Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

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Ehe

(9,971 words)

Author(s): Nehring, A. | Otto, E. | Deming, W.H. | Schäfer, R. | Nave-Herz, R. | Et al.
[English Version] I. Religionswissenschaftlich Der Begriff E. beschreibt eine zw. zwei oder mehr Personen unterschiedlichen Geschlechts geknüpfte Beziehung, die rituell geschlossen wird, auf Dauer angelegt und gesellschaftlich legitimiert ist. Bestimmungen über ökonomische und sexuelle Rechte und die Übertragung des sozialen Status auf die Kinder gehören in allen Kulturen zu den gesellschaftlich festgelegten Rahmensetzungen. Die Ausrichtung der E. auf Nachkommenschaft ist nicht für alle E.formen ko…

Eheberatung

(943 words)

Author(s): Browning, D.S. | Grethlein, C.
[English Version] . Kirchl. E. in den USA kann thematisch in drei Hinsichten differenziert werden: Beratung für Brautleute (Ehevorbereitung) und für Eheleute (Ehebegleitung); Beratung auf sozialwiss. und auf theol. Grundlage; Beratung mit primär erzieherischer bzw. schulender und mit therapeutischer bzw. heilender Absicht. Die meisten E. verknüpfen heute theol. mit sozialwiss. Aspekten. Was konservative und liberale Kirchen voneinander trennt, sind die Voraussetzungen, die sie in diese Synthese einbringen. Unter dem Einfluß der Freudsch…

Ehebruch

(8 words)

[English Version] EhebruchEhe

Ehelosigkeit

(337 words)

Author(s): Kreß, H.
[English Version] . In der Gesch. des Christentums wurde E. oft höher geschätzt als die Ehe. Noch der Katechismus der kath. Kirche von 1993 (Nr.1618 ff.) hebt E. bzw. Jungfräulichkeit sehr hervor. Den Hintergrund bilden ntl. und altkirchl. Aussagen. Für Paulus begründete es sich aus der eschatologischen Naherwartung, der E. und Askese einen höheren Rang als der Ehe zuzusprechen (1Kor 7; vgl. Mt. 19,12). Wenn z.T. im NT und v.a. in der Alten Kirche E. empfohlen wurde, erklärt sich dies aber auch au…

Eherne Schlange

(294 words)

Author(s): Zwickel, W.
[English Version] . Die an einem Stab befestigte e.S. (hebr. נְחַשׁ נְחשֶׁת/neḥaš neḥošæt; Num 21,6–9) sollte all jenen, die sie nach dem Biß einer Giftschlange anblickten, Weiterleben ermöglichen (vgl. auch SapSal 16,5–14 sowie als Analogien aus der Umwelt Beschwörungen und Gebete nach einem Schlangenbiß, z.B. KTU 1.100; 1.107; TUAT II, 210.373; Iraq 18, 1956, 60–67). In 2 Kön 18,4 trägt die e.S. den Namen נְחֻשְׁתָּן/neḥuštān (Mischbildung aus נָחָשׁ/nāḥāš »Schlange« und נְ חֹשֶׁת/neḥošæt »Kupfer, Bronze« mit Afformativ -ā n zur Bez. individueller Vertreter einer G…

Ehernes Meer

(25 words)

[English Version] Ehernes MeerTempel/Tempelausstattung: II. Geschichtlich, 4. Der Tempel in Jerusalem, b) Ausstattung

Ehescheidung

(3,999 words)

Author(s): Jackson, B. | Landmesser, C. | George, M. | Gruber, H. | Petzolt, M. | Et al.
[English Version] I. Altes Testament und Judentum In der HB ist Scheidung einer Ehe ein einseitiger Akt des Ehemannes. Sie wurde urspr. durch eine mündlich vorgetragene Scheidungsformel vollzogen (Hos 2,4), aber Dtn 24,1.3 kennt die Praxis der Zustellung eines schriftlichen Dokuments. Das jüd. Gesetz fordert später sowohl einen schriftlichen Scheidebrief als auch die Autorisierung durch einen Gerichtshof. Die frühen Rabbinen waren sich (wie auch die Evv.) nicht darüber einig, ob es eines gewichtigen Gr…

Ehlers

(235 words)

Author(s): Meier, A.
[English Version] Ehlers, Hermann (1.10.1904 Schöneberg [heute Berlin] – 29.10.1954 Oldenburg), seit 1919 in Schülerbibelkreisen. Nach Jurastudium in Berlin und Bonn Diss. über »Wesen und Wirkungen des Reichslandes Preußen«. 1934–1940 rechtskundiges Mitglied des Rates der Ev. Kirche der Altpreußischen Union (dann Einberufung zur Flak nach Hamburg). Im Oktober 1945 wurde E. zum rechtskundigen OKR der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg gewählt. E. war verantwortlich an der Erarbeitung der Kirchenordnung i…

Ehlers

(74 words)

Author(s): Hamer, H.E.
[English Version] Ehlers, Rudolph Wilhelm (30.3.1834 Hamburg – 7.8.1908 Frankfurt/M.), 1884 Mitbegründer des Allg. Ev.-Prot. Missionsvereins (AEPM). Mitglied im Vorstand des AEPM, des Gustav-Adolf-Vereins, Ev. Bundes und Dt. Roten Kreuzes. Mithg. der ZPrTh, Mitarbeiter der »Christl. Welt«. – E. war ein begnadeter Prediger und Seelsorger. Heyo E.Hamer Bibliography Vf. u.a.: Aus festlichen Stunden, 1895 Richard Rothe, 1906 Über E.: R.E., Lebensbild eines ev. Theologen, aus seinen Briefen, hg. von seinen Freunden (anonym), 1912.

Ehre

(1,089 words)

Author(s): Santos-Stubbe, C. dos | Honecker, M.
[English Version] I. Religionswissenschaftlich E. ist eine allen Menschen zugesprochene Würde und hat eine tiefgreifende sozio-kulturelle und rel. Bedeutung. E. bildet die Zuerkennung von persönlicher und/oder Gruppen-Integrität und drückt sich nicht in quantitativer Form, sondern qualitativ aus. Ehrgeiz, Eitelkeit, Hochmut sind Haltungen, die das Verhältnis des Individuums zu seiner E. störend bestimmen können. In sozialen und rel. Gruppen spielt der E.kodex eine wesentliche Rolle bei der Integrat…

Ehrenamt/ehrenamtlich

(3,844 words)

Author(s): Pierard, R. | Guder, D. | Schibilsky, M.
[English Version] I. Bedeutung in Europa Eine ehrenamtliche (e.) Vereinigung (engl. voluntary association) dient einem gemeinsamen Interesse ihrer Mitglieder. Der Voluntarismus beschäftigt sich mit der Freiheit des Willens (voluntas; Willensfreiheit), und wenn Individuen aus eigener freier Entscheidung zusammenarbeiten, um eine Aufgabe zu erfüllen oder ein Ziel zu erreichen, entsteht eine e. Vereinigung. Die Mitgliedschaft darin ist weder verpflichtend noch durch Geburt erworben, und ihr Wirken dient …

Ehrenberg

(178 words)

Author(s): Thierfelder, J.
[English Version] Ehrenberg, Philipp Hans (4.6.1883 Altona – 31.3.1958 Heidelberg) entstammte einer liberal-aufgeklärten jüd. Familie. Er studierte von 1902–1920 Rechtswiss., Nationalökonomie und Philos. 1909 konvertierte E. zum Christentum. Er wurde 1910 PD und 1918 a.o. Prof. für Philos. in Heidelberg. Kritik am philos. Idealismus und Öffnung für eine Philos. des Dialogs (Dialogphilos.) bestimmten sein philos. Denken. Nach dem Theologiestudium wurde er 1925 Pfarrer in Bochum. Als »Nichtarier« kam …

Ehrenberg

(122 words)

Author(s): Friedrich, M.
[English Version] Ehrenberg, Friedrich (6.12.1776 Elberfeld – 7.12.1852 Berlin), ref. Theologe, nach Pfarrämtern in Westfalen seit 1807 Hofprediger, seit 1822 Oberhofprediger in Berlin. Als Vertrauter von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Mitarbeiter im Kultusministerium wirkte E. v.a. kirchenpolit. Sein Einsatz für die Union (Unionen im Protestantismus) war erfolgreich, seine Entwürfe zur Kirchenverfassung von 1817/18 mit ihrer Verbindung von konsistorialen und synodalen Elementen wirkt…

Ehrenfeuchter

(144 words)

Author(s): Grundmann, C.H.
[English Version] Ehrenfeuchter, Friedrich August Eduard (15.12.1814, Leopoldshafen – 20.3.1878 Göttingen). Studium in Heidelberg, Religionslehrertätigkeit in Mannheim, Vikar in Weinheim und Karlsruhe, 1845 als a.o. Prof. für Praktische Theol. und Universitätsprediger nach Göttingen berufen, wo er, nachdem er 1849 o. Prof. geworden war, bis zu seinem von längerer Krankheit überschatteten Ende blieb und, da er ab 1855 als Konsistorialrat auch kirchenleitende Funktionen innehatte (1856 Abt von Bursfeld…

Ehrhard

(215 words)

Author(s): Landersdorfer, A.
[English Version] Ehrhard, Albert Joseph Maria (14.3.1862 Herbitzheim, Elsaß – 23.9.1940 Bonn), bedeutender kath. Kirchenhistoriker, Byzantinist und Hagiograph; nach Studien in Straßburg und Münster 1885 Priesterweihe, 1888 Dr. theol. (Würzburg), 1889 Prof. in Straßburg (Priesterseminar), 1892 Prof. der Kirchengesch. in Würzburg, 1898 in Wien, 1902 in Freiburg i.Br., 1903(–1918) in Straßburg (Universität), 1920(–1927) in Bonn. Das Hauptinteresse des ausgezeichneten Kenners der Kirchengesch., hervorra…

Ehrlich

(124 words)

Author(s): Niemann, F.
[English Version] Ehrlich, Johannes Nepomuk (21.2.1810 Wien – 23.10.1864 Prag), kath. Theologe und Philosoph, Piaristen-Pater. Lehrer für Philos. in Krems (1836), Prof. für Moraltheol. an den Universitäten Graz (1850) und Prag (1852), Inhaber des ersten Lehrstuhls mit der Bez. Fundamentaltheol. (F.) (Prag 1856), Vf. des ersten dt.sprachigen Werkes mit dem Buchtitel »F.« (»Leitfaden für Vorlesungen … der F.« 1859–1862). Beeinflußt zunächst von der Philos. F.H.Jacobis, später von seinem Freund A.Günth…

Ehrlichkeit

(241 words)

Author(s): Harbeck-Pingel, B.
[English Version] bez. ein bürgerliches Tugendideal (Tugenden) mit Akzentuierung des schlichten, anständigen Lebens. Stereotyp im 18.Jh. zur Selbstunterscheidung des Bürgertums von adliger Lebensweise verwendet. Seit dem späten 18.Jh. ist die Bedeutung von E. auf »Wahrhaftigkeit/Aufrichtigkeit« begrenzt. Bei Ch.F.Gellert wird Ehre im Horizont christl. Lebensgestaltung als Grundbegriff für die Akzeptanz des Individuums in der Öffentlichkeit erörtert. Noch G. Ch.Lichtenberg (Sudelbücher DI56; EI154; FI550) nennt E. als Kennzeichen bürgerlichen Selbstausdru…

Ei

(516 words)

Author(s): Klaes, N.
[English Version] . Das Ei mit den geheimnisvollen Vorgängen des Brütens und des Aufsprengens der Eierschalen durch ein neues junges Leben war ein wichtiges Symbol in vielen Schöpfungsmythen alter Kulturen. Aus dem Chaos, das häufig als kosmisches Ei dargestellt wurde (z.B. in Ägypten, Indien, China, Griechenland, Indonesien, Polynesien, Afrika), in dem noch die uranfängliche Ungeteiltheit und Unbestimmtheit herrschte und in dem zugleich der Keim aller Dinge angelegt war, entstand durch eine Verän…

Eichendorff

(522 words)

Author(s): Schultz, H.
[English Version] Eichendorff, Joseph Freiherr v. (10.3.1788 Lubowitz – 26.11.1857 Neisse). Seine Popularität als Lyriker der Romantik verdankt der in Lubowitz (Oberschlesien) als Landadliger aufgewachsene E. seinen volksliedartigen Texten (»In einem kühlen Grunde…«; »Wem Gott will rechte Gunst erweisen«), die bes. in der Männergesangs- und Jugendbewegung bis zum 2. Weltkrieg große Resonanz fanden. Grundlage für diese Kunstvolksliedlyrik war die romantisierte Sammlung von Achim von Arnim und Clemens …

Eichhorn

(156 words)

Author(s): Frevel, C.
[English Version] Eichhorn, Karl Albert August Ludwig (1.10.1856 Garlstorf bei Lüneburg – 3.8.1926 Braunschweig), ev. Theologe. 1875–1878 Studium in Leipzig, Erlangen und Göttingen, 1881–1884 Pfarrdienst, 1886 Habilitation in Halle, 1888 ebd. a.o. Prof. für Kirchengesch., 1901 krankheitsbedingter Wechsel nach Kiel, 1908 Dr.h.c. in Gießen, 1913 Entbindung von den Amtspflichten. Wirkte v.a. in Gesprächen durch seine Geschichtsauffassung als Impulsgeber für einen Kreis junger Theologen, der 1890 zunäch…

Eichhorn

(116 words)

Author(s): Wall, H. de
[English Version] Eichhorn, Karl Friedrich (20.11.1781 Jena – 4.7.1854 Köln). Rechtshistoriker und Kirchenrechtler. 1805 Prof. in Frankfurt/O., 1811 in Berlin, 1816–1829 in Göttingen, 1832–1834 wiederum in Berlin. Daneben Inhaber mehrerer hoher Staatsämter. E. wird zu den Hauptvertretern der von F.C.v.Savigny begründeten hist. Rechtsschule gezählt. Sein rechtshist. Hauptwerk, die »Dt. Staats- und Rechtsgesch.« (4 Teile 1808–1823), verbindet Rechts- und Verfassungsgesch. bei Abgrenzung des dt. vom rö…

Eichhorn

(219 words)

Author(s): Frevel, C.
[English Version] Eichhorn, Johann Gottfried (16.10.1752 Dörrenzimmern, Württemberg – 25.6.1827 Göttingen), ev. Theologe. Nach kurzer Rektorentätigkeit in Ohrdruf 1774, Promotion in Jena 1775 und bald darauf ebd. Prof. für orientalische Sprachen. 1788 Prof. für Philos. in Göttingen. Versuchte einen hist. Zugang im Anschluß an J.D.Michaelis und J.S.Semler mit einem ästhetischen im Gefolge J.G.Herders zu verbinden. Begründer der modernen bibl. Einleitungswiss. und durch Aufnahme der Urevangeliumshypot…

Eichhorn

(338 words)

Author(s): Friedrich, M.
[English Version] Eichhorn, Johann Albrecht Friedrich (2.3.1779 Wertheim – 16.1.1856 Berlin), preußischer Staatsmann. E., seit 1800 Jurist in preußischen Diensten, wirkte 1813–1815 unter Frhr. vom Stein in der Zentralverwaltung der befreiten Gebiete. 1816 trat er ins Außenministerium ein, wo er bis zum Abteilungsdirektor aufstieg und die Gründung des Zollvereins federführend leitete. Als Schwiegersohn des Hofpredigers F.S.G.Sack und als Freund F.Schleiermachers schien der 1840 zum Kultusminister erna…

Eichmann

(81 words)

Author(s): Wall, H. de
[English Version] Eichmann, Eduard (14.2.1870 Hagenbach, Pfalz – 26.4.1946 München), röm.-kath. Kirchenrechtler und Rechtshistoriker; 1905 Prof. in Prag, 1913 in Wien, 1918–1937 in München, dort 1929/30 Rektor der Universität. E. ist Begründer des im dt. Sprachraum führenden, zunächst von seinem Schüler K.Mörsdorf, nunmehr in 13. Aufl. von Winfried Aymans fortgeführten Lehrbuchs »Kanonisches Recht«. Unter seinen rechtshist. Schriften ist »Die Kaiserkrönung im Abendland« (2 Bde., 1942) hervorzuheben. Heinrich de Wall Bibliography K.Mörsdorf (AKathKR 139, 1970, 49…

Eichrodt

(184 words)

Author(s): Jenni, E.
[English Version] Eichrodt, Walther (1.8.1890 Gernsbach, Baden [Schweiz] – 20.5.1978 Basel), prot. Theologe. Studium in Bethel, Greifswald, Heidelberg (Lic. theol. 1914); Repetent in Erlangen (Habil. 1918), von 1922 (a.o.Prof., 1934 o.Prof., 1953 Rektor) bis 1961 Dozent für AT und Religionsgesch. an der Universität Basel (Ehrendoktor 1927 Erlangen, 1951 Glasgow; Mitarbeit in der Basler Mission). Das Hauptwerk, ein dreibändiger, weithin beachteter Neuentwurf der Theol. des AT, entstand in den 30er Jahren, dazu kommen als exegetische Spätwerke Komm. zu Jes 1–39 und Ez. Ernst…

Eichstätt

(451 words)

Author(s): Flachenecker, H. | Müller, R.A.
[English Version] : I.Stadt und Bistum. 740 Klosterschenkung durch den bayerischen Adeligen Suitger an Bonifatius, der sie an Willibald weitergab; Ansiedlung an eine frühma. Siedlung; im Laufe des 9.Jh. entwickelte sich durch die Initiative Willibalds an der Grenze zw. bayerischem Nordgau und fränkischem Sualafeld ein der Mainzer Kirchenprovinz zugehöriges Bistum ohne kanonische Errichtung; die Grenzlage zum Herzogtum Bayern bestimmte die Politik von Bf. und Domkapitel; im 13.Jh. Kampf gegen die Hoc…

Eid

(3,562 words)

Author(s): Hock, K. | Steymans, H.U. | Börner-Klein, D. | Fitzgerald, J.T. | Krieg, A. | Et al.
[English Version] I. ReligionswissenschaftlichDer E. als feierliche Bekräftigung einer Aussage erhält seine rel. Qualität durch den ihm zugrundeliegenden Glauben an die Segen und Fluch bewirkende Macht des Wortes. Entsprechend hat die ältere Religionsphänomenologie den E. neben Schelt- und Fluchworten etc. zu den »Weiheworten« gerechnet: Die E.leistenden identifizieren sich mit ihrer Aussage und sind der Macht des Wortes »geweiht«, falls der E. falsch war bzw. nicht eingehalten wird. In der Tat beg…

Eid des Hippokrates.

(711 words)

Author(s): Wiesing, U.
[English Version] Der sog. »E.d.H.« ist Bestandteil des Corpus Hippocraticum, der bedeutendsten med. Schriftensammlung der Antike. Der Eid trägt seinen Namen zu Unrecht: Sehr wahrscheinlich stammt er nicht von Hippokrates selbst. Der E.d.H. verpflichtet den Arzt, seinen Patienten zu nutzen, Schaden zu vermeiden und zur Verschwiegenheit. Tötung auf Verlangen und bestimmte Formen der Abtreibung werden ebenso verboten wie der sexuelle Mißbrauch von Patienten. Der E. lautet: »Ich schwöre, Apollon den Arzt und Asklepios und Hygieia und Panakeia und alle Götter u…

Eidem

(159 words)

Author(s): Schjørring, J.H.
[English Version] Eidem, Erling (23.4.1880 Gothenburg, Schweden – 14.4.1972 Vänersborg). Dozent für NT 1913, 1923–1928 Pfarrer in Gårdstånga bei Lund; 1928 Prof. für NT Lund; 1931 Erzbf. in Uppsala als Nachfolger von N.Söderblom. Seinem Vorgänger folgte E. im breit gefächerten Engagement für die Ökumene, stieß angesichts der durch den Nationalsozialismus bedingten polit. Umwälzungen aber auf vielfältige Widerstände. E. hatte im Mai 1934 eine ergebnislose Unterredung mit Adolf Hitler, wo er diesem s…

Eiermann

(173 words)

Author(s): Lupfer, G.
[English Version] Eiermann, Egon (29.9.1904 Neuendorf bei Berlin – 19.7.1970 Baden-Baden). Nach dem Architekturstudium an der TH Berlin-Charlottenburg (1923–1927) eröffnete E. 1931 in Berlin ein bis 1945 bestehendes Büro. Als Prof. an der TH Karlsruhe entfaltete E. eine reiche Lehr- und Bautätigkeit. Das Schwergewicht in den 50er und 60er Jahren lag auf Büro- und Warenhäusern, doch erhielt E. auch repräsentative öfftl. Aufträge, herausragend der dt. Pavillon zur Weltausstellung in Brüssel (1956–195…

Eifer

(258 words)

Author(s): Link, C.
[English Version] . Der theol. Begriff des E. (קִנְאָה/qin'āh) JHWHs steht im Brennpunkt des Kampfes um die Alleinverehrung des bibl. Gottes (Monotheismus) und wird aufs engste mit dessen Heiligkeit (Heilig und profan: V.) in Verbindung gebracht (Jos 24,19). Einmal bringt er – zuerst und v.a. im Kult – den intoleranten Ausschließlichkeitsanspruch Gottes zum Ausdruck, so wie er von der prophetisch-levitischen »JHWH-allein-Bewegung« des 9.Jh. gegen die Baalsrel. verfochten wurde (2Kön 9 f.) und seinen Nie…

Eigengesetzlichkeit

(906 words)

Author(s): Honecker, M.
[English Version] I. Begriff E. ist eine sprachliche Neubildung zum Beginn des 20.Jh. Das Verständnis von Gesetz im exakten wiss. Denken des 19.Jh., v.a. der Naturwiss., wird dann polemisch oder affirmativ aufgenommen. L.Ragaz polemisierte 1914 von der Position des rel. Sozialismus aus gegen das Luthertum, welches die Welt ihrer E. überläßt. Denselben Vorwurf erhob K.Barth 1922 gegen P.Althaus. Das Stichwort E. wird oftmals mit der reformatorischen Zwei-Reiche-Lehre assoziiert. Das Wort »E.« ist ei…

Eigenkirche

(523 words)

Author(s): Landau, P.
[English Version] . Der Begriff der E. wurde 1894 von U.Stutz geprägt. Er erfaßte damit die Rechtstatsache, daß im frühen MA Kirchen einzelnen Personen oder einem Kloster als propriae ecclesiae zugeordnet wurden und deshalb einem umfassenden Herrschafts- und Nutzungsrecht des Kirchenherrn unterlagen. Stutz sah die Wurzel des E.wesens in einem vorchristl. germanischen Hauspriestertum an Eigentempeln und erblickte in ihm den wichtigsten Beleg für germanische Rechtstraditionen im Kirchenrecht. Die sp…

Eigenschaften Gottes

(4,185 words)

Author(s): Gantke, W. | Brümmer, V. | Schmidt, W.H. | Klauck, H. | Amir, Y. | Et al.
[English Version] I. ReligionswissenschaftlichIm Rahmen rationaler christl. Metaphysik wird die Erkennbarkeit Gottes vorausgesetzt und die Rede von Gott dergestalt konkretisiert, daß Gott bestimmte E. wie Heiligkeit (Heilig und profan: V.), Ewigkeit, Vollkommenheit, Unendlichkeit, Unveränderlichkeit, Allmacht, Allgüte und Personalität (Personalität Gottes zugesprochen werden. Dagegen weist die rationale Religionskritik auf die grundsätzliche Problematik menschlicher Rede von Gott und seinen E. hin.…

Eigentlichkeit

(8 words)

[English Version] EigentlichkeitWahrhaftigkeit/Authentizität

Eigentum

(5,807 words)

Author(s): Elwert, G. | Frick, F.S. | Meggitt, J.J. | Honecker, M. | Hezser, C. | Et al.
[English Version] I. ReligionswissenschaftlichE. ist eine soziale Beziehung, welche Zugriffsmöglichkeiten auf physische oder gesellschaftlich konstruierte Dinge gestattet und beschränkt und welche diese Zugriffsmöglichkeiten mit Pflichten verknüpft. In manchen Gesellschaften werden die Pflichten und Nutzungseinschränkungen, insbes. dann, wenn sie mit Land verbunden sind, von einem separaten Amt in Form einer Aufsicht verwaltet. Dieses Amt kann – z.B. auf den Trobriand-Inseln oder bei der westafrika…

Eileton

(79 words)

Author(s): Petzolt, M.
[English Version] (griech.) ist ein Tuch auf dem Altar, auf das in der orth. Liturgie Diskos und Kelch zur Konsekration gestellt werden. Es wird als Symbol für Christi Grablegung in einem Tuch verstanden. Auch das Antimension ist urspr. ein E. mit eingenähten Reliquien und der Darstellung der Grablegung zur Zelebration auf ungeweihten Altären. Heute wird das E. als Umschlag des Antimensions gebraucht. Martin Petzolt Bibliography S.Heitz, Mysterium der Anbetung, 1986, 359 A.Kallis, Liturgie, 1989, 88, 90, 251.

Einbildungskraft

(463 words)

Author(s): Recki, B.
[English Version] (lat./engl./franz. imaginatio[n]; griech. ϕαντασι´α, phantasía) – die erkenntnistheoretisch und/oder ästhetisch gefaßte Fähigkeit, sich etwas (als wirklich) vorzustellen. Schon Aristoteles begreift die Leistung der E. als eine Art von Urteil zw. Wahrnehmen und Denken. Durch die Übers. von »imaginatio« durch Paracelsus als dt. Terminus geprägt, wird E. in den neuzeitlichen Theorien durchweg – im Sensualismus seit J.Locke wie in den rationalistischen Erkenntnis- und Vernunftlehren bei…

Eine, das.

(1,614 words)

Author(s): Clark, S.R.L.
[English Version] I. Das E. (ει῾˜ς, μι´α, ε῞ν/heís, mía, hén [der, die, das eine]; μονα´ς, ε῾να´ς, μο´νωσις, ε῾νο´της/monás, henás, mónōsis, henótēs [Einheit]) ist ein Begriff, den Plato und seine Schule zur Bez. desjenigen, das sie auch »das Gute« nannten, verwendeten, während spätere Theologen ihn als Verweis auf Gott verstanden. Nach ihrer Auffassung hatte Plato in den Dialogen rep. und Parm. gezeigt, daß vom E. nichts ohne Widerspruch ausgesagt werden kann: Es kann nicht als von seiner Wahrnehmung oder sein…

Einfalt

(8 words)

[English Version] EinfaltTugenden

Einfühlung/Empathie

(254 words)

Author(s): Schlauch, C.R.
[English Version] bez. die Kraft, die Fähigkeit, die Methode, die Art oder den Vorgang, durch den es einem Subjekt gelingt, eine Ahnung oder ein Wissen über die innere Erfahrung eines »Anderen« zu gewinnen und mit ihm Einheit zu erfahren, wobei unter »einem Anderen« ein lebloses Objekt, ein Bild, ein Autor, eine Person oder das Göttliche verstanden werden kann. Die Empathie hat Ähnlichkeiten mit der »Sympathie«, der »Projektion«, der »Perspektivenübernahme« und der »Rollenübernahme«, ist aber dav…

Einhard

(181 words)

Author(s): Hartmann, W.
[English Version] (um 770 Maingau – 14.3.840 Seligenstadt), aus adeliger Familie, erzogen im Kloster Fulda (aber kein Mönch), dort Urkundenschreiber. Seit Anfang 796 am Hof Karls d.Gr., wo er den Namen Beseleel (vgl. Ex 35,30 ff.) erhält. Damit ist seine Rolle als Hofbaumeister bez. Ludwig. I., der Fromme versuchte, ihn am Hof zu halten, und übertrug E. 815 sieben Klöster. Auf Eigenbesitz gründete E. 829/30 das Kloster Seligenstadt, das er mit den Reliquien der Heiligen Marcellinus und Petrus aus…

Einheit der Kirche

(2,235 words)

Author(s): Haustein, J. | Brandt, R. | Hardt, M.
[English Version] I. Kirchengeschichtlich E. der Kirche als theol. Begriff ist nicht explizit vom NT her vorgegeben, sondern erst im Verlauf der frühen Kirchengesch. entstanden. Gleichwohl ist die Sache selbst zentrales ntl. Thema. Eine weitere Schwierigkeit kirchengesch. Darstellung ist das Verständnis von E.: Wird sie eher ethisch-theol. (Einmütigkeit in Glaube und Leben, vgl. Eph 4,1–6) oder rechtlich-strukturellen Überlegungen (Einzigkeit) gedacht? Beide Verstehensweisen fließen zusammen in dem …

Einheit/Einzigkeit/Einfachheit Gottes

(1,805 words)

Author(s): Brom, L.J. van den | Niehr, H.
[English Version] I. ReligionsphilosophischEinheit, Einzigkeit und Einfachheit werden Gottes inkommunikablen (= nicht-mitteilbaren) Eigenschaften zugerechnet. Einheit wird rel.phil. urspr. als das Eine gedacht, als der tragende Grund der Vielen in ihrer Vielheit und Verschiedenartigkeit. Darum wird Einheit als zeit- und raumloser Grund und als numerischer Anfang des Kosmos mit seiner Vielheit von Seienden vorgestellt. In Platos Ideenlehre transzendiert Einheit als das Eine die Pluralität der Ideen …

Einheitsschule

(647 words)

Author(s): Grunder, H.
[English Version] I. Begriff Mit E. wird ein einheitlicher Schulaufbau bez. Formal gesehen richtet sich die Forderung nach einheitlicher Schulgestaltung gegen Partikularismen in konfessioneller, geschlechtlicher, sozialer oder begabungsbedingter Herkunft. Das organisatorische Anliegen, das Schulwesen sei weitgehend einheitlich aufzubauen, begleitet das päd. Motiv, wonach die Bildung aller Heranwachsenden – differenziert lediglich nach Begabungen – in gemeinsamen Schulen stattfinden solle. Im Streit…

Einheitswissenschaft

(5 words)

[English Version] EinheitswissenschaftWissenschaft

Einheit/Vielheit

(991 words)

Author(s): Halfwassen, J.
[English Version] I. Begriffe E. und V. gehören zu den fundamentalen Begriffen des Denkens überhaupt und bestimmen die eur. Philos. von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Ihr Verhältnis ist deutlich asymmetrisch, da sich V. nur aus ihrem jeweiligen Gegensatz gegen die E. denken läßt und darum gemäß der Bedeutungsmannigfaltigkeit der E. verschiedene Bedeutungen annehmen kann. Die Hauptbedeutungen von E. sind Einzahl im Unterschied zur Mehrzahl, Einzigkeit und Einmaligkeit, Einfachheit, Ganzheit und T…

Einigung/Henosis

(303 words)

Author(s): Farrow, D.B.
[English Version] . E. (ε῞νωσις/hénōsis) mit dem Göttlichen ist das Ziel der mystischen Theol. Sowohl im Neuplatonismus des Plotin oder Proclus als auch in der christl. Mystik des Gregor von Nyssa oder Dionysius Areopagita bezieht sich der Begriff auf eine ekstatische Erfahrung der Selbsttranszendenz durch unmittelbare Teilhabe an Gott, die zu einer Vergöttlichung führt. Der lat. Ausdruck ist »unio mystica«; hier spielte Augustin eine grundlegende Rolle. Dem neuplatonischen Ansatz liegt die theol. Dialektik von Transzendenz/Immanenz sowie die Emanationslehre (…

Einigungsbestrebungen, kirchliche

(14 words)

[English Version] Einigungsbestrebungen, kirchlicheökumenische Bewegung

Einkommen

(282 words)

Author(s): Bayer, S.
[English Version] entsteht im Produktionsprozeß auf zwei Arten: Produzenten erzielen E. durch den Verkauf von Waren und Dienstleistungen zu Marktpreisen. Haushalte erwirtschaften E. über den Einsatz der Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden. Die Addition aller in einer Periode entstehenden E. ergibt das Volkse. Der Entstehungsseite des E. steht seine Verwendungsseite gegenüber: Es kann entweder konsumtiv oder zur Ersparnisbildung verwendet werden. Sparen impliziert Zinseinkommen in den Fo…
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