Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

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Eon

(87 words)

Author(s): Köpf, U.
[English Version] (Eudo), von Stella (gest. nach 1148). Vielleicht von Adel. Charismatiker mit geringer Bildung, Eremit und Wanderprediger, nach mehrjähriger Wirksamkeit in der Bretagne und Gascogne, wo er zahlreiche Anhänger um sich sammelte, auf der Synode von Reims 1148 angeklagt und zu Klosterhaft in St. Denis (Paris) verurteilt. Unklar sind die Gedanken, die ihn zur Behauptung führten, er sei Gottes Sohn, der künftige Richter über Lebende und Tote. Ulrich Köpf Bibliography J.C.Cassard, E., ermite et hérésiarque breton (MSHAB 57, 1980, 171–198).

Epaphras

(9 words)

[English Version] EpaphrasPaulusmitarbeiter

Epaphroditus

(9 words)

[English Version] EpaphroditusPaulusmitarbeiter

Epheserbrief

(1,467 words)

Author(s): Sellin, G.
[English Version] I. Aufbau und Form Unter den Briefen des Corpus Paulinum verrät Eph über seine kommunikative Situation am wenigsten. Zw. Präskript (1,1 f.) und Briefschluß (6,21–24) steht eine zweiteilige Brief-Rede, die in beiden Teilen zugleich Anrede und Abhandlung, Homilie und Traktat ist. Es wechseln sich in beiden appellative (2.Pers.Pl.) und konfessorisch-lehrhafte (1.Pers.Pl. und 3.Pers.Sg.) Partien ab. Abhängig ist diese »Rede« von der »Stimme« des impliziten Autors, der in der 1.Pers.Sg. …

Ephesus

(948 words)

Author(s): Koch, G. | Günther, M.
[English Version] I. Archäologisch Besiedlung im Gebiet von E. ist seit dem 5.Jt. v.Chr. nachweisbar. Nach 1200 v.Chr. wurde von ionischen Griechen eine Stadt gegründet. Eine große Blüte hatte E. in griech. und v.a. röm. Zeit – Hauptstadt der Provinz Asia – als Hafen- und Handelsstadt an der Mündung des Kaystros (jetzt ca.10 km vom Meer entfernt). Das zeigen eindrucksvolle Bauten noch heute. Ausgrabungen erfolgten zunächst von engl., seit 1895 von östr. und seit einigen Jahren zusätzlich von türkischer Seite. Bes. Bedeutung erhielt E. in frühchristl. Zeit, v.a. durch den …

Ephesus, Konzilien

(707 words)

Author(s): Mühlenberg, E.
[English Version] I. Konzil von 431 1.Anlaß. Die von Kaiser Theodosius II. auf Pfingsten (7.6.) 431 einberufene Reichssynode wurde bereits im Oktober aufgelöst, weil es zu einer unversöhnlichen Spaltung in zwei Synoden gekommen war. Erst durch die Nachgeschichte wurde diese Synode zum III. Ökum. Konzil, allerdings nicht in der Apostolischen Kirche des Ostens. Aufgabe der Synode war die Klärung von Rechtsfragen – eine vermutete Klage vier äg. Mönche gegen Cyrill von Alexandrien? – und der christologischen Glaubenslehre (Christologie). 2.Vorgeschichte. Den Streit über d…

Ephod

(387 words)

Author(s): Utzschneider, H.
[English Version] . Für אֵפוֹד lassen sich im AT mindestens drei Bedeutungsbereiche ausmachen, die sich auf den Kult, insbes. die priesterliche Tätigkeit (Priestertum) erstrecken: 1. E. bez. priesterliche Kleidungsstücke: a) Im Entwurf der priesterlichen Sinaitexte erscheint אֵפוֹד als ein Teilstück des hohenpriesterlichen Ornats Aarons. Aus kostbaren Materialien hergestellt (Ex 28,6/39,2; 25,7/35,9), wird es über allen anderen Kleidern getragen und ist als Schurz (Ex 29,5/Lev 8,7) mit trägerartigen Schulterteilen (Ex 28,12) vorzu…

Ephraem Syrus

(337 words)

Author(s): Bruns, P.
[English Version] (um 306 in oder bei Nisibis – 373 Edessa) war nach Barhadbešabba zunächst Asket und Schüler des Bf. Jakob von Nisibis gewesen, in dessen Schule er später als Lehrer tätig wurde (PO 4, 377). Laut Sozomenus h.e. III 16 und Hier. vir.ill. 115 bekleidete E. das Amt eines Diakons. Die Zerstörung Nikomediens durch ein Erdbeben im Jahre 358 (Gennad. vir.ill. 3,67) hat ebenso in E.s Werk Niederschlag gefunden wie die heidnische Restaurationspolitik unter Kaiser Julian (361–363). Nach de…

Epidauros,

(276 words)

Author(s): Egelhaaf-Gaiser, U.
[English Version] Stadt in der Argolis an der Südküste des Saronischen Golfs mit Asklepiosheiligtum. Die Stadt ist erstmals erwähnt Hom. Il.2,561; Mitglied der Amphiktyonie (Kultbund) des Poseidonheiligtums von Kalauria (Poros), in den Kriegen des 5./4.Jh. v.Chr. auf der Seite Spartas. Verwalterin des 9 km südwestlich gelegenen Asklepiosheiligtums. Auf dem Berg Kynortion belegen Funde die Verehrung des Heros Maleatas (7.Jh. v.Chr.), später assimiliert durch Apollo. Nicht vor dem späten 6.Jh. trit…

Epigonus

(8 words)

[English Version] EpigonusMonarchianismus

Epigraphik

(3,268 words)

Author(s): Renz, J. | Hallof, K.
[English Version] I. Semitische Inschriften 1. Definition, Abgrenzung E. (vgl. griech. ε᾿πι´γραμμα/epígramma, ε᾿πιγραϕη´/epigraphē´) befaßt sich mit antiken Inschriften (= I.), die auf festes Material, Stein, Keramik, Metall, Elfenbein, selten Holz u. ä. eingraviert, -gemeißelt oder mit Tinte aufgetragen wurden. Die sem. E. als Teildisziplin der Altorientalistik behandelt die wenigen Papyrus- (Papyrologie) und Lederi. mit, ausgegliedert werden andererseits: a) Texte in syllabischer Keilschrift aus Mesopotam…

Epik

(925 words)

Author(s): Trappen, S.
[English Version] I. Zur Terminologie Der literaturwiss. Terminus E. geht auf die lit. Gattung des Epos (von griech. ε῎πος) zurück und wird heute als Sammelbegriff für alle erzählenden Texte und die wesentlichen Eigenschaften des Erzählens überhaupt verwendet. In dem Kern des Begriffs E. stehen jedoch nach wie vor das Epos sowie vergleichbare Gattungen (z.B.: Idylle, Lehrgedicht, Roman). II. Epos1.Begriff. Das Epos wurde in der Antike und der Zeit des Humanismus mit weit über diese Epochen hinausgehenden Wirkungen folgendermaßen bestimmt: Es handelt…

Epikie

(182 words)

Author(s): Potz, R.
[English Version] (griech. ε᾿πιει´κεια/epieíkeia, »Billigkeit«), Prinzip zur Verwirklichung der Einzelfallgerechtigkeit, wonach der einzelne zur Gewissensentscheidung gegen die Verbindlichkeit eines Gesetzes im Einzelfall ermächtigt ist. Die Lehre von der E. geht auf die Tugendlehre des Aristoteles zurück, für den E. die bessere Gerechtigkeit ist, da sie die Korrektur des Gesetzes ermöglicht, das wegen seiner Allgemeinheit und aufgrund der Fülle dessen, was das Leben bringt, notwendig unvollkommen …

Epiklese

(693 words)

Author(s): Felmy, K.C.
[English Version] (griech. ε᾿πι´κλησις/epíklēsis, »Anrufung«). Eine E. ist zuerst bei der Weihe des (Tauf-)Wassers bezeugt, bei der sie bis heute in Ost und West ebenso gebetet wird wie in den orth. Kirchen bei Ordination und Weihehandlungen (Weihe/Weihehandlungen). Hatte schon Justin die Heiligung der eucharistischen Gaben auf ein Gebet zurückgeführt (Iust. apol. 66), so verband Irenaeus von Lyon das Eucharistie-Werden der Gaben mit einer »Anrufung« (Iren. haer. IV 18,5), die er möglicherweise als Logos-E. verstanden hat, da nach …

Epiktet

(349 words)

Author(s): Enders, M.
[English Version] (um 50 n.Chr. Hierapolis, Phrygien – um 130 n.Chr. Nikopolis, Epirus), Philosoph und ein freigelassener Sklave, neben Seneca und Marc Aurel der bedeutendste Vertreter der Stoa in der röm. Kaiserzeit. In Rom ein Schüler des Musonius, wurde er 94 n.Chr. nach Epirus verbannt, wo er eine philos. Schule gründete. Sein einziger namentlich bekannter Schüler Arrianus veröff. vier Bücher seiner »Lehrgespräche« (Diatribai) und ein »Handbüchlein« (Encheiridion), das die Diatribai zusammenf…

Epikur

(220 words)

Author(s): Figal, G.
[English Version] (342/41 auf Samos – 371/70 Athen), griech. Philosoph, Gründer einer philos. Schule, die er als Konkurrenz zur platonischen Akademie und zum aristotelischen Peripatos verstand. Von seinen zahlreichen Schriften – nach Diogenes Laertius 10,28 hat er an die 300 Schriftrollen hinterlassen – sind nur drei Lehrbriefe, eine Sammlung von 40 Sentenzen und einige Werkfrgm. erhalten geblieben. Die Lehren E.s können jedoch auch aus dem Lehrgedicht des in E.s Tradition philosophierenden Lukre…

Epikureismus

(450 words)

Author(s): Niewöhner, F.
[English Version] . Die Antike kennt verschiedene epikureische Schulen, wobei bes. die röm. Rezeption die Bekanntheit des E. förderte. Diese Schulen rezipierten Epikurs Philos. nicht als ein System, sondern Naturphilosophie, Ethik und Weisheitslehre wurden unabhängig voneinander behandelt. Bes. die Ethik wurde beachtet, seine Naturphilosophie selten. – Charakteristisch für den E. ist, daß die Aufnahme epikureischer Ideen seit der Antike immer verbunden war mit Polemik gegen Epikur. Wegen seines At…

Epiphanie

(2,990 words)

Author(s): Gladigow, B. | Scriba, A. | Lührmann, D. | Förster, H.
[English Version] I. ReligionswissenschaftlichMit E. wird ein Begriff der griech. Religionsgesch. auf die Ebene deskriptiver Begriffe transportiert. In der Terminologie der allg. Religionswiss. wird unter »Epiphanie« die verbreitete Vorstellung gefaßt, daß sich Götter unter bes. Bedingungen »zeigen« (Theophanie). E. hat eine allg. Bedeutung im Vergleich mit dem ähnlich gefaßten Begriff des Adventus (Advent) mit seinen zeitlichen oder räumlichen Komponenten. Die syst. Grenzfälle von E. sind durch V…

Epiphanienfest

(11 words)

[English Version] EpiphanienfestEpiphanie: V. Alte Kirche

Epiphanius

(337 words)

Author(s): Dummer, J.
[English Version] von Salamis (von Constantia, Zypern). Geb. zw. 310 und 320 als Sohn christl. Eltern in Besandûk nahe dem palästin. Eleutheropolis, lebte zunächst im monastischen Milieu; nach frühen Kontakten mit dem äg. Mönchtum gründete er mit ca.20 Jahren in seiner Heimat ein Kloster. 367 erlangte E. den Bischofsstuhl von Constantia. Er starb 404 auf der Rückreise in sein Bistum von Konstantinopel, wo ihn Theophilus von Alexandrien schließlich vergeblich als Bundesgenossen gegen Johannes Chryso…

Episcopius

(141 words)

Author(s): Groot, A. de
[English Version] Episcopius, Simon (8.1.1583 Amsterdam – 4.4.1643 ebd.), leitender remonstrantischer Theologe (Arminianer), war nach seinem Studium in Leiden (J.Arminius) und Franeker (J.Drusius) zwei Jahre ref. Pfarrer, als er zum Prof. der Theol. in Leiden ernannt wurde (1612). Er lehrte im Sinne der »Remonstrantie« (1610), die er mit unterzeichnet hatte. Auf der Dordrechter Synode war er der gewandte Apologet der Angeschuldigten sowie während der Gründung der Remonstrantischen Kirche (1619) und…

Episkopalismus/Episkopalsystem

(1,235 words)

Author(s): Link, C.
[English Version] I. Protestantismus Episkopalismus (E.) und die von seinen Vertretern entworfene Theorie des Episkopalsystems (ES.) bez. im 16. und 17.Jh. (vor Territorialismus und Kollegialismus) die früheste Rechtfertigung des ev. landesherrlichen Kirchenregiments. 1. Während die Reformatoren den Landesherrn nur als Mitchristen, wenn auch als praecipuum membrum ecclesiae, nur interimistisch zur Beseitigung der im Gefolge der Reformation eingetretenen kirchl. Verfassungskrise in Pflicht nehmen wollten, ging es den Vertretern des E. nic…

Episteme (Erkenntnis)

(8 words)

[English Version] Episteme (Erkenntnis)Erkenntnistheorie, Wissenschaft

Epistolae obscurorum virorum

(253 words)

Author(s): Raeder, S.
[English Version] (»Briefe unberühmter Männer«, »Dunkelmännerbriefe«), Titel einer zweiteiligen 1515–1517 erschienenen Sammlung fingierter Briefe. J.Reuchlin hatte 1514 im Streit über das jüd. Schrifttum an ihn gerichtete »Briefe berühmter Männer« (Clarorum virorum epistolae) hg., um seine Position gegenüber den Kölner Dominikanern zu stärken. Die ungenannten Vf. der E.o.v. (1I 1–41 [1515] v.a. Crotus Rubeanus, 3I 42–48 [1516] und 1II [1517] zumeist U. von Hutten) gehörten zum Erfurter Humanistenkreis. Sie wollten ihre Solidarität mit Reuchlin bekunde…

Epistula Apostolorum

(250 words)

Author(s): Brock, A.G.
[English Version] . Der Text gehört zum Genre des Dialogs zw. Jesus und seinen Jüngern nach der Auferstehung und vermittelt Zukunftsoffenbarungen. Der Titel wurde vom Text her erschlossen. Diese von einem unbekannten Autor/Autorin vf. Schrift wird gewöhnlich auf die Mitte des 2.Jh. datiert und stammt aus Kleinasien, Syrien, oder Ägypten. Obwohl das Original wahrscheinlich auf Griech. vf. wurde, ist die EpAp nur in Übers. erhalten: achmimisches Kopt., Äth. und Lat. Ein Vergleich der kopt. und äth. …

Epitaphios

(113 words)

Author(s): Petzolt, M.
[English Version] (griech.) ist ein großes als Ikone besticktes Tuch mit der Grablegung Christi. Während der orth. Karfreitagsvesper wird der E. in der Kirchenmitte zur Verehrung auf einem Tisch ausgelegt, der als symbolisches Grab mit Blumen geschmückt ist. Im nächtlichen Gottesdienst der Beweinung wird er in einer Prozession um die Kirche, mancherorts auch durch die Straßen getragen. Während der Osterzeit liegt er auf dem Altar. Das Antimension, auf dem die eucharistischen Gaben zur Konsekratio…

Epoche

(233 words)

Author(s): Figal, G.
[English Version] ('Εποχη´/epochē´), ist von dem griech. Verb ε᾿πε´χειν/epéchein, »anhalten«, »zurückhalten« abgeleitet. Das Substantiv epochē´ ist urspr. ein Begriff der Astrologie und bez. dort entweder die Stelle, die ein Himmelskörper in seiner Bahn einnimmt, oder die Konstellation zweier Himmelskörper. Analog kann das Wort auch den Punkt in der Zeit, von dem aus sie berechnet werden kann, bez. Im Zeitalter der Aufklärung verändert sich die Bedeutung des Begriffs: E. ist nun ein gesch. bedeutsamer Z…

Epstein

(137 words)

Author(s): Vinzent, J.
[English Version] Epstein, Jacob, Sir (10.11.1880 New York – 19.8.1959 London). Der brit. Bildhauer amer. Abstammung (1954 in den Ritterstand erhoben) erhielt seinen ersten großen Auftrag mit dem Grabstein für O.Wilde (1912, Père-Lachaise, Paris), der kubistische Formen, die auch seine weiteren Arbeiten kennzeichnen, mit alt-assyrischen Einflüssen verbindet. Mit dem »Rock Drill« (1914, zerstört) gestaltete E. den Archetyp des modernen Menschen im Maschinenzeitalter. In den späten 1910er Jahren wende…

Equiano

(341 words)

Author(s): Kalu, O.
[English Version] Equiano, Oluadah (1745–31.4.1797), wurde mit ca.10 Jahren in seiner Heimat Igboland im heutigen Nigeria versklavt und 1756 nach Barbados gebracht. E. war Sklave in England, auf den westindischen Inseln und in Nordamerika. An der Seite seines Herrn, Captain Paschal von der königlich-brit. Marine, erlebte er die Kämpfe des Siebenjährigen Krieges. 1763 wurde er weiterverkauft an Robert King, einen auf der Karibikinsel Montserrat lebenden Kaufmann aus Philadelphia. Auf einem von desse…

Erasmus

(1,804 words)

Author(s): Winkler, G.B.
[English Version] Erasmus, Desiderius, von Rotterdam (27./28.10.1466/1469 Gouda oder Rotterdam – 12.7.1536 Basel), Humanist I. Leben und Werk Den Beinamen »Desiderius« verwandte er erstmals 1496 als Etymologisierung seines Taufnamens »Herasmus« und wohl auch seines Vaternamens »Gerardus« (Rogerius: Ep. 518, OE 2,437). E. erwähnt auch Desiderius, den Freund des Hieronymus, der diesen um die Pentateuch-Übers. gebeten hatte (Ep.843, OE 3, 325). Der Name wäre demnach auch Programm gewesen. Er selbst macht widerspr…

Erastus

(238 words)

Author(s): Benrath, G.A.
[English Version] (Lüber), Thomas (7.9.1524 Baden im Aargau – 31.12.1583 Basel), Arzt, Prof. der Medizin, Kirchenrat. Nach Studienjahren in Basel (1542) und Bologna (Dr.med. 1552) wurde E. von Kurfürst Ottheinrich an die Universität Heidelberg berufen (1558). Ein scharfer Gegner der paracelsischen »neuen« Medizin (Paracelsus), lehrte er hier Naturkunde und Medizin meist im Sinne der traditionellen aristotelisch-galenischen Schulwissenschaft (z.B. über Magie und Strafwürdigkeit der Hexen), z.T. aber…

Erastus

(9 words)

[English Version] ErastusPaulusmitarbeiter

Erb

(179 words)

Author(s): Brendle, F.
[English Version] (Erbe), Matthias (1494 Ettlingen – 13.5.1571 Rappoltsweiler) erhielt seine Bildung in der Schule des Chorherrn Heinrich Wölflin in Bern, bei dem auch Zwingli zeitweise Unterricht genommen hatte. Im Kappeler Krieg (Schweiz) 1531 hatte E. die Stelle eines Feldpredigers bei den bernischen Truppen inne. Nach der Niederlage wirkte er zunächst als Pfarrer in Baden-Baden, dann als Schulmeister in Gengenbach. Von dort berief ihn Graf Georg von Württemberg zum Superintendenten der Herrscha…

Erbauung

(691 words)

Author(s): Beutel, A.
[English Version] Der in seinem rel.-metaphorischen Gebrauch vom NT eingeführte Begriff E. (griech. οι᾿κοδομη´/oikodomē´, lat. aedificatio) bez. einen zentralen, das Wechselspiel von Teil und Ganzem betreffenden Aspekt der Ekklesiologie (Kirche). Trotz des zugleich defizitären und inflationären Gebrauchs, dem er v.a. in der neuzeitlichen Wortgesch. ausgesetzt war, bleibt sein ursprünglicher, pointierter Sachgehalt für eine theol. Reflexion von Kirche und Gemeinde unaufgebbar. Die an den Sprachgebrauch des AT lose anknüpfende, bildhafte Rede von E. zielt …

Erbauungsliteratur

(2,757 words)

Author(s): Köpf, U. | Weismayer, J. | Beutel, A.
[English Version] I. Bis zur Reformation E.lit. nennen wir alle christl. Lit., die keinen liturgischen, juristischen, bloß informativen oder wiss. (hist., theol.) Charakter hat, sondern dem Aufbau und der Pflege der Frömmigkeit und einem dadurch geprägten Verhalten dienen will. Doch sind die Übergänge zu Lit. mit anderer Zweckbestimmung fließend: Auch liturgische Formulare, Mönchsregeln und Katechismen, Handbücher, Geschichtswerke und theol. Abh. können erbauliche Elemente enthalten und zur individuel…

Erbermann

(814 words)

Author(s): Peterse, H. | Lindner, T.
[English Version] (Ebermann), Vitus (25.5.1597 Rentweinsdorf – 8.4.1675 Mainz), kath. Kontroverstheologe. Aus einer prot. Familie stammend, konvertierte er 1620 zum Katholizismus und trat den Jesuiten bei. Er lehrte als Prof. der Theol. in Mainz und Würzburg und leitete ab 1657 das päpstl. Seminar zu Fulda. Vf. mehrerer Streitschriften gegen prot. Gelehrte wie G.Calixt, H.Conring und J.Musäus. Er befürwortete die Wiederherstellung der kirchl. Einheit im Reich unter der Voraussetzung, daß sich die P…

Erbsünde

(1,549 words)

Author(s): Saarinen, R. | Böttigheimer, C.
[English Version] I. Zum Begriff Mit E. ist generell die schon vor aller persönlicher Aktivität vorhandene Bösartigkeit bzw. Mangelhaftigkeit im Menschen gemeint. In der christl. Tradition kann die E. als Grund aller moralisch schlechten Handlungen verstanden werden; sie kann darüber hinaus auch die vererbte Schuld an sich bedeuten. Als angeborene Kraft unterscheidet sich die E. von den aktuellen Tatsünden. Die Unterscheidung bleibt jedoch umstritten, weil sie ohne weitere Präzisierung die einheitlic…

Erde

(8 words)

[English Version] ErdeGeologie

Erde

(836 words)

Author(s): Olson, C.
[English Version] Erde, religionswissenschaftlich. Die E. stellt ein komplexes symbolisches Gewebe von rel. Bedeutungen dar, das ihre lebenspendenden Kräfte, ihre Fähigkeit, Leben zu erhalten und ihre Bereitschaft zur Aufnahme der Toten umfaßt. In einigen Kulturen wird die E. als Muttergottheit personifiziert, doch ist diese Tendenz nicht universell, trotz dieser Behauptung durch Dieterichs Buch »Mutter Erde« (1905), das die Theol. einer einzigen großen Göttin entwirft, die mit der E. assoziiert wi…

Erdmann

(135 words)

Author(s): Bitter, S.
[English Version] Erdmann, Johann Eduard (13.6.1805 Wolmar, Livland – 12.6.1892 Halle), Philosoph. Das Studium in Berlin (Theol. und Philos.) machte den zuvor von F.Schleiermacher Bestimmten zum Anhänger G.W.F.Hegels. Als Pastor in Wolmar habilitierte er sich 1833 in Berlin für Philos. und war seit 1839 philos. Ordinarius in Halle. Seine Studien zur Philosophiegesch. (bes. zu G.W.Leibniz und B.de Spinoza) führten E. in der Religionsphilos. über Hegel hinaus. E. fand Philos. und Rel. nach Form und Inhalt unterschieden und den Frieden zw. beiden in einer »Phänomenolo…

Ereignis

(187 words)

Author(s): Figal, G.
[English Version] Ereignis, umgangssprachlich ähnlich wie »Vorkommnis« oder »Geschehen«, ist in der Ontologie eine Bez. für prozessuale Entitäten im Kontrast zu Dingen oder Substanzen. Die Frage, ob E. nur unter der Voraussetzung von Dingen möglich sind oder Dinge sich in E. konstituieren, so daß E. ihnen gegenüber primär sind, ist umstritten. Der prominenteste Vertreter einer E.-Ontologie in der modernen Philos. ist A.N.Whitehead. – In der Philos. M.Heideggers ist E. ab Mitte der 30er Jahre ein z…

Eremiten

(11 words)

[English Version] EremitenMönchtum: III. Christentum

Erez Jisrael

(14 words)

[English Version] Erez JisraelLand Israel

Erfahrung

(3,058 words)

Author(s): Willaschek, M. | Stock, K. | Köpf, U. | Loder, J.E.
[English Version] I. Philosophisch In einem weiten, lebensweltlich geprägten Sinn versteht man unter »E.« seit Aristoteles (metaph. 980b28–982a3) eine Art der Wirklichkeitserkenntnis, die auf praktischem Umgang beruht und an paradigmatische Einzelfälle gebunden ist (griech. ε᾿μπειρι´α/empeiría; lat. experientia). Sie führt daher nicht zu syst. Wissen, sondern bleibt »Erkenntnis des Besonderen«. Daneben haben sich seit dem 17.Jh. zwei engere Verwendungsweisen von »E.« herausgebildet. E. ist demnach eine Weise des Wissenserwerbs, …

Erfahrung, innere

(13 words)

[English Version] Erfahrung, innereSelbstbewußtsein

Erfahrungstheologie

(13 words)

[English Version] ErfahrungstheologieErfahrung: IV. Fundamentaltheologisch, V. Dogmatisch

Erfurt

(825 words)

Author(s): Lorenz, S.
[English Version] I. Stadt und Bistum E. liegt an einer von der Natur begünstigten Stelle, wo die Gera in weitem Bogen den ältesten Siedlungskern zwischen Domhügel und Petersberg umzieht. Vermutlich hat der Ort schon im thüringischen Königreich eine Rolle gespielt. Unter den Karolingern verstärkte sich seine Anbindung an das Frankenreich (Franken). Im Zuge der Christianisierung Thüringens gründete Bonifatius 741/42 in E. ein Bistum, das noch zu seinen Lebzeiten wieder aufgehoben und dem Erzbistum Mai…

Erhabene, das

(906 words)

Author(s): Recki, B. | Mädler, I.
[English Version] I. Philosophisch Das »E.« (engl./franz. »the/le sublime«) bez. die Erfahrung von Gegenständen, die durch ihre (räumlich-physische wie metaphysische) Größe, Kraft oder Vollkommenheit dem Menschen seine eigene Erhebung und dabei häufig auch die Grenze seines Fassungsvermögens bewußt werden lassen. In der Antike wird in der Auseinandersetzung mit dem dichterischen Enthusiasmus (: I.) das E. im Begriff des υ῞ψος (hýpsos, »Höhe«) als einer Kategorie der Poetik und Rhetorik (: I.) erörtert: Bei Plato, Aristoteles, Aristophanes, Pseudo-Long…

Erhaltung

(8 words)

[English Version] ErhaltungSchöpfung

Erhard

(275 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] Erhard, Ludwig Wilhelm (4.2.1897 Fürth – 5.5.1977 Bonn). 1919–1925 Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. 1928–1942 Mitarbeiter, später Leiter des Instituts für Wirtschaftsbeobachtung an der Handelshochschule Nürnberg. 1942 Gründung eines privaten Instituts für Industrieforschung. 1945–1946 Bayerischer Wirtschaftsminister. 1947 Leiter der Sonderstelle Geld und Kredit des Wirtschaftsrats der Bizone, 1948 Direktor der Verwaltung für Wirtschaft der Bizone. 1949–1963 Bundeswi…
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