boten N. die Gelegenheit, kirchl. Hierarchien, klerikale Ordnungen und die Liturgie des Gottesdienstes zu parodieren und ins Gegent…

Narrheit

(273 words)

Author(s): Hauptmann, Peter
[English Version] Narrheit, heilige. Als solche bez. man in der Ostkirche in Anlehnung an 1Kor 4,10ff. die asketische Praxis, durch vorgetäuschten Verlust des Verstandes sich Mißhandlungen und der Vereinsamung mitten in der Welt auszusetzen und so vor der Gefahr einer Bewunderung durch die Menge zu bewahren. Sie setzt eine christl. Umwelt ebenso voraus wie das Fehlen von Institutionen für Geisteskranke. Die hl.N. begegnet erstmals im 4.Jh. bei einer Nonne in Ägypten, dann zuweilen im Vorderen Orien…

Narsai¨

(185 words)

Author(s): Tamcke, Martin
[English Version] von Nisibis (um 399 Ain Dulbe – um 502 Nisibis). N. war der herausragende Theologe der antiochenischen Tradition in der Gründungsphase der Schule von Nisibis. Seine erste Schaffensphase vollzog sich weithin an der Schule von Edessa, der er seit 437 als Schuloberhaupt vorstand. Da er mit dem abgesetzten Ibas von Edessa die proantiochenische Partei in der Stadt verkörperte, wurde er durch Nonnus von Edessa 457 nach Persien vertrieben. Apologetische Schriften zugunsten des Theodor vo…

Narthex

(221 words)

Author(s): Wasmuth, Jennifer
[English Version] (n̆α´ρϑηξ), die dem Naos vorangehende, eine Art Vorhalle bildende westliche Eingangsseite in frühchristl., byz. und orth. Kirchen. Der Begriff, urspr. eine schilfartige Pflanze bezeichnend, wird seit dem 6.Jh. im Kontext des Kirchenbaus (: IV.) verwendet. Befindet sich vor dem N. eine weitere Vorhalle, so wird zw. innerem (Eso-) und äußerem (Exo-)N. unterschieden. Seit dem 9.Jh. wird der N. in Entsprechung zu der ihm eigenen Form und Funktion mit einem speziellen Bildprogramm aus…

Narzißmus

(352 words)

Author(s): Wenzel, Christoph
[English Version] . Mit N. werden i.allg. Persönlichkeitsmerkmale bez., die v.a. das Selbstbild (Selbst) betreffen: Ichbezogenheit, Selbstgefälligkeit, Überheblichkeit, Größenphantasien und leichte Kränkbarkeit. N. bezieht sich auf die gängige Überlieferung des v.a. durch Ovid (met. III 339–510) popularisierten griech. Mythos von Narkissos (lat. Narcissus, dt. Narziß), der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt und die Liebe der Nymphe Echo mißachtet. Bekannt gemacht und erweitert wurde der Begriff durch die thematische Arbeit S. Freuds »Zur Einführu…

Nash

(187 words)

Author(s): Hutchinson, Mark
[English Version] Nash, Clifford Harris (16.12.1866 London – 27.9.1958 Melbourne), anglik. Geistlicher und evangelikale Führergestalt. Nach Ausbildung an der Oundle School und der Universität Cambridge wurde N. durch die Schule B.F. Westcotts, Handley Carr Glynn Moule u.a. zu einem konservativen Evangelikalismus der Mitte hin beeinflußt. Zu seinen Tätigkeiten gehörten Lehre und Predigt in: Musselburgh; Huddersfield, Yorkshire; seit 1897 Sydney (u.a. Church Hill, Redfern); Melbourne (St. Columb's, Ha…

Nasi

(281 words)

Author(s): Jacobs, Martin
[English Version] , hebr. נָשִׂיא, »Erhabener«, »Fürst«. In Num ist N. der Titel eines Anführers bzw. eines Familien- oder Stammesoberhauptes (Num 3,24.30.35 bzw. Num 2,3–39 u. ö.); in Ez 34,24 und 37,25 stellt er eine eschatologische Überhöhung des Königstitels dar. Der u.a. in der Damaskusschrift erwähnte »N. der ganzen Gemeinde« (D VII 18–21) spielt eine bes. Rolle im endzeitlichen Krieg. Die Münzen und Dokumente, die Bar Kosiba (Bar Kokhba-Aufstand) den »N. von Israel« nennen, legen ein ähnliches…

Nasiräer

(599 words)

Author(s): Willi, Thomas
[English Version] (hebr. נָזִיר/nāzi^r), ein durch eigenes oder ausnahmsweise durch fremdes Gelübde (: II.) »abgesonderter« Mensch. Der Frauen wie Männern in Altisrael und im Frühjudentum zugängliche Status kann lebenslang gelten oder zeitlich befristet sein. Das Nasiräat beruht weniger auf einer durch Askese (: III.) erbrachten Leistung als auf einer unkonventionellen, »primitiven« Lebensweise. Ohne eigentlichen kultischen Bezug verkörpert es Offenheit für JHWH. Im Normalfall zielt es auf einen N…

Nassau

(441 words)

Author(s): Dienst, Karl
[English Version] I. Territoriale Entwicklung Seit 1160 nannten sich die Herren von Laurenburg im Unterlahngebiet nach der von ihnen um 1125 erbauten Burg N. Die Gesch. von N. ist durch eine großräumige, im Westen bis über die Grenzen des alten Reiches hinausgehende Verteilung des Territorialbesitzes und dessen häufig wechselnde Aufteilung in zahlreiche Teilgrafschaften bestimmt. 1255 teilten die beiden Söhne des Grafen Heinrich II., Walram II. und Otto I., die nassauischen Lande und begründeten dau…

Natanael

(204 words)

Author(s): Rowland, Christopher
[English Version] wird nur im Joh erwähnt, wo er als eine Schlüsselfigur unter den Jüngern Jesu erscheint (Joh 1,47–51). Er ist ein Auferstehungszeuge in Galiläa (Joh 21,2; dort mit Angabe seiner Herkunft aus Kana in Galiläa). N. gehört zu den Empfängern der Verheißung eines offenen Himmels und der Vision der über dem Menschensohn herauf- und herabfahrenden Engel (Joh 1,51), die sich eindeutig auf die Vision Jakobs in Gen 28,12 bezieht. Diese Passage steht wahrscheinlich hinter der Beschreibung N.…

Nathan

(186 words)

Author(s): Dan, Joseph
[English Version] von Gaza (1643 Jerusalem – 11.1.1680 Skopje, Mazedonien), erster Prophet und wichtigster Theologe des Sabbatianismus. Nach einer Begegnung mit Sabbatai Zevi (S.Z.) in Gaza 1665 berichtete der junge N., Schüler der Kabbala (: II.) I. Lurias, von einer Offenbarung, die S.Z. als den Messias auswies – ein Anspruch, den dieser schon jahrelang erfolglos erhob. Erst N.s Prophezeiung rief jedoch den eigentlichen Sabbatianismus ins Leben, dessen geistl. und administrativer Führer N. wurde.…
▲   Back to top   ▲