Religion in Geschichte und Gegenwart

Get access Subject: Religious Studies

Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Episcopius

(141 words)

Author(s): Groot, A. de
[English Version] Episcopius, Simon (8.1.1583 Amsterdam – 4.4.1643 ebd.), leitender remonstrantischer Theologe (Arminianer), war nach seinem Studium in Leiden (J.Arminius) und Franeker (J.Drusius) zwei Jahre ref. Pfarrer, als er zum Prof. der Theol. in Leiden ernannt wurde (1612). Er lehrte im Sinne der »Remonstrantie« (1610), die er mit unterzeichnet hatte. Auf der Dordrechter Synode war er der gewandte Apologet der Angeschuldigten sowie während der Gründung der Remonstrantischen Kirche (1619) und…

Episkopalismus/Episkopalsystem

(1,235 words)

Author(s): Link, C.
[English Version] I. Protestantismus Episkopalismus (E.) und die von seinen Vertretern entworfene Theorie des Episkopalsystems (ES.) bez. im 16. und 17.Jh. (vor Territorialismus und Kollegialismus) die früheste Rechtfertigung des ev. landesherrlichen Kirchenregiments. 1. Während die Reformatoren den Landesherrn nur als Mitchristen, wenn auch als praecipuum membrum ecclesiae, nur interimistisch zur Beseitigung der im Gefolge der Reformation eingetretenen kirchl. Verfassungskrise in Pflicht nehmen wollten, ging es den Vertretern des E. nic…

Episteme (Erkenntnis)

(8 words)

[English Version] Episteme (Erkenntnis)Erkenntnistheorie, Wissenschaft

Epistolae obscurorum virorum

(253 words)

Author(s): Raeder, S.
[English Version] (»Briefe unberühmter Männer«, »Dunkelmännerbriefe«), Titel einer zweiteiligen 1515–1517 erschienenen Sammlung fingierter Briefe. J.Reuchlin hatte 1514 im Streit über das jüd. Schrifttum an ihn gerichtete »Briefe berühmter Männer« (Clarorum virorum epistolae) hg., um seine Position gegenüber den Kölner Dominikanern zu stärken. Die ungenannten Vf. der E.o.v. (1I 1–41 [1515] v.a. Crotus Rubeanus, 3I 42–48 [1516] und 1II [1517] zumeist U. von Hutten) gehörten zum Erfurter Humanistenkreis. Sie wollten ihre Solidarität mit Reuchlin bekunde…

Epistula Apostolorum

(250 words)

Author(s): Brock, A.G.
[English Version] . Der Text gehört zum Genre des Dialogs zw. Jesus und seinen Jüngern nach der Auferstehung und vermittelt Zukunftsoffenbarungen. Der Titel wurde vom Text her erschlossen. Diese von einem unbekannten Autor/Autorin vf. Schrift wird gewöhnlich auf die Mitte des 2.Jh. datiert und stammt aus Kleinasien, Syrien, oder Ägypten. Obwohl das Original wahrscheinlich auf Griech. vf. wurde, ist die EpAp nur in Übers. erhalten: achmimisches Kopt., Äth. und Lat. Ein Vergleich der kopt. und äth. …

Epitaphios

(113 words)

Author(s): Petzolt, M.
[English Version] (griech.) ist ein großes als Ikone besticktes Tuch mit der Grablegung Christi. Während der orth. Karfreitagsvesper wird der E. in der Kirchenmitte zur Verehrung auf einem Tisch ausgelegt, der als symbolisches Grab mit Blumen geschmückt ist. Im nächtlichen Gottesdienst der Beweinung wird er in einer Prozession um die Kirche, mancherorts auch durch die Straßen getragen. Während der Osterzeit liegt er auf dem Altar. Das Antimension, auf dem die eucharistischen Gaben zur Konsekratio…

Epoche

(233 words)

Author(s): Figal, G.
[English Version] ('Εποχη´/epochē´), ist von dem griech. Verb ε᾿πε´χειν/epéchein, »anhalten«, »zurückhalten« abgeleitet. Das Substantiv epochē´ ist urspr. ein Begriff der Astrologie und bez. dort entweder die Stelle, die ein Himmelskörper in seiner Bahn einnimmt, oder die Konstellation zweier Himmelskörper. Analog kann das Wort auch den Punkt in der Zeit, von dem aus sie berechnet werden kann, bez. Im Zeitalter der Aufklärung verändert sich die Bedeutung des Begriffs: E. ist nun ein gesch. bedeutsamer Z…

Epstein

(137 words)

Author(s): Vinzent, J.
[English Version] Epstein, Jacob, Sir (10.11.1880 New York – 19.8.1959 London). Der brit. Bildhauer amer. Abstammung (1954 in den Ritterstand erhoben) erhielt seinen ersten großen Auftrag mit dem Grabstein für O.Wilde (1912, Père-Lachaise, Paris), der kubistische Formen, die auch seine weiteren Arbeiten kennzeichnen, mit alt-assyrischen Einflüssen verbindet. Mit dem »Rock Drill« (1914, zerstört) gestaltete E. den Archetyp des modernen Menschen im Maschinenzeitalter. In den späten 1910er Jahren wende…

Equiano

(341 words)

Author(s): Kalu, O.
[English Version] Equiano, Oluadah (1745–31.4.1797), wurde mit ca.10 Jahren in seiner Heimat Igboland im heutigen Nigeria versklavt und 1756 nach Barbados gebracht. E. war Sklave in England, auf den westindischen Inseln und in Nordamerika. An der Seite seines Herrn, Captain Paschal von der königlich-brit. Marine, erlebte er die Kämpfe des Siebenjährigen Krieges. 1763 wurde er weiterverkauft an Robert King, einen auf der Karibikinsel Montserrat lebenden Kaufmann aus Philadelphia. Auf einem von desse…

Erasmus

(1,804 words)

Author(s): Winkler, G.B.
[English Version] Erasmus, Desiderius, von Rotterdam (27./28.10.1466/1469 Gouda oder Rotterdam – 12.7.1536 Basel), Humanist I. Leben und Werk Den Beinamen »Desiderius« verwandte er erstmals 1496 als Etymologisierung seines Taufnamens »Herasmus« und wohl auch seines Vaternamens »Gerardus« (Rogerius: Ep. 518, OE 2,437). E. erwähnt auch Desiderius, den Freund des Hieronymus, der diesen um die Pentateuch-Übers. gebeten hatte (Ep.843, OE 3, 325). Der Name wäre demnach auch Programm gewesen. Er selbst macht widerspr…

Erastus

(238 words)

Author(s): Benrath, G.A.
[English Version] (Lüber), Thomas (7.9.1524 Baden im Aargau – 31.12.1583 Basel), Arzt, Prof. der Medizin, Kirchenrat. Nach Studienjahren in Basel (1542) und Bologna (Dr.med. 1552) wurde E. von Kurfürst Ottheinrich an die Universität Heidelberg berufen (1558). Ein scharfer Gegner der paracelsischen »neuen« Medizin (Paracelsus), lehrte er hier Naturkunde und Medizin meist im Sinne der traditionellen aristotelisch-galenischen Schulwissenschaft (z.B. über Magie und Strafwürdigkeit der Hexen), z.T. aber…

Erastus

(9 words)

[English Version] ErastusPaulusmitarbeiter

Erb

(179 words)

Author(s): Brendle, F.
[English Version] (Erbe), Matthias (1494 Ettlingen – 13.5.1571 Rappoltsweiler) erhielt seine Bildung in der Schule des Chorherrn Heinrich Wölflin in Bern, bei dem auch Zwingli zeitweise Unterricht genommen hatte. Im Kappeler Krieg (Schweiz) 1531 hatte E. die Stelle eines Feldpredigers bei den bernischen Truppen inne. Nach der Niederlage wirkte er zunächst als Pfarrer in Baden-Baden, dann als Schulmeister in Gengenbach. Von dort berief ihn Graf Georg von Württemberg zum Superintendenten der Herrscha…

Erbauung

(691 words)

Author(s): Beutel, A.
[English Version] Der in seinem rel.-metaphorischen Gebrauch vom NT eingeführte Begriff E. (griech. οι᾿κοδομη´/oikodomē´, lat. aedificatio) bez. einen zentralen, das Wechselspiel von Teil und Ganzem betreffenden Aspekt der Ekklesiologie (Kirche). Trotz des zugleich defizitären und inflationären Gebrauchs, dem er v.a. in der neuzeitlichen Wortgesch. ausgesetzt war, bleibt sein ursprünglicher, pointierter Sachgehalt für eine theol. Reflexion von Kirche und Gemeinde unaufgebbar. Die an den Sprachgebrauch des AT lose anknüpfende, bildhafte Rede von E. zielt …

Erbauungsliteratur

(2,757 words)

Author(s): Köpf, U. | Weismayer, J. | Beutel, A.
[English Version] I. Bis zur Reformation E.lit. nennen wir alle christl. Lit., die keinen liturgischen, juristischen, bloß informativen oder wiss. (hist., theol.) Charakter hat, sondern dem Aufbau und der Pflege der Frömmigkeit und einem dadurch geprägten Verhalten dienen will. Doch sind die Übergänge zu Lit. mit anderer Zweckbestimmung fließend: Auch liturgische Formulare, Mönchsregeln und Katechismen, Handbücher, Geschichtswerke und theol. Abh. können erbauliche Elemente enthalten und zur individuel…

Erbermann

(814 words)

Author(s): Peterse, H. | Lindner, T.
[English Version] (Ebermann), Vitus (25.5.1597 Rentweinsdorf – 8.4.1675 Mainz), kath. Kontroverstheologe. Aus einer prot. Familie stammend, konvertierte er 1620 zum Katholizismus und trat den Jesuiten bei. Er lehrte als Prof. der Theol. in Mainz und Würzburg und leitete ab 1657 das päpstl. Seminar zu Fulda. Vf. mehrerer Streitschriften gegen prot. Gelehrte wie G.Calixt, H.Conring und J.Musäus. Er befürwortete die Wiederherstellung der kirchl. Einheit im Reich unter der Voraussetzung, daß sich die P…

Erbsünde

(1,549 words)

Author(s): Saarinen, R. | Böttigheimer, C.
[English Version] I. Zum Begriff Mit E. ist generell die schon vor aller persönlicher Aktivität vorhandene Bösartigkeit bzw. Mangelhaftigkeit im Menschen gemeint. In der christl. Tradition kann die E. als Grund aller moralisch schlechten Handlungen verstanden werden; sie kann darüber hinaus auch die vererbte Schuld an sich bedeuten. Als angeborene Kraft unterscheidet sich die E. von den aktuellen Tatsünden. Die Unterscheidung bleibt jedoch umstritten, weil sie ohne weitere Präzisierung die einheitlic…

Erde

(8 words)

[English Version] ErdeGeologie

Erde

(836 words)

Author(s): Olson, C.
[English Version] Erde, religionswissenschaftlich. Die E. stellt ein komplexes symbolisches Gewebe von rel. Bedeutungen dar, das ihre lebenspendenden Kräfte, ihre Fähigkeit, Leben zu erhalten und ihre Bereitschaft zur Aufnahme der Toten umfaßt. In einigen Kulturen wird die E. als Muttergottheit personifiziert, doch ist diese Tendenz nicht universell, trotz dieser Behauptung durch Dieterichs Buch »Mutter Erde« (1905), das die Theol. einer einzigen großen Göttin entwirft, die mit der E. assoziiert wi…

Erdmann

(135 words)

Author(s): Bitter, S.
[English Version] Erdmann, Johann Eduard (13.6.1805 Wolmar, Livland – 12.6.1892 Halle), Philosoph. Das Studium in Berlin (Theol. und Philos.) machte den zuvor von F.Schleiermacher Bestimmten zum Anhänger G.W.F.Hegels. Als Pastor in Wolmar habilitierte er sich 1833 in Berlin für Philos. und war seit 1839 philos. Ordinarius in Halle. Seine Studien zur Philosophiegesch. (bes. zu G.W.Leibniz und B.de Spinoza) führten E. in der Religionsphilos. über Hegel hinaus. E. fand Philos. und Rel. nach Form und Inhalt unterschieden und den Frieden zw. beiden in einer »Phänomenolo…
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