Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Ministrant

(145 words)

Author(s): Kalde, F.
[English Version] Ministrant, von lat. ministrare, »dienen«; Helfer oder Helferin (Ministrantin) des Seelsorgers im Bereich der Liturgie. Die Bez. M. ist eher im süddt., Meßdiener bzw. Meßdienerin eher im norddt. Raum gebräuchlich. Während nach c.813 § 1 CIC/1917 einem Priester verboten war, ohne einen M. zu zelebrieren, darf nach c.906 CIC/1983 ohne gerechten und vernünftigen Grund die Messe nicht ohne die Teilnahme wenigstens eines Gläubigen gefeiert werden. Der Einsatz von Ministrantinnen, noch…

Minjan

(110 words)

Author(s): Heinzmann, M.
[English Version] , hebr. מִנְיָן, »Zählung, Anzahl« (Gen 18,32; Num 14,26), eine Gruppe von zehn Männern im Alter rel. Mündigkeit (oder älter), die für öfftl. Gottesdienste und andere bestimmte Zeremonien anwesend sein müssen. Die Gemeinde repräsentiert das Volk, zeigt und verwirklicht die Verantwortung ihrer Mitglieder untereinander. Orth. Gemeinden zählen Frauen nicht zum M. Konservative Juden (konservatives Judentum) sind der Auffassung, daß Frauen wie Männer zum Gebet verpflichtet sind, da der …

Minjung-Theologie

(762 words)

Author(s): Küster, V.
[English Version] . Die Protagonisten der in den 70er Jahren des 20.Jh. entstandenen südkoreanischen M.-Theol. (Korea: IV.) haben immer wieder betont, daß sie als Christen nur eine Minderheit in einer größeren Bewegung stellen. Der aus den beiden Silben Min (Volk) und Jung (Masse) zusammengesetzte sino-koreanische Name nimmt Bezug auf das unter Fremdherrschaft und Unterdrückung leidende koreanische Volk.Jh. chinesischer Vorherrschaft, japanische Kolonisierung (1905–1945), Teilung des Landes (1945)…

Minnesang

(394 words)

Author(s): Brandstetter, A.
[English Version] meint jene dt. Lyrik des Hoch-MA, die eine bes. Spielart von höfischer Geschlechtsbeziehung besingt. Sie hat ihr bestimmendes Vorbild in der franz. Troubadourlyrik der Provence um 1100. Im klassischen Minnelied erklärt ein ritterlicher Sänger seine sehnsuchtsvolle Hingabe an eine hochgestellte (verheiratete) Dame, er bietet ihr als Ministerialer seinen »Dienst«, ohne auf »Lohn« im Sinne der Vereinigung hoffen zu dürfen. Durch den defensiven asketisch-platonischen Charakter diese…

Minocchi

(83 words)

Author(s): Weiß, O.
[English Version] Minocchi, Salvatore (26.8.1869 Ortignano Raggiolo – 13.8.1943 Travale), Exeget. Lehrte seit 1901 Hebr. in Florenz; 1907 Suspensio a divinis, Ausscheiden aus der akademischen Laufbahn; 1911 Heirat. Nach dem Urteil Ernesto Buonaiutis ist M. der »Bahnbrecher« des ital. Modernismus. Seine Zeitschrift »Studi religiosi« (1901–1908) war das Sprachrohr der hist.-krit. Exegese. M. brach 1908 mit der röm. Kirche, deren Dogma er nun im Widerspruch zur Wiss. glaubte. Otto Weiß Bibliography A.Agnoletto, S.M. Vita e opera, 1964 S.Minocchi, Memorie di un modernista…

Minoische Religionen

(13 words)

[English Version] Minoische ReligionenÄgäische/Minoische/Mykenische Religionen

Minoriten

(361 words)

Author(s): Eder, M.
[English Version] (Konventualen, Schwarze Franziskaner, Cordeliers; Ordo Fratrum Minorum Conventualium, OFMConv), selbständiger franziskanischer Orden (Franziskaner). Innerhalb der Gesamtbewegung der »Minderbrüder« entwickelte sich bald nach dem Tod des Franziskus von Assisi eine Richtung, die verstärkt in größeren Gemeinschaften (Konventen) zusammenlebte, pastoral arbeitete (v.a. in den Städten, wo die Konventskirche der M. zum paraparochialen Kultzentrum wurde) und betont apostolisch wirkte, wa…

Minucius Felix

(429 words)

Author(s): Fürst, A.
[English Version] Minucius Felix, Marcus (3.Jh.), lat. Apologet. Auf nordafrikanische Herkunft und berufliche Tätigkeit in Rom, laut Lact.inst. V 1,21f. als Jurist, läßt die am Strand von Ostia spielende Szenerie seiner stilistisch eleganten Schrift »Octavius« schließen, die in einer stark verderbten Hs. (Codex Parisinus 1661 fol. 162–189 saec. IX; Abschrift: Codex Bruxellensis 10 847 saec. XI) als achtes (octavus) Buch von »Adversus nationes« Arnobius' d. Ä. überliefert und von F.Baudouin 1560 erst…

Miqwe

(235 words)

Author(s): Heinzmann, M.
[English Version] , hebr. מִקְוֶה, Pl. מִקְוְוֹת/miqw eôt, Ansammlung von Wasser (Gen 1,10), ein Becken mit klarem Wasser, das der rituellen Reinigung von Frauen und Männern (Ex 15), die darin untertauchen (Lev 11,36; 13; 15), sowie Gefäßen (Num 31,22f.; 19; 31) dient. Intention ist eine spirituelle, keine körperliche Reinheit (Ez 36,25). Der Mishna-Abschnitt »Miqw eot« diskutiert Vorschriften zum Bau von M. und Kriterien für das Wasser. Es darf Quell-, Regen- oder Schmelzwasser, jedoch kein Grundwasser sein; das Wasser darf nicht verunreinigt we…

Mirbt

(137 words)

Author(s): Ohst, M.
[English Version] Mirbt, Carl (21.6.1860 Gnadenfrei, Schlesien – 27.9.1929 Göttingen). Der in der Brüdergemeine Erzogene (Brüder-Unität: II.) habilitierte sich als Schüler H.Reuters 1888 in Göttingen, wurde 1889 a.o. Prof. für Kirchengesch. in Marburg, 1890 o. Prof. ebd., 1911 in Göttingen, emeritiert 1928. Zunächst mit Arbeiten zum Investiturstreit hervorgetreten (Standardwerk: Die Publizistik im Zeitalter Gregors VII., 1894), wandte sich M., seit 1886 verantwortlich im Evangelischen Bund tätig, d…

Mirjam

(277 words)

Author(s): Knauf, E.A.
[English Version] . מִ-ריָם/mirjām (»Die Wohlgenährte«?), Schwester Aarons (Ex 15,20) bzw. Mose und Aarons (Num 26,59; 1Chr 5,29). Wenn M. nicht Sängerin (und/oder Dichterin) des Siegesliedes Ex 15,21 war (das oft und wohl zu Recht als eine der ältesten Überlieferungen Israels gilt), liegt ihre traditionsgesch. Herkunft im Dunkeln. Auf das Skandalon einer prominenten Frauen-Stimme aus den Anfängen Israels reagiert die Endgestalt von Ex 15, indem M. und die Frauen nur die erste Zeile des Liedes repe…

Mischehe

(6 words)

[English Version] MischeheEhe

Mischwesen

(734 words)

Author(s): Wiggermann, F.A.M. | Uehlinger, C.
[English Version] I. Religionswissenschaftlich M. sind imaginäre zoomorphe Wesen, die aus einer Kombination von tierischen und menschlichen Körperteilen bestehen. In dieser Hinsicht sind sie eng verwandt mit Riesen, Zwergen, Gestaltwandlern und sich menschenähnlich verhaltenden Tieren. M. sind Erzeugnisse der menschlichen Vorstellung und bleiben ambigue, solange sie nur durch ungenaue sprachliche Beschreibungen repräsentiert sind. Nur solche M., die zu öfftl. Symbolen werden und als Bilder (oder en…

Misereor

(392 words)

Author(s): Sayer, J.
[English Version] Misereor, bfl. Werk »gegen Hunger und Krankheit in der Welt«, gegründet 1958 von den dt. kath. Bischöfen (s.a. Hilfswerke, katholische). Der Name ist Mk 8,2, »Misereor super turbam« (»Ich habe Erbarmen mit dem Volk«), entnommen. Im Spektrum der verschiedenen weltkirchl. Werke konzentriert sich M. auf die Förderung der Armen, »ungeachtet von Rasse, Geschlecht, Rel. und Nation« (Statut 1,1), um ihnen »zu einem Leben in Würde« durch »Hilfe zur Selbsthilfe« zu verhelfen (ebd.). Die B…

Misericordia

(247 words)

Author(s): Bergmann, U.
[English Version] (lat., dt. »Mitleid, Barmherzigkeit«, hiervon abgeleitet Miserikordie), hölzerne Konsole auf der Unterseite der Klappsitze von Chorgestühlen. Die M. wächst sich kegelartig erweiternd aus der Grundfläche heraus und bildet als Abschluß eine gemuldete Sitzfläche von ca.15 cm Tiefe, die während der stehend zu verbringenden Teile der Liturgie als Stütze für das Gesäß diente. Das Material der M. ist in der Regel Eichenholz; sie ist mit dem an Scharnieren beweglichen Sitz aus einem Stü…

Mishima

(199 words)

Author(s): Scholz-Cionca, S.
[English Version] Mishima, Yukio (14.1.1925 Tokio – 25.11.1970 ebd.), Autor von Romanen, Dramen, Erzählungen, Essays. M. brach nach dem Studium der Rechtswiss. an der Staatsuniversität von Tokio eine verheißungsvolle Beamtenkarriere ab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sein Werk, das zw. westlichen Einflüssen und japanischem Traditionalismus (Japan: II.) schwankt, kreist um obsessive Themen: Eros und Gewalt, Durst nach Schönheit, Todessehnsucht und Destruktionszwang. M.s nihilistische Ästheti…

Mishna

(1,555 words)

Author(s): Zellentin, H.M.
[English Version] I. Begriff M., hebr. מִשְׁנָה/mishna, die erste autoritative Gesetzessammlung des nachbibl. Judentums, leitet sich von dem Begriff שׁנה/šnh (»wiederholen«) ab und meint im übertragenen Sinne das »Einprägen der Lehre durch Wiederholung«. M. bez. demnach anfangs einzelne Lehrsätze der Rabbinen und wurde später dann auf die schon im Bab.Talmud (: II.) Rabbi Jehuda (ha-Nasi) zugeschriebene Gesetzessammlung bezogen (vgl. BM 33b, 86a; Ket 95a). II. Sprache Die Sprache der M. ist mit Ausnahme weniger aram. Sätze Hebräisch, das aufgrund seiner Eigen…

Miskotte

(240 words)

Author(s): Plasger, G.
[English Version] Miskotte, Kornelis Heiko (23.9.1894 Utrecht – 31.8.1976 Voorst), studierte 1914 bis 1920 Theol. in Leiden, war von 1921 bis 1945 Pfarrer in Kortgene, Meppel, Haarlem und Amsterdam und von 1945 bis 1959 Dogmatiker an der Universität Leiden. Geprägt wurde er in seinem Studium, das neben theol. Interessen durch Lit. bestimmt war, von der sog. ethischen Theol. des Groninger Johannes H.Gunning (1829–1905). Die Begegnung mit der zweiten Aufl. von K.Barths Römerbriefkomm. in den 20er Jahr…

Misler

(112 words)

Author(s): Wallmann, J.
[English Version] Misler, Johann Nikolaus (1614 Münzenberg, Wetterau – 20.2.1683 Gießen). Nach Studium in Marburg Lehrer am Pädagogium und Archidiakonus ebd., 1652 Prof. für hebr. Sprache und Theol. in Gießen, Ephorus der Stipendiatenanstalt, 1654 Dr. theol., 1656 Superintendent, 1676 Prof. Primarius. M. vf. neben zahlreichen Disputationen dogmatische (Orthodoxia iuxta seriem articulorum Formulae Concordiae, 1669) und kontroverstheol. Schriften (Speculum Anti-Jesuiticum, 1660) sowie Predigten. Zweim…

Misrachi

(367 words)

Author(s): Schäfer, B.
[English Version] (Abk. für hebr. merkas ruchani, »geistiges Zentrum«), 1902 unter Rabbi Isaak Jakob Reines in Wilna gegründete Fraktion der Zionistischen Organisation, die unter dem Motto »das Land Israel für das Volk Israel auf der Grundlage der Tora Israels« für eine Integration der jüd. Orthodoxie (: III.) innerhalb der stark säkular ausgerichteten zionistischen Bewegung (Zionismus) eintrat. Der Name geht auf eine von Rabbi S.Mohilever 1893 gegründete Vorläuferin zurück. Auf der Konferenz von Pressburg wurde 1904 die Misrachi Weltorganisation gegründet, wom…
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