Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

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Moab

(776 words)

Author(s): Knauf, E.A.
[English Version] (מֹאָב/mo'āb, vgl. zur Namensdeutung arab. waʾba, Felsenriß, der Wasser enthält), primär offenbar eine Landschaftsbez. für die Gegend beiderseits des Arnon (Israel und seine Nachbarn, Karte). Das Plateau erlaubt Überschußproduktion von Getreide (vgl. Ruth 1), die Gebirgsabfälle von Wein (vgl. Jes 16,7–11; Jer 48,29–33), und der Steppenrand von Viehzuchtprodukten (vgl.2Kön 3,4), doch wird dieses Wirtschaftspotential durch eine ungünstige verkehrsgeographische Lage behindert. Im 3.Jt. v.Chr. lassen sich für den Süden von M. mehrere komplex…

Moberly

(210 words)

Author(s): Fermer, R.M.
[English Version] Moberly, Robert Campbell (26.7.1845 Winchester – 8.6.1903 Christ Church), liberaler hochkirchl. anglik. Theologe, Regius Prof. of Pastoral Theology, Oxford (1892–1903). M. gehörte zum Kreis um Ch.Gore, der mit dem Aufsatzband »Lux Mundi. A Series of Essays in the Religion of the Incarnation« (1889) eine Vermittlung zw. dem Entwicklungsdenken in den Natur- und Geschichtswiss. und dem christl. Dogma anstrebte. M.s Beitrag zu diesem Band war: »The Incarnation as the Basis of Dogma«. 1…

Mobilität

(1,008 words)

Author(s): Grethlein, C. | Opaschowski, H.W.
[English Version] I. Allgemein Entgegen dem heutigen Eindruck verlief die Entwicklung der Menschheit lange Zeit eher auf Stabilität als M. (von lat.: mobilis, »beweglich«) hin (Seßhaftigkeit, soziale Ordnung usw.). Erst seit der Französischen Revolution und der Industrialisierung ist in größerem Umfang zunehmende M. in mehrfacher Hinsicht festzustellen und beschäftigt unterschiedliche Wiss. (Soziologie, Geschichtswiss., Ökonomie u.a.). Zur ersten Orientierung ist die Unterscheidung zw. sozialer M. …

Moçambique

(566 words)

Author(s): Harries, P.
[English Version] (Mosambik). Das Christentum kam Anfang des 16.Jh. durch die Portugiesen nach M. und war zunächst nur in den port. Handelsposten nördlich und südlich des Sambesi-Flusses anzutreffen. Mit der Einrichtung der Inquisition (: III.) auf Goa und der Ankunft des Jesuiten Gonçalo da Silveira etablierte sich um 1560 eine militantere Form des Christentums. Da Silveira baute eine Missionsstation im Süden in Inhambane und taufte 1561 den bedeutenden König Mwene Mutapa, wurde aber kurz darauf…

Moctezuma

(156 words)

Author(s): Nebel, R.
[English Version] (Montezuma; aztekisch Motecuhzoma u.a., »erzürnter Herr«), Aztekenherrscher: 1.M. I. Ilhuicamina (?–1469 Tenochtitlán), fünfter Herrscher von Tenochtitlán, regierte nach seinem Onkel Itzcóatl von 1440–1469; Mitbegründer des von den Mexica geschaffenen Staatswesens; förderte die Kultur (botanische Gärten, Medizin). 2.M. II. Xocoyotzin (1467 Tenochtitlán – 30.6.1520 ebd.), neunter Herrscher von Tenochtitlán, Urenkel von 1., folgte seinem Onkel Ahuítzotl im Amt. Expansion und weitgespannter Handel schufen die Voraus…

Modalismus

(542 words)

Author(s): Bienert, W.A.
[English Version] ist als Gegensatz zum Tritheismus Sammelbez. für eine heterodoxe Deutung der Trinitätslehre, die die göttliche Trias – Vater, Sohn und Geist – nicht als real verschiedene Personen versteht, sondern, um die Einheit Gottes zu wahren, lediglich als Aspekte oder Erscheinungsweisen (modi) des einen göttlichen Wesens. Der Begriff M. ist bereits im 18.Jh. geläufig (vgl. J.F.Buddeus, 1723). Seit dem 19.Jh. wird er v.a. in der Dogmengeschichtsschreibung verwendet, um mit ihm frühchristl.…

Modalitäten

(816 words)

Author(s): Härle, W.
[English Version] I. Philosophisch M. können ontologisch verstanden werden als die Weisen, wie etwas ist oder geschieht, oder logisch als die Weisen, wie eine Aussage wahr zu sein beansprucht. M. können auch angewandt werden auf Handlungen (Deontologie). Ferner lassen sich temporale, kausale und physikalische M. unterscheiden. Das philos. Interesse konzentrierte sich seit dem 20.Jh. überwiegend auf die logische Bedeutung von M. und entwickelte von da aus (in Anknüpfung an ältere Ansätze) unterschiedliche Systeme der Modallogik (grundlegend…

Mode

(393 words)

Author(s): Zweigle, B.
[English Version] bzw. Moden sind symbolische Medien der Selbstgestaltung. Alles, was zur Garderobe gehört, dient der Demonstration sozialer Zugehörigkeit oder Abgrenzung. Sie weist nicht nur ästhetische Komponenten auf, sondern erfüllt überdies kommunikative Funktionen. Denn wer sich anzieht, definiert sich nicht nur ästhetisch mittels Stoffqualitäten, Schnittformen und Farben, sondern auch sozial im Hinblick auf Über-, Unter- und Nebenordnungen. Der bekleidete Mensch kann einer bestimmten Zeit,…

Modell

(1,008 words)

Author(s): Görman, U. | Mühling-Schlapkohl, M.
[English Version] I. Naturwissenschaftlich Die übliche und allg. Vorstellung von einem M. (von lat. modulus, »Maß, Maßstab«) ist, daß es die Repräsentation von etwas anderem als sich selbst ist. Eine Analogie zw. dem M. und dem, was es modelliert, wird erwartet. Oft wird von einem M. angenommen, daß es einige wichtige Eigenschaften dessen, was es repräsentiert, betont. In den Naturwissenschaften wird diese allg. Vorstellung auf verschiedene Weise umgesetzt. Mit dem Begriff »M.« werden oft zwei- ode…

Moderamen/Moderator

(135 words)

Author(s): Barth, T.
[English Version] (lat., »Lenkung/Lenker«). In der kath. Kirche werden die Träger verschiedener Leitungs- und Koordinierungsfunktionen als Moderator (M.) bez., v.a. der Koordinator der Diözesanverwaltung (CIC/1983 c.473) oder der leitende unter mehreren Priestern, denen gemeinsam die Seelsorge für eine oder mehrere Pfarreien übertragen wurde (CIC c.517). In den Reformierten Kirchen war M. ein traditioneller Titel für den heute meist als Präses bez. Vorsitzenden der Synode und Moderamen (Mn.) die entsprechende Bez. für deren Präsidium. Dem …

Moderatus

(188 words)

Author(s): Halfwassen, J.
[English Version] von Gades, Neupythagoreer des 1.Jh. n.Chr., vertrat eine Einheitsmetaphysik, die auf Plato und die Ältere Akademie (: I.; v.a. Speusipp) zurückgeht, die M. aber als Lehre der Pythagoreer ausgab. M. unterscheidet drei Stufen des Einen: Das erste Eine steht über allem Sein, das zweite Eine ist mit dem Seienden und Intelligiblen, d.h. der Ideenwelt identisch, und das dritte Eine umfaßt den Bereich der Seele, dem die sinnliche Wirklichkeit und deren Materie untergeordnet sind. Die Dre…

Moderne Kunst

(28 words)

[English Version] Moderne KunstModernismus: IV. Kunst- geschichtlich, Kunst und Religion: III. Geschichtlich, 2. Kunst und Christentum, f) Moderne und g) Gegenwart

Moderne/Modernität

(892 words)

Author(s): Figal, G.
[English Version] (von lat. modernus, »neu«) ist ein Epochenbegriff, der im Deutschen die spätere Neuzeit bez. und nicht, wie das engl., franz. und ital. Äquivalent (modern times, temps modernes, eta moderna), die Neuzeit überhaupt. Darüber, wann der Beginn der Moderne (M.) anzusetzen ist, gibt es verschiedene Meinungen. Am frühesten hat Koselleck die M. datiert, indem er für den »Umwandlungsprozeß zur M.« die »Schwelle von etwa 1770« geltend macht; hier komme es zu jener »Verzeitlichung der kate…

Modernisierung

(2,766 words)

Author(s): Pollack, D. | Ludwig, F. | Münch, R. | Gräb, W. | Hock, K.
[English Version] I. Religionswissenschaftlich Unter M. werden gewöhnlich die sich wechselseitig verstärkenden Strukturveränderungen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen verstanden: Nationenbildung und Demokratisierung im polit., Industrialisierung und Tertiärisierung, d.h. den Ausbau der Dienstleistungen, im wirtschaftlichen, Urbanisierung, Bildungsexpansion und Mobilisierung im sozialen sowie Pluralisierung und Individualisierung im kulturellen Bereich (Zapf). Hist. gilt M. als langfrist…

Modernismus

(2,208 words)

Author(s): Arnold, C. | Hutchison, W.R. | Mette, N. | Spanke, D.
[English Version] I. Kirchengeschichtlich 1. Allgemein M. meint eine meist pejorative Ableitung von Moderne/Modernität. Luther nannte 1524 die Vertreter der nominalistischen (Nominalismus) via moderna »Modernisten«, bei denen man nichts lernen könne (WA 15,52f.). So wurden ab dem 18.Jh. zum Teil auch die Gegner der altprot. Orthodoxie genannt. M. im eigentlichen Sinne diente als polemische Kategorie für die »moderne Theol.«, zuerst bei dem orth. Calvinisten A.Kuyper (Het modernisme een fata morgana …

Modersohn

(133 words)

Author(s): Böckel, H.
[English Version] Modersohn, Ernst (1870 Soest, Westfalen – 1948 Bad Blankenburg), Pfarrer, Autor, Evangelist. M. erlebte in seiner Vikariatszeit im Siegerland eine Bekehrung. Als Pfarrer in Mühlheim/Ruhr geriet er 1905/06 unter den Einfluß der Heiligungs- bzw. Pfingstbewegung in Deutschland und wirkte als beliebter Konferenzredner und Evangelist in Gemeinschaftskreisen (Gemeinschaftsbewegung). 1906 wurde er Leiter des »Erholungsheimes« der (Dt.) Ev. Allianz (DEA) in Bad Blankenburg (heute als Alli…

Modersohn-Becker

(143 words)

Author(s): Prange, R.
[English Version] Modersohn-Becker, Paula (geb. Becker; 8.2.1876 Dresden – 20.11.1907 Worpswede). Nach Lehrerinnenseminar in Bremen (1893–1895) und Malstudien in Berlin (1896/97) Aufenthalte in Worpswede. Dort heiratete M. 1901 den Maler Otto Modersohn (1865–1943), war befreundet mit Clara Westhoff (1878–1954) und R.M.Rilke. Seit 1900 lebte M. häufiger auch in Paris, wo sie Anregungen von Werken Paul Cézannes (1839–1906), P.Gauguins und A.Rodins empfing. Zunächst Schülerin ihres sehr viel älteren u…

Modestus

(201 words)

Author(s): Perrone, L.
[English Version] (gest.17.12.630), Patriarch von Jerusalem. Anläßlich der pers. Eroberung Palästinas (614) bemühte sich M., als Presbyter und Abt des Theodosios-Klosters, zunächst die Christen aus ihrer verzweifelten Lage zu retten, indem er um die Hilfe der byz. Truppen in Jericho für das belagerte Jerusalem bat. Nach der Einnahme der Stadt durch die Perser setzte sich M. als Stellvertreter des deportierten Patriarchen Zacharias ein, um die materielle und geistige Not der Kirche zu lindern. Er …

Modestus(-os)

(89 words)

Author(s): May, G.
[English Version] Modestus(-os), (um 180), wird von Eusebius von Caesarea als rechtgläubiger Autor (h.e. IV 21) und speziell als Vf. einer antimarkionitischen Schrift genannt (IV 25). Der Kontext führt auf eine Datierung um 180. Hieronymus (vir.ill. 32) bestätigt diesen Ansatz: Er läßt M. unter Marc Aurel (161–180) und Commodus (180–192) schreiben. Nach Eusebius hat M. in seiner Schrift gegen Markion »besser als die anderen« den Irrtum des Häretikers aufgedeckt. Das Werk ist verloren, wo M. lebte, ist nicht bekannt. Gerhard May Bibliography A.v.Harnack, Marcion (TU 45, 21924).

Mo Di

(422 words)

Author(s): Schmidt-Glintzer, H.
[English Version] (Me Ti, Mo Zi; um 470 – um 395 v.Chr.). Die Lehre des Mo Di und seiner Schule markiert den Beginn einer rationalen Debatte in China. Die in dem Werk »Mo Zi« (Meister Mo) in 71 Kap. überlieferten Texte enthalten neben den polit.-moralischen und philos. Argumentationen Texte zur Logik und Erkenntnistheorie, zur Optik sowie zu Fragen der Kriegs- und Verteidigungstechnik. Die einzelnen Teile des Werkes datieren aus unterschiedlichen Zeiten; zunächst dürften die Lehren, zudem in vers…

Moeller

(76 words)

Author(s): Nicolaisen, C.
[English Version] Moeller, Reinhard (4.2.1855 Radevormwald – 18.11.1927 Göttingen), Jurist, seit 1891 Mitglied des Ev. Oberkirchenrats Berlin, 1904 Stellvertreter des Präsidenten, bis 1919 stellvertretender Vorsitzender der Dt. Ev. Kirchenkonferenz, 1919–1925 Präsident des Dt. Ev. Kirchenausschusses. M. spielte eine wichtige Rolle bei der Neuordnung von Kirche und Staat (: I.,4.) nach 1918 und der Schaffung der 1924 in Kraft getretenen Kirchenverfassung der Ev. Kirche der (Altpreußischen) Union. Carsten Nicolaisen Bibliography J.Jacke, Kirche zw. Monarchie und…

Moffat

(144 words)

Author(s): Ross, A.C.
[English Version] Moffat, Robert (21.12.1795 Ormiston, East Lothian, Schottland – 8.8.1883 Leigh, Kent, England). Missionar und Linguist der London Missionary Society, der 1817 nach Südafrika entsandt wurde. Zus. mit seiner Frau Mary Smith baute er die Missionsstation in Kuruman (südöstlich der Kalahari) zur wichtigsten im südlichen Afrika aus und arbeitete dort, bis er 1870 in Ruhestand ging. M. übers. das NT (veröff. 1840) und AT (veröff. 1857) in die Sprache der Tswana, ein großer Verdienst, da …

Moffatt

(161 words)

Author(s): Neill, J.C.O.
[English Version] Moffatt, James (4.7.1870 Glasgow – 27.6.1944 New York), Bibelübers., M.A. in klassischer Philologie an der Universität Glasgow 1889, danach Studium am dortigen College der Free Church of Scotland. M. war 1896–1907 Pfarrer in Dundonald, von 1907–1915 in Broughty-Ferry und veröff. 1901 seine eigene Bibelübers. (The Historical NT). 1913 erschien »The NT: A New Translation«. M. war 1912–1915 Prof. für Griech. und ntl. Exegese am Mansfield College in Oxford, 1915–1927 Prof. für Kirchen…

Moffet

(288 words)

Author(s): Kim, I.S.
[English Version] Moffet, Samuel Austin (25.1.1864 Madison, IN– 24.10.1939 Monroe Via, CA), amer. Pioniermissionar in Korea. M. besuchte das McCormick Theological Seminary in Chicago und wurde 1889 von der Presbyterian Church of North America (Presbyterianer) als Missionar nach Korea gesandt, wo er im Januar 1890 ankam und seine Arbeit in Pjöngjang (Nordkorea) aufnahm. Als M. nach Pjöngjang kam, gab es dort keine Christen; als er sich zur Ruhe setzte, befanden sich in diesem Gebiet über 1000 Kirchen…

Mogila

(232 words)

Author(s): Hauptmann, P.
[English Version] Mogila, Petr (Petro Mohyla; Petrus Mogilas; Petru Movilă; 21./31.12.1596 Suceava – 22.12.1646/1.1.1647 Kiev), Metropolit von Kiev (seit 1633) und Abt des dortigen Höhlenklosters (seit 1627), wo er 1625 Mönch geworden war, nachdem er die Versuche zur Rückgewinnung der seinem Vater, Fürst Simion Movilă, 1607 verlorengegangenen Herrschaft über die Moldau hatte aufgeben müssen. Als moldauischer Fürstensohn verfügte er in Polen-Litauen über Beziehungen, die seinen Aufstieg begünstigten…

Möglichkeit

(1,163 words)

Author(s): Härle, W.
[English Version] I. Religionsphilosophisch M. ist – neben Unmöglichkeit, Notwendigkeit und Kontingenz – eine der logischen bzw. ontologischen Modalitäten. Unter diesen Modalitäten kommt der M. dann eine fundamentale Bedeutung zu, wenn sie nicht (wie bei I.Kant und der ihm folgenden Tradition) als Komplementärbegriff zu Kontingenz und Notwendigkeit, sondern als deren (gemeinsame) Basis verstanden wird. Das setzt voraus bzw. schließt ein, daß M. nicht als bloße M. im Unterschied zu Wirklichkeit verstanden wird, sondern selbst als ein Aspekt von Wirklichkeit,…

Mogrovejo

(143 words)

Author(s): Klaiber, J.
[English Version] Mogrovejo, Toribio Alfonso de (16.11.1538 Mayorga, León, Spanien – 23.3.1606 Saña, Peru); zweiter Erzbf. von Lima (1581–1606); Studium mit Schwerpunkt Kirchenrecht in Valladolid, Salamanca und Coimbra. Von 1573–1580 Inquisitor in Granada. 1579 von Papst Gregor VIII. zum Erzbischof nominiert, erhielt er 1580 die Weihen und reiste daraufhin nach Lima. M. war berühmt für seine ausgedehnten Visitationen, während derer er unterrichtete, taufte, firmte und Tausende Indios verheiratete. 15…

Mohawk

(6 words)

[English Version] MohawkIrokesen

Mohel

(223 words)

Author(s): Heinzmann, M.
[English Version] (hebr. מֹהֵל, Pl. מֹהְלִים/ moh elîm, »Beschneider«), M. ist weder Beamter noch Arzt. Jeder aus dem Volk Israel kann mit der Ausübung dieser Mizwa (Gen 21,4f.; Mizwot) betraut werden. Frauen und Nichtjuden können die Beschneidung (: IV.) durchführen, wenn kein »geeigneter Jude« (M.Maimonides, Mishne Tora, Hilkhot Mila 2,1) zur Verfügung steht. Der M. muß seine erworbenen Kenntnisse vor Fachleuten und Ärzten des zuständigen Rabbinats nachweisen. Er führt die Beschneidung im Auftrag de…

Mohilev

(149 words)

Author(s): Oswalt, J.
[English Version] . Nach der Union von Brest 1596 wehrten sich orth. Laien, unterstützt durch die kirchl. Bruderschaften, gegen eine Union mit Rom und forderten die Wiederherstellung der ostkirchl. Hierarchie. Bei der Wahl Władysławs IV. (1632–1648) konnte der orth. Adel den Erlaß zur »Befriedung des russ. Volkes griech. Rel. im Königreich Polen und Großfürstentum Litauen« erwirken und erreichte 1632 die Gründung des Erzbistums M. für die Ostkirche im Großfürstentum, in dessen Grenzen die konfessi…

Mohilever

(129 words)

Author(s): Schäfer, B.
[English Version] Mohilever, Samuel (15.4.1824 Glubokoye bei Wilna – 9.6.1898 Bialystok), Gelehrter und Rabbiner, der schon vor den berüchtigten russ. Pogromen von 1881 die Rückkehr der Juden nach Palästina auf der Grundlage aktiver Siedlungstätigkeit im Geiste der Tora forderte. Mit intensivem organisatorischem und propagandistischem Einsatz bemühte er sich innerhalb der sich formierenden Chibbat Zion-(hebr. »Zionsliebe«)Bewegung, der russ. Vorläuferin der Zionistischen Organisation (Zionismus), u…

Möhler

(482 words)

Author(s): Neuner, P.
[English Version] Möhler, Johann Adam (6.5.1796 Igersheim – 12.4.1838 München), kath. Kirchenhistoriker und Systematiker, neben Johann Sebastian v. Drey (1777–1853), J.E.v.Kuhn, F.A.Staudenmaier Hauptvertreter der kath. Tübinger Schule (Tübingen: I.). M. wurde 1826 als Prof. für Kirchengesch. nach Tübingen berufen. Er vertrat zeitweilig auch die Fächer Kirchenrecht und Apologetik. 1835 nahm er einen Ruf nach München an, wurde hier aber wegen seiner Erkrankung kaum noch tätig. M. war geprägt durch se…

Mohr

(132 words)

Author(s): Dorneger, K.
[English Version] Mohr, Joseph (11.12.1792 Salzburg – 4.12.1848 Wagrain bei Salzburg). M., Sohn einer Strickerin, erhielt bereits früh Instrumentalunterricht. Nach höherer Schulbildung 1811 Eintritt in das Salzburger Priesterseminar; Studium der Philos. und kath. Theol., 1815 Priesterweihe; Anstellung als Seelsorger 1817 in Ramsau bei Berchtesgaden, 1817 in Oberndorf bei Salzburg, 1819 an mehreren Pfarren in der Umgebung von Hallein, ab 1837 Vikar in Wagrain. M. betätigte sich als Komponist und Dic…

Moichianischer Streit

(72 words)

Author(s): Lilie, R.J.
[English Version] . Schisma innerhalb der byz. Kirche, das durch die zweite Ehe Kaiser Konstantins VI. 795 hervorgerufen wurde, die von den Äbten Platon und Theodoros Studites als Ehebruch (moicheia) verurteilt wurde. Das Schisma zw. den Studiten und der restlichen Kirche unter Einschluß des Patriarchen gipfelte in der zweimaligen Verbannung der beiden Äbte und ihrer Anhänger 796/97 und 809–811. Ralf Johannes Lilie Bibliography Th.Pratsch, Thodoros Studites, 1998, bes. 83–115.147–180.

Mokṣa

(205 words)

Author(s): Schneider, J.
[English Version] (Sanskrit »Freiwerden«, auch mukti), bez. in den indischen Religionen der nachvedischen Zeit (Veden) die Erlangung des Heilszustandes, also das Ausscheiden aus der Abfolge der Wiedergeburten (Wiedergeburt: IV., Saṃsāra). Weitgehend synonyme Begriffe sind apavarga (»Abschluß«), kaivalya (»Isolation«), niḥśreyasa (»das Beste«) und nirvāṇa (»Erlöschen«). Der Befreite ist auch den zyklischen Welterneuerungen entronnen (dagegen: Ājīvakas). M. ist üblicherweise nur während einer Ve…

Molanus

(158 words)

Author(s): Wallmann, J.
[English Version] Molanus, Gerard Wolter (22.10.1633 Hameln – 17.9.1722 Hannover). Nach Studium in Helmstedt (bei G.Calixt), Rinteln und Straßburg wurde M. 1659 Prof. der Mathematik, 1664 zusätzlich der Theol. in Rinteln, 1671 Konventual des Klosters Loccum, 1674 Kirchendirektor des Herzogtums Calenberg (Hannover), 1677 Abt von Loccum. Als Theologe unbedeutend, kann man M. als Leiter und Organisator eines sich territorial ständig vergrößernden Kirchenwesens (u.a. Vereinigung mit Lüneburg 1705) den V…

Molcho

(147 words)

Author(s): Jacobs, M.
[English Version] Molcho, Shlomo (geb. Dioguo Pirez; um 1500 Lissabon? – 1532 Mantua). Als Sohn von Conversos war M. zunächst königlicher Beamter in Lissabon. Im Zusammenhang mit den messianischen (Messias/Messianismus: III.,2.) Erwartungen, die D.Reuveni 1525 unter den Conversos in Portugal auslöste, beschnitt er sich selbst und bekannte sich zum Judentum. Er vf. kabbalistische Schriften (Kabbala: II.) und erregte als Magier und visionär-messianische Gestalt Aufsehen. In Italien erfreute er sich d…

Moldau

(245 words)

Author(s): Stricker, G.
[English Version] Moldau, Republik (Moldawien). Moldawien ist im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 aus der »Moldauischen Sowjetrepublik« hervorgegangen, mit der es territorial identisch ist. Zw. Pruth und Dnjestr gelegen, aber ohne direkten Zugang zum Schwarzen Meer, umfaßt das Territorium von Moldawien 33 700 km2; Hauptstadt ist Chişinaˇu/Kišinëv. Moldawien bildet den Nordostteil der hist., jetzt größtenteils zu Rumänien gehörigen Landschaft »Moldau«. Moldawien selbst besteht aus dem Nord- und Mittelteil des früher…

Moldawien

(5 words)

[English Version] MoldawienMoldau

Moldenhawer

(174 words)

Author(s): Jakubowski-Tiessen, M.
[English Version] Moldenhawer, Daniel Gotthilf (11.12.1753 Königsberg – 21.11.1823 Kopenhagen), nach Studium in Göttingen, u.a. bei Ch.G.Heyne und J.D.Michaelis, 1777 Prof. für Griech. und orientalische Sprachen und 1778 Prof. für Theol. in Kiel; nach zweijähriger Studienreise durch Europa 1784 Prof. für Theol. in Kopenhagen. 1788 wurde M. Oberbibliothekar der dortigen Königlichen Bibliothek, die er zu einer bedeutenden wiss. Bibliothek ausbaute. Als Anhänger des Rationalismus setzte sich M. für ein…

Molière

(256 words)

Author(s): Detken, A.
[English Version] (eigentlich Jean Baptiste Poquelin; 15. ?1. 1622 Paris – 17.2.1673 ebd.), franz. Komödiendichter, Schauspieler und Theaterdirektor; Besuch des Jesuitenkollegs (Jesuiten) und Rechtsstudium; von P.Gassendis philos. Ideen beeinflußt. M. gründete zus. mit der Schauspielerin Madeleine Béjart 1643 das »Illustre Théâtre« in Paris. Nach dessen Zusammenbruch ab 1646 war er Mitglied eines Wandertheaters, ab 1652 Direktor der Schauspieltruppe, die ab 1658 in Paris spielte, 1665 zur »Troupe…

Molina

(311 words)

Author(s): Opitz, P.
[English Version] Molina, Luis de (September 1535 Cuenca, Spanien – 12.10.1600 Madrid), seit 1553 Jesuit, studierte Philos. und Theol. und lehrte zunächst in Coimbra Philos. und ab 1568 Theol. in Evora. Er starb als Prof. für Moraltheol. am Jesuitenkolleg in Madrid. – Neben gewichtigen Beiträgen zur Rechts- und Wirtschaftslehre beschäftigte sich M. mit einer rationalen Verhältnisbestimmung von göttlichem Vorherwissen und göttlicher Vorherbestimmung einerseits und menschlicher Freiheit andererseits, …

Molinos

(227 words)

Author(s): Sträter, U.
[English Version] Molinos, Miguel de (getauft 29.6.1628 Muniesa, Provinz Teruel, Spanien – 28./29.[?]12.1696 Rom), studierte ab 1646 am Jesuitenkolleg von Valencia, wo er an der Kirche San Andrés eine Pfründe innehatte, und wurde 1652 zum Priester geweiht. Seit 1663 in Rom lebend, wurde M. als Beichtvater und Seelenführer im Sinne der quietistischen Mystik zum Mittelpunkt einer großen Anhängerschar, zu der auch Kardinäle und Papst Innozenz XI. zählten. Seine »Guía espiritual«, ein Hauptwerk des Quie…

Molitor

(226 words)

Author(s): Kilcher, A.
[English Version] Molitor, Franz Joseph (8.6.1779 Oberursel, Taunus – 23.3.1860 Frankfurt/M.), spätromantischer Religionsphilosoph und Vf. des letzten großen Entwurfs einer »christl. Kabbala« (: III.) in der Tradition von G.Pico della Mirandola und J.Reuchlin; Studium des Rechts und der Philos. im Umkreis von Isaak Sinclair, G.W.F.Hegel, F.W.J.Schelling und J.Görres; 1807–1828 Lehrer u.a. am jüd. Philanthropin in Frankfurt. M. war 1808 als einer der wenigen Christen Mitbegründer der vorwiegend jüd. F…

Mollā, Mullā

(121 words)

Author(s): Ende, W.
[English Version] Mollā, Mullā, in der isl. Welt weit verbreitete Bez. für eine Person, die über (hauptsächlich rel.) Bildung verfügt; anscheinend abgeleitet von arab. Maulā (»Herr, Meister« o. ä.). Bes. im türkischen und ir. Sprach- und Kulturraum sowie auf dem indischen Subkontinent hat der Begriff im Laufe der Gesch. sehr unterschiedliche Färbungen angenommen. Er kann nach wie vor als Ehrentitel für überragende Gelehrte, Sufi-Meister bzw. rel.-polit. Führer verwendet werden, aber auch, mehr ode…

Moller

(193 words)

Author(s): Axmacher, E.
[English Version] Moller, Martin (9.11.1547 bei Wittenberg – 2.3.1606 Görlitz), ev. Pfarrer, einflußreicher Erbauungsschriftsteller. Theol. vom schlesischen Melanchthonianismus geprägt, vertrat M. die »reine Lehre« unter Verzicht auf theol. Kontroversen in einer als Anleitung zur Frömmigkeit gedachten Form der Textauslegung: knappe Explikation, jeweils bald überführt in Applikation (meist als Anrede an die »liebe Seele«) und ins Gebet. Das Ziel innerkirchl. Aneignung der pietas führt zu gesteigerte…

Moloch

(9 words)

[English Version] MolochMenschenopfer

Molokanen

(10 words)

[English Version] Molokanenrussische Sekten

Moltke

(156 words)

Author(s): Nicolaisen, C.
[English Version] Moltke, Helmuth James Graf v. (11.3.1907 Schloß Kreisau, Niederschlesien – 23.1.1945 Berlin). M. war familiär durch prot. Tradition in Bildung und Kultur geprägt, aber ohne bes. kirchl. Sozialisation. Ab 1929 trug er die Alleinverantwortung für die Verwaltung des Gutes Kreisau, schloß zugleich seine Ausbildung als Jurist ab und war dann als Rechtsanwalt und Spezialist für Völkerrechtsfragen in Berlin tätig. Von Anfang an Gegner des Nationalsozialismus, baute M. ab 1941 mit dem »Krei…

Momigliano

(354 words)

Author(s): Christ, K.
[English Version] Momigliano, Arnaldo Dante (5.9.1908 Caraglio [Cuneo], Italien) – 1.9.1987 London), Althistoriker, studierte 1925–1932 in Turin und Rom, 1932 Prof. Incaricato di Storia Greca in Rom, 1936 Prof. Titolare di Storia Romana in Turin. M.s wichtigste Lehrer waren der Althistoriker Gaetano De Sanctis und der klassische Philologe Augusto Rostagni; daneben übte B.Croce starken Einfluß auf seine geistige Entwicklung aus. 1938 verlor M. als Jude aus rassistischen Gründen die Turiner Professur…

Momma

(138 words)

Author(s): Kampmann, J.
[English Version] Momma, Wilhelm (29.9.1642 Hamburg – 9.9.1677 Delft). M. war Kaufmannssohn; nach Studium in Leiden (bei J.Coccejus und A.Heidanus) wurde er 1666 Pfarrer der ref. Gemeinde in Lübeck. Nach zweijähriger Tätigkeit (1674–1676) als Pfarrer und Theologieprof. in Hamm hielt M. im Juni 1676 eine Antrittsvorlesung (De apparationibus Jesu Christi) als Prof. der Theol. in Middelburg. Seiner Berufung dorthin wurde aber von Fürst Willem III. wie auch aus der Bürgerschaft widerstritten. Auf ein i…

Mommsen

(355 words)

Author(s): Rebenich, S.
[English Version] Mommsen, Theodor (30.11.1817 Garding, Eiderstedt – 1.11.1903 Charlottenburg, Berlin), einer der bedeutendsten Althistoriker der Moderne. Nach seinem Jurastudium in Kiel (1838–1843) bereiste der Sohn eines prot. Pfarrers Italien und legte dort das Fundament für eine umfassende Sammlung lat. Inschriften. Während der Revolution von 1848 engagierte er sich für ein vereintes und freiheitliches Deutschland. Seine Tätigkeit als Journalist in Rendsburg tauschte er im Herbst 1848 mit einem…

Monaco

(160 words)

Author(s): Ricca, P.
[English Version] liegt in einer in der Antike von Ligurern und Phöniziern besiedelten Region. Der schon im 6.Jh. v.Chr. bestehende Hafen wurde von den Römern nur gelegentlich genutzt. Die polit. Gesch. von M. ist mit der noch heute regierenden Genueser Familie Grimaldi verbunden. Das Fürstentum (1,9 km 2 mit 32 000 Einwohnern [2000]) ist nach der Verfassung von 1962 ein souveräner Staat, freundschaftlich mit der Schutzmacht Frankreich verbunden. Es ist kein Mitglied der UNO, aber Sitz verschiedener internationaler Organisationen. Seine äl…

Monade

(306 words)

Author(s): Breger, H.
[English Version] . G.W.Leibniz entwickelt seine Monadenlehre in Auseinandersetzung mit den Substanzlehren von R.Descartes und B. de Spinoza; das Wort M. (von griech. μονα´ς/monás, »Einheit«) hat er vermutlich von F.M.van Helmont (und wohl nicht von G.Bruno) übernommen. Die M. sind für Leibniz die einfachen (d.h. unzerlegbaren) Substanzen; sie sind als Einheiten das wahrhaft Seiende. Die M. (= Seelen) der Menschen und Engel sind unsterblich, aber auch die M. (= Seelen) der Tiere und die M. (= Perzeptionsvermögen) der…

Monarchianismus

(1,158 words)

Author(s): Böhm, T.
[English Version] . Mit dem Begriff M. ist kein einheitliches theol. System gemeint, sondern es werden damit unterschiedliche theol. Ansätze seit dem 2.Jh. beschrieben. Methodisch kann hier nicht so verfahren werden, daß man mit Gruppenbez. wie Adoptianer (Adoptianismus), dynamistische Monarchianer, Modalisten (Modalismus) oder Patripassianer ein Phänomen zu beschreiben sucht, das man nachträglich unter dem Sammelbegriff »Monarchianer« zusammenfaßt und dann behauptet, diese divergenten Gruppierung…

Monarchomachen

(732 words)

Author(s): Ohst, M.
[English Version] . Der polemische Neologismus meint »Bekämpfer der (absoluten) Monarchie« und wurde von William Barclay geprägt (De regno et regali potestate, 1600). – Der in der Bartholomäusnacht gipfelnde Terrorismus warf unter den franz. Protestanten (Hugenotten) die Frage nach den Grenzen der Gehorsamspflicht und dem Widerstandsrecht gegen tyrannische Monarchen auf. François Hotman, Th.Beza, L.Danaeus, Stephanus Junius Brutus (Pseudonym wohl für Ph. du Plessis Mornay und/oder H.Languet) behan…

Monastische Theologie

(681 words)

Author(s): Köpf, U.
[English Version] . Der Begriff einer »théologie monastique« wurde durch J.Leclerq in einer Monographie über Petrus Venerabilis, Abt von Cluny (Pierre le Vénérable, 1946) in die Forschung eingeführt und in den folgenden Jahren an der Mönchslit. des Hoch-MA, bes. am Werk Bernhards von Clairvaux, entwickelt (L'amour des lettres et le désir de Dieu, 1957; dt.: Wiss. und Gottverlangen, 1963). Er hat sich inzw. als Schlüsselbegriff zum Verständnis der Theol. Bernhards wie der ma. Theol. im ganzen bewäh…

Monate, päpstliche

(150 words)

Author(s): Schneider, B.C.
[English Version] (menses papales) sind zunächst die je ersten zwei Quartalsmonate, dann die ungeraden Monate des Jahres, in denen eine Pfründe erledigt werden mußte, damit der Papst das alleinige Besetzungsrecht zuungunsten anderer sonst berechtigter Autoritäten (v.a. der Bischöfe) hatte. Diese Reservation hatten die Päpste im Hoch-MA zunehmend durchgesetzt und für das Reich im Wiener Konkordat 1448 vertraglich festgelegt. Modifiziert durch Privilegien und Indulte an die Ordinarien, insbes. die …

Mönchsbeichte

(369 words)

Author(s): Sattler, D.
[English Version] . Als M. wird im engeren Sinn eine im christl. Altertum streng geordnete Gestalt der Gewissenseröffnung eines Mönches vor seinem geistl. Vater bzw. in weiblichen Gemeinschaften vor der geistl. Mutter bez. Im weiteren Sinn kann der Begriff M. mit der bis heute lebendigen Tradition in Verbindung gebracht werden, in geistl. Gemeinschaften die heilsame Wirksamkeit der offen voreinander eingestandenen Schuld zu erfahren und zu bedenken. Die Tradition der M. betont den therapeutischen …

Mönchtum

(11,696 words)

Author(s): Köpf, U. | Freiberger, O. | Mürmel, H. | Horstmann, M.
[English Version] I. Name und Begriff M. ist die Sammelbez. für eine stets rel. motivierte alternative Lebensform, die Askese einschließt, darüber hinaus aber durch mehr oder weniger radikale Absonderung von der als »Welt« bez. Gemeinschaft (auch von der eigenen Glaubensgemeinschaft) gekennzeichnet ist. Die im Christentum gebräuchlich gewordene Bez. »Mönch« (aus dem profangriech. μοναχο´ς/monachós, »einzeln, einzig«, lat. monachus, über erschlossenes monichus im 8.Jh. ins Althochdt. [munih] u.a. Volkssprachen [z.B. engl. monk, franz. moine] eing…

Mond

(1,457 words)

Author(s): Hutter, M. | Uehlinger, C.
[English Version] I. Religionsgeschichtlich Wegen der guten Beobachtbarkeit spielt der M. (wie Sonne und Venus; vgl. Gestirne, Astrologie, Astralreligion) in verschiedenen mythologischen Traditionen eine wichtige Rolle. Im Wechsel der Mondphasen sah man Analogien zu kosmologischen Vorgängen sowie zur Abfolge von Leben/Fruchtbarkeit und Tod und ein Vorbild für kalendarische Zyklen (Kalender). Bes. Neumond- und Vollmondtag sind kultische Fixpunkte. Die Feier des Neumondtages kennt beispielsweise die …

Mondrian

(268 words)

Author(s): Renftle, B.R.
[English Version] Mondrian, Piet (7.3.1872 Amersfoort bei Utrecht – 1.2.1944 New York), holländischer Maler, Hauptvertreter der holländischen Konstruktivisten und des De Stijl, Begründer des abstrakten »Neo-Plastizismus«. M. absolvierte an der Rijksakademie in Amsterdam ein Lehrerdiplom und war zunächst von Impressionismus und Fauvismus (1905–1910) beeinflußt. Die Errungenschaften des Kubismus entwickelte er in logischer Konsequenz weiter bis zur totalen Abstraktion. Zusammen mit Theo van Doesburg …

Monenergismus

(628 words)

Author(s): Uthemann, K.
[English Version] ist der in Kirchen- und Dogmengesch. übliche Begriff zur Kennzeichnung jener Interpretation der Definitio fidei des Konzils von Chalcedon (451), die unter Wahrung des Tomus Leonis (Leo I.) dem »einen in zwei Naturen erkannten Christus« eine einzige Energie (μι´α ε᾿νε´ργεια/mía enérgeia) oder Wirkung (α᾿ποτε´λεσμα/apotélesma) zuschrieb und mit der Sergius von Konstantinopel (610–638) eine Aussöhnung mit jenen anti-chalcedonensischen Kirchen in Syrien (: V., 2.), Ägypten (Theodosianer oder Kopten) und Armenien zu erreichen…

Mongolei

(627 words)

Author(s): Koppe, K.
[English Version] . Das Staatsgebiet der M. ist 1,566 Mio. km 2 groß und liegt am Nordrand Zentralasiens. Das Kontinentalklima, die Boden- und Wasserverhältnisse bedingten in dem typischen Hochland bereits vor ca.2500 Jahren eine ökonomische Spezialisierung und die Herausbildung der extensiven Wirtschaftsform des nomadischen Pastoralismus mit komplexem Herdenmanagement (Pferde, Rinder, Kamele, Schafe, Ziegen). Ackerbau war und ist nur begrenzt möglich (13 700 km 2 Ackerland). Die M. ist heute ein Agrar-Industrie-Land, das zu den armen Entwicklungsländern…

Mongolen

(1,354 words)

Author(s): Koppe, K.
[English Version] . Von den heute ca.8,5 Mio. Angehörigen mongolischer Ethnien leben ca.30% in einem eigenen Nationalstaat, der Mongolei. Mehr als 60% gehören zu den nationalen Minderheiten der VR China, wo sie v.a. im seit 1947 anerkannten Autonomen Gebiets Innere Mongolei (4 Mio., d.h. 15,6% der Bevölkerung dieses Gebiet), im Autonomen Gebiet Xinjiang und in den Provinzen Qinghai und Gansu ansässig sind. Innerhalb der Russ. Föderation gibt es in der Kalmückischen Teilrepublik 140 000 westmongoli…

Monheim

(132 words)

Author(s): Zschoch, H.
[English Version] Monheim, Johannes (1509 Clausen bei Barmen – 9.9.1564 Düsseldorf). Humanistischer Pädagoge, lehrte nach dem Studium in Münster und Köln zunächst in Essen und Köln, um 1545 die Leitung des von Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg (1539–1592) neu gegründeten Düsseldorfer Gymnasiums zu übernehmen. Er bearbeitete Schriften des Erasmus von Rotterdam für den Schulgebrauch, vf. Lehrbücher und Schulordnungen und machte seine Schule zu einem Zentrum humanistischer Bildung. Sein 1560 ers…

Monismus

(1,904 words)

Author(s): Figl, J. | Schütt, H. | Rosenau, H.
[English Version] I. Religionsgeschichtlich Innerhalb der Religionswiss. dient der Begriff M. dazu, solche Auffassungen in der Religionsgesch. zu bez., welche die Gesamtwirklichkeit auf ein einheitliches Prinzip zurückführen und die Mannigfaltigkeit und Vielheit im Sinne einer All-Einheit verstehen. M., von griech. μο´νος/mónos, »allein, einzig«, ist somit auch religionswiss. zunächst als ein Gegensatz zu allen dualistischen Auffassungen (Dualismus) zu verstehen, wie dies auch bei der urspr. Definition dieses Begriffs in der dt. Aufk…

Monistenbund

(221 words)

Author(s): Hübinger, G.
[English Version] . Der »Dt. M.« (Monismus) wurde 1906 in Jena unter dem Einfluß des Zoologen E.Haeckel gegründet. Haeckel verhalf der Evolutionstheorie (Evolution: I.) von Ch.Darwin im Dt. Kaiserreich zum weltanschaulichen Durchbruch und schrieb über den »Monismus als Band zw. Rel. und Wiss.« (1892). Seine naturphilos. Schrift »Die Welträtsel« avancierte 1900 zum Bestseller und stimulierte den Zusammenschluß der »Monistischen Gesellschaft« von 1903. Aus ihr ging der M. mit festerer Organisationss…

Monnica

(151 words)

Author(s): Neuschäfer, B.
[English Version] (331/32 Thagaste – 387 Ostia) sorgte prägend dafür, daß das Christentum zur Mutterrel. ihres Sohnes Augustin werden konnte. An dessen innerer und äußerer Entwicklung nahm sie intensiven, mitunter direktiven Anteil: Seinen Bildungsgang unterstützend, kämpfte sie gegen seine Hinwendung zum Manichäismus und folgte ihm 385 nach Mailand, wo sie seinen Bekehrungsweg begleitete und sich an dem von Ambrosius gestalteten kirchl. Leben beteiligte. M.s Aufgeschlossenheit für eine (neu-)pla…

Monod

(287 words)

Author(s): Loichinger, A.
[English Version] Monod, Jacques (9.2.1910 Paris – 31.5.1976 Cannes), einer der führenden franz. Biochemiker seiner Zeit, ab 1959 Prof. an der Sorbonne, ab 1967 am Collège de France, ab 1971 Direktor des Institut Pasteur in Paris. M. erlebte den Höhepunkt seiner wiss. Karriere mit der Verleihung des Nobelpreises 1965, den er zus. mit André Lwoff und François Jacob zur Entdeckung der genetischen Steuerung der Enzymsynthese erhielt. Die Ergebnisse seiner vorrangig die Evolution des Lebens betreffende…

Monod

(613 words)

Author(s): Freudenberg, M.
[English Version] Monod, Adolphe (21.1.1802 Kopenhagen – 6.4.1856 Paris), ref. Theologe, bedeutender Prediger und Vertreter der franz. Erweckungsbewegung (: I.). Er wuchs in Kopenhagen und seit 1808 in Paris auf, wo sein Vater Jean Pfarrer war. Ebenso wie drei seiner Brüder entschloß sich M. zum Theologiestudium (Genf 1820–1824) und wurde Zeuge der Auseinandersetzungen zw. der vom Rationalismus (: III.) geprägten Kirchlichkeit und Erneuerern. Mit Interesse verfolgte er die Anfänge des bes. unter de…

Monod

(240 words)

Author(s): Freudenberg, M.
[English Version] Monod, Wilfred (24.11.1867 Paris – 2.5.1943 ebd.), ref. Theologe und franz. Ökumeniker, arbeitete als Pfarrer der ref. Kirche in Frankreich (Condé sur Noireau, Rouen, Paris) und wurde 1909 Prof. für Prakt. Theol. an der Freien Prot. Fakultät in Paris. Seit 1912 war M. Präsident der Vereinigung »Union des Églises Réformées de France«. Mit seinem Interesse an Mystik und Liturgik gründete er 1923 den Terziarierorden »Tiers Ordre Protestant des Veilleurs« (Terziaren) und trat als Spre…

Monogenismus

(135 words)

Author(s): Lüke, U.
[English Version] . M. bez. die sich textunkrit. auf Gen 2f. und Röm berufende, angesichts der Universalität erbsündlicher Verfassung konstruierte Annahme, alle Menschen stammten von einem ersten Elternpaar ab, das diese Verfassung durch Zeugung an alle weitergegeben habe. Der M. geht von universaler Heilsbedürftigkeit (Erbsündendogma; Erbsünde: I.; II.) aus und versucht diese durch eine biologische Tatsachenbehauptung zu stützen. Gegen Humani Generis (DH 3897) bedarf das Dogma neueren Überlegunge…

Monogramm Christi

(10 words)

[English Version] Monogramm ChristiChristussymbole

Monolatrie

(14 words)

[English Version] MonolatrieMonotheismus und Polytheismus: I. Religionswissenschaftlich

Monophysiten/Monophysitismus

(1,358 words)

Author(s): Ritter, A.M.
[English Version] (»Ein-Naturen«-Christologie und deren Vertreter) sind in der Dogmengeschichtsschreibung verwendete Begriffe häresiologischen Ursprungs (Häresie: I.); sie stammen von den Gegnern der so bez. theol. Positionen und werden von den so bez. Kirchen bis heute als unangemessen zurückgewiesen. Darum werden sie im folgenden konsequent in Anführungszeichen gesetzt (vgl. auch D. Wendebourg, Chalcedon in der ökum. Diskussion, in: van Oort/Roldanus 190–223). Die Wurzeln der »monophysitischen« Lehre reichen weit zurück. Schon die Christologie des Ori…

Monopol

(305 words)

Author(s): Sautter, H.
[English Version] . Gibt es auf einem Markt nur einen Anbieter, so spricht man von einem (Angebots-)M. Der Fall eines Alleinnachfragers wird als Monopson bez. Stehen sich auf einem Markt ein Alleinanbieter und ein Alleinnachfrager gegenüber, handelt es sich um ein bilaterales M. Monopolistische Strukturen können viele Ursachen haben. Eine dieser Ursachen ist die Stückkostensenkung, die bei der Produktionsausweitung durch eine zunehmende innerbetriebliche Spezialisierung möglich werden kann. Der erste Produzent, der diese Möglichkeit nutz…

Monotheismus und Polytheismus

(4,789 words)

Author(s): Ahn, G. | Müller, H. | Hübner, H. | Gunton, C.
[English Version] I. ReligionswissenschaftlichMonotheistische (monoth.) Gottesvorstellungen, die von der Existenz und Wirksamkeit eines einzigen Gottes ausgehen, haben das Religionsverständnis des christl. geprägten Europa lange Zeit dominiert. Der Begriff Monotheismus (M.) ist ein neuzeitliches, erstmals 1660 bei dem engl. Philosophen Henry More nachweisbares Kunstwort. Als Kontrast zu dem urspr. auf Philo von Alexandrien zurückgehenden und 1580 von J.Bodin für die eur. Tradition wiederentdeckten…

Monotheletismus

(916 words)

Author(s): Ritter, A.M.
[English Version] (»Ein-Willen«-Lehre) nennt man jene christologische Lehrform aus der Zeit nach Chalcedon, mit der – ähnlich wie mit dem älteren Monenergismus (»Ein-Energien«-Lehre) – eine Brücke zum sog. Monophysitismus geschlagen und dem Chalcedonense eine befriedigendere Erklärung gegeben werden sollte (vgl. Christologie: II., 1., c). Schreckte doch auch viele von dessen östlichen Anhängern das von Philoxenus von Mabbug an die Wand gemalte »Götzenbild mit den zwei Gesichtern« (vgl. ACO IV/1, 240–242 = A.M.Ritter, Alte Kirche, 72002, Nr.93j), d.h. das mögliche Miß…

Monsignore

(62 words)

Author(s): Müller, L.
[English Version] (abgekürzt Msgr.) ist Anrede für kirchl. Würdenträger, insbes. für die Träger eines päpstl. Ehrentitels für Kleriker, der in drei Klassen verliehen wird: 1. Apostolischer Protonotar, 2. Ehrenprälat Seiner Heiligkeit, 3. Kaplan Seiner Heiligkeit. Im dt. Sprachraum werden mit Msgr. üblicherweise nur die Letztgenannten angesprochen. Ludger Müller Bibliography Paul VI., Motu proprio »Pontificalis Domus« vom 28.3.1968, Nr.8 (AAS 60, 1968, 305–315, bes. 314).

Monstranz

(403 words)

Author(s): Elbern, V.H.
[English Version] Monstranz, auch ostensorium, hierotheca und custodia genannt, ist das jüngste »vas sacrum« der christl. Liturgie (Gefäße, liturgische). Es kommt dem Verlangen entgegen, das sonst in Pyxis, Chrismale, später Kelchziborium bewahrte Heiltum der konsekrierten (Konsekration) Hostie den Gläubigen optisch zugänglich zu machen. Entsprechende Bestrebungen sind schon im frühen MA für die Präsentation von Reliquien zu erkennen. Auch in der Meßliturgie begegnet die Zeigung der Spezies bereit…

Montaigne

(268 words)

Author(s): Kronauer, U.
[English Version] Montaigne, Michel Eyquem de (28.2.1533 Schloß Montaigne bei Bordeaux – 13.9.1592 ebd.), franz. Schriftsteller und Philosoph, bedeutender Vertreter der Moralistik, studierte Rechtswiss. in Toulouse und Bordeaux und war von 1557 bis 1570 Parlamentsrat in Bordeaux. 1571 zog er sich aus dem öfftl. Leben auf sein Landgut zurück und verbrachte seine Tage hauptsächlich in seiner in einem Turm untergebrachten Bibliothek. 1580 verließ er seinen Turm und unternahm eine Reise nach Italien; von…

Montalembert

(249 words)

Author(s): Arnold, C.
[English Version] Montalembert, Charles Forbes Comte de (15.4.1810 London – 13.3.1870 Paris), Wortführer des liberalen Katholizismus (: III.) in Frankreich. Sohn einer schottischen (presbyterianischen, dann kath.) Mutter und eines franz. Emigranten und – nach der Restauration – Gesandten Ludwigs XVIII. M. gründete 1830 mit F.R. de Lamennais und J.B.H.Lacordaire die Zeitschrift »L'Avenir«, in der er den Freiheitskampf der kath. Nationen Irland, Belgien und Polen unterstützte. Seit 1831 war er Mitglied …

Montanismus

(1,054 words)

Author(s): Markschies, C.
[English Version] I. Bezeichnung und Quellen Seit dem späteren 4.Jh. werden die Anhänger einer im 2.Jh. entstandenen prophetischen Bewegung im antiken Christentum polemisch als »Montanisten« und die Bewegung selbst als »M.« bez. (z.B. Cyrill von Jerusalem, Catecheses, XVI 8,6 oder [Ps.-?]Didymus, De trinitate, III 18.23 sowie 41 [PG 39, 881 B, 924 C sowie 984 B]). Diese Begriffe, die auf einen Propheten Montanus Bezug nehmen, haben sich in der Neuzeit durchgesetzt, obwohl die Bewegung selbst sich nac…

Montanus

(136 words)

Author(s): Metz, D.
[English Version] Montanus, Jacobus (um 1460 Gernsbach/Murg – um 1534 Herford), Vertreter der Devotio moderna, Humanist und Anhänger der Reformation. Nach Studien in Deventer bei A.Hegius wurde M. 1486 und nach einem Aufenthalt in Münster erneut um 1500 Fraterherr in Herford, wo er auch das Amt des Vorstehers und Beichtvaters des Schwesternhauses innehatte. Er vf. u.a. Werke zur lat. Sprache und geistl. Dichtungen. Freundschaftliche Verbindung pflegte er zu J.Wimpfeling und W.Pirkheimer. Auch durch…

Montanus

(109 words)

Author(s): Markschies, C.
[English Version] gehört zu dem Gründungstrio einer kleinasiatischen prophetischen Bewegung des 2.Jh. (Maximilla/Priscilla/Quintilla), die seit dem 4.Jh. nach ihm bez. und Montanismus genannt wurde. Er stammte offenbar, wie sein phrygischer Name zeigt, aus Kleinasien. Spätere Häresiologie (Häresie: II., 2.) bei Autoren des 4.Jh. überliefert weitere, aber mutmaßlich unhist. Details aus seinem Leben: So soll er urspr. Priester des Apollo (Disputatio [bei Heine 123]) oder der Kybele (Hier. ep. 41,4)…

Montauban

(342 words)

Author(s): Strohm, C.
[English Version] . Die heutige Hauptstadt des Départements Tarn et Garonne war infolge des öfftl. Übertritts Bf. Jean de Lettes' bereits 1561 prot. geworden. 1570 erhielt sie durch das Edikt von Saint-Germain-en-Laye den Status eines Sicherheitsplatzes für die Protestanten (Hugenotten: I.,1.) und war um die Wende zum 17.Jh. neben La Rochelle eines der wichtigsten Zentren des franz. Protestantismus. Der Gründung einer Schule 1579 folgte nach dem Beschluß der Nationalsynode von Montpellier 1598 die…

Monte Cassino

(321 words)

Author(s): Rieger, R.
[English Version] Monte Cassino, um 529 durch Benedikt von Nursia im Bereich der Akropolis des röm. Castrum Casinum gegründetes Kloster. Nach der Zerstörung durch die Langobarden 577 flohen die Mönche nach Rom. 718 wurde M.C. durch Abt Petronax von Brescia neu gegründet. Der Herzog von Benevent, Gisulf II., schenkte 744 dem Kloster Gebiete, die später erweitert wurden. Karl der Große bestätigte 787 den Besitz. Durch päpstl. Privilegien wurde M.C. von bfl. Einfluß exemt (Exemtion). Abt Girulf (799–…

Montefiore

(151 words)

Author(s): Brämer, A.
[English Version] Montefiore, Claude Joseph Goldsmid (6.6.1858 London – 9.7.1938 ebd.), studierte u.a. in Berlin, wo er an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums eine Ausbildung zum Rabbiner begann. M., der aus wohlhabender Familie stammte, engagierte sich zeitlebens sowohl in philantropischen als auch in rel.-jüd. Projekten. 1902 gehörte er zu den Initiatoren der Jewish Religious Union, einer Vereinigung engl. Anhänger des Reformjudentums. Die neu gegründete World Union for Progressive Ju…

Montenegro

(523 words)

Author(s): Bremer, T.
[English Version] (serbokroatisch Crna Gora), bildet mit Serbien (noch) die Bundesrep. Jugoslawien; an der Adria zw. Kroatien und Albanien gelegen; Fläche: 13 812 km 2, Hauptstadt: Podgorica (Name 1945–1991: Titograd). M. hat ca.640 000 Einwohner (1991), von denen ca.61,8% Montenegriner, 14,6% (ethnische) Muslime, 9,3% Serben, 6,6% Albaner und 4% Jugoslawen sind. Die Kriege der 90er Jahre haben den Anteil der Muslime verringert, den der Serben erhöht und die Jugoslawen praktisch verschwinden lassen. Der Islam ist v.…

Montesinos

(162 words)

Author(s): Delgado, M.
[English Version] Montesinos, Antonio de (Antón; um 1485 Spanien – 27.6.1540 Venezuela), 1502 Prof. im Orden der Dominikaner, 1510 Ankunft in Hispaniola (Dominikanische Republik; Haiti) zusammen mit der ersten Dominikanerkommunität unter der Leitung von P. de Córdoba. Am 21.12.1511 (4. Adventssonntag) klagt M. in einer epochalen Predigt die Unterdrückung der Eingeborenen an (»Sind das keine Menschen …?«); sie gilt als »Anfang der prophetischen Theol.« in der Neuen Welt. Am 28.12.1511 bekräftigt er s…

Montes pietatis

(266 words)

Author(s): Ricca, P.
[English Version] (Monti di pietà). Kommunale Pfandleihanstalten, die in Italien nach ersten, gescheiterten Versuchen im 14.Jh. seit der 2. Hälfte des 15.Jh. gegründet wurden, um den weitverbreiteten Wucher zu bekämpfen. Sie boten jedem, bes. den Ärmeren, ein kleines Darlehen zu günstigen Bedingungen (mitunter kostenlos) und gegen einen gleichwertigen Gegenstand als Pfand. Ihre Einrichtung wurde durch Franziskaner gefördert (bes. durch Bernardino von Feltre und Barnabas von Terni, der auch Mittel…

Montesquieu

(471 words)

Author(s): Zenkert, G.
[English Version] Montesquieu, Charles-Louis de Secondat, Baron de la Brède et deM. (18.1.1689 Brède – 10.2.1755 Paris), bedeutender Staatstheoretiker der Aufklärung. Durch die Publikation der »Lettres persanes« (1721), eines satirischen Briefromans, der aus fingierter orientalischer Sicht die franz. Verhältnisse kritisiert, wurde M. schnell als geistreicher Aufklärer bekannt. Kennzeichnend für seinen Stil ist eine nüchterne hist. Betrachtungsweise, die er in seinen »Considerations sur les causes de la…

Montessori

(299 words)

Author(s): Berg, H.K.
[English Version] Montessori, Maria (31.8.1870 Chiaravalle, Ancona, Italien – 6.5.1952 Noordwijk-aan-Zee, Niederlande). Gegen manche Widerstände studierte M. als erste Frau Italiens Medizin. Philos., psychologische und erziehungswiss. Studien traten hinzu. Schon früh setzte sie sich öfftl. für die Rechte der Frauen ein. In ihrer Zeit als Assistenzärztin an einer psychiatrischen Klinik wuchs in ihr die Überzeugung, daß alle Kinder, auch die geistig behinderten, das Recht und die Fähigkeit zur Bildun…

Montessori-Pädagogik

(435 words)

Author(s): Berg, H.K.
[English Version] . Die M.-Päd. wurde in ihren Grundzügen in der 1.Hälfte des 20.Jh. von der italienischen Ärztin, Philosophin und Pädagogin M.Montessori entwickelt. Sie ist eines der schlüssigsten und nachhaltig wirksamsten reformpäd. Konzepte der Gegenwart. Montessoris Erziehungsidee basiert auf ihrer Anthropologie: Kinder müssen nicht erst nach dem Bild der Erwachsenen herangezogen werden (soziologisches Denkmodell von Erziehung), sondern ihnen ist eingegeben, was sie zur Entwicklung ihrer Pers…

Monteverdi

(280 words)

Author(s): Konold, W.
[English Version] Monteverdi, Claudio (15.5.1567 getauft in Cremona – 29.11.1643 Venedig), ital. Komponist, war bis 1590 in Cremona Schüler von Marc Antonio Ingegneri, danach bis 1612 Hofmusiker in Mantua (seit 1601 Kapellmeister), seit 1613 Kapellmeister an San Marco in Venedig. M.s frühe Werke, v.a. seine Madrigale und zahlreiche Werke der liturgischen Kirchenmusik, zeigen die polyphone a-capella-Tradition der Spätrenaissance. Früh übernahm M. die von der Florentiner Camerata angeregten neuen Pri…

Montfaucon

(211 words)

Author(s): Decot, R.
[English Version] Montfaucon, Bernard de (16.1.1655 Soulage – 21.12.1741 Paris), OSB (1676), Mauriner, Theologe und Editor patr. Schriften. Aus einer südfranz. Adelsfamilie stammend und bereits als Kind in die Wiss. eingeführt, diente er von 1672 bis 1674 beim Militär. Nachdem er der Benediktinerkongregation der Mauriner (Congrégation de S.Maur) beigetreten war, lebte er in verschiedenen Klöstern, bis er 1687 nach Paris kam, um an den Editionen der Kongregation mitzuarbeiten, v.a. an denen der griec…

Montferrat (Montferrand), Jeanne de

(21 words)

[English Version] Montferrat (Montferrand), Jeanne deLestonnac, Jeanne de

Montfortaner

(114 words)

Author(s): Eder, M.
[English Version] (Montfort-Missionare; Societas Mariae Montfortana, SMM), um 1710 in Poitiers von Louis-Marie Grignion de Montfort (hl., 1673–1716) als Priesterkongregation zur Stärkung des kath. Glaubens und Förderung der Marienverehrung gegründet. Erst durch Gabriel Deshayes (Generaloberer 1812–1841) fanden die M. größere Verbreitung; seit 1871 Missionsarbeit im Ausland (u.a. Haiti, Kolumbien). Heute sind die M. mit rund 1100 Mitgliedern in 35 Ländern vertreten (Stand: 2000; Generalat: Rom) un…

Montgelas

(138 words)

Author(s): Klueting, H.
[English Version] Montgelas, Maximilian Joseph (seit 1809 Graf; 10.9.1759 München – 14.6.1838 ebd.), Sohn eines bayerischen Generals savoyischer Herkunft. M. vf. 1789 den »Mémoire instructif sur les droits des ducs de Bavière en matière ecclésiastique« und 1796 die Ansbacher Denkschrift mit einem Reformprogramm für Bayern, dessen Politik er als Außenminister von 1799 bis 1817 (zeitweise auch Finanz- und Innenminister) bestimmte. Auf der Grundlage von Säkularisation und Mediatisierung begann mit M.' …
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