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Your search for 'dc_creator:( "Gareis, Iris" ) OR dc_contributor:( "Gareis, Iris" )' returned 31 results. Modify search

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Reziprozität

(711 words)

Author(s): Gareis, Iris
R. im Sinne von »Wechselseitigkeit« (von lat. reciprocare, »zurückwenden«) ist eng mit dem Begriff der Gabe verbunden. Epochenübergreifend findet sich die Erwartung, dass eine Gabe eine Gegengabe nach sich zieht. R. muss dabei jedoch nicht eine objektiv gleichwertige Gabe bedeuten. Der Wert des erwiderten Geschenks ist vielmehr kulturabhängig und kann außerdem in verschiedenen histor. Epochen unterschiedlich festgelegt sein. Deshalb erscheinen R.-Verhältnisse anderer Kulturen oder Epochen oft asymmetrisch, kön…
Date: 2019-11-19

Ritual

(2,590 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. BegriffDas Wort R. leitet sich von dem lat. Begriff ritus (»kultischer/relig. Brauch«) her. Er bezeichnet eine Abfolge von Handlungen, die i. Allg. nach einer weitgehend festgelegten Ordnung auszuführen sind. R. und Ritus überschneiden sich im heutigen Sprachgebrauch häufig, sind jedoch nicht identisch. Während sich der Begriff R. auf den Ablauf einer komplexen Handlungssequenz bezieht, kann ein Ritus sowohl mehrere als auch nur eine einzige rituelle Handlung bezeichnen. In den christl. Kirchen meint R. außerdem die Ordnung für den Ablauf des Gottesdienstes, etwa das im …
Date: 2019-11-19

Gabe

(699 words)

Author(s): Gareis, Iris
Der Begriff G. umfasst zwei Bedeutungsebenen: Im figurativen Sinn bezeichnet G. eine Fähigkeit, die auf Veranlagung beruht, wie z. B. die G. der Redegewandtheit. Im Wortsinn bedeutet G. etwas, das gegeben wird. In dieser Bedeutung ist die G. ein kulturübergreifendes Phänomen. Im religiösen Bereich richtet sich die G. als Opfer an die göttliche Sphäre und wird i. Allg. als Erwiderung einer G. verstanden, die den Gläubigen bereits zuteil wurde. Im Unterschied zum Geschenk, das keine Gegenleistung vom Beschenkten fordert, verpflichtet der Empfang einer G. zur Gegen-G. Somit i…
Date: 2019-11-19

Segregation

(1,332 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff und StadtgliederungDer Begriff S. (von lat. segregare, »absondern«, »trennen«) bezieht sich im heutigen Sprachgebrauch bes. auf die räumliche und soziale Absonderung bzw. Abtrennung von bestimmten Gruppen aus der Gesamt- Gesellschaft (vgl. Ausgrenzung). Im engl. Sprachraum meint S. häufig eine Rassentrennung, die noch die polit. Trennung verschiedener sozialer Gruppen hinzufügt [8]. In der räumlichen Gliederung von frühnzl. Städten traten Tendenzen zur S. deutlich hervor. So waren manche Stadtviertel bestimmten Berufen oder sozialen Schichten vorbehal…
Date: 2019-11-19

Reinheit

(915 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. AllgemeinDer Begriff R. wird universell verwendet, doch ist sein semantisches Feld kulturspezifisch gebunden. Je nach Kontext bezeichnet das Wort unterschiedliche Formen der R. Im Wortsinn bedeutet es Sauberkeit, etwa der Kleidung oder von Objekten. Im Kontext moderner Hygiene-Vorstellungen, die verstärkt im 19. Jh. aufkamen (vgl. Baden), meint R. bes. Keimfreiheit. Im übertragenen Sinn spielt der Begriff als rituelle oder spirituelle R. in den meisten Religionen eine bedeutende Rolle, weshalb vor relig. Handlungen häufig Purifikationsrituale vorgeschriebe…
Date: 2019-11-19

Männerbund

(778 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. BegriffDer Begriff M. trat erstmals 1790 im Titel eines Trauerspiels des evang. Theologen und Dichters Johann Heinrich Zschokke auf ( Graf Monaldeschi oder M. und Weibermuth) [5. 53]. In den 1820er Jahren gründeten Angehörige der frühen Burschenschafts-Bewegung im schweizer. Exil den geheimen »Männer- und Jünglingsbund« [3. 31]. Größere Relevanz kommt dem im dt.sprachigen Raum geprägten Begriff M. seit Beginn des 20. Jh.s zu. Eine erste umfassende Untersuchung indigener, außereurop. M. lieferte der Ethnologe Heinrich Schurtz, der die angeblich größere Befähigung v…
Date: 2019-11-19

Übernatürliche Welt

(2,261 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff, AllgemeinesDer Begriff der Ü.W. erschließt sich als Gegenpol zur natürlichen, d. h. der sichtbaren und materiell fassbaren W., in der sich das Leben der Menschen abspielt. Vorstellungen von einer parallel zu dieser existierenden Ü.W. sind kultur- und epochenübergreifend vorhanden. Eng mit den jeweiligen relig. Anschauungen verbunden, wird die Ü.W. als Sitz von Gott(heiten) und Geistern betrachtet, mit dem Jenseits oder auch mit Himmel und Hölle assoziiert. In der europ. Nz. bestand neben der christl. Auffassung von Himmel und Hölle auch die …
Date: 2019-11-19

Schamanismus

(1,620 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. BegriffSch. leitet sich von dem Wort šaman ab, das im 17. Jh. von russ. Reisenden bei den Tungusen in Sibirien aufgenommen wurde. Unbekannten Ursprungs, bezeichnete es dort eine Person, die Geistwesen beherrscht, und spielte somit auf die Hilfsgeister an, mit denen Schamanen während der rituellen Ekstase in Kontakt traten [10. 431]. Nachdem die Missionare und Reisenden der Frühen Nz. den Begriff häufig mit Teufelsanbetung, Zauberei oder auch Scharlatanerie gleichgesetzt hatten (Missionsbericht 3.), schliff sich die Bedeutung im Verlauf des 2…
Date: 2019-11-19

Haar

(840 words)

Author(s): Gareis, Iris
Menschliches H., bes. das Haupt-H., spielt epochen- und kulturübergreifend im sozialen und im religiös-kultischen Bereich eine wichtige Rolle. Als tastempfindliche, fadenförmige Haut-Derivate sind H. mit ihrem Träger verbunden, können aber auf vielfältige Weise manipuliert, frisiert, gefärbt oder geschnitten werden. Vom Körper getrennt, konserviert sich H. über Jahrhunderte und lässt sich u. a. zu Perücken oder Schmuck verarbeiten. Als äußerlich sichtbares Zeichen kann H. seine Träger durch den Schnitt, die Farbe, die Frisur u.Ä. als …
Date: 2019-11-19

Initiation

(707 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. AllgemeinAbgeleitet aus dem lat. initiare (»einführen«, »einweihen«), meint der epochen- und kulturübergreifende Begriff I. die Einführung in ein Amt oder die Zulassung zu einem sozialen Status bzw. einer Gruppe und bezeichnet zugleich das I.- Ritual bzw. die Gesamtheit der I.-Riten (Ritual). Häufig wird I. als Synonym für Übergangsriten verwendet, jedoch überschneiden sich die Begriffe nur teilweise.In der Wissenschaft fanden seit dem ausgehenden 19. Jh. bes. die I.-Riten indigener und außereurop. Völker Beachtung. Die Forschung konzentrierte sic…
Date: 2019-11-19

Kannibalismus

(1,266 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Begriff und GrundlagenDer Begriff K., 1492 bei seiner ersten Amerikareise von Kolumbus geprägt, ist das nzl. Pendant zum älteren Wort Anthropophagie (von griech. ánthrōpos, »Mensch«, und phageín, »essen«). Beide bezeichneten in der Nz. den Verzehr von Menschenfleisch. Man unterscheidet in der wiss. Literatur zwischen Endo- und Exo-K., wobei im ersten Fall Mitglieder der eigenen, im zweiten Fall Menschen anderer Gruppen verzehrt werden. Bei verbürgten Fällen von Endo-K. in rezenten indigenen Gesellschaften Südamerikas h…
Date: 2019-11-19

Infertility

(778 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. The conceptThe term infertility is defined as a state without fertility, that is, as its opposite. Infertility has had negative connotations in all cultures and all historical eras. In the case of living creatures, it denotes the inability to inseminate and procreate. In the case of the earth, the term indicates the sterility of the soil or other problems that interfere with the germination and growth of plants [2. 1314 f.]. In a figurative sense, we speak, for example, of infertile ideas [3]. As a result of cooling during the Little Ice Age, there were many infertil…
Date: 2019-10-14

Fertility rites

(780 words)

Author(s): Gareis, Iris
Fertility rites are ritual actions of many different kinds that aim to improve the fertility of plants, animals, or people. They are attested in many periods and a great many different regions, and their universal distribution is explained by the immense importance to human existence of fertility in plants and other living things. They played a key role in the preindustrial agrarian societies of the early modern period, particularly when climate change at the onset of the so-called Little Ice Ag…
Date: 2019-10-14

Frontier worker

(905 words)

Author(s): Gareis, Iris
In its lexical meaning and as a legal term, frontier worker denotes a person living in a border region whose workplace is across the border. In a broader sense, the term refers to those who cross boundaries between different spheres - between disciplines, artistic genres, and most of all, between cultures. In this sense, the generally neutral tone of frontier worker shades toward that of the primarily negatively connoted  renegade. In the military context, renegades were associated with desertion, and thus with treason. Cultural renegades and frontier runners …
Date: 2019-10-14

Hair

(926 words)

Author(s): Gareis, Iris
Through all ages and cultures, human hair - particularly that on the head - has played an important role in social and religious or cultic spheres. As a derivative of skin, threadlike and sensitive to touch, hair is attached to its owner but can be styled, dyed, or colored in many different ways. When separated from the body, hair survives for centuries, and can be worked into wigs or decorations. As an outwardly visible sign, hair can define its wearer through its cut, color, style, etcetera, as a member of a particular age group, social grouping, or religious or political affiliation.During…
Date: 2019-10-14

Cannibalism

(1,351 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. Term and background The term cannibalism, which Columbus coined in 1492 on his first American voyage, is the early modern equivalent to the older word ‘anthropophagy’ (from Greek ánthrōpos, ‘person’, and phageín, ‘to eat’). In the early modern period, both denoted the consumption of human flesh. The scholarly literature distinguishes between endocannibalism and exocannibalism, the former being the eating of members of one’s own group, the latter of other groups. Authenticated cases of endocannibalism in recent indigenous so…
Date: 2019-10-14

Mentality

(2,033 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. ConceptThe word “mentality” comes from the French  mentalité, in turn derived from the Latin mens (“mind”, “way of thinking”). As a scholarly term, mentality denotes the ensemble of dispositions, attitudes, and ways of thinking that underlie the normal, habitual actions and behaviors of a collective at a particular time [7. 476]; [8. XXI]; [1. 18]. Mentalities are invariably time-bound and subject to historical change. These are thus not closed systems, but complexes of elements interacting with other mentalities, intellectual trends, etc. [22. 73].Mentalities are always …
Date: 2019-10-14

Gift

(710 words)

Author(s): Gareis, Iris
The word  gift has two meanings. In the figurative sense, it denotes a skill based on a natural aptitude, such as the gift of eloquence. In the literal sense, it means something that is given. In the latter sense, gifts are a cross-cultural phenomenon. In the religious sphere, a gift in the form of a sacrifice is directed toward the sphere of the divine and is generally understood as a response to a gift already bestowed on the believers. A gift may be unconditional or may imply and require reciprocity (this distinction is reflected in German usage, where Schenkung is an unconditional donat…
Date: 2019-10-14

Initiation

(774 words)

Author(s): Gareis, Iris
1. GeneralThe concept of initiation is common to all eras and cultures. Derived from the Latin verb initiare (“introduce,” “induct”), it denotes induction into an office or admission to a social status or a group. It denotes both an initiation ritual and the totality of initiation rites (Ritual). It is often used as a synonym for rites of passage, but the terms overlap only partially.Since the late 19th century, the initiation rites of indigenous and non-European peoples have especially interested scholars. Research has therefore concentrated on initiatio…
Date: 2019-10-14

Alterity

(749 words)

Author(s): Gareis, Iris
The word  “alterity” denotes otherness, usually understood as cultural otherness and/or foreignness. As a term of art, alterity appeared only recently in     anthropological and historical discussion; it has taken on increased importance since the 1980s, although the process began in philosophy as early as the 1960s. The term plays a central role in postmodern theory, where it is understood as radical otherness and is discussed especially as a problem of the perception and representation of the Other. As the cou…
Date: 2019-10-14
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