Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Saadja Gaon

(364 words)

Author(s): Leicht, Reimund
[English Version] Saadja Gaon, S. ben Josef (Akronym RaSaG; 882 Fajjum, Oberägypten – 942 Sura, Babylonien), seit 928 erstes nicht aus Babylonien stammendes Schuloberhaupt (Gaon) der rabb. Akademie in Sura, war als Philologe, Exeget, Polemiker und Philosoph eine der herausragenden Gestalten des Judentums im 10.Jh., ließ sich 915 in Palästina nieder und vf. dort sein erstes sprachwiss. Werk, das Sefer ha-Agron. Spätestens ab dem Jahre 921 lebte S., der sein Leben lang ein streitbarer Charakter gewesen zu sein scheint, in Babylonien. Dort trat er in der sog. »Ben Meir-Kontroverse« zw. den paläst. und bab. Gelehrten über Fragen des Kalenders entschieden zugunsten der letzteren auf. Zudem war S., dem als Gaon von Sura auch jurisdiktionelle Kompetenzen zukamen, in späteren Jahren in einen langandauernden Konflikt mit dem jüd. Exilarchen David ben Zakkai verwickelt, der in der zeitweiligen Suspendierung S.s gipfelte (ca.931–936). – Neben S.s sprachwiss. und exegetischen Interessen, die u.a. in arab. Übers. bibl. Texte und arab. beeinflußten grammatischen Werken ihren Ausdruck fanden, widmete sich S. dem Kampf gegen die Karäer, von dem mehrere polemische Streitschriften zeugen. Philos. Fragen behandelt S. in seinen beiden späten Hauptwerken (zw. 931–936), einem philos. Komm. zu dem myst. Traktat »Sefer Jezira«, und in dem religionsphilos. »Sefer Emunot we-De‘ot« (arab. Kitāb al-Amānāt wa-l-Iʿtiqādāt, »Buch der Glaubenslehren und Überzeugungen«). Beide Werke sind in ihren theol. Konzepten, ihrer Terminologie und Methodik stark vom isl. Kalām und muʿtazilitischen Ideen (Muʿtaziliten, Philosophie, jüdische: III.) beeinflußt. S. wird daher auch als »jüd. mutakallim« bez. – S.s größte Leistung besteht in dem Versuch einer umfassenden Synthese von jüd. Lehren und arab. Geisteskultur, die die Blüte der jüd. Philos. und Wiss. im isl. Spanien vorbereitete und das orientalische Judentum für lange Zeit prägte. S.s Schriften, die im 11. und 12.Jh. alle noch weit verbreitet waren, wurden jedoch in späterer Zeit durch andere Autoren (z.B. Abraham ben Meir ibn Esra, Jehuda ben Samuel ha-Levi, …

Sabäer

(391 words)

Author(s): Müller, Walter W.
[English Version] Sabäer, sem. Volk im Gebiet des heutigen Jemen, das in der Antike Träger einer Hochkultur war. Zentrum des Reiches von Saba war die in einer Flußoase gelegene Stadt Mārib. Von hier aus errang der sabäische (sab.) Herrscher Karibʾil Watar zu Beginn des 7.Jh. v.Chr. die Vormachtstellung gegenüber den rivalisierenden Reichen Qatabān im Süden, Ḥaḍramaut im Osten und dem Städtebund der Minäer im Nordwesten. Seit dem 3.Jh. v.Chr. weitete sich das sab. Reich in das jemenitische Hochla…

Sabas

(170 words)

Author(s): Goehring, James E.
[English Version] (439 Kappadozien – 2.12.532 Palästina), Gründer der Großen Laura (Mar Saba). Im Alter von 17 Jahren zog S. als Asket nach Pa…

Sabas-Kloster

(260 words)

Author(s): Plank, Peter
[English Version] . 483/490 vom hl. Sabas in einem Ausläufer des Kidrontals 9 km südöstlich von Jerusalem gegründet als Laura, bestehend aus Einzelhöhlen im Fels mit einem Gemeinschaftskloster als Zentrum, erlebte das S. bis zur pers. Invasion 614 trotz seiner starken Involvierung in die origenistischen Streitigkeiten eine erste geistige Blüte (Cyrill von Skythopolis) und war maßgeblich an jener Ausformung des kirchl. Stundengebets beteiligt (Sabas-Typikon), die später in der gesamten chalcedonisc…

Sabatier

(248 words)

Author(s): Kracht, Klaus Große
[English Version] Sabatier, Paul (3.8.1858 Saint-Michel-de-Chabrillanoux – 4.3.1928 Straßburg), prot. Theologe und Historiker. Der Sohn eines ref. Pfarrers studierte ab 1880 in Paris ev. Theol. Angeregt durch die Arbeiten seines Lehrers E. Renan widmete er sich ab 1884 der Erforschung des Lebens und Wirkens des Franziskus von Assisi. Von 1885 bis 1889 bekleidete S. eine Vikarsstelle in Straßburg; als die dt. Behörden ihn aufforderten, die dt. Staatsangehörigkeit anzunehmen oder das Elsaß zu verlass…

Sabazios

(195 words)

Author(s): Bonnet, Corinne
[English Version] (Sebazios, Sabadios, Sabos), thrakisch-phrygischer Gott (5.Jh. v.Chr.), im gesamten Mittelmeerraum belegt. In Anatolien Attis, Men und Kybele nahestehend, wird er im griech. Milieu wegen seines orgiastischen Kultes Dionysos zugeordnet. Von seinen urspr. Wesensmerkmalen ist wenig bekannt, es gibt aber verschiedene Hinweise (z.B. ikonographische), nach denen ihm Macht über Natur und Tiere zukommt, daher dann auch seine »kosmische« Macht, die dem Menschen und seinem leiblichen und geistigen Wohlergehen zugute kommt (vgl. die sabazäischen segnenden und magischen Hände). Sein Mythos weist S.-Dionysos als Sohn der Persephone und des Zeus in Schlangengestalt aus. Der Kult des S., ekstatisch, skandalumwittert, oft verurteilt, Mithras (Mithrasreligion) und Caelestis nahestehend, sah eine Initiation vor, in deren Verlauf die Brust des Initianden mit einer Schlange berührt wurde, was sicher im Zusammenhang mit eschatologischen Reinigungs- und Erlösungsvorstellungen zu sehen ist, offensichtlich eine Mischung aus Epikureismus und einer auf die Suche nach Glückseligkeit ausgerichteten Spiritualität. Im Judentum kam es zu einer para-etym. Annäherung des S. an Jahwe Zebaoth, woher sich der ihm gegebene Titel des …

Sabbat

(2,564 words)

Author(s): Otto, Eckart | Doering, Lutz | Hollender, Elisabeth | Henten, Jan Willem van | Volp, Ulrich | Et al.
[English Version] I. Altes TestamentS. (שַׁבָּת, »šabbāt«) bez. vorexil. den Vollmondstag, seit dem Exil den wöchentlichen Ruhetag. Der Ursprung dieses Ruhetags geht auf die Frühzeit Israels zurück. Die ältesten Ruhetagsgesetze der vorexil. Zeit sind im Bundesbuch in Ex 23,10 und in der Kultordnung Ex 34,18–23.25f. (Gesetz: II.) in Ex 34,21 belegt. Im Bundesbuch ist das Ruhetagsgebot Teil des Privilegrechts der Aussonderungen von Erstlingen und Erstgeburten (Ex 22,28f.) sowie des Brachejahres (Ex 23,10f.) im siebenten Jahr (Sabbatjahr) und d…

Sabbatai Zevi/Sabbatianismus

(422 words)

Author(s): Carlebach, Elisheva
[English Version] . Die 1665 im Umfeld von S.Z. (23.7.1626 Smyrna – vermutlich 30.9.1676 Dulcigno, Albanien) hervorbrechende messianische Bewegung (Messias/Messianismus: III.,2.) hat sich im Vergleich zu allen anderen Bewegungen des ma. und modernen Judentums (: II., III.) am weitesten verbreitet. S.Z.s charismatische Persönlichkeit fand auch über die jüd. Welt hinaus ein großes Echo. – Nachdem sich S.Z. als Messias offenbart hatte (1648), verhängten rabb. Autoritäten über ihn den Bann. E…

Sabbatarier

(597 words)

Author(s): Kirn, Hans-Martin | Solberg, Winton U.
[English Version] I. Europa Sabbatarier (S., auch Sabbatisten, Sabbatarianer genannt) ist eine Sammelbez. für unterschiedliche christl. Gruppen im Kontext bibelorientierter Reform- und Erweckungsbewegungen, deren gemeinsames Kennzeichen die Feier des Sabbats als des siebten Wochentags ist (»Samstags-S.«). Im engl. Puritanismus konnten auch die Vertreter einer strikten Sonntagsheiligung als S. bez. werden (»Sonntags-S.«). Zu den S. im ersteren Sinn zählen neben kleineren ma. Gruppen wie den oberital…

Sabbatlieder

(357 words)

Author(s): Newsom, Carol A.
[English Version] (ShirShabb). Die Lieder des Sabbat-Opferdienstes bilden einen liturgischen Zyklus von dreizehn aufeinander bezogenen Kompositionen. Jede einzelne ist einem der ersten dreizehn Sabbate des Jahres im Sonnenkalender zugeordnet. In Qumran wurden dazu neun Hsn. (4Q400–407, 11Q17), auf Masada eine (Mas 1k) gefunden. In den Liedern werden die Lobpreisungen der Priesterengel im himmlischen Tempel beschworen und beschrieben. Am Anfang jedes Liedes steht eine Überschrift, »für den Maskil« (»Lehrer«), und die Datumsangabe. Das Lie…

Sabbatweg

(10 words)

[English Version] Sabbat: II. Judentum

Sabellius/Sabellianer

(292 words)

Author(s): Bienert, Wolfgang A.
[English Version] . In den theol. Streitigkeiten des 4.Jh. war »Sabellianismus« häufig Bez. für den als Häresie verurteilten modalistischen Monarchianismus. V.a. Markell von Ancyra und seine Anhänger galten als »Sabellianer«, weil sie die Lehre von den drei göttlichen Hypostasen (vgl. Origenes) als Tritheismus verwarfen und statt dessen die Einheit Gottes unter Berufung auf Joh 10,30 als μοn̆α´ς/monás betonten. Eusebius von Caesarea sah in Markell einen »neuen S.«, teilte jedoch nichts näheres über den Urheber dieser Häresie mit, so daß in späterer …

Saboräer

(8 words)

[English Version] Talmud

Sacharja/Sacharjabuch

(1,169 words)

Author(s): Reventlow, Henning Graf
[English Version] I. Protosacharja 1.Person und Zeit des Propheten.Der Name Sacharja (S.; hebr. זְכַרְיָה…

Sachs

(253 words)

Author(s): Hahn, Reinhard
[English Version] Sachs, Hans (5.11.1494 Nürnberg – 19.1.1576 ebd.), Sohn eines Schneiders, erlernte das Schuhmacherhandwerk; zugleich wurde er in den Meistergesang eingeführt. Nach der Gesellenwanderung (1511–1516), während der erste Lieder und Reimpaardichtungen (Spruchgedichte) entstanden, ließ S. sich in Nürnberg als Handwerker nieder. Zunehmender Wohlstand erlaubte ihm später, seinen Beruf zugunsten der dichterischen Produktion aufzugeben. Prägendes Erlebnis wurde die Reformation. 1523 trat S.…

Sachsen

(391 words)

Author(s): Padberg, Lutz E. v.
[English Version] Sachsen, Stamm. Entstehung wie Verfassung der S. liegen im dunkeln und werden daher kontrovers diskutiert. Ihre angeblich erste Erwähnung durch den Geographen Ptolemaios um 150, der sie dem linkselbischen Norddeutschland zuwies, ist wohl Folge einer Textverderbnis. Sichere Nennung bei Julian Apostata 356, der von einem räuberischen, die Küsten unsicher machenden Volk sprach. Anzunehmen ist ein spätestens seit dem 3.Jh. aktiver Stammesbund, der sich kriegerisch und durch Bündnisse …

Sachsen

(1,947 words)

Author(s): Wartenberg, Günther
[English Version] Sachsen, Land. I. Der Freistaat S. wurde unter Anknüpfung an die Namensgebung von 1920 am 3.10.1990 neu begründet. Die einschneidende Grenzziehung von 1815 (Verlust von zwei Dritteln des Gebietes und einem Drittel der Bevölkerung) veränderte sich 1945 durch Angliederung der westlich von Oder/Neiße gelegenen Gebiete der ehem. preußischen Provinz Niederschlesien (Hoyerswerda, Weißwasser, Niesky, Görlitz) und 1990 mit der Erweiterung durch die Kreise Delitzsch, Eilenburg und Torgau, so daß 2003 auf 17 713 km …

Sachsenspiegel

(250 words)

Author(s): Olechowski, Thomas
[English Version] Sachsenspiegel, bedeutendstes dt. Rechtsbuch des MA, vf. zw. 1220 und 1235 von Eike von Repgow (gest. nach 1233), zunächst in Latein, dann von Eike selbst ins Niederdt. übertragen (ältestes deutschsprachiges Prosawerk); gegliedert in eine (gereimte) Vorrede, einen Land- und einen Lehnrechtsteil (Lehnswesen). Der S. fand weit über Sachsen hinaus Verbreitung (Baltikum, Siebenbürgen) und, obwohl Privatarbeit, z.T. gesetzesgleiche Bedeutung; in den sächsischen Herzogtümern fand er bi…
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