Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

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Moraltheologie, katholische

(1,521 words)

Author(s): Reiter, J.
[English Version] I. Begriff M. (lat. theologia moralis, »die theol. Lehre von der Sittlichkeit«), z.T. synonym gebraucht mit theol. Ethik (: V.), ist in der kath. Theol. die Wiss., die die Bedeutung des Glaubens für die richtige und gute Gestaltung des menschlichen Lebens reflektiert. Als Handlungswiss., die ein zugesagtes Können ergründet (Demmer), entwirft sie Ziel- und Leitvorstellungen umfassend geglückten Lebens, die sie unter konfliktgesch. Bedingungen argumentativ in Handlungsanweisungen mi…

Morato

(135 words)

Author(s): Campi, E.
[English Version] Morato, Olympia Fulvia (1526 Ferrara – 26.10.1555 Heidelberg), Humanistin und Dichterin. Unter Anleitung ihres dem Calvinismus zuneigenden Vaters und während der Studienzeit am Hofe der Este (1540–1548) gelangte sie zur souveränen Beherrschung der lat. wie der griech. Sprache und Lit. 1550 heiratete sie den in Ferrara promovierenden Schweinfurter Arzt Andreas Grundler und folgte ihm in seine Heimatstadt. Dort führte sie eine rege, u.a. von J.W.v.Goethe bewunderte Korrespondenz und …

Mord

(433 words)

Author(s): Erb, V.
[English Version] . Während M. im alltäglichen Sprachgebrauch häufig allg. die vorsätzliche Tötung eines Menschen bez., umfaßt der Begriff im juristischen Sinn nur bestimmte, vom Gesetzgeber als bes. gravierend eingestufte Fälle solcher Taten: Nach § 211 des dt. StGB (in ausländischen Rechtsordnungen finden sich begrifflich und inhaltlich abweichende Differenzierungen) liegt ein M. immer dann vor, wenn der Täter vorsätzlich einen Menschen tötet und dabei eines der in dieser Vorschrift angeführten …

More

(134 words)

Author(s): Carter, G.
[English Version] More, Hannah (2.2.1745 Stapleton, Avon, bei Bristol – 7.9.1833 Clifton), evangelikale Autorin und Philanthropin. M. besuchte eine von ihren Schwestern in Bristol gegründete Schule. Um 1773 kam sie in Kontakt mit dem lit. Kreis um S.Johnson, der auf die Veröff. ihrer Gedichte und Theaterstücke drängte. Später wurde sie der evangelikalen Clapham Sect zugeordnet, war doch J.Newton ihr wichtigster geistl. Berater. Neben ihren zahlreichen Veröff. gründete sie Schulen in Westengland sow…

Moreau

(136 words)

Author(s): Prange, R.
[English Version] Moreau, Gustave (6.4.1826 Paris – 18.4.1898 ebd.), studierte an der Ecole des Beaux-Arts (1846–1849); Bewunderer des Werks von Eugène Delacroix (1798–1863) und Théodore Chassériau (1819–1856); 1857–1859 Aufenthalt in Italien, dort Studium der Malerei des 15. Jh. und der byz. Mosaiken. Seit 1884 lehrte M. an der Ecole des Beaux-Arts. Zu seinen Schülern gehörten Georges Rouault (1871–1958) und H.Matisse. – Der einzelgängerische Künstler schuf in seinem eigenen Haus (heute M.-Museum)…

Morgan

(171 words)

Author(s): Walters, K.S.
[English Version] Morgan, Thomas (1680 bei Bridgewater, Somerset – 17.1.1743 London), zunächst presbyterianischer Prediger, dann Arzt und weniger bedeutender engl. Deist (Deismus), Vf. von »The Moral Philosopher, a Dialogue between Philalethes, Christian Deist, and Theophane, a Christian Jew« (3 Bde., 1737–1740). In der Tradition von J.Toland and M.Tindal argumentierte M., daß die »lex naturae«, die deistische Behauptung, es gebe einen Gott, der ein von Gesetzen regiertes und rationales Universum e…

Morgan

(221 words)

Author(s): Feeley-Harnik, G.
[English Version] Morgan, Lewis Henry (21.11.1818 Aurora, NY – 17.12.1881 Rochester, NY), amer. Ethnologe, einer der Begründer der vergleichenden Ethnologie, 1844–1862 zugleich Rechtsanwalt. M. dokumentierte gemeinsame semantische Muster in Verwandtschaftsbezeichnungen zunächst nordamer. Ureinwohner (insbes. der Irokesen; in den 50er Jahren), dann von Völkern weltweit (in den 60er Jahren). Dadurch etablierte er das Studium von Verwandtschaftssystemen und begründete die wiss. Anthropologie in den USA…

Morgengottesdienst

(22 words)

[English Version] MorgengottesdienstGottesdienst: II. Historisch, 7. Osten, a) Bis zur konstantinischen Wende, γ) Tageszeitengebet

Morgenland

(317 words)

Author(s): Anselm, R.
[English Version] . Der dt. Begriff M. verdankt sich einem Neologismus Luthers zu Mt 2,1 in der Bibelübers. von 1522: »Siehe, da kamen Weisen aus dem Morgenlande gen Jerusalem«. Als Äquivalent zu α᾿νατολη´/anatolē´ bzw. oriens (»[Sonnen-]Aufgang«) scheint der Terminus zunächst nur die aus der Antike bekannte Praxis ins Deutsche zu übertragen, Himmelsrichtungen entsprechend den Tageszeiten und dem dazu gehörigen Sonnenstand zu bez. M. charakterisiert in dieser Perspektive ein geographisches Gebiet im Osten des Betrachters, so …

Morgenländische Frauenmission

(134 words)

Author(s): Schäfer, K.
[English Version] . Angeregt durch ein engl. Vorbild entstand 1842 in Berlin der »Frauen-Verein für christl. Bildung des weiblichen Geschlechts im Morgenland«, kurz »M.F.« genannt. Der Aufruf an Frauen zur Teilnahme an der Mission führte in Kooperation mit einer brit. Mission 1846 zur ersten Aussendung einer Lehrerin nach Indien, stieß aber bei dt. Missionsgesellschaften zunächst auf Zurückhaltung. Ab 1863 kam es in Zusammenarbeit mit dt. Missionsgesellschaften zu Einsätzen von Lehrerinnen in Indi…

Morgenstern

(227 words)

Author(s): Gottschalk, J.
[English Version] Morgenstern, Christian Otto Josef Wolfgang (6.5.1871 München – 31.3.1914 Meran), Dichter, führte nach kurzem Studium der Nationalökonomie, Kunstgesch. und Archäologie ein »Wanderleben« u.a. im Dt. Reich, in Italien und der Schweiz, zu dem ihn ein Lungenleiden zwang, und war unregelmäßig u.a. als Feuilletonist, Lektor und Übers. tätig (z.B. von Werken H.Ibsens, den er 1898 in Norwegen traf). Neben kleiner Prosa und kleinen Dramen (Parodien, Grotesken, Aphorismen, Zeitschriftenkriti…

Moria

(336 words)

Author(s): Diebner, B.J.
[English Version] , hebr. מֹרֽיָּה/morijjāh, vermutlich fiktive Bez., in Gen 22,2 auf das Land bezogen, in dem Abraham seinen Sohn Isaak opfern soll, in 2Chr 3,2 auf den Jerusalemer Tempelberg, auf dem die »Tenne Ornans« war. Zur Relation der beiden Bezeugungen nimmt z.B. Westermann an, daß M. auf Grund von 2Chr zur Identifikation des Opferplatzes nachträglich in Gen 22 eingetragen sei, um den Bezug zum Jerusalemer Tempelberg zu erleichtern. Oft wird der Landesname in Gen 22 auf den Tempelberg bezoge…

Morija

(119 words)

Author(s): Ward, K.
[English Version] . Die Pariser Mission (ev.) begann ihre Arbeit 1833 in Lesotho. Sie gründete eine Reihe von Missionsstationen mit bibl. Namen: Hebron, Beersheba, Berea, Kana usw. M. war die erste und wichtigste. Sie wurde von Eugene Casalis gegründet und lag südwestlich von Thabo Bosiu. Die Missionsstation entwickelt sich zum Bildungszentrum der Kereke ea Evangeli Lesotho, die von der Pariser Missionsgesellschaft gegründet wurde. Zu dieser Bildungseinrichtung gehörten Schulen für Mädchen und Jun…

Mörike

(931 words)

Author(s): Essen, G. v.
[English Version] Mörike, Eduard (8.9.1804 Ludwigsburg – 4.6.1875 Stuttgart), dt. Lyriker und Erzähler. Nach dem Besuch des Seminars in Urach (1818–1822) erfuhr M. seine theol. Ausbildung im Tübinger Stift (Tübingen: II.), wo er mit Wilhelm Waiblinger Freundschaft schloß, dessen Gedichte er 1844 herausgab. Nach seinem 1826 abgelegten Examen war M. mehrere Jahre als Vikar tätig, bevor er 1834 eine Pfarrstelle in Cleversulzbach antrat. Zunehmende gesundheitliche Schwierigkeiten, v.a. aber verstärkte …

Morinus

(199 words)

Author(s): Bartelmus, R.
[English Version] (Morin), Johannes (Jean; 1591 Blois – 28.2.1659 Paris), unter dem Eindruck des Streits zw. Arminianern und Anhängern F.Gomarus' zum Katholizismus konvertierter Theologe und Philologe aus einer Hugenotten-Familie, zuletzt Oratorianer. M.' Forschungsschwerpunkte lagen in der Bibelwissenschaft (MT, LXX; samaritanischer Pentateuch) und in der Lehre von den Sakramenten. In der Kontroverse um die Inspirationslehre (Inspiration: III.) sah er in L.Capellus einen ref. Kronzeugen gegen die »…

Moritz

(318 words)

Author(s): Beutel, A.
[English Version] Moritz, Karl Philipp (15.9.1756 Hameln – 26.6.1793 Berlin), Schriftsteller und vielseitiger philos. Publizist, der die geistigen Antagonismen seiner Zeit paradigmatisch in sich vereinte. – Nach bedrückter, durch den separatistisch-quietistisch gesinnten Vater geprägter Kindheit brach M. eine 1768 begonnene Hutmacherlehre nach einem Suizidversuch 1770 ab; 1771 Gymnasium Hannover, ab 1776 mehrere fehlgeschlagene Versuche, Schauspieler zu werden; 1776 Studium der Theol. in Erfurt, 177…

Moritz

(436 words)

Author(s): Wartenberg, G.
[English Version] Moritz, Herzog von Sachsen, seit 1547 Kurfürst (21.5.1521 Freiberg – 11.7.1553 bei Sievershausen), zählt zu den prot. Fürsten des 16. Jh., die dynastische, territoriale und kirchenpolit. Ziele erfolgreich verbanden. An Herzog Georg (den Bärtigen) anknüpfend suchte er nach Regierungsantritt 1541 – stark beeinflußt von seinen Räten – Verbindungen zu den Habsburgern, mied den Schmalkaldischen Bund; die Distanz zu den Ernestinern verstärkend unterstützte er 1546/47 Karl V. und erhielt d…

Mörlin

(253 words)

Author(s): Scheible, H. | Beyer, M.
[English Version] , 1.Joachim (6.[8.?] 4.1514 Wittenberg – 23.[29.?]5.1571 Königsberg). Nach Schul- und Handwerksausbildung in Marburg, Konstanz und Coburg studierte M. ab 1532 in Wittenberg (1536 M.A.), wurde 1539 Diaconus an der Stadtkirche und 1540 Dr. theol., sodann als Superintendent nach Arnstadt berufen. Vom Landesherrn wegen seiner Strenge abgesetzt, wurde er 1544 Superintendent in Göttingen. 1550 wegen seines Widerstands gegen das Interim entlassen, fand er in Schleusingen Asyl und wurde…

Morling

(154 words)

Author(s): Hutchinson, M.
[English Version] Morling, George Henry (21.11.1891 Sydney, Australien – 8.4.1974 ebd.), baptistischer Theologe. An der Sydney University ausgebildet, lehrte M. seit 1915 am Victorian Baptist College und war einer der ersten, der an das 1916 neueröffnete New South Wales Baptist College übernommen wurde. Nach zwei kurzen Pastoraten folgte er dort Alexander Gordon in der Funktion des Prinzipals, die er bis 1960 ausübte (»Principal M.«). An seiner alma mater lehrte er zudem Kirchengesch. Indem M. eine …

Mormonen

(1,182 words)

Author(s): Hansen, K.
[English Version] . Die M. entstanden in den 20er Jahren des 19.Jh. im Westen des US-Bundesstaat New York während einer Zeit rel. Erweckungen in dieser Region. Dort veröff. J.Smith, nachdem ihm in Visionen der »Engel Moroni« erschienen war, »Das Buch Mormon« (1830). Das Buch, das als Begleitbuch zur Bibel gedacht war, stellte einen Bericht über die rel. Gesch. der frühen Amerikaner als Fortsetzung der bibl. Gesch. dar, die von Smith und seinen Zeitgenossen »Indianer« genannt wurden. Kurze Zeit spä…
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