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Your search for 'dc_creator:( "Schmale, Wolfgang" ) OR dc_contributor:( "Schmale, Wolfgang" )' returned 17 results. Modify search

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Konsumgesellschaft

(2,034 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. Begriff und ForschungDer Begriff K. wurde in den 1980er Jahren in die Wirtschafts- und Sozial-, später auch in die Kulturgeschichte eingeführt. Die stark ansteigende Produktion und Konsumtion von Gütern im engl. 18. Jh. wurden als Entstehung einer K. in England gedeutet [10]; ähnlich wurde in Bezug auf das österr. 18. und 19. Jh. argumentiert [13]. Seitdem hat sich die wiss. Debatte in zwei Richtungen fortgesetzt: Zum einen werden die Anfänge der K. im Italien der Renaissance und in den Niederlanden des 16./17. Jh.s gesehen [6]; [14], zum anderen wird das Kriterium der indu…
Date: 2019-11-19

Revolte

(2,235 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. BegriffAls Begriff der Quellen wie der Forschung deckt R. ein breites, nicht genau definiertes Spektrum von Widerstand gegen unterschiedliche Formen und Typen von Herrschaftsausübung ab. Die Grenzen zu Protest, Unruhe ( Bürgerunruhen, Lebensmittelunruhen; Hungerkrisen und -revolten, Aufstände oder gar Revolution und Krieg ( Bauernkrieg) waren fließend.In der Nz. gab es eine Vielfalt von Bezeichnungen für unbotmäßiges Verhalten der einer Herrschaft unterworfenen Untertanen (lat. subiecti, franz. sujets, engl. subjects): Nebeneinander finden sich »Aufruhr«, »Empöru…
Date: 2019-11-19

Ungleichheit

(3,182 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. Stand und RangDie nzl. Gesellschaft war wesentlich von U. geprägt. U.en entstehen im gesellschaftlichen Kontext und Alltag geradezu zwangsläufig, selbst wenn wie heute in der Europ. Union Diskriminierung aller Art verboten und Gleichheits- sowie Gleichbehandlungsgrundsätze als Gesetzesnorm festgeschrieben werden. In der Nz. entstand U. nicht nur bei sozialen, wirtschaftlichen oder konfessionellen Interaktionen; sie war vielmehr integraler Bestandteil der Gesellschaftsordnung und des Rechts.Im Kern beruhte U. auf der Annahme einer geburtsständischen Unterscheidu…
Date: 2019-11-19

Soziale Konflikte

(1,764 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. Begriff »S. K.« kommt in den nzl. Quellen nicht als Begriff vor, sondern ist eine wiss. Interpretation bestimmter histor. Vorkommnisse. In Anlehnung an die K.-Soziologie [6], aus der der Begriff stammt, wurde vorgeschlagen, S. K. als »generelle Kennzeichnung manifester Interessendivergenzen zwischen verschiedenen sozialen (= soz.) Gruppen« anzusehen [15. 298]. Unter »soz. Gruppen« sind im konkreten Fall sehr verschiedene Konstellationen zu verstehen. In der Ständegesellschaft sind dies die drei Hauptstände Klerus, Adel, Dritter (und »Vierter«) Stand, die sic…
Date: 2019-11-19

Gesellschaftsmetaphorik

(2,154 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. Metaphern der gesellschaftlichen EinheitMetaphern (= Met.) wurden in der Nz. eingesetzt, um die Einheit der Gesellschaft darzulegen oder um (vermeintliche) Wesensmerkmale einzelner Stände bzw. gesellschaftlicher Gruppen zu verdeutlichen. Die Einheit von Gesellschaft und politischem Gemeinwesen wurde im Wesentlichen durch Körper-Met. und Allegorien (s. u. 2.) dargestellt. Dabei konnte sowohl auf Schriften der Antike – insbes. des Aristoteles, Platon und Livius (2, 32), des Hl. Paulus (z. B. Korinther-Briefe) …
Date: 2019-11-19

Masse

(1,008 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. Begriffs- und ForschungsgeschichteBerühmt geworden ist der soziale Begriff der M. im Zusammenhang der Levée en masse in der Französischen Revolution: Am 23. 8. 1793 beschloss der Konvent, alle unverheirateten bzw. verwitweten Männer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren zum Wehrdienst einzuziehen. Zusammen mit anderen Rekrutierungs-Maßnahmen wurden auf diese Weise bis Mitte 1794 rund 800 000 Männer zum Kriegsdienst eingezogen.Die Riesenarmee als M. wurde zu einem der Sinnbilder, die man im 19. und 20. Jh. für das Agieren von »M. in der Geschichte« au…
Date: 2019-11-19

Höfische Gesellschaft

(1,590 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. BegriffDer Begriff H. G. wurde von Norbert Elias definitiv eingeführt. Sein Buch Die Höfische Gesellschaft (1933/1969 [6]) übte maßgeblichen Einfluss auf die Erforschung der nzl. Gesellschaft aus. Es definierte H. G. wie folgt: »Individuen werden auf einer bestimmten Entwicklungsstufe europ. Gesellschaften in der Form von Höfen zusammengebunden und erhalten dadurch ein spezifisches Gepräge« [5. 66]. Elias ordnete diese Gesellschaftsfiguration – er benutzte den Begriff der Figuration bevorzugt und vermied den des Systems – strukturgeschichtlich …
Date: 2019-11-19

Lebensmittelunruhen

(1,037 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. England, Frankreich, DeutschlandL. waren in der Nz. eng an tatsächliche Hungerkrisen, z. T. aber auch an Gerüchte und deren Folgen gebunden. Im Kern handelte es sich zumeist um Brot-Aufstände; L. drehten sich jedoch auch allgemein um Teuerungen (Teuerungsaufstände) oder Verknappungen verschiedener Lebensmittel ( Ernährung). Solche Unruhen gehörten bis zu einem gewissen Grad zum nzl. Alltag, auch wenn zwischen den einzelnen Großregionen wie England, Frankreich und Deutschland (Altes Reich) erhebliche Unterschiede bestanden. Für Frankreic…
Date: 2019-11-19

Mittwochgesellschaft

(746 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. Begriff und Ziele»Die Mitglieder hatten bloß eine vernünftige Unterhaltung über interessante und bes. wiss. Gegenstände zum Zwecke, um durch freundschaftlichen Gedankenwechsel sich wechselseitig den Geist aufzuklären … Alle Mitglieder waren ächte Menschenfreunde« [2. 96]. Diese zeitgenössische Beschreibung der Berliner M. (1783–1798) [5], die auch als »Privatgesellschaft von Freunden der Gelehrsamkeit« oder »Gesellschaft von Freunden der Aufklärung« [1] bezeichnet wurde, klingt geradezu philanthropisch. Tatsächlich dienten die M. und ähnliche mehr …
Date: 2019-11-19

Gesellschaft

(7,703 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. Allgemeine Charakterisierung der neuzeitlichen Gesellschaft 1.1. ModelleDie nzl. europ. G. wurde wesentlich durch zwei aufeinanderfolgende hegemoniale Modelle geprägt: die Ständegesellschaft und die bürgerliche Gesellschaft. Diese setzten sich in ganz Europa durch, auch wenn es faktisch zahllose Spielarten gab. Reste der Stände-G. haben sich bis heute z. B. in Form der Standesvertretungen erhalten. Generell etablierte sich jedoch an ihrer Stelle nach 1750 schrittweise (oder revolutionär angetrieben wie in Frankreic…
Date: 2019-11-19

Bürgerliche Gesellschaft

(2,105 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. Französische Revolution und Bürgerliche Gesellschaft»Was ist der Dritte Stand? Alles. Was ist er bisher in der politischen Ordnung gewesen? Nichts. Was will er? In der politischen Ordnung etwas werden« [2]. Die griffigen Formulierungen des Abbé Sieyès in seinem politischen Pamphlet Was ist der Dritte Stand? (1789) können als Gründungsmanifest der B. G. und der revolutionären Beseitigung der Ständegesellschaft angesehen werden. Sehr viel mehr als die früheren sog. bürgerlichen Revolutionen (Niederlande 16. Jh., England 17. Jh.) sind die ersten Jahre der Französischen Re…
Date: 2019-11-19

Feudalgesellschaft

(2,154 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang
1. Begriffs- und ForschungsgeschichteDie frühnzl. Gesellschaft bezeichnete sich selbst nicht als feudal oder als F., sondern als Ständegesellschaft. Das Etikett der F. erhielt sie in der Französischen Revolution; es diente dazu, den Bruch mit der Gesellschaft des Ancien Régime zu charakterisieren [6]. F. stellte den polemisch-ideologischen Gegenbegriff der Revolution zur bürgerlichen Gesellschaft dar, die die F. ablösen sollte (vgl. Abb. 1). In der Geschichtswissenschaft erhielt der Begriff F. durch die Studie des franz. Historikers Marc Bloch über die Société féodale (19…
Date: 2019-11-19

Soziale Frage

(1,689 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang | Ehmer, Josef
1. DefinitionDer Begriff der S. F. entstand im polit. Diskurs des Vormärz (1830er Jahre), wobei der dt. S. F. die franz. question sociale zeitlich vorausging. Er bezeichnet eine neue Wahrnehmung von Massen- Armut und von armen bzw. armutsgefährdeten sozialen (= soz.) Gruppen, deren Existenz und Lebensbedingungen nun als Bedrohung der soz. Kohäsion der Gesellschaft und ihrer polit. und moralischen Ordnung erschienen [2. 17]. Der Begriff steht damit im Zusammenhang mit den »soz. und polit. Konsequenzen einer allmählichen Transformation der ständisch-absolu…
Date: 2019-11-19

Widerstand

(4,724 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang | König, Hans-Joachim
1. AllgemeinW. gegen die Obrigkeit ist in der Nz. als Regulativ zur Ausübung von familialer, ökonomischer, kirchl. und polit. Herrschaft zu verstehen. Er ersetzte in gewisser Weise spätere Regulative wie die Kontrolle der Regierung durch das Parlament und die Kontrolle von Institutionen, Kirchen und Unternehmen durch eigene Organe, die teils auf demokratischem Weg zustandekommen, teils als Behörden fungieren. Solche Kontrollinstanzen von Herrschaftsausübung jeglicher Art fehlten in der Frühen Nz. weitgehend. Ausna…
Date: 2019-11-19

Identität

(3,650 words)

Author(s): Jarzebowski, Claudia | Schmale, Wolfgang | Leppin, Volker
1. AllgemeinEine allgemeingültige Definition von I. kann es für die Nz. ebenso wenig geben wie für die Moderne. Der Begriff I. stammt aus zwei unterschiedlichen Forschungstraditionen. Die angelsächs. Sozialpsychologie charakterisiert I. als ein Merkmal des modernen Individuums [6]; die Volkskunde favorisiert den Begriff I. in deutlicher Abgrenzung zu dem älteren und ideologisch stark aufgeladenen Begriff Volksgeist [2]. In der geschichtswiss. Forschung ist der Begriff I. umstritten [14]. Insbes. aus einer akteurszentrierten Perspektive werden Zweifel an der ze…
Date: 2019-11-19

Öffentlichkeit

(3,298 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang | Zimmermann, Clemens | Mahlerwein, Gunter
1. Gesellschaft 1.1. Strukturelle BedingungenÖ. und Gesellschaft stehen in einem engen Verhältnis der Wechselwirkung. Ohne Ö. gibt es keine Gesellschaft, ohne Gesellschaft keine Ö. Da die Gesellschaft der Neuzeit prinzipiell segmentiert war, gilt dies auch für die Ö. Diese Segmentierung wurde durch sprachliche, räumliche, schichten- bzw. klassen- sowie geschlechterspezifische Grenzen bedingt (Stand, Stände; Ungleichheit; Geschlecht). Diese Grenzen sind allerdings nicht als »rote Linien« zu denken, son…
Date: 2019-11-19

Utopie

(5,640 words)

Author(s): Velten, Hans Rudolf | Weber, Wolfgang E.J. | Schmale, Wolfgang
1. Literatur 1.1. Begriff und BestimmungDie lit. Gattung der U. (nzl. Kunstwort von griech. ou-tópos, »Nicht-Ort«) hat ihren Ursprung in der 1516 erschienenen neulat. Utopia des engl. Humanisten Thomas More (Morus). Als Prototyp der lit. U. prägte dieses Werk nicht nur ihren Namen, sondern auch die darauf bezogenen späteren Texte, welche im Rückblick die Gattung konstituieren. Definitorisch können diese als von Reise- oder anderen Rahmenerzählungen abhängige, fiktionale Entwürfe vorbildlicher, vernünftiger Gesellschaftsordnungen ohne Anspruch auf Verwirklichung be…
Date: 2019-11-19