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Your search for 'dc_creator:( "Walther, Gerrit" ) OR dc_contributor:( "Walther, Gerrit" )' returned 143 results. Modify search

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Moralistik

(1,269 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. BegriffBei seiner ersten Erwähnung 1690 in Antoine Furetières Dictionnaire universel meinte der Begriff moraliste (dt. »Moralist«, = Mst.) schlicht einen Autor, der moralische Fragen behandelte. Schon um 1700 aber entstand die kritisch gemeinte Nebenbedeutung »Rigorist« und wurde konkret auf Anhänger des Jansenismus gemünzt. Diderots und D'Alemberts Encyclopédie (Bd. 10) wertete den Mst. nochmals ab, indem sie ihn 1765 als eitlen, systemlosen Literaten definierte, der mehr verblüffen als aufklären wolle [9. 48–52]. Der Begriff M. hingegen scheint erst im 20. Jh…
Date: 2019-11-19

Geschichte

(4,580 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. ÜberblickDas Bedürfnis, die Vergangenheit des eigenen Geschlechts, Clans, Standes, Heimatortes, Landes oder Volkes – eventuell auch jene anderer Gruppen, Völker und Kulturen – möglichst gut zu kennen und diese Kenntnis durch geschulte Spezialisten sichern und pflegen zu lassen, dürfte allen nzl. Hochkulturen gemeinsam sein (Historiographie; Historische Überlieferung). In ihnen allen nämlich besaßen Traditionen als Basis für Besitz-, Rechts- und Machtansprüche fundamentale Bedeutung. Die Formen, das Gedächtnis früherer Zeiten, Ereignisse, Menschen und Taten …
Date: 2019-11-19

Geisteswissenschaften

(1,848 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Idee und Begriff …
Date: 2019-11-19

Orden

(2,745 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Mertens, Benedikt
1. Begriff und DefinitionO. (von lat. ordo, das so zentrale polit.-soziale Kategorien wie Ordnung, Stand und Rang [3. 935 f.], im christl. Latein dann »Klerus«, »klösterliche Gemeinschaft« bezeichnete) war in der Nz. ein mehrdeutiger, aber stets hohes Prestige assoziierender Begriff. Allgemein bezeichnete er eine exklusive Gemeinschaft, deren Mitglieder sich unter Führung einer vornehmen oder charismatischen Persönlichkeit verbunden und durch einen Eid gelobt hatten, gemeinsam für bestimmte als fundamental anerkannte Ziele zu wirken. Bei …
Date: 2019-11-19

Forschung

(3,968 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Gierl, Martin
1. Allgemein 1.1. BegriffFür das Streben, das vorhandene Wissen gezielt zu erweitern, gab es in der Nz. auffällig viele Bezeichnungen. Neben den gebräuchlichen lat. Begriffen explorare (»erkunden«), scrutari (»ergründen«), experiri (»erproben«) und probare (»ausprobieren«) nannten Enzyklopädien des 17. Jh.s etwa lat. aucupari, ( per) contari, requitare, rogitare, ( in) vestigare, quaerere, inquirere, sciscere, ( sci) scitari. Wer dergleichen tat, war ein scrutator, percontator, rimator, ( in) vestigator oder in- bzw. perquisitor. Aus diesen Begriffen entstanden E…
Date: 2019-11-19

Methode

(1,726 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Schliesser, Eric
1. Bedeutung und BegriffEine M. – ein planmäßiges, standardisiertes Verfahren, Informationen zu gewinnen, zu prüfen und zu einer Wissensordnung zu formieren – ist in allen Wissensgesellschaften ein unabdingbares Moment gelehrter Tätigkeit. Charakteristisch für die Entwicklung der M. im nzl. Europa war ihre fortschreitende Emanzipation von den Inhalten dieses Wissens. Hatte sie anfangs als Lehr- und Beweis-Verfahren von Theorien und Dogmen, Traditionen und Autoritäten gedient, die unabhängig von ihr entstanden und bestanden, rückte sie im Laufe der N…
Date: 2019-11-19

Kanon

(2,082 words)

Author(s): Dücker, Burckhard | Walther, Gerrit
1. BegriffDer griech. Begriff kanṓn (ursprgl. »Maßstab« des Handwerkers, »Richtschnur«) besaß in der Antike diverse Bedeutungen, die alle eine generell gültige Norm ausdrückten. In der bildenden Kunst bezeichnete er etwa seit Polyklet (5. Jh. v. Chr.) die Proportionslehre des menschlichen Körpers, in der Musik seit den Pythagoreern (5. Jh. v. Chr.) ein zwölfgeteiltes Messinstrument zur Bestimmung der Intervalle, in der Erkenntnistheorie seit Demokrit (4. Jh. v. Chr.) den Sinn für das Wahre und die Fähigkeit zur Kritik, in der Rhetorik seit Cicero (1. Jh. v. Chr.) ein s…
Date: 2019-11-19

Barbar

(1,759 words)

Author(s): Grünberger, Hans | Walther, Gerrit
1. BegriffDer schon bei Homer verwendete Begriff wurde seit dem 14. Jh. zu einem zentralen Schlagwort europ. Kulturkritik. Polemisch bezeichnete er jeden, der die Werte, Forderungen und Vertreter humanistischer Bildung ignorierte oder gar aktiv bekämpfte (Humanismus), bzw. jeden, dessen soziale Machtansprüche nicht durch eine entsprechende Aufgeschlossenheit für nzl. Kultur und für urbane Formen gesellschaftlichen Umgangs legitimiert schienen. Besondere polemische Kraft erhielt der Vorwurf, ein B…
Date: 2019-11-19

Subjektivität

(1,513 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Christophersen, Alf
1. Allgemein 1.1. BegriffUnter S. (von lat. subiectum, »das Daruntergelegte«; als Terminus der klassischen Rhetorik: »das [einer Aussage] Zugrundeliegende«) versteht man seit dem Ende des 18. Jh.s eine philosophische Einstellung oder Haltung, die Welt und Wirklichkeit nicht als etwas objektiv Gegebenes ansieht, sondern als eine Vorstellung bzw. Schöpfung des sie wahrnehmenden Subjekts. Dieser Akzent auf der Wahrnehmung unterschied S. von Anfang an von ähnlichen Kategorien wie dem Charakter (als Wesensart und sittliche Beschaffenheit eines Subjekts; Tugend) oder der Indiv…
Date: 2019-11-19

Greek studies

(3,561 words)

Author(s): Landfester, Manfred | Walther, Gerrit
1. Definition and function The term  Greek studies, which did not come into common use until the second half of the 20th century, denotes academic study of the classical Greek language and Greek belletristic, philosophical, and technical literature from the 8th century BCE to the 6th century CE. Since the 19th century, Greek studies together with Latin studies or Latin philology have constituted classical philology. The Renaissance defined the academic study of both Greek and Latin and their literatures as  studia humanitatis (“studies of humanity”; C. Salutati, L. Bru…
Date: 2019-10-14

Canon

(2,488 words)

Author(s): Dücker, Burckhard | Walther, Gerrit
1. Term The Greek word kanṓn (orig. craftsman’s ‘measure’, ‘standard’) had a range of meanings in Antiquity, all of which referred to a generally valid norm. In art, for instance, it denoted from around the time of Polyclitus (5th century BCE) the proportion theory of the human body. In music, beginning with the Pythagoreans (5th century BCE) it was a twelve-part measuring instrument for determining the intervals. In epistemology from Democritus (4th century BCE) it was the sense of truth and the fac…
Date: 2019-10-14

Genealogy

(2,589 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Graf, Klaus
1. Concept and forms Ever since Hecataeus of Miletus collected genealogíai (“information about [noble] families”) in the 6th century BCE, the term ‘genealogy’ has denoted the art of ascertaining the place of a subject within his or her biological kin (Latin genus or  gens), or of reconstructing and portraying the succession of generations within a family. The genealogical perspective may be the world's oldest and most widespread method for determining the class (Estates of the realm) and rank of a person in society and for recalling, recording, and presenting the past.In the e…
Date: 2019-10-14

Barbarian

(1,952 words)

Author(s): Grünberger, Hans | Walther, Gerrit
1. Concept This term, already used by Homer, became a key term in cultural critique from the 14th century onwards. Used polemically, it meant anyone who ignored the values, demands and representatives of humanist education, or indeed opposed them ( Bildung; Humanism), or anyone whose social claims to power did not appear legitimated by a corresponding openness to Early Modern culture and to urban forms of social intercourse. There was special polemical force in the accusation of being a barbarian, precisely because of the variety of …
Date: 2019-10-14

Method

(1,806 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Schliesser, Eric
1. Concept and meaningA method - a planned, standardized procedure for obtaining and verifying information and arranging it into a knowledge system, is an indispensable element of learned activity in all knowledge societies. The development of method in early modern Europe was characterized by its gradual emancipation from knowledge content. To begin with, method served as a procedure of teaching and demonstrating (Proof) theories, dogmas, traditions, and authorities that arose and endured independ…
Date: 2019-10-14

Geschmack

(1,772 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Kanz, Roland
1. BegriffAus jenem der fünf Sinne, der dem Mund zugehört, wurde G. (lat. gustus bzw. sapor, ital. und span. gusto, franz. goût, engl. taste) spätestens im 17. Jh. zu einem universalen Begriff für die Begabung, das Schöne wahrzunehmen, zu schätzen, zu beurteilen und ggf. zu (re)produzieren. In diesem Sinne stand er zugleich für die Fähigkeit, in jeder Lebenslage das jeweils Angemessene (lat. aptum; Decorum) und Würdige zu tun bzw. zu verkörpern.Gerrit Walther2. Träger, Funktionen, OrteDie Begriffe und Leitideale des G. speisten sich aus der klassischen Rhetorik, die …
Date: 2019-11-19

Gräzistik

(3,329 words)

Author(s): Landfester, Manfred | Walther, Gerrit
1. Begriff und FunktionDer erst seit der 2. Hälfte des 20. Jh.s übliche Begriff G. bezeichnet die wiss. Beschäftigung mit der »schönen«, philosophischen und fachwiss. Literatur und Sprache der griech. Antike (8. Jh. v. Chr.–6. Jh. n. Chr.). Zusammen mit der Latinistik oder Lat. Philologie bildet die G. seit dem 19. Jh. die Klassische Philologie. Die Renaissance definierte die wiss. Erschließung der griech. – wie auch der lat. – Literatur und Sprache durch deren Funkton als studia humanitatis (»Studien der Humanität«; C. Salutati, L. Bruni) und hob damit auf ihren u…
Date: 2019-11-19

Genealogie

(2,350 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Graf, Klaus
1. Begriff und FormenSeit Hekataios von Milet im 6. Jh. v. Chr. genealogíai (»Nachrichten über [adelige] Geschlechter«) sammelte, bezeichnet G. die Kunst, die Stellung eines Subjekts innerhalb seiner biologischen Verwandtschaft (lat. genus bzw. gens) zu ermitteln bzw. die Abfolge der Generationen innerhalb einer Familie zu rekonstruieren und darzustellen. Die genealogische (= gen.) Betrachtung dürfte das weltweit älteste und verbreitetste Verfahren sein, Stand und Rang eines Menschen in der Gesellschaft zu bestimmen bzw. Vergangenheit zu erinnern, zu erzählen, auf…
Date: 2019-11-19

Fortschritt

(2,025 words)

Author(s): Sparn, Walter | Walther, Gerrit
1. BegriffDas um 1770 aus dem franz. progrès gebildete Wort »F.« bezeichnet wie dieses und seine Äquivalente (engl. progress, improvement, advancement; ital. progresso) die spezifisch nzl. Auffassung geschichtlicher Bewegung und Veränderung im Unterschied zu älteren Bewegungsbegriffen wie »Weg«, »Wachstum« oder » Entwicklung«. Zwar können auch schon die lat. Wortwurzeln (lat. progressus, profectus, processus) die Veränderung der Dinge hin zum Besseren bedeuten; das an kosmischen Zyklen orientierte Weltbild der Antike, aber auch die christl. Vorst…
Date: 2019-11-19

Antiquarianism (Humanism until 1800)

(6,902 words)

Author(s): Walther, Gerrit (Frankfurt/Main RWG)
Walther, Gerrit (Frankfurt/Main RWG) [German version] A. Concept, Content and Form (CT) During the period covered here, antiquities antiquitates, antiquités, ‘Antiquitäten’, ‘Alterthümer’ were understood as the totality of written documentation or material remains (such as coins, monuments, objects of art and everyday items) that might provide information about the daily conditions, customs, practices, cults, institutions, in short the culture, of an ancient people. An antiquarius was an authority, a collector and archivist of such documents and fragments. A…

Historian

(2,106 words)

Date: 2019-10-14

Historiker

(1,977 words)

Author(s): Blanke, Horst Walter | Walther, Gerrit
1. Allgemein 1.1. Begriff Ein H. ist den meisten Lexika des 19. und 20. Jh.s zufolge ein »Geschichtsforscher und -schreiber«, so auch bei Grimm [1] (vgl. Historiographie). Autoren, die sich mit geschichtlichen Sachverhalten beschäftigen, gab es seit Beginn der Schriftlichkeit in Europa ( Homer und Moses, oder Herodot, Thukydides, Livius, Polybios und Tacitus). Erst seit der Spätaufklärung bildete sich aber ein eigenständiger Beruf des H. heraus.In seiner Einleitung zur Übersetzung eines Texts des franz. H. Mably ( Von der Art die Geschichte zu schreiben) differenzierte A. L. Sc…
Date: 2019-11-19

Weltgeschichte

(6,044 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Nolte, Hans-Heinrich
1. Universalgeschichte 1.1. Begriff und AufgabeW. ist diejenige Gattung der Historiographie, die die Geschichte aller Länder, Nationen, Völker und Kulturen im Gesamtzusammenhang darzustellen sucht, also e…
Date: 2019-11-19

Wappen

(3,759 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Lück, Heiner | Biller, Josef H.
1. Begriff, Entstehung und FormenW. (von mhdt. wâpen, »Waffen«; fr…
Date: 2019-11-19

Epoch

(3,730 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Kanz, Roland | Riedl, Peter Philipp
1. History 0-1.1. ConceptThe Greek word epochḗ (“suspension, pause”) in everyday speech in Antiquity meant a lull in a speech or a movement, in astronomy the conjunction of two celestial bodies, and in philosophy the suspension of judgment (Skepticism). In the early modern period, the latter two senses were at first dominant. The term only gradually took on a historical sense. As it did so, even until the 18th century, it did not denote a particular span of time, but the event that heralded one. Even …
Date: 2019-10-14

Catholic Reformation

(5,118 words)

Author(s): Decot, Rolf | Walther, Gerrit | Kanz, Roland
1. Terminology The response of the Catholic Church (usually called the “Old Church” in the Reformation period) to the Reformation began gradually. Historians have coined various terms for it. Today there is still no term that covers both the efforts at reform within the Church during the 16th century and the attempt to win back the Church’s lost socio-political terrain. The competing terms include  Catholic Reformation,   Counter-Reformation, Catholic confessionalization, and recatholization.The reaction of the Old Church (and the states and territories that …
Date: 2019-10-14

Museum

(3,917 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Müller-Wille, Staffan | Kalusok, Michaela
1. ConceptThe prototype and model for all early modern museums was the Museíon, which the Egyptian king Ptolemy I had established around 320 BCE in the same part of the palace at Alexandria that also housed his world-famous library. It was an academy where scholars, who were paid a salary by the government, met for research, discussion, and banqueting. Only in the early modern period did “museum” acquire a more topographical and material meaning. In the 18th century, it was defined as “a place where things are kept that have direct reference to the arts and Muses” [1. 893]. By the 19th cen…
Date: 2020-04-06

Arms

(4,340 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Lück, Heiner | Biller, Josef H.
1. Definition, origin, and forms In the Western society of estates (see Estates, society of) of the Middle Ages and early modern period, (coats of) arms (German Wappen from Middle High German  wâpen, French armoiries [1]) were important symbols of rank and status, the descent and relationships of an individual, a family (Family coat of arms), or a corporate body. They came into being around 1100 in the regions of (Central) Europe where feudal society had its deepest roots: (northern) France, Burgundy, England, Scotland, and th…
Date: 2019-10-14

Emancipation

(3,188 words)

Author(s): Klippel, Diethelm | Walther, Gerrit | Klein, Birgit E.
1. General 1.1. OverviewThe term emancipation, which exists in all European languages, comes from Roman private law (Latin emancipatio), and originally meant release from the patria potestas (Parental rights and obligations). The concept had an extraordinary career from the dawn of the early modern period, though the original family law sense survived in jurisdiction long into the 19th century in Europe. While outside legal usage it initially had an overtone of moral egoism, it increasingly became a subject of reflection in respect of legal and political freedom. Under the influence of the Enlightenment, the term became synonymous with the liberation and equality of disadvantaged groups within society (either bestowed by an authority or asserted autonomously), particu…
Date: 2019-10-14

Emanzipation

(2,832 words)

Author(s): Klippel, Diethelm | Walther, Gerrit | Klein, Birgit E.
1. Allgemein 1.1. ÜberblickDer (in alle europ. Sprachen übernommene) Begriff stammt aus dem röm. Privatrecht (lat. emancipatio) und bedeutet ursprünglich die Entlassung aus der väterlichen Gewalt ( Elternrecht). Er erlebte seit Beginn der Nz. eine erstaunliche Karriere, obwohl sich die genannte familienrechtliche Bedeutung in der Rechtssprache bis weit in das 19. Jh. hinein in Europa erhielt. Während er, abgesehen von der juristischen Bedeutung, zunächst den Beiklang von moralischem Egoismus annahm, wurde er zusehends zum Gegenstand naturrechtlicher und politischer …
Date: 2019-11-19

Katholische Reform

(4,745 words)

Author(s): Decot, Rolf | Walther, Gerrit | Kanz, Roland
1. BegrifflichkeitDie Reaktion auf die Reformation seitens der kath. Kirche (in der Reformationszeit meist Alte Kirche genannt) setzte erst allmählich ein. Um sie zu charakterisieren, hat die Geschichtswissenschaft unterschiedliche Begriffe entwickelt. Es gibt gegenwärtig allerdings keinen Terminus, der sowohl die Reformbemühungen innerhalb der kath. Kirche während des 16. Jh.s als auch den Versuch, das verlorene politisch-gesellschaftl…
Date: 2019-11-19

Epoche

(3,297 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Kanz, Roland | Riedl, Peter Philipp
1. Geschichte 1.1. BegriffDas griech. Wort epoch椃 (»das Anhalten«) meinte in der antiken Alltagssprache das Innehalten in der Rede oder in einer Bewegung, in der Astronomie das Zusammentreffen zweier Himmelskörper und in philosophischen Zusammenhängen den Verzicht darauf, ein Urteil zu fällen (Skepsis). In der Nz. dominierten zunächst die beiden letzten Bedeutungen. Einen histor. Sinn nahm der Begriff erst allmählich an. Bis ins 18. Jh. bezeichnete er dabei nicht einen bestimmten Zeitabschnitt, sondern das Ereignis, das diesen eröffnete. Noch 1771 konnte …
Date: 2019-11-19

Museum

(3,442 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Müller-Wille, Staffan | Kalusok, Michaela
1. BegriffDas Ur- und Vorbild jedes nzl. M. war das Museíon, das der ägypt. König Ptolemaios I. um 320 v. Chr. in jenem Teil des Palastes von Alexandria einrichten ließ, in dem sich auch seine weltberühmte Bibliothek befand. Es war eine Akademie, in der sich staatlich besoldete Gelehrte zu Forschung, Gesprächen und Banketten trafen. Erst in der Nz. nahm »M.« eine eher topographisch-materiale Bedeutung an. Das 18. Jh. verstand darunter »jede Stätte, in der Dinge aufbewahrt werden, die einen unmittelbaren Bezug zu den Künsten und Musen haben« [1. 893]. Im 19. Jh. meinte der Begriff…
Date: 2019-11-19

Dance

(3,821 words)

Author(s): Busch-Salmen, Gabriele | Walther, Gerrit | Rode-Breymann, Susanne
1. Introduction Dance - a sequence of stylized rhythmical steps and movements performed by individuals, couples, or groups - was one of the most widespread and popular forms of nonverbal communication and public representation in the early modern period. As an indispensable component of free time and festivals of all kinds, it formed part of the everyday world of almost all ranks and groupings, in both elite and popular culture (see also e.g. Kermis, fig. 1; Music, fig. 3). Many had their own danc…
Date: 2019-10-14

Romantik

(11,134 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Mahoney, Dennis F. | Büttner, Frank | Eichhorn, Andreas
01. BegriffIm allgemeinsten Sinne bezeichnet der Begriff R. (engl. romanticism, franz. romantisme, span./ital. romanticismo) heute die unter den europ. Intellektuellen der Sattelzeit (ca. 1770–1830) vorherrschende Geisteshaltung und die von ihnen bevorzugte Ästhetik. Anders als der Humanismus oder die Aufklärung war die R. keine Bildungsbewegung, sondern eine künstlerisch-ästhetische Strömung, Mentalität oder Haltung, die als solche auf viele Lebensbereiche wirkte (u. a. auf Religion, Politik, Familie und Wi…
Date: 2019-11-19

Psychologie

(3,002 words)

Author(s): Eckart, Wolfgang Uwe | Greve, Ylva | Klippel, Diethelm | Walther, Gerrit
1. Allgemein 1.1. Definition und frühe BegriffsgeschichteDer Begriff P. stammt aus dem Griechischen (von psych椃, ursprgl. ›Atem‹, ›Seele‹; d. h. ›Seelenkunde‹). Die moderne empirische Wissenschaft der P. begründete ihr weltweit erstes Forschungsinstitut 1879 in Leipzig. In philosophischer Perspektive setzte die europ. P. als Beschäftigung mit den Eigenschaften der Seele jedoch schon mit den Vorsokratikern im 5. Jh. v. Chr. ein.Der kroat. Humanist Marcus Marulus (Marulić) soll 1510/17 einen (verschollenen) Traktat Psichiologia de ratione animae humanae (›Seelenkunde …
Date: 2019-11-19

Tradition

(5,274 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Walter, Peter | Leppin, Volker | Reichmuth, Stefan
1. Geschichte und Kultur 1.1. ÜberblickT. bedeutet »Überlieferung«. Idealtypisch versteht man darunter einen je spezifischen Fundus von Wissensbeständen und Techniken, Sitten und Bräuchen, Einstellungen und Haltungen, Normen und Institutionen, der innerhalb einer Gemeinschaft relativ unverändert von einer Generation an die folgende weitergegeben wird und deren Kultur dadurch Kontinuität und Identität verleiht. »Als Träger von T. im engeren und weiteren Sinne gelten bevorzugt die kleinen sozialen Einheiten (Eltern, Familie, Clan) oder Beruf…
Date: 2019-11-19

Tanz

(3,405 words)

Author(s): Busch-Salmen, Gabriele | Walther, Gerrit | Rode-Breymann, Susanne
1. AllgemeinDer T. – ein von Einzelpersonen, Paaren oder Gruppen vollführter Ablauf stilisierter rhythmischer Schritte und Bewegungen – gehörte in der Nz. zu den häufigsten und populärsten Formen nonverbaler Kommunikation und öffentlicher Repräsentation. Als unverzichtbares Element von Freizeit und Festen aller Art gehörte er zum Alltag nahezu aller Stände und Gruppen, der Eliten- wie der Volkskultur (vgl. z. B. Kirmes, Abb. 1; Musik, Abb. 3). Viele von ihnen besaßen eigene T.-Traditionen, die zu pflegen zur Ehre des Kollektiv…
Date: 2019-11-19

Renaissance

(17,382 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Scattola, Merio | Pfisterer, Ulrich | Satzinger, Georg | Wiedner, Saskia | Et al.
01. Begriff 1.1. Renaissance als Wiedergeburt der AntikeR. bzw. rinascità oder rinascimento (ital.; »Wiedergeburt«) entwickelte sich seit dem 15. Jh. zu einem Sammelbegriff für die Antikerezeption des Humanismus. Das lat. Verb ( renasci; »wiedergeboren werden«) begegnet schon 1430 im Hinblick auf die Rhetorik bei dem franz. Petrarca-Schüler Nicolas de Clamanges. Das ital. rinascere folgt um 1450 für die Bildhauerkunst bei Lorenzo Ghiberti (s. u. 9.2.) und 1460/64 für die Architektur bei Antonio Filarete (s. u. 10.2.). In einer dt. Version ( widererwaxsung) findet sich das …
Date: 2019-11-19

Aufklärung

(13,284 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Tschopp, Silvia Serena | Steinle, Friedrich | Beutel, Albrecht | Kanz, Roland | Et al.
1. Begriff und DefinitionA. (im Deutschen 1691 erstmals belegt) und ihre europ. Parallelbegriffe enlightenment, lumières, illuminismo, ilustración bezeichnen die wirkungsmächtigste europ. Bildungsbewegung des 18. Jh.s und zugleich deren spezifisches Ziel: alle Autoritäten, Traditionen und Hierarchien am Maß einer neu definierten Vernunft kritisch zu prüfen und abzuschaffen, falls sie deren Gesetzen widersprechen sollten, die gesamte Lebenswelt nach diesen Gesetzen neu zu ordnen und möglichst viele Menschen fähig zu machen, kraft dieser Vernunft ein besseres, glüc…
Date: 2019-11-19

Enlightenment

(14,627 words)

Author(s): Walther, Gerrit | Steinle, Friedrich | Beutel, Albrecht | Tschopp, Silvia Serena | Kanz, Roland | Et al.
1. Concept and definition Enlightenment in English is first attested from 1865 as a translation of the German  Aufklärung, which was first recorded in 1691. With their European cognates  lumières (French), illuminismo (Italian), and  ilustración (Spanish), they denote the most influential European educational and cultural movement of the 18th century, as well as its overriding goals: to subject all authorities, traditions, and hierarchies to the critical measure of a newly defined reason, and to abolish them if they ran counter…
Date: 2019-10-14

Geschichtswissenschaft/Geschichtsschreibung

(13,945 words)

Author(s): Harth, Dietrich (Heidelberg) RWG | Davies, John K. (Liverpool) RWG | Walther, Gerrit (Frankfurt/Main) RWG | Demandt, Alexander (Berlin) RWG
Harth, Dietrich (Heidelberg) RWG I. Allgemein (RWG) [English version] A. Einleitung (RWG) Geschichte und Historiographie/Geschichtsschreibung (im folgenden abgekürzt: G.) sind vielseitig verwendbare Ausdrücke. Nicht nur, daß sie häufig vertauscht werden; sie bezeichnen auch je nach Kontext so verschiedene Tätigkeiten wie die Erforschung des Vergangenen und die Darstellung der Forschungsergebnisse. Eine Differenz, die schon in den Worten historíēs apódexis anklingt, mit denen Herodot seine Erzählungen eröffnet hat. Das griech. Nomen historíē, das bis h. “histor. …

Historiography

(15,989 words)

Author(s): Harth, Dietrich (Heidelberg RWG) | Davies, John K. (Liverpool RWG) | Walther, Gerrit (Frankfurt/Main RWG) | Demandt, Alexander (Berlin RWG)
Harth, Dietrich (Heidelberg RWG) I. General (CT) [German version] A. Introduction (CT) History and historiography are terms that can be used in a variety of ways. Not only are they frequently used synonymously, but depending on the context they refer to such different activities as the study of the past and the presentation of research results. This difference is reflected in the words historíēs apódexis, with which Herodotus began his accounts. In Herodotus' usage, the Greek noun historíē, which still defines 'historical knowledge' as distinct from other types of knowl…
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