Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Moab

(776 words)

Author(s): Knauf, E.A.
[English Version] (מֹאָב/mo'āb, vgl. zur Namensdeutung arab. waʾba, Felsenriß, der Wasser enthält), primär offenbar eine Landschaftsbez. für die Gegend beiderseits des Arnon (Israel und seine Nachbarn, Karte). Das Plateau erlaubt Überschußproduktion von Getreide (vgl. Ruth 1), die Gebirgsabfälle von Wein (vgl. Jes 16,7–11; Jer 48,29–33), und der Steppenrand von Viehzuchtprodukten (vgl.2Kön 3,4), doch wird dieses Wirtschaftspotential durch eine ungünstige verkehrsgeographische Lage behindert. Im 3.Jt. v.Chr. lassen sich für den Süden von M. mehrere komplex…

Moberly

(210 words)

Author(s): Fermer, R.M.
[English Version] Moberly, Robert Campbell (26.7.1845 Winchester – 8.6.1903 Christ Church), liberaler hochkirchl. anglik. Theologe, Regius Prof. of Pastoral Theology, Oxford (1892–1903). M. gehörte zum Kreis um Ch.Gore, der mit dem Aufsatzband »Lux Mundi. A Series of Essays in the Religion of the Incarnation« (1889) eine Vermittlung zw. dem Entwicklungsdenken in den Natur- und Geschichtswiss. und dem christl. Dogma anstrebte. M.s Beitrag zu diesem Band war: »The Incarnation as the Basis of Dogma«. 1…

Mobilität

(1,008 words)

Author(s): Grethlein, C. | Opaschowski, H.W.
[English Version] I. Allgemein Entgegen dem heutigen Eindruck verlief die Entwicklung der Menschheit lange Zeit eher auf Stabilität als M. (von lat.: mobilis, »beweglich«) hin (Seßhaftigkeit, soziale Ordnung usw.). Erst seit der Französischen Revolution und der Industrialisierung ist in größerem Umfang zunehmende M. in mehrfacher Hinsicht festzustellen und beschäftigt unterschiedliche Wiss. (Soziologie, Geschichtswiss., Ökonomie u.a.). Zur ersten Orientierung ist die Unterscheidung zw. sozialer M. …

Moçambique

(566 words)

Author(s): Harries, P.
[English Version] (Mosambik). Das Christentum kam Anfang des 16.Jh. durch die Portugiesen nach M. und war zunächst nur in den port. Handelsposten nördlich und südlich des Sambesi-Flusses anzutreffen. Mit der Einrichtung der Inquisition (: III.) auf Goa und der Ankunft des Jesuiten Gonçalo da Silveira etablierte sich um 1560 eine militantere Form des Christentums. Da Silveira baute eine Missionsstation im Süden in Inhambane und taufte 1561 den bedeutenden König Mwene Mutapa, wurde aber kurz darauf…

Moctezuma

(156 words)

Author(s): Nebel, R.
[English Version] (Montezuma; aztekisch Motecuhzoma u.a., »erzürnter Herr«), Aztekenherrscher: 1.M. I. Ilhuicamina (?–1469 Tenochtitlán), fünfter Herrscher von Tenochtitlán, regierte nach seinem Onkel Itzcóatl von 1440–1469; Mitbegründer des von den Mexica geschaffenen Staatswesens; förderte die Kultur (botanische Gärten, Medizin). 2.M. II. Xocoyotzin (1467 Tenochtitlán – 30.6.1520 ebd.), neunter Herrscher von Tenochtitlán, Urenkel von 1., folgte seinem Onkel Ahuítzotl im Amt. Expansion und weitgespannter Handel schufen die Voraus…

Modalismus

(542 words)

Author(s): Bienert, W.A.
[English Version] ist als Gegensatz zum Tritheismus Sammelbez. für eine heterodoxe Deutung der Trinitätslehre, die die göttliche Trias – Vater, Sohn und Geist – nicht als real verschiedene Personen versteht, sondern, um die Einheit Gottes zu wahren, lediglich als Aspekte oder Erscheinungsweisen (modi) des einen göttlichen Wesens. Der Begriff M. ist bereits im 18.Jh. geläufig (vgl. J.F.Buddeus, 1723). Seit dem 19.Jh. wird er v.a. in der Dogmengeschichtsschreibung verwendet, um mit ihm frühchristl.…

Modalitäten

(816 words)

Author(s): Härle, W.
[English Version] I. Philosophisch M. können ontologisch verstanden werden als die Weisen, wie etwas ist oder geschieht, oder logisch als die Weisen, wie eine Aussage wahr zu sein beansprucht. M. können auch angewandt werden auf Handlungen (Deontologie). Ferner lassen sich temporale, kausale und physikalische M. unterscheiden. Das philos. Interesse konzentrierte sich seit dem 20.Jh. überwiegend auf die logische Bedeutung von M. und entwickelte von da aus (in Anknüpfung an ältere Ansätze) unterschiedliche Systeme der Modallogik (grundlegend…

Mode

(393 words)

Author(s): Zweigle, B.
[English Version] bzw. Moden sind symbolische Medien der Selbstgestaltung. Alles, was zur Garderobe gehört, dient der Demonstration sozialer Zugehörigkeit oder Abgrenzung. Sie weist nicht nur ästhetische Komponenten auf, sondern erfüllt überdies kommunikative Funktionen. Denn wer sich anzieht, definiert sich nicht nur ästhetisch mittels Stoffqualitäten, Schnittformen und Farben, sondern auch sozial im Hinblick auf Über-, Unter- und Nebenordnungen. Der bekleidete Mensch kann einer bestimmten Zeit,…

Modell

(1,008 words)

Author(s): Görman, U. | Mühling-Schlapkohl, M.
[English Version] I. Naturwissenschaftlich Die übliche und allg. Vorstellung von einem M. (von lat. modulus, »Maß, Maßstab«) ist, daß es die Repräsentation von etwas anderem als sich selbst ist. Eine Analogie zw. dem M. und dem, was es modelliert, wird erwartet. Oft wird von einem M. angenommen, daß es einige wichtige Eigenschaften dessen, was es repräsentiert, betont. In den Naturwissenschaften wird diese allg. Vorstellung auf verschiedene Weise umgesetzt. Mit dem Begriff »M.« werden oft zwei- ode…

Moderamen/Moderator

(135 words)

Author(s): Barth, T.
[English Version] (lat., »Lenkung/Lenker«). In der kath. Kirche werden die Träger verschiedener Leitungs- und Koordinierungsfunktionen als Moderator (M.) bez., v.a. der Koordinator der Diözesanverwaltung (CIC/1983 c.473) oder der leitende unter mehreren Priestern, denen gemeinsam die Seelsorge für eine oder mehrere Pfarreien übertragen wurde (CIC c.517). In den Reformierten Kirchen war M. ein traditioneller Titel für den heute meist als Präses bez. Vorsitzenden der Synode und Moderamen (Mn.) die entsprechende Bez. für deren Präsidium. Dem …

Moderatus

(188 words)

Author(s): Halfwassen, J.
[English Version] von Gades, Neupythagoreer des 1.Jh. n.Chr., vertrat eine Einheitsmetaphysik, die auf Plato und die Ältere Akademie (: I.; v.a. Speusipp) zurückgeht, die M. aber als Lehre der Pythagoreer ausgab. M. unterscheidet drei Stufen des Einen: Das erste Eine steht über allem Sein, das zweite Eine ist mit dem Seienden und Intelligiblen, d.h. der Ideenwelt identisch, und das dritte Eine umfaßt den Bereich der Seele, dem die sinnliche Wirklichkeit und deren Materie untergeordnet sind. Die Dre…

Moderne Kunst

(28 words)

[English Version] Moderne KunstModernismus: IV. Kunst- geschichtlich, Kunst und Religion: III. Geschichtlich, 2. Kunst und Christentum, f) Moderne und g) Gegenwart

Moderne/Modernität

(892 words)

Author(s): Figal, G.
[English Version] (von lat. modernus, »neu«) ist ein Epochenbegriff, der im Deutschen die spätere Neuzeit bez. und nicht, wie das engl., franz. und ital. Äquivalent (modern times, temps modernes, eta moderna), die Neuzeit überhaupt. Darüber, wann der Beginn der Moderne (M.) anzusetzen ist, gibt es verschiedene Meinungen. Am frühesten hat Koselleck die M. datiert, indem er für den »Umwandlungsprozeß zur M.« die »Schwelle von etwa 1770« geltend macht; hier komme es zu jener »Verzeitlichung der kate…

Modernisierung

(2,766 words)

Author(s): Pollack, D. | Ludwig, F. | Münch, R. | Gräb, W. | Hock, K.
[English Version] I. Religionswissenschaftlich Unter M. werden gewöhnlich die sich wechselseitig verstärkenden Strukturveränderungen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen verstanden: Nationenbildung und Demokratisierung im polit., Industrialisierung und Tertiärisierung, d.h. den Ausbau der Dienstleistungen, im wirtschaftlichen, Urbanisierung, Bildungsexpansion und Mobilisierung im sozialen sowie Pluralisierung und Individualisierung im kulturellen Bereich (Zapf). Hist. gilt M. als langfrist…

Modernismus

(2,208 words)

Author(s): Arnold, C. | Hutchison, W.R. | Mette, N. | Spanke, D.
[English Version] I. Kirchengeschichtlich 1. Allgemein M. meint eine meist pejorative Ableitung von Moderne/Modernität. Luther nannte 1524 die Vertreter der nominalistischen (Nominalismus) via moderna »Modernisten«, bei denen man nichts lernen könne (WA 15,52f.). So wurden ab dem 18.Jh. zum Teil auch die Gegner der altprot. Orthodoxie genannt. M. im eigentlichen Sinne diente als polemische Kategorie für die »moderne Theol.«, zuerst bei dem orth. Calvinisten A.Kuyper (Het modernisme een fata morgana …

Modersohn

(133 words)

Author(s): Böckel, H.
[English Version] Modersohn, Ernst (1870 Soest, Westfalen – 1948 Bad Blankenburg), Pfarrer, Autor, Evangelist. M. erlebte in seiner Vikariatszeit im Siegerland eine Bekehrung. Als Pfarrer in Mühlheim/Ruhr geriet er 1905/06 unter den Einfluß der Heiligungs- bzw. Pfingstbewegung in Deutschland und wirkte als beliebter Konferenzredner und Evangelist in Gemeinschaftskreisen (Gemeinschaftsbewegung). 1906 wurde er Leiter des »Erholungsheimes« der (Dt.) Ev. Allianz (DEA) in Bad Blankenburg (heute als Alli…

Modersohn-Becker

(143 words)

Author(s): Prange, R.
[English Version] Modersohn-Becker, Paula (geb. Becker; 8.2.1876 Dresden – 20.11.1907 Worpswede). Nach Lehrerinnenseminar in Bremen (1893–1895) und Malstudien in Berlin (1896/97) Aufenthalte in Worpswede. Dort heiratete M. 1901 den Maler Otto Modersohn (1865–1943), war befreundet mit Clara Westhoff (1878–1954) und R.M.Rilke. Seit 1900 lebte M. häufiger auch in Paris, wo sie Anregungen von Werken Paul Cézannes (1839–1906), P.Gauguins und A.Rodins empfing. Zunächst Schülerin ihres sehr viel älteren u…

Modestus

(201 words)

Author(s): Perrone, L.
[English Version] (gest.17.12.630), Patriarch von Jerusalem. Anläßlich der pers. Eroberung Palästinas (614) bemühte sich M., als Presbyter und Abt des Theodosios-Klosters, zunächst die Christen aus ihrer verzweifelten Lage zu retten, indem er um die Hilfe der byz. Truppen in Jericho für das belagerte Jerusalem bat. Nach der Einnahme der Stadt durch die Perser setzte sich M. als Stellvertreter des deportierten Patriarchen Zacharias ein, um die materielle und geistige Not der Kirche zu lindern. Er …

Modestus(-os)

(89 words)

Author(s): May, G.
[English Version] Modestus(-os), (um 180), wird von Eusebius von Caesarea als rechtgläubiger Autor (h.e. IV 21) und speziell als Vf. einer antimarkionitischen Schrift genannt (IV 25). Der Kontext führt auf eine Datierung um 180. Hieronymus (vir.ill. 32) bestätigt diesen Ansatz: Er läßt M. unter Marc Aurel (161–180) und Commodus (180–192) schreiben. Nach Eusebius hat M. in seiner Schrift gegen Markion »besser als die anderen« den Irrtum des Häretikers aufgedeckt. Das Werk ist verloren, wo M. lebte, ist nicht bekannt. Gerhard May Bibliography A.v.Harnack, Marcion (TU 45, 21924).

Mo Di

(422 words)

Author(s): Schmidt-Glintzer, H.
[English Version] (Me Ti, Mo Zi; um 470 – um 395 v.Chr.). Die Lehre des Mo Di und seiner Schule markiert den Beginn einer rationalen Debatte in China. Die in dem Werk »Mo Zi« (Meister Mo) in 71 Kap. überlieferten Texte enthalten neben den polit.-moralischen und philos. Argumentationen Texte zur Logik und Erkenntnistheorie, zur Optik sowie zu Fragen der Kriegs- und Verteidigungstechnik. Die einzelnen Teile des Werkes datieren aus unterschiedlichen Zeiten; zunächst dürften die Lehren, zudem in vers…
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