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Your search for 'dc_creator:( "Lucassen, Leo" ) OR dc_contributor:( "Lucassen, Leo" )' returned 31 results. Modify search

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Temporäre Migration

(1,098 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. Allgemein Im Gegensatz zur dauerhaften ist bei der T. M. die Rückkehr nach einer Abwesenheit von der Heimat fest eingeplant. Dabei unterscheidet man für die Nz. zwischen zwei Formen von Migranten: denjenigen, deren Arbeit eine mehrjährige Abwesenheit erforderten und solchen, die nur in einem Teil des Jahres abwesend waren und den Rest mit Arbeit auf ihrer eigenen – in der Regel klein- oder unterbäuerlichen – Landwirtschaft verbrachten. Im Folgenden geht es um die erste Gruppe (zur zweiten Gruppe vgl. Arbeitsmigration; S…

Siedlungsmigration, innereuropäische

(626 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
In Westeuropa ist schon in der Periode vom 11. bis zum 13. Jh. eine starke Zunahme der Mobilität agrarischer Bevölkerungsgruppen zu erkennen, die sich in zwei Formen vollzog. Zum einen führte die wachsende Produktivität der Landwirtschaft zu einer Welle von Neugründungen von Städten und zur raschen Bevölkerungszunahme bereits bestehender Städte (Urbanisierung; Land-Stadt-Wanderung). Dieses Wachstum beruhte v. a. auf der Zuwanderung von Dorfbewohnern, die in den Städten größere persönliche Freiheit und eine Befreiung von feudalen Verpflic…

Glaubensflüchtlinge

(1,937 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. Begriff Menschen können aus verschiedenen Gründen zur unfreiwilligen Auswanderung oder Flucht gezwungen werden ( Emigration): aufgrund ihres Glaubens bzw. ihrer ideologischen Einstellung, aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen ( Verschleppung). Das Glaubensbekenntnis führte in der Nz. dort zu erzwungener Emigration, wo Menschen sich weigerten, zu der vom Staat gewünschten oder vorgeschriebenen Religion überzutreten, oder wo sie dem Erfolg einer solchen geforderten Konversion nicht trauten und somit ein normales Leben nicht mehr möglich schien.…

Arbeitsmigration

(1,980 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. Begriff A. ist eine Form von Mobilität, bei der Migranten oder Wanderer die frei getroffene (im Gegensatz zur Zwangsmigration), primär wirtschaftlich motivierte (im Gegensatz zu Glaubensflüchtlingen) Absicht verfolgen, vorübergehend (im Gegensatz zur permanenten Auswanderung: Emigration) an einem anderen Ort zu arbeiten, und zwar in der Regel nicht ununterbrochen für mehrere Jahre, wie Soldaten, Matrosen, Dienstboten und viele Gesellen (Migration, temporäre), sondern für kürzere Perioden. Meist handelt es sich um jährlich wiederkehrende saisonale Migration. Daz…

Indentured Labour

(806 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
Eine große Zahl verarmter europ. Arbeiter, die im 17. und 18. Jh. ihr Glück in Nordamerika suchen wollten, verfügte nicht über ausreichende Mittel dafür (Emigration). Ein häufig genutzter Ausweg war indentured servitude (engl.; »Vertragsknechtschaft«) bzw. I. L. ( »vertragsgebundene Arbeit«). Diese Praxis, sich aufgrund eines freiwilligen, befristeten Vertrags als Knecht oder Arbeiter mit stark eingeschränkten Persönlichkeitsrechten zu verdingen, wurde von manchen Rechtssystemen, bes. dem englischen, gestattet ( Arbeitsrecht). Die Entschädigung konnte aus e…

Wanderarbeit

(1,111 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. Definition Wanderarbeiter (= W.er) verkörperten in der Nz. einen Typus mobiler Arbeitskräfte, die aufgrund freier und primär wirtschaftlich motivierter Entscheidung vorübergehend an einem anderen Ort als ihrem ständigen Wohnsitz tätig waren, meist kürzer als ein Jahr ( Arbeitsmigration). Ihre temporäre Migration erforderte spezifische Regelungen mit den zurückbleibenden Haushaltsangehörigen, mit den Mitwanderern, manchmal mit der gesamten (ländlichen) Herkunftsgemeinde. Die Wandersaison in der Landwirtschaft (v. a. in Ernte-Zeiten) wie auch in jenen G…

Uskoken

(802 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
Die U. (kroat. für » Flüchtlinge«, abgeleitet vom Verb für »(hin)einspringen«) waren eine kath. Volksgruppe im nördl. Balkan. Sie waren ihrer Herkunft nach Flüchtlinge aus den von der osman. Expansion betroffenen ehemals christl. Balkangebieten. Sie zählten in der Frühen Nz. zu den Gruppen, die – vergleichbar den Freibeutern – z. T. im Auftrag einer Staatsmacht Menschenraub betrieben und ihre Opfer (wie diejenigen von Kriegsgefangenschaft und Piraterie) der Zwangsmigration aussetzten. Die Gefangenen wurden dabei entweder gegen ein Lösegeld repatriiert oder i…

Einwanderung

(2,006 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. Definition Unter E. (Immigration, Zuwanderung) versteht man die Niederlassung von Personen oder Gruppen an einem neuen Wohnort. Während E. im modernen Sprachgebrauch in der Regel auf das Überschreiten von Staatsgrenzen verweist, hat der Begriff in der Frühen Nz. v. a. lokale Bedeutung. Dabei ist zwischen der E. in Städte und in ländliche Regionen zu unterscheiden. Im nzl. Europa war geographische Mobilität eng mit Prozessen der Urbanisierung verbunden. Die unterschiedlichen Migrationsmuster wie auch deren geographische, soziale und geschlechtsspezifische Asp…

Emigration

(1,598 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. Begriff E. bezeichnet eine Form der Mobilität, die aus freiem Entschluss (im Gegensatz zur Verschleppung oder Zwangsmigration) und primär wirtschaftlichen Motiven (im Gegensatz zu glaubensbedingten Fluchtbewegungen; vgl. Glaubensflüchtlinge; Exil) erfolgt und bei der die Migranten bzw. Auswanderer die Absicht haben, sich andernorts dauerhaft (im Gegensatz zur Arbeitsmigration) niederzulassen. Je nach Zielregion kann man dabei zwischen Wanderungsbewegungen aus Europa in andere Kontinente (wozu a…

Otchodniki

(724 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
Der russ. Begriff O. (wörtlich »Abreisende«) bezeichnete im Kontext der Leibeigenschaft (die in Russland per Gesetz erst 1861 abgeschafft wurde) Menschen, die für einen festgelegten Zeitraum (in der Regel zwischen einem und vier Monaten) das Gut, an das sie gebunden waren, verlassen konnten, um an einem anderen Ort zu arbeiten. Dafür erhielten sie von ihrem Gutsherrn einen Pass [4. 335]. Die Leibeigenschaft verhinderte zwar generell die geographische Mobilität, doch bedeutete diese befristete Form der Migration eine Ausnahme (vgl. Leibeigenschaft 4.). Aus verschiede…

Pressgangsystem

(917 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
Das P. war eine nzl. Form der militärischen Rekrutierung, bei dem freie Männer gewaltsam zum Dienst in der Kriegsmarine verpflichtet wurden. Gleichzeitig bedeutete es eine Form der Zwangsmigration sowie der längerfristigen temporären Migration. Das P. (von engl. press gang, etwa ›Presspatrouille‹) entstand im Zuge der Ablösung der Söldner-Armeen durch stehende Heere, die zwischen etwa 1650 und 1800 stattfand (Heeresreformen). In den stehenden Heeren der europ. Nz. wurde die Mehrzahl der Soldaten wie auch der Seeleute auf den Kriegsschiffen als freie Individuen (…

Fahrendes Volk

(731 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
Hinter dem Begriff F. V. verbirgt sich eine große Vielfalt von Gruppen und Tätigkeiten. Im Wesentlichen bezieht er sich auf Migranten, die als ambulante Geschäftsleute in einer bestimmten Region (nicht selten auch innerhalb eines Landes) umherzogen, um ihre Waren und Dienstleistungen anzubieten. Wie ein Großteil der Migranten (oft auch als Vaganten bezeichnet) kamen die meisten von ihnen aus ärmeren Gebieten, z. B. aus Gebirgsregionen, in denen es nicht genügend Erwerbsmöglichkeiten gab, sodass das Einkommen durch Wanderarbeit ergänzt wurde ( Arbeitsmigration) [1]; [2]; [6]…

Millet

(888 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
Der Begriff M. (von arab. milla, »Glaubensgemeinschaft«) bezeichnete im Osmanischen Reich religiöse Gruppen von Nicht-Muslimen [1. 69]. Er ist erstmals im 17. Jh. in Aleppo belegt und bezog sich auf Gemeinschaften von Christen und Juden, die zwar keine osman. Untertanen waren, aber zeitweilig im Osman. Reich lebten, meist als Kaufleute. In diesem Sinne ähnelte der Begriff M. dem im frühnzl. Westeuropa üblichen Begriff der nationes (vgl. Kaufmannsniederlassung). Juden und Christen lebten bereits seit Beginn der Nz. im osman. Staat, wo sie als religiöse Minderheiten eine unte…

Land-Stadt-Wanderung

(1,475 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. Urbanisierung und Stadtentwicklung Im frühnzl. Europa hatten Städte v. a. aus wirtschaftlichen Gründen (s. u. 2.) außerordentliche Anziehungskraft auf Migranten. Hier lebten im Zuge der Urbanisierung ab 1500 relativ und absolut immer mehr Menschen, und hier herrschte bis ins 18. Jh. zudem eine hohe Mortalitäts-Rate, sodass eine dauerhafte Einwanderung notwendig war, um die Einwohnerzahlen stabil zu halten. Obwohl Städte überall in Europa wuchsen, verlief die Urbanisierung zeitlich und räumlich sehr ungleichmäßig (vgl. Bevölkerung, mit Karten). Um 1500 lag der…

Immigration

(2,026 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. Definition Immigration means the settlement of individuals or groups in a new place of residence. In modern usage, immigration usually suggests crossing international borders, but in the early modern period the term had primarily local meaning. A distinction must be made between urban and rural immigration. In early modern Europe, geographical mobility was closely associated with processes of urbanization. The various patterns of migration together with their geographical, social, an…
Date: 2019-03-20

Emigration

(1,559 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. ConceptEmigration is a form of mobility that takes place by voluntary decision (unlike abduction [Slave abduction] or forced migration) and for primarily economic reasons (unlike conscientious refugee movements; cf. Refugees of conscience; Exile), and in which the migrant or emigré intends to settle elsewhere permanently (unlike occupational migration). Depending on destination, distinctions can be drawn between migrations from Europe to other continents (including colonial migration; Immigrat…
Date: 2019-03-20

Indentured labor

(817 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
Many of the impoverished laborers in Europe who wanted to try their luck in North American in the 17th and 18th centuries did not have sufficient means to do so (Emigration). One of the more common expedients was indentured servitude or indentured labor. Some legal systems, in particular in England, allowed for the practice of indentured servitude or labor, in which individuals contracted voluntarily to serve for a term with severely restricted personal rights (Personality, right of) in return f…
Date: 2019-03-20

Career migration

(1,198 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
1. Concept Already by the early modern period, key institutions like the State, University, and church (Church) relied on highly specialized “migrants” recruited in an international marketplace. For most of them, relocating was an inescapable condition of their careers, so that this particular form of Emigration is called institutional career migration. Depending on the particular institution involved, a state, academic, or ecclesiastical career for scholars, professors, clergy, civil servants, an…
Date: 2019-03-20

Itinerancy

(711 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo
A great many groups and activities come under the category of itinerancy. In essence, itinerants were migrants moving into a particular region as traveling tradespeople intending to sell their wares and services. Like most migrants (or vagrants, as they were often called), they tended to come from poorer regions, such as mountainous areas, where opportunities for employment were insufficient and it was necessary to augment income by traveling away to work (Occupational migration) [1]; [2]; [6].A distinction can be drawn between itinerants who traveled without their fa…
Date: 2019-03-20

Janitscharen

(1,468 words)

Author(s): Lucassen, Jan | Lucassen, Leo | Siegert, Christine
1. Allgemein Die Expansionen des Osmanischen Reiches im 15. Jh., deren Höhepunkt die Eroberung Konstantinopels 1453 darstellte, waren eng mit dem Prozess der Heeresbildung verbunden. Eine der wichtigen Innovationen war dabei die Schaffung eines stehenden Heers. Während sich die meisten frühnzl. Staaten fast ausschließlich auf kurzfristig angeworbene Söldner stützten, schufen die Ottomanen eine ständige Armee. Eine der wichtigsten und meistgefürchteten Abteilungen waren die J. (türk. yeniçeri, »neue Truppe«), eine Elitetruppe des Sultans. Anfangs wurden deren…
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